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PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. Januar 2012 Der Kunstweg geht in seine zweite Runde Via Artis SpiRi heuer mit Schwerpunkt Glas von 4. bis 22. April - Über 30 Veranstaltungen in zwei Gemeinden / Von Ursula Langesee Spiegelau/Riedlhütte.
Auf den überwältigenden Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr will
der zweite Spiegelauer und St. Oswald-Riedlhütter Kunstweg „Via Artis
SpiRi“ heuer von 4. bis 22. April am besten noch eins draufsetzen. Denn
dieses Mal geht es ganz speziell ums „Glas“ - seine Bearbeitung und
seine Geschichte, welche die beiden Gemeinden essenziell geprägt hat. Mit
der Fertigstellung des Technologie-Anwenderzentrums (TAZ) der
Fachhochschule Deggendorf für Glas in Spiegelau wird der Glasweg „Via
Vitri“ in Richtung Zukunft beschritten, raus aus Depression und
Hoffnungslosigkeit nach dem Wegfall der klassischen Glasfertigung in
der Kristallglasfabrik Spiegelau und bei Nachtmann in Riedlhütte. „Der
erste Via Artis SpiRi vor einem Jahr war eine wichtige Geschichte“,
sagte Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch gestern bei der
Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Kunst- und Kulturreihe. „Er
hat den Menschen in der Region ihr Selbstbewusstsein zurück gegeben.
Die Depression war zu dieser Zeit nicht nur eine wirtschaftliche, sie
war in den Herzen drin.“ Aber die Vielzahl hochkarätiger
Veranstaltungen habe gezeigt, wie viel Potenzial hier vorhanden sei.
„Es gibt hier noch so viele Ideen, da könnten wir leicht zwei Via Artis
SpiRi pro Jahr machen“, freute sich Luksch. Doch es soll auch nicht
zur „Reizüberflutung“ kommen, denn in der Organisation der heuer über
30 Veranstaltungen steckt eine Menge Arbeit. Deshalb werde die „Via
Artis SpiRi“ nächstes Jahr pausieren und ab 2014 als „Biennale“
fortgesetzt werden, kündigte Helmut Vogl von St. Oswald-Riedlhütte an.
Er freute sich, dass diese gemeinsame Veranstaltungsreihe die beiden
Gemeinden immer stärker zusammen bringe und den Namen der Orte auch
über ihre Grenzen hinaus trage. Theresa Resch, Leiterin der
Touristinformation Spiegelau, stellte das Programm mit Musikworkshops,
Lyrik für Kinder, einer Glashüttenwanderung, Vorträgen, und
Verkostungen etc. in groben Zügen vor (eine ausführliche Beschreibung
aller Termine gibt es auf der von Michael Eder konzipierten und
betreuten Homepage www.via-artis-spiri.de). Neu sind heuer das
Schwerpunktthema Glas, Veranstaltungen auch in den Orts- und
Gemeindeteilen Klingenbrunn, Oberkreuzberg und St. Oswald und die
Konzentration der Veranstaltungen rund um die Wochenenden. Die
Glasausstellung „Via Vitri“ im Schnapsmuseum Spiegelau eröffnet am
Mittwoch, 4. April, die Via Artis SpiRi 2012. Die Glaskünstler Klaus
Büchler, Michael Schreiner, Alfred Kraft, Florian Köck, Erwin
Schmierer, Alois Saller und Karl-Heinz Pauli aus Spiegelau und
Riedlhütte zeigen, was sie in verschiedenen Techniken aus dem
zerbrechlichen Material hervor bringen. Von Rainer Metzger aus Frauenau
stammen die Öl- und Pastellbilder, die Glasmacherszenen beschreiben.
Die Laudatio bei der Vernissage hält Willi Steger, Michael Brunnbauer
sorgt für die musikalische Begleitung. Ausstellungen - von
Metall-Plastiken über Schmuck, Fotos, Gemälde und Keramik - gibt es
auch an 16 weiteren Orten entlang der „Kunstmeile“ von Althütte bis St.
Oswald. Es stellen aus: Manu und Helmut Binder, Monika Rauscher,
Johanna Wenzel, Meike Ziegler, Roland Klement, Tobias Lagerbauer, Rudi
Ranzinger, Ilona Zanella, Thiemo Bögner, Peter Auerbeck, Ronja Wenzel,
Rudolf Seidl, Siegfried Stockbauer, Silvia Auerbeck und Alfred Kraft.
„Wegen der längeren Öffnungszeiten sind heuer die meisten
Präsentationen in Hotels und Gaststätten“, merkte Martin Biebl,
Touristinfoleiter von St. Oswald-Riedlhütte an. Damit habe man auf
Anregungen von Besuchern aus dem Vorjahr reagiert. Finissage und
Vernissage zugleich ist die Veranstaltung am 22. April im TAZ. Sie
beendet zwar die Via Artis SpiRi 2012, eröffnet aber die Ausstellung
„Tabak & Glas“, bei der über 25 Bayerwald-Glaskünstler und
einheimische Sammler ihre gläsernen Kostbarkeiten und schönsten
Schnupftabak-„Bixl“ bis 19. Mai zeigen. Die Firma Pöschl aus Landshut
stellt dabei die Historie des Schnupftabaks dar, die Laudatio hält
„Bixl-Papst“ Heiner Schaefer. Glaskünstler Michael Schreiner aus
Riedlhütte organisiert die beiden Ausstellungen im Schnapsmuseum und im
TAZ und spürt viel Offenheit und Unterstützung. Der Nationalpark stelle
die Vitrinen zur Verfügung und überall treffe man auf offene Ohren. Er
rief dazu auf, das TAZ anzuschauen.„Es gibt keine Hemmschwelle. Hier
wird man herzlich und offen von Leiter Michael Fuchs und seinem Team
empfangen.“ Von der Innovation zur Tradition: eine besondere
Veranstaltung der Via Artis SpiRi 2012 ist „Holz und Glas - wie es
früher war!“ am 15. April beim Gasthof Gaschler und der Alten Kapelle
in Riedlhütte. Dazu kommt ein mobiler Glasofen, den der Verein
„Gläserner Winkel“ aus Zwiesel zur Verfügung stellt. An dem Glasofen
kann richtig gearbeitet werden. Dazu erzählen Glasmacher und Holzhauer
wie es früher war. Es wird Glosafleisch aufgetischt, das original aus
der Kelle genossen werden kann. „Und das alles am Standort der alten
Glashütte von 1890. Es könnte nicht besser sein“, freute sich gestern
Glasexperte Willi Steger über die Vorstellung der geschichtsträchtigen
Veranstaltung.
Was kann an der „Uni Spiegelau“ studiert werden? Ausbildungsmöglichkeiten wurden dem Gemeinderat vorgestellt - Kommune muss die Schwerpunkte selbst festlegen Von Ursula Langesee Spiegelau.
Zu einem Vortrag über die Möglichkeiten der Weiterbildung an der HDU
Deggendorf mit Schwerpunkt TAZ Spiegelau war Herbert Lichtinger vom
Weiterbildungszentrum „dimt“ in Deggendorf zur jüngsten
Gemeinderatssitzung gekommen. Er stellte die verschiedenen Angebote vor
und zeigte auf, welche auch in Spiegelau vorstellbar wären. Das
Weiterbildungszentrum bietet berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge
für Betriebliche Managementlehre (BWL) und Pflegepädagogik an und in
Wochenend-Studiengängen sieben Master- und Master of Business
Adminstration-Programme von Betriebswirtschaftslehre und
Personalführung über öffentliche Verwaltung bis zum Management im
Gesundheitswesen und Risiko-Management, interessant für Rechtsanwälte
und Banker. „Wir vermitteln fachliche Kenntnisse und legen viel Wert
darauf, dass dieses Wissen auch in der Praxis angewandt und erprobt
werden kann. Aber auch die Persönlichkeitsentwicklung ist uns wichtig.
So werden Verhandlungstechniken, Möglichkeiten der Konfliktbewältigung,
überhaupt der Umgang mit Menschen ‘unterrichtet’. Und nach dem
Abschluss des Studiums soll nicht einfach Schluss sein, sondern sollen
die Kontakte in Netzwerken weiter geknüpft werden“, stellte Herbert
Lichtinger die Intentionen des Weiterbildungszentrums vor. Weil die
Ausbildungsprogramme modulmäßig aufgebaut sind, kann man einzelne
Fächer ausgliedern und in Wochenendkursen auch in
Technologieanwenderzentren wie in Spiegelau anbieten. Als
Zertifikatsprogramme gibt es z.B. eine Management-Werkstatt,
Betriebliches Sicherheitsmanagement, Innovationsmanager, Betriebswirt
im Gesundheitswesen oder „Usability Engineering“, das ist ein Lehrgang
über die Benutzerfreundlichkeit von Computerprogrammen. Was das
Weiterbildungszentrum an der HDU Deggendorf von vielen anderen
Anbietern unterscheidet, ist das Punktesystem. So gibt es z.B. für den
Kurs Personalführung 5 ECTS-Punkte. „Das sagt nichts über die Leistung
aus, sondern nur über den Zeitaufwand. So entspricht ein ECTS-Punkt 30
Stunden Arbeit. Für den Bachelor-Studiengang braucht man 210
ECTS-Punkte, für die Master 90. Bei den einzelnen Kursen sammelt man
Punkte und stottert so das Studium ab, ist also zeitlich flexibler, als
wenn man sechs Semester für den Bachelor und drei bis vier Semester für
den Master in einem Stück absolvieren müsste“, erklärt Lichtinger. Möglich
wäre auch, die „Kinder-Uni Deggendorf“, in Kooperation mit der
Studienberatung und der Passauer Neue Presse, nach Spiegelau zu bringen. „Was
sind die Zugangsvoraussetzungen für einen Bachelor-Studiengang?“,
wollte Bürgermeister Josef Luksch wissen. Abitur oder Fachabitur,
Handwerksmeister oder Geselle mit einigen Jahren Praxis, antwortete der
Referent. Als weiteren Fahrplan legte der Gemeinderat fest, dass
sich noch vor der nächsten Gemeinderatssitzung am 6. Februar die
Fraktionsführer zusammensetzen und überlegen, welche Bereiche für
Spiegelau interessant sein könnten. So wurden schon
Qualitätsmanagement, Sicherheitsingenieur, Wertstoffkunde in
Zusammenarbeit mit der metallverarbeitenden Industrie genannt, das
Gesundheitswesen, Glasfachwirt und Touristikfachseminare. Und natürlich
sollte es oberstes Ziel sein, in Zukunft sogar einen eigenen
Studiengang in Spiegelau zu etablieren.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 20. Januar 2012 CSU Spiegelau startet erfolgreich ins Jahr 2012 Umfangreiches Jahresprogramm beschlossen - acht Neumitglieder im Jahr 2011 Spiegelau.
Der Ortsverband der CSU Spiegelau ist erfolgreich in das neue Jahr
gestartet. Bei der Sitzung der Ortsvorstandschaft stand neben dem
politischen Bericht dabei vor allem die Festlegung des Programms für
die kommenden zwölf Monate im Mittelpunkt, welches von der
Ortsvorstandschaft einstimmig verabschiedet wurde. Neben zahlreichen
Angeboten für die Mitglieder zu speziellen bundes-, landes- und
kommunalpolitischen Themen sollen im Rahmen von regelmäßigen
politischen Frühschoppen den Mitgliedern auch ausreichend Gelegenheit
zur Diskussion und Mitbestimmung gegeben werden. Daneben sind auch eine
Fahrt zum politischen Aschermittwoch nach Passau sowie ein gemeinsamer
Ausflug mit der Jungen Union (JU) geplant. In seinem politischen
Bericht ging CSU Ortsvorsitzender Karlheinz Roth zunächst auf die
aktuelle politische Kultur im Gemeinderat ein. Roth machte dabei
deutlich, dass die CSU-Fraktion den politischen Stil anderer
Fraktionen, die sich teilweise Rechtsanwälten bedienen und
Beleidigungen gegenüber Gemeinderatskollegen aussprechen, ausdrücklich
ablehne. In einer gemeinsamen Erklärung habe man deshalb im Gemeinderat
am 13. Dezember 2011 alle aufgefordert, zur gemeinsamen Sacharbeit
zurückzukehren und gleichzeitig das Angebot zu einer fairen,
sachorientierten Zusammenarbeit erneuert. In Zusammenhang mit der
Erschließung der Industriegebietserweiterung Oberkreuzberg-West dankte
Roth ausdrücklich Gemeinderat Alois Loibl, dem durch seinen Vorschlag
für eine Erschließungsträgerschaft neben einem günstigen Zinssatz auch
eine Kostenersparnis von ca. 30 Prozent im Vergleich zu den
ursprünglich geschätzten Gesamtkosten zu verdanken sei. Daneben sei es
in gemeinsamer Initiative mit dem Gemeinderat und Wirtschaftsreferenten
Kurt Hobelsberger gelungen, eine Verlegung der Erschließungsstraße zu
erreichen, wodurch sich die nutzbare Fläche im Industriegebiet deutlich
vergrößert habe. Außerdem konnten durch die Straßenverlegung
kostenintensive Erdausgleichmaßnahmen verhindert werden. In Sachen
Technologieanwenderzentrum (TAZ) Spiegelau hob Roth hervor, dass in den
nächsten Jahren in dem Projekt über zehn Millionen Euro in Spiegelau
investiert werden. Verglichen mit dem Eigenanteil der Gemeinde
Spiegelau in den nächsten fünf Jahren, entspreche dies einer Förderung
von über 90 Prozent. Entgegen aller gegenteiligen Stimmen in der
Öffentlichkeit, bewege sich der Neubau des TAZ zudem auch in dem
vorgegebenen Kostenrahmen. Im kommenden Jahr sollen die Neugestaltung
des Kreuzungsbereichs vor dem TAZ und die Gestaltung der Außenanlagen
erfolgen. Die Einweihung ist für Anfang März geplant. Zu der
Diskussion um einen Austritt aus dem Zweckverband der
Nationalparkgemeinden wies Roth darauf hin, dass sich die CSU-Fraktion
als einzige Fraktion geschlossen für einen Verbleib im Zweckverband
ausgesprochen habe. „Ein Austritt zum derzeitigen Zeitpunkt wäre das
völlig falsche politische Signal und ein absoluter Rückschritt für den
Tourismus im Ort“, so Roth. Vielmehr komme es für die Zukunft darauf
an, die Kräfte in der Region zu bündeln und für eine gemeinsame
Vermarktung der Region nach außen hin einzutreten. Für erheblichen
Diskussionsstoff hätten daneben auch mögliche Verbesserungsbeiträge für
den oberen Bereich der Schulstraße gesorgt. Auf entsprechende Forderung
der CSU-Fraktion im Gemeinderat werde nun eine nachträgliche
Maßnahmenbeschreibung angefordert, um endlich zu klären, ob und
gegebenenfalls inwieweit für die Maßnahme Verbesserungsbeiträge erhoben
werden können. Geschlossen abgelehnt habe man hingegen, wie von einem
anderen Gemeinderatskollegen gefordert, die Sache durch die Gerichte
klären zu lassen. „Hierdurch hätte man zahlreiche Bürgerinnen und
Bürger, nur weil die Sachlage nicht eindeutig geklärt ist,
möglicherweise unnötig in langwierige und kostenintensive
Rechtsstreitigkeiten verwickelt“, so Roth. Besonders erfreut war
Roth darüber, dass im abgelaufenen Jahr acht neue Mitglieder in den
CSU- Ortsverband aufgenommen werden konnten. „Dies zeigt, dass es mit
der Orts-CSU weiter aufwärts geht“, so der Ortsvorsitzende. „Auch in
die Junge Union sind dank des großen Engagements des
JU-Ortsvorsitzenden Florian Klante in den letzten Wochen neue
Mitglieder eingetreten“, so Roth weiter. Als äußeres Zeichen der
Anerkennung überreichte der Ortsvorsitzende allen Neumitgliedern ein Hufeisen als Glücksbringer für das neue Jahr. - kr
PNP Grafenauer Anzeiger vom 19. Januar 2012 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Weil
der Gemeinderat den Tagesordnungspunkt „Eingemeindungsantrag Bergkamm
Hochriegel, Geiersberg, Märzenberg“ nicht ausreichend vorbereitet fand
und Kartenmaterial fehlte, wurde er abgesetzt. Dieser Bergkamm und die
dazugehörigen Waldungen Richtung Althütte und Flanitzhütte mit einer
Fläche von 6,5 Millionen Quadratmeter ist bisher gemeindefreies Gebiet.
Der Bayerische Windatlas weist diesen Höhenrücken für mögliche
Windkraftanlagen aus. Der Wind sei ausreichend, die nächste
Wohnbebauung über einen Kilometer entfernt und die Erschließung über
die bestehende Forststraße möglich. Durch die Eingemeindung fließe die
durch Windenergie entstehende Gewerbesteuer Spiegelau zu, ebenso die
Grundsteuer, die der Freistaat Bayern zahlen müsse. Im Gegenzug müsse
sich die Gemeinde um den Unterhalt der Forststraßen in dieser Region
kümmern. Fürs
neue Jahr im Gemeinderat wünschte sich Günther Nama besser vorbereitete
Sitzungen und einen festen Termin, zumindest für die monatliche
Hauptsitzung, zum Beispiel jeden ersten Montag im Monat. „Wir schieben,
schieben und schieben und brauchen zu viele Sitzungen“, mahnte er mehr
Sitzungsdisziplin an. Erhard Wawrzek wollte die Terminfestlegung als
Antrag in die Dringlichkeit aufnehmen lassen. Aber so stark pressierte
es der Mehrheit des Gemeindegremiums dann doch nicht. Der Antrag wird
jetzt in der nächsten Sitzung behandelt. Kurt
Hobelsberger fragte bei Bürgermeister Josef Luksch und der Verwaltung
nach, ob es schon einen Bewerber für den Naturbad-Kiosk gebe („Nein“),
ob Radsport Hüsemann künftig den E-Bike-Verleih übernehme („Ja“) und ob
die Genehmigungsunterlagen für die Solaranlage bereits an Max Hilz
geschickt worden seien („Ja“). Um
eine rechtliche Angelegenheit ging es in einem Punkt, der nachträglich
in den öffentlichen Sitzungsteil aufgenommen worden war. Luksch
berichtete, dass Franz Süß gegen den gemeindlichen Wasserrechtsbescheid
Widerspruch eingelegt und vor dem Verwaltungsgericht Regensburg Recht
bekommen habe. So dürfe die
Grundgebühr nicht höher als die Verbrauchsgebühr sein und das
Verhältnis Großverbraucher/Kleinverbraucher müsse stimmen. „Eine nach
dem Verbrauch gestaffelte Grundgebühr wäre richtig gewesen“, erkannte
der Bürgermeister. Aber das sei EDV-technisch nicht möglich gewesen.
Auf Anraten ihrer Rechtsanwälte hatte die Gemeinde Antrag auf Zulassung
der Berufung beim Verwaltungsgericht Regensburg gestellt. Luksch schlug
vor, diesen Antrag bis zum Ergebnis aus der Globalberechnung, die
derzeit erstellt werde, weiterlaufen zu lassen. - ul
Die Neuen werden vereidigt Spiegelau.
Bei der Gemeinderatssitzung am 23. Januar, 18 Uhr, in der Touristinfo
stehen die Vereidigung der nachrückenden Gemeinderatsmitglieder, die
Wahl eines weiteren Bürgermeisters, die Bestellung von Stiftungsräten
sowie die Besetzung der Ausschüsse auf der Tagesordnung. Weitere
Diskussionspunkte sind unter anderem auch der Neubau eines
Leichenhauses am alten Friedhof. - red
Der Schlauch bleibt weiter ein Thema Gemeinde Spiegelau fasst keinen Entschluss Spiegelau. Der Kauf einer Schlauchpflegeanlage wird Spiegelau weiter beschäftigen. Nach
dem Haushaltskonsolidierungskonzept hat die Gemeinde vor, eine
gemeinsame Schlauchpflegeanlage für mindestens die drei Ortsfeuerwehren
und eventuell für Nachbargemeinden zu kaufen. Diese gemeinsame
Einrichtung wird von der Regierung von Niederbayern mit 16 500 Euro
gefördert, aber nur, wenn der Antrag bis 2014 gestellt ist. Und da
fürchtet Gemeinderat Kurt Hobelsberger, dass sich in den zwei Jahren zu
wenig tun wird. „Schon vor einem Jahr wurden Gespräche mit den
Feuerwehrkommandanten geführt, die haben ihre Hausaufgaben gemacht.
Aber von der Gemeinde her ist nichts geschehen. Es wurden keine
Angebote eingeholt oder mit Nachbarbürgermeister Helmut Vogl
gesprochen“, klagt er. „Wir haben bisher auch nicht beschlossen, dass
wir die Anlage kaufen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen“, konterte
Bürgermeister Josef Luksch. Karlheinz Roth führte an, dass der Punkt
schon drei Mal auf der Tagesordnung gestanden sei, aber niemals
behandelt worden wäre. Günter Schmid wollte wissen, warum immer
Spiegelau den Vorreiter machen müsse, obwohl es doch ganz andere Sachen
zu schultern gäbe. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. - ul
Schwierige Suche nach den Nachrückern Spiegelau: Nach Ausscheiden von Wanninger und Hinterberger: Frank kommt nicht Von Ursula Langesee Spiegelau.
Mit jeweils zehn zu vier Stimmen hat der Gemeinderat den
Amtsniederlegungen von Gemeinderat Josef Wanninger und 3. Bürgermeister
Peter Hinterberger - beide von den Freien Wählern - zugestimmt. Durch
die Anerkennung und den Vollzug durch 1. Bürgermeister Josef Luksch
erloschen die Ehrenämter und damit auch die abgeleiteten Ämter, so das
Amt eines Stiftungsrates, wie bei Wanninger, und das des 3.
Bürgermeisters und Stiftungsrates, wie bei Hinterberger. Wie
berichtet, hatte Josef Wanninger mit Schreiben vom 8. Dezember erklärt,
dass er auf Grund verschiedener Vorkommnisse, ins besondere durch ein
Rechtsanwaltschreiben, keine Basis mehr für eine vertrauensvolle
Zusammenarbeit im Gemeinderat sehe und gebeten, ihn von seinem Amt zu
entbinden. Ebenso argumentierte Peter Hinterberger in seinem Schreiben
vom 13. Dezember. Bürgermeister Luksch hatte angekündigt, als die
Rücktritte bekannt wurden, noch einmal das Gespräch mit beiden zu
suchen. Das ist aber nicht geschehen. Auf die Frage von Gemeinderat
Karlheinz Roth hin, warum dies unterblieben sei, sagte Luksch, er habe
den Eindruck gewonnen, dass keine Meinungsänderung mehr möglich sei.
Gleichzeitig bedauerte er gerade die Amtsniederlegung von Peter
Hinterberger, seinem zweiten Stellvertreter. Er finde es „sehr schade“,
zumal man das letzte halbe, dreiviertel Jahr wieder gut
zusammengearbeitet habe. „Ich bin ihm dankbar für plötzliche
Vertretungen, wenn ich terminlich verhindert war.“ Wie geht es jetzt
weiter? Nach Auskunft von Geschäftsleiter Josef Schreiner werden die
FW-Listennachrücker von Wanninger und Hinterberger gefragt, ob sie,
fast vier Jahre nach der letzten Kommunalwahl, das Gemeinderatsmandat
annehmen würden. Der erste Nachrücker, Harald Frank, der bereits von
2002 bis 2008 für die Freien Wähler im Gemeinderat saß, hat gegenüber
der PNP bestätigt, dass er aus „zeitlichen Gründen“ das Mandat nicht
annehmen könne. Nun sind Kveta Liebl und Martin Gaisbauer im Gespräch. Bei
der nächsten Sitzung am kommenden Montag, werden die Namen der
Nachrücker bekannt gegeben. Dann muss der Gemeinderat auch darüber
entscheiden, ob er überhaupt wieder einen 3. Bürgermeister wählt, oder
es beim 1. und 2. Bürgermeister belässt.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 17. Januar 2012 Ideenschmiede
soll Bayerwald-Glas wieder zukunftsfähig
machen Technologieanwenderzentrum
Spiegelau als jüngste Ausgründung der FH Deggendorf hat großen Rückhalt
in der Bevölkerung - Teil IV der PNP-Serie - von Sabine Süß Spiegelau.
Um qualifizierte Arbeitsplätze zu erhalten oder neue zu schaffen, hat
die „Hochschule für Angewandte Wissenschaften Deggendorf“ in Ostbayern
mehrere Technologiecampi (TC) gegründet. Die in Freyung, Teisnach und
Cham hat die PNP bereits vorgestellt, heute folgt Spiegelau. Derzeit
herrscht Umzugsstress - und die Eröffnung Ende Februar will geplant
werden. Dennoch ist das neue Technologieanwenderzentrum (TAZ) Spiegelau
bereits jetzt bei Unternehmen beliebter Ansprechpartner, wenn es um
Glasforschung geht. Als „Ableger“ des Teisnacher TC, wie es der
ehemalige Hochschul-Präsident Prof. Reinhard Höpfl nennt: „Hier wird
neues Material im Glasbereich erforscht.“ Acht Büros sind
bezugsfertig, „sie werden erst im Laufe des nächsten Jahres komplett
belegt“, erklärt TAZ-Leiter Michael Fuchs. Vier Labore werden mit
gefilterter und temperaturkonstanter Luft versorgt. Damit bei Messungen
mit hochempfindlichen Geräten Störungen wie Vibrationen die Ergebnisse
nicht beeinträchtigen, sind alle Böden mechanisch von den Wänden
entkoppelt. Im nicht komplett ausgebauten zweiten Geschoss stehen
weitere Büros für 20 Mitarbeiter zur Verfügung, die Anlage erstreckt
sich über 2300 qm. Aktuell arbeiten fünf Mitarbeiter in Spiegelau.
Einer der Forschungsschwerpunkte liegt auf Präzisions-Blank-Pressen von
optischen Substraten. „Wir forschen zur Entwicklung extrem genauer
Glaslinsen für die Lasertechnik, wie sie etwa in der Medizin- oder
Messtechnik eingesetzt werden“, so Fuchs. Weiterer
Forschungsschwerpunkt sei Schmelzen sowie Be- und Verarbeiten von Glas.
„Momentan wird eine Glasschmelzhalle gebaut, in der mit speziellen
Schmelzwannen neue Glassorten entwickelt werden.“ Daneben steht
Umweltschutz ganz oben auf der Prioritätenliste: So wird an einer
Optimierung des Energiebedarfs beim Aufschmelzen des Glasrohstoffs
gearbeitet. „Für aktuelle Anfragen, die auch außerhalb einer üblichen
Problemstellung angesiedelt sind, sind wir bestens gerüstet“, sagt
Fuchs. Anders als die TC Freyung, Teisnach und Cham ist Spiegelau
nicht nur wichtiger Partner der Hochschule Deggendorf, sondern arbeitet
eng mit der Universität Bayreuth als Kooperationspartner zusammen. Seit
Januar koordiniert ein Erstsemester-Student des Masterstudiengangs die
Zusammenarbeit. Der Bereich Vorlesungen und Ausbildung für Studenten,
Praktikanten und Doktoranden wird erst heuer konkretisiert. Auf das
Entstandene ist Michael Fuchs sehr stolz. „Für die Zukunft wünsche ich
mir, dass sich die Komplettierung des Gebäudekomplexes weiter so rasch
und unfallfrei entwickelt, und dass wir mit Partnern wie der Firma
Füller Glastechnologie aus Oberkreuzberg (vertreten durch Alexandra
Füller) und der Uni Bayreuth (vertreten durch Prof. Monica
Willert-Porada) auch künftig so vertrauensvoll und erfolgreich
arbeiten.“ Besonders wichtig sei ihm, dass die hochmotivierten
Mitarbeiter komplexe Aufgaben absolut professionell lösen. Er ist
sicher: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dem großen Vertrauen,
welches der Landkreis Freyung-Grafenau und die Gemeinde Spiegelau in
uns gesetzt haben, gerecht werden.“
FÖRDERVEREIN DES TAZ SPIEGELAU - DAS SAGEN DIE MITGLIEDER Unterstützung erhalten die Mitarbeiter des TAZ von einem eigenen Förderverein. Er beschafft nicht
nur Mittel für die Förderung von Wissenschaft und Technik, sondern auch
für die Studentenhilfe. Vorsitzender ist Organisationsberater Karlheinz
Roth (31): „Ich engagiere mich im Förderverein, weil ich mit all meinen
Kräften dazu beitragen möchte, dass das TAZ Spiegelau zum
Erfolgsprojekt wird.“ Er sieht darin eine Zukunftschance für die
Gemeinde. Und die soll umfassend über die Arbeit des TAZ informiert
werden - durch den Verein. „Wir haben zum Beispiel eine Infofahrt zum
TC Teisnach organisiert sowie einen Infoabend mit TAZ-Leiter Michael
Fuchs“, sagt Roth. Auch Seminare, Fort- und Weiterbildungen sollen das
Interesse der Bevölkerung wecken. Und so haben sich die Mitglieder im
Weiterbildungszentrum „dimt“ der Hochschule Deggendorf informiert. „Wir
sind unter den Fördervereinen der TC der jüngste, der mit dem teuersten
Beitrag, aber den meisten Mitgliedern“, sagt Roth. 94 Mitglieder sind
seit der Gründung im vergangenen Jahr eingetreten. „Das ist für mich
ein Zeichen, dass das TAZ gut angenommen wird.“ Um die Möglichkeiten
des TAZ noch zu erweitern, fördert der Verein Netzwerke in der Region.
Er übernahm etwa die Schirmherrschaft für den Wettbewerb „Schönstes
Spiegelauer Glas“. Auch Vize-Vorsitzende Elke Proßer-Greß sieht im
TAZ Spiegelau „die“ entscheidende Chance, den Ort zu entwickeln und die
Weichen für die Zukunft zu stellen. „Die Idee von Prof. Sperber hat
mich von Anfang an begeistert. Mit Klaus Büchler ist auch ein
praktischer Anwender Mitglied: Der Hohlglasfeinschleifermeister
engagiert sich, weil er es wichtig findet, dass die Gemeinde Spiegelau
mit dem TAZ eine Zukunft für die Jugend bietet. „Das
Technologieanwenderzentrum ist für mich die Gewähr, dass der Begriff
Glas, der mit Spiegelau über Jahrhunderte verbunden war, weiterhin
positiv erhalten bleibt.“ - sas
DER BÜRGERMEISTER Bürgermeister Luksch: „Glas als Zukunft“ Dieses
TAZ eröffnet der Gemeinde Spiegelau und der ganzen Region die
Möglichkeit, hochqualifizierte Arbeitsplätze anzubieten und
anzusiedeln. In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde ein größeres
Gewerbe- und Industriegebiet erschlossen. Das TAZ bietet Gemeinde und
Region zudem die Möglichkeit, der Lethargie zu entfliehen, die nach der
Schließung der Glasfabriken entstanden ist. Ich sehe auch den großen
Vorteil, dass durch das breite Bildungsangebot der Hochschule
Deggendorf Hochschul- und Weiterbildung für bestimmte Erwerbs- und
Berufszweige ermöglicht wird. Durch die enge Zusammenarbeit mit der
Universität Bayreuth erreichen unsere Gemeinde und unsere Region
höheren Bekanntheitsgrad und davon profitieren Wirtschaftszweige wie
Catering, Beherbergung, aber auch Maschinen- und Metallbau, Mechatronik
und EDV. Nachdem sich das TAZ Spiegelau hauptsächlich um
Glastechnologie kümmert, sehe ich persönlich die Chance, dass die
Glasherstellung und Glasbearbeitung die über Jahrhunderte unsere
Geschichte war, nun auch unsere Zukunft sein kann.“ Josef Luksch (49) ist seit 1996 Bürgermeister von Spiegelau.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. Dezember 2011 Start-Schuss im TAZ Spiegelau Erster Workshop im Technologieanwenderzentrum Spiegelau Spiegelau.
Im winterlich verschneiten Bayerischen Wald herrscht große Aktivität:
das Kooperationsvorhaben Technologieanwenderzentrum Heiße
Glastechnologie in Spiegelau, abgekürzt TAZ, das gemeinsam von der
Hochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth wissenschaftlich
betreut wird, hat im gerade fertig gestellten Büro- und Laborgebäude
seinen Forschungsbetrieb aufgenommen. Die offizielle Einweihung des
Technologiezentrums wird zu Beginn des nächsten Jahres erfolgen, die
Werbung um Studierende der Hochschule Deggendorf und der Universität
Bayreuth, sich der Glastechnologie zuzuwenden und Abschlussarbeiten
oder Promotionen auf diesem Gebiet anzustreben, muss sich aber am
akademischen Jahr orientieren und daher noch im laufenden
Wintersemester 2011/2012 beginnen. Mit der Einrichtung des TAZ wird
eine traditionsreiche Glasregion belebt, in der zahlreiche
Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Durch Schaffung eines attraktiven
Forschungs- und Technologie-Entwicklungsumfeldes soll diese Region auch
wieder zum Anziehungspunkt für junge Menschen und neue Unternehmen
werden. Der erste TAZ-Workshop hat diese Anziehungskraft bereits
gezeigt: Wissenschaftler und Doktoranden der Uni Bayreuth unter Leitung
von Prof. Dr. Monika Willert-Porada und Professoren, Mitarbeiter und
Studierende der Hochschule Deggendorf unter Leitung von Prof. Christine
Wünsche und Prof. Rolf Rascher, aber auch Firmenvertreter aus der
Region kamen zu einer wissenschaftlichen Vortragsreihe mit
anschließenden Diskussion zusammen. Insgesamt waren es 29 Teilnehmer,
die sich lebhaft einbrachten und sich bei dieser Gelegenheit auch
kennenlernten. Nach der Begrüßung durch Spiegelauer Bürgermeister
Josef Luksch und den TAZ-Geschäftsführer wurde es „heiß“:
Glasschmelztechnologie“, Formgebung aus der Schmelze, Herstellung von
Glaskugeln und -Flakes, Produktionsintegrierter Umweltschutz in der
Glasindustrie waren die Themen der Fachvorträge. In der Mittagspause
erklärten Laboringenieur Alois Kasberger und Werkmeister Egon Goldmann
die Präzisionsblankpressmaschine. Christian Wistl erläuterte, was es
mit dem Shack-Hartmann Wellenfrontsensor auf sich hat. Ziel des
Workshops ist es, gemeinsame Projekte zu generieren und die Kompetenzen
der bereits in weiteren Technologiezentren verfügbaren optischen
Technologie mit der neuen Einrichtung im TAZ zu verknüpfen. Diese
Veranstaltungen sollen in Zukunft regelmäßig vierteljährlich
stattfinden. Die Themen des nächsten Workshops sind entlang der
Prozesskette auf die Füge- und Trennverfahren, die Messtechnik, die
Glasentwicklung und die Prozesssimulation ausgerichtet. Weitere Themen
sind u. a. Beschichtungstechnologie, Presstechnik,
Präzisionsblankpressen. Neben dem zunächst eher an wissenschaftlich
interessierten Teilnehmern ausgerichtetem Workshop wird das TAZ auch
zahlreiche Veranstaltungen mit Beteiligung von Firmen durchführen, um
aktuelle F&E Themen mit regionaler und überregionaler Bedeutung zu
Identifizieren und mit der am TAZ vorhandenen Ausstattung
Projektarbeiten zu initiieren. - pnp
PNP Grafenauer Anzeiger vom 19. Dezember 2011 Spiegelau bleibt vorerst beim NP-Zweckverband - Gemeinderäte wollen erst die Haushaltszahlen sehen / Von Hermann Haydn Spiegelau.
Unentschieden bleibt vorerst die Frage, ob die Gemeinde aus dem
Zweckverband der Nationalparkgemeinden aussteigen soll. Ein
Beschluss einer vorhergehenden Sitzung dafür wurde wegen Formfehlern
von der Rechtsaufsicht gekippt. Hier ergab sich bei der jüngsten
Sitzung für die Gemeinderäte nochmals das Problem, dass man die Frage
nach höheren Beteiligungskosten nach dem Ausstieg von Grafenau und
Freyung derzeit noch gar nicht stellen könne. Ein Haushalt liegt nicht
vor. Bürgermeister Josef Luksch bekräftigte nochmals seine Position,
dass sich Tourismusstrukturen stärker von der Politik abkoppeln
müssten, dass der Neustrukturierungsprozess mit dem Zwieseler Winkel
von neutralerer Stelle angegangen werden sollte und dass man nicht die
bisher starren Konstrukte weiter zementieren dürfe. Es gebe aber
auch die Befürchtung, dass eine „Hardliner-Meinung“ im Zweckverband
entstehe, dass nur noch die dabei sein könnten, die auch dabei bleiben
wollten. Das könnte aber zu großen Problemen führen, wenn es um die
Zukunft von gemeinsamen Gästekarten gehe. Karlheinz Roth führte dazu
auch an, dass man sich durch ein schwerwiegendes Signal zur
Neustrukturierung sich jetzt nicht selbst schwächen solle. Man könne
den Beschluss solange zurück stellen, bis man wenigstens wisse, wie der
Haushalt aussehe. Ernst Ertl kritisierte, dass er entscheiden solle, ohne Fakten zu kennen. Luksch
betonte aber: Wenn man jetzt dabei bleibe, sei der Einfluss der Kommune
gering, darauf Einfluss zu nehmen, wie es mit der Umlage später
aussehe. Spiegelau müsse damit rechnen, doch bis zu 10 000 Euro mehr
einzahlen zu müssen. Elke Proßer-Greß nannte es schlecht vermittelbar,
wenn bei eingeschlagenem Konsolidierungsweg dann doch wieder mehr Geld
aufgebracht werden müsste. Deshalb würde sie auch für den Ausstieg
stimmen. Kurt Hobelsberger gab zu bedenken: Wenn Spiegelau raus
ginge, müsste vielleicht vor Ort dafür wieder mehr Arbeit geleistet
werden. Und das koste schließlich auch. Mehrheitlich akzeptiert
wurde schließlich, den Ausstieg zu vertagen, auf einen kleinen
Zweckverbandshaushalt zu drängen und zu warten, bis neue Konzepte
spruchreif sind. Eine Entlastung auf Raten gab es zur Jahresrechnung
für das Haushaltsjahr 2010. Erhard Wawrzek berichtete über die Arbeit
des Rechnungsprüfungsausschusses. Bis auf zwei Punkte konnte nach
einstimmiger Feststellung auch ein Entlastungsbeschluss vorgenommen
werden. Es fehlen nun noch eine Prüfung zu einer Brückenbaumaßnahme im
Kurpark und die Frage nach der korrekten Weiterleitung von
Umlageeinnahmen an den Zweckverband Klärwerk. Wawrzek nahm die
Prüfungsergebnisse zum Anlass, auf problematische Stellen im
Haushaltsgeschehen hinzuweisen. So nahmen die Kasseneinnahmereste
weiter deutlich zu. Von 697 000 Euro nicht eingetriebener Forderungen
im Jahr 2006 hat sich das Loch in der Kasse 2010 mit 1,278 Millionen
Euro fast verdoppelt. Zwar habe es zum Jahreswechsel eine größere
Umlageberechnung gegeben, wozu mit etwa 250 000 Euro an Einnahmen zu
rechnen sei, so Luksch, dennoch müsse man, so Wawrzek, den Ernst der
Lage erkennen und konsequenter mit säumigen Zahlern verfahren. Ein
entsprechendes Vorgehen sei eigentlich schon einmal beschlossen worden.
Es solle wieder intensiv das Gespräch mit den Hauptschuldnern gesucht
werden. Auch die Defizitrechnung zum Naturfreibad machte ihm Sorgen.
Nach zwei moderateren Jahren mit 32 900 Euro 2008 und 53 000 Euro 2009
sei letztes Jahr das Defizit mit Abschreibung und Verzinsung auf 125
000 Euro hoch geschnellt. Hingewiesen wurde zudem, dass die Bugwelle
an angestauten Urlaubsansprüchen und Überstunden in Bauhof und
Verwaltung weiter im Auge behalten werden müsse. Der Schuldenstand der
Kommune betrug zum 31.12.2010 4,427 Millionen Euro. In die
Zielgerade gehen die Beratungen zu einem Solarpark auf dem Gelände der
ehemaligen Hackingersäge. Hier wurden noch geringe Einwendungen und
Anregungen eingearbeitet, etwa dass das Gelände dadurch weiter nicht
als saniert oder altlastenfrei betrachtet werden könne, weil es einen
geänderten Flächennutzungsplan und Bebauungsplan gebe. Die Verwaltung
kann die weiteren Verfahrensschritte einleiten. In die öffentlichen
Beratungen wurden drei weitere Punkte auf Antrag der CSU-Fraktion
geholt. Die Gemeinde wird ermächtigt, nach dem günstigsten Bieter für
einen Kredit nach der Haushaltssatzung zu suchen, um die Kasse „flüssig
zu halten“. Bisher war das nicht nötig gewesen, weil das laufende Konto
der Kommune ohnehin gedeckt war, so Josef Luksch. Die TAZ-GmbH hatte
um eine Abschlagzahlung auf die kommunal zugesagten 150 000 Euro
angefragt. 102 500 Euro sollen überwiesen werden. Die überörtliche
Rechnungsprüfung hatte stattgefunden, so die Information des
Bürgermeisters. Gut 8000 Euro kostet das die Gemeinde außerplanmäßig
und musste deshalb auch abgesegnet werden.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 15. Dezember 2011 Adventsbesuch im Rosenium Grund- und Mittelschüler bereiten Senioren Freude Spiegelau.
Inzwischen ist es schon gute Tradition geworden: Im Advent besuchen die
evangelischen Schülerinnen und Schüler der 5. bis 9. Klassen der
Paul-Friedl-Mittelschule mit Diakonin Gabi Neumann-Beiler das Rosenium
in Spiegelau. Die Geschichte vom Weihnachtsengel berichtete von
Weihnachtsfreude und Sorgen, die man Jesus übergeben kann. Ein Gedicht
sprach von den Kerzen mit den Namen „Friede“, „Glaube“, „Liebe“ und
„Hoffnung“. Die Kinder trugen Adventslieder vor, bei denen alle
mitsingen konnten, wie „Wir sagen Euch an den lieben Advent“. Jeder von
den alten Menschen bekam dann noch einen von den evangelischen Kindern
der Grundschule Spiegelau selbst gebastelten Weihnachtsengel und freute
sich sehr darüber. Für alle war es wieder ein schönes Erlebnis. So
kann Religionsunterricht auch vermitteln, wie freudiges tätiges
Christentum ganz praktisch aussehen kann. Und alle, besonders die
Kinder, hatten ihre große Freude daran. - hb
Spiegelau verliert seinen dritten Bürgermeister Nach Josef Wanninger legt auch Peter Hinterberger von den Freien Wählern sein Mandat nieder Von Hermann Haydn Spiegelau.
Sein Fraktionskollege Josef Wanninger war zur Sitzung am Dienstag gar
nicht mehr gekommen. Peter Hinterberger (FW) trat zwar noch an, aber
nur noch, um eine persönliche Erklärung abzugeben und anschließend den
Sitzungssaal zu verlassen. Damit verliert Spiegelau in einer Woche zwei
Gemeinderäte und den dritten Bürgermeister. Hintergrund für Peter
Hinterberger: Es gehe ihm in letzter Zeit nicht mehr gut. Er habe
Sachen erlebt, die ihn am Sinn seines politischen Engagements für
Bürger und Gemeinde zweifeln lassen. Die Vorgänge rund um den
„Bürgermeisterbrief“ zu einem umstrittenen Artikel von Erhard Wawrzek
im „Glasmacher“ („Ich hatte weder über den Inhalt noch von einer
Veröffentlichung des Artikels Kenntnis“) gehörten ebenso dazu wie
andere Dinge. Dass ihm als 3. Bürgermeister die Schlüssel des Rathauses
abgenommen wurden, dass die Kommunikation nicht mehr gestimmt habe, und
verschiedene andere Punkte im Verhältnis zu Bürgermeister Josef Luksch
hatten sich bei Hinterberger so angestaut, dass er keine Möglichkeit
mehr sah, als Gemeinderat weiter zu machen. Er legte einen Antrag
schriftlich vor, das Amt niederlegen zu wollen und verließ das Gremium.
Bürgermeister Luksch verlas darauf seine Stellungnahme. Das
Ratsgremium reagierte mit dem Appell, doch gemeinsam wieder zu
konstruktiver Zusammenarbeit zurück kehren zu wollen, statt
Negativschlagzeilen zu produzieren. Allerdings verlas Karlheinz Roth,
Fraktionssprecher der CSU, eine Stellungnahme, dass ihn die Entwicklung
des gegenseitigen Umgangs mit persönlichen Auseinandersetzungen und
Rechtsanwaltsbriefen bestürzt und betroffen mache. Daneben bleibe zu
wenig Zeit, sich um die wirklichen Kernfragen zu kümmern. Die
Außendarstellung der Gemeinde sei katastrophal, es fehle an
gegenseitigem Respekt und Konflikte würden vor sachliche Diskussion
gestellt. Die CSU-Fraktion sehe sich da in keiner oppositionellen
Funktion (wie in einem Kommentar im Grafenauer Anzeiger dargestellt),
sondern habe auch bei schwierigen Entscheidungen konstruktiv
mitgewirkt. Das biete die Fraktion auch weiter an. Er appellierte, zu
einem menschlichen Niveau zurück zu kommen, wie es unter Erwachsenen
üblich sei. Man müsse sich der Verantwortung bewusst sein, welche
Wirkung man in der Öffentlichkeit habe. Bürgermeister Josef Luksch
gab zu, dass auch er nicht ganz unbeteiligt gewesen sei. Aber auch für
ihn gebe es eben Grenzen, was er noch schlucken könne und wo er noch
zurück stecken könne. Er betonte aber auch: „Die Spitze habe ich nicht
hervorgerufen.“ Ernst Ertl (SPD) störte, dass die Schuld immer bei
anderen gesucht werde. Es sei auch Sache der FW-Fraktion, sich da nach
Ursachen zu fragen. Erhard Wawrzek betonte, dass es eben Dinge zu
klären gäbe, die nicht geklärt seien. Er fühlte sich da auch von der
Rechtsaufsicht etwas im Stich gelassen. Er wolle aber auch nichts
zurück nehmen, wofür er die Verantwortung als Autor übernehme, bis die
Klärung dann für die nötige Information sorge. Sein Artikel sei ja auch
wiederum die Erwiderung auf einen Text des Bürgermeisters gewesen, den
er so auch nicht unkommentiert habe stehen lassen können. Elke
Proßer-Greß meinte, Spiegelau sei ja auch nicht nur das, was in der
Zeitung stehe. Immerhin habe man es geschafft, auch in schwierigen
Zeiten die Verschuldung erträglich zu halten, das TAZ auf den Weg zu
bringen und ein Beschilderungskonzept zu erreichen. Sie habe auch gute
Zusammenarbeit erlebt. Was nun passiert sei, störe sie aber auch. Es
sei aber schade, dass jetzt jeder mit dem Finger zeige. Ein gutes
Miteinander sei nötig und man dürfe auch nicht vor jeder Verantwortung
davon laufen. Verständnis habe sie aber, dass Hinterberger
gesundheitliche Aspekte anführe. Günter Schmid kritisierte, Wawrzek
hätte nicht ohne Wissen der Fraktion Zahlen veröffentlichen dürfen, die
so auch nicht bestätigt seien. Er hätte so andere in eine Verantwortung
gedrängt, für die eigentlich er hätte stehen müssen. Man dürfe nicht
immer einfach nur draufhauen, sondern alle drei Fraktionen müssten
zusammenhelfen. Darauf gab es von Bürgermeister Luksch für jeden
verbliebenen Rat die Hand gereicht, die auch angenommen wurde. Man
solle „den Schmarrn vergessen“, meinte er und er wolle auch mit
Wanninger und Hinterberger noch einmal das Gespräch suchen. Die
anschließenden Beratungen verliefen ruhig und sachlich.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 10. Dezember 2011 Austritt aus einem „Kasperltheater“ Spiegelauer FW-Gemeinderat Wanninger legt Amt nieder - Keine Basis mehr für Zusammenarbeit Von Hermann Haydn und Andreas Nigl Spiegelau.
Neues aus dem Spiegelauer Gemeinderat. Josef Wanninger (FW) will sein
Amt niederlegen. Grund: Er sehe keine Basis mehr für eine
vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Aufgrund verschiedener
Vorkommnisse, insbesondere zuletzt durch das Schreiben von Rechtsanwalt
Greß vom 6.Dezember, sehe ich keine Basis mehr für eine vertrauensvolle
Zusammenarbeit im Gemeinderat Spiegelau und lege mein Amt als
Gemeinderat nieder. Ich bitte dies als Antrag in die Tagesordnung der
nächsten Gemeinderatssitzung aufzunehmen und mich von meinem Amt zu
entbinden. Im oben genannten Schreiben, das im Auftrag von Herrn
Bürgermeister Luksch erfolgte, werde ich unter Androhung „gerichtlicher
Schritte“ aufgefordert, mich von Aussagen eines Artikels im Glasmacher
(Mitteilungsblatt des Gewerbevereins: Anmerkung der Redaktion) zu
distanzieren. Ich möchte dazu feststellen, das ich den Artikel bis
heute weder kenne, geschweige denn an der Ausarbeitung beteiligt war.
Inhaltlich werde ich zu den Aussagen keinerlei Äußerungen machen, da
der Vorgang mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderates Spiegelaus
bereits im Frühjahr 2011 der Rechtsaufsicht zur Würdigung vorgelegt
wurde. Solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist, kommentiere ich
das weder in die eine noch andere Richtung. „Wäre es Herrn
Bürgermeister Luksch um die Aufklärung des Sachverhaltes gegangen und
Missverständnisse auszuräumen, wäre die Woche zweimal Gelegenheit
bestanden, mich darauf anzusprechen: Wir trafen uns am 5. Dezember im
Rathaus und am 6.Dezember rief er mich wegen eines gemeinsamen Termins
in Nürnberg an. Jedesmal wurde der Artikel im Glasmacher nicht im
geringsten erwähnt und ich in keinem Ton darauf angesprochen.
Stattdessen wurden mir zeitgleich gerichtliche Schritte durch
Rechtsanwalt Greß angedroht. Dieses Verhalten ist für mich der
Schlusspunkt eines seit Monaten andauerndem „Kasperltheater“ im
Gemeinderat Spiegelau (eindrucksvoll dokumentiert durch zahlreiche
Presseartikel), das den Eindruck erwecken könnte, es gäbe sonst keine
Probleme. Für eine weitere konstruktive Mitarbeit in diesem Gremium
sehe ich keine Basis mehr. Bürgermeister Josef Luksch sprach auf
Anfrage des Grafenauer Anzeigers davon, dass er sich gegen unwahre
Behauptungen in dem „Glasmacher-Artikel“ wehren müsse. Den Brief seines
Rechtsanwaltes hätten alle FW-Fraktionsmitglieder bekommen. Es sei
nicht richtig, dass, wie im Glasmacher behauptet, er in den Jahren 2008
und 2009 insgesamt zirca 195 000 Euro ohne Beschluss des Gemeinderates
ausgegeben hätte. „Im Januar gab es einen Gemeinderats-Beschluss über
125 000 Euro (Kanal und Teerarbeiten). Die restliche Summe sei
Gegenstand einer gegen ihn vorliegenden Dienstaufsichtsbeschwerde beim
Landratsamt, die derzeit noch laufe. „Dazu kann ich nichts sagen“. Hauptproblem
der ganzen Sache sei, dass jemand im Namen seiner Fraktion einen
Artikel veröffentliche, der nicht jedem seiner Fraktionsmitglieder
bekannt gewesen sei, so Luksch weiter. Gemeinderat Wanninger führe aus,
dass es ihm (Luksch) nicht um die Aufklärung des Sachverhaltes gegangen
sei. „Aufgrund der Veröffentlichung im Glasmacher musste ich allerdings
davon ausgehen, dass dieser Artikel jedem Fraktionsmitglied bekannt
gewesen ist.“ Und wenn jemand behaupte, in aller Namen zu sprechen,
dann könne n diese ohne jedes Problem dieser Aussage widersprechen und
interne Konsequenzen ziehen. „Den Begriff des Kasperltheaters weise ich
für die Fraktion der SPD und Parteifreien Bürger vehement und
entschieden zurück. “ Der „Verantwortliche“ für den
Glasmacher-Artikel fand sich schnell. Erhard Wawrzek bestätigte auf
Anfrage, dass er als Vorsitzender der Freien Wähler in Spiegelau den
Text verfasst habe: „Da übernehme ich die Verantwortung.“ Allerdings
betont er auch: „Was da steht, ist nicht neu“. Schon zum
Rechnungsprüfungsbericht 2010 habe er Zahlen entsprechend vorgelegt. Er
werde nun nochmals mit seinen Unterlagen abgleichen, ob die Summen auch
so schon in öffentlicher Sitzung genannt waren. Dann würde er auch dazu
stehen, falls da Falsches behauptet worden sei. Seine Fraktionskollegen
nahm er zugleich in Schutz. Er habe den Artikel nicht als
Fraktionssprecher und so auch nicht mit deren Wissen geschrieben. Da
wisse doch jeder, wer was schreibt, sprang Karl-Heinz-Roth von der
CSU-Fraktion den FW-Ratskollegen zur Seite bei. Er könne nicht
verstehen, dass dann gleich so schwere Geschütze gegen einen
unberechtigten Generalverdacht aufgefahren werde. Die Lage sei so total
eskaliert. Er bedauert, dass Spiegelau so einen besonders besonnenen
und stets sachkundigen Rat zu verlieren drohe. Es sei auch das völlig
falsche Signal von Seiten des Bürgermeisters, wenn in ohnehin
schwieriger Diskussionslage mit solchen Wegen über das Ziel hinaus
geschossen werde. Es sei ein Zeichen dafür, wie vergiftet die Situation
in Spiegelau mittlerweile sei. „Ein Anruf hätte genügt,“ sagt Ludwig
Schopf von den Freien Wählern. Bisher hatte er den Eindruck, man hätte
immer über alles reden können. Nun sei sein Vertrauen auch massiv
erschüttert und er überlege auch, welche Konsequenzen er daraus ziehen
sollte. Selbst wenn er selbst nichts vom Artikel gewusst habe; die
Sachlage sei ja dennoch so, dass die Vorgänge veröffentlicht waren und
dass die Sache seit dem Frühjahr bei der Rechtsaufsicht liege, sich
dort aber bisher nichts getan habe. Dass auf die genannten Zahlen jetzt
so eine Reaktion folgte, fand er schon eine „grobe Geschichte“. „Das
ist nicht der feine Ton,“ sagt auch Peter Hinterberger von den Freien
Wählern, der dazu beitragen würde, im Gremium weiter gut miteinander
arbeiten zu können. Er sei drei mal zwischenzeitlich im Rathaus gewesen
und statt mit ihm zu reden, fand er im Briefkasten ein Schreiben des
Rechtsanwaltes. Hinterberger will auch am Dienstag zur Sitzung Stellung
beziehen. Ohne Nachspiel werde das aber sicher nicht abgehen, so seine
Überzeugung.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. November 2011 Schellack-Abend beschließt den Ökumenischen Herbst Hermann
Beiler stellt in Martin-Luther-Kirche von Nazis verfolgte Interpreten
der 20-er und 30-er Jahren vor - Kirchen als Kulturträger Spiegelau.
Der Schellack-Abend in der Martin-Luther-Kirche mit Hermann Beiler zum
Abschluss des Ökumenischen Herbstes in Spiegelau beschäftigte sich
diesmal mit einem eher ernsten Thema. Eine gute Woche nach dem
Jahrestag des Novemberpogroms 1938 lag der Schwerpunkt des Musikabends
bei den gedemütigten, in ihrer Existenz vernichteten, vertriebenen und
ermordeten Künstlern und Interpreten der 20er und 30er Jahre. Dabei kam
auch zur Sprache, welche Rolle die evangelische Kirche bei der
Judenverfolgung gespielt hatte und welche Bedeutung es hat, dass heute
die gleiche Kirche den Verfolgten zumindest für ihre Musik Raum bietet.
Dass es trotzdem oder vielleicht gerade deshalb zu einem
beeindruckenden Hörvergnügen wurde, ist dem großen Können geschuldet,
für das diese Künstler stehen. Mit ihren Stimmen, die wie immer auf
originalen Grammophonen der Zeit von Original-Schellackplatten
abgespielt wurden, wurden die Künstler wieder lebendig. Ganz anders als
bei digitalisierten alten Aufnahmen, wirkt hier die Tatsache, dass wir
die Künstler genau so hören, wie ihr Publikum sie damals gehört hat.
Stücke und Lieder von Hans Albers, Lale Andersen, Marlene Dietrich,
Musik von Dajos Bela, Emanuel Feuermann, den Comedian Harmonists, Max
Hansen, Fritzi Massary, Leo Monosson, Joseph Schmidt, Rosita Serrano
und Richard Tauber vermittelten einen Eindruck von der hohen Qualität
der damaligen Musik. Von „Ave Maria” über „Veronika, der Lenz ist da”
bis „Lilli Marlen” und „Ein Lied geht um die Welt” reichte das
Spektrum. Was hat jetzt diese Musikveranstaltung mit Ökumene zu tun?
Gerade bildende und darstellende Kunst, Musik und Literatur ist wie
kaum etwas anderes geeignet, mit Menschen über Gott und die Welt, auch
über die eigene christliche Lebensgestaltung ins Gespräch zu kommen.
Und die Kirchen sind ohne Zweifel starke Kulturträger. Dietrich
Bonhoeffer formulierte: „Kultur ist der Spielraum der Freiheit.“
Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabi Neumann-Beiler freuen sich über
den großen Erfolg des Ökumenischen Herbstes in Spiegelau. - hb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 15. November 2011 Die schönsten Stücke Spiegelauer Glasgeschichte Favoriten: Kugel-Freundschaftsbecher aus Rubinglas und Freundschaftskelch mit einem birnenförmigen Hohlstiel Von Martina Höf-Keim Spiegelau.
Eine Würdigung der traditionellen Glasmacherkunst und zugleich die
Verbundenheit mit Traditionen und dem Blick in die Zukunft - dafür
steht das neue Technologie und Anwenderzentrum der Glasindustrie in
Spiegelau. In diesem Sinne wurde der Wettbewerb um das schönste Stück
Glasgeschichte aus Spiegelau ins Leben gerufen. Zusammen mit dem
Förderverein des TAZ und der Firma Füller Glastechnologie aus Spiegelau
suchte man für die Gegend typische Exponate. Das Gewinnerstück soll in
einer Kleinauflage von 30 Stück reproduziert werden, um später an
Ehrengäste verschenkt zu werden. Eine kleine Ausstellung der fünf
schönsten Exponate wird nach der Eröffnung des neuen
Technologiezentrums im TAZ zu bewundern sein. Die vielen
Einreichungen von Bürgern aus der Umgebung des Glaszentrums Bayerischer
Wald standen einer hochkarätigen Jury zur Auswahl, die angesichts der
schönen Stücke nicht leicht fiel. Der Hauptpreis des Wettbewerbs ist
eine Reise in die Glasmacherwerkstätten in Murano bei Venedig. Der oder
die Gewinner/in muss sich noch bis zur offiziellen Eröffnung des TAZ
gedulden, bei der die Ehrung dann im Rahmen der Feierlichkeiten
stattfinden wird. Zunächst hatte die Jury also einen ersten Wahlgang
vor sich, um ein Stück zu ermitteln, das nicht nur die Glasgeschichte
in Spiegelau und Umgebung widerspiegeln sollte, aber auch für die
Neuauflage geeignet sein musste. Das hohe handwerkliche Niveau früherer
Glasmacherkunst machte die Wahl nicht einfach. Die Experten der Jury
waren der Leiter der Glasfachschule Zwiesel, Hans Wudy, Ulrich Roger
von der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft in Offenbach, der
ehemalige Werksleiter der Firma Nachtmann, Willy Steger, Georg Höltl
vom Glasmuseum in Passau und Karin Rühl vom Glasmuseum Frauenau, die
ihr Votum schon vorher abgegeben hatte, da sie nicht persönlich
anwesend sein konnte. Unter Leitung des Vorsitzenden des Fördervereins
des TAZ, Karlheinz Roth, kamen nach zahlreichen Fachgesprächen zwei
Exponate in die engere Wahl. Der Kugel-Freundschaftsbecher aus
Rubinglas und ein wunderschöner Freundschaftskelch mit einem
birnenförmigen Hohlstiel könnten das Rennen bis zur Eröffnungsfeier
noch unter sich entscheiden. Beide Stücke repräsentieren die
ausgeprägte Handwerkskunst der Glasmacher aus Spiegelau hervorragend.
Der Kelchpokal aus Rubinglas besitzt einen Innenüberfang mit
birnenförmigem Hohlstil, zwei Ringscheiben-Dekor und einen 10-teiligen
Flächenschliff. Auch bei seiner Erstherstellung wurde nur eine
Kleinserie von 30 Stück gefertigt. Gefertigt hat ihn 1985
Glasmachermeister Max Marik, geschliffen wurde er von
Glasschleifermeister Waldemar Seidl. Eingereicht wurden beide Stücke
von Christa Steger aus Riedlhütte. Gute Chancen haben auch die Gläser
von anderen Einreichern. Zur engeren Auswahl für den Sieger gehören
Alois Stadler aus Altschönau, Christine Fruth aus Spiegelau, Sylvia
Nodes aus Spiegelau und Theo Schönberger, der ebenfalls in Spiegelau
wohnt. Ihre eingereichten Stücke sind auf jeden Fall Teil der geplanten
Dauerausstellung im TAZ. So kunstfertig wurde früher schon mit Glas und
Farben gearbeitet, dass eine Reproduktion heute nicht einfach ist.
Daher ist auch die Machbarkeit ein Kriterium für das Siegerstück. Die
Glasmacherarbeit und Veredelung können heute nur noch einige
Facharbeiter umsetzen. Der Leiter der Glasfachschule Zwiesel
betonte, dass die Fertigung selbstverständlich von einer Firma im
Bayerischen Wald vorgenommen werde müsse. Die Fachschule biete
natürlich gerne Unterstützung mit Rat und Tat, denn in Zwiesel werden
begabte junge Leute in die Lage versetzt auch so komplizierte und
anspruchsvolle Glaskunstwerke zu erstellen, die mit billiger Massenware
ungefähr soviel gemeinsam haben wie ein Werbeplakat mit der Mona Lisa. Im
zweiten Wahlgang bestimmten die Fachleute der Jury fünf Gruppen von
Exponaten, die in Zukunft das TAZ verschönern werden und allen
Besuchern die große Glasmachertradition des bayerischen Waldes anhand
von typischen Beispielen vor Augen führen. Neben einer Kelchgruppe,
typischem farbigen Gläsern mit Veredelungen durch Schliff und einer
Goldrandserie sind auch die „Schinder“-gläser ausgewählt worden.
Typisch für die Region und wirtschaftlich wichtig sollten die Exponate
sein. Als Sonderausstellungsstück wurde noch eine imposante Glasscherbe
mit der eingeschliffenen Glasfabrik Spiegelau hinzugenommen. Der
Leiter des Technologiezentrums, Michael Fuchs bedankte sich bei den
Jurymitgliedern auch im Namen der Firma Füller, die dem Gewinner des
Wettbewerbs die Reise nach Murano ermöglichen. Bekannt gegeben wird der
oder die Glückliche bei der Eröffnungsfeier des TAZ, aber eine
Benachrichtigung erreicht den Sieger selbstverständlich rechtzeitig
vorher, sobald die endgültige Entscheidung, die auch mit der Klärung
technischer Details der Reproduktion zusammenhängt, gefallen ist.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 1. November 2011 Seit 110 Jahren eine Heimat für den Glauben Dekan Dr. Wolfgang Bub sprach beim Jubiläumsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche Spiegelau Von Ursula Langesee Spiegelau.
110 Jahre Martin-Luther-Kirche wurde am Sonntag mit einem
eindrucksvollen Gottesdienst in ökumenischer Verbunden evangelischer
und katholischer Christen gefeiert. Als Festprediger war der neue Dekan
Dr. Martin Bub in den Norden seines Wirkungskreises gekommen. Pfarrerin
Sonja Schuster begrüßte ihn und seine Gattin Claudia herzlich in der
Martin-Luther-Kirche, ebenso Pfarrer a.D. Hubert Gerstl, stv. Landrat
Helmut Behringer, Altlandrat Alfons Urban, Bürgermeister Josef Luksch
und MdL Alexander Muthmann. „Es erfüllt uns mit Dankbarkeit, dass wir
hier seit 110 Jahren eine Heimat für Generationen evangelischer
Christen gefunden haben“, sagte Schuster einleitend. Gemeindegesang,
das Streichquartett Gallenkamp, Michael Dietz an der Orgel und
Sopranistin Joy Moritz bildeten den musikalischen Rahmen für diesen
Festgottesdienst, an dem der Dekan und die Pfarrerin, Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler, Prädikant Werner Kirchner und Pfarramtssekretärin
Helene Winkler mitwirkten. Auf das Lied „Tut mir auf die schöne
Pforte“, einem uralten Wallfahrt- und Pilgerlied, das schon zur
Einweihung der Kirche am 31. Oktober 1901 gesungen wurde, und den Psalm
84 baute Dekan Bub seine Predigt auf. „Wir suchen für unseren Glauben
ein Zuhause, wollen geborgen sein im Hause Gottes. Die Lust an Gott
kann Menschen packen. Doch die Realität schaut oft anders aus. Wie
schön wäre es stattdessen, wenn es hieße, schade, dass der Gottesdienst
schon aus ist, dass die Gesangbücher nicht reichen, dass der Pfarrer
heute so kurz gepredigt hat oder dass nur vier statt der möglich en 17
Strophen gesungen wurden.“ Eigentlich ist Gott ja überall dort zu
Hause, wo auch ich bin. Aber er muss ein festes Haus haben, damit wir
ihn orten können, denn das hilft in unserem Glauben, so Bub weiter.
„Diese Geborgenheit suchten vor 110 Jahren mit dem Bau der Kirche die
Spiegelauer Fabrikherren und ihre Arbeiter, die bestehende Gemeinde
half nach dem Zweiten Weltkrieg Schlesiern, Sudetendeutschen und
Ostpreußen nach der Vertreibung hier wieder Fuß zu fassen und in
jüngster Zeit fanden hier Spätaussiedler und Ruheständler Aufnahme.“
Kirche zeige sich eben auch in dem, was entstehen könne, wenn Menschen
zusammen stünden. Aber der Reformationstag erinnere auch daran, dass
die Kirche immer unfertig sei: „ecclesia semper reformanda“. „Wir
müssen uns selbst und unsere eigene Kirche in den Blick bekommen. Was
können wir verbessern, was müsste sich ändern? Martin Luther hat sich
gegen alle eingeübte Routine gewehrt. Es ging ihm um die innere
Wahrhaftigkeit. Auch wir müssen uns fragen: Brennt das Feuer noch?
Finden wir in der Kirche immer noch unser Zuhause wie die Vögel im
Nest?“ Dekan Dr. Bub dankte abschließend allen, die durch ihr Engagement das „Brennen für die Kirche“ förderten. Nach
dem Festgottesdienst ging es zum geselligen Gedankenaustausch in die
Christuskirche Grafenau. Hier traf auch Dekan Kajetan Steinbeißer auf
seinen evangelischen Kollegen und sie hatten gleich mehrere
Anknüpfungspunkte durch ihre Studienzeit in Tübingen und Erlangen,
gemeinsame Professoren und Bekannte. Bevor es für den Dekan wieder
zurück nach Passau ging, besuchte er auch das Dietrich-Bonhoeffer-Haus
in Schönberg.
Kaum hörbar atmet der Wind... Lyrik von Karl-Heinz Reimeier und Musik von Michael Brunnbauer Spiegelau.
„Kaum hörbar atmet der Wind...“ war der Abend in der
Martin-Luther-Kirche überschrieben und tatsächlich war es
mucksmäuschenstill, als Karl-Heinz Reimeier aus seinen neuen und alten
Gedichten vorlas. Und das, obwohl die Kirche gut gefüllt war und nicht
wenige Kinder unter den Zuhörern saßen. Aber auch sie lauschten
gebannt, was der Künstler ihnen zu sagen hatte. Diakonin Gabi
Neumann-Beiler und Pfarrer Rupert Wimmer hatten vorher gemeinsam in
diese weitere Veranstaltung des Spiegelauer ökumenischen Herbstes
eingeführt. Kirche als Treffpunkt für Christen beider Konfessionen und
als Ort der Kultur, war ihre Botschaft. Michael Brunnbauer eröffnete
mit einem wunderbaren Musette-Walzer. Zwischen den einzelnen Teilen der
Lesung erfreute er die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem breiten
Spektrum an klassischer Akkordeonmusik. Anders als beim „Wind“, hörte
man das Akkordeon nach einen virtuos gespielten sehr schnellen Passage
eines modernen Stückes „schwer atmen“. Wurde man von den Gedichten
Karl-Heinz Reimeiers berührt und zum Weiterdenken angeregt, entführte
die faszinierende Musik Michael Brunnbauers teilweise in andere Sphären
und Klangwelten. Die Gedichte über Natur, Zugfahrten, die Freiheit,
über Bachläufe, Schmetterlinge und einen erst geretteten, aber dann von
der Katze geholten Spatz, über Nähe und Menschen boten Zeit zum
Entspannen, sich darauf einzulassen und mit eigenen Gedanken
weiterzuspinnen. Mit einem Tango, der den Kirchenraum mit der ganzen
Sehnsucht und Kraft dieses südamerikanischen Tanzes füllte, beschlossen
die beiden ihren Auftritt. Mit Wein, Saft, Brot und guten Gesprächen
klang das Ereignis aus. Vielen war hier zu Bewusstsein gekommen: Auch
Lyrik und Musik sind gut für die Seele. - hb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 31. Oktober 2011 Gedenken an einen „Glaspapst“ Vor 50 Jahren starb Fritz Pretzfelder, der Gründer der KSS Von Hermann Beiler Spiegelau.
Am heutigen 31. Oktober jährt sich zum 50. Mal der Todestag von
Spiegelaus größtem Unternehmer: Kommerzienrat Fritz Pretzfelder, der
Begründer der Kristallglasfabrik Spiegelau. Er war der „Glaspapst“
seiner Zeit, auch international tätig und anerkannt. Er hat Spiegelau
und seiner deutschen Heimat die Treue gehalten, obwohl man ihm übel
mitspielte, ihn enteignete, demütigte, verjagte und den größten Teil
seiner Familie ermordete. 1919 brachte Fritz Pretzfelder als
Geschäftsführer der Firma Bing aus Nürnberg die 1913 stillgelegte
Glashütte wieder zum Laufen (Bing Glas & Keramik, Spiegelau). Schon
1920 ist die ehemalige Glashütte eine moderne Glasfabrik. 1926 erwarb
er die Fabrik selbst und begründete damit die Kristallglasfabrik
Spiegelau GmbH. Er modernisierte sie nochmals und führte sie trotz der
Weltwirtschaftskrise zu ungeahnter Größe. Über 250 Beschäftigte zählt
die KSS im Jahr 1927, 325 im Jahr 1938. Damit der Gemeinde keine Kosten
entstehen, lässt Fritz Pretzfelder für seine Arbeiter und Ange-stellten
Wohnungen (Glaserhäuser) bauen. Ein weltweit gespanntes
Vertriebsnetz sicherte die Arbeitsplätze. Musterlager des Spiegelauer
Glases befanden sich in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig und
Nürnberg und weltweit in allen wichtigen Städten. Schon damals
arbeitete Fritz Pretzfelder, der 1927 wegen seiner außergewöhnlichen
Leistungen zum Kommerzienrat ernannt worden war, mit der Wissenschaft
zusammen. Zusammen mit Professor Dr. Ludwig Springer (Glasfachschule
Zwiesel) wurde ein besonders gut für Gravur und Schliff geeignetes
brilliantes Kristallglas entwickelt. Gleichzeitig gestaltete
Kommerzienrat Pretzfelder mit Prof. Bruno Mauder und mit Schülern der
Glasfachschule Zwiesel ein neues Kelchglasdesign, das dem Geschmack
dieser Zeit entsprach. Die Kelchgläser von Spiegelau erlangten großen
Ruhm. Von 1920 bis 1933 war Kommerzienrat Pretzfelder Vorsitzender der
Bayerischen Hohlglasindustrie, Vorstandsmitglied des
Arbeitgeberverbandes der deutschen Hohlglasindustrie,
Präsidiumsmitglied des Verbandes der Glasindustriellen Deutschlands,
dem wirtschaftlichen Spitzenverband der deutschen Glasindustrie,
Sachverständiger der Reichsregierung für Handelsvertragsverhandlungen
mit fremden Staaten. Bis zum „Arisierungsgesetz” 1938 kann
Kommerzienrat Pretzfelder seine Glasfabrik erfolgreich führen. Das auf
Grund seiner internationalen Beziehungen und der hohen Qualität der
Glasartikel immer noch blühende Unternehmen wird dem Juden unter
Beteiligung der NSDAP abgepresst. Den Pretzfelders gelingt 1939 die
Flucht nach England. Die übrige Familie hatte nicht so viel Glück. Sein
Bruder Max Pretzfelder und viele weitere Verwandte wurden in
Theresienstadt und anderen Vernichtungslagern ermordet.1948 beantragte
Kommerzienrat Pretzfelder, der im Exil in England den Namen Frederick
Preston angenommen hat, die Rückgabe seines Vermögens. Am 28.11.1949
erhielt er sein Eigentum zurück. Obwohl man es nach dem furchtbaren
Erlebten nicht annehmen würde, wird der alte Elan des inzwischen
70-jährigen Unternehmers wieder sichtbar. Zusammen mit seinem leitenden
Direktor Willy Danzmann bringt er die Kristallglasfabrik innerhalb
kürzester Zeit wieder ganz nach oben. Wieder arbeitet er mit den
modernsten Mitteln und wieder nutzt er seine internationalen
Beziehungen zu Wirtschaft und Wissenschaft. Beispielsweise wird 1954
eine spezielle Art der Säurepolitur eingeführt. Die Zahl der
Mitarbeiter steigt von verbliebenen 128 auf über 500 und schließlich
auf fast 800. Schon 1953 erhält die Fabrik einen eigenen
Gleisanschluss. Das Spiegelauer Glas ist wieder da. Das Werk wird zu
einem der führendsten und modernsten Kelchglasfabriken Europas. Im
Jahr 1953 erhält Fritz Pretzfelder die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde
Spiegelau (damals noch Klingenbrunn). 1958 wird ihm das
Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen. Aus diesem Anlass spendete er
der betriebseigenen Unterstützungskasse 200 000 DM. Auch neue
Arbeiterwohnungen werden gebaut. Am 31.10.1961 stirbt Fritz
Pretzfelder 83-jährig, drei Jahre nach seiner Frau Clara. Zusammen mit
ihr liegt er auf dem Waldfriedhof in München. Sein Sohn Georg
Pretzfelder war nicht bereit, seine nach seiner Vertreibung unter
schwierigsten Bedingungen in den USA aufgebaute Existenz aufzugeben und
verkaufte nach dem frühen Tod des Direktors Willy Danzmann die
Glasfabrik an eine Filiale der WMF (Württembergische
Metallwarenfabrik), die auch damals eine Glassparte hatte.
Kommerzienrat Fritz Pretzfelder geriet in Vergessenheit. Heute
hätten wir die Gelegenheit, diesem großen Mann der Gemeinde, endlich
das verdiente Denkmal zu setzen: Ein Labor oder ein wichtiger Raum im
neuen TAZ könnte nach ihm benannt werden.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. Oktober 2011 Erste
Kirche Spiegelaus ist 110 Jahre alt - Evangelisches Gotteshaus stand
schon 15 Jahre vor der katholischen Kirche - Festgottesdienst mit Dekan
Dr. Bub Spiegelau. Am 31. Oktober vor 110 Jahren wird in
Spiegelau die erste Kirche eingeweiht. Es ist - ungewöhnlich für den
Bayerischen Wald - die evangelische Martin-Luther-Kirche. Die
katholische Kirche St. Johannes der Täufer wird erst 15 Jahre später
fertig gestellt. Fast auf den Tag genau wird am kommenden Sonntag ihr
110. Jubiläum mit einem Festgottesdienst ab 10 Uhr gefeiert. Dazu kommt
der neue Dekan Dr. Wolfgang Bub aus Passau, der auch die Festpredigt
hält. Er hat dafür extra die Einführung des neuen Landesbischofs
Heinrich Bedford-Strohm in der Nürnberger Lorenzkirche sausen lassen. 1900
leben 52 Protestanten in Spiegelau. Es sind vor allem Besitzer,
Arbeiter und Angestellte der Holzwarenfabrik Petzold und der
Pappenfabrik Wildberger, die den „Evangelischen Verein Spiegelau“
gründen. Dieser Verein setzt in kürzester Zeit die Pläne für den Bau
einer evangelisch-lutherischen Kirche in die Realität um. Damals
werden vom Verein bzw. dem Pfarrer (Reiseprediger Dietz) „Bettelbriefe“
geschrieben, die teilweise recht erfolgreich sind. Der
Gustav-Adolf-Verein in Leipzig gewährt 1000 Mark Unterstützung und
weitere Spendengelder treffen ein. Eigentlich läuft alles ganz gut an. Doch
dann kommt es zu dem ersten größeren Zerwürfnis zwischen Jean Porst,
dem Vereinsvorsitzenden und Pfarrer Dietz. Porst bittet den
Reiseprediger, weitere Bittbriefe zu schreiben, da diese aus
Pfarrershand gute Erfolge zeitigen. Dietz lehnt aber ab. Er begründet
dies damit, dass er nicht der Schriftführer des Vereins sei und auch
nicht der 1. Vorsitzende. So schreibt Porst kurz vor der Einweihung
an das Königlich protestantische Konsistorium in Bayreuth (entspricht
heute etwa dem Landeskirchenamt): „Unter Gottes gnädiger Fürsorge
ist es dem ehrerbietigst unterzeichneten Verein,trotz vielerlei
Beschwerden und Anfechtungen geglückt, seinen sehnlichsten Wunsch nach
einer eigenen würdigen Stätte Gottes nunmehr erfüllt zu haben! Ein
schönes schmuckes Kirchlein, der Stolz und die Zierde nicht nur allein
der kleinen evangelischen, sondern der ganzen Spiegelauer Gemeinde, ist
auf dem hohen Bergesrücken innerhalb des kurzen Zeitraumes von nicht
ganz fünf Monaten entstanden um weithin zu verkünden, dass auch hier
der christliche Glaube festverwurzelt ist!“ Den Festgottesdienst
gestalten Pfarrer Sonja Schuster, Diakonin Gabriela Neumann-Beiler,
Prädikant Werner Kirchner, Pfarramtssekretärin Helene Winkler und Dekan
Dr. Bub. Für den musikalischen Rahmen sorgen Michael Dietz an der
Orgel, Sopranistin Joy Moritz und das Streichquartett Gallenkamp mit
Werken von Georg Friedrich Händel, Franz Xaver Richter, Wolfgang
Amadeus Mozart, John Rutter und Liedern aus dem Gesangbuch. Nach dem
Jubiläumsgottesdienst besucht Dekan Dr. Bub die anderen Teile der
Kirchengemeinde, Grafenau und Schönberg und nutzt so die Gelegenheit,
den nördlichsten Teil seines neuen Wirkungskreises kennen zu lernen. -
red/hb
Zur Geschichte der Kirche Wer mehr zur Geschichte
der Martin-Luther-Kirche erfahren möchte, ist am Montag, 31. Oktober,
um 19 Uhr zum Vortrag von Hermann Beiler in der Jubiläumskirche
eingeladen. Die musikalische Begleitung übernehmen Beate Rolli-Kordick
an der Gitarre und Michael Kordick an der Diatonischen.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. Oktober 2011 Seelsorge für die schönste Zeit des Jahres 18 Pfarrer(innen) und Kurkantoren aus Urlaubsorten in Bayern tagten in Grafenau und Neuschönau Grafenau.
Was verbindet das Kleinwalsertal, das Allgäu, die fränkische
Seenplatte, den Chiemgau und den Bayerischen Wald? In diesen Gegenden
Bayerns machen viele Menschen gerne Urlaub. „Gerade im Urlaub sind
Menschen offen für die Fragen nach Gott und dem Sinn im Leben. Sie
wünschen sich nicht nur Erholung für den Körper, sondern auch Angebote
für die Seele,“ erklärt Kirchenrat Thomas Roßmerkl, der für die
Urlauberseelsorge der evangelisch- lutherischen Kirche in Bayern
verantwortlich ist. Zusammen mit Pfarrerin Sonja Schuster lud er
heuer alle verantwortlichen Seelsorger aus Urlaubsorten zur Tagung nach
Grafenau und ins Hans-Eisenmann-Haus nach Neuschönau ein. Dort wurde
den 18 Pfarrern und Pfarrerinnen, sowie den Kurkantoren aus ganz Bayern
ein spannender Einblick in die Arbeit mit Urlaubern gewährt. Natürlich
ist für den Tourismus im Bayrischen Wald der Nationalpark von
entscheidender Bedeutung. Beim Gespräch mit Nationalparchef Dr. Franz
Leibl und einer Führung durch das Hans-Eisenmann-Haus wurde das Konzept
des Parks „Natur Natur sein lassen“ lebendig. Positiv begrüßten die
Seelsorger die christliche Motivation des Nationalparkleiters, der
seine Ehrfurcht vor der Schöpfung aus seinem Glauben heraus begründete.
Er freue sich auch über die gute Zusammenarbeit mit der Kirche bei den
meditativen Wanderungen. Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und
Nationalpark-Förster Werner Kirchner nahmen daraufhin die Gruppe zum
Seelensteig mit. Dort konnten sie direkt die Verbindung von Glaube und
Naturerfahrung bei einer leichten meditativen Wanderung erleben, wie
sie im Bayerischen Wald für Einheimische und Urlauber, neben Konzerten,
Vorträgen und Gottesdiensten im Grünen angeboten werden. Dem Himmel
ganz nah waren die Pfarrerinnen und Pfarrer auf dem Baumwipfelpfad. Die
Chancen und Probleme des Massentourismus wurden bereits auf dem Weg zum
Pfad diskutiert. Auf der Aussichtsplattform breitete sich aber
andächtiges Schweigen aus. Der Blick über die sanft geschwungene
Hügellandschaft und den naturbelassenen Wald weitete die Seele und das
Motto der Tagung, „Schöpfung spür- und erlebbar“, wurde in einem Moment
der Ruhe genossen. Dankbar für die vielen Einblicke in die
Seelsorgearbeit im Bayerischen Wald verabschiedeten sich die
Pfarrerinnen und Pfarrer , um wieder in „ihre“ Urlaubsgebiete zu
fahren. Hier warten schon Berggottesdienste, Schiffsandachten,
Orgelkonzerte uvm. auf Urlauber, die mehr als nur ihrem Körper etwas
Gutes tun wollen. - eb
Ärger über Schaltzeiten der Straßenlaternen Martin Gaisbauer aus Klingenbrunn: „Schulkinder stehen im Dunkeln“ - Aus dem Gemeinderat Von Ursula Langesee Spiegelau.
Das Abschalten der Straßenlaternen in der Gemeinde zwischen 1 Uhr
nachts und fünf Uhr morgens sorgt immer wieder für Ärger. Jetzt hat
sich Martin Gaisbauer aus Klingenbrunn mit der Bitte an den Gemeinderat
gewandt, die Ein- und Ausschaltzeiten der Straßenlaternen zu
überprüfen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde sein Schreiben
behandelt. Für Gaisbauer ist es unverantwortlich, dass die
Straßenbeleuchtung ab ca. 6.30 Uhr, wenn die Kinder auf dem Schulweg
sind, ausgeschaltet wird. Im Dunkeln an der Hauptstraße müssten die
Kinder am Buswartehäuschen Brunner stehen. Auch liege der Zebrastreifen
beim Café Würzbauer im Dunkeln. „Beim Würzbauer müsste es brennen,
aber das Buswartehäuschen Brunner hängt nicht an der Stromversorgung
der Gemeinde“, sagte dazu Bürgermeister Josef Luksch. Dass das Licht
morgens zu früh ausgehe, liege wohl am Dämmerungsschalter. Darüber
müsse man mit der E.ON reden und nötigenfalls alle 740 Brennstellen
überprüfen. Ein Bericht darüber sei für die nächste Sitzung vorgesehen. #
Luksch informierte das Gremium darüber, dass das Bayerische
Verwaltungsgericht Regensburg mit Urteilen vom 5. Juli die Klagen von
Maximilian und Thomas Stadler gegen die Erteilung der Baugenehmigung
für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Klingenbrunn durch das
Landratsamt abgewiesen habe. Zwei Monate nach der Urteilverkündigung
war das Ehepaar Rosa und Max Stadler in der Bauabteilung des
Landratsamtes und erklärte über ein Sachver-ständigenguthaben, dass das
Bauvorhaben gegen das Bauordnungsrecht verstoße, u.a. wegen
Nichteinhaltung von Abstandsflächen, auch aus brandschutzrechtlicher
Sicht. Bei einem Gespräch im Rathaus am 16. September wies Stadler
darauf hin, dass zusätzliche Arbeiten die Gemeinde etwa 100 000 Euro
mehr kosten könnten. Gemeinderat Erhard Wawrzek beantragte, das
„Drama zu beenden“ und den Antrag auf Baugenehmigung zurück zu ziehen.
„Mit der Streiterei wird Vieles kaputt gemacht. Vielleicht ist ein
Neubau doch besser.“ Sein Antrag soll in der nächsten Sitzung behandelt
werden. # Das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf teilte mit, dass
der Freistaat den Bau kommunaler Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen
mit Zuwendungen fördert. Nächstes Jahr wird voraussichtlich wieder ein
Förderprogramm nach RZWas 2005 aufgelegt. Die Dringlichkeitsliste 2011
wird fortgeschrieben. Wegen der angespannten Finanzlage sieht die
Gemeinde keinen Bedarf, Maßnahmen für die Wasserversorgung anzumelden,
zumal nur Baumaßnahmen zur erstmaligen zentralen Wasserversorgung
gefördert werden und nicht die Sanierung von Anlageteilen. Anders
sieht es beim Kanal aus. Da steht für Klingenbrunn-Bahnhof die
Abwasserversorgung in dezentraler Anlage an, die mit 915 959 Euro
Gesamtkosten angegeben wird. Allerdings ist sie in der Finanzplanung
bis 2014 nicht drin. Gemeinderat Josef Wanninger wollte wissen, ob die
Zuschüsse auch nach 2014 gewährt werden. Mit zwei Gegenstimmen wurde
beschlossen, das Gespräch zu suchen, um die Förderung auch nach 2014 zu
sichern. # Der Zweckverband der Nationalparkgemeinden legte
den Fahrplan des Winter-Skibusses von Grafenau nach Mitterfirmiansreuth
vor, an den die Winterigelbus-Fahrgäste Anschluss haben, und den
Entwurf des Vertrages für die Saison 2011/2012. Danach beträgt der
Anteil der Gemeinde Spiegelau an der kostenlosen Winterigelbus-Nutzung
auf Gästekarte im Rachel-Lusen-Gebiet, gemessen an den
Übernachtungszahlen, 11 652,45 Euro. Der Gemeinderat billigte den
Entwurf. # Zwar konnte das Programm 2012 zur
Städtebauförderung bei der jüngsten Sitzung nicht aufgestellt werden,
weil die Zahlen für den Löwenanteil der Kosten TAZ- Vorplatz und
-Kreuzung nicht vorlagen (PNP berichtete), ein paar Vorschläge kamen
dennoch aus dem Gremium. 3. Bürgermeister Peter Hinterberger schlug
Wohnmobilplätze auf dem P+R-Parkplatz vor und Gemeinderätin Elke
Proßer-Greß eine Zwischenpflanzung für die schlechten Bäume in der
Kirchenallee in Spiegelau. # Nachträglich in die Tagesordnung
aufgenommen wurde auf Antrag der CSU-Fraktion die Aussprache zum
Schreiben von Heinrich Scholz vom 29.9. zur Auftragsvergabe Abbruch
Leichenhaus Spiegelau an die Gemeinde (Bürgermeister Luksch,
Geschäftsleiter Schreiner). Darin verwehrt er sich dagegen, für die
Nichtberücksichtigung der Fa. Hilz zur Verantwortung gezogen zu werden
und die negative Darstellung seines Büros in der Öffentlichkeit. Er
erwartet eine öffentliche Klarstellung und Entschuldigung. „Ich
wüsste nicht, für was ich mich entschuldigen sollte. Ich habe nicht
gesagt, dass man sich fragen müsse, ob man als Kommune so einen
Architekten noch weiter beauftragen könne. Und für die
Nichtberücksichtigung der Firma Hilz habe ich mich entschuldigt“, sagte
Luksch. „Warum haben wir die Firma vergessen? Es liegt auch an uns,
weil wir zu wenig informiert waren“, warf Günther Nama ein. „Eine
öffentliche Entschuldigung sind wir Scholz schuldig. Es geht mir um
unsere Außendarstellung. Wir sollten eine öffentliche Darstellung
veranlassen“, drängte Karlheinz Roth und auch Elke Proßer-Greß sagte:
„Wir sollten uns entschuldigen“.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. Oktober 2011 Wunsch: Ein eigener Studiengang am TAZ - CSU-Fraktion bittet Gemeinderat um größtmögliche Unterstützung - Zufahrtswege wurden festgelegt
Von Ursula Langesee Spiegelau.
Die Vorplatzgestaltung am Technologie- und Anwenderzentrum (TAZ) war
Thema bei der Gemeinderatssitzung und der Wunsch der CSU-Fraktion,
einen eigenen Studiengang in Spiegelau anzubieten. Nachdem bereits in
der August-Sitzung festgelegt worden war, nicht die bisherige Zufahrt
zum früheren Sägewerksgelände zu nutzen, weil sie zu steil ist, sondern
die Zufahrt gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße und oberhalb des
Anwesens Döringer, wurde diese „Favorisierung einer großräumigen
Zufahrt“ per einstimmigen Beschluss jetzt auch manifestiert. Was
in der Planung bislang noch ausstand, waren die Zufahrtsmöglichkeiten
für Feuerwehr, Servicedienste und Schwerlaster, die die Schmelzhalle und
die Labors beliefern. Architekt Klaus Bauer, freier
Landschaftsarchitekt Michael Heintz vom Büro Plankreis und TAZ-Leiter
Michael Fuchs stellten dazu ihre Überlegungen vor. Bauer
formulierte die Anforderungen an die Zufahrts- und Rettungswege. Die
Anlieferung für die Schmelzhalle muss zwei Mal pro Woche von der
Nordseite her für 40-Tonner möglich sein, der Labortrakt hat mehrere
drei Meter breite Tore. Jedes einzelne muss ein Mal pro Woche von einem
20-Tonner angefahren werden können. Im Norden des Gebäudes sind die
Elektroinstallationen und Trafos. Diese müssen für ein Serviceteam mit
einem Sprinter, Ducato o.ä. erreichbar sein. Diesen Anfahrtsweg braucht
auch die Feuerwehr, um bei einem Brand Anleitern zu können und das 1.
Obergeschoß des Verwaltungsgebäudes zu erreichen. „Im Prinzip müsste
man rund ums Haus befestigen. Aber das ist weder schön, noch
topographisch einfach“, gab Heintz zu bedenken. Eine erste Überlegung
war, den 40-Tonner von der Bahnhofstraße her aufs Gelände fahren zu
lassen. Aber an der Nordseite ist ein Höhenunterschied von 2,30 Metern.
Der Laster müsste eine Rampe mit 11,6 Prozent Steigung
überwinden.Deshalb sah Heintz‘ wohl praktikablerer Vorschlag vor, vom
Bahnhof aus nur eine Stichstraße, die mit Rasengittersteinen belegt ist,
in Richtung Schmelzhalle zu bauen und diese mit einem Wendehammer
abzuschließen. Den Höhenunterschied zu den restlichen Gebäuden könnte
über eine Mauer abgeschlossen werden. „Wir hätten dadurch weniger
versiegelte Flächen, weniger Kosten und bei den Nutzern von der TAZ sind
wir mit diesem Vorschlag auch auf offene Ohren gestoßen“, bemerkte
Heintz. Bei „Kosten“ wurde auch Bürgermeister Josef Luksch
hellhörig. Doch der Landschaftsarchitekt konnte dazu noch keine näheren
Angaben machen, weil die Berechnung des Statikers noch ausstehe.
Mangels Zahlenmaterial wurde dann auch der Tagesordnungspunkt
„Programmaufstellung 2012 zur Städtebauförderung “ nur am Rande
behandelt, denn da nehmen TAZ-Vorplatz und -Kreuzung den Löwenanteil
bei den Kosten ein. „Die Einfahrt mitten in der Bahnhofkurve ist ein
Unding“, wetterte Gemeinderat Erhard Wawrzek. „Die spitze Zufahrt und
wenn dann auch noch Schneewände die Sicht behindern - das ist
gefährlich.“ Er schlug vor, die Fahrzeuge über die Hoffläche vor dem
Campus zu leiten. „Am Campus in Teisnach haben wir das mit einem
Pfosten gelöst, den man bei Bedarf umlegen kann“, nahm Fuchs den
Vorschlag auf und stellte den „Fuchs-Weg“ vor. „Die 40-Tonner fahren
direkt von der oberen Zufahrt zur Schmelzhalle und Feuerwehr und
Serviceteam fahren eine Schlangenlinie von der oberen Zufahrt, entlang
des Labortrakts und der Verwaltung über den Campus an die Nordseite.“
Diese Lösung fand die Zustimmung des Gemeinderats. Nach der
Abwicklung der Vorplatzgestaltung berichtete der TAZ-Leiter über die
Vorhaben, die heuer noch anstehen: „Am 3. November wollen wir das
Bürogebäude beziehen, Mitte bis Ende November das Labor. Da wollen wir
eine Form für die Präzisionsblankpresse zur Verfügung haben, die
derzeit in Teisnach gebaut wird. Bei der Schmelzhalle, der ‘kleinen
Glashütte‘, geht es in die Feinplanung. Die Abgasregelung und die
Sauerstofftanks bedürfen noch der Klärung. Durch den Besuch von
Vertretern der Uni Bayreuth (PNP berichtete) konnten wir zwei
Projekte auf den Weg bringen. In der ersten Dezemberwoche wollen wir ein
Seminar für Studenten der Hochschule Deggendorf (HDU) und der Uni
Bayreuth anbieten und ihnen damit die Möglichkeit eröffnen für ein
zusätzliches Studium im Glasbereich. Außerdem soll heuer noch ein
Fachsymposium für Maschinenbauprofessoren oder Chemiker stattfinden.“ In
diesem Zusammenhang brachte CSU-Fraktionssprecher Karlheinz Roth einen
Antrag ein, dass der Gemeinderat eine enge Kooperation zwischen dem TAZ
Spiegelau und dem Weiterbildungszentrum der HDU, DIMT, so weit wie
möglich unterstütze. Langfristig solle, ähnlich dem Studiengang
Mechatronik in Cham, ein eigener Studiengang in Spiegelau etabliert
werden. Der gesamte Gemeinderat sicherte die Unterstützung zu. Gemeinderat
Kurt Hobelsberger bat TAZ-Leiter Fuchs, beim Einstellen von Personal,
ein Auge darauf zu werfen, ob Feuerwehrleute zum Zuge kommen könnten.
„Wir haben untertags wirklich Personalprobleme, wenn wir zu Einsätzen
ausrücken müssen, weil einfach zu viele auswärts arbeiten. So hätten wir
im Fall der Fälle schon Feuerwehrleute vor Ort im TAZ.“ Fuchs sicherte
zu, darauf zu achten.
Goldener Oktober auf den Schachten
Nationalparkranger zeigen Oberkreuzbergern „Perlen im Waldmeer“
Oberkreuzberg. 65 Oberkreuzbergerinnen
und Oberkreuzberger waren der Einladung gefolgt, sich die
Waldentwicklung im Erweiterungsgebiet des Nationalparks anzusehen. Über
Buchenau ging es per Bus zur Hirschbachschwelle. Dort konnte man sich
einen Eindruck über die Folgen der letzten Stürme und der darauf
folgenden Borkenkäferbekämpfungsmaßnahmen verschaffen. Die
Nationalparkranger Michael Schreder und Günter Sellmayer beantworteten
viele Fragen zur Naturverjüngung und Waldentwicklung. Sie gestalteten
die Führung so, dass man den Blick weiten, Perspektiven erkennen und
seine Meinung aufgrund eigener Erfahrung weiter bilden konnte. Engagiert
warben sie dafür, der Natur Zeit zu lassen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Viele der Teilnehmer waren bereits bei der „Urwaldwanderung“ dabei
und hatten dort mit eigenen Augen sehen können, welche Vielfalt die
Natur auch auf „zerstörten“ Flächen hervorbringt, wenn man sie nur
lässt. Es war aber auch Platz für die Gefühle der Waidler, den Wald,
der schon ihre Kindheit und Jugend geprägt hat, vergehen zu sehen und
die Sorge, einen „neuen Wald“, wie immer der aussehen mag, noch zu
erleben. Die Diskussionen waren lebhaft und offen, auch schwierige
Fragen wurden erörtert. Dabei kam aber die Freude an der wunderbaren
Natur, nicht zu kurz. Die Wanderung führte über den Zwieselter Filz
zum Kohlschachten. Eine Baumgruppe war der ideale Ort für eine
Brotzeit. Weiter ging es über den wie verzaubert in der Sonne liegenden
Latschensee zum Hochschachten un d hinunter zum Radlparkplatz
Hochschachten, wo der Bus für die Heimreise nach Oberkreuzberg wartete.
- hb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 20. Oktober 2011 „Das Sichtbare und das Unsichtbare“
Ausstellung im Alten Rathaus -Drei Bayerwald-Künstler präsentieren ihre Werke bis 6. November
Pfarrkirchen/Grafenau. Beziehungen
sichtbar machen und Begegnungen ermöglichen - dies sei das Ziel der
Ausstellung „Das Sichtbare und das Unsichtbare - Glas und Malerei aus
dem Bayerischen Wald“, betonte Bürgermeister Georg Riedl bei der
Ausstellungseröffnung im Alten Rathaus. Die drei Künstler Annemarie
Pletl, Klaus Büchler und Dr. Manfred Wöhlcke stellten ihre Werke einem
kunstinteressierten Publikum vor. Zur Vernissage begrüßte
Bürgermeister Georg Riedl zahlreiche Gäste, unter anderem auch
Amtskollegen aus dem Bayerischen Wald. Zwischen den gekonnten
Musikbeiträgen von Michael Brunnbauer aus Spiegelau auf dem Akkordeon
schaffte es Karl-Heinz Reimeier aus Grafenau in seiner Laudatio allen
drei Künstlern gerecht zu werden. Eines könne man trotz aller
Unterschiedlichkeit allen drei Akteuren bescheinigen, meinte der
Laudator: ihre Leidenschaft, mit der sie ihre unter die Haut gehenden
Werke schaffen. Dr. habil. Manfred Wöhlcke verbrachte den größten
Teil seiner Jugend in Brasilien, studierte Soziologie, Psychologie und
Romanistik und hospitierte an der Kunstakademie. In seinem Bauernhof in
Hinterschmiding schaffe es der Künstler, „das innere Flair des Bildes
zum Leben zu bringen“, erzählte Reimeier. Er habe den „kreativ unruhigen
Geist“ bei einem Besuch erlebt und bewundere sein handwerkliches Können
bei der Malerei. Die in Regen lebende Annemarie Pletl bezeichnete der
Laudator als eine Künstlerin, deren Ursprünge schon in der Schulzeit zu
suchen seien. Eine heimelige Atmosphäre kennzeichne ihr Atelier. Im
Mittelpunkt ihrer Malerei stehe hauptsächlich die Darstellung von
Landschaften und Personen. Erst ab 1990 habe sich die Künstlerin
intensiv mit der Malerei beschäftigt und 2006 ihr Kunststudium
abgeschlossen. Im Laufe ihres Schaffens konnte sie immer mehr
vereinfachen, reduzieren und brachte ihre Werke damit auf den Punkt.
Abschließend zitierte Reimeier die Künstlerin mit den Worten:
„Irgendwann z’reißt’s mich noch vor Ideen“. Mit Material „aus dem
Boden seiner Heimat“ arbeite Klaus Büchler. Der Künstler aus Spiegelau
sei immer eigene Wege gegangen und schuf so Glasobjekte in
unvergleichlicher Art. Seit 1973 betreibe der Kulturpreisträger des
Landkreises Freyung-Grafenau eine eigene Werkstatt und gehe als
Glasveredler einen schnörkellosen Weg. Glas und die Schleifscheibe
gehörten für Büchler zusammen, meinte der Laudator. - red Geöffnet
ist die Ausstellung im Alten Rathaus bis 6. November, dienstags und
donnerstags von 14 bis 16 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen
von 15 bis 18 Uhr.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 17. Oktober 2011 Wo der Urwald am Schönsten ist Ökumenische meditative Wanderung Spiegelau.
Das Wetter war am Samstag wie bestellt - ein strahlender Herbsttag. 16
Einheimische und Gäste hatten sich am Igelbus-Parkplatz eingefunden, um
gemeinsam mit Diakonin Gabi Neumann-Beiler, Pfarrer Rupert Wimmer und
Nationalparkranger Günter Sellmayer mit allen Sinnen ein Stück
heimischen Urwalds zu erwandern und erspüren. Nach kurzer Anfahrt
zum Taferlruck begann nach einer besinnlichen Einstimmung die
eigentliche Wanderung. Ein Stück ging es noch auf einer Forststraße
dahin, man durchquerte dabei ein Stück Wald, das erst relativ frisch
vom Borkenkäfer befallen ist und wo Pionierpflanzen wie Eberesche und
Birke in Baumstärke vorkommen. Der unwegsame Pfad schlängelte sich
dann seitwärts durch ein ebenfalls durch Windwurf und Borkenkäfer
geschädigtes Waldstück, in dem die Verjüngung schon weiter gediehen
ist, die Artenvielfalt aber durch die noch und wieder vorhandene
Fichtenmonokultur recht gering ist. Auf die Schnelle konnte die Gruppe
gerade mal ein Dutzend Arten sehen. Je tiefer es aber in den Wald
hinein ging und je älter die Windwurfflächen waren, umso vielfältiger
wurde der Wald. Schließlich kamen die Wanderer an Stellen, an denen auf
wenigen Quadratmetern so viele Pflanzenarten zu sehen waren, dass sie
kaum noch gezählt werden konnten. So lernten die Teilnehmer, was
unter Biodiversität zu verstehen ist. Sie konnten auch ganz praktisch
erleben, was Rannenverjüngung ist, und weshalb es so wichtig ist, dass
gerade im Hochlagenwald abgestorbene Stämme liegen bleiben. Kleine
Andachten und passende Verse aus der Bibel, wie z.B. der Psalm 23 ( Der
Herr ist mein Hirte ...), vorgetragen in einer Bachaue, begleiteten die
Wanderung und erinnerten daran, dass dieser Wald, auch dieser „Verhau“
Gottes Schöpfung ist. An einer besonders schönen Stelle mitten im
Jungwuchs sang die Gruppe „Lobet den Herren ...“, ein Kirchenlied, das
evangelischen und katholischen Christen gleichermaßen bekannt ist. Weiter
ging es am Bachlauf entlang, auf einem bedenklich schwankenden Brett
über den Bach hinüber und zurück zu den Bussen. Nach einem ökumenischen
Segen und um eine schöne Erfahrung reicher, fuhr ein Teil der Gruppe
weiter zur Racheldiensthütte, die Anderen kehrten nach Spiegelau
zurück. - hb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 13. Oktober 2011 CSU:
Luksch schiebt Schwarzen Peter weiter - Spiegelauer
Gemeinderatsfraktion nimmt Stellung zur Erklärung des Bürgermeisters
zur Klärwerksbau-Schlussrate Spiegelau. Fast 14 Tage nach der
Erklärung von Bürgermeister Josef Luksch zur Schlussrate für den
Klärwerksbau im Grafenauer Anzeiger nahm jetzt die
CSU-Gemeinderatsfraktion mit ihrem Sprecher Karlheinz Roth dazu
Stellung. Die Aussagen Lukschs seien bei der CSU auf Verwunderung
und Unverständnis gestoßen. „Bedauerlicherweise gewinnen wir zunehmend
den Eindruck, dass bei uns in der Gemeinde immer alle anderen die
Schuldigen sind, nur nicht der 1. Bürgermeister“, so CSU-
Fraktionssprecher Roth. Anstelle sich klar zu seiner Verantwortung zu
bekennen, werde die Entschuldigung mit weiteren Botschaften verknüpft,
die den Schwarzen Peter in der Sache dem Eindruck nach anderen
zuschiebt. „So eine Entschuldigung ist allenfalls als halbherzig
einzustufen“, äußerte sich 2. Bürgermeister Kurt Zettl im Rahmen einer
Diskussion innerhalb der CSU-Fraktion zu dieser Thematik. „Der 1.
Bürgermeister Josef Luksch bezieht sich bei seinen Ausführungen auf die
Gemeinderatssitzung vom 25. Oktober 2007. In dieser Sitzung hatte sich
Luksch selbst dafür ausgesprochen, nicht alles umzulegen, da sich
bereits eine deutliche Reduzierung der Baukosten abzeichnen würde“, so
stellvertretender Fraktionssprecher Thomas Robl. „Damals wurde noch von
1,71 € pro Quadratmeter Grundstücksfläche und von 4,06 € pro
Quadratmeter Geschossfläche ausgegangen. Heute sind es 1,98 € pro
Quadratmeter Grundstücksfläche und 4,79 € pro Quadratmeter
Geschossfläche. Dies entspricht einer Steigerung von über 16 %.“ Auch
sei es der 1. Bürgermeister selbst gewesen, der es in der Folge durch
die Verhängung der Auskunftssperre den Gemeinderäten und auch seinen
Stellvertretern unmöglich machte, sich über die aktuellen
Kostenentwicklungen bei der Verwaltung fortlaufend zu informieren. Nach
Auffassung der CSU stellten die Ausführungen des 1. Bürgermeisters
einen erneuten Versuch dar, vom Wesentlichen abzulenken. „Die Kernfrage
für uns bleibt: Wenn er selbst schon 2007 davon ausgegangen ist, dass
die Kosten für das Klärwerk höher sind, als von ihm selbst damals
behauptet, warum hat er dann nicht schon längst den Bürgern reinen Wein
eingeschenkt? Denn: Nicht die Gemeinderäte waren es, die noch bis vor
kurzem in der Bevölkerung den Eindruck erweckten, dass nur noch eine
Schlusszahlung in Form einer kleinen Rate fällig wird.“ Die Reaktion
des 1. Bürgermeisters auf den Einkommensvergleich mache zudem deutlich,
dass Josef Luksch immer noch nicht das wahre Ausmaß der Problematik
erkannt hat. „Gerade weil die Herstellungsbeiträge unabhängig vom
Haushaltseinkommen erhoben werden, stellt sich die Frage, wie die
Bürger die Rechnungen bezahlen sollen, die selbst kein
Bürgermeistergehalt zur Verfügung haben“, so Roth weiter. Die
CSU-Fraktion fordere deshalb Luksch dazu auf, ein Ratenmodell zu
entwickeln, das insbesondere auch diejenigen Bürgerinnen und Bürger und
Betriebe entlastet, deren finanzielle Situation angespannt ist. „Die
Fälligkeit einer möglichen ersten Rate noch in diesem Kalenderjahr
scheidet dabei für uns aus“, erklärt Roth. - red
Bürgerversammlung zum Klärwerk am 11.11. Spiegelau. Jetzt
steht der Termin für die Bürgerversammlung in Sachen Klärwerk Spiegelau
fest: sie ist am Freitag, 11. November, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle
Spiegelau. Dort wollen die Zweckverbandsvorsitzenden Bürgermeister
Josef Luksch und Bürgermeister Helmut Vogl über die Finanzierung und
Berechnung der Beiträge aufklären. Eine erste Information haben Luksch
und Vogl in einem Faltblatt zusammengefasst, das dieser Tage an alle
Anschlussnehmer rausgeht. - ul
PNP Grafenauer Anzeiger vom 12. Oktober 2011 Applaus für die bairische Weltg‘schicht Pfarrer Rupert Wimmer las beim „Ökumenischen Herbst“ aus Michl Ehbauers Werk Spiegelau.
Die evangelische Martin-Luther-Kirche füllte sich am Freitag Abend zur
Lesung der „Bairischen Weltg‘schicht“ mit Musik mit Interessierten aus
beiden Konfessionen. Diakonin Gabriela Neumann-Beiler begrüßte die
Gäste. Die Familienmusik Wolf aus Klingenbrunn-Bahnhof führte mit ihrer
Musik einmal rund um die Welt. Mit Harfe, Hackbrett, Zither, Bass,
Blockflöte, Tinwhistle (irische Flöte),Gitarre und Geige zeigte sie ihr
Können. Dabei konnte man ihre Freude am Musizieren spüren. Lang
anhaltender Beifall zum Schluss belohnte die Darbietung. Dazwischen
trug Pfarrer Rupert Wimmer eine von ihm teils umgeschriebene, teils
aktualisierte Fassung dreier Geschichten aus der „Bairischen
Weltg‘schicht“ des unvergessenen Michl Ehbauer vor. Es geht dabei um
die biblische Geschichte der Welt humoristisch in Versform und
bairischer Mundart. Der gefallene Engel Luzifer, der im Himmel einen
Krieg anzettelte und eine bittere Niederlage erlitt, der Regensburger
Bäckermeister Lot, den es der Liebe wegen nach Sodom verschlagen hatte
und der tapfere und furchtlose David mit seiner Schleuder wurden so
lebendig, dass man meinte, man stecke mittendrin. Mit Brot, Wein
oder Wasser und angenehmen Gesprächen beschloss man den schönen,
gemeinsamen Abend, der im Rahmen des „Ökumenischen Herbstes Spiegelau“
stattfand. Die nächste Veranstaltung ist am kommenden Samstag um 10 Uhr
eine „Meditative Urwaldwanderung“ ab dem P+R Spiegelau. Anmeldung:
Tel. 0700/00776655. - hb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 1. Oktober 2011 Luksch:
Erklärung und Entschuldigung - Hohe Schlussraten für den Klärwerksbau:
Spiegelauer Bürgermeister legt Vorgang noch einmal explizit dar Spiegelau.
In Spiegelau gibt es weiter Aufregung. Grund ist die Diskussion um die
Umlegung der Kosten des Klärwerksbau auf die Gemeindebürger (wir haben
berichtet). Bürgermeister Luksch wurde im Gemeinderat zum Vorwurf
gemacht, dass er mehrmals kommuniziert habe, dass er nur noch zu einer
kleinen Schlussrate komme. „Mit Sicherheit kann ich feststellen, dass
ich niemals gesagt habe, dass es zu einer Rückerstattung kommen werde.
Sollte ich durch Sachverhaltsschilderungen oder aber vielleicht durch
eine unbedachte Aussage den Eindruck erweckt haben, dass die
Abschlusszahlung nur mehr ein kleiner Betrag sei, dann bitte ich
hierfür um Entschuldigung“, so Luksch in einem Leser-Brief an den
Grafenauer Anzeiger. Der Zeitungs-Artikel erwecke den Anschein, als
ob der Gemeinderat in seiner Gesamtheit nicht über den Kostenrahmen des
Klärwerkneubaues informiert war. Dies sei nicht zutreffend. Bereits in
der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 25.10.2007 wurde mit 12
zu 0 Stimmen eine Beitragssatzung für die Verbesserung und Erneuerung
der Kläranlage des Zweckverbandes Spiegelau beschlossen. Dies sei durch
das Protokoll belegt. Gemeinderat wurde umfassend informiert Der
Gemeinderat sei über vorläufige Kosten der Maßnahme in Höhe von 4 829
990 Euro informiert worden. „An staatlichen Zuschüssen waren zu diesem
Zeitpunkt 570 500 Euro zu erwarten. Somit waren also voraussichtliche
Gesamtkosten in Höhe von 4 259 490 Euro zu erwarten.Die Hälfte ergibt
einen Betrag von 2 129 745 Euro, der auf die angeschlossenen Haushalte
zu verteilen war“. Bis zum Oktober 2007 seien Baukosten in Höhe von
ca. 3,2 Millionen Euro angefallen. Nachdem sich allerdings durch die
Vergabesumme des Hauptgewerks „Baumeisterarbeiten“ eine Reduzierung der
Gesamtkosten abgezeichnet habe, kam der Gemeinderat überein, vorläufig
nur die bis zu diesem Zeitpunkt angefallenen Baukosten in Höhe von 3,2
Millionen Euro, abzüglich der damals bereits erhaltenen staatlichen
Zuschüsse in Höhe von 300 000 Euro, als Grundlage für die Erhebung von
vorläufigen Beiträgen anzunehmen.Aus diesen Vorgaben errechneten sich
Beiträge für Grundstücksflächen in Höhe von 1,16 Euro je Quadratmeter
und für Geschossflächen in Höhe von 2,77 Euro je Quadratmeter. Außerdem
wurde durch den Gemeinderat festgelegt, dass diese vorläufigen Beiträge
auf die Dauer von drei Jahren in drei Raten festzusetzen seien. „Ich
habe in der damaligen Sitzung auch darauf hingewiesen, dass natürlich
auch eine Verzinsung der Investitionssumme umgelegt werden muss.“
Nachdem aber die Zinssätze des Zweckverbandes Klärwerk Spiegelau
erheblich niedriger, als bankübliche Zinsen für Privatleute waren,
einigte man sich im Gemeinderat auf eine gleichbleibende, auf drei
Jahre verteilte, Aufteilung der vorläufigen Beiträge. Auch sei in
öffentlicher Sitzung des Gemeinderates festgestellt worden, dass der
Zweckverband Klärwerk die Endsumme der Investitionsmaßnahme noch nicht
festgelegt habe und somit ein Satzungserlass durch den Gemeinderat
nicht möglich sei. In der Sitzung des Zweckverbandes Klärwerk Spiegelau
am 20.12.2010 sei der Verbandsversammlung der geprüfte
Verwendungsnachweis dieser Bausumme bekannt gegeben worden und auch die
erzielte Zuschusshöhe. „Steht alles in den Protokollen“ Die
Diskussion im Gemeinderat sei legitim, auch die kontroverse Diskussion.
„Beiträge, die sich jedoch auf persönliche Einkommensverhältnisse
beziehen, sind mehr als unangebracht, denn die Beitragshöhe richtet
sich ausschließlich nach Grundstücks- und Gebäudegröße.“Luksch verweist
in diesem Zusammenhang auf die Internetseite der Gemeinde. „Im dortigen
Pressespiegel möchte ich auf den Artikel des Grafenauer Anzeigers
(19.11.2004) über die Bürgerversammlung 2004 im Gasthaus Würzbauer
verweisen.„Dort spreche ich immer von einem Einfamilienhaus in meiner
Größe. Für dieses Gebäude habe ich bereits 2004 einen Gesamtbeitrag in
Höhe von 2500 bis 3000 Euro geschätzt. Diese Daten habe ich immer
genannt. Nach den bisherigen Berechnungen wird sich für mich ein
Verbesserungsbeitrag von 3184 Euro ergeben.“ - an Laut Bürgermeister
Luksch erhalten die betroffenen Haushalte Ende nächste Woche eine
Postwurfsendung vom „Zweckverband Klärwerk“ mit einer Auflistung der
Kosten.
Wenn die Sonne den Mond grüßt - Ökumenische meditative Wanderung auf den Lusen Spiegelau.
Inzwischen ist es schon fast Tradition geworden: Gute zwei Dutzend
Frauen und Männer machten sich am vergangenen Sonntag Abend auf den
Weg, um gemeinsam mit Diakonin Gabi Neumann-Beiler, Pfarrer Rupert
Wimmer und Nationalparkranger Günter Sellmayer den Lusengipfel zu
erklimmen. Aber es ging nicht um sportliche Leistung, sondern um
gemeinsame spirituelle Erfahrung. Deshalb ließ man sich Zeit und machte
Pausen, um sich auf Gottes Schöpfung einzulassen. Kleine Andachten und
besinnliche Texte begleiteten die Wanderung. Günter Sellmayer
beantwortete fachkundig Fragen zur natürlichen Waldentwicklung. Am
Gipfel angekommen konnte die Gruppe einen beeindruckenden
Sonnenuntergang erleben. Die beiden Geistlichen begleiteten diesen mit
einer Meditation und sangen für die Gruppe das „Magnificat“. In guter
christlicher Tradition teilte man miteinander Brot und Wein (und
natürlich auch etwas Alkoholfreies). In der einbrechenden Dunkelheit
machte man sich langsam auf den Heimweg. Vom wolkenlosen Himmel
schienen die Sterne und sorgten für die angemessene besinnliche
Stimmung. Mit einem gemeinsamen Lied, Gebet und Segen verabschiedete
man sich schließlich voneinander - bis zum nächsten Mal. - hb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. September 2011 Hat
die TAZ-Zufahrt zu viele Ecken und Kanten? - Diskussion im Gemeinderat
Spiegelau: Architekt soll in einer der nächsten Sitzungen die
Vorplatzgestaltung der Glas-FH noch einmal genau erläutern Spiegelau.
Große Bedenken gegen die Planung der Umfeldgestaltung zum TAZ in
Spiegelau meldete Erhard Wawrzek in der vergangenen Ratssitzung an. Zu
viele Ecken und Rangierengpässe würden die Vorlage des Plankreises
kennzeichnen. Für einen reibungslosen Ablauf bei An- und
Ablieferungen sollten aber nicht bis zu neun rechtwinkelige Kurven zu
umschiffen nötig sein, so Erhard Wawrzek. Alternativ wäre es seiner
Ansicht nach möglich, bei Verlegung der Haupteinfahrt viele Probleme
auf einmal zu beseitigen. Dafür müsste allerdings das verbliebene und
noch bewohnte Haus im Gelände auch abgerissen werden. Zwar gab es im
Gremium Unklarheit darüber, ob die Kritik Wawrzeks nicht ohnehin an den
späteren Realitäten vorbei gehe, weil etwa zu den Laboren keine
größeren Anlieferungen stattfinden würden oder die Nordseite der
Schmelzhalle gar keine großen Lasten mehr erhielte. So könnte etwa die
angedachte Befestigung mit Rasengittersteinen für eine Feuerwehrzufahrt
durchaus auch reichen und die früher eingeplante aufwendige Anbindung
an die Bahnhofsstraße entfallen. Dennoch will Bürgermeister Josef
Luksch in einer folgenden Sitzung noch einmal den Architekten laden,
damit erst der Sachstand genau geklärt wird, bevor über Probleme
diskutiert wird, die vielleicht gar nicht so groß sind.
Optimierungsmöglichkeiten sollen aber durchaus auch weiter eingeplant
werden. Bürgermeister Josef Luksch informierte dazu, dass die
Erneuerung der Toranlage für das Feuerwehrhaus Klingenbrunn an den
günstigsten Bieter vergeben wurde. In Bälde beginnt der Einbau. Der Rat
stimmte dem zu. Ebenso verhielt es sich mit der Sanierung des Daches am
Gemeinde- und Pfarrzentrum Oberkreuzberg. Unter Verschiedenes und
Anfragen bat Wirtschaftsreferent Kurt Hobelsberger darum, bei der
Vermarktung des fertigen neuen Industriegebietes am Ball zu bleiben. Er
selbst sei verschiedentlich an Firmen dran gewesen, allerdings habe
sich etwa die Verkehrsanbindung zur Autobahn immer noch als ein Problem
herausgestellt. Man solle aber über Internet und Flyer hier zusätzlich
das Angebot präsentieren. Bewerbungen gab es aus der Bevölkerung
schon mehrfach um einen Hausmeisterposten am TAZ. Hobelsberger fragte
da nach der Zuständigkeit an. Luksch verwies auf die Betriebs-GmbH, die
das bei Bedarf ausschreiben werde. Hobelsberger bemängelte, dass mit
der Laternenabschaltung an manchen Stellen über das Ziel hinaus
geschossen worden sei. Wichtige Kreuzungen und der Kreisverkehr sollten
wieder in sicherndes Licht getaucht werden, so seine Anregung. Dazu
habe es für Unmut gesorgt, dass nach dem Abschalten im Ortsbereich doch
im Kurpark zeitweilig sinnlos das Licht gebrannt habe. Hier wurde an
der eigenen Zeitschaltuhr aber bereits nachgeregelt. An anderen Stellen
könne aber beraten und auch wieder bei Bedarf angeknipst werden. Zu
einem Schreiben der Kommune, bei Vereinsfesten müsse künftig ein
Verbrauchszähler zu Wasser und Strom laufen, regte Josef Apfelbacher
an, mit Pauschalen zu arbeiten. Es könne schnell unverhältnismäßig
werden, wenn ein Kubikmeter dann 100 Euro für den Wasserwart kosten
würde. Das Schreiben war Ergebnis eines Beschlusses im Sinne der
Gleichbehandlung aller Abnehmer, so Luksch, aber es soll dennoch auch
bei kleinen Verbräuchen pragmatisch gehandelt werden. Eine Anfrage
Apfelbachers drehte sich um PV-Anlagen auf Vereinsdächern, wenn das
Gebäude dem Verein, der Grund aber der Kommune gehört. Hier soll
jeweils zu den Gegebenheiten beraten werden. - hpd
PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. September 2011 Der
dicke Batzen kommt zum Schluss - Statt einer kleinen End-Rate müssen
die Spiegelauer bei der Kläranlagenumlage noch tief in die Tasche
greifen Von Hermann Haydn und Andreas Nigl Spiegelau.
Eigentlich sollten die Spiegelauer Bürger nach drei Jahren des
kräftigen Griffes in die Umlagetasche nun nur noch eine kleinere
Schlussrate für das neue Klärwerk erwarten dürfen. Davon habe
Bürgermeister Josef Luksch laut Aussage anderer Räte stets gesprochen.
Aber nun gab es die Überraschung. Von den tatsächlichen Kosten sind
erst etwa 55 Prozent bezahlt. Im Gemeinderat gab es am Montag dafür
heftige Kritik am Zweckverbandsvorsitzenden und Bürgermeister Luksch. Die
Vermutung, dass noch kommen könnte, lag schon länger in der Luft. Aber
die in der Haushaltsberatung genannte Zahl, die als durchlaufender
Posten ursprünglich mit 600 000 Euro angesetzt war, und nach heftigen
Beratungen immerhin auf 750 000 Euro erhöht wurde, war dennoch längst
nicht das Ende der Fahnenstange der Summe, die den Bürger jetzt noch
erwartet. Statt dessen stehen aus 4,5 Millionen Euro Baukosten, 679 000
Euro Finanzierungsaufwand und 15 000 Euro Honoraren auch nach kleineren
Korrekturen immer noch etwa 1 120 000 Euro zur Überweisung an den
Zweckverband an. Statt 600 000 nun 1,12 Millionen offen Karlheinz
Roth machte die neue Rechnung an einem Beispiel auf, bei dem ein
Hausbesitzer bisher drei mal 925 Euro gezahlt hatte und nun statt
erwarteten einigen hundert Euro noch eine Schluss-Rate von 2033 Euro
aufgebürdet bekäme. Ein Raunen ging durch den Sitzungssaal, als die
knapp 20 Zuhörer des Abends das präsentiert bekamen. Eigentlich
hätte an diesem Abend die Satzung zu den Beiträgen beschlossen werden
sollen. So weit kam es jedoch nicht. Karlheinz Roth sprach an die
Adresse von Josef Luksch von einem „deutlichen Vertrauensmissbrauch“.
In der Bevölkerung rumore es. Viele fragten ihn: „Stimmt das wirklich
...?“ Er lehne es aber ab, als Rat dafür Verantwortung zu übernehmen
oder einer Satzung unter diesen Vorgaben abzusegnen. Erst solle Luksch
auf einer außerordentlichen Bürgerversammlung Rede und Antwort dazu
stehen, wie diese neue Realität dem Bürger vermittelt werden könne. Erhard
Wawrzek hatte schon früh zu den Warnern gehört, die auf ein ungeahnt
dickes Ende hinwiesen. Auch er hatte bei passender Gelegenheit immer
nachgefragt, ob die Bürgermeisteraussage von der kleinen Schluss-Rate
wirklich Bestand haben könnte. Zwar sei er selbst seit drei Jahren im
Zweckverband gesessen, aber bei nur drei Sitzungen und abgeblockten
Anfragen beim Kämmerer habe er lediglich die Auskunft erhalten, der
Bürgermeister habe einen Auskunftsstopp verfügt. Die ganze Wahrheit
hätten nun aber doch erst die Satzungsberatung zu Tage gebracht.
Wawrzeks Kommentar gegenüber der Verschwiegenheit des Bürgermeisters:
„Sie hätten es gewusst!“ Nun habe sich herausgestellt: Der
Haushaltsansatz sei grundsätzlich falsch, die vorgelegten Zahlen im
Verband noch nicht abschließend geprüft und die Finanzierungskosten
schienen ihm zudem zu hoch gegriffen. Vor einer Prüfung könne er
deshalb gar nicht zustimmen. Räte beklagen Informationssperre Bürgermeister
Luksch bestätigte die Anweisung an die Verwaltung, keine Auskünfte mehr
zu geben, das habe aber andere Gründe. Es sollten nicht durch größere
Anfragen die Verwaltungsabläufe lahm gelegt werden. Als eine
Ablenkung vom Wesentlichen bezeichnete das Karlheinz Roth. Wichtig sei
nun, dass sich der Bürger falsch informiert fühle. Schließlich habe
auch nicht jeder ein Bürgermeistergehalt zur Verfügung, sondern es gebe
auch alleinlebende Rentner mit Haus, die von kleinen Altersgeldern die
Summe zusammenkratzen müssten. Firmen müssten mit bis zu 30 000 Euro
offener Beträge noch rechnen, so Wawrzek, statt wieder ohne kommunale
Beteiligung kalkulieren zu dürfen. Auch Elke Proßer-Greß bestätigte,
dass die Bürger wirklich von einem kleineren Restbetrag oder gar einer
Rückzahlung ausgegangen seien. Es brauche nun Offenheit, zum Zahlenwerk
zu stehen, auch wenn die Investitionssumme doch stets richtig
kalkuliert gewesen sei. Man müsse künftig mit Zahlen vorsichtiger
umgehen, auch wenn sie davon ausgehe, dass er, Luksch, den Bürger nicht
habe anlügen wollen. Josef Wanninger machte klar; wenn erst gut die
Hälfte bezahlt sei, dann werde es Stundungsanträge geben. Daraus
resultierende Kosten würden auch am Haushalt hängen bleiben. Und Kurt
Hobelsberger meinte: „Irgendwann ist der Ofen aus. Da steign’s uns
auf’s Dach!“ Karlheinz Roth klärte auf: Irgendwie werde auch die Frage
nach Zinsen immer am Bürger hängen bleiben. Entweder es werde die
Schluss-Summe wieder auf längere Raten gestreckt, dann würden die
Zinsen zusätzlich umgelegt, oder die Zahlung an den Zweckverband laufe
nicht ein, dann münze sich das in höhere Abwassergebühren um. Man werde
den unbequemen Weg schlussendlich auch mitgehen müssen. Aber die
Verantwortung liege nicht beim Rat. Verwundert über Emotionen Lediglich
Günter Schmid fügte an, da helfe jetzt auch keine Bürgerversammlung.
Man müsse besser auf den Bürger zugehen, damit Möglichkeiten gefunden
würden, wie die Summen leichter zu tragen wären. Er gab neben
Bürgermeister Luksch die einzige weitere Stimme für eine
Satzungsverabschiedung ab, während der gesamte restliche anwesende Rat
erst eine außerordentliche Bürgerversammlung durchsetzte. Er sei
schon etwas verwundert, dass die Emotionen in der Sitzung derart
hochgekocht seien, sagte Bürgermeister Luksch gestern auf Anfrage des
Grafenauer Anzeigers. Es sei nicht einfach, die Bürger mit Abgaben zu
belasten. Der Neubau des Klärwerks sei aber notwendig gewesen. Laut
Sitzungsprotokoll seien am 25. Oktober 2007 einstimmig die Höhe der
vorläufigen Verbesserungsbeiträge beschlossen worden. Im Februar 2008
seien dann die ersten Bescheide an die Bürger verschickt worden - auch
vorläufig. Die damals aufgelaufene Bausumme habe bei 3,2 Millionen Euro
gelegen. „Die genaue Endabrechnung habe man erst in diesem Sommer
auf den Tisch bekommen“, so Luksch weiter. Möglicherweise habe die
Tatsache, dass er mehrmals betont habe, dass die Gesamtsumme die
vorausgeplanten 4,8 Millionen Euro nicht überschreiten werde, falsche
Hoffnungen bei manchen geweckt. Er werde bis zur Bürgerversammlung
die ganzen Beschlüsse des Gemeinderates noch einmal durchschauen, um
dann genau Auskunft geben zu können. Der Termin für die Versammlung
stehe noch nicht fest. Angesprochen auf die Tatsache, dass auch auf die
Kommune als großem Grundstücksbesitzer höhere Kosten als im Haushalt
vorgesehen zukommen könnten, meinte Luksch: Möglicherweise müsse das
durch einen Nachtragshaushalt geregelt werden.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 27. September 2011 In Spiegelau war die CSU „grün“ - Australische Delegation der Charles Sturt University (CSU) wohnte dem Richtfest des TAZ bei Von Hermann Haydn Spiegelau.
Mit einem großen Bahnhof wurde am Freitag das Richtfest an der Glas-FH
gefeiert. Am Rande hat sich eine lustige Anekdote ereignet, die wir
Ihnen nicht vorenthalten wollten. Es ist ja immer wieder einmal ein
Thema, das die Bayern bewegt, ob konservative Politik nicht
zwangsläufig auch schon ein wenig grüne Politik ist, weil Bewahren sich
ja nicht nur auf kulturellen oder materiellen Wohlstand beziehe? Also
wird schon auch einmal mach Koalitionen gefragt, die früher fast
undenkbar gewesen wären, als Schwarz als blau-weiß-absolute
Mehrheitsfarbe noch reichte. Nun brachte die FH-Deggendorf zum
TAZ-Richtfest auch eine Delegation aus Australien mit, die sich
anschaute, wie Bildungszukunft in Bavaria aussehen könnte; eine
Abordnung der CSU, der Charles Sturt University unter Leitung des
Professors Mark Farrell. Und was hat diese Bildungseinrichtung im
„Bush Down Unter“ nun mit Schwarz-Grün zu tun? Fachbedingt macht die
Uni sich als CSU in Agrar- und Umweltfragen auch „grüner“. Und sie geht
auch mit ihren CSU-Standorten auf das Land hinaus. Professor Farrell
unterrichtet etwa im beschaulichen Ort Wagga Wagga, so heißt der
tatsächlich, Marketing an der Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Damit dort quasi auch am Weinberg der Erkenntnis direkt geforscht
werden kann, so wie die Technologiezentren ja auch Forschung vom „urbi
ins orbi“ bringen sollen. Selbst wenn der zuständige bayerische
Minister Dr. Wolfgang Heubisch ja wiederum der liberal gelben Coleur
angehört, begrüßte er die Australier zum Richtfest gerne als
Koalitionäre in Wissenschaftsfragen. Ergänzend führt die CSU aus
Australien aber auch auf ihrer Homepage unter den zehn Punkten, warum
man dort studieren sollte, auf: Tolle Nachtclubs für die Freizeit und
eine saubere Luft. Spiegelau müsste lediglich bei den Nightclubs noch nachbessern. Ein Nationalpark wäre ja schon vorhanden. - hpd
PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. September 2011 Glas-FH: Region blickt wieder nach oben TAZ-Richtfest in Spiegelau mit den Staatsministern Helmut Brunner und Dr. Wolfgang Heubisch Von
Hermann Haydn Spiegelau. Praxis und Forschung können hier Hand in Hand
gehen, betonte der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und
Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, als er am Freitag zum Richtfest des
Technologieanwenderzentrums (TAZ) in Spiegelau sein Grußwort sprach.
Nach nur einem Jahr Projektplanung und sechs Monaten Bauzeit steht der
erste Teil fast vor dem Einzug von Verwaltung und Lehre, der
Mitteltrakt soll im November mit seinen Laboren starten und im Dezember
könnte der Glasofen in der Schmelztechnik glühen. „Nur Wenige im
Raum können wohl nachfühlen, wie es mir heute geht,“ meinte
Bürgermeister Luksch zu dieser Perspektive. Es hatte viel zähen Ringens
bedurft, das Projekt in dieser Form realisierbar zu machen. Eine
gewaltige Belastung für Kommune und Kreis würdigte Heubisch als
außergewöhnliches Engagement, das zu einem wertvollen Gebäude, nicht
aber zu einem Elfenbeinturm geführt habe. Nachdem die Zeit der
gläsernen Massenproduktion im Bayerischen Wald abgelaufen war, könne
nun wieder mit Spezialprodukten für Schlüsselindustrien wie der Solar-,
Medizin- oder Biotechnologie Forschung betrieben werden, die nicht am
Markt vorbei gehe. Er sprach seine Anerkennung den Hochschulen in
Deggendorf und Bayreuth aus, die so auch mit Lehre und Forschung auf
das Land hinaus gingen. Denn so werde auch dem demographischen Wandel
begegnet, indem Perspektiven für Menschen mit hoher Qualifikation
eröffnet würden. Der Präsident der FH Deggendorf Professor Reinhard
Höpfl fügte dazu an, für gute Projekte gebe es eben auch gute
Förderung. Man habe schon länger Kontakt zwischen Wissenschaft und
Glasindustrie gehabt. Mit der Einrichtung von Technologiezentren sei
das die Antwort auf die Frage gewesen, dass man nicht wieder zentral in
Deggendorf das hätte umsetzen wollen. Dem ländlichen Raum
verpflichtet sehe sich auch Helmut Brunner, weshalb er weniger als
Landwirtschaftsminister gekommen sei, sondern als
Wahlkreisabgeordneter. Einrichtungen in Bildung und Wissenschaft seien
immer auch zukunftsträchtige Investitionen. Wer sich nicht um die
Arbeitsplätze kümmere, die daraus entstehen sollen, der wäre dem Wandel
ausgeliefert. Bei einem Abstecher mit Fraktionskollegen nach Teisnach
habe man sich tief beeindrucken lassen, wie dort seit dem Spatenstich
einer FH-Außenstelle eine Magnetwirkung eingesetzt habe, der bereits
300 hochqualifizierte Arbeitsplätze zu verdanken seien. Selbst
Betriebe, die nicht mit den Forschungsschwerpunkten zu tun hätten,
würden mittlerweile die Attraktivität eines Ortes mit bestem Ruf
anziehen. So stünden die Chancen gut, zusammen mit dem Standort
Spiegelau wieder zur Glasregion Nummer Eins in Europa zu werden, weil
die handwerklichen und künstlerischen Fertigkeiten noch vorhanden seien
und die technologische Spezialisierung nun begonnen hätte. Dabei sei es
zweitrangig, in welcher Gemeinde die Einrichtung stehe, weil sie für
die ganze Region bedeutend sei. Landrat Ludwig Lankl fügte noch an,
dass die nächsten Projekte des Technologie- und Kompetenztransfers
bereits in den Startlöchern stünden, wie das Logistikzentrum für
Grafenau, für das er auch um eine Anschubfinanzierung bei den Ministern
warb. Denn einfach sei es natürlich nicht gewesen, das gemeinsame Kind
von Kreis und Kommune aus der Taufe zu heben. Es habe viele
Unterstützer gebraucht, Pioniere der Europaregion, und zwischenzeitlich
habe man auch mal die Köpfe hängen lassen, wenn Hoffnungen nicht sofort
erfüllt wurden. Aber seit der Kreistag am 4. Oktober 2010 die Gründung
der Betriebs-GmbH beschlossen hatte, ging es mit großen Schritten in
Organisationsstruktur, Planung und schließlich auch Bau in engem Zeit-
und Kostenrahmen mit großen Schritten auf die Realisierung des 5,5
Millionen teuren Bauwerks zu. 2700 Quadratmeter Geschossflächen und 15
000 Kubikmeter umbauter Raum bieten Platz für Transparenz und
Begegnung, so Architekt Dr. Klaus Bauer, das umliegende Gelände aber
zudem Platz für jede wirtschaftliche Entwicklung. Es ist mit dem
Richtfest eine wichtige Etappe geschafft. Erste Aufträge zur Forschung
seien bereits vorhanden, so Heubisch. Bürgermeister Luksch brachte
seine Hoffnung zum Ausdruck, dass, nachdem Glas Grund für die
Besiedelung der Region und lange Zeit Lebensgrundlage der Menschen
gewesen sei, Glas nun so auch wieder zur Zukunft werde. Helmut Brunner
zitierte dazu den französischen Autor Victor Hugo: „Nichts ist so
stark, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“
PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. September 2011 Minister-Gipfel
bei Glas-FH-Richtfest - Heubisch und Brunner haben ihr Kommen für den
Festakt am Freitag zugesagt - 30 Arbeitsplätze bis 2014 geplant Spiegelau.
Das ambitionierte Projekt Technologiezentrum für Glasschmelztechnologie
in Spiegelau (Volksmund: Glas-FH) hat nun einen weiteren wichtigen
Meilenstein erreicht. Nur fünf Monate nach dem ersten Spatenstich kann
nun am Freitag das Richtfest gefeiert werden. Die beiden Minister
Heubisch und Brunner haben ihr Kommen zugesagt. Michael Fuchs, der
Leiter des Technologiezentrums, zeigt sich zufrieden über den zügigen
und zeitplanmäßigen Fortschritt am Bau. Das Technologiezentrum gehe aus
einer Initiative der Fachhochschule, namentlich Prof. Sperber,
Vizepräsident der Fachhochschule Deggendorf, hervor und könne mit der
finanziellen und tatkräftigen Unterstützung der Gemeinde Spiegelau, des
Landkreises Freyung-Grafenau und des Freistaates Bayern realisiert
werden. Insbesondere dem persönlichen Engagement des Landrats Ludwig
Lankl und der Bayerischen Regierung, vertreten durch
Wissenschaftsminister Dr. Heubisch und Ministerialdirigent Dr. Zeitler,
sowie der Unterstützung durch die neu gegründete Betriebs-GmbH TAZ
Spiegelau, sei es laut Fuchs zu verdanken, dass sich für die
Glasindustrie in Niederbayern, durch ein Zentrum für Forschung und
Entwicklung, neue Zukunftsperspektiven und neue Arbeitsplätze eröffnen. Inhaltlich
setze das Technologiezentrum Spiegelau auf drei Schwerpunkte. Die
Präzisionsblankpresstechnologie, die von den bereits bestehenden
Technologiecampus in Teisnach, Freyung und Cham unterstützt werde. „Für
die Bereiche Schmelze und Heißformgebung konnte die Universität
Bayreuth als Partner gewonnen werden. Am Lehrstuhl für
Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth werden bereits seit mehr
als zehn Jahren Verfahren und Werkstoffe für Glasprodukte und die
Glasindustrie erforscht und entwickelt“. Neben Labor- und
Seminarräumen werde das Technologiezentrum über eine Schmelzhalle
verfügen, deren Ausstattung den Anforderungen wissenschaftlicher
Forschungs- und Lehrbedingungen genauso genügen, wie einer
industrienahen Produktionsanlage im Kleinformat. Um die gesamte
Prozesskette der Glasfertigung abzubilden, werde schrittweise eine
industrienahe Infrastruktur analog zu einer Mini-Plant aufgebaut, die
unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes ihren Betrieb aufnehmen
solle. So wird das Zentrum über eine kontinuierliche Schmelzanlage mit
einer vollelektrischen Beheizung sowie einem Speisersystem verfügen.
Diese Schmelzanlage stelle Glas für alle gängigen Formungs- und
Nachbearbeitungsverfahren in der Glasindustrie zur Verfügung. „So
können Glasbauteile gepresst, im Injektionsverfahren gespritzt oder
Hohlglas ausgeblasen werden und entsprechende Halbzeuge oder Prototypen
gefertigt werden“. In der technologischen Umsetzung dieser
Mini-Glasschmelzanlage führe die Universität Bayreuth die zehnjährige
Zusammenarbeit mit der Firma Füller Glastechnologie fort. Neben der
langjährigen Kooperation in laufenden und geplanten Forschungsprojekten
mit der Uni Bayreuth, unter anderem im BFS Forschungsverbund FORGLAS
und im BFS-Projekt Flexi-Plant, werde die Firma Füller auch Partner in
der Ausstattung der Schmelzhalle sein. „Es ist schon eine fantastische
Entwicklung“, so Alexandra Füller, die Geschäftsführerin der Firma
Füller Glastechnologie, „dass mit der Kooperation zwischen der
Fachhochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth die Forschung
sich auch nach Spiegelau orientiert und mit der Nähe zu unserem eigenen
Unternehmen eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen Praxis und
angewandter Forschung und Wissenschaft ermöglicht wird“. Getestet
und erforscht würden im Technologiezentrum Glasanwendungen vom
technischen oder optischen Glasbauteil bis hin zum anspruchsvollen
farbigen Designobjekt. Dabei werde es nicht immer darum gehen,
Neuentwicklungen hervorzubringen, denn auch das Bewahren des
jahrhundertalten Wissens als überlieferte Glasrezepturen oder
traditionelle Techniken diene dazu, wertvolles Spezialwissen und
Kulturkapital den Glas produzierenden Standorten zu erhalten. „Die
Zielstellung des Technologiezentrums ist es“, so Dr.-Ing. Thorsten
Gerdes vom Lehrstuhl Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth,
„an der Schnittstelle zwischen industrienaher Forschung und
akademischer Ausbildung mittelständischen Betrieben der Glasindustrie
eine Plattform für Innovationen bereitzustellen“. Gerdes sieht die
Aufgabe des Zentrums jedoch auch darin, die vorhandenen Kompetenzen in
und außerhalb der Glasindustrie sowie der wissenschaftlichen
Einrichtungen zu bündeln und zu nutzen. Wenn Glas in
zukunftsweisenden Technologien, wie beispielsweise in der
Energietechnik, Medizintechnik und in der Biotechnologie eingesetzt
werde, so seien die Anforderungen so vielschichtig, dass die Einbettung
in Kompetenznetzwerke, wie sie das Technologiezentrum darstelle, einen
entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringe. Ein weiterer Schwerpunkt
liege in der Bereitstellung von herausragenden Aus- und
Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Technologiezentrum verbindet
bestehende Bildungs- und Ausbildungsangebote in einem industrienahen
Umfeld mit akademischer Ausbildung durch die Hochschule Deggendorf und
die Universität Bayreuth. Damit würden zusätzlich regional und
überregional neue Weiterbildungsmöglichkeiten mit dem Schwerpunkt
Qualitätssteigerung und produktionsintegrierter Umweltschutz geschaffen. „Profitieren
soll jedoch in erster Linie die Region mit ihren glasverarbeitenden
Betrieben sowie die industrienahen Firmen“, so Prof. Dr. Monika
Willert-Porada, Lehrtuhlinhaberin des Lehrstuhls für
Werkstoffverarbeitung an der Universität Bayreuth. Denn das Zentrum
solle sich zu einem Ort entwickeln, in dem bestehende
Fertigungsverfahren verbessert, Einsparpotentiale ausgelotet und
innovative Produkte entwickelt werden. In der Schmelzhalle des
Technologiezentrums stehen die Versuchsmöglichkeiten und das Personal
hierfür bald zur Verfügung. Dies schaffe und erhalte Arbeitsplätze in
den Industriebetrieben der Region. Das Technologiezentrum entwickle
sich auch selbst zu einem Arbeitgeber mit geplanten 30 Arbeitsplätzen
bis 2014 und damit zu einem Motor für die Zukunft der Gemeinde. -
pnp
PNP Grafenauer Anzeiger vom 31. August 2011 Termine für den Ökumenischen Herbst: Wanderungen, Bibelkreis und Musik im Angebot Erste Veranstaltung ist am Freitag, 9.September, eine Vollmondwanderung in Spiegelau Grafenau. Ordentlich
ins Zeug gelegt haben sich die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Grafenau
und die Kath. Pfarrgemeinde Spiegelau-Riedlhütte bei der Organisation
verschiedener Veranstaltungen für den Ökumenischen Herbst 2011. Los
geht’s am am Freitag, 9. September, um 21 Uhr mit einer
Vollmondwanderung am Seelensteig zum Thema „Gottes Schöpfung im Licht
des Mondes“ mit ökumenischer meditativer Wanderung mit Pfarrer Rupert
Wimmer, Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Ranger Günter Sellmayer.
Treffpunkt ist am P & R-Parkplatz Spiegelau. Die leichte Wanderung
findet nur bei klarer Nacht statt und dauert ca. zwei Stunden. Es
folgt eine ökumenische Vesper am Mittwoch, 14. September, 18 Uhr, in
der Katholischen Kirche Spiegelau und der ökumenische Bibelkreis am
Mittwoch, 21. September, 19 bis 20.30 Uhr, im Katholischen Pfarrhof
Spiegelau im Besprechungszimmer mit Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin
Gabi Neumann-Beiler. Weiter wurde eine ökumenische, meditative
Wanderung zum Lusen am Sonntag, 25. September, 17 Uhr zum Thema: „Wenn
Sonne und Mond einander grüßen“ mit Pfarrer Rupert Wimmer, Diakonin
Gabi Neumann-Beiler und Ranger Günter Sellmayer organisiert. Treffpunkt
ist der P & R-Parkplatz Spiegelau. Die Veranstaltung „Unter
unserem Himmel - Geschichten und Musik“ findet am Freitag, 7. Oktober,
19 Uhr, in der Martin-Luther-Kirche statt. Der Eintritt ist frei. Eine
weitere ökumenische, meditative Wanderung wurde für Samstag, 15.
Oktober, 10 Uhr zum Thema: „Natur pur? - alles Gottes Schöpfung“
organisiert. Diese verläuft in unwegsamem Gelände und hat eine
begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung unter Tel. 0700-00776655.
Treffpunkt: Park & Ride-Parkplatz Spiegelau. Weitere
Veranstaltungen wurden bereits bestätigt, die vorläufig letzte
Veranstaltung im Ökumenischen Herbst ist auf Freitag, 18. November,
datiert. - eb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 23. August 2011 Wer hämmert da im Wald? Der Specht und seine kleinen Freunde feierten auf der Waldwiese bei Spiegelau ein Fest in und mit Natur - Von Hermann Haydn Spiegelau.
Der Zimmermann des Waldes hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet und
für seine kleinen Freunde, die Kinder, ein tolles Festprogramm
„zusammengeklopft“. Denn seine Welt bietet viele Erlebnisse und die
Menschen haben zum Spechtfest noch ein paar Ergänzungen hinzugefügt. Am
Sonntag war es in Spiegelau wieder so weit. Auf der Wiese des
Waldspielgeländes ging es einen ganzen Nachmittag richtig rund. Die
Nationalparkgemeinde Spiegelau hat sich den Specht als Erkennungssymbol
gewählt. Um ihn dreht sich deshalb auch thematisch alles beim Kinder-
und Familienfest, zu dem erstmals der neue Nationalparkchef Dr. Franz
Leibl zusammen mit Bürgermeister Josef Luksch die vielen Gäste begrüßte. Das
Theaterrund auf der Lichtung war gut gefüllt, als Leibl darauf verwies,
dass der Specht bereits in der Mythologie verschiedene große Aufgaben
zu bewältigen hatte, als Holzhacker des Gottes Mars, wofür dem
Schwarzspecht von den Römern Respekt gezollt wurde, oder als
Glücksbringer des Mittelalters, weil der Grünspecht die erste Silbe des
Wortes Glück zu intonieren verstehe. Heute könne man immer noch davon
sprechen, dass der Specht für hohe ökologische Qualität eines
Waldsystems stehe und Bürgermeister Luksch ergänzte um eine soziale
Komponente: daran, dass der Specht uneigennützig auch Häuser für andere
baue, könnte sich der Mensch gelegentlich ein Beispiel nehmen. Ein
Glück hatten die Macher von Nationalpark und Gemeinde aber ohnehin
schon mit dem Specht, denn für herrlichen Sonnenschein hatte er wohl
rechtzeitig Löcher in die Schmuddelwolken der letzten Wochen gepickt
und den Regen rechtzeitig ablaufen lassen. So konnten die Juniorranger
und das Nationalparkteam unter Schatten spendenden Zelten auf die
Arbeit von Natur und ihren Helfern hinweisen. Der TSV Spiegelau
erzählte turnerisch eine Geschichte aus dem Leben des Spechtes und die
Fußballer kickten sich bei einer Freestyle-Show die Bälle zu. Mit
„WaldZeit“ konnten Spechte aus Ton geformt werden, mit dem Brennstempel
gab es sie auf Birkenscheibchen verewigt, eine Märchenstunde zu
Spechtgeschichten verzauberte die Zuhörer, der Spechttakt geklopft
wurde beim Nagelspiel und die Tanzgruppe des Caritas-Wohnheims St.
Franziskus zeigte zum Programmabschluss ihr besonderes Können. Um
das leibliche Wohl kümmerte sich der TSV Spiegelau und die Bücherei
präsentierte passendes Futter für Leseratten. Das Areal am
Waldspielgelände bot zusätzliche Unterhaltung. An kleinen Wasserläufen
zu matschen oder über umgefallene Baumstämme zu balancieren, macht auch
„pur“ mächtig Spaß.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 22. August 2011 So soll das TAZ-Umfeld aussehen Michael Heintz vom Büro Plankreis stellt Gemeinderat Entwurf vor - Zufahrt wird nach oben verlegt Von Ursula Langesee Spiegelau.
Das Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) am Eingang zum früheren
Staatlichen Sägewerk wächst in die Höhe. Nun wurde vom Büro Plankreis
ein Gestaltungsvorentwurf für die umliegenden Flächen und die
Einmündung der Bahnhofstraße in die Staatsstraße 2132 erstellt. Freier
Landschaftsarchitekt Michael Heintz stellte den Plan im Gemeinderat zur
Diskussion. Gewisse Schwierigkeiten in der Gestaltung ergäben sich
aus der Topographie des Gebäudekomplexes mit seinem Höhenunterschied
von bis zu elf Metern, schickte Heintz voraus: „Es liegt wie ein Brett
in der Landschaft“. Vorne, zur Hauptstraße hin, liegt der Kopfbau
tiefer als die Straße, hinter der Schmelzhalle muss das Gelände
angeschüttet werden. An der Verwaltung soll ein vertiefter Campus
entstehen. Dazu wird eine Stützmauer hochgezogen, in die Sitzreihen wie
bei einem Amphitheater eingearbeitet sind. Von der Bahnhofstraße her
soll eine Treppe zum Verwaltungsgebäude führen. Als Zufahrt hatte der
Plankreis die bisherige Einfahrt angedacht. Gestaltet werden soll der
Umgriff mit Asphalt und Granitpflaster. Je nachdem, wie sich die TAZ
entwickelt und welche Ansiedlungen sie anzieht, soll später eine zweite
Zufahrtstraße gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße gebaut werden. Die
ganze Maßnahme, so Heintz, komme auf gut 700 000 Euro, davon würden 55
Prozent gefördert. Auch der passende Ort für eine Bushaltestelle
wurde diskutiert. Am besten sei wohl die direkt vor dem Bahnhof, so der
Vorschlag von Bürgermeister Josef Luksch. Das sei ein guter Knotenpunkt
von Igelbus und der Waldbahn, noch dazu, wenn der Ein-Stunden-Takt auf
der Bahnlinie Zwiesel-Grafenau Realität werden sollte. Erhard
Wawrzek fand die Zufahrt mit 13 Prozent Gefälle - vor allem im Hinblick
auf die Winter in Spiegelau - sehr ungünstig. Zudem seien durch das
Anheben des Straßenniveaus die Garagentore am Anwesen Döringer nicht
mehr zu öffnen. Außerdem führe die neu zu bauende Treppe am
Verwaltungsgebäude direkt in der Kurve auf die Bahnhofsstraße, ohne
Anbindung an einen Gehweg - eine gefährliche Situation. Ob die
Treppe überhaupt nötig sei, daran zweifelte Elke Proßer-Gress. „Wir
haben doch gegenüber dem Bahnhof ohnehin eine Treppe. Die wäre in
keiner Kurve und wenn man sie herrichtet, kann man sie wieder nutzen.“ Karlheinz
Roth störte, dass wieder Pflaster als Straßenbelag vorgesehen ist. „Mir
ist klar, dass das Pflaster den Platzcharakter betonen soll. Aber wir
haben eine Beschluss, dass wir kein Pflaster mehr auf Straßen wollen“. Josef
Wanninger fragte, ob denn zwei Zufahrten nötig seien. Besser sei wegen
des geringeren Gefälles die obere Zufahrt gegenüber der
Pfarrer-Schweikl-Straße und oberhalb des Anwesens Döringer. Mit
diskutiert wurde auch die Gestaltung des Gehweges in Fortführung der
bisherigen Städtebauförderung ab dem Anwesen Mandl/Schleinkofer entlang
der Hauptstraße in Richtung Bahnhofstraße und TAZ. Hier ist wieder ein
Kleinsteinbelag vorgesehen. Das störte 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger: „Darauf können die Leute nicht gehen. Mit Rollator oder
Kinderwagen tut man sich sehr schwer“. Er schlug gesägtes Pflaster vor.
Weil aber zu befürchten ist, dass durch einen Belagwechsel die
Finanzierung über die Städtebauförderung gefährdet ist, sah man davon
ab. Der Gemeinderat beschloss, die Bushaltestelle am Bahnhof
einzurichten, die alte Treppe nutzbar zu machen und auf eine neue
Treppe zu verzichten. Die Zufahrt aufs TAZ-Gelände soll über die obere
Zufahrt erfolgen, die untere fällt weg. Der Straßenbelag wird Asphalt
und kein Pflaster. Die Verschwenkung zur Pfarrer-Schweikl-Straße wird
zurückgestellt.
Aus dem Gemeinderat Spiegelau Zum
Volksfest gab es eine kurze Nachlese im Gemeinderat. So wunderte sich
Karlheinz Roth, dass beim Altennachmittag zur Verteilung der
Biermarkerl vier Personen aus der Verwaltung eingeteilt worden sind,
aber keine personelle Verstärkung für die Touristinfo möglich sei. 3.
Bürgermeister Peter Hinterberger kritisierte die nachlässige Begrüßung
der Gäste durch die TSV-Verantwortlichen als Veranstalter des
Volksfestes. Manfred Barthelmes aus der Böhmerwaldstraße 11 a
und fünf weitere Anlieger der Straße weisen in einem Schreiben darauf
hin, dass während eines schwer en Unwetters in der Nacht vom 10. Juli
trotz eingebauter Rückstauklappen die zum Teil wohnlich genutzten
Kellergeschoße mehrerer Anlieger der Böhmerwald- und Bayerwaldstraße
überschwemmt wurden. Die Anlieger fürchten eine Wertminderung ihrer
Gebäude und weniger Lebensqualität und beantragen deshalb die
baldmöglichste gründliche Untersuchung der Funktionalität und Kapazität
des Abwassersystems durch ein Expertenteam und die nötigen Maßnahmen
zur Verhinderung weiterer Überschwemmungen. Der Gemeinderat war dafür,
dass ein Kanalbauer das Abwassersystem untersuchen und über seine
Beobachtungen dem Gemeinderat und den Anwohnern berichten soll. Weil
bis zur Sitzung weder Stellungnahmen der Behörden und keine Einwände
der Bürger zur Änderung des Flächennutzungsplanes durch Deckblatt Nr.
16 (ehemaliges Hackingergelände) eingegangen sind, - wie Bürgermeister
Josef Luksch bekannt gab - wurde dieser Tagesordnungspunkt
zurückgestellt. Ebenso verhält es sich mit Tagesordnungspunkt 2.3:
Aufstellung des Bebauungsplanes „Solarpark ehem. Hackingersäge“. Das
Wasserwirtschaftsamt Deggendorf hatte der Gemeinde mitgeteilt, dass der
Bau der Abwasseranlage Klingenbrunn-Bahnhof im Förderprogramm 2011
eingeplant sei. Der Bau kostet 915 959 Euro, 663 353 Euro sind
zuwendungsfähig. Im Rahmen des Haushaltskonsolidierung hat der
Gemeinderat beschlossen, diese Baumaßnahme bis 2014 zu verschieben,
weil 250 000 Euro nicht vorfinanziert werden können. Luksch kündigte
an, bei einem Termin nach den Sommerferien mit dem Wasserwirtschaftsamt
darüber zu reden, welche Finanzierungsmöglichkeiten es gebe. Außerdem
solle geklärt werden, ob die Maßnahme auf zwei, drei Jahre gestreckt
werden könne und wie lange der Bewilligungszeitraum für die Förderung
Gültigkeit habe. Zu den Äußerungen von CSU- und FW-Fraktion im
Gemeinderat teilte die Rechtsabteilung des Landratsamtes mit, dass es
sich bei den Aussagen der CSU- und FW-Fraktion um Meinungsäußerungen
politischer Gruppen handele. Aus Sicht des Landratsamtes bestehe
seitens der Gemeinde Spieglau keine durch eine gesetzliche Bestimmung
gebotene Veranlassung, eine Maßnahme zu ergreifen, zumal eine solche
weder von der CSU- noch von der FW-Fraktion erbeten wurde. Durch
die Gemeinde wurde zur Finanzierung eines Feuerwehrfahrzeuges im
Einvernehmen mit der FFW Spiegelau ein Bausparvertrag abgeschlossen.
Die Feuerwehr und der Feuerwehrförderverein stellen hierfür 12 000 Euro
zur Verfügung. Die FFW Spiegelau bittet darum, schriftlich zu
bestätigen, dass dieses Kapital nur zweckgebunden zur Anschaffung eines
neuen Mehrzweckfahrzeuges der Feuerwehr Spiegelau verwendet werden
darf. Roth konkretisierte: „Das ist kein Misstrauen gegen die Gemeinde.
Es soll nur Rechtssicherheit bestehen, denn Gemeinderatsbeschlüsse
können jederzeit aufgehoben werden“. Das Gremium kam der Bitte nach. -
ul
Wanderung in die Waldwildnis Nationalpark-Ranger führte Einheimische in die Heimat abseits der Wege Spiegelau.
„Heimat abseits der Wege“ war das Motto einer geführten Wanderung durch
die sich neu entwickelnde Waldvielfalt im Nationalpark. Es war der
Beginn einer Führungsreihe speziell für die einheimische Bevölkerung.
Mit über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Oberkreuzberg machte
man sich auf den Weg zu einem besonders schönen Stück Natur, um dem
Wachsen und Werden des neuen Waldes nachzuspüren. Nationalpark-Ranger
Günter Sellmayer erzählte von der Geschichte des Bayerischen Waldes,
die auch eine Geschichte von intensiver Waldnutzung, von Stürmen,
Windbrüchen, Käferkalamitäten und Wiederaufforstung war. Er berichtete
von den Säumern, den Glasmachern und den Waldbauern, die ihr Vieh in
die Wälder trieben. Man bekam einen Einblick in das Zusammenspiel
von Tier- und Pflanzenwelt, die wichtige Arbeit der Insekten und Pilze
im sich natürlich entwickelnden Wald. Am praktischen Beispiel konnte
man erfahren, weshalb Totholz und liegende Bäume für den Aufwuchs der
jungen Baumsämlinge so wichtig sind. Auch für kritische Fragen war
genügend Platz und sie ließen sich an Ort und Stelle besonders gut
diskutieren. Das Beeindruckendste war natürlich die Wanderung durch
verschiedene Stadien des Waldwachstums. Bereits über fünf Meter hohe
Buchen, Fichten und Ebereschen, dazwischen mannshohe Tannen, silberne
Baumskelette voll von Wohnhöhlen für Vögel und Insekten, tausende und
abertausende junge Bäumchen, die nach oben ins Licht streben, für die
Tierwelt wichtige Busch- und Krautpflanzen, eine schier explodierende
Natur - und das alles ohne Eingriff des Menschen. Ein Besuch der
alten „Rachel-Diensthütte“, des früheren Forsthauses, rundete die über
dreistündige Wanderung ab. Gefragt, wie der Ausflug in die
„Waldwildnis“ angekommen sei, kam ohne Zögern die Antwort: „Wann ist
die nächste Wanderung?“ - bei
PNP Grafenauer Anzeiger vom 13. August 2011 Was in Spiegelau so alles gebaut werden soll - Grundstücks- und Bauausschuss trifft sich am 18. August Spiegelau.
Zu seiner nächsten Sitzung kommt der Grundstücks- und Bauausschuss am
18. August, um 14.30 Uhr in der Touristinfo zusammen. Besichtigt
werden die Friedhöfe in Spiegelau, in Oberkreuzberg und Klingenbrunn,
der Kurweg bei der Kristallglasfabrik, Schäden an den Gartenmauern bei
den Anwesen Friedl, Steinweg 3, und Urban, Steinweg 5, die
Oberflächenwasserbeseitigung bei den Anwesen Pertler, Peterhansl und
Dick in Althütte und die Pflege des gemeinsamen Weges zwischen den
Grundstücken Kellner und Zellner in Althütte. Bauvoranfragen und
-anträge: Neubau eines Anwenderzentrums in Spiegelau, Neubau eines
Zweifamilien-Wohnhauses mit Garage und Carport durch Bianca de Lattré
in Spiegelau, Neubau eines Wohnhauses mit Garage durch Dr. Hoff in
Darmstadt, Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage durch Pamela
und Stefan Friedl in Spiegelau, Neubau eines Einfamilienhauses mit
Doppelgarage durch Alexander Häusler in Sommerau, Abbruch des
baufälligen Anwesens Althütte 4 durch Doris Eder, Spiegelau, Neubau
eines Einfamilienhauses mit Garage und Viehunterstellplatz durch Johann
Schrönghammer, Spiegelau, Teilabbruch und Anbau an das bestehende
Wohnhaus durch Willi Gabriel, Spiegelau, Tektur zum Eingabeplan vom
9.9.2009 durch H. und E. Praus, Spiegelau, Anbau eines Windfangs an das
Wohnhaus durch M. u. H. Ranzinger, Spiegelau, Nutzungsänderung
Gastronomie in Spielhalle durch Erich Hofbauer, Grafenau, Bau einer
Windkraftanlage durch Johann Ranzinger, Spiegelau, Errichtung eines
Solarkraftwerks durch Max Hilz, Spiegelau, Anbau einer Garage mit
Abstellraum durch Armin Nama, Spiegelau, Neubau von zwei
Appartementhäusern durch Tanja Boxleitner-Weiß und Markus Weiß
Neuschönau, Anbau eines Wintergartens durch Paula Wawrzek, Spiegelau,
Neubau eines Autotuning- und Zerlegebetriebes durch Arthur Müller aus
Spiegelau, Ersatzbau Glasatelier durch Karl-Heinz Pauly, Spiegelau,
Neubau eines Wohnhauses durch Christine Raith, Spiegelau, Neubau einer
Garage mit Unterstelle durch Nicole und Christian Janka, Spiegelau. -
red
PNP Grafenauer Anzeiger vom 3. August 2011 Spiegelauer Schulfamilie verabschiedet Reimeier und Seidl Der
Rektor und die Konrektorin gehen in den vorzeitigen Ruhestand -
Schulleitung soll Franziska Vogl aus Neuschönau übernehmen - von Franz
Stockinger Spiegelau. Die Schulfamilie Spiegelau hat eine
großartige Verabschiedung erlebt unter dem Thema: Auf zu neuen Ufern.
Lydia Seidl, Konrektorin und Rektor Karl-Heinz Reimeier hatten
sozusagen ihren letzten Schultag zu absolvieren, weil sie nunmehr mit
61 bzw. 62 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand treten. Als Nachfolgerin
für den Posten der Schulleitung ist Franziska Vogl aus Neuschönau
vorgesehen. Alle Beiträge an diesem Vormittag, die offiziellen
Reden, aber besonders die gelungenen und durchdachten Darbietungen der
Schulklassen gefielen den geladenen Gästen, mit Schulrat Werner Grabl,
SchADin a. D. Ursula Schwarz, den Persönlichkeiten aus der
Geistlichkeit mit Pfarrer Hubert Gerstl, Pfarrer Johann Pöppel, Pfarrer
Rupert Wimmer und Diakonin Gabriele Neumann-Beiler, den Bürgermeistern
Josef Luksch (Spiegelau) und Helmut Vogl (St. Oswald-Riedlhütte) und
Karl Feuerecker, Rektor von der Nachbarschule St. Oswald-Riedlhütte.
Zum Festakt waren weiter die Elternbeiratsvorsitzende Katrin Friedl,
Vertreter vom Bücherei-Team (Lesekatze), die Mittagsbetreuerinnen
Andrea Weber und Ulla Schleinkofer gekommen und nicht zuletzt wurden
mit Anton Seibold, Bruno Fischer und Franz Stockinger ehemalige
Kollegen herzlich willkommen geheißen. Lehrer Siegfried Stockbauer,
der auch die zweieinhalbstündige Veranstaltung moderierte, hatte diese
Begrüßung vorgenommen. Zunächst muss man aber vorab ein dickes Lob an
die Grundschüler richten, die den verhältnismäßig langen Ablauf niemals
störten und sich außerordentlich diszipliniert verhielten. Mit diesem
Verhalten leisteten sie damit ein großartiges Geschenk an das
scheidende Führungsteam. Anna Haslbeck eröffnete die Abschiedsfeier
mit einem Klavierstück aus „Der Troubadour“ von G. Verdi und darauf
folgte der Sketch der Klasse 3c: „Was ist denn heute hier los?“ Die
Schülerinnen Lilli Eisch, Julia Krodinger und Mia Peter spielten
anschließend „Leit, Leit, ...“, begleitet von Claudia Wolf auf der
Harfe,. Bürgermeister Luksch bedankte sich zunächst bei Lydia Seidl
für ihre Lebensleistung als Pädagogin hier in Spiegelau. Gerade die
Kleinsten seien ihr ans Herz gewachsen, die sie aufopfernd betreut und
unterrichtet habe. Als Initiator der Kulturtage Spiegelau bleibt der
Name Karl-Heinz Reimeier unauslöschlich hier in der Gemeinde verankert.
Als Geschenke hatte er einen Gutschein für die Therme (Viktoria) in
Füssing mitgebracht, denn Lydia liebe das warme Wasser. Karl-Heinz
bedachte er mit einem Porträt gemalt von Siegfried Stockbauer, das ihn
selber als künftigen Rentner zeigt. Nach dem „Impromtu“ der
Schülerin Marie Frank (Klasse 4a) traten die Klassen 2ab auf mit „Ein
Mann der sich Karl-Heinz genannt“ und im Anschluss daran die 1a und 1b
mit „Die Lydia geht heut´ auch von Bord“. Schulrat Werner Grabl:
Frau Seidl hat nach dem Abitur 1970 in Zwiesel dann an der Uni
Regensburg studiert. Bis 1987 war sie an der Grund- und Hauptschule in
Riedlhütte tätig, ehe ihr im gleichen Jahr die Stelle einer Konrektorin
in Spiegelau übertragen wurde.“ Zu Karl-Heinz Reimeier: „1970 legst
du dein Abitur ab, leistest den Wehrdienst, 1972 beginnst du das
Studium an der Universität in Regensburg. 1975 ist erste
Lehramtsprüfung. Die zweite Lehramtsprüfung legst du erfolgreich 1978
ab. Dann beginnt deine Lehrertätigkeit in Riedlhütte-St. Oswald. 1993
kommst du nach Innernzell und wirst dort zum Konrektor ernannt. 2003
wirst du Fachberater für Musik und 2005 an die Schule Spiegelau
versetzt. 2007 erfolgt hier die Ernennung zum Rektor.“ Für die
Zukunft wünschte Grabl beiden eine ruhige Zeit, ganz besonders
Gesundheit und Gottes Segen und schloss mit der gerne zitierten
Weisheit: „Der größte Luxus, den man sich leisten sollte, ist, keinen
Luxus zu haben, sondern Zeit.“ Lehrerin Sylvia Wernsdorfer erhielt im
Anschluss daran von Grabl eine Dankurkunde für das 25-jährige
Dienstjubiläum überreicht. Romina Kaufmann (4a) spielte dann auf dem
Klavier ein Menuett von J. S. Bach und die Klasse 3a sang „Ich schenk
dir einen Regenbogen“. Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin
Neumann-Beiler erwiesen sich als perfekte Musikanten, während sie den
scheidenden Pädagogen zum Abschied ein Ständchen brachten. Es folgte
dann ein Akkordeonstück, gespielt von der Schülerin Lilli
Eisch.Zusammen mit den Schülern brachten auch die Mittagsbetreuerinnen
Weber und Schleinkofer ihren Dank und ihre Wünsche zum Ausdruck, in
Form eines Bildes, worauf alle guten Wünsche abzulesen sind. In
bewegten Worten verabschiedete sich der Elternbeirat mit Katrin Friedl.
Sie gab den Initialen beider Pädagogen sinnbetonte Attribute, die so
richtig ihre Eigenschaften widerspiegeln. Für Lydia E. Seidl
beispielsweise das L: Lehrerin mit Leib und Seele, das E: eloquent,
effektiv und energisch, für das S: sympathisch, stark, schlagfertig.
Bei Karl-Heinz komme man beim K nicht an kreativ vorbei oder auch
kommunikativ. Bei ihm sei die Eigenschaft kinderlieb besonders
ausgeprägt. Bei seinem H falle einem herzlich und humorvoll ein. Das R
müsse heißen rastlos unterwegs, aber auch für ruhig. Als passendes
Ruhestandspräsent überraschte der Elternbeirat dann mit zwei Bänken und
mit dem Wunsch, sich auch die Zeit zu nehmen, darauf zu sitzen und zu
verweilen. Dazu passend folgte ein gemeinsames Gedicht der 4b: „Wir
wünschen euch Zeit!“ Nachdenkliches, aber auch Humorvolles brachte
dann Siegfried Stockbauer als Sprecher der Lehrerschaft ein. Wir hätten
euch niemals als Vorgesetzte gesehen, von Anfang an war es ein
partnerschaftliches Miteinander und zu keiner Zeit hätten die Kollegen
die Machtausübung nach Paragrafen verspürt. Witzige Texte zur Melodie
„My bonnie is over the ocean“ sang dann die Lehrerschaft begleitet von
Neumann-Beiler auf ihrer Mandoline und auf der Gitarre von Otto
Öllinger. Lydia Seidl: „Arthur Schnitzler sagte einmal, ein Abschied
schmerzt immer, auch wenn man sich lange schon darauf freut.“ Und der
Abschied von den Kindern, ihren Schülern, was ihr am wichtigsten sei,
falle ihr richtig schwer. Sie habe aber, wenn sie zurückblicke, das
große Glück gehabt, den Beruf, ihren Traumberuf zu ergreifen, nämlich
als Lehrerin zu arbeiten. Jedoch könne sie feststellen, dass sie
eigentlich nie gearbeitet habe, sie sei lediglich ihrem Hobby
nachgegangen nach dem Wort von Konfuzius: „Wenn du liebst, was du tust,
wirst du niemals mehr in deinem Leben arbeiten“. In seiner
Abschiedsrede erwähnte Rektor Reimeier zunächst seinen Firmungstag, als
er damals nach seinem Berufswunsch gefragt wurde. „Lehrer“, habe er
darauf spontan geantwortet. „O mei, da kimmst ja dein´ Lebtag net aus
da Schui“, habe sein Firmpate gedroht. Aber heute ist es doch so weit.
Rückblickend stellte er fest, dass er immer versucht habe, das
Schulgebilde als Ganzes zu sehen. Jeder sei wichtig, jeder sei gleich
wichtig, und jeder ist gleich viel wert. Respekt vor dem Anderen sei
ganz wichtig und das zu lernen ist praktisch das Wichtigste in der
Schule! Bevor er nun in seinen neuen Lebensabschnitt starte, gelte es,
Dank abzustatten, beim Elternbeirat, bei der Gemeinde, bei der
Geistlichkeit, bei den Kollegen und natürlich der Sekretärin Elli
Friedl und beim Hausmeisterehepaar Cornelia und Konrad Graf. Auch die
Künstlergruppe mit Susanne Schreiner, Klaus Büchler und Josef Schneck
müsse er in seinen Dank miteinbeziehen, da sie ihren Beitrag dahin
geleistet hätten, dass die Kinder einen neuen, ganz anderen Zugang in
diese Richtung erfahren haben. Das gelte auch für das
Bibliotheksteam. Nicht zu vergessen sei die Mittagsbetreuung oder Franz
Baumann für die Beschallung der Mehrzweckhalle seit Jahren. Natürlich
bedanke er sich beim Schulamt für die stets gute Zusammenarbeit. Das
größte Danke gehe an das Lehrerkollegium. Es war immer mit vollem
Einsatz für die Schule da und auch für ihn. Zum Schluss seiner
Abschiedsgedanken galt sein Willkommensgruß seiner vorgesehenen
Nachfolgerin Fanny Vogl aus Neuschönau mit allen guten Wünschen am
neuen Wirkungsort in Spiegelau. „Ois hod a End“, so resümierte dann
in einem Gedicht die Klasse 3c ehe ein Segenslied „Die Zeit mit euch
geht nun zu Ende ...“ den Scheidenden mit auf den Weg gegeben wurde.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 18. Juli 2011 Schokotaler waren sein Verhängnis Spiegelauer Pandurenfest: Obrist Trenck will harte Währung und entführt den Bürgermeister Von Franz Stockinger und Hermann Haydn Spiegelau.
Trickreich wäre er schon gewesen, Bürgermeister Josef Luksch, der
angesichts des bevorstehenden festlichen Einfalls der Panduren im Jahr
2011 den Hohen Rat des Ortes vom Nachtwächter noch zu später Stunde
zusammenholen ließ. Leib und Leben stehe auf dem Spiel. Geld und Gold,
das der Freiherr voraussichtlich fordere, sei aber nicht mehr in der
Kasse. Sich ihm vor die Füße werfen oder kämpfen bis zum letzten
Tropfen Blut? Die Spiegelauer versuchten es mit einer List. Aber zur
Strafe wurde der Bürgermeister gefesselt und verschleppt. Die Kinder
hatten ihre Freude daran, war die Schatzkiste des Ortes doch mit golden
glänzenden, aber süßen Schokotalern gefüllt. Rätin Elke Proßer-Greß
dagegen bewies großes Schauspieltalent und trauerte um den verlorenen
Ortsvorsteher. Lange musste die Betroffenheit ja auch nicht währen.
In der Neuzeit angekommen ist lediglich die Haushaltslage ähnlich. Die
Panduren waren dagegen freundliche Gesellen und Gesellinnen, der
Bürgermeister kam nicht in den Pandureneintopf, und nach vorabendlicher
Pandurenrast, großem Festzug, Kinderprogramm, Pandurenspiel, Flohmarkt,
Fechtvorführung und Feuershow endete das Pandurenfest 2011 am Samstag
mit lauter guter Laune. Die Pandurenrast in Klingenbrunn, erstmalig
veranstaltet, war auch schon ein Supererfolg! Die Motorradfreunde
Klingenbrunn und die FFW Klingenbrunn waren verantwortlich auch für das
Ambiente zum Vorabend des Spiegelauer Pandurenfestes. Die beiden
Vereine bewiesen dabei einmal mehr ihr Organisationstalent, wenn es
darauf ankommt, ein Fest so richtig in Szene zu setzen. Mit einfachsten
Mitteln wurde der Dorfplatz in das Flair der Kaiserzeit Maria Theresias
getaucht. Die Dekoration gekonnt auf das Wesentliche beschränkt, mit
Gegenständen und Utensilien wie sie damals den Alltag bestimmten, z. B.
mit Sitzgelegenheiten auf Strohballen, Decken aus rohem Leinengewebe
für ein Zeltdach oder Grillstationen für Spanferkel, Bratkartoffeln und
Würsteln am offenen Feuer. Freilich passte alles zusammen: Das Wetter,
wie es schöner hätte nicht sein können, ein warmer Sommerabend, dazu
dezente Musik ohne Lautsprecher, dafür mit erfahrenen Musikanten, wie
Beate und Michael Kordick, Klaus und Florian Süß, oder Otto und Maria
Öllinger. Eine elegante Tänzerin aus Regensburg, Lisa Hanninger, führte
orientalische Tanzkunst vor, in Ästhetik und Ausdruckskraft voll
überzeugend. Die Veranstaltung begann um 19 Uhr. Zum Ende um ca. 23 Uhr
haben bestimmt mehr als 600 Besucher die Pandurenrast am Dorfplatz in
Klingenbrunn besucht. Noch größer war der Andrang zum Pandurenlager
am Spiegelauer Schulgelände. Der Nachtwächter von Grafenau hatte den
Festzug zuvor mit Musik und Reitern zum Festplatz geführt.
Fahnenschwenker, Stelzengeherinnen, eine Kutsche, Gaukler und eine
bunte Menge an Vereinsabordnungen nutzte das prächtige Sommerwetter, um
anschließend mit dunklem Pandurenbier den Durst zu löschen. Die
Kinder hatten am vielfältigen Programm von Schminken und Kasperltheater
bis Luftballonschwertern ihre helle Freude. Damit ließen sich dann auch
die Szenen nachspielen, die die Profis der Fechtgruppe zuvor zeigten.
Das Spiel von der Kontributionsforderung des Freiherren begeisterte die
Anwesenden. Der Bürgermeister wurde dennoch verhaftet. Mit Schokolade
ließen sich die wilden Gesellen nicht abspeisen, dafür die Kinder, und
die großen Besucher mit allerlei Leckerem von Pandurenbraten bis
Eintopf zu flotten und zünftigen Klängen der Klingenbrunner Dorfblosn.
Feuerig endete das Programm mit Darbietungen der Youngstars Grafenau,
die mit dem Feuer spielten, als es dunkel und kühler wurde und heizten
den vielen Besuchern noch einmal kräftig ein.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 14. Juli 2011 „Zeit für die Seele“ genommen - Ökumenische Wanderung auf dem Seelensteig Spiegelau.
Vor allem Einheimische waren in großer Zahl gekommen, um sich an der
meditativen ökumenischen Wanderung auf dem Seelensteig zu beteiligen.
Petrus hatte ein Einsehen und es deutete sich ein sonniger Sommerabend
an. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Ranger Günter Sellmayer,
Bürgermeister Josef Luksch, Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Pfarrer
Rupert Wimmer machte man sich gemeinsam auf den Weg, der das Vergehen,
aber im Moment noch mehr das Wachsen und Werden des neuen Waldes in
üppigem Grün erleben ließ. An ausgesuchten Stellen sammelte sich die
Gruppe, um sich von geistlichen und meditativen Texten und Liedern zum
Nachdenken anregen zu lassen. Es ging um die Zeit und unseren Umgang
damit. Am höchsten Punkt des Seelensteiges mit Blick auf die
untergehende Abendsonne teilte man miteinander Brot und Wein. Still
und voll Aufmerksamkeit für die Natur ging es auf dem Rundweg weiter.
Nach einem gemeinsamen Gebet am Bach wanderte man zurück zum
Ausgangspunkt. Mit einem Segen verabschiedeten Diakonin
Neumann-Beiler und Pfarrer Wimmer die Gruppe. Allgemeines Fazit der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer: “Das war richtig schön - das nächste
Mal sind wir wieder dabei.“ - eb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. Juni 2011 Eine
Forderung mit kritischen Untertönen - Spiegelau gegen Rückgang bei
Städtebauförderung - Wawrzek kritisiert: Geld war da und wurde liegen
gelassen Von Hermann Haydn Spiegelau. Die Aussicht auf
weniger Geld ist selten erfreulich. Eigentlich eine klare Sache, dass
sich die Kommunen gegen die befürchtete Reduzierung von Bundesmitteln
für die Städtebauförderung wenden; so auch in Spiegelau. Einen
kritischen Unterton zur entsprechenden Resolution, zu der der
Bayerische Gemeindetag aufgerufen hatte, gab es von einigen
Gemeinderäten. Spiegelau müsse darauf hoffen, dass man nicht daran
erinnert werde, dass vorhandene Mittel leichtfertig verschenkt worden
seien, wenn man jetzt zugleich dagegen sei, diese Mittel zu reduzieren. Erhard
Wawrzek wollte sich den Hinweis nicht verkneifen. Als es vor nicht zu
langer Zeit darum ging, was an Ortssanierung gemacht werden könnte oder
sollte, Kirchplatz oder Kreuzungsbereich, hätte die Gemeinde mit
Bürgermeister Josef Luksch voran Geld liegen lassen, das bereits
zugesagt gewesen wäre. Sechs Jahre lang sei da ein gutes Angebot nicht
abgerufen worden. Eine hohe Förderquote sei auf der Strecke geblieben,
weil Unterlagen zu spät oder fehlerhaft abgeliefert worden seien,
obwohl es Ratsbeschlüsse gegeben hätte, wie zu verfahren gewesen wäre.
Bürgermeister Luksch entgegnete, dass Wünsche und Fördervorgaben der
Regierung eben nicht immer zusammen zu bringen gewesen seien und die
gereichte Hand, an anderer Stelle als an der Kreuzung zu beginnen, eben
auch ausgeschlagen worden sei. Auch Karlheinz Roth erinnerte an die
„Mängelliste“ der Regierung, die schließlich den Zugang zu maximalen
Mitteln verstellt habe. Zugleich verwies er aber auch darauf, dass es
nun nicht darum gehe, was damals war, sondern um eine Resolution für
die Zukunft. Die wurde dann auch einstimmig angenommen. Hintergrund:
Der Bund beabsichtige, so der Gemeindetag, die Städtebauförderung bei
450 Millionen Euro einzufrieren und damit um etwa 150 Millionen Euro
niedriger zu halten als vor 2011. Zwar werde erst bei den
Haushaltsberatungen 2012 diese Frage wirklich akut, aber ein Protest an
das Bundesbauministerium solle da gleich klare Position beziehen. Informationen
gab es dazu, dass der Antrag auf Baugenehmigung für den Neubau einer
Firma für Autotuning und Zerlegung durch Arthur Müller im Gewerbe- und
Industriegebiet Oberkreuzberg Süd-West nach dem Einvernehmen der
Verwaltung an das Landratsamt weiter gegeben wurde. Ein Schreiben
des Hoteliers Alois Grobauer aus Oberkreuzberg beschäftigte sich mit
dem geplanten Windkraftwerk im Umfeld der Ortschaft. Bei einer
insgesamt 200 Meter hohen Anlage dieser Art wäre nach Abstandsflächen
und potenziellen Beeinträchtigungen zu fragen. Es müsse die Bevölkerung
einbezogen werden, bevor nur ein Investor profitiere. Deshalb fragte er
auch nach einem genauen Standort. Bürgermeister Josef Luksch nahm der
Anfrage den Wind aus den Segeln: Da eine Flächennutzungsplanänderung im
Verfahrensverlauf nötig würde, habe jeder Bürger und jede Fachstelle
ohnehin die Gelegenheit, zu so einem Projekt Stellung zu beziehen, die
auch im Gremium beraten werden müsse. Er selbst habe aber bei
Gesprächen bisher keine negativen Reaktionen aus dem Umfeld gehört. Er
bat auch darum, den Ball flach zu halten. So würden Investitionssummen
in den Raum gestellt, die deutlich zu hoch gegriffen seien. Josef
Wanninger regte an, so wie in Waldkirchen sich über Regionalplanung
mehr Kenntnisse über mögliche Standorte zu schaffen, bevor in einer
Tourismusregion jede Anlage als Einzelfall wieder kompliziert
durchdiskutiert werden müsse. Feste Definitionen, wo was geht und wo
der Wind entsprechend weht, könnte seiner Ansicht nach
Planungssicherheit bringen und würde Gegenwind nicht extra von Fall zu
Fall aufbauschen. Die Anregung, mit einem Spezialisten der Regierung
dazu Kontakt aufzunehmen, wurde aufgegriffen. Im laufenden Fall soll
aber dadurch nicht der Eindruck erweckt werden, so Luksch, man bekomme
jetzt doch kalte Füße, sondern das soll seinen eingeschlagenen Weg
jetzt auch gehen können. Der TSV Spiegelau muss derzeit für seine
Trainings auf einen anderen Platz ausweichen, da der eigene Platz am
Trosselgelände saniert wird. Bereits Anfang Juni wandte sich der Verein
an die Kommune, da der Sportplatz am Schulgelände „sich in einem
äußerst schlechten, um nicht zu sagen katastrophalen Zustand“ befinde.
Mähen und Vertikutieren tue Not. Bürgermeister Luksch informierte, dass
der Platz gemäht wurde. Es hatte das Problem gegeben, dass nötige
Technik gerade zu der Zeit in Reparatur gewesen sei. Auf die Frage
Wanningers, wer denn für die Pflege zuständig sei, antwortete Luksch,
dass das schon prinzipiell die Kommune sei, dass aber auch der TSV
werde mitpflegen müssen. Ein Nutzungsvertrag sei nötig. Josef Wanninger
kritisierte, dass der Platz jahrelang vernachlässigt worden sei und nun
eher einer Wiese gleiche. Auch die Laufbahn sei in einem der
Schulanlage unwürdigen Zustand, so Karlheinz Roth. Luksch entgegnete,
seit man keine Hauptschule mehr habe, werde die Anlage eben auch nicht
mehr entsprechend intensiv benötigt. Zum geplanten
Beschilderungskonzept der Gemeinde informierte der Bürgermeister, dass
die Euregio einer Förderung zugestimmt habe. Drei Angebote wurden zudem
eingeholt, wobei das günstigste bei etwa 4000 Euro lag. Vorbehaltlich
der Erhebung, ob der Kurbeitrag in diesem Jahr auch die nötige Mehrung
erbrächte, erhielt die Verwaltung die Ermächtigung, dann auch den
Auftrag zu vergeben, wenn alle noch ausstehenden Vorgaben wie der
Zuwendungsbescheid erfüllt sind. Kleine Teile von ehemaligen
Kreisstraßenflächen, die als „Flurrelikte“ noch in der Gemarkung
Klingenbrunn vorhanden sind, werden zu kommunalen Flächen umgestuft.
Ortsstraßen werden dabei zum Beispiel Zufahrten zu Anwesen, die früher
in die Kreiszuständigkeit fielen. Informationen gab es dazu, dass die
Winterdienstkostenförderung der Regierung von Niederbayern bestehen
bleibt und Spiegelau aus dem Topf 23 790 Euro erwarten kann, den Helga
Weinberger zu ihrer Abgeordnetenzeit maßgeblich unterstützt hatte, so
Luksch. Ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann, gab es zur
Überarbeitung der gemeindlichen Homepage. Eine Hochschule in Potsdam
führt ihre Informatikstudenten an die Praxis heran, indem kostenlos
Seiten programmiert werden. Lediglich etwa 15 Euro Unterhalt pro Monat
fallen dann an und die Vorarbeit der inhaltlichen Konzeption muss
selbst erledigt werden. Lediglich die Frage muss noch geklärt werden,
dass die Domainadresse weiter im Besitz der Kommune bleibt. Unter
Anfragen sprach Kurt Zettl ein Entwässerungsproblem in Althütte an, wo
an tiefster Stelle Hausbesitzern bei stärkerem Regen Gebäudeteile voll
liefen. Eine einfache Lösung ist nicht in Sicht, aber ein Versprechen,
da zu handeln, sei gegeben worden. Der Bauausschuss soll sich die Sache
anschauen. Karlheinz Roth erinnerte daran, dass auch ein
Blockheizkraftwerk besichtigt werden sollte. Das soll noch vor den
Sommerferien gemacht werden, so Luksch. Kurt Hobelsberger fragte nach,
wie es mit der Schlauchpflegeanlage für die Wehren stehe. Bei
anstehenden Gesprächen zu Führerscheinkostenregelungen solle auch das
thematisiert werden, so Luksch.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 14. Juni 2011 Alternativ-Route
als neue Genussvariante - Der 65 Kilometer lange Goldsteig-Qualitätsweg
durch den Nationalpark wurde in Spiegelau offiziell eröffnet / Von Olga
Behringer Spiegelau. Wandern ist wieder in - und so wurden
die Wanderschuhe geschnürt und die neu angelegte
Goldsteig-Alternativroute Nationalpark Bayerischer Wald vergangenen
Freitag vom Tourismusverband Ostbayern (TVO) offiziell eröffnet.
Innerhalb kurzer Zeit hat sich der Qualitätsweg Goldsteig zu einem sehr
beliebten Wanderweg entwickelt und hat sozusagen Leuchtturm-Charakter
für die ganze Region. Das Goldsteig-Wegenetz ist mit der
Alternativroute weiter angewachsen und wurde kürzlich mit 65 Kilometern
Länge von Bayerisch Eisenstein bis Mauth fertig gestellt. Diese Route
ist eine neue Genussvariante zur anspruchsvolleren Gipfeltour über den
Großen Falkenstein, Rachel und Lusen. Zur offiziellen Begehung
(zwischendurch mit Bustransfer), traf sich die erste Wandergruppe in
Frauenau mit Vorstellung der Gläsernen Gärten durch Landrat Heinz Wölfl
und Bürgermeister Herbert Schreiner. Die zweite Gruppe startete in
Riedlhütte mit Begrüßung durch Bürgermeister Helmut Vogl und
offizieller Übergabe der Goldsteig-Glastaler. Treffpunkt für alle
Wanderer war schließlich das Café Würzbauer in Spiegelau. Neben den
Tourismusleitern der umliegenden Gemeinden sowie den Bürgermeistern
Eduard Schmid (Hohenau), Heinz Vogl (St. Oswald-Riedlhütte) und Josef
Luksch (Spiegelau) begrüßte TVO-Geschäftsführer Dr. Michael Braun auch
die Landräte Heinz Wölfl und Ludwig Lankl. Heinz Wölfl erwähnte,
dass der Goldsteig den Bayerischen Wald „geadelt“ habe und er sei sich
sicher, dass der Bayerische Wald mit den schönsten Wanderwegen
ausgestattet sei. Durch gute Vermarktung und massive Werbekampagnen sei
nach einer Auswertung der Bayerische Wald zum Wanderland Nummer Eins
geworden. Weitere positive Tourismusaspekte seien das „GUTi“ und auch
der E-Wald werde sein Übriges tun, die Region auch noch
umweltfreundlich weiter voranzubringen. Auch Ludwig Lankl sieht einen
enormen Vormarsch des Bayerischen Waldes als Urlaubs- und Wanderland.
Das Umwelt-Ticket zählt er zur absoluten Erfolgsgeschichte, das von den
Urlaubsgästen gerne angenommen werde. „Das GUTi ist ein Muss für jede
Urlaubsregion!“, bekräftigte Lankl. Er sehe allerdings noch
Verbesserungsmöglichkeiten bei der Passierbarkeit nach Tschechien, um
so ein durchlässiges Netz für den ÖPNV anbieten zu können. Zu einer
guten Wander-Infrastruktur gehöre eben auch ein funktionierender ÖPNV. Bürgermeister
Josef Luksch, der den Namen „Goldsteig“ auch von der kulinarischen
Seite her kennt und schätzt, glaubt fest daran, dass die
Alternativroute bald als Hauptroute anerkannt werde und dass eine
Steigerung des Bekanntheitsgrades von Goldsteig ein weiterer Genuss -
ein Naturgenuss - werde. Dr. Michael Braun erklärte, dass sich eine
neue Qualität des Wanderns durchsetzt. Er bezeichnete den Goldsteig mit
der 660 Kilometer langen Haupttrasse und den 550 Kilometer langen
Zuwegen als „Leuchtturmprojekt der Region“. Er merkte an, dass durch
diesen Weg auch bei den Gastgebern, den Goldsteig-Ge(h)nuss-Partnern,
das Qualitätsbewusstsein mehr und mehr wachse. Sie präsentierten sich
als wanderfreundliche Gastgeber und orientierten sich nach dem, was der
Wanderer brauche. Eine Studie der Fachhochschule Westküste brachte
zudem Erfreuliches ans Licht: Der Bayerische Wald ist ein Synonym für
Natur und Aktivitäten in der Natur. Die Deutschen geben dem Bayerischen
Wald gerade für Natururlaub, Wandern, Familienurlaub und Urlaub auf dem
Bauernhof die ersten beiden Plätze. „Darauf können wir stolz sein, das
zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind!“, freute sich Braun.
Dies sei aber zugleich auch ein Auftrag, im Sinne einer stetigen
Qualitätsverbesserung weiter am Wanderwegenetz zu arbeiten und dazu
werden alle gebraucht: die Landkreise, die Gemeinden, Wegepaten,
Waldvereine, Nationalpark und Naturparke, Wirte und wanderfreundliche
Gastgeber, und auch die Bewohner vor Ort, die dem Wanderer auch einmal
den Weg zeigen oder die Wasserflasche auffüllen. Abschließend galt
der Dank von Dr. Braun allen, die dieses Wander-Projekt mit unterstützt
und voran gebracht haben und im Hinblick auf die Zukunft sagte er :
„Wir sind oben angekommen und wir wollen auch dort bleiben.“
PNP Grafenauer Anzeiger vom 11.Juni 2011 Gemeinderat genehmigt 140-Meter-Windrad - Die ursprünglich vorgesehenen 60 Meter sind nicht wirtschaftlich / Spiegelau. Das
Einvernehmen hat der Gemeinderat der Errichtung eines Windrades
erteilt, das statt 60 Meter Nabenhöhe mittlerweile 140 Meter hoch sein
muss, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. „Wir müssen der
Windkraft so offen gegenüber sein wie den Solaranlagen“, begründete
Bürgermeister Josef Luksch die Zustimmung zur Bauvoranfrage von Johann
Ranzinger aus Winkelhof. In einer vorangegangenen Sitzung hat der
Gemeinderat der Errichtung einer Windkraftanlage mit 60 Metern Höhe
zugestimmt. Der Bauwerber hatte sich weiter eingehend mit der Thematik
beschäftigt und war zu dem Ergebnis gekommen, das Windrad mehr als
doppelt so hoch bauen zu müssen, weil in höheren Lagen bessere
Windverhältnisse herrschen und so mehr Strom erzeugt werden könne. Um
alternative Energien geht es auch im Antrag von Max Hilz aus Spiegelau
die ehemaligen Hackingersäge-Grundstücke im Flächennutzungsplan so zu
ändern, dass aus den „Flächen für Gemeinbedarf“ ein „Sondergebiet
Photovoltaik“ wird. Der Gemeinderat stimmte der Änderung des
Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu, wo
ein Solarkraftwerk mit 1500 kWp Leistung auf dem Gelände der ehemaligen
Hackingersäge errichtet wird. Bis Ende September soll das
Aufstellungsverfahren abgeschlossen sein. Die Einführung der
Nationalpark-Card, die Eintritte zum halben Preis bietet, machte auch
eine Änderung der Eintrittspreise für das Naturbad erforderlich.
Einstimmig wurde die Satzungsänderung beschlossen. So kostet z.B. der
Eintritt für Erwachsene mit Nationalpark-Card 1,30 Euro (statt 2,60 ),
für Kinder, Jugendliche und Schwerbeschädigte 85 Cent (statt 1,70 ).
Karlheinz Roth störte, dass der Eintritt für Kinder und Jugendliche mit
Ferienpass einen Euro kostet und somit für einheimische Kinder 15 Cent
teuerer ist als für Urlauberkinder mit Natitonalpark-Card. Der Preis
wurde auf 85 Cent korrigiert, ebenso bei der Familienkarte für zwei
Erwachsene und zwei Kinder, die auf sechs Euro festgesetzt war. Weil
man aber dann billiger kommen würde, wenn man über die
Nationalpark-Card Einzeltickets kaufe, wurde sie auf 4,30 Euro
reduziert. - ul
PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. Mai 2011 Jetzt
können auch Rollis kneippen - Barrierearme Naturkneippanlage an der
Spiegelauer Schwarzach eröffnet - Test bei Nässe von oben / Von Hermann Haydn Spiegelau.
Es ist ein erfrischendes Erlebnis, wenn man im berühmten
Storchenschritt die Naturkneippanlage in Spiegelau durchschreitet. Was
vom Rachel munter und moorig herunter rieselt, das bietet nun auch für
Menschen mit Handicap Zugang zu dieser Erfahrung. Unter Führung der
Nationalparkverwaltung wurde eine der ältesten Einrichtungen der
Gemeinde wieder auf Vordermann gebracht, erweitert und bei der
Gelegenheit auch barrierearm gestaltet. Ein sanft fallender Pflasterweg
führt nun ebenso in das Wasser der Schwarzach wie die klassischen
Zugänge für alle, die hinein steigen können. Natürlich ist es nicht
durchgängig möglich, so Landschaftsachitektin Maria Hußlein, jede Ecke
der Anlage nun auch mit Rolli zu erreichen. Da setzt die Natur
Schranken, etwa durch ein sich veränderndes Bachbett und weichere
Uferbereiche. Aber immerhin heißt es auch hier jetzt: Schuhe und Socken
runter, Hosenbeine hochgekrempelt und auf zum Wechselbad mit kaltem
Wasser und warmer Luft. Leichter zugänglich werde die Anlage so nun
auch für Senioren, sagte der neue Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl.
Die Gesellschaft werde ja älter. Auch daran müsse man denken. Wenn das
zunächst nicht zu den Kernaufgaben des Nationalparks gehöre, werde doch
über die soziale Komponente auch die ökologische erlebbarer. Und
schließlich hätte die Sanierung einen direkten Naturbezug, weil der
Bachlauf für die Wasserbewohner durchgängiger geworden sei. Bürgermeister
Josef Luksch freute sich über den Neubau, der sehr problemlos verlaufen
sei und auch die nötige Wasserentnahme für die Kurparkseen weiter
ermögliche. Nicht zuletzt werde die angebrachte „Archimedesschraube“
als Wasserpumpe und kreatives Spielzeug dafür sorgen, dass gerne auch
Familien mit Kindern kommen. Die Gemeinde erhalte so wieder einen
touristischen Anziehungspunkt vom Nationalpark „gestellt“. Noch nicht
selbst den Gang in das kalte Wasser wagen wollte Landrat Ludwig Lankl
in Rücksicht auf sein Herz-Kreislauf-System. Aber gerade deshalb
betonte er wie wichtig es sei, solche Orte zu haben, wo man neben dem
Alltagsstress die Seele in aller Ruhe baumeln lassen könne. Trotz des
nasskalten Wetters an Eröffnungstag probierten die Bewohner des
Caritas-Wohnheims St. Franziskus die Rampe ins Kneippbecken aus, bevor
es mit dann warmen Füßen zum Umtrunk in die Touristinformation ging.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. Mai 2011 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Verschiedene
Bauangelegenheiten standen in der jüngsten öffentlichen Sitzung des
Spiegelauer Gemeinderates mit auf dem Sitzungsplan. #
Zur Aufstellung des Bebauungsplans für das Gewerbe- und Industriegebiet
Oberkreuzberg Süd-West beschäftigte sich der Rat mit Einwendungen. Der
Bund Naturschutz bemängelte die Gefahr von Zersiedelung, sah Probleme
beim Wasserrückhalt und möchte den Waldrand geschützt sehen. Die Untere
Naturschutzbehörde forderte einen höheren Faktor bei Ausgleichsflächen.
Verschiedene weitere Details wie Abbiegespur, Gestaltungselemente,
Feuerwehrzufahrt und Löschwasserversorgung gilt es ebenfalls noch zu
klären. Laut Bürgermeister Josef Luksch ging es jedoch jeweils nur um
geringfügige Änderungen, so dass die Planungsreife fast erreicht sei. #
Sein Einvernehmen gab der Rat den Anträgen von Max Hilz zur Errichtung
von Solaranlagen. Ein Vorbescheid auf dem ehemaligen Hackingergelände
wurde auf den Weg gebracht und ebenso der Vorbescheid zur Errichtung
von Unterstellhallen mit Solardächern am Lagerplatz Hilz. #
Nur zur Kenntnis nehmen konnte der Gemeinderat das Schreiben von
E-Plus, wo angekündigt wird, einen bestehenden Standort bei
Klingenbrunn für UMTS-Technik zusätzlich nutzen zu wollen. Hierzu
bestehe keine kommunale Genehmigungspflicht. # Ein Holzsteg im
Umfeld des Kurwegs bei der ehemaligen KSS aus den frühen 90er Jahren
ist schadhaft, teilte der Bauhof mit. Nach teilweisem Bohlenwechsel
werde ab 2012 eine größere Reparatur unumgänglich. Der Bauausschuss
soll sich ein Bild von der Situation machen. # Keine
Entscheidung gab es zum Antrag des SC Spiegelau e.V., der einen
WC-Container am Langlaufparkplatz in Klingenbrunn aufstellen möchte.
Dadurch erübrigte sich zunächst die Diskussion um Optik, Funktionalität
und Zuschüsse. Es soll erst mit dem TSV geredet werden, ob es nicht
auch Alternativen in deren Gebäude gäbe. # Lothar Sommer
teilte mit, dass die Müllsammelaktion im April erfolgreich verlaufen
sei. Im Oktober werden die Bürger und Vereine wieder aufgerufen, für
eine saubere Gemeinde zu sorgen. Der Bürgermeister dankte dafür. #
Eine Resolution des ZAW Donau-Wald zu einem Gesetzentwurf, zu dem
befürchtet wird, dass die Interessen der Bürger nicht gewahrt würden,
will auch der Gemeinderat unterstützen. # Eine neue Homepage
wäre für Spiegelau dringend nötig, so die einhellige Meinung im
Gremium. Allerdings sind im Haushalt keine Mittel eingestellt. Erst
sollen Inhalte und Konzept erstellt werden, so Karlheinz Roth, bevor
man sich über Kosten unterhalten kann. Dem wurde zugestimmt. #
Nicht abstimmbar war der Vorschlag von Kurt Hobelsberger und
Feuerwehrkommandant Josef Kern, sich darüber zu unterhalten, wie mehr
Fahrer für die Feuerwehrfahrzeuge akquiriert werden können.
Vorgeschlagen wurde eine Unterstützung bei der Führerscheinausbildung
oder die Möglichkeit, Bauhofmitarbeiter als Fahrer einsetzen zu können.
Um Genaueres herauszubekommen, sollen sich zunächst Verwaltung,
Fraktionssprecher und Bauhof zusammen setzen. # Die
Öffnungszeiten des Tourismusbüros wurden in den nichtöffentlichen Teil
verschoben. Zur Breitbandversorgung ging es noch um einen
Standortvorschlag. - hpd
PNP Grafenauer Anzeiger vom 25. Mai 2011 Das TAZ liegt gut in der Zeit Förderverein informiert über Baufortschritt - Inbetriebnahme für 15. Dezember geplant Von Ursula Langesee Spiegelau.
Vor knapp zwei Monaten war Spatenstich für das
Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) auf dem Gelände des früheren
Staatlichen Sägewerks. Was hat sich seither getan? Und wie geht es
weiter? Das erfuhren am Montag an die 40 Interessierte bei einem
Informationsabend des TAZ-Fördervereins in der Sportgaststätte Trossel
von Architekt Klaus Bauer und TAZ-Leiter Dipl. Ing. Michael Fuchs. „In
so einem Technologie-Anwenderzentrum steckt ein großes Potenzial“,
sagte Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth einleitend und machte
seine Behauptung an neuen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung fest.
Demnach lebten bis 2021 immer weniger Menschen im Bayerischen Wald -
mit einer Ausnahme. Im Markt Teisnach, der jetzt schon einen
erfolgreichen Technologiecampus der FH Deggendorf betreibt, nimmt die
Bevölkerung um 0,9 Prozent zu. Dort Arbeitsplätze zu schaffen, wo sich
die Menschen wohlfühlen, das soll laut Karlheinz Roth auch in Spiegelau
das Ziel sein. Die Architektur des dreiteiligen Baukörpers mit
Verwaltung, Labors und Schmelzhalle auf einer Gesamtfläche von knapp
2300 Quadratmetern stellte Klaus Bauer vor. Sie sei der Kompromiss
zwischen finanzieller Machbarkeit und den Wünschen der FH. Die
besondere Vorgabe bei der Planung dieses Forschungs- und
Entwicklungszentrums war, dass es immer um Wissenstransfer gehe, der
Austausch zwischen Verwaltung und Forschung jederzeit möglich sein
müsse: „Keiner arbeitet hier isoliert.“ Der Kopfbau (Verwaltung) hat
Erdgeschoß und Obergeschoß mit Option auf den Ausbau eines 2. Stockes.
Büros, Seminarräume und die Cafeteria gruppieren sich um eine zentrale
Halle. Der mittlere Bau bietet Platz für fünf Labors im Erdgeschoß und
darüber das Technikgeschoß. Kernstück der Anlage ist die Schmelzhalle
mit einer lichten Höhe von zehn Metern und einer flexiblen
Infrastruktur, damit die FH bei Bedarf jederzeit nachrüsten kann. Aus
topographischen Gründen muss die Schmelzhalle unterkellert werden. Der
Bau des TAZ liegt gut in der Zeit. Ende der Woche werde, so Bauer, die
Bodenplatte für den Kopfbau betoniert, für Ende September sei der
Abschluss des ersten Bauabschnittes vorgesehen, für 15. Dezember die
Inbetriebnahme der Schmelzhalle. Das Gerücht, dass es einen Baustopp
gegeben habe, konnte der Architekt schnell widerlegen: „Wir waren trotz
vorangegangener Bodenuntersuchungen auf Fels gestoßen, der gesprengt
werden musste. Dazu mussten natürlich alle Bagger und sonstigen
Baugeräte abgezogen werden“. TAZ-Leiter Fuchs stellte die
Hauptforschungsfelder in der Heißglastechnologie vor, die in Spiegelau
bestellt werden. Für die Präzisionsblankpresstechnologie ist die aus
den USA gelieferte Maschine am Technologiecampus Teisnach
„zwischengeparkt“, weil bereits der erste Forschungsauftrag akquiriert
werden konnte. Mit dieser Maschine können hochgenaue optische
Komponenten und Bauteile hergestellt werden, die in der Lasertechnik
und in der abbildenden Optik eingesetzt werden. Wenn ihr festes Dach
über dem Kopf fertig ist, zieht sie nach Spiegelau um. „Diese sehr
hohe Genauigkeit im Nanometer-Bereich verlangt natürlich, dass es so
gut wie keine negativen Außeneinwirkungen geben darf und das wirkt sich
wieder auf die Bauweise aus. So wird in den Labors der Boden von den
Wänden abgekoppelt, die Raumtemperatur muss möglichst konstant sein,
die Luft wird gefiltert“, verdeutlicht Fuchs. Eine gute Nachricht
hatte er am Montag aktuell von der Uni Bayreuth bekommen: die
Bestätigung für die Ausschreibung der Elektrowanne („Minimelter“) in
der Schmelzhalle, die in Modultechnik entsteht und sehr flexibel
eingesetzt werden kann mit dem Ziel, hochreine Gläser herzustellen. In
der Anlaufphase rechnet Fuchs mit 13 bis 18 Mitarbeitern, die bevorzugt
direkt aus der Region kommen sollen. Dass sich die Beschäftigtenzahl
schnell verdoppeln kann, beweist die FH-Außenstelle Freyung. Hier sind
es schon über 30, gerechnet hatte man nur mit 15. Studenten wird es die
erste Zeit nicht am TAZ geben, wohl aber Bachelors, Master und
Doktoranden. Pfarrer Rupert Wimmer interessierte, ob an eine Kantine
im TAZ gedacht sei? „Nein, es gibt nur eine Cafeteria, denn die Leute
sollen ja das gastronomische Angebot in Spiegelau nutzen“, antwortete
Fuchs. Umgekehrt können die Spiegelauer den Multimediaraum im
Verwaltungsbau für Veranstaltungen nutzen. Der TAZ-Leiter wurde auch
gefragt, wie lange die Forschungsaufträge laufen. „Wir sind auf jeden
Fall bis 2014 beschäftigt, so lange läuft schon allein das Projekt an
der Uni Bayreuth mit der Firma Füller. Und da es die Glasschmelze und
die Verarbeitungsmaschine sonst nirgendwo so gibt wie bei uns, rechnen
wir damit, dass wir auch darüber hinaus gut ausgelastet sind.“ „Des
woll‘n ma hör‘n“, äußerte sich dazu ein Zuhörer zufrieden.
SAXNDI. . . ...beim
Infoabend zum TAZ sprach Bürgermeister Josef Luksch in seiner
Eigenschaft als Fördervereins-Kassier Gerüchte an, die zum Bauprojekt
die Runde machen. Etwa, dass ein Baustopp verhängt worden sei, dass
befürchtet werde, dass zwar die Schmelzhalle gebaut, die Schmelzwanne
dann aber nicht geliefert bzw. wegen zu hoher Emmissionswerte nicht
betrieben werden dürfe, dass sich die Fa. Füller aus dem Projekt
verabschiedet habe... Durch die hieb- und stichfesten Informationen von
Architekt und TAZ-Leiter konnten sie entkräftet werden. Gegen die
Fakten kommen böse Zungen nicht an. Ursula Langesee
PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. Mai 2011 Kirchlicher Segen für neues TLF „Maßgeschneidertes“ Fahrzeug für FFW Spiegelau: zum Bedienen reichen drei Männer Spiegelau.
Die Feuerwehr Spiegelau hat ihr neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 Tr
unter großer Beteiligung der Gemeinde eingeweiht. Das rund 200 000 Euro
teuere Fahrzeug ist eine Spezialanfertigung für Spiegelau. Es braucht
nur drei Feuerwehrmänner, um es zu bedienen. „Wir haben ja untertags
oft das Problem, dass nicht genug Feuerwehrleute da sind. So können wir
auch mit einem kleinen Trupp ausrücken und sofort mit dem Löschen
beginnen“, freut sich 1. Vorsitzender Kurt Hobelsberger . Mit einem
Gottesdienst in der Pfarrkirche begann der Festtag für die Feuerwehr
Spiegelau. Pfarrer Rupert Wimmer hatte seine Predigt ganz auf das
Feuerwehrwesen abgestimmt und damit viele interessierte Zuhörer
gefunden. Der Junge Frauenbundchor begleitete die Messe mit eingängigen
Lieder, dazu spielten Diakonin Gabriela Neumann-Beiler Mandoline und
Gemeindereferent Otto Öllinger Gitarre. In einem Festzug, angeführt vom
neuen, schön geschmückten Tanklöschfahrzeug und der Blaskapelle
Schönbrunn am Lusen unter der Leitung von Mario Schopf, ging es über
die Kirchenallee zum Feuerwehrhaus. Dort begrüßte der Vorsitzende
unter den Gästen Landrat Ludwig Lankl, die drei Bürgermeister Josef
Luksch, Kurt Zettl und Peter Hinterberger, Gemeinderatskollegen, Bruno
Donaubauer und Josef Schreiner von der Verwaltung, Kreisbrandrat Klaus
Fehler mit den Kollegen der Landkreis-Inspektion, Kommandant Kurt
Kirchner und die Spiegelauer Feuerwehrmannschaft, Ehrenkommandant Erich
Süß und Vertretungen der Feuerwehren Klingenbrunn, Oberkreuzberg,
Eppenschlag, Neuschönau, Riedlhütte, Reichenberg, Altschönau und von
der Partnerfeuerwehr aus dem österreichischen Freinberg. Für deren
„längste Anreise“ gab es als Gastgeschenk ein Bierkrügerl . Die Weihe des Fahrzeuges war ökumenisch, durch Pfarrer Wimmer und Diakonin Neumann-Beiler. Der
Vorsitzende bedankte sich für das unkomplizierte Vorgehen bei der
Genehmigung des Fahrzeugkaufs beim Gemeinderat und der Verwaltung und
bei der Feuerwehrinspektion bei der Unterstützung . Lankl und Luksch
würdigten die Leistungen der Feuerwehr Spiegelau und sind sich sicher,
dass das neue TLF hier einen passenden Platz habe. Besonders
überrascht war die ie Feuerwehr von einem Geschenk des
Fahrzeugherstellers, überreicht von Cornelia Ziegler-Schildknecht: es
zeigt auf einem großen Bild die Mannschaft vor ihrem neuen Fahrzeug.
Natürlich wird es einen Ehrenplatz im Feuerwehrhaus bekommen. - red
PNP Grafenauer Anzeiger vom 20. Mai 2011 Ein eindeutiges Ja zur Glas-FH Freie Wähler Spiegelau weisen Kritik der CSU-Fraktion zurück Spiegelau.
Nächste Runde im Streit der Freien Wähler und CSU in Sachen Glas-FH:
FW-Fraktionssprecher Erhard Wawrzek weist die Vorwürfe von CSU-Sprecher
Karlheinz Roth zurück, seine Partei hätte in allen entscheidenden
Fraktionssitzungen gegen die Glas-FH gestimmt. Roth müsse seine
unwahren Behauptungen öffentlich zurücknehmen. Zudem müsse er sich bei
den Freien Wählern entschuldigen. Wawrzek führt als Beweis seiner
Aussagen die Sitzungen vom 7. April 2009, vom 9. März 2010 und vom 18.
März 2011 an. Die hier gefassten Beschlüsse seien maßgeblich für die
Finanzierung und Errichtung der Glas-FH gewesen. Sie seien einstimmig
und untere Mitwirkung der Freien Wähler gefasst worden. Beim
Grundsatzbeschluss vom 9. März 2010 hätten die Freien Wähler
eingewendet, dass die Realisierung der Glas-FH nicht ohne
Zusammenschluss mehrerer Gemeinden oder mit dem Landkreis möglich ist.
Letztlich sei der Landkreis dem Vorschlag gefolgt. Auch den von Roth
geäußerten Vorwurf von parteitaktischem Verhalten und einer plötzlichen
Wende, weist Wawrzek zurück. Die Freien Wähler hätten von Anfang an ein
realistisches Bild mit möglichen Auswirkungen und Risiken gezeichnet
und hätten trotzdem eine eindeutige Position eingenommen - nämlich ein
eindeutiges Ja zur Glas-FH. Die Freien Wähler hätten zudem Empfehlungen, Belehrungen und Unterweisungen von Roth nicht nötig. - pnp
PNP Grafenauer Anzeiger vom 19. Mai 2011 SAXNDI. . . ...
da verstand Elke Proßer-Greß die Welt nicht mehr. Spiegelau hätte mit
dem Pandurenfest ein traditionsreiches Pfund zum Wuchern, bei Bürgern
und Touristen, und es wird ihrer Ansicht nach fast schon mit
Wurstigkeit verspielt. Was noch nicht mal am öffentlichen Sitzungsplan
stand und von Karlheinz Roth per Antrag (aus der so zu
interpretierenden verschämten Beratungszone hinter verschlossenen
Türen) herein geholt werden musste in die Aussprache vor Publikum, fand
dann eine Atmosphäre aus Wut, Betroffenheit, Resignation und
Hilflosigkeit vor. Das Nennen von Ross und Reiter tauchte eher im
Unterton auf. Aber auf ein - so die mehr oder weniger offene
Einschätzung mancher Räte - - lahmendes Pferd wollte schon fast nicht
mehr gesetzt werden. Ein emotionales Hin und Her ohne rechtes Ergebnis
und einer Woche Vertagung beantwortete für Elke Proßer-Greß wenigstens
die Frage nach dem Theaterspiel auf dem Pandurenfest-Programm: „Wenn
wir das im Pandurenfest vorführen, dann haben wir sooo viele Zuschauer
...“ Ob es ein Amüsement oder eine Tragödie wird, steht jetzt ernsthaft
zur Frage. Hermann Haydn
Panduren-Fest droht Blamage zu werden Beworben,
aber kaum Vorbereitungen getroffen - Veranstaltungsausschuss empfiehlt
Absage - Morgen Entscheidung / Von Hermann Haydn Spiegelau.
Zweieinhalb Jahrzehnte ritten die Panduren in Spiegelau ein, übernahmen
den Ort samt Kasse und plünderten die unzähligen Festbesucher die
Bierschänken und Brotzeittheken. So war es Tradition am dritten
Juli-Wochenende, so war es beliebt und eingespielt. Aber so ein Fest zu
feiern, das verlangt viel Aufwand in der Vorbereitung und Durchführung.
Bereits vergangenes Jahr stieß eine „Magerversion“ mit nur einem
Festtag und Theaterstück auf herbe Kritik. Doch diesen Neustart mit
Hürden könnte wohl jeder verzeihen, wenn es im zweiten Anlauf wieder
rund läuft. Doch heuer steht das Pandurenfest - für das der 16. Juli
vorgesehen ist - eher vor einem Aus als vor einer Erweckung aus der
Asche. Lange Diskussion und Kopfschütteln im Gemeinderat: Eine Blamage
wird es in jedem Fall, so die einhellige Meinung. Als
stellvertretender Leiter des Veranstaltungsausschusses hatte Kurt Zettl
nur schlechte Nachrichten dabei. Zwei Mal hatte man sich getroffen,
voller guter Ideen und bester Absichten. Aber nachdem sich bis 11. Mai
alle Hoffnungen zerschlagen hatten, trotz späten Starts in die
Organisation noch Hauptdarsteller, Fechtgruppe oder Feuerschlucker zu
akquirieren, wollte der Ausschuss lieber hinwerfen als ein „Gartenfest
mit Maskerade am Rande“ zu präsentieren. Heuer aussetzen und nächstes
Jahr dafür mit doppelter Kraft, war der Ratschlag. Betroffen die
Gesichter im Gremium. Dabei wäre die Geschichte dahinter zunächst
fast der Öffentlichkeit verborgen worden. Karlheinz Roth holte die
Debatte per Antrag in die öffentliche Sitzungshälfte. „Enttäuscht und
verärgert“ sei er. Jedes Jahr verweise man darauf, dass die
Festorganisatoren früh los legen müssten, und es klappe einfach nicht.
Jetzt werde es in jedem Fall eine Riesenblamage und die wiederum
öffentlich auf den Gemeinderat abgewälzt. Aber wo die entscheidende
Verzögerung zu finden sei, daran ließ er auch keinen Zweifel: „Die
Einladungen verschickt der Bürgermeister, wer sonst?“ Jetzt habe man
die Wahl zwischen Pest und Cholera: Gartenfest oder gar kein Fest. Ernst
Ertl verwies darauf, welche weit reichenden Konsequenzen das haben
könnte: „Wir graben uns das letzte Standbein Tourismus auch noch selber
ab.“ Denn das Fest ist beliebt, viele Gäste kommen extra deswegen, wie
Touristikerin Theresa Resch betonte. Sie ist in die Werbung gegangen.
Jetzt steht im Prospekt, was nicht sein könnte. So kann es doch nicht
sein, sagen die Besucher zu Recht. Es darf nicht sein, so Elke
Proßer-Greß in einem emotionalen Appell. Gemeinsam müsste es doch noch
zu schaffen sein, das Fest auf die Beine zu stellen. Unfair sei es der
Touristikerin gegenüber, sie so im Regen stehen zu lassen. Sie vermisse
das Gefühl, dass „wir es alle wollen“. Statt dessen scheine es die
unterschwellige Überzeugung zu geben, „das Maschkera will eh keiner
mehr, es ist schon fast bequem, dass es nicht mehr geht.“ Kurt
Hobelsberger machte für sich klar: „Ich könnte es nicht verantworten,
einen weiteren Rückschritt zu präsentieren. Dann lieber nicht.“ Der
originale Trenck ist zum Termin auf einer Hochzeit persönlich
verhindert, ein Ersatzreiter will keine Sprechrolle übernehmen. Und er
selbst habe noch nicht mal Befugnisse, irgend etwas selbst zu regeln.
Der Bürgermeister dagegen habe keine Zeit. Also lieber heuer einen
Strich drunter machen und wenn er einen Beschluss bekäme, selbst Sachen
zu entscheiden, wenn es nötig sei, um eine Planung im Laufen zu halten,
dann sähe er für 2012 auch wieder die Chance für eine Wiedergeburt. Zu
diesem Moment der Beratung brachte Josef Wanninger die Stimmung auf den
Punkt: „Die Entscheidung ist eigentlich gefallen. Sonst wird das ein
Fußballspiel ohne Ball.“ Selbst Theresa Resch fügte an, dass die
Version 2010 auch schon eher schlechte Werbung war. So verliere es an
Wert. Dann lieber zweijährig. Eine klare Antwort wollten Karlheinz
Roth von Bürgermeister Josef Luksch, wie er dazu stehe und welche
Chancen er noch sehe. Wie groß das Vertrauen ist, dass Luksch zusammen
mit der Verwaltung das Ruder noch herum reißen könnte, beschrieb Erhard
Wawrzek: „Ich traue es der Verwaltung nicht zu.“ Auch wenn er
einschränkte, dass es wegen der regulären Abläufe im Amt schon ein
schweres Stück sei, eine Organisation zu stemmen, die jahrelang von
Alfred Resch mit enormem Eifer, eingespielter Routine und Fleiß
erledigt wurde. Der Vorschlag von Josef Luksch, er werde zusammen mit
der Verwaltung eine Woche intensiv nutzen, um doch noch Programm auf
die Beine zu stellen, lief ins Leere. Mit 8:8 Stimmen wurde das
abgelehnt. Kurt Hobelsberger will nicht mit machen. Aber einen
Kompromiss für die letzte Chance gab es dennoch. Mit 11:5 Stimmen
sollen Bürgermeister und Verwaltung nun doch tun, was noch getan werden
könnte. Am morgigen Freitag treffen sich dann die Fraktionssprecher,
die drei Bürgermeister und Ausschusssprecher Thomas Robl und sind dann
auch ermächtigt, abzusagen oder das Fest „anzublasen“.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. April 2011 Die Hintergründe „gescheiterter Gemeindepolitik“ Die
Freien Wähler Spiegelau ziehen eine Halbzeitbilanz und sprechen von
ihrer Kommune als einem „einzigen Planungsfeld“ / Klingenbrunn. Die
Freien Wähler hatten zu einer Informationsveranstaltung geladen und 35
Interessierte waren in den Landgasthof Regas gekommen. MdL Alexander
Muthmann referierte über Landes- und Regionalpolitik und die
Gemeinderäte Josef Wanninger, Erhard Wawrzek und 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger versuchten, die Hintergründe gescheiterter Gemeindepolitik
zu erhellen und Planungsvorstellungen der FW für die Zukunft
aufzuzeigen. Eine Halbzeitbilanz zur Wahlperiode zog Peter
Hinterberger. Es gibt nicht nur die Halbzeit in der Politik, sondern
auch beim Fußball. Er blieb bei diesem Wortspiel, als er erwähnte, dass
er im Januar 2010 von der Gemeinde die „Rote Karte“ sah. Ihm sei der
Schlüssel abgenommen worden und er dürfe jetzt nur mehr zu den
allgemeinen Öffnungszeiten in das Rathaus. Bis dahin habe er noch
drei „Spiele“ geleitet, nämlich erstens die Aufdeckung der Planung des
TAZ, die bereits im September 2009 im Rathaus vorgelegen habe. Zweitens
habe er die Sicherung der Fördersätze für Spiegelau bewilligt bekommen,
die in der Zwischenzeit wieder weggefallen seien, und drittens habe er
auch die Planung für den Einfahrtsbereich des TAZ vorangetrieben. Spiegelau
habe sich in den letzten drei Jahren regelrecht zu einem Planungsfeld
entwickelt. Gelder werden für diese Planungen ausgegeben, nur dass für
eine Weile Ruhe herrsche. Aber eigentlich sei dies eine Aussitzerei auf
Kosten der Bürger, so Hinterberger. Konkret erwähnte er den Feststadel
in Klingenbrunn, die Hin- und Herschieberei beim Feuerwehrhaus
Klingenbrunn und die wenig durchdachten Planungen beim TAZ mit ehemals
drei Standorten. Im Gegensatz dazu liege der Fraktion aber bis heute
kein Plan über die Gesamtmitte Spiegelau vor. Unmissverständlich
stellte Hinterberger klar: Ohne die Freien Wähler wäre das Projekt TAZ
nie zu Stande gekommen, denn nur mit dem Landkreis als Partner werde
man erfolgreich sein können und die Initiative, den Landkreis
einzubinden, sei allein von den Freien Wählern ausgegangen. Auf die
Anfrage, die Sachlage um die 70 000 Euro Honorarkosten aufzuhellen, die
jetzt die Gemeinde an den Architekten bezahlen muss, berichtete Erhard
Wawrzek aus der bereits stattgefundenen Gerichtsverhandlung. Die Summe
setze sich aus zwei Forderungen zusammen. Dass dem Architekten hierfür
eine Abfindung zustehe, war für den Richter unstrittig. Der Architekt
habe zunächst der Gemeinde für die Planungskosten Schule eine Rechnung
in aufgelisteten Stundensätzen von ca. 10 900 Euro gestellt. Da die
Gemeinde diese Rechnung wegen fehlender Gegenzeichnung der angeführten
Stunden nicht anerkannte, stellte der Architekt eine neue Rechnung nach
HOAI (Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure) in Höhe von 25
500 Euro. Vor Gericht sei es jetzt zu einem Vergleich gekommen und der
Architekt erhält jetzt 20 000 Euro und zuzüglich 50 000 Euro aus der
Honorarforderung von 80 000 Euro (Planung für TAZ), insgesamt also 70
000 Euro. 40 Minuten sprach dann MdL A. Muthmann, der im Landtag für
die Freien Wähler als stellvertretender Vorsitzender im
Wirtschaftsausschuss arbeitet. Sein besonderes Anliegen sei es,
gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern zu erreichen. Zunächst
aber richtete er den Fokus auf den Technologiecampus Spiegelau.
„Grundsätzlich muss man Ja sagen, doch in Orten wie hier in Spiegelau,
die Finanzierung der Gemeinde und dem Landkreis alleine zu übertragen,
bedarf noch gezielter Überlegungen und Korrekturen.“ Zur Zeit sei dies
ein Ärgernis, für die Freien Wähler jedoch ein politisches Thema, das
man hochhalten müsse. Entsprechende Finanzierungsvorschläge bei der
Ansiedlung von Industrieflächen für entstehende Betriebe in schwach
strukturierten Kommunen könnten hier nützlich sein. Zum Thema
Oppositionspolitik in München. „Unsere Vorgaben mit der Forderung
höchstmöglicher wirtschaftlicher Unterstützung, von Arbeits- und
Behördenverlagerungen, Verkehrsinfrastruktur, einem klaren Bekenntnis
zum Erhalt der Bundeswehrstandorte, und der Stärkung und dem Erhalt von
Schulen, sowie dem Ausbau und der Weiterentwicklung von
Hochschulstandorten, im Landtag zu beraten und beschließen zu lassen,
wurden leider abgelehnt.“ Gemeinderat Wanninger meinte zum
Tourismus, dass dies wirtschaftlich eine sehr wichtige Sache sei.
Einige Zahlen dazu: Die Gemeinde Spiegelau habe im Jahr 150 000
Übernachtungen und pro Übernachtung müsse man ca. 80 Euro ansetzen.
Dafür kann man, wenn alle Faktoren eingerechnet sind, eine Gesamtsumme
von bis zu ca. 17 Millionen Euro errechnen, was wirtschaftlich ein
enormer Betrag ist. Eine erfreuliche Tatsache sei, dass für viele
Urlaubsgäste das Bus- und Bahnangebot im Bayerwald-Ticket-Tarifgebiet
kostenlos ist, nicht zuletzt auf Betreiben einer tüchtigen
Verkehrsamtsleiterin in Spiegelau. Wanninger plädierte mit Nachdruck
auch für eine engere Zusammenarbeit aller Gemeinden auf dem
Tourismussektor, denn im Verbund seien dann auch größere Projekte
machbar. Falls nämlich eine attraktive Infrastruktur nicht angeboten
wird, bleiben die Gäste aus. Deshalb sieht es Wanninger als eine
wichtige Zukunftsaufgabe an, Spiegelau als Tourismusgemeinde stärker zu
entwickeln, beispielsweise als Langlaufzentrum bekannter zu machen und
fest in der Region zu etablieren. - sto
PNP Grafenauer Anzeiger vom 12. April 2011 Sie
machen gemeinsame Sache / Via Artis SpiRi in Spiegelau eröffnet -
Staatsminister Helmut Brunner lobt Ideenreichtum und Kreativität -Von Hermann Haydn Spiegelau.
„Zwei gut gelaunte Bürgermeister machen gemeinsame Sache,“ meinte
Staatsminister Helmut Brunner nach der Einführung durch Helmut Vogl und
Josef Luksch. Und es werde wohl nicht bei der Kunst bleiben, hoffte er,
anlässlich des Starts der „längsten Kunstausstellung Bayerns“. Via
Artis SpiRi verbindet seit diesem Sonntag zwei Kommunen mit einer
gemeinsamen, acht einzelnen Ausstellungen und etwa 50 Veranstaltungen
rund um den Themenbereich Kunst, Kultur und Lebensfreude. Als
zentrales Ereignis „bestückte“ die Gruppe Jungwuchs das Schnapsmuseum
in Spiegelau mit Bildern und Plastiken. Im Ortsteil Pronfelden gelegen
ist dort ein symbolträchtiger Platz zu finden. Denn einstmals gehörte
der Geburtsflecken des Bayerwalddichters Paul Friedl noch zu
Riedlhütte, bis die Mehrheit der Einwohner zur Gebietsreform 1976 zu
Spiegelau tendierte. Luksch und Vogl reichten zu ihrem einleitenden
Vortrag ein paar historische Spitzen hin und her, die auch von roten
oder schwarzen Mikrofonkabeln bis zu Klärwerksbeiträgen reichen
durften. Aber ansonsten betonten sie entgegen der oft eher
schmerzlichen Gemeinsamkeiten der Gegenwart - wie die Glaskrise - die
dennoch vorhandenen Stärken. Eine davon werde mit Kunst und Kultur in
der längsten Ausstellung Bayerns demonstriert. Und Helmut Brunner wurde
gebeten, es ruhig mit nach München zum eigentlichen Schirmherren
mitzunehmen, zu Ministerpräsident Horst Seehofer, dass man auch ihn
gerne hier sehe. Anlässe gebe es in nächster Zeit genug, meinte Helmut
Vogl. Helmut Brunner nahm den Vorschlag gerne an. Mit Bayerns
längstem Kunstweg war es ja ohnehin schon geglückt, die
Schirmherrschaft übernommen zu bekommen. Ob der Rekord vor der Realität
Bestand haben müsste, kümmerte ihn weniger. Etwas ironisch merkte er
an, dass mit modernen technischen Mitteln der Wahrheit leicht zu auf
den Grund zu gehen wäre. Entscheidender sei doch, dass die Region
einerseits weiter mit Holz, Glas und Natur als Pfunden wuchern könne
und zudem mit den Attributen Kreativität und Ideenreichtum sich
anschicken könnte, zu einer neuen Technologieregion zu werden. Als
Aushängeschild seien Kunst und Kultur als Ausdruck von Erwartungen,
Eindrücken und Zielen besonders stark vertreten. Kunst bereichere unser
Leben und solle auch geschätzt und gefördert werden. Von Glaskunst
spann er den Bogen zu Glas. Beide hätten ihre Zukunft längst nicht
hinter sich. Er verwies darauf, wie in Frauenau Gläserne Gärten
entstehen und in Teisnach, Zwiesel und Spiegelau Glaskompetenz neu
erwächst und dazu ein Netzwerk. Man solle nicht über die Kosten klagen,
sondern sich auf die Zinsen freuen. Man solle auch, und dafür stehe
auch das Kunstprojekt, gegen ein landläufig transportiertes
„bescheidenes Image“ des Bayerwaldes vielmehr darauf hinweisen, „was
wir geschaffen haben“. Laudator Karl-Heinz Reimeier verwies
ebenfalls auf das verbindende Element von Kunst. Bei der Gruppe
Jungwuchs ebenso wie interkommunal und von Anbietenden zu Annehmenden.
Denn wer da noch sage, es sei nichts los, der habe nur einfach nicht
geschaut. Deshalb nahm er den Begriff der „Provinz“ auch genauer unter
die Lupe. Mit dem Hinterwaldlerischen konfrontiert entdecke man, dass
da die Orte wahre Schätze seien. So wie im Nationalpark die Verjüngung
stark und bunt treibe, so tue das auch Jungwuchs teils mit einer
aufkeimenden Energie, teils mit starkem Bestand. „Auf dem Dorf“ brauche
es da oft besonderen Mut, seinen Weg zu gehen. Aber das Ergebnis sei
eine besondere kulturelle Dichte in der Region. Das Schaffen der Gruppe
sei weniger ein Abbild von Landschaft und Bewohnern als es mit der
Einstellung dazu zu tun habe. So setze man sich über das scheinbar so
Provinzielle hinweg und werde Humus für die Freiheit der Gedanken, für
gegenseitigen Respekt und für die Erkenntnis, was für ein Glück es ist,
hier leben zu dürfen. Der Auftakt zu Via Artis SpiRi war übrigens
nicht die erste Veranstaltung, nachdem bereits vormittags zum
Passionssingen geladen war. Aber der Terminplan für die nächsten drei
Wochen ist so eng gestrickt, dass etwa 50 Einzelereignisse darin
überhaupt unterzubringen waren, indem sie schon „überquellen durften“.
Unter dem Internetportal www.via-artis-spiri.de ist es in Gänze zu
finden. Bürgermeister Josef Luksch merkte zum Schluss noch an, dass der
Name des Kunstereignisses nicht störend eine große Ähnlichkeit zu einer
schon länger bestehenden Spezialabfüllung des Spiegelauer Pfarrsektes
„Spiri“ habe. Denn einerseits ist der ja auch entsprechend begeisternd
und und prickelnd. Andererseits ergab sich so die Möglichkeit, an
Künstler und Ehrengäste je ein Fläschchen als Erinnerungsgeschenk zu
überreichen. Und so nutzt ein SpiRi dem anderen Spiri durch
Gemeinsamkeit.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 8. April 2011 Gemeinsam
sind wir stark - Eröffnung der Via Artis SpiRi am Sonntag durch
Staatsminister Brunner - Bitte an Bewohner, sich aktiv zu beteiligen Spiegelau.
„Gemeinsam sind wir stark!“. So lautete die Begrüßung der beiden
Bürgermeister der Gemeinde St.Oswald-Riedlhütte, Helmut Vogl und der
Gemeinde Spiegelau, Josef Luksch beim Zusammentreffen der Initiatoren
und Veranstalter der Via Artis SpiRi in der Touristinfo in Riedlhütte. Anlässlich
des Zusammentreffens haben die Gemeindeoberhäupter nochmals auf die
Wichtigkeit des zukünftigen gemeinsamen Weges hingewiesen. Ein gutes
Beispiel und ein erster Schritt ist die „Via Artis SpiRi“. Alle
Bewohner der beiden Gemeinden sind aufgerufen, sich aktiv zu
beteiligen. Sei es durch den Besuch der angebotenen Veranstaltungen,
durch die Ansprache der Gäste, die in dieser Zeit in der Region Urlaub
machen oder durch das Schmücken der eigenen Häuser. „Unsere Orte
haben viel zu bieten, wir müssen es nur unterstützen und positiv nach
außen tragen“, so die Meinung von Bürgermeister Helmut Vogl. Staatsminister
Helmut Brunner wird am Sonntag um 19 Uhr im Spiegelauer Schnapsmuseum
die offizielle Eröffnung im Rahmen der Vernissage der Künstlergruppe
„Jungwuchs“ vornehmen. Er vertritt dabei den bayerischen
Ministerpräsidenten Horst Seehofer der als Schirmherr für diese
Veranstaltung gewonnen werden konnte. Musikalisch umrahmt wird dieser
Abend von Michael Brunnbauer am klassischen Akkordeon und
Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier wird die Laudatio sprechen. Insgesamt
finden im Rahmen der dreiwöchigen „Via Artis SpiRi“ mehr als fünfzig
Veranstaltungen statt. Mit einer „Kulturwanderwoche“ starten die beiden
Schulen Spiegelau und Riedlhütte um den Schülern die Kunst aus der
eigenen Region näher zu bringen. Ein Jazzkonzert mit der
Gitarrenjazzcombo „Cordes Sauvages“ im Waldgeschichtlichen Museum in
St.Oswald eröffnet am 11. April um 20 Uhr die Woche. Die Gruppe um
Ausnahmegitarrist Helmut Nieberle kombiniert die unsterblichen Hits von
Django Reinhard mit eigenem Repertoire und wieder entdeckten Stücken aus Bebop-Zeiten (Reservierungen unter 08552/ 9748890). Am
13. April findet im Feuerwehrhaus in Guglöd eine Lesung von Willi und
Christa Steger sowie eine Buchtaufe von Maria Schmutzer statt. Mit
einem musikalischen Hochgenuss im Riedlhütter Pfarrsaal ist am 15.
April zu rechnen, denn die Gruppe „Singflut“ tritt erstmals zusammen
mit dem Männerchor St.Oswald auf. Der Erlös kommt dem Verein „Bürger
helfen Bürgern“ zugute (Vorverkauf über die Touristinfos Spiegelau und
Riedlhütte). Ebenso beteiligen sich in dieser Woche der Trachtenverein
mit einem Palmbuschenbinden, die Josephshütte mit Glasblasen,
Glasscherben Köck mit einem gemütlichen Nachmittag im neu gestalteten
„Hüttenzangl“ sowie das Schmuckcafé Wenzl mit vielen Ausstellungen. Der
Samstag ist geprägt von Kulinarik der Glosafleisch GbR bei der
Metzgerei Baumann wo den ganzen Tag über Köstlichkeiten angeboten
werden und auch von der Premiere der „Stoarieglbühne“ mit dem Stück
„Jagdfieber“ um 19.30 Uhr in der Turnhalle Riedlhütte (Vorverkauf
ebenfalls über die beiden Touristinfos). „Für jeden Interessierten
ist bei diesem tollen Programm etwas dabei“ lautet die Devise von Josef
Luksch, der sich selbst das am Donnerstagvormittag in der
Mehrzweckhalle in Spiegelau stattfindende „Dreiländer-Fussballturnier“
der Schüler dick in seinem Kalender angemerkt hat. - eb
PNP Grafenauer Anzeiger vom 7. April 2011 Spiegelau testet E-Bikes - Tourist-Info vermietet vier Elektroräder Spiegelau.
Die Touristinfo will einen Trend aufgreifen und mietet deshalb
probehalber für ein halbes Jahr vier E-Bikes an. Sie haben eine
Reichweite von 35 bis 90 Kilometer und eine Ladezeit von drei Stunden.
Die Elektroräder kosten der Gemeinde 1348 Euro und sollen von Gästen
mit Gästekarte für 10 Euro pro Tag gemietet werden können. Standort der
Räder ist bei der Touristinformation Bei der jüngsten
Gemeinderatssitzung stellte Touristinfoleiterin Theresa Resch dieses
neue Angebot - auch mit seinen Tücken - vor. Ein Problem sei, dass es
in Spiegelau keinen Fahrradverleih mehr gebe. Wartung, Reparaturen und
Reinigung der Räder müssten auch die Mitarbeiter der Touristinfo
erledigen. Auf der anderen Seite gebe es im Verbund 300 Kilometer
Radwege - und „keine einfachen“, wie Resch betonte. So könnten die
Vorzüge von E-Bikes auch wirklich getestet werden. Karlheinz Roth
hält nichts davon, in die Privatwirtschaft einzugreifen. E-Bikes
sollten die gewerblichen Gastgeber anbieten. Es sei aber niemand da,
der dies übernehmen wolle, bedauerte Resch. Auch Bürgermeister Josef
Luksch ist nach wie vor nicht begeistert, aber „einen Versuch soll‘s
wert sein“. Mit drei Gegenstimmen wurde beschlossen, die
Elektroräder ein halbes Jahr zu testen. Ein eventuelles Defizit trage
die Touristinfo. - ul
PNP Grafenauer Anzeiger vom 6. April 2011 Aus dem Gemeinderat Spiegelau Wawrzek hatte keinen Vorteil FH-Grundstück: Klare Aussage der Rechtsabteilung des Landratsamtes Spiegelau.
Die Rechtsabteilung des Landratsamtes verneint die Frage, ob Erhard
Wawrzek als Gemeinderat bei der Abgabe seines Angebotes für ein
FH-Grundstück einen Informationsvorsprung gehabt hatte. In dem
Schreiben, das bei der jüngsten Gemeinderatssitzung verlesen wurde,
heißt es u.a.: „Nach Art. 49 Abs. 1 GO ist von einer persönlichen
Beteiligung nur dann auszugehen, wenn der Beschluss einen unmittelbaren
Vor- oder Nachteil bringen kann. An dieser Kausalität fehlt es hier.
Bei Beschlussfassungen, die sich lediglich mit der Thematik
„Fachhochschule“ (ohne Standortentscheidung) befassten, war eine
persönliche Beteiligung des Gemeinderatsmitglieds Wawrzek wegen der
fehlenden „Unmittelbarkeit eines Vor- und Nachteiles“ nicht anzunehmen. Die
Standortentscheidung selbst erfolgte dann in der Gemeinderatssitzung am
8. Juni 2010, bei der richtigerweise Gemeinderat Wawrzek wegen
persönlicher Beteiligung in der Beratung und Abstimmung nicht
teilgenommen hatte. Alleine das Anbieten eines Grundstücks, das für die
Errichtung einer FH geeignet sein sollte, ohne dass hierfür schon eine
Entscheidung gefasst wird, steht jedermann uneingeschränkt zu. Dass ein
Gemeinderatsmitglied bei der Angebotsabgabe einen gewissen
Informationsvorsprung haben könnte, spielt insofern keine Rolle.“ Der
Vorwurf gegen Wawrzek wurde auf der Bürgerversammlung laut. Bisher
ist das Rathaus von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und von Montag
bis Donnerstag von 13.30 bis 16 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet.
Jetzt war die Überlegung, das Rathaus an zwei Nachmittagen für den
Publikumsverkehr zu schließen und dafür eine Art Abendsprechstunde
einzuführen. Mit 10:5 Stimmen wurde schließlich festgelegt, dass die
Verwaltung beraten solle, an welchen zwei Tagen am besten geschlossen
sein könnte, dass aber auf jeden Fall das Rathaus an Donnerstagen bis
18 Uhr offen bleibt. Um zu sparen, wurde überlegt, die
Nachtbeleuchtung, wo immer es geht, abzuschalten. Dazu wurden die
Kosten angefragt. Bei einer einmaligen Investition von 12 000 Euro
könnten künftig 19 000 Euro Stromkosten gespart werden. Der Gemeinderat
war für die Umrüstung. Johann Ranzinger von Winkelhof 1 möchte
hinter seinem Hof oder auf einem nahe gelegenen Gemeindegrundstück ein
Windrad mit einer Nabenhöhe von 65 Metern errichten. Bürgermeister
Josef Luksch möchte Zustimmung signalisieren - wegen der aktuellen
Atomkraftwerk-Diskussion und auch weil es einen erfolgreichen
Zulieferer für Windradteile in der Gemeinde gibt. Bei Josef Wanninger
schlagen da zwei Seelen in der Brust. Aus energiepolitischen Gründe ist
er dafür, aber: „Wer viel Geld in sein Windrad investiert, wird es
nicht ins Loch stellen, sondern dorthin, wo es am meisten einbringt.
Und dort machen wir uns durch Windräder die Landschaft kaputt“,
befürchtet er. Auch Ernst Ertl zweifelt: „Wie tun wir weiter, wenn wir
einmal ein Windrad genehmigt haben? Dann bekommen wir eine Diskussion
wie bei den Solarparks.“ Mit deren Gegenstimmen wurde beschlossen,
Bereitschaft für die Anlage zu signalisieren. Mit 12:3 Stimmen
wurde beschlossen, in der Hüttenbergstraße das Schild 250 mit dem
Zusatz „Anlieger frei“ nicht mehr aufzustellen. Nach einem Antrag von
Max Hilz war es im vergangenen Sommer montiert, auf Grund von
Beschwerden mehrerer Vermieter aber wieder entfernt worden. Nun
beantragte Hilz erneut die Wiederaufstellung der Verkehrsbeschränkung
mit dem Zusatzschild „Zufahrt zu Ferienwohnung für Gäste frei“. Dies
lehnte der Gemeinderat ab. Die E.ON Bayern hatte mitgeteilt,
dass bedingt durch Kabelarbeiten in der Pfarrer-Schweikl-Straße auch
die Errichtung einer neuen Straßenlampe und einer neuen Schalteinheit
erforderlich wird. Die Kosten belaufen sich auf fast 7000 Euro. Mit dem
Hinweis: „Das ist ein Problem der E.ON“, lehnten Bürgermeister Josef
Luksch und der Gemeinderat dieses Angebot einstimmig ab. Für
die unterirdische Errichtung der Infrastruktur für das
Telekommunikationsnetz im Gewerbe/Industriegebiet Oberkreuzberg
Süd-West verlangt die Deutsche Telekom 470 Euro plus Mehrwertsteuer.
Der Gemeinderat stimmte zu. Von den Machenschaften des
Feuerwehrbeschaffungskartells ist die Gemeinde mit zwei Fahrzeugen
betroffen. Sie rechnet aber nicht damit, vom Bund etwas von den vom
Bundeskartellamt bislang verhängten 20,5 Mio. Euro Bußgeld
abzubekommen. - ul
PNP Grafenauer Anzeiger vom 1.April 2011 TAZ bringt Glas wieder zum Glänzen Gestern war der Spatenstich für das 5,5-Mio.-Euro-Projekt für Schmelztechnik am Sägewerksgelände /Von Ursula Langesee Spiegelau.
Nach einer schwierigen und langwierigen Planungsphase kann es nun
endlich losgehen mit dem Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) Glas auf dem
Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks. Gestern erfolgte der
Baubeginn durch einen symbolischen Spatenstich mit Vertretern aus
Politik, Wissenschaft und den Planungs- und Baufirmen. Bereits Ende
dieses Jahres sollen die drei Gebäude (Kopfbau, Labore, Schmelzhalle)
bezugsfertig sein. Die Gesamtkosten für dieses Projekt belaufen sich
auf 5,5 Millionen Euro, die reinen Baukosten liegen bei 4,3 Mio. Euro. Staatsminister
Helmut Brunner sprach an diesem „wahrlichen Sonnentag“ vom Beginn einer
positiven Entwicklung. Nach einem schmerzhaften Strukturwandel würden
die früher wichtigsten Produkte der Region, Holz und Glas, wieder eine
Renaissance erleben. Mit den Einrichtungen der Fachhochschule
Deggendorf in Teisnach (Kaltglastechnologie) und künftig in Spiegelau
mit der Schmelztechnik (Heißglastechnologie) würden wissenschaftliche
Erkenntnisse in anwendbare Technologien übersetzt und damit die
Innovationsfähigkeit der Unternehmen in der Region gestärkt. Brunner
wünschte Spiegelau eine ähnlich gute Entwicklung wie in Teisnach,
dessen Technologiezentrum als erstes im Bayerischen Wald im Oktober
2009 eingeweiht worden war. Dort konnten innerhalb eines Jahres 16
nationale und internationale Forschungsprojekte mit einem Volumen von
3,5 Millionen Euro akquiriert werden. Daraus habe sich eine
erstaunliche Wirtschaftsdynamik entwickelt. Im Umfeld des Campus
siedeln sich verstärkt Firmen an, die mit der thematischen Ausrichtung
des Technologietransferzentrums nicht direkt in Zusammenhang bracht
werden können. Als Lohn für diese Leistung gab es im vergangenen
Jahr den Bayerischen Gründerpreis für die Initiative „Technologieregion
Bayerischer Wald“. „Manche sprechen sogar schon vom ‘Silicon Valley
Bayerischer Wald‘“, sagte der Minister schmunzelnd. Er dankte der
Hochschule Deggendorf, die beim Spatenstich mit Präsident Dr. Reinhard
Höpfl, Vizepräsident Dr. Peter Sperber, Kanzler Dr. Gregor Biletzki und
dem örtlichen TAZ-Leiter Michael Fuchs vertreten war, für das geistige
Fundament fürs Anwenderzentrum. Ministerialdirigent Dr. Wolfgang
Zeitler, der für Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch gekommen
war, dankte er für die finanzielle Hilfe und bat, Spiegelau die gleiche
Unterstützung wie Teisnach und Freyung zukommen zu lassen. Zuletzt galt
Brunners Dank dem Landkreis, dem Kreistag und der Gemeinde, die sich
trotz schwieriger Ausgangssituation für diese Zukunftsinvestition
entschieden haben. „Wir wollen nach dem Wegbrechen der Arbeitsplätze in
der traditionellen Glasherstellung auf diesem Weg die jungen Leute in
der Region halten und ihnen eine Zukunft eröffnen. Deshalb sind wir
bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen“, bestätigte Landrat Ludwig
Lankl. Die Finanzierung sei auf 22 Jahre ausgelegt.150 000 Euro pro
Jahr trage die Gemeinde, 450 000 Euro der Landkreis. „Zwickt‘s mi, i
glaub‘ i traam“ - mit dieser Liedzeile von Wolfang Ambros verdeutlichte
Bürgermeister Josef Luksch, dass er es - mit Hinblick auf die
Vorgeschichte - nicht glauben könne, dass sich der erste Teil zu diesem
Traum nun erfülle. Er dankte allen, die dazu beigetragen haben. Zeitler
bemerkte in seiner launigen Rede, dass Bayern wegen seiner Idee mit den
Technologieanwenderzentren bundesweit beachtet und beneidet werde. Die
Verzahnung von Region und Wissenschaft bringe neue Impulse für einen
Werkstoff wie Glas, der zwar als traditionell, aber nicht gerade
pfiffig gelte. Er wünschte Spiegelau in puncto Glück bruchsicheres Glas
und noch viele weitere Spatenstiche. FH-Präsident Höpfl begrüßte es,
dass die Grundlagenforschung so zur Anwendung komme, wie es das Profil
der Fachhochschule sein soll. Er dankte Zeitler, der ein Herz für ganz
Bayern habe und nicht nur für die Metropolen. Beim Stehempfang in
der Touristinfo stellten die Planer Klaus Bauer und Thomas Häringer das
Projekt vor und Luksch warb für eine Mitgliedschaft im TAZ-Förderverein.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 31. März 2011 Die Bautafel steht schon Heute ist der Spatenstich für das TAZ in Spiegelau Spiegelau.
Auch wenn der eigentliche Bau des neuen Anwenderzentrums für
Glastechnologie (TAZ) noch nicht begonnen hat, werden bereits die
ersten Zeichen erkennbar, dass sich auf dem Gelände des ehemaligen
Staatlichen Sägewerks in Spiegelau in Kürze etwas tun wird. So wurde
auf Initiative des Fördervereins des TAZ Spiegelau die von der
Arbeitsgruppe Planung und Architektur (APA) gestaltete Bautafel für das
neue TAZ aufgestellt. „Endlich wird auch für die Öffentlichkeit
sichtbar, dass hier bald die Bagger rollen werden“, so
Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth. Der Spatenstich für das neue
Anwenderzentrum ist am heutigen Donnerstag. Mit den Abbrucharbeiten
soll dann voraussichtlich in der zweiten Aprilwoche begonnen werden. -
kr
PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. März 2011 Spiegelau sagt „Ja“ zum Haushalt Einstimmig verabschiedet - Striktes Sparen ist weiterhin nötig 7 Von Ursula Langesee Spiegelau.
Einstimmig hat der Gemeinderat den Haushaltsplan 2011 verabschiedet. Er
hat ein Volumen von 9 540 700 Euro (Verwaltungshaushalt: 5 925 500
Euro, Vermögenshaushalt: 3 615 200 Euro). Das bedeutet gegenüber dem
Haushalt 2010 eine Steigerung von 3,9 Prozent beim Verwaltungshaushalt,
von 28,9 Prozent beim Vermögenshaushalt und beim Gesamthaushalt von
12,1 Prozent. Gegen den Finanzplan 2010 mit 2014 stimmten Peter
Hinterberger, Erhard Wawrzek und Josef Wanninger. Mit der Abstimmung
am Montag hat der Gemeinderat eine Punktlandung geschafft. Am 28. März
soll die terminliche Vorgabe der Rechtsaufsicht erfüllt sein. Etliche
Sitzungen waren der endgültigen Absegnung vorausgegangen, der
Konsolidierungszwang machte ein stetes Abwägen zwischen Sparen und
Investieren unumgänglich. Denn auch wenn der Schuldenstand im Verlauf
dieses Haushaltsjahres von 4 427 000 auf 4 080 000 Euro gesenkt werden
kann, bedeutet dies immer noch eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1036 Euro
(zum Vergleich: der Landesdurchschnitt liegt bei 644 Euro) - und das
ist noch nicht das Ende. Schuldenberg wächst weiter
„Die
Schulden machen mir am meisten Sorgen, denn sie werden sich noch
erheblich erhöhen und können unsere Leistungsfähigkeit gefährden“,
bemerkte Kämmerer Bruno Donaubauer. Deshalb appellierte er an das
Gremium, den Prozess der Kosteneinsparung voranzutreiben, das
Konsolidierungskonzept weiter zu entwickeln. Dazu empfahl er den
Rückzug auf die reinen Pflichtaufgaben. Zu den Pflichtaufgaben der
Gemeinde zählen auch die Einrichtungen Wasser, Kanal und
Bestattungswesen, die kostendeckend betrieben werden müssen. Eine
Aufgabe, die immer schwerer zu bewältigen ist. Seit 2003 kritisiert das
Landratsamt bei der Vorlage der Haushaltspläne regelmäßig diese Posten.
Mit Gebührenerhöhungen versucht die Kommune das Defizit in den Griff zu
bekommen. Doch die Spirale dreht sich weiter nach unten, denn die
Bevölkerung nimmt ab und durch die höheren Gebühren geht der Verbrauch,
etwa beim Wasser, kontinuierlich zurück. Beim Wasser liegt die
Grundgebühr derzeit bei 44,86 Euro netto, pro Kubikmeter kommen 1,72
Euro netto Verbrauchsgebühr dazu. Das Abwasser schlägt aktuell mit 2,85
Euro pro Kubikmeter zu Buche. Und im Bestattungswesen erwartet die
Bürger ab diesem Jahr eine Kostenerhöhung von 30 Prozent. Erhöht wurden die Grundsteuer-Hebesätze A und B auf 400 v. Hundert, gleich blieb die Gewerbesteuer mit 305 v. Hundert. Die
größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt: Einkommensteueranteil
950 000 Euro (2009: 1 004 9 07 Euro), Umsatzsteuer 50 000 (50 077
Euro), Schlüsselzuweisung 1 266 000 Euro (1 507 164 Euro),
Gewerbesteuer 325 000 Euro ( 607 592 Euro), Grundsteuer A und B 431 200
Euro (320 609 Euro), Kanal 477 000 Euro (354 000 Euro), Wasser 353 600
Euro (195 539 Euro). Nach den Beobachtungen des Kämmerers gehen die
Einnahmen aus der Schlüsselzuweisung und der Gewerbesteuer seit dem
Jahr 2009 nach unten. Die Gewerbesteuer hat sich im Vergleich zum
Haushaltsjahr 2009 fast halbiert. „Sie wird sich bei 325 000 Euro
einpendeln“, prognostiziert Donaubauer für die nächsten Jahre. Bei
den Ausgaben sind die größten Posten die Personalkosten mit 1 128 300
Euro (2009: 1 185 594 Euro) - sie machen alleine 19 Prozent aus - und
die Kreisumlage mit 1 250 000 Euro (1 178 766 Euro). Weiter wurden
aufgelistet: Gewerbesteuerumlage 75 700 Euro (122 527 Euro), Zinsen 224
700 Euro (179 728 Euro), Sachaufwand Schule 343 200 Euro (348 000
Euro), Umlage Abwasserbeseitigung 95 000 Euro (71 800 Euro),
ungedeckter Aufwand für Kindergärten 198 600 Euro (148 492 Euro). Was
hier auffällt: die Schlüsselzuweisung von 1 266 000 Euro geht fast
vollständig für die 1,25 Mio. Euro Kreisumlage drauf. 2 221 500 Euro
sind heuer an Investitionen vorgesehen - darunter 750 000 Euro für die
Weitergabe der Verbesserungsbeiträge an den Zweckverband Klärwerk
Spiegelau, 310 000 Euro für die Erschließung des alten
Sägewerksgeländes, 200 000 Euro für die Erschließung des
Industriegebiets Oberkreuzberg Süd-West und 150 000 Euro Zuschuss an
die Betreibergesellschaft Anwenderzentrum. Hohe Gebühren Gift für die Wirtschaft
CSU-Fraktionssprecher
Karlheinz Roth wie auch Elke Proßer-Greß für die SPD und Erhard Wawrzek
für die Freien Wähler dankten dem Kämmerer für die gute Vorbereitung
des Zahlenwerks. Roth relativierte die Aussage, dass die
Schlüsselzuweisung fast zur Gänze in die Kreisumlage fließe: „Dafür
bekommen wir 450 000 Euro fürs TAZ.“ Er monierte, dass die
Sparbeschlüsse zwar schon beim halbierten Sitzungsgeld, aber noch nicht
beim zentralen Punkt Personalkosten durchschlagen würden. „Es ist
was Solides rausgekommen“, beurteilte Proßer-Greß den Haushalt. Der
Rückgang bei der Pro-Kopf-Verschuldung beweise, dass die Sparbemühungen
fruchteten. Als Leitlinie und quasi „Handbuch des Gemeinderates“
wertete sie den Investitionsplan bis 2014. Sie dankte für die sehr
konstruktive Arbeit im Vorfeld, die den Gemeinderat zusammengeführt,
statt getrennt habe. Wawrzek zollte der qualitativ sehr guten Arbeit
Respekt und dankte für die rechtzeitige Vorlage des Haushalts, warnte
aber vor den hohen Gebühren: „Die sind Gift für die Wirtschaft.“ Man
müsse die Kosten an die Einwohner-Entwicklung anpassen.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. März 2011 Ei’trogn, wo sich was zua’trong hat Starkbieranstich
in Spiegelau bringt am Samstag im Schnapsmuseum Verfehltes, Verfrühtes
und Verlustiertes zu Tage 7 Von Hermann Haydn Spiegelau. Der
Eintrager bekommt manches zugetragen, was er nicht nachgetragen
bekommen soll, wenn er es auch vorträgt. Aber wer, wie Bruno Fischer,
es nicht das erste Mal macht, sondern zum achten Mal beim Spiegelauer
Starkbierfest die Leviten liest, der erfreut sich einer besonderen
Honorabilität: alles sagen zu dürfen, ohne dass einer was sagen darf.
Aber auch „mein lieber Herr Gesangsverein“ nahm zwar das Notenblatt,
aber sonst keines vor den Mund, und thematisierte beispielsweise die
TAZ-Standortsuche mit zartem Klang und messerscharfem Witz. Die
Klingenbrunner Musikanten eröffneten den Samstagabend mit flotten
Klängen. Schnell war das Schnapsmuseum mit etwa 100 Zuhörern gefüllt
und die Atmosphäre wurde auch deshalb fühlbar hitzig. Für die Kühlung
sorgte das Wolferstetter Starkbier. Mit großer Schwermut und doch
der Leichtigkeit, die sich die vormalige Leiterin des Schnapsmuseums,
Martina Stöckl, wohl erwartet hätte, begann der Ei‘troga Bruno Fischer
den schwierigsten Teil seiner Fastenrede. Denn Martina Stöckl mussten
die Spiegelauer erst wenige Tage vorher zu Grabe tragen. Die Frage, ob
dennoch die Veranstaltung stattfinden solle, war im Raum gestanden,
aber mit genau der Zuversicht verneint worden, mit der sie ihr schweres
Leiden mit Lebensmut und Humor angenommen habe. Fischer erinnerte an
eine Begebenheit, als Stöckl einem Urlauber den Weg zur Gaststätte
Trossel beschrieben hatte, mit vielen Worten bayerischer Färbung und
einem halben Spiegelau-Reiseführer kostenlos, gewürzt mit
Sehenswürdigkeiten und Lebensart. Und mit der Überzeugung, dass sie
zwar ihr Menschenmöglichstes getan habe, bis hin zur Erwähnung des
Zwölfer-Zuges, der Tankgelegenheit und vermutet unerfüllter
Kinderwünsche des Wegsuchenden, aber dennoch bilanzierte: „Der find‘t
ja eh ned hi!“ Wohl hin gefunden habe dagegen der Bürgermeister
jeweils zu seinen Terminen. Allerdings stellte sich bei ihm die Frage
des „Wann“ dafür umso dringender. Denn während er die Verspätung
hochgradig kultiviert habe, sei ihm eine neue Variante schon umso
peinlicher gewesen. Etwa auf der Flucht vor telefonischen
Presseanfragen sei er schon mal zu früh aufgetaucht und habe damit
seine später (rechtzeitig) gekommenen Kollegen in die eigene, aber
fälschliche Verwunderung gestürzt, dass sie selbst dann ja noch viel
später dran sein müssten. Und zu einer Nationalpark-Ausschusssitzung
war er gleich einen ganzen Monat zu früh dran, abzüglich der halben
Stunde, die er gemeint hatte, zu spät dran zu sein. Aber damit war der
Bürgermeister auch schon erlöst von der Predigt, weil er nach
unbestätigten Hintergrundinformationen dafür den Ball an seine Frau
Margrita weiter gegeben hatte. Irgendjemand hatte dem Eintrager nämlich
gesteckt, dass die zur Marketingwaffe ihrer Bank in Schöfweg wider
Willen geworden sei, als sie sich mal zu einem Rock durchgerungen
hatte, dessen Reißverschluss nicht den Sicherheitsanforderungen
entsprach, wenn es darum ging, Formulare aus einem tiefen Regal zu
holen. Platzen, Rutschen und Schauen sei quasi eins gewesen bei dem
gerade beratenen Bankkunden. Aber immerhin habe der erst gar nicht mehr
überlegt, ob er nicht doch sein Konto bei der Konkurrenz eröffnen
solle, so erfreut sei er über den Spezial-Service gewesen. Dass
nicht nur Spiegelau Geschichten liefert, sondern auch das Umland, das
bekamen Kreistouristiker Ernst Kandlbinder und Wirtschaftschef Ralph
Heinrich zu spüren. Der eine sei ja schon so „E-Bike-geschädigt“, dass
er mit den breiteren Abmessungen eines normalen Fahrzeugs dafür nicht
mehr zurecht komme und die Außenspiegel an einer zu schmalen
Garageneinfahrt mechanisch ein- und knarzend abgeklappt habe. Heinrich
habe dagegen einen zu langen (wichtigen) Titel und zu viel Kraft und
Energie, so dass sich die Mitarbeiter schon per geheimem
Augenbrauenzwinkern Zeichen gäben, wo gerade von ihm Aktivismus-Gefahr
im Anzug sei. Beide Augenlider senken bedeute dazu: Er ist weg. Aber
dann müsse man dafür schon mal einen Kreisbeamten zu Dienstschluss
extra wecken. Von Einem, der - das Bierflascherl in der Hand -
fragte, ob das noch vom Fass sei, oder „ob des schon leer ist“,
erzählte der Eintrager, vom Roth Karl Heinz, der im Teisnacher TAZ eine
diplomatische verquere Situation dadurch gerettet habe, dass er für die
dortige leicht errötende Bürgermeisterin noch zwei Eier dabei hatte -
auch wenn die vom Klaus Büchler und aus Glas waren. Er berichtete auch
davon, wie der junge Schwarze in Österreich zum Jungsozialisten
mutierte und darüber, wie der Pfarrer Wimmer als Schneewittchen sich
für die sieben Frauenbundzwerginnen zur ökumenischen Verlustierung
extra lang und steif gemacht hatte. Dass man sich in Spiegelauer
Regierungskreisen über den liberalen Muthmann ehrlich freue, wenn er zu
Besuch komme, weil man mit den eigenen Freien größere Probleme habe,
verhehlte der Eintrager nicht. Auch ohne falschen Doktortitel könne der
Landtagsabgeordnete darauf hoffen, dass die TAZ („Trottel aktiv im
Zukunftsrat“) doch noch als Batman des Bayerwaldes und Mut(h)-Mann in
Ranger-Kluft zu seiner Alleinherrschaft im vereinten tschechisch,
österreichisch und bayerischen Raum führen könnte; und sich die
Spiegelauer so auch endlich den Riedel vorknöpfen könnten. Bis dahin
müsse weiter der Erich Bachmann als Klärwärter oft Unerfreuliches
schöpfen, nicht nur in seiner Arbeit, sondern als Wortakrobat der
Trivialliteratur, der am Hamburger Auszieh-Tisch nach seiner
Viessmann-Brille sucht und den Pfarrer aus der Sacre Coeur kommen
lässt. Aber vielleicht lag es ja auch nur daran, wie der Gesangsverein
später noch kolportierte, dass in Spiegelau die Sitzungen bisweilen
halt bis in die Nacht hinein gehen, wenn „Hüttnbazi, Wammerl und
Kuhhandler“ für die große politische TAZ-Standpunkt-Gaudi sorgen. Der
Eintrager hat es gehört, gesammelt und weiter erzählt. Und spätestens
nach zwei Halben Starkbier nimmt es ihm eh keiner mehr krumm.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. März 2011 So wird das TAZ Spiegelau aussehen - Kreistag gibt grünes Licht für Finanzierung und Architekten-Entwürfe Von Peter Püschel Freyung-Grafenau.
Jetzt wird es schnell gehen: Schon im April soll mit dem Bau des
Technologieanwenderzentrums Glas (TAZ) auf dem Gelände des ehemaligen
Staatlichen Sägewerks in Spiegelau begonnen werden. Bei nur zwei
Gegenstimmen hat der Kreistag die Finanzierung abgesegnet und die
Architekten-Entwürfe gebilligt. Wie Siegfried Wilhelm als
Geschäftsführer der Betriebs-GmbH TAZ Spiegelau informierte, soll der
Bau über die Auszahlung eines so genannten Gesellschafterdarlehens
finanziert werden: Der Landkreis als Gesellschafter der GmbH stellt die
benötigten Finanzmittel in Form eines Kredites zur Verfügung. Der
Kapitaldienst für dieses Darlehen ist aus den jährlich zur Verfügung
stehenden Eigenmitteln in Höhe von 600 000 Euro zu erbringen. Maximal
450 000 Euro davon trägt der Landkreis, 150 000 Euro die Gemeinde
Spiegelau als zweiter Gesellschafter. Der Gemeinderat Spiegelau hat
diesem Konstrukt bereits vor der Kreistagssitzung zugestimmt. Man
geht davon aus, dass von den jährlich zur Verfügung stehenden
Eigenmitteln der GmbH 200 000 Euro für den laufenden Betrieb
aufgebracht werden müssen. 400 000 Euro stehen also für den
Schuldendienst zur Verfügung. Rein rechnerisch wird die Rückzahlung
dieses Darlehens dann 22 Jahre dauern. Geschäftsführer Wilhelm geht
aber davon aus, dass sich die Betriebsverluste nach fünf Jahren
vermindern, wenn die Betriebs-GmbH Erlöse aus dem Projekt erzielen
wird: Die dann fälligen Mietzahlungen der Hochschule Deggendorf dürften
den Schuldendienst mittelfristig abdecken. Wie Thomas Häringer vom
Planungsbüro APA Bauer aufzeigte, steht die Detailplanung. Der Abbruch
der Spiegelauer Bibliothek steht kurz bevor, dann kann es sofort
losgehen. Erst Ende letzter Woche ist die Ausschreibung abgeschlossen
worden, an der sich neun Firmen beteiligt haben. Den Zuschlag als
Generalunternehmer erhielt die Firma Bachl mit einem Auftragsvolumen
von netto 4,364 Millionen Euro. Die Planung sieht drei untereinander
verbundene Gebäude vor: Einen Kopfbau für Verwaltung, Büros und
Konferenzräume, der bereits im September bezugsfertig sein wird; einen
Bau für die Labore, die im Oktober fertig sein sollen; und die
Schmelzhalle, die dann im Dezember in Betrieb gehen wird. „Eine sehr
erfreuliche Entwicklung“, stellte Häringer fest, „das Kostenbudget
wurde bei der Ausschreibung eingehalten, das Projekt läuft wie
angedacht.“ Der Aufsichtsrat hat ein Kostenbudget von 5,5 Millionen Euro genehmigt, teilte Geschäftsführer Siegfried Wilhelm mit. Wie
Campus-Leiter Michael Fuchs vor dem Kreistag sagte, konnten bereits
einige Forschungsaufträge für das TAZ Spiegelau gesetzt werden. Die
Kooperation mit der Uni Bayreuth und der Firma Füller ist besiegelt,
Kooperationen mit anderen Firmen sowie mit dem „Netzwerk Glas“ seien im
Entstehen.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 16. März 2011 Meditativer Abendgottesdienst Spiegelau.
Am Sonntag, 20. Februar, lädt um 19 Uhr die Evang.-Luth.
Kirchengemeinde zu „Balsam für die Seele“, einem Abendgottesdienst in
die Martin-Luther-Kirche, Spiegelau ein. „Unsere Grenzen _ wenn der
Hahn zweimal kräht“ ist das Thema dieses Abends, der mit besinnlichen
Texten, Musik und Stille zur Einkehr, Ruhe und Umkehr einlädt. Den
Gottesdienst gestalten Diakonin Neumann-Beiler und der Organist Michael
Dietz. - eb
Spiegelau ringt um seinen Haushalt Der
Weg für die Haushaltssatzung 2011 scheint frei - Spagat zwischen Sparen
und Investieren wird nicht einfach - Von Hermann Haydn Spiegelau.
Spiegelau ist heuer flott unterwegs, was die Vorarbeiten zur
Haushaltssatzung angeht. Bis 28. März soll die terminliche Vorgabe der
Rechtsaufsicht erfüllt sein. Nach einer selbst auferlegten Pflicht,
relevante Anträge bis 9. März der Verwaltung vorzulegen, wurde auch in
der Sitzung vom Montag weiter an den Details gefeilt, um Spar- und
Investitionspolitik auf einen grünen Nenner zu bringen. Zwar gab es
längere Sachdiskussionen zu verschiedenen Punkten, im Wesentlichen
zeichnet sich aber mittlerweile ein relativ „störungsfreier“ Endspurt
im Zahlenwerk an. Gemeinderat Erhard Wawrzek hatte angeregt, 100 000
Euro noch in den Haushalt einzustellen, um für die Vermarktung der
erwarteten TAZ-Forschungskapazitäten und auch der Ansiedlungsflächen
noch zusätzlichen Schwung zu erzeugen. Nach Gesprächen mit einem
Firmeninhaber der Branche sei er aber überzeugt, dass in den
verschiedenen Glasbereichen genug Anknüpfungspunkte vorhanden wären, um
das TAZ zu einem großen Erfolg zu machen. Bürgermeister Josef Luksch
erklärte dazu, dass der Geschäftsführer durchaus speziell dafür
vorgesehen sei, Kontakte zu Firmen zu suchen und Akquise zu betreiben.
Es sei aber durchaus eine Überlegung wert, etwa über
Provisionsregelungen zusätzlich Kompetenzen in der Branche einzubinden.
Da aber ohnehin der Haushaltsentwurf unter einem zeitlichen und
Konsolidierungszwang stehe, sah er es als zielführender, erst mit der
TAZ-Betreiber-GmbH hier Notwendigkeiten zur kommunalen Unterstützung zu
besprechen und dann gegebenenfalls über einen Nachtragshaushalt oder
erst in 2012 entsprechende Mittel zu eröffnen. Der Antrag, 100 000 Euro
vorsorglich einzustellen wurde mit 6:5 knapp abgelehnt, die zweite
Variante, nach einer Information zu reagieren dann einstimmig
angenommen. Der Bürger braucht Planungssicherheit 15 000 Euro
sparen könnte sich Spiegelau, wenn die Planung zum Kanal in der
Schwarzachstraße als unwirtschaftlich abgesagt würde, so ein Antrag der
CSU-Fraktion. Luksch nannte das durchaus überlegenswert. Allerdings
könne man da verschieben, aber nicht auf ewig. Denn der Bürger brauche
die Klarheit, was da dann passieren soll. Mit dem Beschluss pro Kanal
wäre es für sie nicht mehr nötig gewesen, Fördermöglichkeiten zu
Drei-Kammer-Kläranlagen weiter zu verfolgen. Man dürfte sie so jetzt
auch nicht hängen lassen. Die Planung alleine bringe aber ohnehin auch
nichts, wenn gleichzeitig der Bau später nicht finanzierbar wäre,
wandte Thomas Robl ein. Der Rat beschloss, in 2011 tatsächlich erst die
15 000 Euro raus zu nehmen, die politische Richtung aber dennoch
beizubehalten. In 2012 und 2013 sollen dann je 7 500 Euro
Planungskosten veranschlagt werden. Wie sieht es mit Ansätzen zur
Breitbandversorgung aus, wollte ebenfalls die CSU-Fraktion wissen. 30
000 Euro sollten eingestellt werden. Josef Luksch verwies darauf, dass
es einen Vortrag zur neuen LTE-Technik gegeben hatte. Kämmerer Bruno
Donaubauer hatte den verfolgt und berichtete, dass die Anbieter
politisch dazu vergattert worden seien, zunächst die „weißen Flecken“
der Funkverbindung zu schließen, bevor als Filetstücke die
Ballungsräume erschlossen werden dürfen. Das schnelle Internet gäbe es
dann sogar ohne kommunale Ausgaben. Problem allerdings: In Tschechien
werden die fraglichen Frequenzen noch für Fernsehen verwendet. Es
könnte zum Hemmschuh dafür werden, dass diesseits des Grenzkamms LTE in
Kürze zu haben sein könnte. 5 000 Euro wurden in den Haushalt
eingestellt, um sich fachlich kompetente Beratung holen zu können. Ein
offenes Problem ist die Schwarzachstraße nicht nur wegen ihres
baulichen Zustandes. Hier sollten 50 000 Euro eingeplant werden, so der
CSU-Antrag, da auch die Firma Hilz bereits damit drohe, ansonsten Firma
und 60 Arbeitsplätze zu verlagern. Allerdings ging es auch in
nichtöffentlicher Sitzung um eine Problematik dazu. Deshalb wurde die
Entscheidung dazu vertagt. Gerüchte zum Büchereiumzug Kommt die
Bücherei im Schulhaus doch teurer als angesetzt? Verschiedene Gerüchte
waren durch die Kommune gegeistert, so Luksch. 3 000 Euro für eine
Trenntüre und Umzugsaufwand seien weiterhin nötig. 1000 Euro seien als
Puffer für Eventualitäten vorgesehen. Kurt Zettl betonte, dass die
CSU-Fraktion hier auch nicht als Bremser aufstehen habe wollen, sondern
die Informationen für einen fundierten Beschluss eingefordert habe. Mit
7:4 Stimmen wurde der Ansatz genehmigt. Angefragt wurde seites der
CSU-Fraktion auch zu den Kosten des Abbruchs des alten Leichenhauses:
„Wäre hier eine höhere Eigenleistung denkbar?“ Josef Luksch bezweifelte
dies ebenso wie Kurt Hobelsberger und Ludwig Schopf und weitere Räte,
da die Problematik mit Entsorgungsnachweis, Trennung und
Verkehrssicherungspflicht komplizierter sei, als auf den ersten Blick
zu sehen. Es bleibt also beim bisherigen Ansatz von 30 000 Euro und
dabei dass in künftigen Finanzplanungen Geld eingestellt werden soll
für einen Neubau. Bei der Vergabe könne ohnehin noch geschaut werden,
ob einzelne Gewerke nicht doch über Bauhofregie zu machen wäre. Könnte
man sich 25 000 Euro erst mal sparen, die für die Sanierung der Quelle
Ochsenkopf nötig sind. „Man könnte,“ so der Bürgermeister, wenn man
andererseits riskiert, eine gute Schüttung im Wald aufzugeben und
vielleicht dann in trockenen Sommern auch mal Fernwasserpreise zahlen
zu müssen. Kurt Zettl betonte, dass auch die CSU-Fraktion sie nicht
aufgeben wolle, aber eine Verschiebung sei eben doch denkbar. Mit 7:4
Stimmen wurde der Ansatz beibehalten.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 8. März 2011 AUS DEM SPIEGELAUER GEMEINDERAT Abgesegnet
werden konnte zur letzten Sitzung des Spiegelauer Gemeinderates der
Antrag des BRK zur Montage einer Antenne für Gleichwellenfunk an der
Schule in Spiegelau. Bürgermeister Luksch konnte beruhigen, dass es
dabei um einen Bedarfsfunk für die Bergwacht gehe und auch die Polizei
als Masteigentümer einverstanden sei, dass noch eine Antenne montiert
wird. Man sei zwar etwas überrascht von der Technik, wo doch alles sich
dem Digitalfunk zuwende, aber das sei nicht kommunale Frage. Unter
„Informationen“ ging es um einen verstopften Kanal, der in der
vergangenen Sitzung moniert worden war. Bei einem Regenüberlaufbecken
sei es zu Problemen gekommen. Eine Spülung habe übergangsweise das
Problem beseitigt. Scherbenbrüche wurden festgestellt und der
Verursacher müsse noch gefunden werden. Karlheinz Roth fragte an, ob
Beschlüsse zur Konsolidierung schon umgesetzt worden seien. Ihm sei
nichts bekannt. Man solle da dran bleiben. Bürger monierten, dass
die Flutlichtanlage der Nachtloipe zu Unzeiten und zu lange brenne. Man
solle doch darauf achten, dass Sparbemühungen hier nicht ein
Gegensignal gesetzt bekämen. Früher schaltete ein Anlieger nach Bedarf
ein und aus, so Luksch. Nun macht es eine Zeitschaltuhr, der es ja eher
egal sei, ob es schon länger hell sei. Ein Dämmerungssschalter könnte
zusätzlich angebracht werden, so Wawrzek, oder eine „menschliche“
Lösung wäre wieder eine Überlegung wert, so Luksch. Auch ein Wechsel
der Lichtzeiten mit Abstimmung zur Nachtloipe Riedlhütte wäre
überlegenswert. Einen großen Dank des Gremiums gab es an Kurt Hobelsberger für die Bemühungen zum Bayern 1-Winterfestival. - hpd
PNP Grafenauer Anzeiger vom 4. März 2011 SAXNDI. . . ...es wäre ein Leichtes, sich jetzt köstlich über den „Büchereistreit“ von Spiegelau auszulassen. Aber
so unsinnig dies passend zur Faschingszeit anmuten mag, so unsinnig ist
es genau genommen gar nicht. Denn dass etwas weiter geht, das ist den
Büchereimachern schon zu verdanken. Das sieht auch die CSU-Fraktion so.
Dass dennoch eine Entscheidung vom Rat abgesegnet sein soll, mag auch
verständlich sein. Dass irgendwo dazwischen terminlich etwas nicht ganz
rund gelaufen ist, und es deshalb ganz unaufgeregt akzeptiert werden
könnte, dass Faktum und Beschluss noch zusammen zu bringen sind, sollte
deshalb die Beteiligten nicht unglücklich machen. Einen Zankapfel vom
Baum zu brechen ist die Geschichte nicht wert. Die Diskussion ist
formal gesehen in Ordnung. Das Ergebnis ist das Gleiche. Das sollte
zählen. Hermann Haydn
Rathaus und Pfarrbüro über Fasching geschlossen Spiegelau.
Wie die Gemeindeverwaltung Spiegelau mitteilt, ist das Rathaus am
Faschingsdienstag, 8. März, ganztags geschlossen. Die
Touristinformation ist jedoch vormittags von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Das
Pfarrbüro Spiegelau ist von Rosenmontag bis einschließlich
Aschermittwoch, 7. bis 9. März, geschlossen. In dringenden Notfällen
ist Pfarrer Rupert Wimmer am Handy unter 0170-1166047 erreichbar. - red
Bücher sollen umziehen: CSU fehlt der Beschluss Randthema zum neuen Büchereistandort in Spiegelau sorgt für Unmut und Kopfschütteln im Gemeinderat - von Hermann Haydn Spiegelau.
Es war eigentlich eine Randnotiz und sorgte doch für Unmut im Gremium.
Elke Proßer-Greß verkündete in den letzten beiden Sitzungen die frohe
Nachricht, dass es mit der Gemeindebücherei gut weiter gehen kann, weil
ein neuer Standort in der Schule gefunden wurde. Das alte Gebäude am
Sägewerksgelände muss ja dem TAZ weichen. Alles in kommunal geordnete
Verhältnisse bringen wollte dazu die CSU-Fraktion, vertreten durch
Sprecher Karlheinz Roth. Aber der Antrag, den Umzug auch per Beschluss
abzusegnen, geriet nun zum Zankapfel zwischen Elke Proßer-Greß und der
CSU-Fraktion. Gar nicht dagegen sein wollte die CSU-Fraktion, so
Karlheinz Roth, ein Antrag für die nächste Sitzung sei ja auch
entsprechend formuliert worden. Aber anschauen und absegnen hätte man
das eben auch noch wollen, statt beim Schaffen von Fakten - wenn auch
akzeptierten - nur zusehen zu können. Die Frage, ob die Räume geeignet
und Kosten zu befürchten seien, müsse nun mal das ganze Gremium
interessieren. Das sah auch die Mehrheit des Gremiums so. Mit 9:4
Stimmen wurde die Dringlichkeit befürwortet, die Beratung zu diesem
Punkt noch auf den Plan zu setzen. Bürgermeister Josef Luksch versuchte
die Wogen zu glätten, bat darum, „nicht päpstlicher als der Papst“ an
die Sache ran zu gehen. Und auch Ernst Ertl bemängelte, man mache sich
mit einer solchen 20-Minuten-Diskussion nur lächerlich. Denn statt
den CSU-Vorstoß als formalrechtliche Maßnahme abzuhaken, schaltete Elke
Proßer-Greß nun auf stur. Dann müsse auch formalrechtlich akzeptiert
werden, dass das Umzugsteam bis zum Beschluss die Bücher ruhen lasse,
sagte sie. Das Ergebnis der Beratung: Die CSU-Fraktion wird noch
besichtigen, der Beschluss soll noch voraussichtlich einheitlich
erfolgen, der Umzug möge, so die politisch vorauseilende Bitte des
Bürgermeisters, weiter gehen. Schließlich soll nicht noch der
TAZ-Spatenstich zum Opfer der Rand-Diskussion werden. Die
eigentlichen Themen der Sitzung waren weitere Vorinformationen zum
Haushaltsplan 2011 mit Vorausschau auf die kommenden Jahre, E-Bikes und
eine Antenne für die Bergwacht. Informationen zur Haushaltsplanung Kämmerer
Bruno Donaubauer erläuterte die aktuellsten Zahlen. Das Landratsamt
verlangte ja eine frühe Vorlage zur Genehmigung. Bürgermeister Luksch
brachte den Antrag ein, dass Änderungswünsche von den Räten bis zum 9.
März eingebracht werden müssten, um dann noch der Verwaltung Zeit zu
geben, entsprechend diese mit allen Folgen einzuflechten. Dem stimmten
die Räte auch zu. Abgelehnt wurde dagegen ein Antrag zur
Geschäftsordnung von Luksch, der es vermeiden wollte, dass von Erhard
Wawrzek über Fragen zu laufenden Prozessen öffentlich diskutiert würde.
Wawrzek hatte die Frage eingebracht, ob ein Posten von 50 000 Euro im
Haushalt nicht zu niedrig angesetzt sei. Eine Beratung dazu erfolgte
nichtöffentlich. Wawrzek fragte zudem nach, wie es mit der Summe der
Weitergabe von Verbesserungsbeiträgen zur Kläranlage stehe. 600 000
Euro erschienen ihm da zu wenig. Nach eigenen Berechnungen müssten noch
über 800 000 Euro an die Bürger zusammen kommen. Auch Karlheinz Roth
bat darum, durch Zahlen im Haushalt dem Bürger nichts vorzumachen.
Bürgermeister Luksch verwies darauf, dass die Zahl als Durchlaufposten
für den Haushalt zunächst nicht relevant sei. Die Werte, die er in
öffentlichen Diskussionen verwende, bezögen sich in der Regel auf
griffigere Schätzungen zu nachvollziehbaren Haushalten und Hausgrößen.
Für den Bürger bleibe es so oder so aber bei den Größenordnungen, die
immer veröffentlicht worden seien. Erhard Wawrzek fragte zudem an,
ob eine Fahrzeugersatzbeschaffung nicht auch daran gekoppelt werden
sollte, wie sich der Personalstand entwickelt, um Beschäftigte und
vorgehaltene Technik sinnvoll abzustimmen. Auch Roth erinnerte daran,
dass es als sinnvoll erachtet worden sei, ein Gesamtkonzept für das
Personal aufzustellen. Der Bürgermeister verwies aber darauf, dass es
ohnehin rechtlich nicht möglich sei, Investitionen und Personalfragen
zu koppeln. Das lasse der Tarifvertrag nicht zu. Ist der Zuschuss
zur Betreibergesellschaft für das TAZ noch korrekt, wollte Wawrzek
wissen. Schließlich sei der Baukostenindex um zehn Prozent gestiegen.
Josef Luksch teilte mit, Bau, Zeitplan, Kosten sollten termingerecht
eingehalten werden. Es gäbe sogar Signale, dass vielleicht nach der
Ausschreibung noch ein positives Ergebnis zu den ersten Schätzungen
erwarten wäre. Das Fell solle man aber erst verteilen, wenn der Bär
erlegt ist. Roth fragte nach den Vorteilen der gemeinsamen
„Schlauchpflege“, nachdem der Haushalt ja unter Sparaspekten entstehe,
hier aber eher investiert werde. Luksch nannte es zunächst einen
ideellen und technischen Vorteil, da so Synergien und Kooperationen die
Ortsteilwehren näher zusammen bringe. So werde ein guter Boden für eine
gemeinsame Materialbewirtschaftung gelegt und auf lange Sicht auch
wirtschaftlich gedacht. E-Bike dreht noch Diskussionsrunde Breiteren
Diskussionsraum nahm die Frage ein, ob sich die Kommune nach einem
neuen Angebot des TVO nicht doch für E-Bikes begeistern könnte, nachdem
das bereits einmal abgelehnt worden war. Nach Bürgermeister Luksch
könnte es bei dem „Nein“ bleiben, denn Probleme mit dem Vorhalten eines
Service und den Vermietzeiten ließen sich nicht aus der Welt schaffen.
Die Frage, ob ein Tourismusort nicht dennoch Wege finden sollte, einen
eventuellen Trend nicht wortwörtlich vorbei fahren zu lassen, wie es
Erhard Wawrzek, Peter Hinterberger, Elke Proßer-Greß und Josef
Wanninger befürworteten, soll nun doch noch einmal vertiefter
aufgegriffen werden. Tourismusleiterin Theresa Resch soll noch einmal
Stellung beziehen und Wege aufzeichnen. Die Ablehnung wurde deshalb mit
10:3 Stimmen vertagt.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. Februar 2011 Trotz dieser Attacke - PNP holt Bronze 2000 Besucher beim BR-Winterfestival in Spiegelau - Sparkasse wird Sieger beim Gaudi-Biathlon Von Andreas Nigl Spiegelau.
Es dürfte mit die „entscheidende Szene“ gewesen sein. BR-Moderator Uwe
Erdelt greift nach rechts. Dort liegt PNP-Mann Daniel Feucht. Erdelt
rüttelt an dessen Lasergewehr - Fehlschuss. Trotz dieser Attacke wird
das PNP-Team am Ende doch noch Dritter. Den Sieg jedoch holt
ungefährdet die Sparkasse. Der Bayerische Rundfunk war am Samstag
zum zweiten Mal mit seinem „Winterfestival “ auf dem ehemaligen
Sägewerksgelände in Spiegelau zu Gast. Geboten wurde wieder eine
Riesen-Gaudi für die laut Organisator Kurt Hobelsberger gut 2000
Besucher - beim Biathlon stand dann auch weniger der pure Wettkampf,
denn der Spaß im Vordergrund. Da machte es dann auch wenig, dass manche
Lasergewehre „Fehlzündungen“ hatten - Schnee in den Laufspitzen und die
Kälte machten oft das Zielen zum Lotteriespiel. Dabei sein war alles
- das hatte auch Landrat Ludwig Lankl betont - und angekündigt im
nächsten Jahr - „austrainiert“ - wieder dabei sein zu wollen. Helmut
Vogl, Bürgermeister von St. Oswald Riedlhütte, hatte seine liebe Mühe,
mit Schneeschuhen den ersten steilen Anstieg zu erklimmen („mit den
Langlaufskiern wär ich schneller gewesen“). Sein Amtskollege Josef
Luksch - ebenfalls auf Schneeschuhen unterwegs - nahm schlauerweise die
Abkürzung, die nur für Damen freigegeben war. Die Strafe folgte
irgendwie auf dem Fuß - das Team schied im Vorlauf aus. Ausgeschieden
war auch das Team um Pfarrer Rupert Wimmer - dessen Auftritt ließ auf
sich warten. Geplant war, dass er direkt nach dem Abendgottesdienst per
Chauffeur am Wettkampfort eintrifft. Was er dann auch tat - aber mit
gut 15 Minuten Verspätung. Gerade noch rechtzeitig - BR-Moderatorin
Ulla Müller wollte schon ohne den Geistlichen starten. Aber auch mit
Wimmer reichte es nicht ins Finale. Dorthin schafften es das Team
der Sparkasse, die PNP, die Leichtathletik-Gemeinschaft Passau und das
BR-Team. Letztlich kam es dann so wie oben beschrieben. Die
Sparkassenmänner um Marktbereichsleiter Klaus Pleintinger machten das
Rennen, die jungen Läufer der LG Passau holten Silber, die PNP Bronze,
und Uwe Erdelt stolzierte abgeschlagen, aber fröhlich winkend, ins Ziel. Danach
stand Party auf dem Programm. Christian Springer alias „Fonsi“ nahm die
Politik auf die Schippe und die „Troglauer Buam“ brachten die alte
Halle zum Beben, was angesichts der knackigen Temperaturen bei vielen
Besuchern für wohlige Wärme sorgte.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 18. Februar 2011 Wird am falschen Eck gespart? Spiegelauer
Kurpark soll nur noch zwei Mal gemäht werden - Hobelsberger: Kann sich
das ein Tourismusort leisten?/ Von Hermann Haydn Spiegelau.
Spiegelau muss eisern sparen. Die geforderte Haushaltskonsolidierung
darf auch vor kleineren Beträgen nicht Halt machen. Aber da die meisten
kommunalen Ausgaben ohnehin kein Luxus sind, kann es auch schnell sehr
weh tun, wenn man überall den Rotstift ansetzen muss. Wird dann
eventuell mehr Schaden als Nutzen produziert? Das wollte Kurt
Hobelsberger zur jüngsten Sitzung wissen. Grund der Kritik: Der
Kurpark sollte laut Beschluss nur noch zwei Mal pro Jahr gemäht werden.
Der beauftragte Unternehmer teilte nun mit, dass das sowohl
arbeitstechnisch wie auch finanziell nicht vernünftig durchführbar sei
und schmiss deshalb hin. Für einen Fremdenverkehrsort sei das nun ein
Schuss in den Ofen, so Gemeinderat Kurt Hobelsberger. Wer wolle denn
noch hier den Urlaub und den Park genießen, wenn auch bei zwei
Mäh-Intervallen die Brennnesseln unter den Sitzbänken wucherten? Unter
dem Strich werde so nicht wirklich gespart. Die Kommune soll dennoch
bei ihrem Sparkurs bleiben und alternative Angebote suchen, so der
einstimmige Beschluss des Gemeinderates. Ebenfalls einstimmig fiel
dann auch das Votum gegen den Antrag aus, sich an einem Wettbewerb zu
beteiligen, der unter dem Motto „Grüne Erlebnis(t)räume“ Leistungen bei
der Erhaltung und Anlage von grünen Oasen im Siedlungsbereich
honorieren soll. Auch die bürgerschaftliche Selbsthilfe wäre dabei ein
Aspekt. Da der Kurpark nicht so gepflegt werden könne, wie es
sinnvoll sei, und sich der Wettbewerb vorwiegend auf städtische
Bereiche beziehe, wo nicht - wie in Spiegelau - die Natur ohnehin vor
der Haustüre liege, sei eine Teilnahme nicht wirklich sinnvoll,
urteilte Bürgermeister Josef Luksch. Hauptschulleiter Karl Feuerecker
aus Riedlhütte berichtete zu den Möglichkeiten und Problemen eines
Mittelschulverbundes Schönberg-Riedlhütte. Im Zweierpakt könnte den
Wünschen aus Schönberg und Riedlhütte leichter entsprochen werden, dass
jeder Partner so lange wie möglich selbst für seine Schulhäuser und
Schülertransporte zuständig bleibt, auch wenn ein Mittelschulverbund
gegründet wird. Gemeinderat Karlheinz Roth wollte aber gerne wissen,
ob nicht irgendwann die Transportkosten zwischen den Standorten teurer
zu kommen drohten als eventuelle Gastschulbeiträge. Zu befürchten sei,
dass für wenige Schüler eine eigene Linie eingerichtet werden müsse,
wenn Zweige und Züge das unumgänglich machten. Zum jetzigen Zeitpunkt
kann aber noch nicht mehr gesagt werden, weil das künftige
Übertrittsverhalten und die Kurswahl noch nicht abzuschätzen sind. Der
Gemeinderat stimmte schließlich doch einheitlich für die
Schulverbundsbildung, einen Kooperationsvertrag und Sprengeländerungen. Zur
Haushaltskonsolidierung wurde dem Gemeinderat auch eine frühzeitige
Haushaltsplanung vom Landratsamt auferlegt. Der beschäftigte sich mit
der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs quasi in „erster Lesung“.
Aber auch hier ist es noch zu unsicher, sich über Zahlen zu
unterhalten. Wie Kämmerer Bruno Donaubauer anmerkte, kann es bei
verschiedenen Posten noch größere Schwankungen geben.
Zivildienstschule, Umsatzsteuer, Zuschuss-Eingänge und
Grundstücksverkäufe seien nicht voraussagbar. Erhard Wawrzek bemängelte
ferner, dass er verschiedene Ansätze als zu niedrig einschätze. Ihm
ging es um ein laufendes Verfahren zum Sägewerksgelände,
Straßenunterhalt, Ausbuchungen von Kasseneinnahmeresten und Ausgaben
für das TAZ. Hier könnten schnell größere Summen auflaufen, welche die
erhoffte freie Finanzspanne von derzeit 92 000 Euro auffressen und die
Neuverschuldung bei einer geplanten Kreditneuaufnahme von etwa 832 700
Euro weiter in die Höhe treiben könnte. Auch einem geschenkten Gaul
muss man ins Maul schauen. Die Touristikgemeinschaft hatte angeboten,
2500 Euro zu übernehmen, wenn Spiegelau noch heuer mit einem
Beschilderungskonzept startet. Die Schätzungen gehen von 25 000 Euro
Gesamtbedarf aus, um etwa an den Ortseingängen besser auf Ziele und
Veranstaltungen hinweisen zu können. Roth regte an, zu schauen, ob bei
den Kurtaxen nicht Mittel frei gemacht werden könnten, die hier
Verwendund finden würden. Auch in Zusammenarbeit mit der Euregio könnte
man Unterstützung finden, schlug Wawrzek vor. Zusammen mit
Tourismusleiterin Theresa Resch soll besprochen werden, was sinnvoll
sei. Weg von den Finanzen: Der scheidende Nationalparkchef Karl
Friedrich Sinner startete in Spiegelau seine „Abschiedstour“. In der
Tradition, jährlich einmal zu Entwicklungen Stellung zu nehmen,
berichtete er auch über Borkenkäfermanagement und Totholzflächen, über
Jubiläen und Einrichtungen und hatte nach 13 Jahren eigener
Zuständigkeit auch seine Botschaft wieder dabei: „Der Nationalpark ist
Ihre Angelegenheit.“ Traurig war er darüber, dass er mit dem
Hackinger-Gelände eine „Baustelle“ nicht erledigen habe können.
Bürgermeister Luksch bedankte sich mit den Räten bei einem „Moderator
der Interessen“ und stets unbeirrtem Kämpfer für die Nationalparkidee.
PNP Grafenauer Anzeiger vom 11. Februar 2011 Große Chance für Spiegelau und die Region Informationsfahrt des Glas-FH-Fördervereins Spiegelau nach Teisnach - Schon über 80 Mitglieder Spiegelau/Teisnach.
Die Informationsfahrt des Fördervereins des Technologieanwenderzentrums
Glas in Spiegelau zum benachbarten Technologiecampus nach Teisnach
wurde zum vollen Erfolg. Mehr als 40 Menschen aus Spiegelau und der
Region waren der Einladung zur Teilnahme gefolgt, darunter auch
Diakonin Gabi Neumann - Beiler und Pfarrer Rupert Wimmer. „Binnen
weniger Tage war der Bus voll“, zeigte sich auch
Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth zufrieden angesichts der
großen Resonanz. Bereits auf der Fahrt nach Teisnach informierte der
Vorsitzende die Teilnehmer über wichtige Eckdaten der Marktgemeinde
Teisnach, wie die im Vergleich zur Gemeinde Spiegelau deutlich höheren
Gewerbesteuereinnahmen und der Firma Rohde und Schwarz mit über 1100
Beschäftigten allein im Werk Teisnach. In Teisnach wurde die Gruppe
dann von der 1. Bürgermeisterin der Marktgemeinde Teisnach Rita Röhrl,
den Leiter der Technologiezentren Professor Dr. Peter Sperber sowie dem
Vorsitzenden des Fördervereins des Technologiecampus in Teisnach Klaus
Tremmel empfangen. In ihren einführenden Worten ging Rita Röhl vor
allem auf die Erfolgsgeschichte des Technologiecampus in Teisnach ein.
So haben sich seit der Eröffnung des Technologiezentrums im Oktober
2009 bis zum heutigen Tage bereits über 200 neue Arbeitsplätze im
umliegenden Campusgelände angesiedelt. Hinzu kommen noch die 25
Mitarbeiter im Technologiezentrum. Daneben sei auch im weiteren Umfeld
des Technologiecampus eine regelgerechte Sogwirkung entstanden. So
wurden in den letzten Monaten auch bereits länger bestehende
Gewerbeflächen an Firmen verkauft, die zwar nicht immer eine
unmittelbare fachliche Nähe zum Technologiecampus aufweisen könnten,
sich jedoch ebenfalls in direkter Nähe ansiedeln wollten. Ähnlich
optimistisch zeigt sich Röhl auch in Sachen Technologieanwenderzentrum
Glas in Spiegelau: „Ich bin überzeugt, dass auch das TAZ in Spiegelau
Erfolg haben wird“, so Röhrl. Als eine große Chance für Spiegelau
und die gesamte Region bezeichnete auch Prof. Dr. Sperber den Beschluss
der Bayerischen Staatsregierung, auch in Spiegelau ein
Technologieanwenderzentrum einzurichten. Im Weiteren ging Dr. Sperber
auf die technischen Merkmale des Technologiecampus Teisnach und dessen
Finanzierung ein. So sei es erforderlich, jährlich eine Million Euro an
Einnahmen über Forschungsaufträge zu erzielen. „Bereits im ersten Jahr
haben wir über 3,5 Millionen Euro eingenommen“, so Sperber. Lobende
Worte fand Prof. Dr. Sperber aber auch für den Förderverein: „Ihr seid
zwar der Förderverein, den es am Kürzesten gibt, aber gleichzeitig auch
der, der die meisten Mitglieder hat“, so Sperber. Dies lasse auch auf
eine breite Unterstützung des Technologieanwenderzentrums in der
Bevölkerung schließen. Im Anschluss an die Vorträge fand eine
Führung von Herrn Prof. Dr. Sperber durch die einzelnen Räumlichkeiten
des Technologiecampus statt. Neben dem Verwaltungsbereich hatten die
Teilnehmer auch Gelegenheit zur Besichtigung des Forschungsbereichs, wo
Messungen und Versuchsreihen mit höchster Präzision und Genauigkeit (im
Nanometerbereich) durchgeführt werden. Am Ende der Veranstaltung
bedankte sich Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth bei den
Gastgebern für den netten Empfang und überreichte als Gastgeschenk
Unikate aus der gläsernen Ostereiersammlung des Glaskünstlers Klaus
Büchler. Gleichzeitig bot Roth für die nächsten Monate und die
folgenden Jahre eine enge Zusammenarbeit an und lud die Gastgeber aus
Teisnach bereits jetzt zu einem Besuch in das neue
Technologieanwenderzentrum nach Spiegelau ein. - kr
PNP Grafenauer Anzeiger vom 11. Februar 2011 Winterfestival
geht in die zweite Runde / Am 26. Februar gastiert Bayern 1 wieder in
Spiegelau - Promi-Biathlon mit acht Teams als Höhepunkt Von Ursula Langesee Spiegelau.
Das Bayern 1-Winterfestival erlebt am 26. Februar auf dem alten
Sägewerksgelände eine Neuauflage. Bei der Pressekonferenz stellten
gestern Organisationsleiter Gemeinderat Kurt Hobelsberger und die
Bayern 1-Projektleiter Reinhold Fest und Sabrina Eutermoser das
Programm für den leicht sportlichen, aber vor allem unterhaltsamen
Samstag vor. 3000 Besucher waren im vergangenen Jahr bei dem
Spektaktel an der Sortierhalle dabei. „Heuer sollen es noch mehr
werden. Am schönsten wäre es, wenn es um 17 Uhr heißen würden:
‘Spiegelau bitte großräumig umfahren!‘, sagte Hobelsberger. Von Seiten
der Organisatoren werde alles getan, um Spiegelau an diesem Tag zum
großen Anziehungspunkt für die ganze Familie werden zu lassen. Weil
der Prominenten-Biathlon letztes Jahr so gut angekommen ist, steht er
heuer im Mittelpunkt. Acht Teams mit jeweils vier Wettkämpfern gehen ab
17 Uhr an den Start und versuchen - jeweils zwei mit Langlaufskiern und
zwei mit Schneeschuhen - den 400 Meter langen Kurs an der Sortierhalle
so schnell wie möglich zu absolvieren und mit dem Lasergewehr an der
Schießanlage fünf Mal grünes Licht zu geben. Mitmachen wird
Vorjahressieger Bayern 1, die natürlich ihren Titel verteidigen wollen,
Landkreis-Bürgermeister, bei denen bislang nur Helmut Vogl von St.
Oswald-Riedlhütte fest gesetzt ist (siehe auch „SAXNDI“), die
Geistlichkeit mit Pfarrer Rupert Wimmer und Gemeindereferent Otto
Öllinger, die Sparkasse, die Oberpfälzer Kultrocker „Troglauer Buam“,
die „Bayerischen Fenstertandler“ von der Bayerwald-Fensterfabrik, die
Passauer Neue Presse und die Crossläufer der Leichtathletik
Gemeinschaft Passau. Damit es so richtig spannend wird, gibt es einen
Vor- und einen Finallauf. Die Laser-Schussanlagen können auch von
den Besuchern ausprobiert werden und zwischen den
Promi-Biathlon-Durchgängen wird es ein Gaudirennen für jedermann geben.
Dann sucht Bayern 1-Moderatorin Ulla Müller Herausforderer. Sportliche
und lustige Leistungen werden mit Preisen belohnt. Die gibt es auch für
Glückspilze, denn der Skiclub Spiegelau als Veranstalter lädt erstmals
zum Mitmachen bei einer Tombola ein, die mit hochkarätigen Hauptpreisen
- einem Roller, einem Fahrrad und einer Skiausrüstung - bestückt ist.
Für einen Lospreis von zwei Euro ist man vielleicht dabei. Das
Winterfestival an sich ist bei freiem Eintritt zu genießen. Ulla Müller
und Uwe Erdelt führen ab 16 Uhr durch das Programm und kündigen ab etwa
19.30 Uhr die „Troglauer Buam“ mit ihrer „Heavy Volxmusik“ wie dem
Titel „Haberfeldtreiber“ an und den Komödianten Christian Springer
alias „Fonsi“. Schirmherr Landrat Ludwig Lankl, der letztes Jahr mit
Frauenaus Bürgermeister Herbert Schreiner, Musiker Christian Balboo
Bojko und Christoph Eder vom Inline-Nationalteam Zweiter wurde, muss
sich heuer wegen seines schweren Herzinfarkts noch schonen. Aber er
fühlt sich angesichts der sehr weit fortgeschrittenen Organisation
„schon auf der Zielgeraden“.„Das Programm verspricht viel gemeinsame
Action. Die Region verräumt ihre Kirchtürme und präsentiert sich. Ich
freue mich sehr, dass Bayern 1 wieder zu uns kommt. Das ist keine
Selbstverständlichkeit. Und bei einem dritten Winterfestival im
nächsten Jahr könnten wir dann schon unser Technologie-Anwenderzentrum
auf dem Sägewerksgelände präsentieren“, blickt er voraus. Wie Bayern
1-Projektleiter Reinhold Fest bestätigt, war es tatsächlich der gute
Durchschnitt, der den Radiosender bewogen habe, auch 2011 wieder nach
Spiegelau zu kommen. „Der Landrat steht dahinter, große Firmen,
Hoteliers, Nachbar-Bürgermeister und so viele Ehrenamtliche, die alle
dazu geholfen haben, dass es eine schöne Sache wird.“ Als
„ungeheuere Werbung für uns“ wertete Bürgermeister Josef Luksch bei der
Pressekonferenz das Winterfestival. Sehr viele verschiedene Kräfte
würden zusammen arbeiten und zeigen, was die Region könne. Das sei ein
klares Signal nach außen. Er dankte Hobelsberger und allen, die sich um
die Organisation kümmerten. Dieser sagte ein herzliches Vergelt‘s
Gott allen, die ihn unterstützen - den Hoteliers vom Tannenhof,
Grobauer und Würzbauer, die das Bayern 1-Team ohne Kosten für die
Gemeinde einquartieren, dem Bauhof, der FFW Spiegelau für die Verkehrs-
und Parkplatzregelung, die Rettungshundestaffel Zwiesel für den
Wachdienst, dem Skiclub, dem Sicherheitsdienst und den vielen
ehrenamtlichen Helfern. „Letztes Jahr war‘s super. Heuer wird‘s
über-super“, ist Hobelsberger überzeugt.
SAXNDI. . . ...bei
aller Freude darüber, dass sich die Organisation des Bayern
1-Winterfestivals so gut anlasse, der Schnee stimme und einfach alles
passe, habe er doch ein Problem-Team, bekannte Kurt Hobelsberger bei
der Pressekonferenz. Das seien die Bürgermeister. „Der eine (Luksch)
tut sich hart beim Bergauflaufen, der andere (Hinterberger) hat zwei
neue Knie gekommen. Wenn der eine schießt und der andere rennt, dann
könnte es gehen. Aber das ist vermutlich Wettbewerbsverzerrung“,
haderte er mit seinen Kandidaten. Das Reglement braucht er nicht mehr
bemühen, denn als Luksch hörte, dass der Landrat nicht mitlaufen könne,
kam ihm das sehr gelegen: „Ich kann auch nicht fahren, ich muss mich um
meinen Gast kümmern. Ich kann doch den Schirmherrn nicht stehen lassen.
Das wäre ja sehr unhöflich.“ Ursula Langesee
PNP Grafenauer Anzeiger vom 27. Januar 201 TAZ-Förderverein fährt nach Teisnach Am 7. Februar Besichtigung des Technologiecampus - Kostenlose Teilnahme Spiegelau/Teisnach.
Der Förderverein des Technologieanwenderzentrums (TAZ) Spiegelau
unternimmt am Montag, 7. Februar, eine Informationsfahrt zum
Technologiecampus (TC) Teisnach (Landkreis Regen). “Mit der Fahrt
wollen wir allen Bügerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich vor
Ort über das Modell der Technologiecampi in der Region zu informieren.
Durch den praktischen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit soll
noch transparenter werden, was in Kürze auch in Spiegelau entstehen
wird”, sagt Förderverein-Vorsitzender Karlheinz Roth. Das Programm:
16 Uhr Treffpunkt am alten Sportplatz in Spiegelau, 17 Uhr Ankunft in
Teisnach, Empfang durch Bürgermeisterin Rita Röhrl und Professor Dr.
Peter Sperber; einführender Vortrag zum TC Teisnach mit Führung;
anschließend kleiner Imbiss mit der Möglichkeit zu Gesprächen. Um ca.
20 Uhr ist die Abfahrt von Teisnach um ca. 21 Uhr die Ankunft in
Spiegelau. Die Fahrt wird vollständig vom Förderverein finanziert und
ist daher für die Teilnehmer kostenlos. Mit dabei sein können alle
interessierten Bürgerinnen und Bürger, auch wenn sie nicht in Spiegelau
wohnen. ”Ich denke, dass sich vor allem von der Nachbargemeinde St.
Oswald-Riedlhütte auch viele dafür interessieren dürften”, so Roth. Bei
der Anmeldung bis spätestens 4. Februar gilt das Windhundprinzip: die
Schnellsten sind dabei. Anmeldung bei Karlheinz Roth, Tel.
08553/1216 oder Elke Proßer-Greß, Tel. 08553/2741. - red
Grafenauer Anzeiger vom 4. Februar 2011 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Im
Zusammenhang mit dem Jahresbericht der Feuerwehr Klingenbrunn, der dem
Gemeinderat zur Kenntnisnahme vorlag, bedankte sich Bürgermeister Josef
Luksch ausdrücklich dafür, dass die Einsatzkräfte nach dem Unfalltod
des 48-jährigen Lkw-Fahrers Ende Januar einen Priester geholt hätten.
„Das bedeutet mir sehr viel, denn es beweist, dass der Satz ‘Gott zur
Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr nicht nur ein Fahnenspruch ist.“ Der
Jahresabschluss 2009 der Wasserversorgungsanlage wurde vom Bayer.
Kommunalen Prüfungsverband erstellt. Er wird mit einer Bilanzsumme von
2 558 527 Euro und einem Jahresverlust von 46 157 Euro festgestellt.
Mit zwei Gegenstimmen wurde der Jahresabschluss gebilligt. Gemeinderat
Erhard Wawrzek kritisierte den hohen Wasserpreis von 1,70 Euro (früher
1,10 Euro) als „nicht gerechtfertigt“ und „belastend für
Tourismusbetriebe“. Der Preis sollte sich bei 1,40 Euro einpendeln.
Dazu entgegnete Luksch, dass zum Abbau des Defizits ein
Vier-Jahres-Kalkulationszeitraum angenommen wurde. Wenn die Verluste
schneller aufgeholt werden als geplant, kann der Zeitraum verkürzt und
die Preise gesenkt werden. Auch Gemeinderat Karlheinz Roth sagte, dass
es keine Alternative zur Anhebung des Wasserpreises gegeben habe, sonst
wäre der Haushalt nicht genehmigt worden. „Wir müssen kostendeckend
arbeiten und hatten nur einen Deckungsgrad von etwas über 50 Prozent“,
brachte er eine Zahl. Er erhofft sich von der Globalberechnung , dass
sie verlässlicheres Zahlenmaterial liefert als die Haushaltsansätze,
von denen die Gemeinde bislang ausgehen musste. Luksch gab auch zu
bedenken, dass seit 2003 die Wasserversorgung mit 900 000 Euro aus
anderen Steuern gedeckt worden sei. „Da hat sich auch keiner bedankt,
dass es, entgegen den Anregungen des Landratsamtes, so lange günstiges
Wasser gab.“ Mit 4:9 Stimmen hat es der Gemeinderat abgelehnt,
Mitglied im Förderverein Eissport Regen zu werden. Der Bürgermeister
argumentierte, dass man wegen der angespannten finanziellen Lage nicht
eine Einrichtung fördern könne, die außerhalb des Landkreises liege.
Roth wandte ein, dass viele erfolgreiche Vereine aus der Gemeinde und
dem Landkreis FRG in Regen trainieren würden und deshalb ein
symbolischer Betrag von 50 Euro, den man im Haushalt nicht groß merken
würde, angebracht sei. Dem entgegnete Josef Apfelbacher, dass z.B. die
Eisstockschützen ohnehin pro Saison von Oktober bis März 500 Euro für
eine Trainingsbahn zahlen müssten, die sie einmal wöchentlich benutzen
könnten. Bei einem Turnier seien zusätzlich Start- und Hallengebühr
fällig. Wegen der verbesserten Anbindung des ÖPNV von Oberkreuzberg
nach Spiegelau bat das Landratsamt die Gemeinde um die Überweisung der
vereinbarten Kostenbeteiligung in Höhe von 1310 Euro. Diese wurde mit
einer Gegenstimme genehmigt und bis 2012 festgelegt. Man war sich
einig, dass Gäste und auch immer mehr Einheimische dieses Angebot sehr
gut annehmen würden. Günter Schmid regte an, den Fahrplan auf sinnlose
Fahrten zu überprüfen. Der Bebauungsplanentwurf für das
Gewerbegebiet Oberkreuzberg wurde mit einer Gegenstimme genehmigt. Er
sieht möglichst große Baufenster und so wenige Vorschriften wie möglich
vor, um so viele Interessenten wie möglich anzusprechen. Die
Textpassage in der Neujahrsansprache von Bürgermeister Luksch, wo er
vor Menschen warnt, die vorsätzlich Neid und Missgunst schüren, um
eigene persönliche Zwecke, vielleicht sogar Grundstücksgeschäfte, zu
verwirklichen, lasse auf seine Person schließen, bemerkte Gemeinderat
Erhard Wawrzek . Er hatte der Gemeinde im August für das FH
Technologiezentrum Spiegelau ein voll erschlossenes Grundstück in
Beiwald zum Garantiepreis von 291 630 Euro angeboten. Er fühle sich
angegriffen, seine Ehre und die seiner Familie verletzt und wolle dazu
eine Stellungnahme des Bürgermeisters. Luksch bemerkte dazu lediglich,
dass keine anwesende Person damit gemeint sei. - ul
Grafenauer Anzeiger vom 20. Januar 2011 Haushalt in drei Monaten / Spiegelau muss vor dem April liefern Spiegelau.
Eine erste Information zum Vermögenshaushalt 2011 lieferte
Bürgermeister Luksch bereits in der ersten Sitzung des Jahres. Der
Auflage der Rechtsaufsicht, dass bis Ende März die Haushaltsplanung
stehen müsse, soll mit weiteren vier Sitzungen rechtzeitig nachgekommen
werden. Deshalb gab es schon die ersten Daten zu Kosten von Kopieren
und Toner über Ersatzgerätschaften bis zum Zuschuss an das
Anwenderzentrum und Planungsleistungen. Am 31. Januar soll der
Vorentwurf des Verwaltungshaushaltes folgen. Dann geht es im Februar
und März in die Beratungsphase, um am 29. März bei der Rechtsaufsicht
vorstellig werden zu können. Karlheinz Roth fragte nach, welche
Posten der vorgelegten Information in der Planung des Vorjahres noch
nicht gelistet gewesen seien. Man müsse angesichts der selbst
verordneten Sparpolitik darauf achten, dass ein Plus im Bedarf von 150
000 Euro nicht gleich dazu passen könne. Es wäre gut, da vorher schon
genauer Bescheid zu wissen. Günter Schmid regte an, zu schauen, was
verzichtbar sei, da für die tiefen Löcher, die der Winter in die
Straßen gerissen habe, Geld primär eingesetzt werden solle.
Bürgermeister Luksch erwiderte, dass diese Aufwendungen in den
Verwaltungshaushalt gehörten und dort auch zu diskutieren sein werden.
- hpd
Grafenauer Anzeiger vom 19. Januar 2011 Kritik wegen offener Rechnungen und Auftragsvergaben Rechnungsprüfungsausschuss
Spiegelau mahnt „Eintreibung“ offener Forderungen in Höhe von 884 000
Euro an - die Entlastung wurde vertagt / Von Hermann Haydn Spiegelau.
Das wunderbar „beamtendeutsche“ Wort Kasseneinnahmereste (KER)
versteckt gewissermaßen jede klare Aussage hinter sich selbst. Denn die
darin enthaltene „Einnahme“ ist eben nicht gemeint, sondern der Rest,
der statt dessen gerade nicht eingegangen ist. Offene Posten würde man
dazu in der Wirtschaft eher sagen, oder unbezahlte Rechnungen.
Eigentlich stellt das nur einen buchhalterischen Posten dar, der dann
im nächsten Jahr erst mit einem Plus auf den Haushaltslisten erscheint.
Aber in Spiegelau fehlt eine so hohe Summe, dass der
Kassenprüfungsausschuss die Belastung und das Risiko daraus als
Beanstandung in seinem Bericht aufführte. Erhard Wawrzek gab den am
Montag für die Jahre 2008 und 2009 ab. Dabei seien die KER mittlerweile
auf 884 000 Euro angewachsen. Nachbarkommunen hätten da
Vergleichsbeträge von 4 000 bis etwa 50 000 Euro offen. Von 2006 an sei
in den drei Folgejahren der Betrag von 697 000 Euro um 40 000, dann 50
000 und schließlich nochmals etwa 90 000 Euro angewachsen. Etwa 66 800
Euro davon würden als uneinbringlich angesehen und sollten deshalb auch
ausgebucht werden. Aber bei den restlichen Summen müsse die Kommune
konsequenter darauf achten, wann was (vielleicht gerade noch
rechtzeitig) zu holen sei. Dabei gehe es weniger um die große Masse an
Anträgen zu Stundungen, wo wirklich Bürger in Notlagen kleinere Beträge
offen lassen müssen. Vielmehr gebe es einige wenige Personen, deren
Ausstände hoch seien, die aber ihrer geäußerten Zahlungsunfähigkeit
gegenüber einen Lebensstil an den Tag legten, der gewisse Geldflüsse
doch vermuten lasse. Zwar sei ein Teil der Schulden vor der Kommune
darauf zurück zu führen, dass mit der Klärwerksabrechnung einige
Stundungen berechtigt ausgesprochen worden seien, so Bürgermeister
Josef Luksch, aber es sei schon bekannt, dass es ein paar „berühmte
Schuldner“ gebe. Josef Wanninger nannte es einen legitimen Vorgang,
jeden Bürger gleich zu behandeln. Da dürfe man nicht weg schauen, wenn
Summen immer größer und zugleich ein exklusiver Lebensstil gepflegt
würden. Auch Karlheinz Roth kritisierte, dass dann Sparbemühungen um 10
000 Euro in die Leere liefen, wenn hier andererseits Zinsbelastungen
für die Kommune akzeptiert wurden. Der Beschluss, von Mahnung bis
Vollstreckungsbescheid und eidesstattlicher Erklärung alle
Möglichkeiten zur Eintreibung anwenden zu wollen, wurde einstimmig
angenommen. In einem halben Jahr soll auf Antrag Josef Wanningers ein
Zwischenbericht erfolgen. Geprüft wurden durch den Ausschuss auch
stichpunktartig weitere Haushaltsposten der beiden Jahre. Neben
begründbaren Über- und Unterschreitungen der Haushaltsführung
kritisierte die Rechnungsprüfung Auftragsvergaben, die eigentlich nicht
mehr im Verfügungsbereich des Bürgermeisters gelegen hätten, wofür
dennoch aber der Beschluss des Gemeinderates gefehlt hätte. Dabei ging
es um eine Sportplatzbeleuchtung für 21 500 Euro, ein Reinigungsgerät
für das Naturfreibad für 21 900 Euro, eine Kostenüberschreitung für
eine Ordnungsmaßnahme am Sägewerksgelände, die mit 29 200 Euro zu Buche
geschlagen habe und eine Kostenmehrung zur Erschließung
Klingenbrunn-West, die fast 125 000 Euro betragen hatte. Bürgermeister
Josef Luksch verwies darauf, dass der Gemeinderat zumindest informiert
worden sei, als durch Massenmehrungen während der Bauphase höhere
Rechnungsbeträge anfielen. Der Unterwasserreiniger sei eilig beschafft
worden, da er sonst nicht mehr zu bekommen gewesen wäre. Hier sei
tatsächlich vergessen worden, dann den Beschluss dafür einzuholen. Beim
Sportplatz habe sich da und dort noch eine Summe nach der anderen
ergeben, als dies für die sinnvolle Ausstattung nötig geworden war.
Über die Endrechnung sei er schließlich selbst etwas erstaunt gewesen. Eigentlich
sei der Ärger und die Kritik an gut 195 000 Euro unbeschlossener
Ausgaben auch vermeidbar gewesen, so Wawrzek. Dort, wo Ausgaben
unvermeidbar und begründbar gewesen seien, wäre der Rat wohl auch
dahinter gestanden. So müsse man aber im Gremium und auch vor der
Rechtsaufsicht erst bekunden, dass da etwas nicht formal korrekt war.
Das betonte auch Karlheinz Roth, der nicht nach nötig oder sinnvoll
fragen wollte. Ein Gremium, das mit Sparpolitik und Haushaltsdisziplin
extrem konfrontiert sei, müsse aber auch das gemeinsam tragen können,
indem es auch rechtzeitig und umfassend eingeweiht sei. In
nichtöffentlicher Sitzung ging es dann deshalb auch um vertrauliche
Details, weshalb und an wen Überschreitungen zu zahlen gewesen seien.
Eine Entlastung für die Jahresrechnungen 2008 und 2009 könnte also
frühestens in der nächsten öffentlichen Sitzung erteilt werden.
Grafenauer Anzeiger vom 8. Dezember 2010 Bibelausstellung lockt 600 Besucher an Wegen des großen Erfolgs wird sie in der Fasten- und Osterzeit 2011 in Grafenau fortgesetzt Spiegelau.
Das hatten sich Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und Pfarrer Rupert
Wimmer nicht träumen lassen: der Andrang auf die ökumenische
Bibelausstellung in der Werktagskapelle war so groß, dass sie zwei Mal
um eine Woche verlängert werden müsste. Zusätzlich zu den täglichen
Öffnungszeiten fanden 25 Führungen statt. Bis 3. Dezember waren 600
Besucher gezählt worden. Die Ausstellungsstücke erzählten von der
Entstehung der Bibel (Papyrusrollen, echtes Pergament, Torarolle,
Zeittafel), von den einzelnen Büchern der Heiligen Schrift und dem
langen Weg, den es brauchte, bis daraus eine Bibel entstand. Die
lateinische Vulgata, eine echte Luther-Bibel aus dem Jahr 1712, die
kleinste deutschsprachige Bibel und das kleinste Buch der Welt mit
einem biblischen Text waren zu bestaunen. Über die erste
deutschsprachige Übersetzung der Heiligen Schrift aus den hebräischen
und griechischen Urtexten durch Dr. Mar-tin Luther, die
Auseinandersetzungen um den „richtigen“ Bibeltext bis zur Schaffung der
für evangelische und katholische Christen gleichermaßen gültigen
Einheitsübersetzung konnte man sich anhand der Schautafeln und vieler
Exponate informieren. Man erfuhr, dass das Bibel-Lesen lange Zeit für
Laien verboten war und weshalb Mose bei vielen Darstellungen Hörner
hat. Jeder Ausstellungstag wurde mit einer ökumenischen Vesper beschlossen. Ein biblischer Filmabend diente der Ergänzung und Vertiefung
und regte Diskussionen an. Für die Kinder war ein eigener Bereich
eingerichtet. Diese konnten sich anhand der Gleichnisse vom „verlorenen
Schaf“ und dem vom „guten Hirten“ spielerisch dem Thema Bibel nähern
und ta-ten das mit großem Eifer. Im reichlich gefüllten Gästebuch konnte man nur Lobendes über die Bibelausstellung lesen. Weil
die Präsentation eine so positive Resonanz erfuhr, wird sie in der
Fasten- und Osterzeit 2011 in Grafenau zu sehen sein - dann betreut von
Pfarrerin Sonja Schuster und Dekan Kajetan Steinbeißer.
Leben und Sterben werden teurer - Spiegelauer bekommen drei neue Satzungen Von Hermann Haydn Spiegelau.
Eigentlich war es klar, dass sich die Spiegelauer Bürger darauf
einstellen müssen, mehr für Wasser, Kanal und Bestattungswesen bezahlen
zu müssen, um Unterdeckungen der vergangenen Jahre aufzuholen und
teilweise auch nachzuzahlen. Nun fand die Sitzung statt, bei der es um
die nötigen Veränderungen ging. Lieber einmal mit großen Schmerzen
als jedes Jahr wieder etwas an der Kostenschraube nachgedreht, so
stellte sich die Beschlusslage schließlich dar. Bei den Wassergebühren
wurde noch geringfügig nachgearbeitet. Die Zählergebühr steigt auf
brutto 48 Euro jährlich. Dafür gibt es mit vier Cent weniger und so
1,84 Euro je Kubikmeter Wasser eine leichte Entlastung für
Großabnehmern wie Hotels oder Gewerbe. Einstimmig erging hier der
Beschluss, der ab 1. Januar gilt. Seiner Ansicht nach zu hohe Kosten
bei den Betriebsausgaben im Personalbereich bemängelte Erhard Wawrzek
als Bemessungsgrundlage für die Satzungsänderung zur
Abwasserentsorgung. Eine hochmoderne Anlage dürfte das eigentlich nicht
nötig haben, so seine Einschätzung. Elke Proßer-Greß stimmte ihm da
teilweise zu. Es solle die Anfrage an den Zweckverband ergehen, das zu
prüfen. Wegen der Dringlichkeit wurde aber dennoch dem Antrag bei einer
Gegenstimme von Wawrzek gefolgt, den Preis hier auf 2,85 Euro je
Kubikmeter ab 1. Januar zu erhöhen. Wenig Begeisterung erntete auch
die Notwendigkeit, die Friedhofsgebühren auf kostendeckende Beträge zu
erhöhen, die um 30 Prozent über den jetzigen Ansätzen liegen.
Bürgermeister Josef Luksch betonte, dass sich die Gemeinde eben vier
Friedhöfe samt allem Aufwand darum herum leiste. Das koste so viel, wie
jetzt veranschlagt, und es sei noch nicht einmal eingerechnet, dass
beispielsweise der alte Spiegelauer Friedhof eine neue Aussegnungshalle
brauchen werde. Peter Hinterberger bemängelte, dass trotz steigender
Kosten es keine Verbesserungen gäbe. Immerhin könnte ein Antrag aus
einer Bürgerversammlung Bewegung auf der Kostenseite bringen, wenn die
teure Entsorgung von Abfällen aus dem Friedhofsbetrieb eingespart würde. Karlheinz
Roth regte an, dass dann, wenn sich durch einen Container freien
Friedhof wieder Kostensenkungen ergäben, die zwischenzeitlich teurer
belasteten Bürger auch nachträglich die günstigeren Tarife erhalten
müssten. Das soll, so Luksch, unproblematisch möglich gemacht werden.
Erhard Wawrzek befürchtete, dass angesichts günstiger
Bestattungsmöglichkeiten in Tschechien eine „Abwanderung“ zu Lasten der
örtlichen Friedhöfe stattfinden könnte. Er fragte auch an, warum eine
Urnenbestattung über die Kommune teurer sei als im Trauerwald. Das
liege an den Urnen, die klassisch wesentlich länger Bestand hätten und
nach Auslaufen der 20 Jahre Ruhezeit eventuell auch wieder umgebettet
werden müssten, während die Urnen des Trauerwaldes aus zerfallendem
Material bestünden und nach etwa zehn Jahren den Gang allen Irdischen
mitgegangen seien. Auch zur Friedhofssatzung rang sich der Gemeinderat
durch, den Bürger zur Kasse zu bitten, wobei Peter Hinterberger und
Günter Schmid ihre Zustimmung versagten. In den weiteren Anfragen
ging es um einen Christbaum für Spiegelau, der mittwochs darauf
aufgestellt wurde und um Mittel für eine Verbesserung der Situation an
den Loipeneinstiegen. Hier seien 5000 Euro in den Haushalt eingestellt
gewesen, erinnerte sich Roth. Luksch muss dazu erst das Haushaltswerk
wälzen lassen, um Genaueres beziffern zu können. Josef Wanninger
verwies darauf, dass eventuell neue Hinweistafeln angedacht waren.
Grafenauer Anzeiger vom 2. Dezember 2010 Manche Klingenbrunner sehen ihr Dorf zu kurz gekommen/Kritik im Rahmen der Bürgerver- sammlung - Josef Luksch spricht über die Lage der Gemeinde und hört sich die Anliegen an Von Franz Stockinger Klingenbrunn.
Spiegelau muss sparen. Die Bürger werden aufgelaufene Defizite und
Kosten bei den kostenrechnenden Einrichtungen zahlen müssen und das TAZ
soll eine Einrichtung mit Strahlkraft weit über Spiegelau hinaus
werden. Über diese und weitere Themen der Gemeindepolitik berichtete
Bürgermeister Josef Luksch in drei Bürgerversammlungen in
Oberkreuzberg, Klingenbrunn und Spiegelau. Im nördlichen Ortsteil
musste er aber auch Kritik einstecken. Klingenbrunn komme bisweilen zu
kurz, so der Eindruck einiger Bürger. Aus der Reihe der
Wortmeldungen wurde die Notwendigkeit der Ansiedlung des TAZ durchaus
sehr positiv beurteilt. Kritischer ging es dann bei der Erhöhung der
Gebühren von Wasser und Kanal zur Sache und Ferdinand Macht sen. merkte
an, dass in anderen Gemeinden die Bürger dafür wesentlich weniger
bezahlen würden. Hugo Auerbeck fürchtete, dass die Erhöhung der
Zahlungen noch kein Ende hat und viele Leute sich von Existenzangst
bedroht sehen. Thomas Hilz äußerte sein Unverständnis darüber, dass die
Infrastruktur am Gewerbegebiet Oberkreuzberg noch immer nicht ausgebaut
ist, keine Straße, kein Strom-, Wasser- oder Kanalanschluss, die
Voraussetzung für die Ansiedlung eines Betriebes. Diese Maßnahmen
umzusetzen, wären seiner Meinung nach wichtiger gewesen als der Ankauf
eines Löschfahrzeuges für 195 000 Euro. Weil Josef Kaufmann die
Erhöhung der Gebühren bei Wasser und Kanal ebenfalls bemängelte,
erklärte Bürgermeister Josef Luksch, dass seit 2003 ein Minus von 900
000 Euro angefallen sei, weil die Gemeinde die Gebühren nicht
kostendeckend eingezogen habe. Franz Platzer erfuhr, dass eine
Sanierung der Straße zum Bahnhof Klingenbrunn, die mehr als überfällig
erachtet wurde, 300 000 Euro kosten würde. Armin Wolf und Rainer
Pöhlmann ergänzten die Notwendigkeit dieses Straßenausbaues ganz massiv
und so wurde dieses Anliegen als Antrag an die Gemeindeverwaltung
weitergegeben. Wann die Abwasserentsorgung auch im Ortsteil
Klingenbrunn-Bahnhof beginne, konnte der Bürgermeister dem Fragesteller
Rainer Pöhlmann nicht sagen. Franz Stern tat seinem Unmut kund und
äußerte sein Unverständnis, warum man sich in Spiegelau mit dem
Naturbad auf ein vorhersehbares Minusgeschäft eingelassen habe, zumal
sich die Entstehungskosten obendrein noch verdoppelt hätten. Er
forderte die Schließung des Bades in Spiegelau. Die Zuschussgelder für
dieses Projekt seien aber noch zehn Jahre gebunden und bei einer
Schließung müssten diese Zuschüsse zurückgezahlt werden, konterte der
Bürgermeister. Josef Kern brachte ein als Anliegen, die Anlage für
den Druckausgleich bei der Wasserversorgung sei nicht richtig
eingestellt, da es hier zu sehr großen Schwankungen komme. Der
Bürgermeister will hier Abhilfe schaffen. Einen breiten Raum nahm
die Diskussion um eine Benachteiligung des Ortsteils Klingenbrunn ein,
wenn es um Veranstaltungen gehe oder um eine geplante
Veranstaltungshalle. Es würden zwar Zusagen gemacht, aber dann passiere
in der Folgezeit nichts. Klingenbrunner Vereine können auch nicht auf
die gemeindliche Infrastruktur wie Gerätschaft und Arbeitsleistungen
des Bauhofes zurückgreifen. Diese Unterschiede stoßen den
Klingenbrunnern sauer auf. Josef Kern, Thomas Hilz und Klaus Süß
brachten diese Einwände. Klaus Süß fragte weiter nach, wie es um den
Ausbau des Klingenbrunner Feuerwehrgerätehauses bestellt sei. Hier sei
ein Verfahren beim Verwaltungsgericht Regensburg anhängig, dessen
Ausgang man abwarten müsse, so die Information dazu. Mehr Sorgfalt
solle man den gemeindlichen Liegenschaften widmen - auch im Hinblick
auf den Fremdenverkehr - meinte Hugo Auerbeck und erinnerte an den
Zweizeiler vor dem alten Feuerwehrhaus, der in den Sommermonaten besser
gepflegt werden sollte. Eine wichtige Frage wurde dann noch gegen Ende
der Diskussion von Josef Kern gestellt. Auf seine Frage nach der
Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde erhielt er die Antwort, sie
betrage zum jetzigen Zeitpunkt 1312 Euro. Diese Summe könne sich jedoch
verringern, wenn die Rückzahlung der Mehrwertsteuer aus den Ausgaben
für das Naturbad eingerechnet wird. Josef Wanninger hatte am Ende für
die Bahnhöfler in Klingenbrunn noch Erfreuliches zu berichten. Mit dem
neuen Fahrplan im Winter fahren die Igelbusse auch zum Klingenbrunner
Bahnhof. Bürgermeister Josef Luksch dankte allen für die rege
Diskussion, die fast von allen sehr fair geführt wurde.
Grafenauer Anzeiger vom 26. November 2010 Bibelausstellung in der Werktagskapelle verlängert Spiegelau.
Nun kann man doch noch länger die ökumenische Bibelausstellung in
Spiegelau besuchen, dies teilten Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin
Gabi Neumann-Beiler mit. Am Samstag, 27. November, ist die Ausstellung
jetzt nochmals von 14 bis 17 Uhr und nach der Messe ab 18 Uhr geöffnet.
Auch eine Führung durch die Bibelausstellung wird um 16 Uhr angeboten. Am
1. Adventssonntag, 28. November, wird die Ausstellung nach der Messe
bis 16 Uhr geöffnet sein. In dieser Zeit findet auch der Adventsverkauf
von Plätzchen, Gestecken usw. statt. Um 11 Uhr wird Hermann Beiler
durch die Bibelausstellung führen. Bis zum 3. Dezember ist ein Besuch noch möglich, wenn man sich vorher im Pfarrbüro, Tel. 08553/1252 anmeldet. - red
Himmlische Harfenklänge Abschluss der Spiegelauer Kulturtage mit dem „Trio Harfenale“ Spiegelau.
Bis hinauf auf die Empore drängten sich die Besucher des
Abschlusskonzertes der Spiegelauer Kulturtage in der bis auf den
letzten Platz besetzten Martin-Luther-Kirche. Nach einer Begrüßung
durch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und Rektor Karl-Heinz Reimeier
war Roland Pongratz an der Reihe. Dieser entführte das Publikum auf
eine musikalische Weltreise mit einem der ältesten Instrumente der
Menschheit - der Harfe. Seit über 6000 Jahren ist dieses Instrument
schon bekannt. Bernadette Schaufler, Maria Gistl und Roland Pongratz
machten sich auf die Reise nach Südtirol, in den Nordwesten Europas und
nach Böhmen. Wer von uns wusste vorher schon etwas über die
Unterschiede der verschiedenen Harfen mit und ohne Pedale? Pongratz
erzählte unter anderem, dass im 19. Jh. ehemalige gut ausgebildete
Militärmusiker nach ihrer Entlassung in ihre Heimatorte zurückkehrten
und mit ihrem musikalischen Wissen und Können dort die „Volksmusik“ oft
auf ein sehr hohes Niveau brachten. bh
Grafenauer Anzeiger vom 24. November 2010 Die Reise nach Afrika und die Bibel in 100 Facetten Kinderbuchautorin Proschek war im Rahmen der Spiegelauer Kulturtage in der Grundschule zu Gast - Bibelausstellung eröffnet Spiegelau.
Zwei Tage lang war Kinderbuchautorin Heidrun Proschek im Rahmen der
Spiegelauer Kulturtage in den dritten Klassen der Grundschule Spiegelau
zu Gast, um ihnen aus ihrem Buch „Kommt mit nach Afrika“ vorzulesen. Dabei
ging es ihr nicht nur ums Vorlesen der lehrreichen Geschichten, sondern
sehr viel auch um den Künstler Heinz Theuerjahr selbst, dessen Leben im
Künstlerdorf Waldhäuser, sein Arbeiten und vor allem um seine Reisen
nach Afrika und Ägypten. Heidrun Proschek, die selbst einmal mit
dabei war, konnte aus eigenem Erleben erzählen, das spürte man, und
diese Begeisterung sprang über auf die Kinder. Überraschend für die
Autorin war das Vorwissen einiger Kinder, die Heinz Theuerjahr oder den
Skulpturengarten in Waldhäuser bereits kannten. Und dann wurden Fragen
über Fragen gestellt, die von Heidrun Proschek geduldig bis zuletzt
beantwortet wurden. Vom allenthalben beklagten Desinteresse an
Religion war am Samstag Abend nichts zu spüren. Die Werktagskapelle der
Spiegelauer Pfarrkirche konnte kaum die vielen Menschen fassen, die zur
Eröffnung der Bibelausstellung im Rahmen der Kulturtage gekommen waren.
Eigens aus Grafenau war Pfarrerin Sonja Schuster gekommen.
Bürgermeister Josef Luksch, der vorherige Pfarrer Hubert Gerstl,
Konrektorin Lydia Seidl und viele weitere Interessierte freuten sich
über die freundliche Begrüßung durch Pfarrer Rupert Wimmer. Diakonin
Gabriela Neumann-Beiler führte in die Thematik der Ausstellung ein und
sorgte als Mitglied der „Oekumenian.Harmonists“ (Beate Rolli-Kordick,
Gitarre, Claudia Wolf, Harfe und Blockflöte, Pater Boby Joseph,
Percussion, Otto Öllinger, Gitarre) für die passende musikalische
Umrahmung. Die „himmlischen Harfenklänge“, wie es ein Zuhörer
formulierte, passten natürlich ganz besonders zu diesem Anlass. Pfarrer
Wimmer zeigte, dass die Bibel nicht nur lateinisch, griechisch oder
hebräisch kraftvoll und beeindruckend wirkt, sondern auch in bayrisch.
Dazu trug er die Geschichte von David und Goliath vor. Nach einem
gemeinsam gesungenen Lied konnte man sich dann der Ausstellung widmen.
Bald wurde betrachtet, geblättert, verglichen, diskutiert. Genauso wie
es sich die Veranstalter vorgestellt hatten. Die aufwendig
gestaltete Ausstellung führt in sieben Stationen durch die Geschichte
der Bibel - von den Anfängen in Ägypten und Palästina bis hin zur
Computerbibel. Über 100 Exponate zeigen die Vielfalt des am
häufigsten gedruckten Buches der Welt. Die Ausstellung zeigt nicht nur,
wie schön Bibeln sein können, sondern regt auch zum Lesen und
diskutieren an. Nützliche Tipps erleichtern den Zugang zur Heiligen
Schrift. Eine gemütlich eingerichtete Kinderecke lockt mit
Kinderbibeln, Bibelgeschichten und Buttons mit Szenen aus der Bibel.
Inhalte der Bibel werden mit bebilderten Plakaten veranschaulicht. Ein
eigens gedrucktes 48-seitiges Begleitheft fasst den Inhalt der
Ausstellung zusammen. Auf Lehrer wartet ein ganzer Ordner mit
Unterrichtshilfen. Die Bibelausstellung ist noch bis zum 26.
November täglich von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Führungen für
Schulklassen sind nach Vereinbarung möglich. - rei/bh
Grafenauer Anzeiger vom 19. November 2010 Ein zauberhafter Märchenwald Zweite Station der Spiegelauer Kulturtage fand in der vollbesetzten Grundschulaula statt Spiegelau.
Nur kurz war die Einführung in eine weitere Attraktion der Spiegelauer
Kulturtage von Karl-Heinz Reimeier. In der voll besetzten Aula der
Grundschule Spiegelau wartete man schon aufmerksam und gespannt auf die
Märchenwelt des Manfred Wöhlke. Susanne Zuda, Karl-Heinz Reimeier und
Christa Steger ließen den Märchenwald für die kleinen und großen
Zuhörer lebendig werden. Susanne Zuda, die auch die Illustrationen
für das Buch „Märchenwald“ geschaffen hatte, erzählte von dem gierigen
Raben aus Cham und wie dieser recht schmerzhaft von seiner Gier geheilt
wurde. Es folgte die Geschichte des grünen Frosches, der vor lauter
Eifersucht erst zu spät merkte, was er an seiner lieben Frau mit dem
schönen weißen Bauch hatte. Karl-Heinz Reimeier klärte das Publikum
darüber auf, woher der Begriff „Schürzenjäger“ eigentlich kommt und
dass es mit einem Jäger aus der hiesigen Gegend und einer teuflischen
Jungfrau zusammenhängt. Es folgte die traurige Geschichte des
Schmetterlings, der immer verliebt sein wollte und erst lernen musste,
dass verliebt sein noch keine Liebe ist. Christa Steger berichtete
vom „Ochsensepp“ aus Viechtach, über den die Leute schon sagten, der
„Sepperl sei ein Depperl“, weil dieser nicht erwachsen werden wollte.
Die Pflichten der Erwachsenen waren ihm zu viel - dafür verzichtete er
gern auf die Vorteile des Erwachsenseins. Aber weil er im Kern ein
guter Kerl war, zeigte er sich im Moment größter Gefahr doch recht
mutig und wurde rechtschaffen und heiratete seine Traumfrau. Den
Märchenreigen rundete schließlich Susanne Zuda mit der Geschichte von
der unsichtbaren Jungfrau ab. Bei dieser Geschichte konnte man lernen,
dass es manchmal von Nutzen ist, nicht aufzufallen. Allerdings wenn es
dann darauf ankommt ist die absolute Präsenz dann doch gefragt. Im Fall
der unsichtbaren Jungfrau war das der Moment, als der „Mann Ihres
Lebens“ vor ihr stand. Die Verbindung zwischen den einzelnen
Geschichten stellten Beate Rolli-Kordick und Michael Kordick mit
wunderbar einfühlsamer Musik her. Als das letzte Stück verklungen war,
war noch Gelegenheit für gute Gespräche, die rege genutzt wurde. Hermann Beiler
Grafenauer Anzeiger vom 17. November 2010 Spiegelau dreht am Lichtschalter Kürzere Einschaltzeiten von Straßenlampen Von Hermann Haydn Spiegelau.
Zum Jahreswechsel wird es ernst in Spiegelau mit dem Sparpaket zur
Haushaltskonsolidierung. Mit der Sitzung am Montag wurden zwei bereits
beschlossene Punkte zur Umsetzung freigegeben. Die Sitzungsgelder
sinken von 15 auf 10 Euro und die Straßenlampen werden, wo möglich, von
1 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens abgeschaltet. Auch die Räte wollen
gemeinsam etwas dazu beitragen, dass wieder Luft im Haushalt bleibt.
Künftig tagen sie immer montags und ab Januar zu neuen Konditionen.
Statt 15 Euro erhalten sie für Treffen von Rat und Ausschüssen nur noch
10 Euro Entschädigung. Erhard Wawrzek wandte dazu allerdings kritisch
an, dass gleichzeitig ein Antrag über eine Höhergruppierung zur
Diskussion anstehe, was dazu überhaupt nicht ins Bild passe. Ebenfalls
über den Sparbeschluss hinaus gehen möchte Kurt Hobelsberger, der
beantragte, auch über die Bezüge der Bürgermeister müsse zu reden sein.
Josef Luksch bat darum, den Antrag zahlenmäßig zu konkretisieren und
bei einer späteren Sitzung als Punkt aufzunehmen. Die Aufforderung, die
Sitzung nun nicht mit einem Thema zu zerreden, das nicht auf der
Tagesordnung stehe, wurde einstimmig angenommen, ebenso die
Satzungsänderung, die die Sitzungsgelder reduziert. Verändert wurde
die ursprüngliche Absicht, jede zweite Straßenlampe in der Gemeinde
auszuschalten, um so Stromgeld zu sparen. Nach Beratungen im
Grundstücks- und Bauausschuss und nach Rückfragen beim Energieversorger
wurde es als zweckmäßiger angesehen, die Leuchtdauer in Zeiten zu
verkürzen, wo die ohnehin nicht unbedingt benötigt würde. Die
Abschaltung einzelner Lampen brächte auch technische Probleme wie
erhöhte Korrosion, weil sie nicht mehr erwärmt und so auch getrocknet
würden. Zudem erspare man sich so die Diskussionen, warum vor einem
Haus Licht brenne und vor einem anderen nicht. Zwischen 1 Uhr nachts
und 5 Uhr morgens werden im neuen Jahr die Straßenlampen aber dennoch
weiter brennen, wo sie aus Sicherheitsgründen für nötig erachtet
werden. Spiegelau erfinde so das Rad auch nicht neu, so Josef Luksch.
Auch andere Kommunen praktizierten das bereits so. Der Anfrage, ob
nicht auch schon ein früherer Abschaltzeitpunkt überlegenswert wäre,
wurde abgelehnt, da man sich zumindest nach den Sperrzeiten richten
solle. Die Ersparnis könnte bei etwa 20 000 Euro jährlich liegen. Noch
nicht bekannt ist, was die Umrüstung kosten wird. Der Bürger Andreas
Weber hatte bei der Bürgerversammlung am 17. September eine Prüfung
beantragt, ob ein Grundstücksangebot eines Gemeinderatsmitglieds zur
Diskussion um des Standort rechtmäßig gewesen sei, oder ob nicht Wissen
aus dem Gremium dem Angebot entgegen stehen hätte müssen. Erhard
Wawrzek verließ zu diesem Tagesordnungspunkt den Sitzungsraum. Sowohl
Bürgermeister Josef Luksch wie auch Karlheinz Roth fügten zu diesem
Antrag an, es sei nicht im Kompetenz- und Aufgabenbereich des Gremiums
angesiedelt, diese Frage zu klären. Eine Chronologie der Sitzungen soll
die Verwaltung an die Rechtsaufsicht weiter leiten, um dazu eine
Klärung zu erbitten. Laut Regierung von Niederbayern sollten die
Kommunen sollten ihren ungefähren Finanzbedarf Bedarf für die nächsten
Jahre mitteilen. Was es wann aber tatsächlich an Förderung gebe, könne
derzeit nicht gesagt werden, so Luksch. Es fanden sich aber relativ
einfach für Abbrucharbeiten am Sägewerksgelände und für
Kreuzungsgestaltung bis zu Kirchplatzsanierung und Kriegerdenkmal
größere Summen, die so weiter geleitet werden. Zu warten wäre aber
auch, ob nicht über Stadtumbau West auch Mittel zu erhalten wären.
AUS DEM SPIEGELAUER GEMEINDERAT Spiegelau.
Die Kindergartenbedarfsplanung der Gemeinde Spiegelau wurde den Räten
bekannt gegeben. Danach besteht für 123 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren
Bedarf, unter drei Jahren sind es 20 Plätze. Die Mittagsbetreuung an
der Grundschule deckt den Bedarf an Hortplätzen und für junge Schüler
ab. Drei Plätze werden für Tagespflege benötigt und acht Gastkinder
werden außerhalb der Kommune betreut. Das ist aber dennoch eine
flexible Planung, die sich jeweils an verändernden Gegebenheiten
anpassen kann, so Bürgermeister Luksch. Ein Bauantrag wurde noch als
eilig in die Sitzung des vergangenen Montags aufgenommen. In der
ehemaligen Norma soll ein Restaurant erweitert und ein Spielsalon
angefügt werden. Am Gebäude in einem Mischgebiet ändert sich baulich
nichts Wesentliches. Dem stimmte der Rat zu. Eine Quelle am
Ochsenkopf bereitet derzeit Probleme. Auf Anfrage berichtete Josef
Luksch, dass die Quellen dort je nach Regenfällen unterschiedlich
Wasser lieferten. Eine Quelle versagte aber fast ganz ihren Dienst. Bei
Nachsuche und Arbeiten an der Schüttung stellte sich das eigene Gerät
als ungeeignet und ein Minibagger als zu klein heraus. Ein angemieteter
Kettenbagger setzte der Problemgeschichte noch eins drauf, weil er der
beteiligten Firma beim Liefern vom Tieflader kippte. Glücklicher Weise
stellte sich der Schaden als nicht so hoch heraus und verletzt wurde
auch niemand. Mittlerweile ist aber gegraben worden und die Schüttung
stellte sich als zu wenig tief und vor Eintrag geschützt heraus. Es
soll nun mit Ingenieursunterstützung geschaut werden, ob sich die
Wassermenge stabilisieren und weiter ertragreich nutzen lässt. Die
Kosten für die Quelluntersuchung und eventuelle Sanierung ist noch
nicht zu beziffern, so der Bürgermeister. Probleme bereitet auch
eine Eisstockanlage im Bereich Mühlberg, die gemäht werden müsste oder
auch grundsätzlich saniert werden müsste. Da die Nässe am Platz es
nicht zuließ, maschinell vorzugehen, soll nun eventuell mit Balkenmäher
oder Freischneider gearbeitet werden, bevor der Schnee kommt. Und eine
Straßenlampe in der „Perlkurve“, in Spiegelau ortsauswärts in Richtung
Beiwald, kam noch zur Sprache, die mal ein paar Tage geht und dann mal
wieder nicht. Auch hier muss mit dem Versorger Kontakt aufgenommen
werden. - hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 15. November 2010 Die vierten Spiegelauer Kulturtage sind eröffnet Vernissage von Siegfried Stockbauer in der Tourist-Info zum Auftakt Spiegelau.
Mit einer Vernissage „Aquarell & Pastell“ von Siegfried Stockbauer
wurden am Freitag um 17 Uhr in der Tourist-Information die IV.
Kulturtage eröffnet. Pünktlich konnte Michael Brunnbauer mit seinem
Akkordeon vom lauten Gespräch und Gemurmel der über 70 Besucher zur
Eröffnungsrede des Bürgermeisters überleiten. Josef Luksch begrüßte die
Geistlichkeit in Person von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, die auch
die besten Grüße von Pfarrer Rupert Wimmer überbrachte, der bei der
Vorbereitung des katholischen Pfarrfamilienfestes gebraucht wurde. Auch
seinen Bürgermeisterkollegen Helmut Vogl aus Riedlhütte konnte er
begrüßen. Besonders freute er sich über die vielen Spiegelauer und
Riedlhütter Bürgerinnen und Bürger, unter denen auch jede Menge
Künstler waren. In seiner Einführung lobte Bürgermeister Luksch die
Initiatoren der Spiegelauer Kulturtage und bedankte sich besonders bei
Karl-Heinz Reimeier und den vielen Organisatoren und Mithelfern für
deren Arbeit und Engagement. „Ihn freue es“, sagte er, “dass nicht nur
die Große Musik, vertreten durch die „Opernwerkstatt Papageno“, sondern
auch die Kleine Musik in Gestalt des Gesangvereins vertreten sei“. Für
besonders wichtig erachte er es auch, dass es viel um Bücher ginge.
Vorlesen, Bibliotheksnacht und nicht zuletzt die Bibelausstellung in
der Werktagskapelle der Spiegelauer Pfarrkirche seien Schmankerl für
Buchfreunde und Neugierige. Nach einem besondern musikalischen
Genuss, den Michael Brunnbauer dem Publikum mit „In the mood“ (bekannt
durch Glenn Miller) bereitete, begann Karl-Heinz Reimeier mit seiner
Laudatio auf den ausstellenden Künstler Siegfried Stockbauer. Er führte
die Zuhörerinnen und Zuhörer mit seinen Worten nach Haslach, in das
Haus des Künstlers. Dort ging es, zumindest vor dem geistigen Auge, in
das Arbeitszimmer des Künstlers und Lehrers. Bilder über Bilder,
Aquarelle, Pastellbilder, Landschaften, Städte füllen den Raum. Aquarell
und Pastell sind die Haupttechniken des Künstlers. Techniken, mit denen
er ganz ohne Heimattümelei und Sepperltum seine Bayerische Heimat
abbildet. Die ganze Kraft der Natur kann man in seinen Bildern finden.
Momentaufnahmen aus dem Leben, die Gesichter von Kindern und Freunden
zeigen, dass er nicht nur Landschaftsmaler ist, sondern sich auf vielen
malerisch-zeichnerischen Gebieten sicher bewegt. Viele
Buchillustrationen, die gar nicht einfache künstlerische Gestaltung von
Lieder- und Notenmappen gehören zu seinem Metier. So still wie der
Mensch Stockbauer nach außen wirkt, so laut sind seine Werke. Hier hält
er sich überhaupt nicht zurück, sondern öffnet sich dem Betrachter. Mit
einem Dank des Laudators an den Künstler Siegfried Stockbauer und einem
wunderbaren Musettewalzer von Michael Brunnbauer ging die Veranstaltung
zum „gemütlichen Teil“ über und man konnte sich in Ruhe den
ausgestellten Werken zuwenden und auch das eine oder andere gute
Gespräch führen. Hermann Beiler
Grafenauer
Anzeiger vom 8. November 2010 Singflut riss Zuhörer von den Stühlen Chor begeistert mit seinen Musical-, Film- und Kinohits 950 Gäste in der Mehrzweckhalle Spiegelau Von Ursula Langesee Spiegelau.
Was sind schon „Wetten, dass...?“ , „Best of Musikantenstadl“ oder das
„Supertalent“, wenn der Chor Singflut zu einem Konzert einlädt?
Bestenfalls Nebendarsteller! Denn dem Sog der Sängerinnen und Sänger
unter Leitung von Sepp Scholz konnte am Samstagabend weit über die
Grenzen von Spiegelau und Riedlhütte hinaus kaum jemand widerstehen. 950
Gäste fluteten die Mehrzweckhalle bis zum letzten Winkel und der Chor
schaffte es sogar, sie alle gleichzeitig von den Stühlen zu reißen -
nicht für die ohnehin schon obligaten stehenden Ovationen, sondern zum
Spielen eines „Gewitters“ mit Händereiben, Fingerschnipsen,
Schenkelklopfen und Hochspringen (Donner) als Prolog zum Lied „Over the
rainbow“. Fast drei Stunden schwappten die Stimmen von Singflut im
Raum - plätschernd, fließend, gewaltig tosend. So facettenreich sich
Wasser seinen Weg bahnt, so voller Abwechslung war auch das Programm
mit Auszügen aus bekannten Musicals, Film- und Kinohits und der Abend
floss nur so dahin. Einen sehr großen Anteil daran hatte Fredi
Resch in seiner Doppelrolle als Moderator mit Frack und Zylinder à la
Hans-Joachim Kulenkampff und als Seine Kaiserliche Hoheit, Franz von
Österreich. In dieser Funktion kam er nicht einmal ins Straucheln, als
er neben den weltlichen „Hoheiten“ wie MdL Alexander Muthmann, stv.
Landrat Helmut Behringer und den Bürgermeistern Josef Luksch und Helmut
Vogl auch sehr viele geistliche Würdenträger wie Dekan Kajetan
Steinbeißer, Pfarrer a.D. Hubert Gerstl, die Pfarrer Rupert Wimmer,
Johann Pöppel, Markus Krell, Pater Bobby und Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler begrüßen durfte. Trotz geballter Geistlichkeit im
Publikum wurde es nur anfangs ein bisschen spirituell, nach den
lustigen „Sicherheitshinweisen“ via Stummfilm, der Chorleiter Sepp
Scholz und Bass Stephan Gaisbauer auch als begnadete Schauspieler
zeigte. Weil an „Gottes Segen“ wirklich alles gelegen ist, stand dieser
Liedtitel am Anfang. Resch widmete es all jenen, die eine schwere Zeit
durchleben, damit sie wieder Mut, Kraft und Hoffnung schöpfen können.
Von dem Gospelsänger und Komponisten Andrae Crouch stammte das Stück
„Soon and very soon“, von Lorenz Maierhofer das Spiritual „I‘ve got
peace like a river“, das er in einer faszinierenden Chorbearbeitung
musikalisch und textlich erweitert hatte. Den Gesang visualisierten
stimmungsvolle Bilder von Fotograf Andreas Weber aus Spiegelau. Ein
treuer und zuverlässiger musikalischer Begleiter des Chores ist Balboos
Jazz-Quartett mit Christian Balboo Bojko am Bass, Klaus Schwankl am
Schlagzeug, Roman Wirthl am Piano und Christian Henna Hynar an Saxophon
und Klarinette. Die „Boy-Group“ brachte zwischendurch auch eigene
Jazz-Beiträge. Perfekt harmonierende Stimmen, die sich folgsam vom
Chorleiter vom kaum hörbaren Pianissimo bis zum plötzlich los
brechenden „Donnerhall“ dirigieren lassen und trotz dieser
meisterlichen Leistung locker und leicht wirken - das zeichnet den
Gesang von Singflut aus. Ein gutes Beispiel für seine Klasse lieferte
der Chor bei „It‘s raining men“ von den Weather-Girls, das gerade durch
seine große Bekanntheit und als allgegenwärtiger Volksfest- und
Partyhit für jeden mitsingbar erscheint. Heftig umjubelt und
beklatscht wurden das Solo von Katrin Loibl und das Duett von Corinna
Zettl und Dominik Hilpert. Loibl sang als Kaiserin Sissi von Österreich
„Ich gehör‘ nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“, in dem sie gegen die
andauernde Unterdrückung durch ihre Schwiegermutter und deren Hofdamen
rebelliert und legte dann mit ihrem „Franzl“ (Fredi Resch) einen Walzer
aufs Parkett. Hilpert und Zettl interpretierten als Vampir Graf von
Krolock und dessen Opfer Sarah den Titel „Totale Finsternis“ aus dem
Musical „Tanz der Vampire“. Zum Ende des offiziellen Programms lobte
Chorleiter Scholz seine „Flutis“: „Ich bin stolz auf Euere Leistung.“
Das fanden auch die Zuhörer. Denn erst nach den schwungvollen Beiträgen
„Waterloo“ und „Who put the bomb?“ verzog sich die Singflut. Mit dem
selbst komponierten Singflut-Wiegenlied rollte sie im Kerzenschein ganz
sanft zurück...
SAXNDI. . . ...
die Darbietungen von „Singflut“ begeistern auch langjährige Chorleiter.
„Die sind nicht zu toppen“, heißt es aus dem berufenen Munde von Franz
Stockinger ganz generell und Pfarrer a.D. Hubert Gerstl schwärmt vor
allem von ihren a-capella-Gesängen, in denen sich die reine Sangeskunst
zeige. Was ist das Erfolgsrezept? Wer kann mühelos eine Halle mit 950
Besuchern füllen? Es sind sicher das Charisma und Können von Chorleiter
Sepp Scholz, aber auch die Disziplin, die Treue und der Zusammenhalt
seiner Sängerinnen und Sänger. Singflut ist eine Familie im besten
Sinne, die auf die Erfahrung der „Alten“ ebenso setzt wie auf die Ideen
der „Jungen“, die die harte Probenzeit ebenso zu bewältigen weiß, wie
sie das Feiern und gemeinsame Ausflüge genießen kann und die nicht nur
sich, sondern vielen anderen mit ihrem Gesang Freude zu bereiten vermag. Ursula Langesee
Ein Kulturtag für die Bibliotheksnacht Kulturelle Veranstaltungsreihe in Spiegelau von 12. bis 21. November Spiegelau.
Am Freitag, 12. November, beginnen zum vierten Mal die „Spiegelauer
Kulturtage“ mit acht Veranstaltungen für Jung und Alt bis Sonntag, 21.
November. Die Vernissage zur Ausstellung „Aquarell & Pastell“
von Siegfried Stockbauer steht am Anfang der Kulturtage am kommenden
Freitag um 18 Uhr in der Touristinformation. Bürgermeister Josef Luksch
eröffnet die Präsentation, Kreisheimatpfleger und Schulleiter Heinz
Reimeier hält die Laudatio, Michael Brunnbauer unterhält mit
klassischen Akkordeonstücken. Der Eintritt ist frei. Eine
schulinterne Veranstaltung ist die Autorenlesung für die Drittklässler
der Grundschule. Heidrun Proschek liest aus ihrem Buch „Kommt mit nach
Afrika“ und erzählt von dem Künstler Heinz Theuerjahr. Eine
Autorenlesung für alle gibt es am Dienstag, 16. November, ab 19.30 Uhr
in der Aula der Grundschule. Illustratorin Susanne Zuda und Karl-Heinz
Reimeier rezitieren aus dem Buch „Märchenwald“ von Michael Wöhlcke.
Beate und Michael Kordick begleiten die Lesung auf Gitarre und
Steirischer Harmonika. Um einen Unkostenbeitrag wird gebeten. Am
Freitag, 19. November, gastiert die Opernwerkstatt „PAPAGENO“ aus Wien
an der Grundschule. Die Schüler aller Klassen werden aktiv in diese
Oper mit einbezogen. Und auch die Eltern sind herzlich eingeladen, bei
den Aufführungen dabei zu sein. In der Mehrzweckhalle sind die 1. und
2. Klasse von 8 bis 9 Uhr aktiv, die 3. und 4. Klassse von 10 bis 11
Uhr. Um 19 Uhr wird in der Aula der Grundschule zur Sitzweil mit
dem Männergesangsverein Spiegelau unter der Leitung von Josef Kreutner,
den Eib’mschläger Sängern und Karl-Heinz Reimeier eingeladen. Der
Eintritt ist frei, ein Unkostenbeitrag ist erwünscht. Am Samstag,
20. November, um 18 Uhr wird die ökumenische Bibelausstellung in der
Werktagskapelle Spiegelau eröffnet. Von der Kinder- bis zur
Lutherbibel, über alte und neue Bibeln, bis hin zu Blindenbibeln und
Bibeln für den Alltag werden die Besucher mit der Geschichte und
Bedeutung der Heiligen Schrift vertraut gemacht und erhalten unter der
Leitung von Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler
Tipps zum richtigen Bibellesen. Der Eintritt ist frei. Eine
kulinarisch-kulturelle Veranstaltung der Bücherei Spiegelau findet am
selben Abend um 19 Uhr statt. Die Bibliotheksnacht „Newereiß’n“ steht
unter dem Motto „Essn - dringa - lesn und…überraschn lossn!“ Erwin
Scholz liest ausgesuchte Texte von bayerischen Klassikern bis zu
regionalen Krimis. Nebenher bietet Ingo Lagerbauer den Besuchern
bayerische Spezialitäten an. Ort ist das „La Visita“ von Familie
Döringer. Der Eintrittspreis „mit Essn und Dringa“ liegt bei 23,90
Euro. Eine Anmeldung ist unter Tel. 08553/ 2741 erforderlich. Am
Sonntag, 21. November, findet das Kulturtage-Abschlusskonzert mit dem
TRIO HARFENALE unter der Leitung von Roland Pongratz statt. Es steht
unter dem Motto „Von der Volksmusik bis zu Klassik - ein musikalischer
Hochgenuss“ und beginnt um 17 Uhr in der Martin-Luther-Kirche
Spiegelau. Im Eintritt von 5 Euro ist ein Freigetränk enthalten. - red
Grafenauer
Anzeiger vom 9. Oktober 2010 Spiegelau stopft die Lücke Kreditbegrenzung durch Mehreinnahmen kompensiert Von Hermann Haydn Spiegelau.
In einer „Blitzsitzung“ von nur einer halben Stunde öffentlicher
Beratungen verabschiedete der Spiegelauer Gemeinderat die Vorlage eines
Nachtragshaushaltes. Damit kommt das Gremium einer Auflage der
Rechtsaufsicht entgegen, die die Begrenzung der Kreditaufnahme um 217
800 Euro im laufenden Haushaltsjahr vorsah. Das Landratsamt hatte
der Kommune strenge Auflagen als Grundlage der Genehmigungsfähigkeit
ihres Haushaltes gesetzt. Weitere Sparpotenziale nutzen oder die
Einnahmesituation verbessern, das war die Alternative zu der Summe, die
nicht mehr zusätzlich als Kredit genommen werden durfte. Karlheinz Roth
merkte dazu an, dass der Kommune ja nicht viele Möglichkeiten blieben.
Vorgeschlagen wurde von Bürgermeister Luksch, die erwarteten Einnahmen
aus dem Verkauf eines Hauses in Gemeindebesitz mit 75 000 Euro zu
veranschlagen, bei der Prüfung von Planungskosten zur Wasserversorgung
wurde festgestellt, dass bereits geleistete Abschlagszahlungen in Höhe
von 50 000 Euro noch nicht im Haushalt berücksichtigt waren und der
größte kalkulatorische Posten findet sich darin, dass heuer beim
Industriegebiet Oberkreuzberg ohnehin nicht mehr zu erwarten wäre, dass
die gesamte eingestellte Summe von 300 000 Euro verbaut würde, was auch
125 000 Euro für 2010 „locker machte“. Daraus ergibt sich eine
Einnahme von 250 000 Euro für einen Nachtragshaushalt, der die
Kreditbegrenzung um 32 200 Euro übersteigt. Der Vorlage zur Genehmigung
stimmte der Gemeinderat einstimmig zu. Den Räten steht weiterhin
eine sitzungsreiche Zeit bevor. Da die Rechtsaufsicht auch fordert,
dass bis 15. Dezember ein Konsolidierungsplan vorliegen müsse, sind im
Oktober und November weitere vier Termine zu den Fragen angesetzt, die
das Landratsamt beantwortet haben möchte: Welche Investitionen sind
wirklich unumgänglich und wie können Zins und Tilgung realisiert
werden? Wo gibt es Optimierungsmöglichkeiten bei Personalfragen? Eine
sozialverträgliche Senkung der Kosten dürfe kein Tabu sein.
Wiederbesetzungs- und Beförderungssperren werden zu prüfen sein oder
auch niedrigere Besoldungsgruppen. Bereitschaftsdienste und Überstunden
sollen vermieden werden und kommunale Einrichtungen daraufhin geprüft
werden, ob nicht Vergaben an Dritte günstiger kämen. Auf den
Prüfstand gestellt werden müssen defizitäre Einrichtungen wie
Schwimmbäder oder kulturelle Einrichtungen, es geht um „disponible
Ausgaben“, bei denen der Rat ohnehin schon kräftig zugedreht hat; alles
was nicht gesetzliche Pflicht ist, wie Zuschüsse oder Erstattungen
sollten auf Reduzierbarkeit geprüft werden. Bereits voll erfüllt
wird mit den nächsten Haushalten die Kostendeckung bei Kanal, Wasser
und Bestattungswesen. Auch bei den Einnahmen wurde im
Grundsteuerbereich der Hahn aufgedreht. Weitere Erhöhungen, etwa bei
der Gewerbesteuer, könnten zudem Überlegungen wert werden. Zu prüfen
sei auch, ob kommunales Eigentum veräußert werden kann, oder ob durch
Umschuldungen die Kredite günstiger gestaltet werden könnten. Jede
ungeplante Einnahme oder Minderausgabe sollte dem Konsolidierungszweck
dienen und zudem ist für den gesamten Finanzplanungszeitraum eine
tabellarische Darstellung zu dokumentieren. Die im Schreiben der
Rechtsaufsicht genannten Gründe dafür sprechen von einer Lücke im
Nachweis der dauerhaften Leistungsfähigkeit. Die fehlende freie
Finanzspanne im Jahr 2010 und die weiter steigende Schuldenentwicklung
mache einen strikten Konsolidierungskurs nötig. Allerdings billigt die
Rechtsaufsicht auch zu, dass bereits viele Bemühungen gestartet wurden
und weitere Einschränkungen es unmöglich zu machen drohten, dass selbst
die Pflichtaufgaben nicht mehr zu erfüllen wären. Ferner wurde es zur
Auflage gemacht, für eine frühzeitige Transparenz Haushaltsplanung und
Satzung für 2011 bis zum 31. März 2011 vorzulegen. Einen kleinen
Konsolidierungspunkt für das laufende Jahr stellte Kurt Hobelsberger
fest, als er nachfragte, ob der Christkindlmarkt heuer dann definitiv
abgesagt wäre. Das wurde von Josef Luksch bejaht, allerdings merkte
Elke Proßer-Greß an, es könnte sich ja auch ein alternativer
Organisator aus Vereinen oder Öffentlichkeit melden, der sich da
einbringen könnte. Der Platz würde von der Kommune jedenfalls gerne zur
Verfügung gestellt, so Luksch. Dagegen könnten aus einer Anfrage von
Thomas Robl auch wieder neue Löcher entstehen, die sich in Dächern
kommunaler Liegenschaften fänden. In einem Fall müssen aber nur die
Fenster neu abgedichtet werden. Indirekt profitieren wird Spiegelau
aber vom Tourismustrend, der zum Vergleichsjahreszeitraum bei den
Übernachtungen um 8,6 und bei den Ankünften um 18,6 zugelegt habe, so
die Information. Von der öffentlichen Beratung abgesetzt wurde der
Punkt Städtebauförderung. Hier verlangt die Regierung von Niederbayern
seit Mai 2010 einen fehlenden Beschluss zum Entwicklungskonzept. Dazu
gab es in nichtöffentlicher Sitzung einen Gesprächspunkt.
Klaus Büchler und Wieland Prechtl: Zwei Künstler auf gleicher Wellenlänge Beeindruckende Symbiose von Glasobjekten und Landschaftsbildern Freyung. Schon
am übervollen Parkplatz vor dem Schloss Wolfstein war das große
Interesse an der Ausstellung er erkennen. In der Galerie selbst drängte
sich das Who-Is-Who aus Kunst- und Kultur-, Gesellschafts- und
Politikszene des Landkreises dicht an dicht. Der arrivierte
Glaskünstler Klaus Büchler aus Spiegelau und der Bayreuther Maler
Wieland Prechtl haben ihre Werke zu einer in sich schlüssigen
Ausstellung komponiert. Dazu passte auch der musikalische Rahmen, mit
dem Michael Brunnbauer aus Spiegelau am klassischen Akkordeon die
Vernissage ebenso virtuos wie die Aussteller abrundete. Die
Kulturreferentin des Landkreises und Galeriechefin Marina
Reitmaier-Ranzinger hielt die Laudatio auf Wieland Prechtl. Der Maler
großartiger Landschaften kommt aus Bayreuth, zählt als Autodidakt zu
den bekanntesten Künstlern Oberfrankens, und ist im „normalen“ Leben
Bibliothekar. Wie kommt jemand aus Bayreuth zu uns in den Bayerischen
Wald, so die Frage der Laudatorin. Klaus Büchler sei das verbindende
Element. Prechtl habe Büchlers Glasobjekte vor Jahren in einer
Ausstellung des Nationalparks kennen gelernt, und war davon sehr
beeindruckt. Er besuchte ihn im Atelier, die beiden sprachen
offensichtlich die gleiche Sprache. So entstand der Wunsch,
gemeinsam eine Ausstellung zu veranstalten, wie das 2004 das erste Mal
geschehen ist. „land - schaf(t)t - glas“ heißt diese Ausstellung mit
Landschaften und Glasobjekten. Beides sind wichtige Werbeträger, nicht
wegzudenkende, charakteristische Elemente unserer Region. Das Glas in
seiner Bedeutung vom Wirtschaftsgut zum Kulturgut gewandelt, die
Landschaft als einzigartiges Alleinstellungsmerkmal des Bayerischen
Waldes. Prechtls Landschaften zeigen ein ganz anderes
Landschaftsbild: Gletscher, Eisgebilde, Vulkanausbrüche, Lavaströme,
karge unbewohnte Landschaften ohne Pflanzen, Tiere oder Menschen.
Naturgewalten voller Wucht, ein vermeintliches Chaos. Nicht von
Menschenhand geordnet, das Spiel von Farben und Formen in
Wechselwirkung von Himmel und Erde, Wind und Wolken, Wasser und Land,
voller Dynamik und Bewegung und auch voll innerer Ruhe. Die Urwelten
wurden zu seinem Thema, so wie die Welt einmal ausgesehen haben könnte,
bevor der Mensch in die Weltgestaltung eingegriffen hat. Die
Bilder von Wieland Prechtl entstehen in nacheinander aufgetragenen
Schichten. Er verwendet Kreide, Acryl-, Öl- und Aquarellfarben, in die
er Substanzen wie Erde, Steinmehl, Sand, Asche, Papier und sogar
Schieferplatten mischt. So erhalten seine Traumlandschaften
dreidimensionale Strukturen. Karl-Heinz Reimeier sprach die
Laudatio auf Klaus Büchler und spannte den Bogen vom filigranen
Blauregen, der durch das Fenster in Büchlers Galerie zu dessen
Glaskunst wuchert, hin zu dessen kunstvollen Glasobjekten. Dies
symbolisiere die Verbindung von Natur und Glas. Bei Büchler sind nicht
nur Quarz, Holz oder Pottasche als ursprünglichen Rohmaterialien zur
Glasherstellung von Bedeutung. Genau so wichtig ist die Heimat des
Glaskünstlers, der seine Wurzeln hier im Bayerischen Wald hat. „Der
Klaus gehört als Mensch genau dahin, wo er herkommt“, so Reimeier. Er
hat in sehr jungen Jahren den Norden Deutschlands aufgesucht, um in
Lübeck seine Fähigkeiten als Glasschleifer umzusetzen. Das
Bayerwaldgewächs ist mit neuen Eindrücken, neuen Erfahrungen und vielen
neuen Ideen und Vorhaben zurück gekommen. All das sind
hervorragende Voraussetzungen, um sich dem zwingenden Druck der
Produktion zu entziehen, und darüber hinaus eigene Kreativität zu
entwickeln. Meisterhafte Kunst erfordert nicht nur das Umsetzen von
Ideen und das nötige handwerkliche Können. Voraussetzung ist vor allem,
dass man sich an Glas als feinfühligem Material heranwagt. Die
Glasobjekte - Kugeln, Stäbe, Linsen, Scheiben - werden aus des Meisters
Hand lebendig. „Ihm werden die Ideen nie ausgehen“, so Reimeier. Dazu
gehe er zu frei und zu entspannt an die Arbeit. Klaus Büchler
beherrscht diesen künstlerischen Kraftakt perfekt, so Reimeier. Die Ausstellung „land - schaf(f)t - glas“ ist noch bis 7. November täglich - außer Montag - von 10:00 - 17:00 Uhr geöffnet. - rn
Grafenauer
Anzeiger vom 6. Oktober 2010 Die Gipfel-Premiere von Pfarrer Wimmer Messe auf dem Rachel - auch Pater Boby Joseph und Pfarrer Gerd Brandstetter erstmals dabei Spiegelau.
Einmal mehr zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art wurde auch in
diesem Jahr wieder die Rachel-Bergmesse, die traditionell immer am 3.
Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit stattfindet. Herrliches
Herbstwetter mit angenehmen Temperaturen, bzw. pünktlich zum
Gottesdienstbeginn um 12 Uhr „Sonnenschein pur“, das waren die äußeren
Bedingungen für die diesjährige Bergmesse, die gleich in mehrfacher
Hinsicht einige Premieren erlebte. Erstmals in seinem Amt als
Vorsitzender der ausrichtenden Sektion Spiegelau konnte dabei Josef
Meininger die zahlreichen Gottesdienstbesucher auf dem Spiegelauer
Hausberg willkommen heißen. Meininger dankte aber auch der Bergwacht
für die Unterstützung bei der Durchführung der Rachelmesse und lobte
gleichzeitig auch „seine“ fleißigen Helfer im Hintergrund, ohne die
dieses Erlebnis auf dem Berg hier nicht möglich wäre. Besonders
freute sich Meininger aber, dass heuer erstmals mit Pfarrer Rupert
Wimmer wieder der Ortspfarrer von Spiegelau die Messe auf dem 1453
Meter hohen Berggipfel zelebrierte, was für diesen ebenfalls eine
Premiere bedeutete. Unterstützung bei der Messfeier erhielt Pfarrer
Wimmer dabei und damit war die dritte Premiere perfekt, von Pater Boby
Joseph und von Pfarrer Gerd Brandstetter, der ja in Spiegelau und
Umgebung ebenfalls kein Unbekannter ist. Pfarrer Wimmer ging beim
Gottesdienst, der musikalisch von der Klingenbrunner Dorfblos`n, sowie
den Sängern des Männergesangverein Spiegelau umrahmt wurde, besonders
auf die sich nunmehr zum 20. Mal jährende Wiedervereinigung
Deutschlands ein und fand dabei ganz besondere Worte zum Thema
„Gemeinsamkeiten“. Nachdem, wie bereits erwähnt diesmal auch Pfarrer
Gerd Brandstetter auf dem Gipfel mit dabei war, war es natürlich eine
Selbstverständlichkeit, dass ihm der Erlös der Kollekte für sein
Projekt mit Straßenkindern „Guarabina“ in Brasilien überlassen wurde,
was dieser natürlich gerne annahm. Mit einem gemütlichen
Beisammensein am Rachel-Waldschmidthaus klang dann in den
Nachmittagsstunden die diesjährige „Rachel-Kirwa“ aus - bei der Sektion
Spiegelau steht aber am Freitag, den 15. Oktober schon ein weiterer
Termin an. Dann nämlich sind sowohl Mitglieder, als auch Einheimische
und Feriengäste recht herzlich eingeladen zur Lesung mit Josef Fendl um
19.30 Uhr in der Aula der Grundschule in Spiegelau. - re
Ein neuer Mann für die Wirtschaft Kurt Hobelsberger folgt Erhard Wawrzek nach, der sein Amt niederlegt Von Hermann Haydn Spiegelau.
Was könnte es Schöneres geben, als mit dem neuen Posten als
Wirtschaftsreferent auch gleich eine Firmenansiedlung bekannt geben zu
können. Kurt Hobelsberger wurde anlässlich der vergangenen Sitzung vom
Gemeinderat als Ersatz für Erhard Wawrzek in diesen Posten gehoben. Er
will die „neue Aufbruchstimmung“ nutzen, um im Zug der Ansiedlung der
Glas-FH möglichst viele Firmen in die Gemeinde zu holen. Ein Erfolg sei
bereits zu vermelden; die Firma „Sun Solar“ wolle ihren Hauptsitz mit
zehn bis 15 Arbeitsplätzen in Spiegelau aufschlagen. Zuvor war Kurt
Hobelsberger als einziger Kandidat angenommen - und die Satzung
entsprechend geändert worden. Er habe zwar einige Zeit überlegt, ob er
das machen solle, so Hobelsberger, aber er wolle sich so der
Verantwortung stellen, bei einem Prozess lenkend dabei zu sein, den er
so einschätzte: „Ihr werdet Euch noch wundern.“ Innerhalb von nur
zwei Jahren werde sich so viel tun, was man sich gar nicht denken
könnte. Schon jetzt gebe es als Ergebnis der TAZ-Gründung
Firmenanfragen, die in diesem Umfeld aktiv werden möchten. So seien für
die kommunalen Kassen Einnahmen aus Millionenumsätzen zu erwarten, wenn
die Photovoltaik-Firma „Sun Solar“ nun hier ihre Zentrale ansiedele,
und auch sonst stünde die Aussicht gut, dass „unsere Kinder“ hier
wieder Arbeit vor Ort fänden. Gleichzeitig kritisierte Hobelsberger die
Amtsniederlegung von Erhard Wawrzek, der es sich so zu einfach gemacht
habe. Leicht gestörte Befindlichkeiten gab es auch im weiteren
Umfeld der TAZ-Termine. Bürgermeister Luksch holte es anfangs der
Sitzung nach zu betonen, dass Räte, die nicht zur Fördervereinsgründung
gekommen waren, aus verschiedenen Gründen entschuldigt waren, was er
vergessen habe, bereits an diesem Abend zu erwähnen. Dagegen regte
Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth an, auch wenn viele Räte nicht
bei der Versammlung waren, bitte er dennoch um Unterstützung durch
Beitritt. Kritik gab es dazu auch von Kurt Hobelsberger, der den
Hinweis vermisst hatte, dass 300 Euro Erlös von der Bürgerversammlung
über die Feuerwehr zur Vereinsgründung nicht ausreichend erwähnt und
entsprechend öffentlich gewürdigt worden sei. Bereits am heutigen
Mittwoch geht mit der nächsten Sitzung in eine weitere Zielgerade in
Richtung TAZ-Gründung. Denn mit Schreiben der Rechtsaufsicht wurde
grünes Licht für die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan 2010
gegeben, wenn auch mit erheblichen Auflagen. So muss die Kommune bis
zum 15. Dezember ein Konsolidierungskonzept vorlegen, das
voraussichtlich weitere Einschnitte etwa in Personalfragen unumgänglich
machen wird. Kann die Einnahmesituation nicht deutlich verbessert
werden, dann geht es an die Prüfung aller „disponiblen
Ausgabenpositionen“. Welche Auswirkungen die Kreditbegrenzung zeigen
wird, muss sich dann jeweils bei kommunalen Vorhaben einzeln erweisen,
um die „prekäre Haushaltslage“ und den erwartbaren weiteren
Schuldenanstieg bis 2013 nicht aus dem Ruder laufen zu lassen.Nicht
durchringen konnte sich der Gemeinderat zu einem „Nein“ zum Antrag der
Bergwacht, am Oberkreuzberger Aussichtsturm eine Antenne aufstellen zu
wollen. Hotelier Alois Grobauer hatte dagegen massiven Protest
angedroht. Es solle zunächst geprüft werden, ob nicht andere Standorte
auch geeignet wären. Verbauen wollte man sich die Option aber auch noch
nicht. Die Einrichtung einer Webcam in Klingenbrunn wurde aus
Kostengründen abgelehnt. Sie hätte etwa 5200 Euro für Technik und
Montage gekostet und dazu einen Telefonanschluss benötigt. Es soll aber
bei Privat angefragt werden, ob nicht eine Lösung an einem Haus und mit
Kostenbeteiligung an Strom und einer vorhandenen Flatrate möglich wäre,
um dann nur die Kameratechnik selbst anschaffen zu müssen. Die
Entscheidung, ob sich Spiegelau weiter an den Kosten der
TVO-Marketingumlage beteiligt, wurde verschoben. Ein Informationsbesuch
von Alexander Anetsberger stehe demnächst an. Dann könne besser
beratschlagt werden. Anregungen gab es von Josef Apfelbacher: Warum
seien Tempo-30-Schilder nicht über die gesamte Reutecker-Straße
verteilt worden, obwohl es auch in nicht begrenzten Bereichen noch
entsprechend Kinder gebe. Die Schilder hätten nicht für mehr Strecke
gereicht, so die Antwort, da sie nach jeder Einmündung aufgehoben
würden. Es sollen also noch mehr aufgestellt werden. Kurt Hobelsberger
trug zur Plakatierverordnung an, die nicht eingehalten werde. Das gebe
kein schönes Bild und verursache Arbeit und Kosten. Die Verwaltung
solle da besser darauf achten. Ebenso merkte er an, dass im
Schulumgriff drei Hundebesitzer regelmäßig für Verschmutzungen sorgten,
in die Kinder dann unweigerlich treten würden. Bürgermeister Luksch
versprach, die darauf hinzuweisen, wenn Namen bekannt seien.
Grafenauer
Anzeiger vom 2. Oktober 2010 Alte Grammofone erzählen ihm Geschichten Hermann Beiler hat ein außergewöhnliches Hobby: Er sammelt alte Abspielgeräte und restauriert sie dann Von Bernadette Schweihoff Spiegelau.
Auf dem Tisch liegen goldene, bebilderte Mini-Blechdosen von 1920,
gefüllt mit kleinen Abspielnadeln aus Stahl. Gegenüber steht ein altes
Grammofon mit einem türkisfarbenen Trichter. Hermann Beiler sucht sich
aus seinem selbst zusammengestellten Liederkatalog eine von 540
Schellackplatten aus: Max Hansen. Im Katalog ist genau vermerkt, wo er
sie findet. Vorsichtig setzt er eine neue Abspielnadel ein, legt die
Platte auf, kurbelt kurz und kräftig bis der Motor in Schwung kommt und
setzt den Grammofon-Arm mit der Nadel exakt auf die Plattenrille. Es
knistert. Aus dem Trichter ertönt das Lied: „War‘n sie schon mal in
mich verliebt?“ Verliebt ist Beiler ganz sicher in seine
Grammofone. 15 Stück hat er mittlerweile im ganzen Haus verteilt
stehen. Immer wenn er auf einer Sammlermesse oder einem Flohmarkt ist,
kann er einfach nicht widerstehen. „Wenn ich sie kaufe, sind sie
meistens kaputt, oder nicht mehr voll funktionsfähig“, erzählt er
kopfschüttelnd. Zu Hause werde das erstandene Liebhaberobjekt in alle
seine Einzelteile zerlegt, gereinigt, mit neuen Metallfedern
ausgestattet und wieder zusammen gebaut. Das Wissen dazu habe er sich
über Jahre hinweg selbst angeeignet. Bücher über Grammofone gäbe
es nur wenige. Aber umso größer sei der Austausch mit anderen Sammlern
aus den USA und England. Da werde viel geschrieben und telefoniert.
„Denen kann man dann auch vertrauen“, erklärt der Sammler. Ein
qualitativ gutes Grammofon könne man nur als Experte erkennen. „Man
muss die Geschichte des Grammofons kennen“, erläutert Beiler. Vor
zwanzig Jahren wurden Grammofone wieder schick und deshalb in Indien
neu produziert. „Die haben aber keine gute Qualität“, erklärt er. Das
merke man schon an der Schalldose. Die Klangqualität sei noch lange
nicht so gut wie bei den Alten. Ein funktionstüchtiges und gutes
Koffergrammofon bekomme man ab 300 Euro. Der gebürtige Münchner
sei schon mit 12 Jahren einmal in der Woche im deutschen Museum
gewesen. Geschichte habe ihn schon immer fasziniert. Damals habe man
als Schüler noch eine Jahreskarte von der Stadt geschenkt bekommen.
Besonders begeistert habe ihn die Zeit von 1870 bis 1930, das
Mechanische, die Ingenieursleistung und die Geschichte der Menschen zur
damaligen Zeit. „Der Beginn der industriellen Revolution in
Deutschland, die tiefgreifende und dauerhafte Umgestaltung der
wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, das war einfach eine
spannende Zeit“, so Beiler. Die Musiker nahmen sich dieser Themen an.
„Plötzlich konnte man Stimmen konservieren und wieder anhören. Das war
gigantisch für diese Zeit“, so Beiler. Die Künstler seien zunächst
misstrauisch gewesen, da sie glaubten dass ihnen Einnahmen entgehen, da
die Schallplatte beliebig oft abgespielt werden konnte. Aber als die
damalige „GEMA“ erfunden wurde und sie Geld für die Vervielfältigung
bekamen, seien alle Musiker und Kabarettisten mit Begeisterung dabei
gewesen. „Da wurden sogar Regierende provoziert“, erklärt er.
Musiker wie Richard Tauber seien damals Popstars gewesen, hätten
Millionen Platten verkauft. „Er wurde sogar nach einer Vorstellung von
Hitlers Schlägertrupp zusammengeschlagen und musste in das Ausland
fliehen.“ Jeden Tag hört er eine Platte. Jeden Tag eine neue
Geschichte. Abgespielt wird immer an einem anderen Gerät. Aber auch
draußen wird Musik gehört, mit seinem tragbaren Grammofon. „Da bleiben
dann auch schon mal Leute am Gartenzaun stehen und lauschen der Musik“,
so der Sozialpädagoge. Das praktische daran sei auch, dass er keinen
Strom benötige. „So ein Grammofon ist einfach ein unvergleichliches
Hör- und Geschichtenerlebnis.“
Grafenauer
Anzeiger vom 1. Oktober 2010 Verzwickter Anbau ans Feuerwehrhaus Streit ist vor dem Verwaltungsgericht - Klingenbrunner Anwohner fürchtet Lärm - Wohin mit den Parkplätzen? Von Hermann Haydn Klingenbrunn.
Wenn dem Recht genüge getan ist, ist es längst noch nicht recht. Und
„gerichtet“ ist die Sache deswegen auch noch nicht. In Klingenbrunn
soll an das Feuerwehrhaus angebaut werden. Eine Baugenehmigung gäbe es
auch. Aber auch einen Rechtsstreit von Anwohnern wegen befürchteten
Lärms bei Einsätzen und Übungen. Aber wenn weniger Fahrzeuge zum Haus
hin fahren könnten, dann müsste es doch auch leiser werden, so der Tipp
des Landratsamtes, wie in der Rechtssache vor dem Verwaltungsgericht
Regensburg pro Anbau argumentiert werden könnte. Vor dem
Immissionsschutzgesetz könnte das Projekt dann vielleicht besser
bestehen, wenn fünf Stellplätze verlagert würden. Weniger
Abstellmöglichkeit ist gleich weniger An- und Abfahrmöglichkeit, also
rechnerisch weniger Lärm für Anwohner oder benachbarte Hotelgäste. In
der Realität sähe es aber so aus, dass es dann, wenn es brennt, ohnehin
die nächstmögliche Stellfläche genutzt wird, die unabhängig von der
Ausweisung im Bebauungsplan doch hier wäre, da dort Dorfplatz und
Durchfahrtsweg ohnehin vorhanden seien. Für die Klageführenden wäre es
ein reiner Papyrussieg, wenn Stellflächen weniger eingezeichnet, aber
dennoch nutzbar wären. Bürgermeister Luksch bestätigte auf Anfrage von
Karlheinz Roth: „Der Dorfplatz ist eine öffentliche Fläche mit privater
Durchfahrt. Eine Sperrung könnte nicht durchgesetzt werden.“ Zudem
befindet sich auf einem benachbarten Hotel eine Sirene mit
Bestandsschutz. Es sei fraglich, ob ein Gast, der durch sie geweckt
wurde, sich noch extra daran stören würde, wenn dann Verkehr und
Blaulicht auch noch dazu kämen, so Luksch. Kurt Zettl fragte an, ob die
Verlegung denn überhaupt Wirkung auf das Verfahren haben könnte. Er
habe den Eindruck, dass das Gericht signalisiert habe, es werde auch so
nicht einfach werden, die Genehmigung des Landkreises durch zu
bekommen. Da solle sich der Kreis auch zuerst darum kümmern,
schließlich habe die Kommune ja seine Genehmigung, so Günther Nama. Ludwig
Schopf nannte das Projekt Anbau „von Anfang an als Fehlplanung, weil
der Platz einfach nicht passt“. Man solle doch noch einmal überlegen,
ob ein Neubau an anderer Stelle nicht sinnvoller wäre, da auch der
Anbau bereits so viel koste, dass ein neues Haus schon zu guten Teilen
drin wäre. Und das alte wäre dann vielleicht auch anderweitig nutzbar. Dennoch
stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für die vorgeschlagene
Vorgehensweise des Kreises, Plätze und rechnerischen Lärm zu
reduzieren. Dagegen stimmten Karlheinz Roth, Kurt Zettl, Günther Nama
und Ludwig Schopf.
Premiere bei der Bergmesse auf dem Rachel Spiegelau.
Auch heuer findet am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, 12 Uhr, die
Bergmesse auf dem Rachel statt. Den Gottesdienst zelebriert heuer
erstmals der Spiegelauer Ortspfarrer Wimmer. Wie der Wald-Verein
Spiegelau mitteilt, findet die Messe bei jeder Witterung statt und wird
musikalisch von der Klingenbrunner Dorfblos’n um Kufner, sowie den
Sängern des Männergesangvereins Spiegelau musikalisch umrahmt. Damit
alle Bergmessenbesucher es rechtzeitig auf den Gipfel schaffen,
verkehren ab 9 Uhr ab dem P + R Parkplatz in Spiegelau zusätzlich zu
den Igelbussen sogenannte „Verstärkerbusse“. - re
Luksch bleibt an der Spitze der Spiegelau-SPD Auf der Jahreshauptversammlung bestätigt - Erich Bachmann und Walter Eisch Stellvertreter Spiegelau. Nach
zwei Jahren war es wieder Zeit für den SPD- Ortsverband, die
Vorstandschaft zu wählen. Dazu traf man sich im Gasthof „Palmberger
Hof“. Bürgermeister Josef Luksch wurde in seiner Funktion als
Vorsitzender bestätigt. Neben den Mitgliedern aus Spiegelau,
Klingenbrunn und Oberkreuzberg freute sich der 1. Vorsitzende Josef
Luksch auch die SPD-Kreisvorsitzende Rita Hagl, den
Juso-Kreisvorsitzenden Stephan Köberl und den Ehrenvorsitzenden des
Ortsverbandes Hermann Eisch begrüßen zu können. Im Anschluss an die
Begrüßung fanden die Wahlen der Vorstandschaft statt. In ihren Ämtern
bestätigt wurden der 1. Vorsitzende Josef Luksch, der stellvertretende
Vorsitzende Erich Bachmann, Schriftführer Andreas Schmid und Kassier
Johann Süß. Als neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Walter Eisch
in die Vorstandschaft gewählt. Nach Abschluss der Wahlen gab der
stellvertretende Vorsitzende Erich Bachmann einen Überblick über die
Aktivitäten des Ortsverbandes im Jahre 2009. Wie in den zurückliegenden
Jahren, nahm auch dieses Jahr die SPD wieder an der Aktion „Spiegelau -
Eine saubere Gemeinde“ im April und Oktober teil. Auf große Resonanz
stieß das letzte Schafkopfrennen, das auch heuer wieder stattfinden
wird. Einer der Höhepunkte des letzten Jahres war der 95. Geburtstag
des Mitglieds Karl-Heinz Hoppe, der darüber hinaus auch seine 80-
jährige Mitgliedschaft in der SPD feiern konnte. „Eine für heutige
Verhältnisse unvorstellbare Mitgliedsdauer. Der SPD Ortsverband
Spiegelau ist stolz darauf, Herrn Hoppe als Mitglied in seinen Reihen
zu haben und wünscht ihm weiterhin beste Gesundheit“. Auch der Ehrenvorsitzende Hermann Eisch konnte seine 50-jährige Mitgliedschaft feiern. Auch ihm gratulierte Bachmann. Ein
besonderer Besuch wurde dem Ortsverband im Juni 2010 zuteil. Die Jusos
des Landkreises Freyung-Grafenau, mit ihren Vorsitzenden Stephan Köberl
und Anna Hagl , hielten ihren Stammtisch im Gasthaus „Weber“ in
Langdorf ab, an dem viele Interessierte und auch die Vorstandschaft des
Ortsverbandes Spiegelau mit seinem 1. Vorsitzenden Luksch teilnahmen. Danach
wurden die Mitglieder vom 1. Vorsitzenden Luksch über die Aktivitäten
des letzten Jahres in der Gemeinde Spiegelau informiert. Vor allem
jedoch das Projekt Glas-FH stieß auf reges Interesse, über das der 1.
Bürgermeister gerne Auskunft gab. -
Grafenauer
Anzeiger vom 25. September 2010 Bei der Lesung spielten Platten die erste Geige Musik von Grammofonen untermalt die Worte von Reimeier in der evangelischen Martin-Luther Kirche Spiegelau.
„Das Grammofon wurde ursprünglich nicht entwickelt, um Musik
wiederzugeben. Man wollte ein Diktiergerät erfinden. Bald darauf
erkannte man dann die Möglichkeit zur Wiedergabe von Musik“, erzählt
Hermann Beiler am Donnerstag Abend bei der Lyrik-Lesung „Wenn Worte
sich von den Gedanken lösen“ mit Karl-Heinz Reimeier in der voll
besetzten Evangelischen Martin-Luther Kirche. Und legt seine erste
Schellackplatte von 1904 auf. Diese Schellackplatte ist härter als
die Abspielnadel aus Stahl, deshalb muss diese auch nach jeder
Wiedergabeseite gewechselt werden. Damit der Motor sich dreht, wird mit
Schwung gekurbelt und die Nadel vorsichtig auf die Platte gesetzt.
Routine, Feinmotorik und -gefühl für das Instrument stecken dahinter.
Es knistert und die Hirtamadl-Polka spielt. Karl-Heinz Reimeier
sitzt auf seinem von einer Künstlerin gestalteten Stuhl, der mit seinem
Namen in goldener Schrift versehenen ist. Vor ihm der dazugehörende
Tisch mit seinen Manuskripten und Inspirationsstücken von seinem
Freund, dem Glaskünstler Klaus Büchler. „Man kann immer wieder das
Selbe in die Hand nehmen und doch kommen immer wieder neue Gedanken“,
erzählt Reimeier. Er nimmt ein halbrundes Glasobjekt und trägt ein
Gedicht vor, indem der unterspülte Stein irgendwann die wahre Seite
seines Gesichts zeigen wird. Hermann Beiler legt die nächste
Schellackplatte auf. Wie selbstverständlich wechselt das
eingespielte Team zwischen Musik und vorgetragener Lyrik. Die Gedichte
sind passend zu den Musikinhalten ausgesucht. Zur „Hirtamadl Polka“
gibt es bayrischen Dialekt, passend zu Louis Armstrong eine total
verrückte Welt in Kalifornien, bis hin zu einem Liebesgedicht zu dem
Lied „Kann denn Liebe Sünde sein“. „Das ist mir heute so gegen vier Uhr
noch eingefallen. Das war ganz spontan“, erklärt Reimeier. Zu
guter Letzt spielte das berühmte Lied eines jungen Wachpostens (Lili
Marleen). Das mit folgendem Gedicht beendet wurde: „Wenn sich Finger
mögen, mögen sich Hände. Wenn sich Hände mögen, mögen sich Menschen.
Und wenn sich Menschen mögen?“ Der Lyriker lässt das Fragezeichen offen
im Raum stehen und erntete zusammen mit Hermann Beiler großen Applaus. Die
Evangelische Diakonin Gabriela Neumann-Beiler bedankte sich mit dem
katholischen Ortspfarrer Rupert Wimmer bei den Künstlern und den
Gästen. „Es war eine einzigartige Veranstaltung. Was Vergleichbares
erlebt man selten“, äußerte er sich. - coc
Grafenauer
Anzeiger vom 22. September 2010 SAXNDI. . . .
. . rufen derzeit viele Spiegelauer entrüstet. Und es war auch mehrfach
zur Bürgerversammlung zu hören: Eine „schlechte Presse“ müsse man
dauernd einstecken. Nun müsste man allerdings den Begriff etwas genauer
betrachten. Ist die Presse schlecht, weil etwas bewusst schlecht
geredet werden soll? Derart angreifbar würde man es als Lokaljournalist
sicher nicht lange durchhalten. Oder ist die Presse schlecht, weil sie
durch Berichterstattung auch einmal Finger in schmerzende Wunden legt?
Ist denn die Presse dann automatisch immer schlecht, die nicht
übersehen will, dass es auch Probleme und Diskussionsbedarf gibt? Gemeinderat
Josef Wanninger brachte es etwas nüchterner auf den Punkt: Es war auch
wertvoll für den jetzigen Stand der Dinge, dass auch über die
Schwierigkeiten (öffentlich) gesprochen worden ist. Manchmal tut ein
Schubs schon weh, er bringt aber auch Bewegung. Und über die Art und
Weise, wie gesprochen worden ist, hat sicher nicht nur die „schlechte
Presse“ den Kopf geschüttelt, sondern auch die Sitzungs-Zuhörer gegen
halb ein Uhr nachts und die Sitzungs-verhinderten Räte um acht Uhr
morgens. Sollte da die Presse denn dann besser sein als die
vorgefundene Situation? Soll sie sich den umgekehrten Vorwurf
einhandeln, zu weich gespült eine schlechte, da blinde Presse zu sein?
So lange es nicht eine Frage der Unsachlichkeit, sondern nur eine Frage
des jeweiligen Standorts ist, ob die Presse recht oder schlecht ist,
ist das für die Presse auch völlig in Ordnung. Hermann Haydn
TAZ und Fuchs: Glas-FH hat einen Namen und einen Chef Mit
Spannung erwartete Bürgerversammlung zum Technologie-Anwenderzentrum
verläuft ruhig - Haushalt scheint reif für Genehmigung Von Hermann Haydn Spiegelau.
Vier Neuigkeiten könnte man als Resümee der Bürgerversammlung in
Spiegelau ziehen: Ein befürchteter größerer Unmut blieb aus. Das
Spiegelauer Technologie-Anwenderzentrum soll „TAZ“ heißen. Ein Chef
dafür wurde mit Michael Fuchs vorgestellt. Und die Spiegelauer Finanzen
können grünes Licht von der Rechtsaufsicht erwarten. Ansonsten waren
für den Zuhörer die Zwischentöne fast interessanter als die Beiträge
selbst. Die Szenerie in der Spiegelauer Mehrzweckhalle hatte am
Freitag ein wenig die Anmutung der berühmten Filmpredigt von Don
Camillo in der von Hochwasser überfluteten Kirche. Es hallte etwas. Die
Worte waren mit Bedacht gewählt, als Bürgermeister Josef Luksch zur mit
Spannung erwarteten Bürgerversammlung zur Einführung ansetzte. Es sei
viel diskutiert worden, man habe schlechte Presse geerntet, es habe am
Selbstvertrauen genagt, dass binnen einen Jahres zwar viel geredet und
geschrieben, aber auch hart gerungen werden musste, bis jetzt doch ein
tragfähiges Konzept für die Spiegelauer FH-Außenstelle erstellt worden
sei. Aus tiefer kommunaler Not gab es für knapp 150 Zuhörer aus
Spiegelau und auch aus der Nachbargemeinde St. Oswald/Riedlhütte doch
das Licht am Ende des Tunnels. Hoffnung und Zuversicht sei nun höher zu
bewerten als das abgelieferte kommunalpolitische Bild es vermuten
ließe. Und wenn man schon zur Förderpolitik des Freistaates sagen
könne, andere bekämen doch deutlich mehr, so lege es doch „in erster
Linie an uns“, zu zeigen, dass der als etwas langsam verschriene
„Waidler“ aus eigener Kraft handeln könne und jetzt ein größerer
Grundstein für eine bessere Zusammenarbeit gelegt worden sei. Zwar
gibt es trotz beabsichtigten Einzugstermins im Oktober 2010 noch keinen
Stein auf dem anderen, aber immerhin schon einen Namen: TAZ,
Technologie-Anwenderzentrum sollen Einrichtung und dazugehörige
Betreiber-GmbH einmal heißen. Einen Leiter gibt es auch schon. Die
Begeisterung der Öffentlichkeit sollte dazu nun ebenfalls eingeholt
werden. Rede und Antwort stehen sollten am Podium neben dem
Hausherren und Landrat Ludwig Lankl auch Professor Peter Sperber, der
künftige Spiegelauer Geschäftsführer Michael Fuchs sowie - in
Vertretung für die nach Kieferoparation verhinderte Teisnacher
Bürgermeisterin - der zweite Bürgermeister Markus Hauf. Zurück noch
einmal zum Anfang. Bürgermeister Luksch ging es darum, nicht die
Probleme zu übersehen, aber die Visionen und Chancen in den Vordergrund
zu stellen. Dabei verwies er darauf, dass die FH natürlich eine
Engelsgeduld hätte haben müssen, dass der Landrat sie wie ein Freund
nicht im Stich hatte lassen dürfen, dass die Räte auch alle Aspekte
intensiv hatten ausleuchten müssen. Es ging ihm darum, eine Basis jetzt
gefunden zu haben, auf der gedeihlich weiter aufgebaut werden könnte.
Die sei nun auch in der Bevölkerung noch zu suchen. Ludwig Lankl
nahm den Ball auf. Wenn auch das Jahr geprägt gewesen sei von
Auseinandersetzungen, es komme doch darauf an, nach Krisenszenarios wie
bei Knaus-Tabbert und dem Ende der Glashütten jetzt die neuen Chancen
zu sehen und zu ergreifen.Er freue sich, dass auf Kreisebene nun
Einigkeit erwartbar wäre, nachdem auch die Freien Wähler signalisiert
hatten, der Beschlusslage pro FH-Anwenderzentrum ihre Zustimmung zu
geben. Peter Sperber beleuchtete die Situation der FH-Außenstellen,
speziell in Teisnach, und welche Entwicklungstrends sich daraus auch
für Spiegelau ablesen ließen. Ein Indikator: Eine Maschine für
hochpräzise Glaspresstechnologie - etwa für Linsen in Digitalkameras -
ist bereits gekauft, wird noch in Teisnach „geparkt“ und soll samt
Auftraggebern schon versehen dann in Spiegelau in einen der
Forschungsbereiche neben Heißglastechnologien und Analytik umziehen.
Das sei dann ein Beitrag dazu, dass sich der Bayerische Wald insgesamt
mit seinen Technologiezentren zu einem Markenbegriff für Forschung und
angewandte Lösungen entwickelt, der deutschlandweit und darüber hinaus
als einzigartig anerkannt würde. Studenten im letzten Studienjahr und
anerkannte Fachleute würden hier zum Magneten für Firmenaufträge und
dann auch Firmenansiedlungen, wie Teisnach eindrucksvoll belege. Hier
in Spiegelau hat es mittlerweile immerhin schon einen Ansprechpartner.
Michael Fuchs kommt aus der Glasbranche, war beim Pressen von Linsen
schon beteiligt und sagt: „Ich habe noch nie erlebt, dass in einer
Region so viel Gas gegeben wird (siehe Kasten).“ Wie Gas gegeben
wird, das berichtete Markus Hauf, wenn auch Teisnach mit etwa 10
Millionen Euro Plus am kommunalen Konto den Tank auch erst einmal
deutlich voller hatte als Spiegelau und mit einem Industriepartner des
Ortes „rechnen konnte“. Aber auch dort sei nicht alles rund gelaufen.
Was dagegen vorhanden war, das war die besonders hohe Einigkeit über
Fraktionen hinweg, dass das Projekt in jedem Fall als Chance ergriffen
werden müsse. Heute habe die Marktgemeinde fast so viel Schulden wie
zuvor Haben, dafür aber auch Dynamik bei neuen Gewerbeaussichten, die
13 Millionen Investitionen bei ihrer FH auch wieder finanziellen
Rücklauf erwarten ließen. Die Vorreden hatten mit ihrer durchwegs
positiven Grundstimmung dann auch den Effekt, dass zwar zur Fragerunde
des Publikums auch die Bedenken wieder vorgetragen wurden, die die
Gemeinderatsdiskussionen bestimmt hatten: Kosten für die
Bebaubarmachung des Geländes, Abriss der Sägewerksgebäude,
Volksfestplatz, Standortfragen, Spielräume in künftigen Haushalten,
Belastung für den Bürger durch Grundsteuer und kostendeckende
Einrichtungen, Verschuldung und befürchtete Lähmung ...; es blieb aber
dennoch durchwegs sehr ruhig im Saal, ohne dass ein öffentlicher
Unwille zu deutlich am Podium angebrandet wäre. Bürgermeister Josef
Luksch beantwortete auch alle kommunalen Fragen beruhigend und nach
aktuellem Sachstand. „So ausreichend beantwortet?“ Das „Ja“ konnte
Josef Luksch praktisch durchgehend aus dem Publikum als abgehakt
vermerken. Ludwig Lankl bat darum, jetzt keine weiteren Störfeuer
mehr zu entzünden. Ein Ja für den Haushalt werde es von der
Rechtsaufsicht wohl geben und der TAZ-Gründung sowie dem Rückhalt auf
Kreisebene stehe dann erst mal nichts mehr im Wege. Es sei eine große
Herausforderung. Es gebe aber auch große Chancen.
Dem Herrgott ganz nah Waldhäuser.
„Sonne, Mond und Sterne - ein ewiger Kreislauf“, unter diesem Motto
luden die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Grafenau, die kath.
Pfarrgemeinde Spiegelau und der Nationalpark am letzten Sonntag zu
einer meditativen Lusenwanderung ein. Und die Veranstalter hatten nicht
zu viel versprochen. Bei Sonnenschein ging es am Lusenparkplatz los,
über die Arche und Himmelsleiter zum Lusengipfel. Auf diesem Weg
beantwortete Ranger Günter Sellmayer viele Fragen zu Natur und
Geschichte des Nationalparks. Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabi
Neumann-Beiler luden die Teilnehmer immer wieder ein, an ausgesuchten
Plätzen zur Ruhe zu kommen. Hier konnte man die vorgetragenen Gedanken,
Gebete, biblischen Texte und Gedanken auf sich wirken lassen.Gemeinsam
sang man am Lusengipfel der Sonnengesang von Franz von Assisi und dann
kam der Sonnenuntergang - beeindruckend und schön. Am Lusenschutzhaus
bei Mondschein wurde dann noch das Lied „Der Mond ist aufgegangen“
angestimmt.Am Parkplatz nach dem Segensgebet trennte sich bei
sternenklarer Nacht eine große Schar von Wanderern zufrieden. -
Grafenauer
Anzeiger vom 16. September 2010 SAXNDI. . . .
. .man muss das Bild einfach bemühen: Eine Kumuluswolke vor blauem
Himmel ist eine schöne Sache. Man kann die Schönwetterphase sehen. Man
kann jedoch auch ein aufsteigendes Gewitter befürchten. In Spiegelau
gibt es derzeit zwei politische Lager, die da oder dorthin tendieren.
Und jede Sichtweise mag auch berechtigt sein. Ob sich die drohende
Wolke einfach wieder verzieht, kann erhofft werden. Ob sie sich in
künftigen Zeiten aber immer mehr kumulieren könnte, sollte auch nicht
übersehen werden. Die Wolke ist da, egal, ob bereits unwetterrelevant,
oder erst später oder vielleicht gar nicht. Da hatten die FWler, die
„furchtsamen Wettervorhersager“ durchaus recht. SPD steht da
debattentechnisch eher für „sehr positive Deutung“. Und CSU für
„Chancen sind unübertrefflich“. Die Hochs und Tiefs werden natürlich
politisch gewollt unterschiedlich gewertet. Es ist derzeit wohl nur so
viel klar: Wetterprognosen bestätigen sich erst durch ihr Eintreten.
Eine Frage bleibt: Wer wird am Ende Strahlemann und wer begossener
Pudel sein? Hermann Haydn
Muss mit der Rechnung gerechnet werden? Rechnungsprüfung in Spiegelau brachte keine Klarheit zu Auswirkungen auf kommende Haushalte Von Hermann Haydn Spiegelau.
Mit Spannung erwartet, mit großer Entrüstung durchgeführt, mit wenig
Klarheit beendet; so könnte man die Sitzung des Gemeinderates von
Spiegelau am Montag kurz beschreiben. Der Bericht der öffentlichen
Rechnungsprüfung hatte angestanden, nachdem die Freien Wähler moniert
hatten, offene Rechnungen an die Gemeinde seien vor den
Haushaltsbeschlüssen dem Ratsgremium nicht ausreichend bekannt gemacht
worden. Dies hatte zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen
Bürgermeister Josef Luksch geführt und zu der Frage, wie mit zwei
gegenläufigen Beschlüssen zum Sägewerksgelände umgegangen werden soll.
Zu Fragen der Rechnungen und der dienstrechtlichen Würdigung gab es
keine Klärung, aber eine emotionale Diskussion. Die weitere
Vorgehensweise wurde wegen vertragsinhaltlicher Interna nichtöffentlich
behandelt. Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Erhard
Wawrzek, monierte anschließend, er habe seinen Bericht nicht in
entsprechender Form abgeben können, da dieser immer wieder durch
Zwischenkommentare unterbrochen worden war. Es war dabei um die Frage
gegangen, ob der Kommune offene Rechnungen vorgelegen haben, die die
Diskussion um Haushalt und Finanzplanung in maßgeblicher Weise
beeinflussen hätten können. Denn die Kenntnis darüber, dass für
entgangene Leistungen von einem Architekturbüro etwa 86 000 Euro an
Schadensersatz gefordert wurden, habe Bürgermeister Josef Luksch aus
Sicht der Freien Wähler bewusst erst nach dem Ja zum Haushaltsentwurf
und zur Finanzplanung gebracht. So seien erst nichtöffentlich und damit
zu spät weitere eventuell sehr schmerzliche Wahrheiten auf den Tisch
gelegt worden. Es könne aber nicht angehen, so Erhard Wawrzek, dass
dadurch Entscheidungen ermöglicht würden, die sonst vielleicht anders
gefallen wären. Das Argument von Josef Luksch, einerseits seien die
Rechnungen ja nicht haushaltsrelevant, da sie nicht im Jahr 2010
eingestellt werden und andererseits auch erst rechtlich zu prüfen, ob
die Summen überhaupt berechtigt seien, hält Wawrzek aus zwei
Blickwinkeln nicht für schlagkräftig. Einerseits sei in jedem Fall mit
dem schlimmsten Szenario zu rechnen, bevor man mit schöneren Zahlen
politische Entscheidungen durchdrücke. Und andererseits halte er die
Summe des Planungsbüros durchaus für realistisch. Es habe einen Auftrag
gehabt, der auch nicht revidiert worden sei und Leistungen seien
erbracht worden, die nach vorliegenden Vertragsbestandteilen den
Ausgleich für den entgangenen Gewinn als rechtlich berechtigt
erscheinen ließen. Wie auch immer, so die Position der Freien Wähler:
Wenn ein Haushalt und eine Investitionsplanung schon mit extrem heißer
Nadel gestrickt seien, dann dürfe man einfach nicht verschweigen, dass
da noch das eine oder andere an Belastungen kommen könne. Wawrzek
erinnerte daran, dass sogar der Planer darauf hingewiesen habe, dass es
in Spiegelau widersprüchliche Beschlusslagen zu Umbau oder Abriss der
Sägewerksgebäude gebe. Warum aber solle der nun auf Geld verzichten? Es
gehe ja noch nicht einmal darum, zu kritisieren, dass die Beschlüsse
auch vollzogen worden sind, um im Rahmen der städtebaulichen Förderung
weiter verfahren zu können. Aber jetzt die rechtliche Prüfung der
Rechtmäßigkeit von Rechnungen als Instrument zu nutzen, um über eine
zeitliche Schiene die aktuellere Haushaltsdiskussion nicht zu belasten,
das sieht er als politisch doch sehr bedenklich. Umgekehrt wird auch
ins Feld geführt, solche Zahlenkonstrukte würden von den Freien Wählern
deshalb jetzt eingesetzt, um weitere Störfeuer gegen die Absicht der
Gemeinde zu fahren, das FH-Anwenderzentrum zu verwirklichen. Deshalb
brachte auch Karl-Heinz Roth mit einem Antrag zur Geschäftsordnung die
Ansicht ein, der Bericht Wawrzeks führe von der Tagesordnung weg. Josef
Luksch bemerkte dazu, dass die Kritik sei so angelegt sei, dass die
gemeinsame Grundrichtung doch wieder beschädigt werden sollte. Der
Haushaltsbeschluss sei aber dadurch nicht gefährdet und er selbst
menschlich enttäuscht. Elke Proßer-Greß fügte an, es werde zu
verwirrend weit ausgeholt. Wichtig sei doch, die veränderte
Beschlusslage auch gemeinsam zu tragen, statt ein negatives Bild von
Spiegelau weiter abzugeben. Die eigentlichen Fakten werden erst
durch die abschließende rechtliche Bewertung bei der Rechtsaufsicht im
Landratsamt und durch ein eventuell mehrjähriges Verfahren zwischen
Gemeinde und Planer zu klären sein. Wie derzeit aus informierten
Kreisen zu erfahren war, scheint sich das Bild zu bestätigen, dass der
Haushalt für Spiegelau genehmigt wird, aber eine Kreditbeschränkung und
Maßnahmen zur Konsolidierung für längere Zeit beachtet werden müssen.
Unklar ist ja auch, ob nicht anderweitige Einnahmeverbesserungen wieder
Spielräume eröffnen. Unbeantwortet bleibt dennoch die Frage der Freien
Wähler, mit welchen Rechnungen man hätte rechnen müssen: mit ihrem
Eindruck nach bewusst geschönten Zahlen oder mit denen, die im
belastendsten Szenario auch auf die Zukunft der Kommune zukommen
könnten. Auf Kreisebene wollen sich die Freien Wähler mit
Fraktionssprecher Alexander Muthmann in der Kreisausschusssitzung
hinter die Position der Kommune stellen und das Projekt FH-Außenstelle
mittragen, so einen Presseerklärung nach einer Besichtigung des
Geländes zusammen mit der Fraktion der Christlichen Wählergemeinschaft
Grafenau. Über den Standort und das Ja sei nicht mehr zu diskutieren.
Allerdings mahnten FW und CWG auch durchaus kritisch eine größere
Beteiligung des Kreises an. „Eine solch große und weitreichende
Maßnahme, für die der Landkreis vermutlich in den nächsten 25 Jahren
weit mehr als 10 Millionen Euro aufbringen muss, braucht von Anfang an
professionelle Begleitung. Dies konnte man bisher nicht feststellen“,
so MdL Muthmann. Planungsgruppen und Businesspläne sucht man bisher
beim gesamten Projekt vergeblich. Dies könnte nach Meinung der
Fraktionen noch zu ungeahnten Kosten und Verzögerungen der Maßnahmen
führen. Der jetzt den Kreisräten vorgelegte Vertragsentwurf für eine
Betreibergesellschaft bedarf sicher in verschiedenen Positionen noch
intensiver Absprachen. „Grundsätzlich ist aber dies der richtige und
unbedingt sofort erforderlich Schritt, um den weiteren Fortgang der
Planung auf den richtigen Weg zu bringen“, äußert Kreisrat Franz
Brunner. Es werden dazu die Vorstellungen der Fraktionen in die
Diskussionen des Kreisausschusses und des Kreistages eingebracht, ist
das Resümee der Kreisräte. Bürgermeister Ritzinger erklärt weiter: „Die
durch den Kreistag in der letzten Sitzung beschlossenen Beteiligung des
Landkreises muss auf alle Fälle vor allen weiteren Entscheidungen
festgeschrieben werden, um die Gefahr für den Landkreis und der
Kommunen vor zusätzlichen Kosten zu minimieren.“
Wanderung in den Sonnenuntergang Grafenau/Spiegelau.
Die katholische Kirchengemeinde Spiegelau und die evang.-luth.
Kirchengemeinde Grafenau laden am 19. September um 17 Uhr mit Pfarrer
Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler sowie Ranger Günter
Sellmeyer zu einer Wanderung zum Sonnenuntergang am Lusen ein.
Treffpunkt ist am Lusenparkplatz. - eb
Grafenauer
Anzeiger vom 3. September 2010 SAXNDI. . . .
. . es gibt noch einige kleinere, offene Baustellen neben jener, mit
der in Spiegelau eine Glas-FH errichtet werden soll: Noch nicht
genehmigter Haushalt der Kommune, Dienstaufsichtsbeschwerde gegen
Bürgermeister Josef Luksch, Sondersitzung des
Rechnungsprüfungsausschusses, noch offene Abstimmung im Kreistag
bezüglich der Beteiligung an der Betreibergesellschaft. Jetzt hat sich
stellvertretender Landrat Helmut Behringer zu Wort gemeldet, um der
Sache Nachdruck zu verleihen. Innerhalb von sechs Wochen müsse eine
Einigung her, sonst ist die FH möglicherweise futsch, der 4. Oktober
sei der entscheidende Termin. Das ist sein gutes Recht, ja sogar die
Pflicht, als stellvertretender Landrat. Nur wäre es ratsam, die
kleineren Baustellen abzuschließen, ehe man die große
anpackt. Andreas Nigl
Glas-FH: Behringer mahnt Eile an Stellvertretender Landrat legt Zeitplan vor - „Ein Konsens muss in den nächsten sechs Wochen stehen“ Spiegelau.
„Sollten die dafür zuständigen Kommunalpolitiker in den nächsten sechs
Wochen keine Einigung erzielen, besteht unverändert die Gefahr, dass
das Projekt Glas-FH an anderer Stelle, aber nicht bei uns in
Freyung-Grafenau realisiert werden könnte“. Mit diesen Worten hat sich
jetzt stellvertretender Landrat Helmut Behringer in die Diskussion
eingeschaltet. Sein Ziel: Nachdruck in die Angelegenheit zu bringen. Nach
der Verabschiedung des Haushaltsplanes 2010 der Gemeinde Spiegelau am
19. August hatte Behringer in der letzten Woche Bürgermeister Josef
Luksch zu einem Gespräch ins Landratsamt gebeten. Der Haushaltsplan
wird derzeit von der Rechtsaufsicht am Landratsamt geprüft. Dies
schließt auch die Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der
Gemeinde mit ein und die Prüfung der in Zusammenhang mit der
Haushaltsplanerstellung gegen Bürgermeister Luksch erhobenen
Dienstaufsichtsbeschwerde. Hierzu fordert das Landratsamt eine
Stellungnahme des Bürgermeisters. Ebenso sind die Ergebnisse der
nächsten Sitzung des Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinde Spiegelau
in dieser Sache zu berücksichtigen. Ob dies eine längere
Bearbeitungszeit bei der Rechtsaufsichtsbehörde verursachen wird, ist
derzeit noch nicht absehbar. Die Verwaltung prüft aktuell auch die von
der Gemeinde vorgelegten Unterlagen zum Projekt
Technologieanwenderzentrum Glas Spiegelau. Die angestrebte
Konstellation zur Errichtung und zum Betrieb des
Technologieanwenderzentrums Glas in Spiegelau stelle sich nach dem
Gespräch des stellvertretenden Landrats mit dem Spiegelauer
Bürgermeister wie folgt dar: Der Spiegelauer Gemeinderat hat nach
umfangreichen Voruntersuchungen und Diskussionen einen mehrheitlichen
Standortbeschluss gefasst. Dabei wurde das Gelände des ehemaligen
Staatlichen Sägewerkes Spiegelau festgelegt. Die Gemeinde ist im
Besitz dieses Areals und will den für die Errichtung des
Anwenderzentrums notwendigen Grundstücksanteil an den zukünftigen
Vermieter zu Markt-preisen veräußern. Im Rahmen einer notwendigen
öffentlichen Ausschreibung durch eine noch zu gründende gemeinsame
Betriebs GmbH (Gemeinde Spiegelau und Landkreis Freyung-Grafenau) soll
ein geeigneter Investor gefunden werden, der auf diesem, von ihm zu
erwerbenden Grundstück, ein Gebäude errichtet, welches den
Anforderungen des Technologieanwenderzentrums Glas Spiegelau gerecht
wird und von der gemeinsamen Betriebs GmbH für eine Dauer von zirka 25
Jahren angemietet wird. Die Betriebs GmbH vermietet dieses Gebäude
nach Fertigstellung an das staatliche Anwenderzentrum der
Fachhochschule Deggendorf. Mit der Erstellung eines Raumprogrammes und
eines Raumbuches für zwei Varianten (Optimalversion und Sparversion)
soll von der gemeinsamen Betriebs GmbH ein geeignetes Architekturbüro
beauftragt werden. Die Betriebs GmbH entscheidet, welche Version in die
Ausschreibung einfließen wird. Von einem örtlichen Notariat wurde
ein Entwurf einer Satzung für eine gemeinsame Betriebs GmbH erarbeitet,
welcher aktuell in der, für das Beteiligungsmanagement des Landkreises
zuständigen Abteilung am Landratsamt geprüft wird. Hier soll auch die
Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden koordiniert werden. Die
Prüfungsergebnisse der Verwaltung hinsichtlich des vorgelegten
Haushaltsplanes und der daraus resultierenden wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit Spiegelaus und des vorliegenden Entwurfes für eine
GmbH-Satzung werde in die Vorbereitung der nächsten
Kreisausschusssitzung am 21. September einfließen. „Bei dieser
Sitzung wird der Kreisausschuss über die Ausgestaltung der GmbH-Satzung
und die gesamte Projektgestaltung beraten und damit die abschließende
Entscheidung zur Gründung einer gemeinsamen Betriebs GmbH durch den
Kreistag am 4. Oktober vorbereiten“, sagt Behringer. Damit könnte
kurz nach der Kreistagssitzung im Oktober bereits eine erste
Aufsichtsratssitzung der neuen Betriebs GmbH stattfinden. Die
notwendigen Beschlüsse für eine Ausschreibung könnten dann möglichst
zeitnah herbeigeführt werden. Wenn die zuständigen politischen
Entscheidungsgremien Gemeinderat und Kreistag und dort, wo notwendig,
auch die Rechtsaufsichtsbehörden diesen Umsetzungsvorschlägen
zu-stimmen, „dann sind wir ab dem 5. Oktober operativ voll
handlungsfähig“, so Behringer. Ob unter Berücksichtigung der
notwendigen Ausschreibungsfristen dann noch heuer die „Bagger rollen“
können, ist auch stark von der Witterung im Spätherbst abhängig. Entscheidend,
so Helmut Behringer, sei aber jetzt, dass sowohl der Spiegelauer
Gemeinderat, als auch der Kreistag das vorliegende Umsetzungskonzept in
seinen Eckpunkten zeitlich und inhaltlich bestätigen und bis Anfang
Oktober die notwendigen Beschlüsse erfolgen. „Sollten die dafür
zuständigen Kommunalpolitiker in den nächsten sechs Wochen keine
Einigung erzielen, besteht unverändert die Gefahr, dass dieses Projekt
an anderer Stelle, aber nicht bei uns in Freyung-Grafenau realisiert
werden könnte. Eine große Chance für die ehemalige Glasmacherregion im
nördlichen Landkreis wäre damit vertan - dafür will ich dann nicht
mitverantwortlich gemacht werden“, betont Behringer und begründet
hiermit auch sein besonderes Engagement für eine rasche Umsetzung
dieses Projektes. Er bedauert in diesem Zusammenhang auch, dass in
der öffentlichen Diskussion den Chancen, die sich aus diesem Projekt
ergeben, viel zu wenig Aufmerksamkeit eingeräumt wird. Behringer will
sich deshalb dafür einsetzen, dass alle politisch Verantwortlichen hier
die realistisch möglichen Vorteile für die Region noch stärker in die
öffentliche Darstellung mit einfließen lassen. - red
Grafenauer
Anzeiger vom 24. August 2010 Glas-FH - noch heuer rollen die Bagger Interview des Grafenauer Anzeigers mit Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch Spiegelau.
Die Glas-FH in Spiegelau scheint in trockenen Tüchern. Die Gemeinde hat
es nach mehreren Anläufen geschafft, einen Haushalt aufzustellen, der
den eigenen Finanzierungsanteil sichert. Wir haben uns mit
Bürgermeister Josef Luksch über die höhere Belastung für die Bürger,
den Zeitplan und etwaige Gründe unterhalten, warum die Sache dennoch
scheitern könnte. Gratulation. Was lange währt, wird endlich
gut. Ist Ihnen jetzt ein Stein vom Herzen gefallen, dass die FH in
trockenen Tüchern ist? Danke für die guten Wünsche. Ich bin
nicht abergläubisch, aber die Gratulation nehme ich erst bei der
Einweihung für die Gemeinde, für die ganze Region entgegen. Der
Gemeinderat hat sich seine Entscheidung zur Standortwahl und die
finanziellen Entscheidungen zur Gestaltung des Haushaltsplanes und zur
Gestaltung der Finanzplanung sicher nicht leicht gemacht. Mein Dank
gilt allen Gemeinderäten, die durch - teilweise auch emotional geführte
- Diskussionsbeiträge viele Facetten dieser Problematik deutlich
gemacht haben, die durch Kooperation über Parteigrenzen hinweg diesen
Weg erst ermöglichten. Mein Dank gilt den Kreisräten des Kreistages des
Landkreises Freyung-Grafenau, allen voran Landrat Lankl, die durch den
Beteiligungsbeschluss des Landkreises diese Zukunftsinitiative für
unsere Region überhaupt durchführbar gemacht haben. Denn
alleine konnten wir es nicht schaffen. Der berühmte Stein, der mir vom
Herzen fallen soll, wird aber erst dann fallen, wenn eine erste Firma
die Nähe des Anwenderzentrums sucht und sich in unserer Region
ansiedelt. Ich bin auch nicht blind oder taub gegenüber den
Sorgen eines Teiles unserer Bevölkerung, die das Risiko eines
Anwenderzentrums sehr hoch bewertet und hohe Gebühren und Steuern
befürchtet. Aber noch mal zur Erklärung: Die Anpassung der Gebühren
bei den kostenrechnenden Einrichtungen wie Wasserversorgung,
Abwasserentsorgung und Friedhöfe ist eine Anpassung, die mit dem
Anwenderzentrum nichts zu tun hat. Diese Kostendeckungspflicht ergibt
sich aus dem Kommunalen Abgabengesetz. Seit dem Jahre 2003 haben wir
von unseren Bürgern nicht diejenigen Kosten erhoben, zu denen wir
gesetzlich verpflichtet gewesen wären, sondern diese Defizite durch
andere Steuermittel ausgeglichen. Hier müssen wir wie alle anderen
Gemeinden handeln und in Zeiten knapperer Einnahmen der Kommunen unsere
finanziellen Kräfte konzentrieren. Sehr wohl mit dem Anwenderzentrum
zu tun hat aber die Anhebung der Hebesätze für die Grundsteuer. Dies
ist ein Opfer, das alle Liegenschaftsbesitzer in der Gemeinde trifft. Ich
bin sicher, dass das System der Anwenderzentren funktioniert. Dann
werden aber auch alle Liegenschaften in der Gemeinde ihre Verkehrswerte
erheblich steigern können. Es geht schnell weiter. Diese Woche gibt
es Gespräche mit dem Notariat Saumweber in Grafenau zur Erstellung
eines GmbH-Vertragsentwurfes für die Betreibergesellschaft bestehend
aus Landkreis und Gemeinde. Außerdem gibt es Gespräche mit
Fachbüros, die eine Ausschreibung eines PPP-Projektes
(Private,öffentliche Partnerschaft) erstellen können und dies in der
Vergangenheit schon bewiesen haben.Gleichzeitig wird ein „Raumbuch“
erstellt, in dem festgelegt wird, wie welche Räume aussehen und
ausgestattet sein sollen. Natürlich werden Landkreis und Gemeinde hier
auf einen wirtschaftlichen und sparsamen Einsatz öffentlicher Mittel
drängen. Diese Bauleistung soll so ausgeschrieben werden, dass ein
privater Investor das Gebäude erstellt und die Betreibergesellschaft
dieses Gebäude anmietet und an das Anwenderzentrum weitervermietet.
Nach fünf Jahren übernimmt das Anwenderzentrum die Betriebskosten und
einen Großteil der Mietzahlungen.Die Ausschreibung soll
schnellstmöglich erfolgen, ebenso wie die Vergabe. Baubeginn auf dem
Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks ist so schnell wie
möglich. Auf alle Fälle noch 2010. Wer das Gebäude errichten wird, kann ich heute noch nicht sagen. Dies wird die Ausschreibung ergeben.
Das FH-Gebäude kommt, doch wie schaut es mit dem Campus drumherum aus?
Das soll ja quasi in Privatinitiative, von ansiedlungswilligen Firmen
gebaut werden. Gibt es da schon Interessenten? Der Campus, also das
Feld,ist der Bereich der beackert werden muss. Natürlich brauchen
ansiedlungswillige Firmen Räume in denen sie sich gewerblich betätigen
können. Es gibt derzeit Gespräche mit zwei Investmentfirmen aus dem
niederbayerischen Raum, die Industrielle Gebäude auf eigene Kosten und
auf eigene Rechnung errichten und anbieten wollen. Kernpunkt einer
Betreibergesellschaft muss es sein, Firmenkontakte herzustellen.
Kernpunkt einer Betreibergesellschaft muss es auch sein aggressive
Werbung für unsere Wirtschaftsregion zu betreiben. Klar ist aber
auch, dass weder Gemeinde noch Landkreis Geld dafür haben einen Campus
zu errichten oder finanziell zu unterstützen. Aber diese Dinge laufen
auch in Teisnach schon privat. In einem früherem Interview
mit dem Grafenauer Anzeiger, in dem es auch um die Ansiedlung der
Glas-FH ging, haben Sie auch Kritik an der Bayerischen Staatsregierung
geübt. Die würde quasi den von der Glaskrise betroffenen Kommunen ein
FH-Geschenk machen, aber diese dann in Sachen Finanzierung im Stich
lassen. Ganz nach dem Motto: Da habt ihr die Sache, jetzt schauts, wie
ihr damit fertig werdet. Ist diese Kritik noch aktuell? Die damalige
Kritik stand unter dem Vorzeichen, dass eine Kommune für fünf Jahre je
600 000 Euro alleine schultern hätte müssen. Dazu wäre keine Kommune in
unserer Region fähig gewesen. Auch 150 000 Euro pro Jahr - Laufzeit
fünf Jahre - sind für die Gemeinde Spiegelau ein sehr harter Brocken.
Die Kritik ging auch dahin, dass der Ballungsraum Nürnberg-Fürth nach
der Quelle-Pleite besonders von der Förderung des Freistaates
profitieren sollte. Diese Förderungszusage in Höhe von 105 Millionen
Euro besteht nach Kabinettsbeschluss weiter. Ein sehr kleiner Teil
dieser Gelder hätte uns viele Sorgen erspart. Es gibt aber über das
Gespräch mit dem Herrn Ministerpräsidenten im August letzten Jahres
hinaus in der Bayerischen Staatskanzlei auch eine Initiative der
örtliche CSU-Fraktion im Gemeinderat, die den Herrn Ministerpräsidenten
um weitere finanzielle Unterstützung bittet. Ist diese Kritik noch
aktuell? Hilfe ist notwendig. Darüber sind wir uns einig. Fünf
Millionen Euro für fünf Jahre sind gut. Darüber sind wir uns einig.
Haben wir im Frankenland und im Bayerischen Wald dieselben
infrastrukturellen Voraussetzungen? Wohl kaum. Darüber sind wir uns
auch einig. Das Anwenderzentrum ist ein Geschenk - und nur wenige
wissen, mit welchen politischen Problemen zu kämpfen war, bis diese
Gelder aus dem Staatshaushalt freigeschaufelt werden konnten. Nehmen
wir alle dieses Geschenk an. Versuchen wir trotz aller finanziellen
Schwierigkeiten dieses Geschenk zum Erfolg zu führen. Für die Gemeinde,
für die Region. Das Interview führte Andreas Nigl
Grafenauer
Anzeiger vom 21. August 2010 Der
Spiegelauer Haushalt ist beschlossen - Mehrheit spricht sich für
Sparen, höhere Belastung, Konsolidierungskurs und Anwenderzentrum aus -
FW lehnt geschlossen ab Von Hermann Haydn Spiegelau. Im
vorerst jüngsten Anlauf des Spiegelauer Gemeinderates zu einem
genehmigungsfähigen Haushalt und Investitionsplan ging es am Donnerstag
nun überraschend schnell, bis die Abstimmung als positives Signal dafür
gesetzt wurde, dass die Räte das eingeschlagene Spar- und
Konsolidierungspaket nutzen wollen, um die Leistungsfähigkeit der
Gemeinde zu sichern und als wichtigste Investitionen Anwenderzentrum
und Gewerbegebiet zu stemmen. Kritik und Gegenstimmen gab es von den
Freien Wählern, die die Mehrbelastung der Bürger über Wasser, Kanal,
Bestattungswesen und Grundsteuer als zu hoch ansehen und vor einer
Lähmung in der Zukunft warnen. Bürgermeister Josef Luksch bedankte
sich ausdrücklich bei Karlheinz Roth und Elke Proßer-Greß für die
Zusammenarbeit in den vergangenen Tagen, um am Montag den
Kreisfraktionsführern und am Donnerstag dem eigenen Rat einen gangbaren
Weg zu zeigen. Als ein wesentliches Element daraus ergab sich, für
das Anwenderzentrum die Gründung einer Betreiber-GmbH, die es
ermöglicht, das kommunale Zahlenwerk nun anders aufzustellen. So
belasten die Aufwendungen für das Anwenderzentrum im Planungszeitraum
2011 bis 2013 dann nicht mehr den Verwaltungshaushalt, sondern finden
als Zuschuss für die Betriebs-GmbH ihren Niederschlag im
Vermögenshaushalt, wo über Fälligkeiten und Zinsgegebenheiten
kameralistisch effektiver gestaltet werden kann, wenn es um die
Genehmigungsfähigkeit vor der Rechtsaufsicht geht. Auf lange Sicht
wird sich dadurch aber auch eine weitere Erhöhung des Schuldenstands
der Kommune ergeben. Zum 31.12.2010 wird die Pro-Kopf-Verschuldung bei
etwa 1 300 Euro liegen, wobei Vergleichsgemeinden statistisch hier bei
etwa 643 Euro lägen. Das entspricht einem Schuldenstand in Spiegelau
von 5 246 000 Euro und wird bis 2013 voraussichtlich um weitere 2,1
Millionen Euro steigen. Dennoch soll nach dem laufenden und
kommenden Jahr, in denen zwischenzeitlich die Kosten für kommunale
Schulden mit neuen Schulden bezahlt werden müssen die freien
Finanzspannen in 2012 und 2013 wieder ganz leicht ins Positive rücken.
Allerdings wird der Spielraum der Kommune dennoch denkbar eng ausfallen
und noch weiteren Faktoren unterworfen sein, die jetzt noch nicht
absehbar sein können. So soll über einen geplanten Hausverkauf Geld als
Einnahme fließen, wobei der schwierige Immobilienmarkt da derzeit die
Hoffnungen etwas zu trüben scheint. Zudem wandte Erhard Wawrzek ein,
dass eine in 2011 „durchgeschleuste Million“, die durch Zuwendungen
„bezahlt“ sei, nicht wirklich die ganze Summe abdecke, sondern die
negative Finanzspanne von 143 000 Euro auf bis zu 205 000 erhöhe, was
die nächsten Jahre bereits wieder mit belaste. Ebenso sei in 2010 schon
mehr ausgegeben worden, als man sich eigentlich genehmigen habe wollen. Nicht
noch einmal die ganze Diskussion aufrollen wollte Bürgermeister Luksch
lassen. Es habe genug Gespräche gegeben, um zu diesem Ergebnis zu
kommen. Selbst wenn es sehr knapp aussehe, sei der Haushalt doch auf
Nachhaltigkeit gemünzt, um FH und Gewerbegebiet möglich zu machen.
Verständnis für die Sorgen hatte auch Karlheinz Roth. Allerdings
kritisierte er auch, wenn die Haushaltsdebatten mit kurzfristigen
Investitionswünschen wieder verkompliziert würden. Ab 2014 sei zu
hoffen, dass die Möglichkeiten der Konsolidierung wieder besser
aussähen. Dann könne man auch wieder mit höherer Liquidität rechnen. Es
sei kein besonders guter Haushalt, aber ein Werk, auf das man dennoch
stolz sein könne. Es ergebe sich so die Möglichkeit, Ziele zu
verwirklichen. Elke Proßer-Greß sah es auch als positives Signal
gegenüber Professor Sperber, dem Kreis und die Bürger, dass die Arbeit
nun doch gefruchtet habe, selbst wenn ein schwieriger
Konsolidierungskurs damit weiter unumgänglich werde. Auch Luksch fügte
dazu an, dass man die Bereitschaft der Bürger nicht unterschätzen
solle, dass die auch mit hoher Belastung dennoch hinter den Projekten
der Zukunft stünden. Eine Bürgerversammlung am 17. September wird dazu
Klärung bringen. Ludwig Schopf und seine Kollegen von den Freien
Wählern wollten unisono dem Haushaltsentwurf nicht zustimmen, da die
Belastung für den Bürger zu sprunghaft und zu hoch anstiegen. Peter
Hinterberger kritisierte, dass mit diesem Haushalt auf lange Sicht
alles Weitere blockiert würde, auch die älteren Anträge, die noch
einzubringen versucht worden waren und wo dadurch hohe
Fördermöglichkeiten verschenkt würden. Bürgermeister Luksch verwies
aber nochmals darauf, dass die Erhöhungen bei den kostendeckenden
Einrichtungen ohnehin unumgänglich gewesen seien und nicht ursächlich
mit der FH zusammen hingen. Im Vorbericht von Kämmerer Bruno Donaubauer
war durchaus eine große Besorgtheit darüber herauszulesen, dass einige
Faktoren der Haushaltsgestaltung auch große Risiken bergen würden. Die
Gemeinde solle sich in jedem Fall auf die reinen Pflichtaufgaben zurück
ziehen. Mit den Stimmen von SPD und CSU und gegen die Stimmen der
anwesenden FW-Fraktion mit Schopf, Hinterberger und Wawrzek wurden
schließlich Haushalt 2010 und Finanzplanung bis 2013 gebilligt. Im
Zusammeenhang mit der FH-Ansiedlung existieren noch zwei kreisrelevante
Anträge. Gerhard Drexler fordert, dass der Landkreis eine
Dachorganisation für Wissenschaft, Forschung und Existenzgründung
schafft und damit die Trägerschaft für das IGZ Waldkirchen, die
Technologie-Transfer-Zentren und Technologiecampis Freyung, Spiegelau
und ggf. Grafenau übernimmt. Die Freien Wähler beantragten über
Alexander Muthmann, dass nicht bis zur nächsten regulären Sitzung des
Kreistags gewartet werden dürfe, bis das Thema Glas-FH wieder auf den
Tisch komme und dann möglicherweise alle wichtigen Entscheidungen schon
gefallen seien. „Der Kreistag als maßgeblicher Mitfinanzier des
Gesamtprojektes muss rechtzeitig über die Entwicklungen informiert
werden“.
Grafenauer
Anzeiger vom 20. August 2010 Glas-FH: Auch Grafenau stünde bereit - Lindner-Gebäude wäre eine Option Grafenau.
SPD-Stadtrat Martin Hartmann brachte mit seiner Anfrage den Stein ins
Rollen. Er wollte wissen, ob die Stadt Grafenau in Sachen Ansiedlung
Glas-FH denn nicht tätig werden könne, sollte es in Spiegelau nichts
daraus werden. „Der Standort sollt nicht in den Landkreis Zwiesel
abwandern“. Am 16. September findet ein Treffen mit Verantwortlichen
der FH statt, so Bürgermeister Peter. Auf Nachfrage des Grafenauer
Anzeigers betonte er, dass man das Lindner-Gebäude in der Reismühle
anbieten werde. Es gehe in erster Linie um den Bereich Logistik-FH, der
ja in Grafenau verwirklicht werden solle. „Es wäre aber durchaus
denkbar, dass das Glas da einziehen könnte“. Die geschlossene Firma
Lindner hat ja mit Glas zu tun gehabt. Für Spiegelau ergibt sich daraus
eventuell ein weiterer Konkurrenzfaktor. Denn wenn die Haushaltsklärung
nicht den entscheidenden Schritt vorweisen kann, stünden auch noch
weitere zwei Kommunen nach Informationen des Grafenauer Anzeigers für
Gespräche parat. - an/hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 14. August 2010 FH-Standort: Schaut Spiegelau in die Röhre? Zwei Bewerber stehen Gewehr bei Fuß / Von Hermann Haydn Spiegelau.
„Noch ein Jahr länger, und es ist Feierabend.“ Professor Peter Sperber
lässt keinen Zweifel offen. Auf die Spiegelauer Sitzung von Donnerstag
angesprochen, zeigte er völliges Unverständnis dafür, dass nun
neuerlich eine Verzögerung in Kauf genommen werden sollte. Mittlerweile
sickerte durch, dass zwei Alternativstandorte ihren Hut in den Ring
geworfen hätten. Man hätte alternativ auch einen Blick nach Teisnach
werfen können, wo mittlerweile schon 13 Millionen Euro in den Standort
investiert worden seien, ohne dass Ausschreibungsvorgaben die Sache
wesentlich verkompliziert hätten. Und selbst dort, wo eine europaweite
Ausschreibung nötig geworden wäre, sei dies auf sechs Wochen zu
bewerkstelligen, so Sperber. Über das Ergebnis der Beratungen in
Spiegelau, das genau genommen erneut kein wirkliches Ergebnis erzielen
hatte können, war er am Freitag noch nicht informiert, aber dennoch,
nach dem Anruf des Grafenauer Anzeigers, sehr irritiert. Am kommenden
Montag sei ein Gespräch mit Landrat Ludwig Lankl vor Ort geplant. Aber
statt um Nägel mit Köpfen könne es da eher um die Frage gehen, ob damit
der Zug nun endgültig abgefahren sei? Professor Peter Sperber zog als
Fazit, dass es mangels klarer Haushaltslage in Spiegelau eigentlich
schon so weit wäre, dass zwei Alternativstandorte, die brennend darauf
warten würden, hier zuschlagen zu dürfen, jetzt schon die besseren
Karten hätten. Es wird sich also zeigen müssen, ob am Montag noch ein
Spiegelauer Trumpf gespielt werden kann oder die Partie für den
Glasmacherort in Sachen FH-Anwenderzentrum verloren ist?
SAXNDI. . . .
. .„die Hausaufgaben nicht gemacht!“ Das ist eine der meistgebrauchten
Redensarten, die derzeit im Spiegelauer Gremium benutzt werden. Am
Montag kommt der Professor und fragt in Theorie und Praxis ab. Seit der
Bekanntgabe, dass Spiegelau einen Standort erhalten könnte, ist
abzüglich großer Ferien ein Schuljahr vergangen. Spiegelau freute sich,
Spiegelau sorgte sich, Spiegelau bastelte sich eine komplizierte
Gleichung mit vielen Unbekannten. Aber statt am Lösungsansatz parallel
ebenso viel Mühe zu investieren, hat der Schüler Spiegelau selbst noch
nicht einmal eine Kreidezeichnung vom FH-Gebäude auf der Schiefertafel
dabei. Hätte Nachhilfelehrer Max Hilz nicht die wenigen bekannten
Informationen zusammengekratzt, um das Ergebnis wenigstens einmal
visuell aufzulösen, dann gäbe es wohl noch nicht einmal
überschlagsmäßig das berühmte „Hauseck“. Die angewandte
Wirtschaftswissenschaft rechnet es vielleicht am kommenden Montag
endgültig vor: Wenn ein Fahrgast sich am Weg zum Bahnhof zu sehr
vertrödelt bei der Frage, wo er eigentlich hin will, und nach der
Abfahrt noch auf den Zug aufspringen möchte, dann kann es durchaus
sein, dass er dabei als schmerzliche Lehre ins Leere greift und sich
beim Sturz ins Gleisbett eine blutige Nase holt. Hermann Haydn
Spiegelauer Haushalt - ein Schritt zurück Statt Haushaltssatzung nur Haushaltsberatung - statt Defizitdeckung Anwenderzentrum in Gefahr Von Hermann Haydn Spiegelau.
Vor einer Woche sah es fast schon nach grünem Licht aus, für Haushalt
und für FH-Anwenderzentrum mit „Hilz-light-Modell“ Aber statt
Haushaltssatzung und Haushaltsplan sowie Finanzplanung bis 2013 an
diesem Donnerstag zu beschließen, ging es erst mal von der Zielvorgabe
einen deutlichen Schritt weg. Aufgegeben hatte zuvor bereits Erhard
Wawrzek, nämlich sein Amt als Wirtschaftsreferent. Es gebe keine
Ansatzpunkte mehr, an denen er seine Bemühungen noch produktiv
einbringen könne. Seine Sorge, dass große finanzielle Probleme
missachtet und statt dessen ihm eine Bereicherungsabsicht unterstellt
werde, weil er ein alternatives Grundstück für die FH angeboten hatte,
das in Familienbesitz wäre, hatte ihn zu diesem Schritt bewogen. Wie
diese finanziellen Unwägbarkeiten aussehen könnten, das machte die
FW-Fraktion mit Erhard Wawrzek dann auch gleich selbst wieder klar. Ein
Antrag zur Haushaltsdebatte brachte eine neue Wunschliste wieder ins
Gespräch, die von Loipeneinstiegsgebäude über Gewerbegebietsplanung und
Beschilderungskonzept, von Bahnhofsumgriff bis Feuerwehrwesen eines
ganz schmerzlich klar machte: Wenn ein Haushalt derart knapp gestrickt
ist, wie es der Spiegelauer sein muss, um die wichtigsten Vorhaben
realisierbar zu machen, dann bleiben dafür vielleicht auch Vorhaben
außen vor, die für Tourismusentwicklung oder Bürger aber auch extreme
Prioritäten hätten. Bereits vor dieser Eingabe betrug das Defizit
in der freien Finanzspanne der Planungsjahre 2010 bis 2013 ohnehin
gerundet 114 000, 306 000, 150 000 und nochmals annähernd 150 000 Euro
und nicht, wie noch bei einem Besuch bei der Rechtsaufsicht eine
Größenordnung, die angesichts einer komplizierten Haushaltslage gerade
noch „erträglich“ gewesen wäre, wie Karlheinz Roth ernüchternd
feststellen musste. Unter anderem liegt das auch daran, dass die
Erhöhung bei Gewerbesteuersätzen zunächst eine attraktive
Einkommensverbesserung vermuten lässt, die aber wegen
Umlagepflichtigkeit nur zu einem kleineren Teil auch in Spiegelau
hängen bliebe. Der Vorstoß der Freien Wähler stellt dazu eine
weitere schmerzliche Komponente in den Raum: Die Finanzplanung kann
nicht außer acht lassen, was zusätzlich noch benötigt wird. Offen ist
beispielsweise weiterhin die Frage, ob es reichen wird, für den Abriss
des alten Sägewerks jetzt Summen einzuplanen, die nach anderweitigen
Schätzungen auch deutlich höher ausfallen können? Oder: Wo steckt der
Gewerbecampus in der Finanzplanung? Statt, wie von Karlheinz Roth
mehrfach angemahnt, sich darüber gezielt den Kopf zu zerbrechen, welche
Potenziale aktueller Haushalt und kommender Investitionszeitraum
konkret aufmachen können, wurde dann aber zunächst heftig darüber
diskutiert, ob es für die Hilz-Variante nun eine Ausschreibung nach
Europäischem Recht brauche. Darüber herrschte schließlich Einigkeit.
Bürgermeister Luksch soll einen Architekten beauftragen, hierfür tätig
zu werden. Problematisch an der eingeschobenen Thematik: „Hausaufgaben
nicht gemacht!“ Die Wertung von Karlheinz Roth spricht es klar aus, das
hätte längst passieren müssen. Da fehle einfach seit Monaten die klare
Zielvorgabe. „Wenn wir nichts zusammen bringen,“ dann müsse man eben
auch einmal einen Punkt machen, so Josef Wanninger, der keinen Hehl aus
seiner kritischen Haltung dazu macht, dass eine FH-Außenstelle die
Kommune auf lange Sicht ansonsten komplett zu lähmen drohe. Neben den
Finanzen könnte die Aussage nun einen weiteren Aspekt auf der
Zeitschiene erhalten haben. Eine europäische Ausschreibung könnte bis
zu eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen, so die Einschätzung von Erhard
Wawrzek. Wird Professor Sperber darauf jetzt noch warten können? Das
fragte Ernst Ertl dazu nach und erneuerte seine Rücktrittsankündigung,
falls die FH doch wieder zu scheitern drohe. Es war kurz nach 20
Uhr, als Karlheinz Roth die Sitzungswelt nicht mehr verstand. Wenn das
Gremium so weiter mache, dann wäre es besser, nach Hause zu gehen, oder
auf ein Bier mit Bürgern ins Wirtshaus und dabei die FH abzuhaken. Zu
dieser Zeit war die Diskussion gerade in die Kurve einer erneuten
Grundsatzdiskussion zu kostendeckenden Einrichtungen eingebogen. Ein
Hintergrund dazu dürfte ein Flugblatt gewesen sein, das die
Touristikgemeinschaft mit Vorsitzendem Alois Grobauer vor der Sitzung
verteilt hatte. Darin wird kritisiert, dass einseitig Bürger, Industrie
und Gewerbe derart geschröpft würden, um andererseits die FH zu
realisieren. Dennoch rang sich das Gremium bei Gegenstimmen von
Hinterberger, Wawrzek und Wanninger dazu durch, dass die geplanten
Anhebungen auf 1,80 Euro für Wasser plus Grundgebühr und 3,00 Euro beim
Kanal durchgezogen werden sollen. Karlheinz Roths Verwirrung
bezüglich der Zielrichtung konnte dies dennoch nicht überwinden. Denn
ein weitergehender Vorschlag zur Deckung der Fehlbeträge war immer noch
nicht in Sicht, sondern im Gegenteil, durch die FW-Anträge war das
Problem weiter verschärft worden. Geld für das Loipeneinstiegsgebäude
einzuplanen wurde zwar abgelehnt, ebenso das Beschilderungskonzept, die
Straße nach Klingenbrunn-Bahnhof muss noch weiter geflickt werden, für
den Bahnhof wurden mit knapper Mehrheit 10 000 Euro veranschlagt und
weitergehende An- oder Ersatzbauten am Feuerwehrhaus Klingenbrunn auf
die längere Bank verschoben. Dafür wurde der Bedarf für ein neues
Leichenhaus gesehen und in 2011 und 2012 eingestellt, für Breitbandfunk
jedoch darauf verzichtet und über Freibaddefizit und Ausgaben für Feste
weiter diskutiert. Gegen 23 Uhr war das Problem das Alte: Die freie
Finanzspanne wurde im Minus nicht kleiner, sondern eher größer. Ein
wesentlicher Sparfaktor, den Bürgermeister Luksch mit seiner
„Ur-Sparliste“ einzubringen angekündigt hatte, stellte sich für
Karlheinz Roth als „Luftnummer“ heraus. Die Sitzung wurde für eine
Fraktionsführerbesprechung unterbrochen - und anschließend gegen 23.20
Uhr formlos zur nichtöffentlichen erklärt, und die Presse samt dem
letzten Zuhörer zum Verlassen des Raumes aufgefordert. Am kommenden
Donnerstag geht es an selber Stelle im Sitzungsprogramm weiter.
Das 25. Pandurenfest stand auf dem Prüfstand Nur wenige Kritikpunkte bei Pannensitzung: Karges Ambiente, säumige Bedienungen und versteckte Bar - Von Ursula Langesee Spiegelau.
Zum ersten Mal haben das 25. Pandurenfest nicht die Gemeindeverwaltung
veranstaltet, sondern Spiegelauer Vereine, koordiniert von den
Gemeinderäten Kurt Hobelsberger, Erich Bachmann, 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger und dem Pandurenfest-Organisator der ersten Stunde, Fredi
Resch. Deshalb kam das Pandurenfest bei einer Pannensitzung in der
Gaststätte Trossel eineinhalb Wochen später auf den Prüfstand.
Hobelsberger als Impresario hatte dazu Vertreter aller am Fest
Beteiligter eingeladen. Am Anfang standen Lob und Dank. Die komplett
neue Mannschaft habe gut zusammen gearbeitet, alles sei Hand in Hand
gegangen. Die Mithilfe durch den Bauhof habe „super geklappt“. Viele
Komplimente hatte Hobelsberger zum schönen, bunten Festzug gehört und
zum Programm am Festplatz mit den Darbietungen der Feuerartisten von
„Ameno Signum“ und dem Theaterstück, das „Festspielleiter“ Hinterberger
hervorragend auf die Bühne gebracht habe „Ein großes Kompliment an die
Schauspieler und alle, die dabei waren. Das hat super eingeschlagen.“
Die Vereine seien mit dem Verkauf überwiegend zufrieden gewesen. Was
fehlte, war der Umsatz nach 22 Uhr, als der Regen einsetzte. „Wir
hatten dennoch ein Riesenglück mit dem Wetter, es hätte schon viel
früher schlecht sein können und uns das ganze Programm durcheinander
werfen können“, bemerkte Hobelsberger. Er dankte dem Gemeinderat
und Bürgermeister Josef Luksch für das Vertrauen, das größte Fest der
Gemeinde organisieren zu dürfen. Die Endabrechnung liege zwar noch
nicht vor, aber er könne schon jetzt sagen, dass es mit den Finanzen
positiv ausschaue. Hobelsberger machte auch klar, dass er mit seinen
bewährten Mitstreitern gerne wieder das nächste Pandurenfest
veranstalten würde. Aber noch ist nicht sicher, ob es nicht
überhaupt den Sparplänen der Gemeinde zum Opfer fällt. Auf jeden Fall
wird es eintägig bleiben und seinen Stammplatz am dritten Samstag im
Juli haben. „Dieser Termin ist seit dem Bestehen des Pandurenfestes
fix, deshalb hoffe ich, dass wir im Gemeinderat durchsetzen können,
dass dann keine andere Veranstaltung in der Gemeinde abgehalten wird.“ Kritikpunkte
waren, dass die Bedienungen hauptsächlich die Mitte, aber wenig die
Randbereiche abgedeckt hätten, dass die Bar zu versteckt am Waldrand
lag, dass zu wenige für den Markerlverkauf eingeteilt waren, als nach
dem Festzug der große Ansturm kam, dass es für den Kuchenverkauf nach
dem Festzug zu spät war, dass überhaupt der Überblick über das reiche
Speisenangebot fehlte. Das soll beim nächsten Mal mit einer allgemeinen
Speisekarte, die auf den Tischen ausliegt, besser werden. Bemängelt
wurde auch, dass in der Mehrzweckhalle keine zweite Schänke
eingerichtet worden war und deshalb der Bierfluss bei dem starken Regen
versiegte. „Dafür ging der Wein umso besser. Wir haben 1,5 Hektoliter
verkauft“, wandte Hobelsberger ein. Die Pandurenreiter, vertreten durch
Gerhard Neumann, wünschen sich künftig, dass die Pferde vielleicht
gegenüber dem Feuerwehrhaus stehen können. Denn viele Kinder hätten die
Tiere im hinteren Teil des Geländes nicht gefunden. Apropos
Gelände: das fanden viele zu karg, zu wenig auf alt getrimmt. Mit Jute,
mit denen die Buden verkleidet werden, und Strohballen soll nächstes
Mal der historische Anstrich besser gelingen. Außerdem mit vielen
Wimpelleinen, die über den gesamten Platz gespannt werden und dann wie
ein Zeltdach wirken. Bemängelt wurde auch die sehr spärliche
Beflaggung entlang der Hauptstraße beim Festzug. Da sollen künftig
wieder mehr Pandurenfahnen die Fassaden schmücken. „Der ganze Ort muss
sich präsentieren“, sagte Fredi Resch. Und das nicht nur zum
eigentlichen Pandurenfest, sondern das ganze Jahr über. „So könnte jede
Wirtschaft ein spezielles Pandurengericht das ganze Jahr über anbieten
und die Brauerei Stangl das Pandurenbier mit speziellem Etikett
abfüllen“, schlug er vor.
Grafenauer
Anzeiger vom 29. Juli 2010 SAXNDI. . . ...nach
dem Vergleich mit der geplatzten Weißwurst vor ein paar Tagen nun die
Frage, ob Gewitter immer abregnen müssen. In Spiegelau ziehen die
dunklen Wolken, die sich aus verschiedenen Problemtümpeln hochgetürmt
haben, schon seit längerem herum. Ein kleiner Guss hier und ein Rumoren
dort, konnte die geladenen Gemüter bisher nicht wirklich entspannen.
Eine wirkliche Explosion hat es aber auch nicht gegeben. Aber seit es
den Haushaltsplanungen dauerhaft nass rein geht, stellt sich die Frage
immer drängender, ob es die Zukunft nicht unweigerlich noch heftig zu
verhageln droht. Eine Sitzung kann da gerade ganz unglücklich in die
Zeit fallen, wo die emotionale Ladung am höchsten ist. Dann tun Blitz
und Donner selten gut.Vielleicht reißt es ja nun an einer Ecke Ende der
Woche auf, wenn der „Blitzableiter“ funktionierender Haushalt
aufgestellt wird. Irgendwo muss der neue politische Sonnenschein auch
für Spiegelau einsatzbar sein, um die anhaltend schlechte
Großwetterlage wieder zu entspannen. - Hermann Haydn
Spiegelauer Haushalt hat weiter keine Basis Sparen und Investieren lassen auf Jahre zu große Lücke zur Genehmigungsfähigkeit klaffen - Weitere Beratungen nötig Von Hermann Haydn Spiegelau.
In Haushaltsfragen hatte Spiegelau keine gute Woche. Erst wurde bei
einem Termin am Landratsamt durch die Rechtsaufsicht klar gestellt,
dass die vorgelegten Planungen bis 2013 rechtlich so nie durchgehen
könnten, auch nachdem der Gemeinderat und eine
Fraktionsführerversammlung sich zu Sparvorschlägen und
Einnahmeverbesserungen unterhalten hatten. Am Dienstag sollte dazu
eigentlich weiter nachgearbeitet werden, aber statt Zahlen gab es
zunächst Gegenwind für den Bürgermeister mit heftiger Grundsatzdebatte
und der Vorgabe, für eine vertiefte Beratung erst klareres
Zahlenmaterial zu liefern. Nachdem Josef Luksch die
Berichterstattung im Grafenauer Anzeiger bemängelt hatte, es entstehe
der Vorwurf, dass das Gremium den Grundsatz der Vertraulichkeit zu
wenig beachte, kehrte eine kritisches Vorrede von Karlheinz Roth die
Aussage eher ins Gegenteil. Man sei ja schon fast dankbar dafür,
wesentliche Fakten als Gremium wenigstens aus den Medien zu erfahren.
Bevor es überhaupt zum ersten und einzigen Tagesordnungspunkt der
Sitzung, der Haushaltsberatung für 2010 und Finanzplanung bis 2013
gehen konnte, listete er Punkte auf, an denen zumindest seine
CSU-Fraktion erheblichen Informationsmangel sehe. So sei weiter
offen, ob alle Standort- und Realisierungsvarianten zur FH-Außenstelle
wirklich auf dem Tisch gelegen und beraten worden seien. Bürgermeister
Luksch hatte in einer Reaktion auf das „Saxndi“ zur Standortfrage von
vergangener Woche angemerkt, es seien doch seit Januar 18 Sitzungen
dazu anberaumt gewesen, also eine 14-tägige Informationsdichte. Dazu
führte Roth jedoch an, dass es auch immer eine Frage sei, ob die
Informationen dort auch aktuell, wesentlich und umfassend seien. Zu
Fragen von Investitionsvarianten über die Firmen Hilz oder Wawrzek
bestünden jedoch große Lücken. Dagegen sei von Bürgermeisterseite her
zumindest ersterer förmlich vor den Kopf gestoßen worden. Dieses
Auftreten nach außen bemängelte Roth auch in verschiedenen anderen
Punkten von der in ihrer Öffentlichkeitswirkung missglückten
Acht-Uhr-Sitzung über fehlende Fraktionsführersitzungen bis zum Mangel
an Engagement in verschiedenen Fragen. Es fehle weiter ein
Gesamtkonzept für die Finanzkonsolidierung. Wie schmerzhaft nötig
das sei, sei dem Gemeinderat erst jetzt über die Rechtsaufsicht
wirklich klar gemacht worden und die Zahlen, die als Liste vorgelegt
wurden, dazu nicht zielführend. Die bedrohliche Lage mit völliger
Überschuldung werde noch klarer bei den negativen Finanzspannen der
kommenden Jahre, die ohne erkennbares Gegensteuern eingeplant wurden.
Er persönlich habe den Auftritt der Kommune im Landratsamt als „größte
Blamage“ empfunden. Schon jetzt sei wieder mehr ausgegeben worden, als
die Planung überhaupt vorsehe. Der Bürgermeister stehe in der Pflicht,
aber er habe keine Antworten. Dazu käme die Frage, was mit „Stadtumbau
West“ seit Jahren schief laufe, so dass auch nach den Erfolg
versprechenden Rettungsversuchen von Hinterberger und Zettl in deren
Vertretungszeit für Luksch nun doch das Aus für 80 Prozent Förderung
wahrscheinlich werde. Seine Quintessenz aus für ihn vielen
offenen, politischen Baustellen lautete schließlich (aus Zitaten
zusammen getragen): Die vertrauensvolle Kooperation im Gremium ist über
die Fraktionen hinweg beschädigt. „Uns fehlt der Motor da vorne.“ „Wir
stochern nur im Nebel.“ An den Bürgermeister: „Sie arbeiten nicht mit
uns zusammen.“ Die Rede ist von handwerklichen Fehlern in der
täglichen, politischen Arbeit und davon, dass Luksch nun primär in der
Pflicht sei. Man könne nicht mehr dem Gemeinderat die Schuld
zuschieben, wenn aktuell die Gefahr bestehe, dass „irgendwann nur einer
die Zeche zahlt, der Bürger.“ Bürgermeister Luksch verwies darauf,
dass doch in zahlreichen Finanzausschusssitzungen Sparvorschläge
kontrovers diskutiert worden seien. Und auch Günther Schmid machte
darauf aufmerksam, dass die Räte eigentlich alle Details kennen
müssten. Er betrachtete es eher als eine Frage des „Wir“., Wie
bedrohlich die Situation sei, sei doch erst durch die Rechtsaufsicht
klar gemacht worden, so Roth. Er verwehrte sich deshalb dagegen, der
Gemeinderat stehe hier in der Verantwortung, wenn ihm auf dem Weg zu
einer schwarzen Null im Haushalt und abwägbaren Risiken die
Beratungsvorgaben fehlten, die der Bürgermeister zunächst mit Hilfe
seiner Verwaltung vorlegen müsste. In die gleiche Kerbe schlug
auch Erhard Wawrzek. Bei der Rechtsaufsicht sei eine unzureichende
Planung nochmals eingereicht worden. Erst die habe das klare
Stoppschild für den laufenden Haushalt aufgestellt, der schon einem
Offenbarungseid der Kommune nahe komme. Man sei die mit Abstand am
schlechtesten beurteilte Gemeinde im Landkreis. „Ein Fuchzgerl da und
eines dort“ reiche eben nicht als Sparbemühung. Spiegelau sei ein
„Sanierungsfall“. Allerdings ergänzte auch er in einem
anschließenden Gespräch, dass er nicht so schwarz sähe, wie es sich
gerade darstelle, wenn wirklich die Bereitschaft bestehe, dass jeder
seinen Beitrag leiste. Dann könne über Haushaltseckdaten so gesprochen
werden, dass ein genehmigungsfähiger Plan möglich würde. Allerdings
sprach er auch davon, dass man vielleicht nur noch „eine letzte Patrone
habe“, die man nicht verpulvern dürfe. Auch er kritisierte dazu recht
offen die Amtsführung von Josef Luksch. Kurt Zettl erinnerte
daran, dass immer neue Vorschläge zur FH nicht vom Rat eingebracht
worden seien, sondern der sich eher nachträglich damit beschäftigen
durfte. Dabei sei die Außenstelle noch nicht mal die Hürde, die den
Haushalt nicht genehmigungswürdig mache. Einen Teil der Schuld an
der Finanzmisere sprach Günter Schmid auch dem Landratsamt zu, das zu
lange zugeschaut habe und jetzt noch Prügel zwischen die Beine werfe.
Dem widersprach Roth, der die Juristin Judith Wunder als überaus bemüht
beurteilte, um der Kommune Hilfestellung zu bieten. Mit den vorgelegten
Zahlen seien ihr aber die Hände gebunden. Bürgermeister Luksch mahnte
an, es sollten doch dann auch aus dem Gremium weitergehende Vorschläge
zur Konsolidierung eingebracht werden. Aber auch Josef Wanninger
forderte, die richtungsweisenden Varianten müssten erst mal
Bürgermeister und Verwaltung vorlegen, wo die entsprechenden Zahlen ja
bekannt seien. Etwa dazu, wo der laufende Haushalt aktuell stehe, was
an Projekten gespart werden könnte, wie weit die Distanz zu einer
„roten Null“ überhaupt reiche. Davor, wieder die Beratungen zu
schieben, warnte Günter Schmid. Man mache es sich als Rat zu einfach,
jetzt wieder dagegen zu sein. Dennoch setzte sich schließlich
einstimmig die Überzeugung durch, dass Bürgermeister und Verwaltung das
Zahlenmaterial klärend überarbeiten und neu vorlegen müssen, um dem Rat
die nötigen Vorinformationen zu bieten. Bis dahin werden auch zu den
Standortvarianten neue Daten erwartet. Zum einzigen Tagesordnungspunkt
des Dienstags kommt es also erst wirklich im Laufe der Woche.
Grafenauer
Anzeiger vom 22. Juli 2010 Kommt die FH jetzt doch in die KSS? Standortdebatte: Bei internen Spiegelauer Gesprächen ist wieder die Glasfabrik der Favorit Von Hermann Haydn Spiegelau. Die
Spatzen pfiffen es schon von den Dächern: der neue Standort für die
FH-Außenstelle könnte schon wieder der alte sein und der ganz alte
jetzt wieder der neue. Bereits einmal, und das wiederum vor der Schule
in Spiegelau, war die KSS als Heimat für die Außenstelle im Gespräch.
Damals scheiterten konkretere Pläne an den Kostenvorstellungen des
Eigentümers Georg Riedel und wohl auch daran, dass die Kommune -
vorzugsweise die SPD-Fraktion - lieber selbst besitzen, statt
langfristig mieten wollte. Nun ist wieder Fahrt in die Geschichte
gekommen. Es wird gemunkelt, dass die Firma Riedel bei den Konditionen
nachgebessert haben soll. Am Dienstag trafen sich Bürgermeister
Josef Luksch und die stellvertretenden Bürgermeister,
Fraktionsvorsitzende und laut Einladung „interessierte Räte“ , um
dieses Angebot und weitere Sachfragen um den Haushalt der Gemeinde zu
beraten. Bürgermeister Luksch bestätigte auf Anfrage des Grafenauer
Anzeigers, dass das Angebot „sehr interessant“ sein soll. Es würde so
auch zum Teil den äußerst angespannten Haushaltsplan entlasten, der
wegen weggebrochener Einnahmen aber immer noch nicht problemlos sei. Zu
favorisieren sei die jetzt wieder ins Spiel gekommene Lösung zudem, da
dort auch dem enormen Zeitdruck entgegen gekommen würde, um
FH-Anwenderzentrum und Campus in kürzerer Zeit unter ein bereits
vorhandenes Dach zu bringen. Platz wäre genug vorhanden, von der FH
gebe es positive Signale und von Riedel die Bereitschaft zur
Investition, wo für einen entsprechenden Betrieb noch Umbaumaßnahmen
nötig seien. Nächste Woche soll es nach Insiderinformationen weitere
Gespräche im Landratsamt geben und anschließend gleich zwei
Gemeinderatssitzungen, in denen die Diskussion zu Haushalt, FH und
Zukunft der Kommune dann auch öffentlich fortgesetzt werden soll.
Grafenauer
Anzeiger vom 20. Juli 2010 Segen für Einsatzfahrzeug „Helfer vor Ort“ bauten Fahrzeug um - 184 Fälle in einem Jahr Spiegelau. Ein
besonderer und bedeutender Tag war die Segnung des Einsatzfahrzeuges
durch Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler für
die Mitglieder des BRK Spiegelau. Die Geistlichen wünschten auch den
Einsatzkräften, die rund um die Uhr ehrenamtlich unterwegs sind, um in
Not geratenen Mitmenschen zu helfen, Gottes Segen und allzeit gute und
unfallfreie Fahrt. Am BRK-Haus hatten die Geistlichen einen
beeindruckenden Feldgottesdienst zelebriert, den der Kirchenchor
Oberkreuzberg unter der Leitung von Markus Bayer feierlich umrahmte.
Zum Fahrzeug gratulierten neben den Bürgermeistern Josef Luksch und
Peter Hinterberger und einigen Gemeinderäten auch stv. Vorsitzender des
BRK-Kreisverbandes, Alfons Hellauer, und 1. Kreisbereitschaftsleiter
Ludwig Hüttinger sowie der Leiter des Rettungsdienstes im Kreisverband,
Gerhard Hilgart und Schatzmeister Michael Süß. Durch die
Inbetriebnahme des Fahrzeuges wurde ein weiterer Meilenstein in der
erst kurzen Geschichte der „Helfer vor Ort“ Spiegelau gelegt. Das
Fahrzeug, das in einer Vielzahl von freiwilligen Arbeitsstunden zum
Einsatzfahrzeug umgebaut und mit Funk und Sondersignaleinrichtung
ausgestattet worden war, ist ein wichtiges Element, um schnellstmöglich
zum Patienten zu gelangen und eine rasche, fachgerechte Erstversorgung
bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes übernehmen zu können.
Wie wichtig die Einrichtung ist, zeigen die vielen Einsätze, die
bereits gefahren wurden. In einem Jahr waren dies in Spiegelau und
Riedlhütte 184. Finanziert wurde das Fahrzeug sowie die gesamte,
notwendige Ausrüstung ausschließlich aus Zuteilungen der Gemeinde
Spiegelau, der Stockbauer-Stiftung Spiegelau sowie aus Spenden
ortsansässiger Firmen und der Bevölkerung . Auch der BRK-Kreisverband
unterstützt die „Helfer vor Ort“ finanziell und mit
Material. - bü
Grafenauer
Anzeiger vom 19. Juli 2010 „Ein Fest für die Spiegelauer“ Neuerungen zum 25. Pandurenfest kamen sehr gut an - Über 1100 Besucher - Großes Lob für buntes Programm Von Ursula Langesee Spiegelau.
Zum 25. Pandurenfest am Samstag hielt selbst das Abkommen mit dem
Wettergott. Kaum hatten die Feuerschlucker von „Ameno Signum“ ihre
letzte glühende Salve in den Nachthimmel geblasen, setzte der Regen ein
und die meisten der - nach dem Markerlverkauf - gezählten 1165 Besucher
verließen das „Lager“ vor der Mehrzweckhalle. Einige hundert feierten
indes noch in der Halle bis kurz nach Mitternacht den schönen Erfolg
des „neuen“ Pandurenfestes. Erstmals konzentrierte sich das Fest
auf einen Tag und auf einen Ort außerhalb des Zentrums. Es wurde auch
nicht mehr von der Gemeindeverwaltung ausgerichtet, sondern von
Gemeinderäten um Hauptorganistor Kurt Hobelsberger und von Vereinen.
Obwohl er selbst nur von der Ferne, von einer Messe in Friedrichshafen,
übers Handy das Geschehen in Spiegelau mitverfolgen konnte, ist
Hobelsberger absolut zufrieden: „Es war super. Ich habe nur Lob gehört
- über den Festzug, die Musik, das gute Bier, das große Angebot bei den
Verkaufsständen. Vor allem freut es mich, dass die Gemeinderäte so gut
zusammen gearbeitet haben. Es war ein Fest für die Spiegelauer.“ Dafür
dankte er vor allem Erich Bachmann, Peter Hinterberger und Fredi Resch
von der Verwaltung, der 21 Mal das Pandurenfest organisiert hatte und
dafür von Staatsminister Helmut Brunner mit Urkunde und einem Bild von
Josef Schneck aus Riedlhütte geehrt wurde. Neu war auch das
Bühnenstück, bei dem das Warten auf die Panduren dargestellt wird. Es
lebte noch etwas von der Improvisation, kam aber wohl deshalb bei den
Zuschauern gut an, ebenso die Feuershow von „Ameno Signum“. Sie waren dabei: Schirmherr
Staatsminister Helmut Brunner, Landrat Ludwig Lankl, aus Spiegelau:
Feuerwehr, SC Edelweiß, Frauenbund, Gemeinderat, Schulkinder, Schware
Panduren, Aktivsport, Männergesangsverein, Gemeindeverwaltung,
Sparkasse, spätmittelalterliche Künstlergruppe Ameno Signum,
Blaskapelle Schönbrunn, Böllerschützen Klingenbrunn, Dorfblosn
Klingenbrunn, Gymnastikgruppe Oberkreuzberg, vier Pferdegespanne, zehn
Pandurenreiter. Beim Spiel: Bürgerwehr Grafenau, Horst Boxleitner, Gerd
Neumann, Josef Luksch, Anja Thamm mit Felix und Elena, Peter
Hinterberger, Thomas Robl, Josef Wanninger, Karlheinz Roth, Pfarrer
Rupert Wimmer, Michael Kordick, Ilse Friedl, Melanie Schreindl.
Grafenauer
Anzeiger vom 13. Juli 2010 An der Glasstraße brennt wieder ein Glasofen Schaubläserei in Hotel-Anbau geschaffen - Festredner loben Engagement für Traditionshandwerk Von Ursula Langesee Spiegelau.
Die Glashüttenfeste in der Kristallglasfabrik Spiegelau waren legendär.
Sie waren Unterhaltung und Information zugleich, wenn die Glasmacher
ihre handwerklichen Künste beim Glas schinden zeigten, Gäste selbst
eine Kugel formen ließen und „Promis“ in Glas porträtiert wurden. Mit
dem Aus für die Glasfabrik verschwanden auch diese Feste. Eine kleine
Version davon erlebt jetzt wie Phönix aus der (Glas)asche seine
Auferstehung. In einem Anbau des Hotels Würzbauer wurde das
Glasmacher-Stüberl mit dem Glasofen und dem umgebenden Glasgarten
eingeweiht und eröffnet. Die Festredner - Landrat Ludwig Lankl,
Bürgermeister Josef Luksch, Stephan Baron von Poschinger aus Frauenau
und auch die Geistlichen Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler bedankten sich bei den Betreibern Klaus und Petra
Würzbauer, dass sie, nachdem der Ofen in Spiegelau aus war, „hinter dem
Ofen“ hervorgekommen seien und die Tradition des Glasmachens an der
Glasstraße wieder beleben. Für die fast täglichen Vorführungen wurde
ein Meister seines Fachs engagiert: Helmut Raml war 38 Jahre lang
Glasbläser in der KSS und verstand sich beim „Schinden“ besonders
darauf, filigrane Weihwasserkessel und Deko-Körbchen aus dem
zerbrechlichen Material zu ziehen. Der Besuch am ersten Wochenende
war dann auch trotz der großen Hitze relativ gut. „Helmut Raml hat sehr
viele Glaskugeln geblasen, auch einige Gäste, darunter Kinder, haben
sich daran versucht. Viel bewundert wurde auch der Glasgarten mit
seinen Exponaten“, zieht Gemeinderat Kurt Hobelsberger zufrieden
Bilanz. Er hatte sich für die Einrichtung eines Glasmacher-Stüberls
stark gemacht und als erfahrener Organisator die Einweihungsfeier und
den Tag der offenen Tür gemanagt.
Meditative Wanderung zum Rachel Ökumenischer Berggottesdienst an der Kapelle Spiegelau.
Die evang.-luth. Kirchengemeinde Grafenau, die kath. Pfarrgemeinde
Spiegelau und der Nationalpark Bayerischer Wald luden zu einer
meditativen Wanderung über die Racheldiensthütte zur Rachelkapelle und
zurück ein. Auf dem Weg zum Rachelsee erläuterte Ranger Günter
Sellmayer die Nationalparkidee, erklärte Pflanzen und die Zusammenhänge
von Werden und Vergehen. Mit meditativen Geschichten, Gebete und
Gedichten stimmte auch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die Teilnehmer
auf die Wanderung ein. An der Rachelkapelle angekommen, feierten
die Wanderer unter der Leitung von Diakonin Neumann-Beiler und
Gemeindereferent Otto Öllinger einen ökumenischen Berggottesdienst. Im
Mittelpunkt der Predigt stellte Diakonin Neumann-Beiler das Kreuz,
unter dem sich alle Christinnen und Christen wiederfinden. Am Beispiel
des Hl. Franz von Assisi machte sie Mut sich wieder ganz neu auf Jesus
einzulassen. Er ruft uns zu seiner Nachfolge. Die Lieder wurden von Amelie Sellmayer auf der Querflöte mit Otto Öllinger auf der Gitarre begleitet. Auch
am Rückweg machte die Gruppe noch mehrmals meditative Rast bis zur
Racheldiensthütte, dort wurde zum Schluss noch ein gemütlicher
Kaffeeplausch gehalten. - eb
Grafenauer
Anzeiger vom 2. Juli 2010 Damoklesschwert der Rechtsaufsicht schwebt überm Haushalt Gemeinderat
Spiegelau verabschiedet Haushaltssatzung knapp mit sieben zu sechs
Stimmen - Grund- und Gewerbesteuern nicht erhöht Von Hermann Haydn Spiegelau.
Der Spiegelauer Haushaltsplan für das laufende Jahr ist mit extrem
heißer Nadel gestrickt, um große Investitionsvorhaben wie die
FH-Außenstelle und die Erschließung eines Gewerbegebiets stemmen zu
können. Trotzdem erfüllt er nicht die Vorgaben der Rechtsaufsicht am
Landratsamt, denn diese verlangt die Kostendeckung bei Wasser, Kanal,
Bestattungswesen und Einnahmeverbesserungen durch erhöhte Steuersätze.
Dazu konnten sich die Spiegelauer Räte aber nicht durchringen. Nach
langer und konfrontativer Beratung gingen Satzung und Planung zum
Haushalt mit knapper Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen durch. Die
Finanzplanung bis 2013 wurde dagegen zur weiteren Beratung verschoben. Die
Eckdaten: Der Verwaltungshaushalt schließt mit 5 674 300 Euro und der
Vermögenshaushalt mit 4 425 200 Euro. Die Kreditaufnahmen werden sich
auf 2,52 Mio. Euro belaufen. Spiegelau sitzt in der Zwickmühle.
Einerseits bricht die Einnahmenseite bei Steuern und Umlagen immer mehr
weg. Andererseits kommen mit FH-Außenstelle und
Gewerbegebietsausweisung zwei riesige Posten auf die kommunalen
Finanzen zu, welche die Handlungsfähigkeit nicht nur die nächsten
Jahre, sondern bis zu zwei Jahrzehnten einzuschränken droht. Der
Finanzausschuss suchte nach Einsparpotenzialen. Die Vorschläge gingen
von weniger Frei-Getränkemarken auf Festen und Seniorentag über
Auflösung des Standesamtes bis weniger Ehrungen, weniger Werbung für
den Tourismus, weniger Loipenpflege, Mieterhöhung bei der
Hausmeisterwohnung, Rasenpflege am Sportplatz und zur Verbandsumlage
beim Klärwerk. Diese „Sparliste“ wurde mit acht zu fünf Stimmen
abgesegnet. Zwar stünden nun Kostenschätzungen im Raum, so Erhard
Wawrzek, die bei der FH-Außenstelle 3,7 Millionen Euro veranschlagten
oder beim Gewerbegebiet etwa eine Million, dennoch fehlten die nötigen
Informationen für das Ratsgremium, wie es dann mit Betrieb,
Businessplan, Abriss und Erschließung am Campusgelände oder
Wertausgleich für das Sägewerksareal weiter gehe. Seiner Ansicht nach
sei selbst die Glasbranche skeptisch, ob man mit dem Anwenderzentrum
wirklich Erfolg habe. Er schätzte zudem, dass bis zu 2,5 Millionen Euro
weitere Kosten für das Gelände noch gar nicht einkalkuliert seien. Wawrzek
gehe davon aus, dass durch das jetzige Vorgehen auch der Kreis eine
noch weit höhere Belastung schlucken müsse als die jetzt zugesagte
Unterstützung. Immerhin mussten für die Jahresplanung 2011 bis 13 dann
weitere 450 000 Euro angesetzt werden, die voraussichtlich für erste
Abriss- und Erschließungskosten am Sägewerksgelände anfallen werden.
Dadurch werden die nächsten Haushaltsplanungen noch komplizierter. Denn
absehbar sei, so Kämmerer Bruno Donaubauer, dass ab 2011 Schulden
gemacht werden müssen, um alte Schulden zu bedienen. Kämmerer Bruno
Donaubauer sagte, dass sich bis 2013 die Schulden von derzeit 3,1
Millionen Euro auf annähernd sieben Millionen mehr als verdoppeln
würden. Für die Planung 2010 müsste den Bürgern und der Wirtschaft
ohnehin tiefer in die Tasche gegriffen werden, als zunächst vorgesehen
war. Darin sah Ludwig Schopf das größte Problem: Wie soll es den
Bürgern erklärt werden, dass Wasser, Kanal und Bestattungswesen erneut
erheblich steigen werden? Da werde zwangsläufig die FH wie eine Strafe
gesehen. Und auch Erhard Wawrzek merkte an, dass dann erhöhte
Steuersätze es vielleicht gleich wieder unnötig machen würden, sich
überhaupt über neue Gewerbeflächen zu unterhalten. Elke
Proßer-Greß bemängelte zur Vorgabe der Rechtsaufsicht, dass es
eigentlich momentan noch keine zwingende Not hätte, sofort eine
erhebliche Anhebung etwa bei Wasser auf 2,09 Euro plus Grundgebühr und
bei Abwasser auf 3,12 Euro je Kubikmeter durchzudrücken. So eine
Haltung sah Josef Wanninger als naiv an. Das Landratsamt wolle eben
helfen und nicht dabei zusehen, wie Spiegelau wirtschaftlich „absäuft“.
Es soll aber versucht werden, ob es nicht doch auch anders ginge,
so der Beschluss der Mehrheit. Bürgermeister Luksch soll zumindest die
Basis für weitere Verhandlungen mit der Rechtsaufsicht schaffen, dass
der Haushalt 2010 doch noch genehmigt werden kann. Für den
Haushalt stimmten die Räte von der SPD-Fraktion Josef Luksch, Kurt
Hobelsberger, Josef Apfelbacher, Elke Proßer-Greß, Ernst Ertl, Georg
Friedl sowie von der CSU-Fraktion Alois Loibl. Gegen den Haushaltsplan
stimmten von der CSU-Fraktion Kurt Zettl, Thomas Robl und die Räte der
FW-Fraktion Peter Hinterberger, Ludwig Schopf,Erhard Wawrzek und Josef
Wanninger. Erhard Wawrzek hatte zuvor die namentliche Abstimmung
beantragt.
Grafenauer
Anzeiger vom 17. Mai 2010 Grundschüler begeistert von der Ökumene Fast 40 Kinder aus Grafenau und Spiegelau waren beim Kirchentag in München Grafenau/Spiegelau.
Fast 40 katholische und evangelische Kinder aus der
Reinhold-Koeppel-Grundschule Grafenau und der Grundschule Spiegelau
waren am Freitag beim 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München, der
gestern zu Ende ging. Ihre geistlichen Begleiter waren Dekan Kajetan
Steinbeißer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und die Mitarbeiter
Stefanie Uhrmann, Alexandra Kraus, Carolin Schopf, Björn Strahberger
und Katharina Schloßnagel . Trotz Nieselregens ließen sich die
Kinder ihre gute Stimmung nicht nehmen. Schon im Bus lernten sie sich
näher kennen und beim Bibelquiz, das Dekan Steinbeißer gestaltete und
Liedern und einer Geschichte mit Diakonin Neumann-Beiler, stimmten sie
sich auf den Tag ein. Am Sebastianiplatz in München wurde es den
Kindern bei „Bibelhits für Kids“ mit Bewegungsspielen, Tänzen und
Liedern gleich warm. Dabei wurden Geschichten aus dem Alten Testament
kindgemäß umgesetzt. Steinbeißer zeigte der Gruppe einige wichtige
Sehenwürdigkeiten der Landeshauptstadt. Man spürte überall die
Begeisterung und die Freude, die der ÖKT mit sich brachte. Die Kinder
staunten über Gaukler, Musikgruppen und die vielen Angebote, die ihnen
auf dem Weg zum Circus Krone begegneten. Dort durften sie Jonglieren,
Einradfahren und vieles mehr. Zum Abschluss gab es ein Musikkonzert in
der Manege. Dann ging’s zum Wittelsbacher-Gymnasium zur
Podiumsdiskussion zum Thema „Bewahrung der Schöpfung kennt keine
Grenzen“. Besonders gespannt waren die Kinder auf den Moderator Willi
Weitzel von „Willi will’s wissen“. Auf dem Podium erschienen auch
Professor Dr. Ottmar Edenhofer, Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner
und Dr. Marcel Huber, um nur einige zu nennen. Im Religionsunterricht
hatten sich die Kinder mit dem Thema auseinandergesetzt und Fragen für
die Diskussion vorbereitet. Voller Eindrücke ging es von München
heim. So manches Kind trällerte noch beim Ausstieg in Grafenau das
ÖKT-Lied „Damit ihr Hoffnung habt!“ - eb
„Nordic Team Klingenbrunn“ gegründet Robert Gsödl 1. Vorsitzender des neuen Wintersportvereins - Bereits 30 Mitglieder Klingenbrunn.
In Klingenbrunn wurde jetzt ein „Nordic Team“ gegründet. Zur
Versammlung waren fast alle Klingenbrunner Vereinsvorstände und etwa 40
interessierte Zuhörer gekommen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Robert Gsödl
gewählt. „Wo sonst wäre ein Wintersportverein besser aufgehoben
als in Klingenbrunn, wo optimale Bedingungen für das Skilanglaufen
vorhanden sind und Klingenbrunn in der Presse als ‘Kältepol‘ von sich
überregional reden machte?“, begann Josef Wanninger, Sportreferent der
Gemeinde Spiegelau, seine Begrüßung. 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger, der die Versammlung leitete, betonte, dass ein
Wintersportverein das aktive Vereinsleben in Klingenbrunn noch
bereichern werde. Wichtig sei es seiner Auffassung nach, dass in
Klingenbrunn das Langlaufen und die guten Loipenbedingungen noch mehr
beworben werden müssten. Für ein attraktives Loipenzentrum sei ein
Funktionsgebäude mit Toiletten und Wärmeraum zwingende Voraussetzung.
Hierzu gelte es möglichst schnell Lösungen zu finden. „Gut vorbereitet“
bezeichnete Hinterberger den Satzungsentwurf für den neuen
Wintersportverein, der den Namen „Nordic Team Klingenbrunn“ tragen
soll. So war man schnell mit dem Satzungsentwurf durch, der
anschließend von 15 Gründungsmitgliedern unterschrieben wurde. In
die Vorstandschaft wurden gewählt: 1. Vorsitzender Robert Gsödl, 2.
Vorsitzender Thomas Hilz, Kassier Andrea Nilsen-Betz, Schriftführer
Konrad Binder, Sportwart Josef Erhard, Beisitzer Josef Wanninger und
Joachim Betz, Kassenprüfer Peter Hinterberger und Adolf Kerndl. In
seiner Antrittsrede betonte Gsödl, dass ihm der sportliche Erfolg der
jungen Langläufer, aber auch ein intaktes Vereinsleben sehr wichtig
seien. Ziel des neuen Vereins sollte es sein, dass möglichst viele
Kinder Freude am Langlaufen entwickeln. Dazu werde man in nächster Zeit
entsprechende Trainingsangebote machen und im Winter Skikurse anbieten.
Auch wenn man derzeit als „Skilanglaufverein“ starte, sei man für eine
Ausweitung des Angebotes offen. So wäre durchaus eine Sparte
Nordic-Walking denkbar. Besonders erfreut zeigte sich Gsödl, dass bis
zum Ende der Gründungsversammlung bereits 30 Mitglieder dem Verein
beigetreten waren. - jw
Grafenauer
Anzeiger vom 13. Mai 2010 Wir
lassen Spiegelau nicht im Stich - Kreisausschuss beschließt: Landkreis
beteiligt sich an GmbH zur Gründung des Technologiezentrums Glas / Von Peter Püschel Freyung-Grafenau.
Die Vorgabe ist klar: Der Freistaat wäre bereit, in Spiegelau oder
näherer Umgebung ein weiteres Technologietransferzentrum der Hochschule
Deggendorf mit der naheliegenden Fachrichtung Glas einzurichten und
dafür 5 Millionen Euro fließen zu lassen. Voraussetzung dafür aber ist:
Die Kommune muss die Kosten für die Unterbringung tragen. Und da ist
Spiegelau hoffnungslos überfordert. Der Kreisausschuss hat jetzt
einstimmig beschlossen, Spiegelau zu unterstützen. „Wir fordern viel
von der Partnergemeinde“, so der designierte Leiter dieses
Glas-Technologiezentrums, Prof. Dr. Peter Sperber, vor dem
Kreisausschuss: „Räume samt Betriebskosten müssen die ersten fünf Jahre
kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“. Alternativen?
Ausgeschlossen! „Wenn das nicht klappt, wird’s nichts mit der
FH-Außenstelle.“ Dabei sind sich alle Kommunalpolitiker einig, dass
sich die Region diese Chance nicht entgehen lassen darf. Das
Technologietransferzentrum in Teisnach „brummt“, wie Prof. Sperber es
ausdrückte, „und auch Freyung läuft sehr gut, die direkten
Industriekontakte sind sogar besser als in Teisnach.“ Für Spiegelau
sieht der Wissenschaftler ebenfalls sehr gute Voraussetzungen von
Firmenseite: „Es gibt bereits Unternehmen, die interessiert sind, hier
zu investieren.“ Es ist geplant, das Technologietransferzentrum auf
dem Gelände der ehemaligen KSS unterzubringen. Hier ist bereits seit
zwei Jahren die Firma Füller in Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth
tätig. „Füller würde auf dem KSS-Gelände sofort 5 Millionen investieren
und Fertigung und Produktion in den Bayerischen Wald verlagern“,
verriet Landrat Ludwig Lankl. Auch eine weitere Firma aus Mainz wäre
sofort in ähnlicher Größenordnung dabei. Allerdings: sofort! „Die
wollen heuer schon hier produzieren - oder sie kommen nicht“, so Prof.
Sperber, der deshalb aufs Tempo drückt: „Wir haben bereits die ersten
Großgeräte-Anträge gestellt, mit Lieferzeit September - ich möchte im
Oktober einziehen.“ Für Spiegelau ist als wissenschaftliches Thema
die so genannte „heiße Glastechnologie“ mit den Schwerpunkten
Schmelztechnik, Glas-Heißformtechnik und Analyse vorgesehen. Das
Besondere: Neben der Hochschule Deggendorf wäre auch die Uni Bayreuth
dabei. „Ohne die Glaskrise wäre das nicht möglich geworden“, so
Landrat Lankl, „da ist Gigantisches gearbeitet worden - diese Taube
sollten wir nicht mehr aus der Hand geben. Da geht es nicht nur um
Wissenschaft und Forschung, es geht um Arbeitsplätze im Landkreis. Wenn
wir da jetzt nicht selber anpacken, dann ...“ Den Kreisräten war
klar, dass sie gar keine Alternative haben, als wieder Geld in die Hand
zu nehmen. Ähnlich wie für das Technologietransferzentrum Freyung soll
eine Betreiber-GmbH gegründet werden. Doch: Während der Landkreis in
Freyung mit 75 000 Euro jährlich im Boot sitzt, dürfte das für
Spiegelau bei weitem nicht reichen, wie Bürgermeister Josef Luksch
erklärte. „IT- und Büroräume wie in Freyung sind finanziell leichter
zur Verfügung zu stellen als die benötigten Spezial-Räume für
Glastechnik.“ Der Vorteil: Energie, Medien und EDV-Versorgung sind
vor Ort vorhanden. Und der Markt Schönberg würde sich im Rahmen einer
interkommunalen Zusammenarbeit beteiligen. Nur: Das reicht nicht. Die
Rede ist von Investitionen in Höhe von bis zu 6 Millionen Euro. Wobei
das Ziel sei, keinen Neubau auf die grüne Wiese zu stellen, um
Industriebrachen innerhalb des Ortes zu vermeiden. Genaue Zahlen
wurden in öffentlicher Kreisausschuss-Sitzung nicht genannt. Aber es
muss davon ausgegangen, dass sich der Landkreis-Anteil an einer GmbH
auf über 135 000 Euro belaufen würde, fast doppelt so viel wie im Fall
Freyung. „Aber das ist die letzte Chance für die alte Glasregion“, so
Bürgermeister Luksch, der natürlich hofft, dass sich das Zentrum in
fünf Jahren selber trägt. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten?
Gerhard Drexler regte an, nach Unternehmen zu suchen, die bereit sind,
Risikokapital zu investieren. Heinrich Lenz will noch einmal auf die
Staatsregierung zugehen: „Wenn das Strukturhilfe sein soll, müssen wir
nachverhandeln - man kann doch nicht verlangen, Kommunen pleite gehen
zu lassen.“ Zumindest auf den Landkreis wird sich Spiegelau
verlassen können - die entsprechende Absichtserklärung wurde einstimmig
verabschiedet. Aber jetzt müssen genaue Zahlen auf den Tisch. Und es
muss schnell gehen.
Grafenauer
Anzeiger vom 8. Mai 2010 Bewegender Abschied von Bauunternehmer Max Hilz Pfarrer Johann Pöppel: „Ihm blieb nichts Menschliches fremd“ Klingenbrunn.
Die Trauergemeinde füllte die Pfarrkirche Maria, Hilfe der Christen in
Klingenbrunn bis auf den letzten Platz. Seine Familie, seine Freunde,
„seine“ Klingenbrunner und viele weitere Menschen, die ihn kannten und
schätzten, waren zusammengekommen, um Max Hilz die letzte Ehre zu
erweisen. Er war am 28. April im 82. Lebensjahr verstorben. In
Klingenbrunn kam er am 17. September 1928 als Sohn von Maria Hilz, geb.
Genosko, und dem staatlichen Forstbeamten Max Hilz zur Welt. Hier
verbrachte er seine Kindheit. Von hier ging er als Zwölfjähriger fort
nach Passau auf die Oberrealschule, später zum Arbeitsdienst und
schließlich als 16-Jähriger an die Ostfront, wo er ein Jahr später in
sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Karelien Zwangsarbeit leisten
musste. Nach Klingenbrunn kehrte Max Hilz zurück, holte seinen
Schulabschluss nach und begründete eine der größten ostbayerischen
Bauunternehmen der Nachkriegszeit. Auch wenn er seinen Wohnsitz
inzwischen auf die List nach Spiegelau verlegt hatte, war er „seinen“
Klingenbrunnern treu geblieben. Oft besuchte er Freunde und Bekannte
und verbrachte so viele Stunden im freundschaftlichen Gespräch. Vermutlich
wollte er auch am Morgen des 28. April - wie üblich - aufbrechen, um
zum Frühstücken zu fahren. Aber sein Herrgott hatte etwas anderes mit
ihm vor. Er holte ihn heim zu sich. Den toten Körper fand man noch beim
Auto liegend. „Wohin gehen wir? Immer nach Hause!“ Mit diesem Zitat
des christlichen Dichters Novalis begann Pfarrer Johann Pöppel seine
Ansprache. Er erinnerte an das Leben des verstorbenen Max Hilz: „Er
ging durch viele Höhen, aber auch durch Tiefen. Nichts Menschliches
blieb ihm fremd.“ Er sprach von seiner großen Energie, dem starken
Willen und dem Fleiß, aber auch von seiner Menschlichkeit. Auch sein
großes Hobby, das Fliegen, fand Erwähnung. Schließlich erinnerte Pöppel
auch daran, wie sehr der Verstorbene seine Eltern geliebt habe. Er
erzählte, wie sehr er sich gerade im Alter als großer Freund der Kinder
zeigte. Immer hatte er etwas Süßes für jedes Kind im Auto. Er spendete
aber auch großzügig für unsere Kindergärten. Je älter er wurde, umso
bescheidener und liebenswürdiger wurde er. Trotz aller Wirren und
Herausforderungen seines von harter Arbeit geprägten Lebens hatte Max
Hilz nie den Glauben an Gott aufgegeben. Trotz aller Niederschläge ließ
er sich nicht verbittern, stand immer wieder auf und verlor nie seinen
Humor. Der Trauerzug war so lang, dass die ersten bereits den
Friedhof erreichten, als die letzten Trauernden sich bei der Kirche
gerade in Bewegung setzten. Denen, die den verstorbenen Max Hilz auf
seinem letzten Weg begleiteten, stand die Trauer ins Gesicht
geschrieben. Die Vereine, in denen Max Hilz über Jahrzehnte Mitglied
war, würdigten sein Leben und sein Engagement. Mit dem Wusch, dass Gott
seine Seele gnädig aufnehmen wolle, verabschiedeten sich die Trauernden
von dem Verstorbenen. Hermann Beiler
Erwin Scholz ist Pfarrgemeinderats-Chef Er wurde auf der konstituierenden Sitzung in Spiegelau/Riedlhütte gewählt Spiegelau/Riedlhütte.
Bei der konstituierenden Sitzung des Pfarrgemeinderates der Pfarrei
Spiegelau-Riedlhütte wurde Erwin Scholz aus Spiegelau als neuer
Vorsitzender gewählt und übernimmt somit das Amt von Elisabeth
Neumann-Harwalik, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur
Wahl als Pfarrgemeinderat zur Verfügung stellen konnte. Unterstützt
wird Erwin Scholz von der ersten Stellvertreterin Ramona Schwankl,
Riedlhütte, und von der zweiten Stellvertreterin Marita Baumgartner,
Riedlhütte. Als Schriftführerin wurde erneut Elke Proßer-Greß aus
Spiegelau gewählt. Anschließend wurden die Ausschüsse gebildet und
die Hauptverantwortlichen und Mitglieder benannt: Feste und Feiern
(Manfred Halser), Mission/Gerechtigkeit/Frieden (Annegret Kieslinger),
Jugend (Maximilian Waldhauser), Öffentlichkeitsarbeit (Angelika
Proßer), Liturgie (Pfarrer Rupert Wimmer). Als Bildungsbeauftragte
stellte sich Maria Öllinger zur Verfügung. Der Ausschuss „Caritas“ wird
in einer der kommenden Sitzungen besetzt. Am 16. Mai wird sich der
neue Pfarrgemeinderat, der nun aus neun gewählten und vier berufenen
Mitgliedern besteht, in den beiden Kirchen in Riedlhütte und Spiegelau
vorstellen. - ap
Besuch vom Bischof Hans-Martin Weiss in der Region Grafenau.
Im Rahmen seiner Visitationstätigkeit besuchte Regionalbischof Dr.
Hans-Martin Weiss aus Regensburg vor kurzem die Grundschule in Grafenau. Die
Schulleiterin Christl Weiß informierte den Regionalbischof über die
Situation der Schule und insbesondere über den Evangelischen
Religionsunterricht. Anschließend besuchte Weiss die Religionsklasse
von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler. Er stellte sich bereitwillig den
interessierten Fragen der Schüler nach seiner Tätigkeit und nach seinen
persönlichen Interessen. Am Nachmittag diskutierte er im
evangelischen Gemeindehaus in Grafenau mit Pfarrerinnen, Pfarrern und
Religionslehrkräften der Region die Situation des evangelischen
Religionsunterrichtes an den verschiedenen Schularten im südlichen
Bayrischen Wald. Die Situation ist geprägt durch kleine Schülerzahlen,
kombinierte Klassen und Einsatz der Lehrkräfte an mehreren Schulen,
aber auch durch großes Engagement der kirchlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Dr. Weiss nahm die verschiedenen Erfahrungsberichte sehr
interessiert zu Kenntnis und versprach Abhilfe bei manchen Problemen.
Schulbeauftragter Pfarrer Dieter Martin dankte Regionalbischof Dr.
Weiss für sein Interesse am Religionsunterricht der Region und wünschte
eine gute Heimreise. Regionalbischof Dr. Weiss leitet den
Kirchenkreis Regensburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
mit zirka 300 000 evangelischen Christen in Niederbayern, in der
Oberpfalz und im nördlichen Oberbayern. - eb
Grafenauer
Anzeiger vom 7. Mai 2010 SAXNDI. . . .
. .vor der Abstimmung zur Kurbetragserhöhung im Spiegelauer Gemeinderat
gab es keinen Diskussionsbedarf. Bürgermeister Josef Luksch blickte
wartend auf Wortmeldungen in die Runde. Kaum war die Satzung mit 12:0
Stimmen beschlossen, bemerkte Gemeinderat Karlheinz Roth, dass durchaus
noch Gesprächsbedarf bestanden hätte, die Vorgehensweise nicht in
Ordnung sei und mit den Vermietern offener umgegangen werden müsse.
„Wenn ich zuerst die Vermieter frage, dann herrscht Unmut im
Gemeinderat, wenn das Thema zuerst in nichtöffentlicher Sitzung
behandelt wird, ist es auch nicht recht“, erklärte Luksch die
Zwickmühle. Josef Wanninger verkürzte das Gespräch, in dem er die Sache
auf den Punkt brachte. „Das ist eine ganz wichtige Geschichte für den
Tourismus. Da brauchen wir nicht mehr reden, wir sind auf dem richtigen
Weg.“ Ursula Langesee
Grafenauer
Anzeiger vom 6. Mai 2010 Stockbauer-Stiftung vergibt Ehrenpreise Waltraud Madl für soziales, Tobias Schreindl für sportliches Engagement gewürdigt - Schecks für 53 759 Euro verteilt / Von Ursula Langesee Spiegelau.
Der Sportler Tobias Schreindl und Waltraud Madl, Gründerin und
Vorsitzende von „Bürger helfen Bürgern“, sind die beiden ersten Träger
der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Ehrenamtspreise. Sie wurden bei
einer Feierstunde am Dienstag Abend in der Grundschulaula mit der
Familienmusik Wolf von Bürgermeister und Stiftungsvorsitzendem Josef
Luksch mit den von Glaskünstler Klaus Büchler gefertigten Glasstelen
und Urkunden ausgezeichnet. Die Laudatio auf den 22-jährigen
Tobias Schreindl hielt der Sportreferent des Gemeinderates und stv.
Stiftungsvorsitzender Josef Wanninger. Schreindl wurde als Preisträger
mit einstimmigem Urteil ausgewählt, weil er alle Voraussetzungen
optimal erfüllt. Er stammt aus der Gemeinde, ist überregional
erfolgreich und durch seine Fairness, seinen Ehrgeiz und Fleiß ein
Vorbild für andere Sportler und die Jugend generell. Wanninger
erinnerte an Tobias‘ Anfänge beim SC Spiegelau, wo er Laufen und
Langlaufen noch gleichermaßen trainierte. Dann merkte er, dass er ohne
Ski schneller sein kann, und bleibt seitdem beharrlich auf der
Erfolgsspur. Jetzt ist der Student der FH Deggendorf bei der LG Passau
und trainiert dort u.a. bei dem bekannten Olympia-Fackelträger Günther
Zahn. „Tobias hat fast alle niederbayerischen Titel vom 800-Meter-
bis zum 10 000-Meter-Lauf, vom Cross- bis zum Berglauf gewonnen“,
beschränkte sich der 2. Stiftungsvorsitzende wegen der Fülle der Siege
auf eine Zusammenfassung. Er ist mehrfacher Bayerischer Meister,
aber seine bisher beste Saison war die vergangene. Da erreichte er im
Halbmarathon mit der Herren- und Juniorenmannschaft den 2. Deutschen
Meistertitel. Um die Leistungen des ambitionierten Läufers besser
einschätzen zu können, nannte Wanninger ein paar Zahlen. „Tobias‘
Bestzeit auf einer Halbmarathonstrecke mit 21,1 Kilometern waren eine
Stunde, acht Minuten, 5000 Meter schafft er in 15 Minuten. Er läuft 100
bis 150 Kilometer an sechs Tagen in der Woche als Training.“ Schon
allein durch diese Trainingsdisziplin, durch seinen Verzicht auf
Alkohol, Nikotin und ungesundes Essen sei der junge Sportler ein
Vorbild für die Jugend. Wanninger wünschte ihm, dass er seinem Motto
„Ein Vogel fliegt, ein Fisch schwimmt und ich laufe“ noch lange treu
bleiben könne. Die Förderung unschuldig in Not geratener Menschen
ist der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer -Stiftung ein besonderes
Anliegen. Der Verein „Bürger helfen Bürgern“, den Waltraud Madl ins
Leben gerufen hat und leitet, sei ein sehr aktuelles und vorbildliches
Signal, wie die Hilfe für Mitmenschen gelebt werden könne, betonte
Stiftungsvorsitzender Luksch in seiner Laudatio auf die zweite
Preisträgerin. Er erinnerte daran, wie ihm Madl zum ersten Mal
ihre „soziale Idee“ vorstellte. Eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige
hielt sie - gerade im Hinblick auf die Arbeitsplatzsituation in der
Glasindustrie - für dringend notwendig. Sie hatte Helfer, suchte aber
einen Raum. Den konnte ihr Luksch im Keller der Zivildienstschule zur
Verfügung stellen und war ein zweites Mal überrascht: der desolate Raum
war innerhalb einer Woche vollständig saniert. „War ich am Anfang noch
etwas skeptisch, diese ‘Woman-Power‘ hat mich doch sehr beeindruckt“,
gab der Bürgermeister zu. Die Lebensmittelausgabe läuft an. Am
Anfang werden 20 Familien und Einzelpersonen versorgt, inzwischen sind
es fast 90. Ein Verein wird gegründet, um Spendenquittungen ausstellen
zu können. Viele Menschen arbeiten unter der Woche ehrenamtlich, holen
Ware ab, räumen Ware in die Kühl- und Gefrierschränke, kaufen aus
Spenden zusätzlich Lebensmittel. Alles um Gottes Lohn. „Und hinter
allem steht ein Motor: Frau Waltraud Madl“, dankte Luksch und
überreichte ihr Stele, Urkunde und einen Scheck über 50 Euro mit der
„Auflage“, ihn bei einem Abendessen mit ihrem Mann einzulösen. Der
Ehrenamtspreis wurde geschaffen, um den Namen des großen Gönner- und
Stifter-Ehepaares Stockbauer in der Gemeinde in Erinnerung zu halten.
Das Ehepaar hatte fast sein ganzes Leben in Spiegelau verbracht. Dr.
Ludwig Stockbauer arbeitete hier seit 1949 als Zahnarzt. Als er im
Januar 2007 in Passau verstarb, hat er beinahe sein ganzes
Nettovermögen von 2,556 Millionen Euro der Gemeinde Spiegelau über eine
Stiftung hinterlassen. 75 Prozent der Erträge werden jedes Jahr
ausgeschüttet - an Feuerwehren, Sportvereine, Kindergärten,
Seniorenclubs, Schützenvereine, Wohlfahrtsverbände, Frauenbund,
gemeindliche Einrichtungen, Schulen und unschuldig in Not geratene
Bürger in der Gemeinde. Die Höhe der Zuwendung ist abhängig von der
Zahl der Mitglieder (in Vereinen) bzw. der Kinder (in Kindergärten) und
Anträgen auf finanzielle Unterstützung. Heuer wurden 53 759 Euro
verteilt. Vor der Übergabe der Schecks sagte Stiftungsvorsitzender
Luksch, dass das Geld „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeute. „Es soll nicht
dazu verleiten, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern noch
besser und engagierter im Sinne des Stifter-Ehepaares zu werden.“ Er
dankte Anita Süß für die viele Arbeit, die sie für die Stiftung zu
erledigen habe. Es bekamen: FFW Spiegelau 1627 Euro, FFW
Klingenbrunn 2086 Euro, FFW Oberkreuzberg 1661 Euro, TSV Spiegelau 2799
Euro, TSV Klingenbrunn 2176 Euro, SpVgg Oberkreuzberg 3492 Euro,
Aktiv-Sport 1194 Euro, Skiclub 2010 Euro, Schützen Klingenbrunn 1000
Euro, Schützen Oberkreuzberg 1000 Euro, EC Edelweiß 608 Euro,
Tennisclub 1044 Euro, EC Beiwald 800 Euro, Kindergarten Spiegelau 5000
Euro, Kindergarten Klingenbrunn 8127 Euro, Kindergarten Oberkreuzberg
3000 Euro, die Altenclubs Hofmann, Angerer, Klingenbrunn und
Oberkreuzberg je 200 Euro, Frauenbund Klingenbrunn 200 Euro, Bücherei
2825 Euro, Gemeinde zur Mittagsbetreuung 1600 Euro, Gemeinde zum Aufbau
einer Jugendblaskapelle 2110 Euro, Grundschule für Projektwoche 1200
Euro, Gesunde Schule 600 Euro, Bürger helfen Bürgern 2000 Euro,
Caritas-Wohnheim 2800 Euro, VdK Spiegelau und Oberkreuzberg je 200
Euro, Helfer vor Ort 1000 Euro, unschuldig in Not Geratene 592 Euro.
Grafenauer
Anzeiger vom 17. April 2010 Neues Konzept für das Mehrzweckhaus Spiegelauer Räte berieten zu zwei Standortvarianten und müssen noch Fördermöglichkeiten abwarten /Von Hermann Haydn Spiegelau.
Das Planungsbüro Heinrich Scholz legte dem Gemeinderat zwei
Standortvarianten für ein in Klingenbrunn geplantes Mehrzweckgebäude
(Feuerwehr, Gemeindeleben und Loipenbedarf) vor. Dabei könnten die
hohen Kosten jedoch zum Problem werden. Auf 940 572 Euro schätzt das
Planungsbüro die Kosten alleine für zwei Unterstellflächen für
Feuerwehrfahrzeuge, Funktionsbereiche, einen Trakt für
Ausbildungszwecke und Veranstaltungen sowie einen dritten Gebäudeteil,
in der für die vorbeiführende Loipe ein Wärmeraum,
Umkleidemöglichkeiten oder Toiletten untergebracht wären. Zwei
Standorte wurden vorgeschlagen, die in der Nähe des Sportplatzes oder
an der Staatsstraße Richtung Frauenau liegen könnten. Nicht im Preis
eingerechnet ist, dass bereits der Grunderwerb hohe Kosten aufwirft,
und zusätzliche Aufwendungen für Leitungsarbeiten oder geländebedingt
anfallen würden. Als geeignet mit kleineren Einschränkungen wurden
beide Standorte bewertet. Allerdings seien die aktuellen
Förderaussichten eher als gering einzuschätzen. Angesichts der
angespannten Haushaltslage müsse das Projekt auf weitere Möglichkeiten
in Einsparung und Mittelbeschaffung noch genauer abgeklopft werden, so
die Beratung, weshalb die Verwaltung den Auftrag bekam, bis zum 30.
Juni gangbare Wege zu eruieren. Bürgermeister Luksch teilte mit,
dass eine Wanderverbindung zwischen Frauenau und Spiegelau bei Flanitz
neu angelegt wurde und so eine bisherige Trassenführung mit Brücke auf
Privatgrund entwidmet werden kann. Dem stimmte das Gremium zu.
Abgelehnt wurde dagegen ein verkehrsberuhigter Bereich im
Max-Peinkofer-Weg. Nach einer Besichtigung durch Straßenbaubehörde und
Polizei wäre die Problematik nicht so zwingend und könnte mit Maßnahmen
wie einer zusätzlichen Spielplatzabsicherung sinnvoll etwas getan
werden. Kritisiert wurde, dass die Grundstückszäune teilweise zu nahe
an der Straße stünden, und so die Sicht nähmen, während ein
verkehrsberuhigter Bereich gerade über Verengungen auch Verlangsamungen
des Verkehrs bewirken sollten. Neben eventuell nötiger aufwendiger
baulicher Veränderung war ein Argument gegen den verkehrsberuhigten
Bereich, dass dann dort auch nicht mehr geparkt werden dürfte, was die
Anwohner auch bedenken müssten, wenn etwa mal Besuch nicht auf den
Grundstückseinfahrten Platz hätte. Weitere Informationen sollen
eingeholt werden, wie der Eingangsbereich des Natur-Freibades so
gestaltet werden kann, dass der geregelte Eintritt besser überwacht
würde. Verengungen mit Pflanztrögen wurden als weniger effektiv
beurteilt, allerdings würde eine Edelstahllösung mit Drehflügel auch
netto 8000 Euro kosten. Gegen die Stimmen von Kurt Zettl, Peter
Hinterberger und Erhard Wawrzek wurde beschlossen, die Abwassergebühr
je Kubikmeter um 20 Cent auf 2,25 Euro ab 1. Juli anzuheben. Gewartet
soll dagegen noch werden bei den Friedhofsgebühren. Auch hier verlangt
das Landratsamt eigentlich Kostendeckung. Es soll aber noch geprüft
werden, ob dies nicht auch durch Einsparungspotenziale erreicht werden
könnte. Bürgermeister Luksch appellierte an die Bürger, bei den
Abfällen besser darauf zu achten, dass Biomüll nicht durch unbedachtes
Wegwerfen und Vermischen zu teurem Sondermüll gemacht wird. Abgesegnet
wurde ein Vertrag mit der E.ON Bayern AG, um die Wartung von 703
Straßenlampen in der Kommune auch weiterhin gesichert zu halten. Pro
Jahr wird künftig dafür pro Lampe statt bisher 15 Euro knapp 23 Euro
für ein „sorglos Licht-Paket“ aufzubringen sein. Darin enthalten sind
dann turnusmäßige Lampenwechsel, Rostvorsorge, Reinigung, kurze
Reparaturfristen und auch die Kosten, falls ein Autofahrer sich
unbedacht an der Laterne per Delle verewigt und als Fahrerflüchtiger
nicht zu seinem Schaden steht. Abgewartet wird noch bei der
Auftragsvergabe zu einer Beratung in Sachen Breitbandversorgung der
Gemeinde Spiegelau. Ein Berater einer alternativen Firma wird demnächst
einen Vortrag im Gremium halten. Elektrobikes möchte die Gemeinde
vorerst nicht anschaffen, um den Biketourismus im Bayerwald so zu
fördern. Einerseits soll noch nach tatsächlichem Bedarf gefragt werden,
andererseits wurde es als zweifelhaft angesehen, ob die Kommune dann
nicht auch Skiverleih oder andere Aktivitäten anbieten solle. Es sei
eher eine Aufgabe der Wirtschaft, solch einen Bedarf zu erkennen und
mit Angebot zu reagieren.
Grafenauer
Anzeiger vom 16. April 2010 SAXNDI. . . .
. . es ist ein Dilemma. Einerseits soll ja ein Haushalt möglichst
schnell aufgestellt werden, damit die Kommune Planungssicherheit hat.
Andererseits ist es peinlich, wenn man seine Planlosigkeit dadurch
zeigt, indem man Zahlen auf den Tisch zwingt, die nicht belastbar sind.
Darüber braucht man nicht debattieren. So gesehen ist das, was
jetzt in Spiegelau passiert ist, ein Offenbarungs-Eid. Ein Hilfeschrei
- „allein packen wir die FH-Ansiedlung nie und nimmer“. Schon gar nicht
wenn man bedenkt, dass das Zahlenkonstrukt auch ohne die eingeplanten
FH-Millionen wohl kaum die Genehmigung der Rechtsaufsicht im
Landratsamt bekommen würde. Hermann Haydn
Haushalt scheitert schon vor der Beratung Spiegelaus Bürgermeister nimmt Zahlenwerk per Geschäftsordnungsantrag aus der Diskussion Von Hermann Haydn Spiegelau.
Die Spiegelauer Verwaltung steht vor einem großen Dilemma: Einerseits
soll der Haushaltsplan politisch gewünscht frühzeitig auf dem Tisch
liegen. Andererseits sind zu viele Zahlen derzeit unklar, zu viele
Wünsche nach gegenwärtigem Stand unfinanzierbar. Das klare Bekenntnis
am Dienstag: Es wurde viel bedrucktes Papier produziert, wohl wissend,
dass der Plan so nie und nimmer genehmigungsfähig sein würde.
Gigantische Kreditaufnahmen und Spitzenwerte bei der
Pro-Kopf-Verschuldung sowie eine finanztechnische Lähmung auf lange
Sicht wären die Folge. Das Ergebnis war ebenso stringent: Mit einem
Antrag zur Geschäftsordnung wurde die weitere Beratung auf kommende
Sitzungen verschoben. Elke Proßer-Greß fasste die Situation
haushaltstechnisch so zusammen: „Bisher haben wir nur ein Luftschloss.“
Und auch Ernst Ertl zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir sind schon ein
seltsames Gremium.“ Wie oft und wie lange habe man diskutiert über den
Vorlagezeitpunkt. Und jetzt, wo der Haushaltsplan da ist, müsse man ihn
eben doch wieder zurück stellen. Viel Papier für nichts, viele
Überstunden in der Verwaltung und „alles für die Katz“. Vorausgegangen
war eine relativ konfuse Diskussion um gestiegene Personalkosten,
gesunkene Einwohnerzahlen, Überstunden und Resturlaubsansprüche, die in
belastender Zahl vor sich her geschoben würden, Seitenvermerke auf
Verteilerschlüssel zu Klärwerkskosten im Zweckverband mit Riedlhütte
und Möglichkeiten der Liegenschaftsveräußerung. Besonders Gemeinderat
Erhard Wawrzek versuchte dabei an Kostenstellen in der Haushaltsplanung
anzusetzen, wo seiner Meinung nach Dinge in der Vergangenheit aus dem
Ruder gelaufen seien oder weiter einen genehmigungsfähigen Haushalt zu
belasten drohten. Dem hielt Bürgermeister Josef Luksch entgegen,
dass manche Zahlen überbewertet seien, weil beispielsweise zwei
Angestellte in Altersteilzeit oder Freistellungsphase natürlich
übergangsweise mehr Personal als eigentlich nötig bedeuten würden, dass
nach dem langen Winter der Bauhof Überstunden nachvollziehbar
„gebunkert“ habe oder dass nicht zuletzt wegen des Drangs zu einem
frühen Haushaltsplan die Verwaltung viele Extraschichten zu schieben
hatte. Zudem seien bei kritisierten Beschlüssen der Gemeinderat ja
selbst die entscheidende Kraft und müsse eigentlich selbst wissen, was
gut geheißen wurde, statt es anschließend als Kritikpunkt wieder
einzubringen. Die eigentliche Problemlage stelle sich ohnehin anders
dar, so Josef Wanninger. Der vorgelegte Plan ist bereits vor der
Weitergabe rechtlich als Makulatur zu sehen. Das grundsätzlichste
Zahlenwerk kam schon gar nicht per Beamer an die Wand oder öffentlich
auf den Tisch. Aber bei einer nötigen Neuverschuldung in Höhe von
schätzungsweise fünf Millionen Euro und gleichzeitig weg brechenden
Einnahmen in Höhe von einer halben Million führt ohnehin kein Weg zu
einem Plan mit Fundament. Wanninger dazu: Man muss sich auf die
Ausgaben konzentrieren. Eine derart hohe Belastung müsse vermieden
werden, damit man nicht „in die Schuldenfalle rein rauscht“. Selbst
ohne den dicksten Brocken für eine FH-Außenstelle bliebe im derzeitigen
Haushaltsplan noch ein Loch von 1,8 Millionen Euro ungedeckter
Ausgaben. Auch da befürchtet Kämmerer Bruno Donaubauer, dass die
Zinsbelastung auf Dauer zu einem unüberschaubaren Problem anwachsen
könnte. Auf die Frage von Kurt Zettl, wo denn dann die Verwaltung
ansetzen würde, musste Donaubauer den Ball zurück geben: Die Verwaltung
könne ja nicht dem Ratsgremium Empfehlungen geben, wo es den Rotstift
für Investitionen ansetzen solle. Genau diese politische Dimension
wurde jedoch bei der Beratung nur indirekt berührt. Die Bewertung, ob
die Vision FH in der gegenwärtigen Form nur ein Luftschloss ist oder
auch die zuvor stattgefundene Beratung zu Feuerwehr- und
Mehrzweckgebäude mit Loipenhaus (mit ebenfalls einer Investitionssumme
von weit über einer Million Euro) macht derzeit viele Finanzfragen auf,
ohne dass finanztechnische Antworten parat lägen. Auch hier konnte nur
beraten werden was wünschenswert wäre. Auch zu dieser
Haushaltsplansparte konnte Bürgermeister Luksch nur resümieren: „Der
Plan, der jetzt vorliegt, den schicken sie uns zurück.“ Gemeint ist
dabei die nötige Genehmigung im Landratsamt. Günther Schmid wandte dazu
ein, dass dort selbst der Grundstückserwerb schon für die
Haushaltsplanung eine nicht zu nehmende Hürde darstelle. Die
Zwickmühle ist groß. Zuvor wurde auch über Anpassungen bei den
Kostenbeiträgen zu Abwassergebühren und Friedhofswesen diskutiert.
Dabei ging es beispielsweise bei den Kanalgebühren um 20 Cent je
Kubikmeter mehr, die zwar etwa 17 000 Euro Einnahmen erbrächten, die
aber im Gegenzug von den Mehrausgaben für die Kleinkläranlage Althütte
bereits wieder aufgefressen sind. So bleibt trotz der im Gremium schwer
errungener Erhöhung der Kostendeckungsquotient wieder nur bei etwa 77
Prozent. Die Friedhöfe nehmen nur 71 Prozent ihrer Kosten ein. Auch
hier wurde eine vom Landkreis angemahnte Entscheidung über das
Kalenderjahr hinaus mit dem Hinweis vertagt, man könne ja noch an
Einsparungspotenzialen arbeiten. Das Ergebnis insgesamt bleibt
aktuell aber gleich, egal ob an Details noch gefeilt werden könnte: Der
Haushaltsplan hat sich als wohl strittig aber dennoch faktisch als
„indiskutabel“ erwiesen. Die Zurückstellung für eine spätere Beratung
auf konkreterer Datenlage war im Moment unausweichlich.
Grafenauer
Anzeiger vom 6. April 2010 SAXNDI. . . .
. .jetzt geht es also auch dem Pandurenfest an den Kragen. Es wird
verkürzt - auf einen Tag. Es wird konzentriert - um die Mehrzweckhalle.
Auch das Grafenauer Säumerfest stand in der Debatte: Blech- oder
Marschmusik, ein Tag oder ein Wochenende? Haus im Wald oder nur
Grafenau? Ist Weniger mehr? Oder Mehr weniger? Die Antwort kann nur
die Praxis liefern. Dass aber Säumer- und Pandurenfest Markenzeichen
sind, ist sicher. Und deshalb darf man sie auch nicht sterben
lassen. Andreas Nigl
Weniger Zeit für die Spiegelauer Panduren Zum 25. Jubiläum wird nur am 17.Juli an der Mehrzweckhalle gefeiert - Festzug und historisches Lager - Von Ursula Langesee Spiegelau.
Zu ihrem 25. Pandurenfest in diesem Jahr warten die Spiegelauer mit
einem Novum auf: erstmals ist das große Historienspiel nur an einem
Tag, nämlich am Samstag, 17. Juli, dafür dauert es auf dem Festplatz
bei der Mehrzweckhalle bis Mitternacht. Lange Zeit war ohnehin
nicht klar, ob das traditionelle Fest heuer überhaupt stattfinden kann.
Wegen der Diskussion um den FH-Standort stand es lange im Feuer. Denn
kommt die Fachhochschule aufs Gelände des früheren Staatlichen
Sägewerks, dann ist dieser Platz, auf den letztes Jahr erstmals mit dem
Pandurenfest ausgewichen wurde, wieder passé. „Dieses Risiko wollten
wir nicht eingehen. Es hängt ja doch zu viel Planung und Arbeit dran.
Aber wenn wir das Fest heuer ganz ausfallen lassen, besteht die Gefahr,
dass es in Vergessenheit gerät“, erklärt Gemeinderat Kurt Hobelsberger.
Er hat auf Wunsch des Gemeinderates in Vertretung für den erkrankten,
langjährigen Pandurenfest-Organisator Alfred Resch die Durchführung des
Festes in die Hand genommen. Man einigte sich darauf, das
Pandurenlager an der Mehrzweckhalle, das bisher immer am Samstagabend
vor dem Pandurenfest stattfand, und den historischen Festzug vom
Sonntag zusammen zu legen. So beginnt das Jubiläum am Samstag, 17.
Juli, um 14.30 Uhr mit einem Standkonzert der Blaskapelle Schönbrunn am
Lusen bei der Sparkasse. Um 15 Uhr setzt sich von dort aus der
historische Festzug mit der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen und der
Dorfblosn Klingenbrunn in Richtung Festplatz an der Mehrzweckhalle in
Bewegung. Dort eröffnet Bürgermeister Josef Luksch das Fest zu den
Salutschüssen der Hessensteinschützen Klingenbrunn. Unter dem
Motto „ Wir warten auf die Panduren“ beginnt das zwanglose Lagerleben
mit den Auftritten historischer Gruppen wie Stelzengänger, Gaukler,
Trommler und einem „Feuershowspectaculum“. Für Kinder gibt es ein
spezielles Beschäftigungsangebot der Jungen Frauen des Frauenbundes im
Pandurenzelt. Um das leibliche Wohl mit Zwiebelfleisch und
Schwammerlsuppe, Gulaschsuppe überm Feuer, Käse, Fisch, Pizza,
Pandurenbraten, Bratwürsten, Currywurst, Leberkäse, Kuchen, Kaffee,
Bier und Wein kümmern sich der Männergesangsverein, der Frauenbund,
Aktivsport 2000, der TSV, das BRK und der EC Edelweiß. Um dem Jahr 1742
optisch einigermaßen gerecht zu werden, trimmen sie ihre Buden und
Verkaufswägen mit Jute auf historisch. Höhepunkt des Abends ist um
19.30 Uhr die Bühnenaufführung mit den Panduren, dem Hohen Rat der
Gemeinde und der Bürgerwehr Grafenau. 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger, selbst ein begeisterter Laiendarsteller, organisiert die
etwa dreiviertelstündige Szene. Unterstützung bekommt er von
Bühnenautor Eberhard Kreuzer aus Zwiesel, der auch das Grafenauer
Brudersbrunn-Freilichtspiel geschrieben hat. „Wir spielen die
spannungsgeladene Stimmung, bevor die Panduren in den Ort einfallen und
natürlich ihr Auftauchen mit Ross und Reiter - da muss sich richtig was
rühren“, kündigt Hinterberger an. Die Panduren um ihren Anführer
Freiherr Franz von der Trenck mimen die Spiegelauer selbst. In den
letzten Jahren haben sie eine eigene 18-köpfige Truppe der wilden
Reitergesellen aufgebaut, unterstützt vom Pandurenverein aus
Waldmünchen. Die Freunde aus der Oberpfalz können heuer nicht dabei
sein, weil sie an diesem dritten Juli-Wochenende den Auftakt für ihr
eigenes Pandurenfestspiel begehen. „Das ist schade, aber die Verbindung
wird dadurch nicht abreißen“, verspricht Hobelsberger. Nach der
Aufführung geht es mit der Klingenbrunner Dorfblosn bis Mitternacht
weiter. Dann ist Zapfenstreich für Musik, Bier und Wein - aber sicher
noch nicht für so manches angeregte Gespräch an den Tischen. Übrigens:
bei schlechtem Wetter wird in die Mehrzweckhalle ausgewichen.
Grafenauer
Anzeiger vom 27. März 2010 Hotelier beantragt höhere Kurtaxe Spiegelauer Gemeinderat lehnt Gebühr für Loipenbenutzung als nicht praktikabel ab Von Hermann Haydn Spiegelau.
Eigentlich scheint es auf den ersten Blick eher paradox, wenn ein
Hotelier wie Max Stadler als Betreiber der „Residence Hochriegel“ in
Klingenbrunn bei der Kommune beantragt, der Kurbeitrag möge erhöht
werden. Wenn aber damit touristische Marketingmaßnahmen finanziert
würden, schlösse sich doch wieder ein logischer Kreis. Das
kostenlose Bayerwald-Ticket solle damit gegenfinanziert werden, so die
Absicht von Max Stadler. Allerdings stand ein Punkt auf dem
nichtöffentlichen Teil der Sitzung vom vergangenen Dienstag, der
ebenfalls in diesem Themenkreis Beratungen erforderte. Deshalb wurde
dieser Antrag zunächst zurück gestellt. Max Stadler fragte aber
zusätzlich an, ob denn nicht die Loipen im Gemeindebereich ebenfalls
mit einer Art Eintritt belegt werden sollten, wie es am
Bretterschachten mittlerweile üblich sei. Schließlich führen ja auch
Gäste von außerhalb darauf. Ein finanzieller Ausgleich für die
Pflegekosten sei da berechtigt. Josef Wanninger merkte dazu an, dass
die Situation dort ganz anders sei. Während in den tieferen Lagen die
Loipen nicht mehr gingen, habe Bodenmais dort über ein bis zwei Monate
mehr Aufwand zu tragen. Allerdings habe es wegen des
Kostenumlagemodells mit Parkgebühren und Tageskurkarte auch viele
unschöne Szenen gegeben. Der Kassier sei schon „ein armer Hund“, der
die Verärgerung der Langläufer abbekomme. Man mache sich zum einen sehr
unbeliebt mit solchen Ansätzen. Zudem müsste man mit zusätzlichen
Personalkosten rechnen. Peter Hinterberger sagte, dass erst einmal
die Loipeninfrastruktur auf einen besseren Stand gebracht werden müsse,
bevor man über Gebühren reden könne. Ludwig Schopf fügte an, die Gäste
dürften sich nicht doppelt abkassiert fühlen. Während am
Bretterschachten mit einem zentralen Einstieg die Kassenfrage
überschaubar sei, hätte man im Spiegelauer Loipennetz ohnehin keine
richtige Stelle zum Kassieren. Der Antrag wurde dann auch einstimmig
abgelehnt. Einem zweiten Antrag gab der Rat dagegen seine
Zustimmung. An der Tourist-Info fehle das Kreuz als wichtiges
christliches Symbol, so Max Stadler. Bürgermeister Josef Luksch führte
dazu an, dass die Gelegenheit genutzt werden könnte, statt dessen ein
Wegkreuz oder Marterl im Umfeld zu platzieren, das von Totenbrettern
flankiert werden könnte. Auf ihnen solle an verstorbene, verdiente
Bürger der Gemeinde ehrend erinnert werden. Verschoben wurde dagegen
auch der Antrag, an der Nachtloipe in Klingenbrunn zwei Web-Cams
anzubringen, um Region und Angebot entsprechend zu vermarkten. Die
Kosten hierfür wurden auf etwa 4000 Euro geschätzt. An und für sich
positiv bewerteten die Räte die Idee, wenn auch zwei Kameras von Josef
Wanninger als zu viel erachtet wurden. Bürgermeister Luksch soll
weitere Angebote einholen lassen und den Standort auf Machbarkeit
prüfen. Dem wurde bei einer Gegenstimme von Karlheinz Roth zugestimmt. In
einem Schreiben hatte das Landratsamt die Gemeinde aufgerufen,
eventuell wieder Ortsteile in den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner
werden“ zu entsenden. Luksch war etwas zögerlich, weil er wegen
größerer anstehender Aufgaben den Zeitpunkt für unglücklich hielt. Das
Gremium dagegen argumentierte, dass der Wettbewerb gerade mit wenig
Mitteln viel erreichen könne. Bewertungskriterien wie „Aufbruch durch
Zusammenhalt“ würden direkt auch positive Effekte mit sich bringen -
von der Kommunikation im Dorf, über den Blumenschmuck bis zur Pflege
der Fassaden. Zudem werde man sich auch wieder besser bewusst, was für
schöne Orte man ja ohnehin habe, statt nur die Problem-Ecken zu sehen,
so Elke Proßer-Greß. So sei beispielsweise Althütte ein regelrechtes
Kleinod, an dem man gar nicht viel ändern müsse. Bürgermeister Luksch
soll also doch das Gespräch zu den Dorfgemeinschaften und Vereinen
suchen, um eventuell einen Ortsteil ins Rennen zu schicken.
Grafenauer
Anzeiger vom 23. März 2010 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Problemlos
passierten die Bauanträge von Michael Hobelsberger auf Einbau eines
Schlacht- und Kühlhauses in einen bestehenden Stadel und die
Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Oberkreuzberg
Süd-West die Beratungen. Ein Gehweg an der Oberkreuzberger
Kastanienallee, dessen Kostenschätzung bei 30 000 Euro liegt, soll erst
nach einer Besichtigung vom Bauausschuss und den Anwohnern beraten
werden. Wenn er auch für die Schulwegsicherheit als sinnvoll erachtet
werde, müsse man sich doch über weitere Konsequenzen wie
Ausbaubeiträge, Grundstückserwerb, Baumbestand oder Räumpflicht klar
werden. Bei Gegenstimmen von Roth und Zettl wurde dem stattgegeben. Abgelehnt
wurde, an der Kirche in Oberkreuzberg eine Toilette zu errichten. In
einem ähnlich gelagerten Fall wurde das bereits aus Kostengründen
verneint. Bei einer Mauer an der Fuchsensteinstraße muss geschaut
werden, auf welchem Grund sie sich befindet und ob die Straße
ursächlich ist für deren Neigung. Zur Reutecker Straße soll geprüft
werden, was die Sanierung kosten würde, bevor ein Förderantrag zu
stellen ist. Abgelehnt wurde eine „Hundeloipe“ im Gemeindegebiet.
Die Zielrichtung gehe ohnehin in Richtung weniger, aber qualitativ
hochwertiger Angebote. Da der Gast in der Region auch für
Schlittenhundegespanne Strecken finde, solle das genügen. Jede Gemeinde
könne hier eben nicht alles bieten, so Bürgermeister Josef Luksch und
der Platz wäre auch kaum vorhanden, ergänzte Kurt Hobelsberger. Im
Weiteren ging es auch um Ruhebänke, DSL-Versorgung sowie um
Geschwindigkeitsbegrenzungen und Hundekot im Kurpark. Hier könne man
fast nur an die Vernunft appellieren, so der Bürgermeister. Ein Streit
könnte zur Frage entstehen, wer an der Schulstraße welche
Ausbaubeiträge bezahlen musste oder sich ungerecht behandelt sieht. Die kostenlose Nutzung der Mehrzweckhalle soll für Breitensport weiter möglich bleiben. Nur Erhard Wawrzek stimmte dagegen. Ein
älteres Thema ist die Straße von Spiegelau nach Klingenbrunn, wo auf
Höhe der Frauenauer Straße 5 keine Geschwindigkeitsbegrenzung
eingerichtet ist, obwohl dort Kinder zum Schulbus müssen. Bei Messungen
der Polizei ergab sich, dass dort Geschwindigkeiten zwischen 47 und 82
km/h gefahren wurden, weshalb das Landratsamt derzeit keine
Veranlassung sieht, hier etwas zu verändern. Ludwig Schopf merkte dazu
an, dass die Autofahrer freilich langsamer unterwegs seien, wenn die
Polizei dort sichtbar stehe und Günther Schmid kritisierte, dass dort
kein Entgegenkommen auf einer Staatsstraße möglich sei, obwohl an
anderer Stelle sogar Bundesstraßen wie bei Eberhardsreuth zu Gunsten
der Schulwegssicherheit Geschwindigkeits- begrenzungen erhalten könnten. Die Kommune will mit einem Schreiben ihre Sorge an das Landratsamt mitteilen. Eine
kostengünstige Verbesserung wird es für die Anbindung an das
Nahverkehrsnetz an Oberkreuzberg geben, teilte Luksch mit. Mit etwa
1300 Euro werden zwei Linien „zustiegsfähig“. Josef Wanninger regte
eine bessere Kennzeichnung der Linien an, die im ÖPNV-Konzept mit den
Igelbussen verbunden sind. - hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 26. Februar 2010 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Bürgermeister
Josef Luksch informierte den Gemeinderat darüber, dass das Landratsamt
auf Antrag der Gemeinde die Kosten für den Bau eines Gehweges in
Oberkreuzberg entlang der Kastanienallee in Richtung Baugebiet
Braungarten ermittelt habe. Für den Gehweg mit einer Länge von 180
Metern und einer Breite von 1,20 Meter ist mit Kosten von rund 300 000
Euro zu rechnen.
Die Regierung von Niederbayern hat für
Landschaftspflegemaßnahmen in der Mühlberger Senke einen Zuschuss von
4525 Euro gewährt. Bei Aufwendungen von 5656 Euro beträgt der
Fördersatz 80 Prozent.
Einstimmig war der Gemeinderat
dafür, die Grundstücke mit den Flurnummern 408 und 410/3 sowie weitere
Grundstücke der Gemarkung Oberkreuzberg zur Ausweisung von
Gewerbeflächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Bayerischer Wald zu
nehmen.
Deutlich mehr Zuwendung als ursprünglich in
Aussicht gestellt wurde, gibt es für das Klärwerk Spiegelau vom
Wasserwirtschaftsamt Deggendorf - nämlich 860 362 statt 575 437 Euro.
„Ich bin sehr dankbar dafür, das entlastet die Bürger“, kommentierte
Luksch die spürbar höhere Zahlung.
Nach dem Jahresbericht
von Josef Kern, Kommandant der Feuerwehr Klingenbrunn, ist der
Personalstand ausreichend und die Feuerwehr gut ausgestattet. Trotzdem
seien einige Anschaffungen und Umbauten notwendig. Luksch erwähnte
exemplarisch die Diesel-Abgasabsauganlage. Zur Zeit würden die Kosten
dafür ermittelt und sollen Mitte März vorliegen.
Der
Bürgermeister gab bekannt, dass der EC Edelweiß am 5. März im Gasthaus
Weber seinen Aufstieg feiere. Eine Einladung liegt jetzt bereits zu 10
Jahre Balboos Music Garden vor. Dieses Jubiläum wird von 15. bis 17.
Oktober in der Grundschule Spiegelau begangen. - ul
Wegen FH: Haushalt verzögert sich Bis 31. Mai soll Zahlenwerk vorliegen - Wohin kommt die Funk- Antenne? Von Ursula Langesee Spiegelau.
Die Vorlage der Haushaltssatzung verzögert sich um zwei Monate. Statt
bis 31. März soll das Zahlenwerk jetzt spätestens bis 31. Mai im
Gemeinderat auf den Tisch. Bürgermeister Josef Luksch hatte bei der
Gemeinderatssitzung am Dienstag Abend die Verlängerung vorgeschlagen,
weil noch nicht sicher sei, was die Ansiedlung der FH-Außenstelle in
Spiegelau koste. Einen Nachtragshaushalt möchte er vermeiden. Kämmerer
Bruno Donaubauer bestätigte, dass die übrigen Vorarbeiten zum Haushalt
zu 90 Prozent abgeschlossen seien. Die Verlängerung der Laufzeit
schmeckte Gemeinderat Erhard Wawrzek als Verfechter eines so früh wie
möglich vorliegenden Haushaltsplans gar nicht: „Wir brauchen zumindest
ein Grundgerüst, denn ganz ohne Haushalt ist es unheimlich schwierig.
Ich fürchte, dass wir auch bis Mai keine konkreten Zahlen haben und um
einen Nachtragshaushalt nicht umhin kommen.“ Dazu ergänzte Donaubauer,
dass die Aufstellung des Haushaltsplans nicht nur eine zeitliche Frage
sei: „Wir haben jetzt schon eine nicht unbedeutende Neuverschuldung
drin, wenn die FH-Kosten in einem Nachtragshaushalt dazu kommen, dann
haben wir eine Doppelverschuldung.“ Josef Wanninger möchte Zahlen
sehen, um zu wissen, „wo wir uns hin bewegen“. Luksch bat die
Mitglieder des Finanzausschusses, die Zahlen an ihre Fraktionskollegen
weiter zu geben. Unverständnis im Gemeinderat erntete die Absicht
des Landratsamtes, der Deutschen Plakatwerbung GmbH mit Sitz in Koblenz
die Baugenehmigung für eine fast zwölf Quadratmeter große Werbetafel an
der Hauptstraße zwischen dem Mietshaus Ebner und der VR-Bank zu
erteilen. Der Gemeinderat hatte bereits bei seiner Sitzung im
April 2009 dieses Ansinnen aus „gestalterischen Gründen“ einmütig
abgelehnt. Dieser Entscheidung folgte das Landratsamt am 15. Oktober
und verweigerte die Baugenehmigung. Darauf reichte der Antragsteller
Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht ein. Nach einem Urteil des
Gerichts beabsichtigt das Landratsamt, der Klage abzuhelfen und den Bau
zu genehmigen. Dafür wird das gemeindliche Einvernehmen
rechtsaufsichtlich ersetzt. Bevor dies geschieht, wurde der Gemeinde
Gelegenheit gegeben, die Einvernehmensverweigerung zu überdenken. „Ich
verstehe die Welt nicht mehr. Vor fünf Jahren wurde es dem TSV Preying
verboten, Bandenwerbung entlang der B 85 zu machen und jetzt erlaubt
man eine riesige Werbetafel neben der Straße“, schimpfte Peter
Hinterberger. „Das ist nicht nachvollziehbar, wir sollten zu unserem
Beschluss stehen“, forderte Karlheinz Roth. Seine Kollegen schlossen
sich an und mit 13:0 Stimmen wurde die Ablehnung vom April 2009
bekräftigt. Zwar wird jetzt für den Rettungsdienst der Digitalfunk
in Bayern eingeführt, in einigen Gegenden funktioniert er aber für
Handfunkgeräte nicht. Dazu gehört auch das Kerngebiet des Bayerischen
Waldes vom Dreisessel bis Waldmünchen. Dieses Gebiet wird mit einem
Gleichwellennetz ausgestattet. Dafür müssen an bestimmten Stellen
Antennen angebracht werden. In der Gemeinde wäre nach einem
Schreiben von Bergwacht-Regionalleiter Manfred Falkner auf dem
Aussichtsturm in Oberkreuzberg der geeignete Platz. Dieser Standort
würde auch die Ostseite des Lusen abdecken. Die ca. einen Meter hohe
Antenne könnte voraussichtlich - von außen nicht sichtbar - unter dem
Dach angebracht werden. Der Schaltkasten würde im Innenraum des Turmes
Platz finden. Der Gemeinderat war grundsätzlich dafür, die Bergwacht
dabei zu unterstützen, schnell und wirkungsvoll Hilfe leisten zu
können. Allerdings hielt Luksch den Turm für nicht so geeignet, weil er
Vandalismus am öffentlich zugänglichen Schaltkasten befürchtet. Günter
Schmid wies darauf hin, dass die Kabelverlegung wegen der vielen Felsen
am Turm schwierig werden könnte. Als Alternativen schlug der
Bürgermeister den Wasserhochbehälter in Oberkreuzberg und die
Forstamtsquelle in Klingenbrunn vor. Jetzt soll überprüft werden, ob
diese Alternativen auch technisch geeignet sind. Der gesamte
Gemeinderat war für diese Lösung.
Grafenauer
Anzeiger vom 8. Februar 2010 Dem
Landrat fehlte das richtige Zielwasser / Schirmherr beim
Bayern1-Winterfestival braucht lange für fünf Treffer beim
Promi-Biathlon - 3000 Gäste im Sägewerk Von
Ursula Langesee Spiegelau.
Vielleicht waren es die grünen und roten Lämpchen am Schießstand, die
den „schwarzen“ Landrat Ludwig Lankl irritierten, vielleicht waren
Wasser und Spezi nicht das richtige Zielwasser: auf jeden Fall haben
Lankls mangelnde Schießkünste seinem Team mit Frauenaus Bürgermeister
Herbert Schreiner, Musiker Christian Balboo Bojko und Christoph Eder
vom Inline-Nationalteam beim Prominenten-Biathlon im Rahmen des Bayern
1-Winterfestivals im alten Sägewerk den Sieg gekostet. Sieger
wurde das Bayern 1-Team mit Moderator Uwe Erdelt, Franz Baumgartner,
Maximilian Berg und Nicolas Foltin, die komplett in Skikleidung aus den
30-er Jahren aus dem Kostümfundus des Bayerischen Fernsehens antraten.
Sie schafften es am schnellsten, in Schneeschuhen oder auf
Langlaufskiern die ca. 400 Meter lange Strecke an der Sortierhalle mit
Steigung und Abfahrt zu absolvieren und dann mit dem Lasergewehr fünf
grüne Lämpchen zum Leuchten zu bringen. Auf Platz drei
landete das
Team 3 mit Pfarrer Rupert Wimmer, Bürgermeister Helmut Vogl von St.
Oswald-Riedlhütte, 3. Bürgermeister Peter Hinterberger von Spiegelau
und Tobias Schreindl, niederbayerischer Meister im Crosslauf. Der
Promi-Lauf war der Höhepunkt des Bayern1-Winterfestivals, zu dem am
Samstag gut 3000 Besucher gekommen sind. Für sie alle war es eine
Riesengaudi, Pfarrer Wimmer mit wehenden Ohrenklappen beim
Schneeschuhsprint zu erleben oder Schirmherr Lankls verzweifelten
Hechtsprung ins Ziel. Auch beim Geschicklichkeitsparcours mit
Wassertransport am Feuerwehrhelm und Skistangen-Speerwerfen hatte
Bayern 1 die Nase vorn. Spaßtelefonist Bernhard Ziegler füllte den
Maßkrug schneller als zum Beispiel der Spiegelauer Gemeinderat Josef
Wanninger. Die Vereinsgemeinschaft aus Feuerwehr Spiegelau mit
Kurt
Hobelsberger und Skiclub Spiegelau mit Hans Achatz hat das
Winterfestival organisiert und bekam dafür viel Lob von den
Radiomachern. Alles lief nach dem Startschuss der Böllerschützen
Klingenbrunn perfekt, es gab keine Unfälle, keine Pannen. Vor dem
Promi-Biathlon waren die Langlaufsprints mit über 50 Teilnehmerinnen
und Teilnehmern in Schüler-, Jugend- und Herrenklassen (darüber
berichten wir in der morgigen Ausgabe). Die Waldbahn hatte extra ihren
Zwei-Stunden-Takt bis 24 Uhr ausgeweitet und viele nutzten dieses
Angebot, ohne Auto das Winterfestival genießen zu können. Sogar aus
Amberg reisten Gäste für ein paar Stunden Unterhaltung an. Nach den
sportlichen Höhepunkten ging es mit dem Kabarettisten Toni Lauerer und
der Bayern 1-Band auf der Bühne in der Sortierhalle bis Mitternacht
weiter. Bei optimalem Sound von Franz und Alex Baumann bot die Band
fetzige Unterhaltung mit Oldies und Après-Ski-Hits. Die Besucher
machten begeistert mit und bewiesen immense Ausdauer. Die Letzten
gingen um halb 2 nach Hause. Zum Nachhören: Heute zwischen 6
und 9 Uhr berichtet Bayern 1 vom Samstag in Spiegelau.
Grafenauer
Anzeiger vom 8. Januar 2010 Gemeinderat beschließt
Alkoholverbot Es gilt für alle Beamten, Mitarbeiter und
Beschäftigten der Spiegelauer Verwaltung Von Ursula Langesee Spiegelau.
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag Abend dem Antrag der
Freien Wähler auf ein Alkoholverbot in der Gemeindeverwaltung Spiegelau
für alle Beamten, Mitarbeiter und Beschäftigten mit sieben zu fünf
Stimmen zugestimmt. 2. Bürgermeister Kurt Zettl, der in
Vertretung
für den erkrankten Bürgermeister Josef Luksch die Sitzung leitete,
erklärte vorweg, dass das Alkoholverbot nicht für die Pausen und die
Mittagszeit gelte und es keinen Fall von Alkoholmissbrauch gegeben
habe. In Vorgesprächen hätten der Bauhof und die Verwaltung diesem
Verbot zugestimmt. Trotzdem erschien Gemeinderat Günter Schmid
(SPD)
dieser Antrag „sinnlos wie ein Kropf“ und er verlangte von den Freien
Wählern, sie sollen ihn zurückziehen. „Wir machen uns lächerlich im
ganzen Landkreis. Überall wird man angesprochen und gefragt: ‘Sauft‘s
ihr so viel, dass ihr ein Alkoholverbot braucht?‘ Dabei wird bei jeder
Einstellung der Mitarbeiter ohnehin darauf hingewiesen, dass er bei
Alkoholfahrten mit Konsequenzen zu rechnen hätte.“ Auch
seine
Fraktionskollegen Ernst Ertl und Erich Bachmann verstanden die Art und
Weise nicht. „Wenn ein Anlass da ist, kann man sich mit dem Personalrat
unterhalten, man kann ein Rundschreiben herausgeben. Aber warum muss
dieses Thema in einer öffentlichen Sitzung behandelt werden?“ „Eine
nichtöffentliche Sitzung würde die ganze Sache noch interessanter
machen. Außerdem muss dieser Antrag öffentlich behandelt werden, weil
der Dienstherr darüber entscheiden muss. Und der Dienstherr ist der
Gemeinderat“, rechtfertigte Zettl den Schritt. FW-Fraktionssprecher
Erhard Wawrzek wies darauf hin, dass dieser Antrag bereits vor vier
Jahren gestellt, aber damals nicht behandelt worden sei, weil nicht
klar gewesen sei, dass der Gemeinderat in seiner Gesamtheit und nicht
nur der Bürgermeister als Dienstherr darüber befinden müsse. Nach einem
Beratungsgespräch mit der Rechtsaufsicht des Landratsamtes habe seine
Fraktion nun diesen Antrag ein zweites Mal vorgelegt. „Ich finde es
gut, dass sich die Mitarbeiter der Gemeinde zum Alkoholverbot bekennen
und dieses Thema nicht im Hintergrund, sondern öffentlich behandelt
wird“, betonte Wawrzek. Für Elke Proßer-Greß (SPD) und
Karlheinz
Roth (CSU) war es dennoch eine „unwürdige Diskussion“, durch die der
Öffentlichkeit ein falscher Eindruck vermittelt werde. „Warum kommt so
ein Punkt ohne Anlass auf die Tagesordnung?“, fragte Roth. Proßer-Greß
wollte wissen, ob der Personalrat an der Entscheidung beteiligt worden
sei. „Wir haben im Vorfeld mit einem Teil davon gesprochen. Verwaltung
und Bauhof haben dem Antrag zugestimmt. Von Rechtswegen muss der
Personalrat nur gehört werden, mitbestimmen darf er nicht“, stellte der
Vorsitzende klar. Zettl bat darum, den Antrag nicht zu
zerreden.
So kam es zur Abstimmung. Sieben Gemeinderäte waren für das
Alkoholverbot, fünf waren dagegen. Spiegelau ist damit sicher
nicht
die erste und einzige Gemeinde im Landkreis, die für ihre Verwaltung
ein Alkoholverbot ausspricht. Eine genaue Zahl lässt sich aber nicht
nennen. „Darüber haben wir keinen Überblick, denn die Gemeinden müssen
uns ihre Abstimmungen nicht melden. Das ist eine interne
Angelegenheit“, sagte Landratsamt-Juristin Judith Wunder auf Anfrage
des „Grafenauer Anzeigers.“ Nach einer Mitteilung des
Innenministeriums zum Digitalfunk beteiligen sich die Kommunen mit drei
Mio. Euro pro Jahr an den Betriebskosten und stellen dem Freistaat
unentgeltlich geeignete Antennenstandorte zur Verfügung. Im Gegenzug
erhalten die Kommunen eine 80-prozentige staatliche Förderung der
digitalen Endgeräte. Spiegelau hat bereits den Hochbehälter der
Forstamtsquelle als Standort vorgeschlagen und wird weitere Standorte
melden. Die Gemeinde möchte heuer eine Verbesserung beim
ÖPNV von
Klingenbrunn und Oberkreuzberg nach Spiegelau und schrieb deshalb ans
Landratsamt. Die Bürger, aber auch die Feriengäste aus den Ortsteilen,
sollen Arztpraxen, Apotheken, Lebensmittelmärkte, die Igelbusse und die
Waldbahn besser und öfter erreichen können. Zusätzliche Fahrten - auch
samstags, sonntags und in der schulfreien Zeit - sollen angeboten und
dabei die Haltestellen Klingenbrunn, Oberkreuzberg, Beiwald, Spiegelau
P+R, Spiegelau Glashütte berücksichtigt werden. Gemeinderat Josef
Wanninger bat die Verwaltung, an diesem Thema „dran zu bleiben“, damit
der Igelbus auch im Winter so regelmäßig wie im Sommer fahren könne.
Mit der Anhebung des Kurbeitrags im Winter von jetzt 80 Cent auf den
Sommertarif von 1,30 Euro wären die Kosten dafür abgedeckt.
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