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Grafenauer Anzeiger vom 24. August 2010

Glas-FH - noch heuer rollen die Bagger
Interview des Grafenauer Anzeigers mit Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch
Spiegelau. Die Glas-FH in Spiegelau scheint in trockenen Tüchern. Die Gemeinde hat es nach mehreren Anläufen geschafft, einen Haushalt aufzustellen, der den eigenen Finanzierungsanteil sichert. Wir haben uns mit Bürgermeister Josef Luksch über die höhere Belastung für die Bürger, den Zeitplan und etwaige Gründe unterhalten, warum die Sache dennoch scheitern könnte.
  Gratulation. Was lange währt, wird endlich gut. Ist Ihnen jetzt ein Stein vom Herzen gefallen, dass die FH in trockenen Tüchern ist?
 Danke für die guten Wünsche. Ich bin nicht abergläubisch, aber die Gratulation nehme ich erst bei der Einweihung für die Gemeinde, für die ganze Region entgegen. Der Gemeinderat hat sich seine Entscheidung zur Standortwahl und die finanziellen Entscheidungen zur Gestaltung des Haushaltsplanes und zur Gestaltung der Finanzplanung sicher nicht leicht gemacht.
Mein Dank gilt allen Gemeinderäten, die durch - teilweise auch emotional geführte - Diskussionsbeiträge viele Facetten dieser Problematik deutlich gemacht haben, die durch Kooperation über Parteigrenzen hinweg diesen Weg erst ermöglichten. Mein Dank gilt den Kreisräten des Kreistages des Landkreises Freyung-Grafenau, allen voran Landrat Lankl, die durch den Beteiligungsbeschluss des Landkreises diese Zukunftsinitiative für unsere Region überhaupt durchführbar gemacht haben.
 Denn alleine konnten wir es nicht schaffen. Der berühmte Stein, der mir vom Herzen fallen soll, wird aber erst dann fallen, wenn eine erste Firma die Nähe des Anwenderzentrums sucht und sich in unserer Region ansiedelt.
 Ich bin auch nicht blind oder taub gegenüber den Sorgen eines Teiles unserer Bevölkerung, die das Risiko eines Anwenderzentrums sehr hoch bewertet und hohe Gebühren und Steuern befürchtet.
Aber noch mal zur Erklärung: Die Anpassung der Gebühren bei den kostenrechnenden Einrichtungen wie Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Friedhöfe ist eine Anpassung, die mit dem Anwenderzentrum nichts zu tun hat. Diese Kostendeckungspflicht ergibt sich aus dem Kommunalen Abgabengesetz. Seit dem Jahre 2003 haben wir von unseren Bürgern nicht diejenigen Kosten erhoben, zu denen wir gesetzlich verpflichtet gewesen wären, sondern diese Defizite durch andere Steuermittel ausgeglichen. Hier müssen wir wie alle anderen Gemeinden handeln und in Zeiten knapperer Einnahmen der Kommunen unsere finanziellen Kräfte konzentrieren.
Sehr wohl mit dem Anwenderzentrum zu tun hat aber die Anhebung der Hebesätze für die Grundsteuer. Dies ist ein Opfer, das alle Liegenschaftsbesitzer in der Gemeinde trifft.
Ich bin sicher, dass das System der Anwenderzentren funktioniert. Dann werden aber auch alle Liegenschaften in der Gemeinde ihre Verkehrswerte erheblich steigern können.
Es geht schnell weiter. Diese Woche gibt es Gespräche mit dem Notariat Saumweber in Grafenau zur Erstellung eines GmbH-Vertragsentwurfes für die Betreibergesellschaft bestehend aus Landkreis und Gemeinde.
 Außerdem gibt es Gespräche mit Fachbüros, die eine Ausschreibung eines PPP-Projektes (Private,öffentliche Partnerschaft) erstellen können und dies in der Vergangenheit schon bewiesen haben.Gleichzeitig wird ein „Raumbuch“ erstellt, in dem festgelegt wird, wie welche Räume aussehen und ausgestattet sein sollen. Natürlich werden Landkreis und Gemeinde hier auf einen wirtschaftlichen und sparsamen Einsatz öffentlicher Mittel drängen.
Diese Bauleistung soll so ausgeschrieben werden, dass ein privater Investor das Gebäude erstellt und die Betreibergesellschaft dieses Gebäude anmietet und an das Anwenderzentrum weitervermietet. Nach fünf Jahren übernimmt das Anwenderzentrum die Betriebskosten und einen Großteil der Mietzahlungen.Die Ausschreibung soll schnellstmöglich erfolgen, ebenso wie die Vergabe. Baubeginn auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks ist so schnell wie möglich. Auf alle Fälle noch 2010.
 Wer das Gebäude errichten wird, kann ich heute noch nicht sagen. Dies wird die Ausschreibung ergeben.
  Das FH-Gebäude kommt, doch wie schaut es mit dem Campus drumherum aus? Das soll ja quasi in Privatinitiative, von ansiedlungswilligen Firmen gebaut werden. Gibt es da schon Interessenten?
Der Campus, also das Feld,ist der Bereich der beackert werden muss. Natürlich brauchen ansiedlungswillige Firmen Räume in denen sie sich gewerblich betätigen können. Es gibt derzeit Gespräche mit zwei Investmentfirmen aus dem niederbayerischen Raum, die Industrielle Gebäude auf eigene Kosten und auf eigene Rechnung errichten und anbieten wollen. Kernpunkt einer Betreibergesellschaft muss es sein, Firmenkontakte herzustellen. Kernpunkt einer Betreibergesellschaft muss es auch sein aggressive Werbung für unsere Wirtschaftsregion zu betreiben.
Klar ist aber auch, dass weder Gemeinde noch Landkreis Geld dafür haben einen Campus zu errichten oder finanziell zu unterstützen. Aber diese Dinge laufen auch in Teisnach schon privat.
  In einem früherem Interview mit dem Grafenauer Anzeiger, in dem es auch um die Ansiedlung der Glas-FH ging, haben Sie auch Kritik an der Bayerischen Staatsregierung geübt. Die würde quasi den von der Glaskrise betroffenen Kommunen ein FH-Geschenk machen, aber diese dann in Sachen Finanzierung im Stich lassen. Ganz nach dem Motto: Da habt ihr die Sache, jetzt schauts, wie ihr damit fertig werdet. Ist diese Kritik noch aktuell?
Die damalige Kritik stand unter dem Vorzeichen, dass eine Kommune für fünf Jahre je 600 000 Euro alleine schultern hätte müssen. Dazu wäre keine Kommune in unserer Region fähig gewesen. Auch 150 000 Euro pro Jahr - Laufzeit fünf Jahre - sind für die Gemeinde Spiegelau ein sehr harter Brocken. Die Kritik ging auch dahin, dass der Ballungsraum Nürnberg-Fürth nach der Quelle-Pleite besonders von der Förderung des Freistaates profitieren sollte. Diese Förderungszusage in Höhe von 105 Millionen Euro besteht nach Kabinettsbeschluss weiter. Ein sehr kleiner Teil dieser Gelder hätte uns viele Sorgen erspart.
Es gibt aber über das Gespräch mit dem Herrn Ministerpräsidenten im August letzten Jahres hinaus in der Bayerischen Staatskanzlei auch eine Initiative der örtliche CSU-Fraktion im Gemeinderat, die den Herrn Ministerpräsidenten um weitere finanzielle Unterstützung bittet.
Ist diese Kritik noch aktuell? Hilfe ist notwendig. Darüber sind wir uns einig. Fünf Millionen Euro für fünf Jahre sind gut. Darüber sind wir uns einig. Haben wir im Frankenland und im Bayerischen Wald dieselben infrastrukturellen Voraussetzungen? Wohl kaum. Darüber sind wir uns auch einig.
Das Anwenderzentrum ist ein Geschenk - und nur wenige wissen, mit welchen politischen Problemen zu kämpfen war, bis diese Gelder aus dem Staatshaushalt freigeschaufelt werden konnten. Nehmen wir alle dieses Geschenk an. Versuchen wir trotz aller finanziellen Schwierigkeiten dieses Geschenk zum Erfolg zu führen. Für die Gemeinde, für die Region.
Das Interview führte Andreas Nigl


Grafenauer Anzeiger vom 21. August 2010

Der Spiegelauer Haushalt ist beschlossen - Mehrheit spricht sich für Sparen, höhere Belastung, Konsolidierungskurs und Anwenderzentrum aus - FW lehnt geschlossen ab
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Im vorerst jüngsten Anlauf des Spiegelauer Gemeinderates zu einem genehmigungsfähigen Haushalt und Investitionsplan ging es am Donnerstag nun überraschend schnell, bis die Abstimmung als positives Signal dafür gesetzt wurde, dass die Räte das eingeschlagene Spar- und Konsolidierungspaket nutzen wollen, um die Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern und als wichtigste Investitionen Anwenderzentrum und Gewerbegebiet zu stemmen. Kritik und Gegenstimmen gab es von den Freien Wählern, die die Mehrbelastung der Bürger über Wasser, Kanal, Bestattungswesen und Grundsteuer als zu hoch ansehen und vor einer Lähmung in der Zukunft warnen.
Bürgermeister Josef Luksch bedankte sich ausdrücklich bei Karlheinz Roth und Elke Proßer-Greß für die Zusammenarbeit in den vergangenen Tagen, um am Montag den Kreisfraktionsführern und am Donnerstag dem eigenen Rat einen gangbaren Weg zu zeigen.
Als ein wesentliches Element daraus ergab sich, für das Anwenderzentrum die Gründung einer Betreiber-GmbH, die es ermöglicht, das kommunale Zahlenwerk nun anders aufzustellen.
So belasten die Aufwendungen für das Anwenderzentrum im Planungszeitraum 2011 bis 2013 dann nicht mehr den Verwaltungshaushalt, sondern finden als Zuschuss für die Betriebs-GmbH ihren Niederschlag im Vermögenshaushalt, wo über Fälligkeiten und Zinsgegebenheiten kameralistisch effektiver gestaltet werden kann, wenn es um die Genehmigungsfähigkeit vor der Rechtsaufsicht geht.
Auf lange Sicht wird sich dadurch aber auch eine weitere Erhöhung des Schuldenstands der Kommune ergeben. Zum 31.12.2010 wird die Pro-Kopf-Verschuldung bei etwa 1 300 Euro liegen, wobei Vergleichsgemeinden statistisch hier bei etwa 643 Euro lägen. Das entspricht einem Schuldenstand in Spiegelau von 5 246 000 Euro und wird bis 2013 voraussichtlich um weitere 2,1 Millionen Euro steigen.
Dennoch soll nach dem laufenden und kommenden Jahr, in denen zwischenzeitlich die Kosten für kommunale Schulden mit neuen Schulden bezahlt werden müssen die freien Finanzspannen in 2012 und 2013 wieder ganz leicht ins Positive rücken. Allerdings wird der Spielraum der Kommune dennoch denkbar eng ausfallen und noch weiteren Faktoren unterworfen sein, die jetzt noch nicht absehbar sein können. So soll über einen geplanten Hausverkauf Geld als Einnahme fließen, wobei der schwierige Immobilienmarkt da derzeit die Hoffnungen etwas zu trüben scheint.
Zudem wandte Erhard Wawrzek ein, dass eine in 2011 „durchgeschleuste Million“, die durch Zuwendungen „bezahlt“ sei, nicht wirklich die ganze Summe abdecke, sondern die negative Finanzspanne von 143 000 Euro auf bis zu 205 000 erhöhe, was die nächsten Jahre bereits wieder mit belaste. Ebenso sei in 2010 schon mehr ausgegeben worden, als man sich eigentlich genehmigen habe wollen.
Nicht noch einmal die ganze Diskussion aufrollen wollte Bürgermeister Luksch lassen. Es habe genug Gespräche gegeben, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Selbst wenn es sehr knapp aussehe, sei der Haushalt doch auf Nachhaltigkeit gemünzt, um FH und Gewerbegebiet möglich zu machen. Verständnis für die Sorgen hatte auch Karlheinz Roth. Allerdings kritisierte er auch, wenn die Haushaltsdebatten mit kurzfristigen Investitionswünschen wieder verkompliziert würden. Ab 2014 sei zu hoffen, dass die Möglichkeiten der Konsolidierung wieder besser aussähen. Dann könne man auch wieder mit höherer Liquidität rechnen. Es sei kein besonders guter Haushalt, aber ein Werk, auf das man dennoch stolz sein könne. Es ergebe sich so die Möglichkeit, Ziele zu verwirklichen.
Elke Proßer-Greß sah es auch als positives Signal gegenüber Professor Sperber, dem Kreis und die Bürger, dass die Arbeit nun doch gefruchtet habe, selbst wenn ein schwieriger Konsolidierungskurs damit weiter unumgänglich werde. Auch Luksch fügte dazu an, dass man die Bereitschaft der Bürger nicht unterschätzen solle, dass die auch mit hoher Belastung dennoch hinter den Projekten der Zukunft stünden. Eine Bürgerversammlung am 17. September wird dazu Klärung bringen.
Ludwig Schopf und seine Kollegen von den Freien Wählern wollten unisono dem Haushaltsentwurf nicht zustimmen, da die Belastung für den Bürger zu sprunghaft und zu hoch anstiegen. Peter Hinterberger kritisierte, dass mit diesem Haushalt auf lange Sicht alles Weitere blockiert würde, auch die älteren Anträge, die noch einzubringen versucht worden waren und wo dadurch hohe Fördermöglichkeiten verschenkt würden.
Bürgermeister Luksch verwies aber nochmals darauf, dass die Erhöhungen bei den kostendeckenden Einrichtungen ohnehin unumgänglich gewesen seien und nicht ursächlich mit der FH zusammen hingen. Im Vorbericht von Kämmerer Bruno Donaubauer war durchaus eine große Besorgtheit darüber herauszulesen, dass einige Faktoren der Haushaltsgestaltung auch große Risiken bergen würden. Die Gemeinde solle sich in jedem Fall auf die reinen Pflichtaufgaben zurück ziehen.
Mit den Stimmen von SPD und CSU und gegen die Stimmen der anwesenden FW-Fraktion mit Schopf, Hinterberger und Wawrzek wurden schließlich Haushalt 2010 und Finanzplanung bis 2013 gebilligt.
Im Zusammeenhang mit der FH-Ansiedlung existieren noch zwei kreisrelevante Anträge. Gerhard Drexler fordert, dass der Landkreis eine Dachorganisation für Wissenschaft, Forschung und Existenzgründung schafft und damit die Trägerschaft für das IGZ Waldkirchen, die Technologie-Transfer-Zentren und Technologiecampis Freyung, Spiegelau und ggf. Grafenau übernimmt. Die Freien Wähler beantragten über Alexander Muthmann, dass nicht bis zur nächsten regulären Sitzung des Kreistags gewartet werden dürfe, bis das Thema Glas-FH wieder auf den Tisch komme und dann möglicherweise alle wichtigen Entscheidungen schon gefallen seien. „Der Kreistag als maßgeblicher Mitfinanzier des Gesamtprojektes muss rechtzeitig über die Entwicklungen informiert werden“.


Grafenauer Anzeiger vom 20. August 2010
Glas-FH: Auch Grafenau stünde bereit - Lindner-Gebäude wäre eine Option
Grafenau. SPD-Stadtrat Martin Hartmann brachte mit seiner Anfrage den Stein ins Rollen. Er wollte wissen, ob die Stadt Grafenau in Sachen Ansiedlung Glas-FH denn nicht tätig werden könne, sollte es in Spiegelau nichts daraus werden. „Der Standort sollt nicht in den Landkreis Zwiesel abwandern“.
Am 16. September findet ein Treffen mit Verantwortlichen der FH statt, so Bürgermeister Peter. Auf Nachfrage des Grafenauer Anzeigers betonte er, dass man das Lindner-Gebäude in der Reismühle anbieten werde. Es gehe in erster Linie um den Bereich Logistik-FH, der ja in Grafenau verwirklicht werden solle. „Es wäre aber durchaus denkbar, dass das Glas da einziehen könnte“. Die geschlossene Firma Lindner hat ja mit Glas zu tun gehabt. Für Spiegelau ergibt sich daraus eventuell ein weiterer Konkurrenzfaktor. Denn wenn die Haushaltsklärung nicht den entscheidenden Schritt vorweisen kann, stünden auch noch weitere zwei Kommunen nach Informationen des Grafenauer Anzeigers für Gespräche parat. - an/hpd



Grafenauer Anzeiger vom 14. August 2010

FH-Standort: Schaut Spiegelau in die Röhre?
Zwei Bewerber stehen Gewehr bei Fuß  /
Von Hermann Haydn
Spiegelau. „Noch ein Jahr länger, und es ist Feierabend.“ Professor Peter Sperber lässt keinen Zweifel offen. Auf die Spiegelauer Sitzung von Donnerstag angesprochen, zeigte er völliges Unverständnis dafür, dass nun neuerlich eine Verzögerung in Kauf genommen werden sollte. Mittlerweile sickerte durch, dass zwei Alternativstandorte ihren Hut in den Ring geworfen hätten.
Man hätte alternativ auch einen Blick nach Teisnach werfen können, wo mittlerweile schon 13 Millionen Euro in den Standort investiert worden seien, ohne dass Ausschreibungsvorgaben die Sache wesentlich verkompliziert hätten. Und selbst dort, wo eine europaweite Ausschreibung nötig geworden wäre, sei dies auf sechs Wochen zu bewerkstelligen, so Sperber.
Über das Ergebnis der Beratungen in Spiegelau, das genau genommen erneut kein wirkliches Ergebnis erzielen hatte können, war er am Freitag noch nicht informiert, aber dennoch, nach dem Anruf des Grafenauer Anzeigers, sehr irritiert. Am kommenden Montag sei ein Gespräch mit Landrat Ludwig Lankl vor Ort geplant. Aber statt um Nägel mit Köpfen könne es da eher um die Frage gehen, ob damit der Zug nun endgültig abgefahren sei? Professor Peter Sperber zog als Fazit, dass es mangels klarer Haushaltslage in Spiegelau eigentlich schon so weit wäre, dass zwei Alternativstandorte, die brennend darauf warten würden, hier zuschlagen zu dürfen, jetzt schon die besseren Karten hätten. Es wird sich also zeigen müssen, ob am Montag noch ein Spiegelauer Trumpf gespielt werden kann oder die Partie für den Glasmacherort in Sachen FH-Anwenderzentrum verloren ist?

SAXNDI. . .
. . .„die Hausaufgaben nicht gemacht!“ Das ist eine der meistgebrauchten Redensarten, die derzeit im Spiegelauer Gremium benutzt werden.
Am Montag kommt der Professor und fragt in Theorie und Praxis ab. Seit der Bekanntgabe, dass Spiegelau einen Standort erhalten könnte, ist abzüglich großer Ferien ein Schuljahr vergangen. Spiegelau freute sich, Spiegelau sorgte sich, Spiegelau bastelte sich eine komplizierte Gleichung mit vielen Unbekannten. Aber statt am Lösungsansatz parallel ebenso viel Mühe zu investieren, hat der Schüler Spiegelau selbst noch nicht einmal eine Kreidezeichnung vom FH-Gebäude auf der Schiefertafel dabei. Hätte Nachhilfelehrer Max Hilz nicht die wenigen bekannten Informationen zusammengekratzt, um das Ergebnis wenigstens einmal visuell aufzulösen, dann gäbe es wohl noch nicht einmal überschlagsmäßig das berühmte „Hauseck“. Die angewandte Wirtschaftswissenschaft rechnet es vielleicht am kommenden Montag endgültig vor: Wenn ein Fahrgast sich am Weg zum Bahnhof zu sehr vertrödelt bei der Frage, wo er eigentlich hin will, und nach der Abfahrt noch auf den Zug aufspringen möchte, dann kann es durchaus sein, dass er dabei als schmerzliche Lehre ins Leere greift und sich beim Sturz ins Gleisbett eine blutige Nase holt.
    Hermann Haydn

Spiegelauer Haushalt - ein Schritt zurück
Statt Haushaltssatzung nur Haushaltsberatung - statt Defizitdeckung Anwenderzentrum in Gefahr
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Vor einer Woche sah es fast schon nach grünem Licht aus, für Haushalt und für FH-Anwenderzentrum mit „Hilz-light-Modell“ Aber statt Haushaltssatzung und Haushaltsplan sowie Finanzplanung bis 2013 an diesem Donnerstag zu beschließen, ging es erst mal von der Zielvorgabe einen deutlichen Schritt weg.
Aufgegeben hatte zuvor bereits Erhard Wawrzek, nämlich sein Amt als Wirtschaftsreferent. Es gebe keine Ansatzpunkte mehr, an denen er seine Bemühungen noch produktiv einbringen könne. Seine Sorge, dass große finanzielle Probleme missachtet und statt dessen ihm eine Bereicherungsabsicht unterstellt werde, weil er ein alternatives Grundstück für die FH angeboten hatte, das in Familienbesitz wäre, hatte ihn zu diesem Schritt bewogen.
Wie diese finanziellen Unwägbarkeiten aussehen könnten, das machte die FW-Fraktion mit Erhard Wawrzek dann auch gleich selbst wieder klar. Ein Antrag zur Haushaltsdebatte brachte eine neue Wunschliste wieder ins Gespräch, die von Loipeneinstiegsgebäude über Gewerbegebietsplanung und Beschilderungskonzept, von Bahnhofsumgriff bis Feuerwehrwesen eines ganz schmerzlich klar machte: Wenn ein Haushalt derart knapp gestrickt ist, wie es der Spiegelauer sein muss, um die wichtigsten Vorhaben realisierbar zu machen, dann bleiben dafür vielleicht auch Vorhaben außen vor, die für Tourismusentwicklung oder Bürger aber auch extreme Prioritäten hätten.
Bereits vor dieser Eingabe betrug das Defizit in der freien Finanzspanne der Planungsjahre 2010 bis 2013 ohnehin gerundet 114 000, 306 000, 150 000 und nochmals annähernd 150 000 Euro und nicht, wie noch bei einem Besuch bei der Rechtsaufsicht eine Größenordnung, die angesichts einer komplizierten Haushaltslage gerade noch „erträglich“ gewesen wäre, wie Karlheinz Roth ernüchternd feststellen musste. Unter anderem liegt das auch daran, dass die Erhöhung bei Gewerbesteuersätzen zunächst eine attraktive Einkommensverbesserung vermuten lässt, die aber wegen Umlagepflichtigkeit nur zu einem kleineren Teil auch in Spiegelau hängen bliebe.
Der Vorstoß der Freien Wähler stellt dazu eine weitere schmerzliche Komponente in den Raum: Die Finanzplanung kann nicht außer acht lassen, was zusätzlich noch benötigt wird. Offen ist beispielsweise weiterhin die Frage, ob es reichen wird, für den Abriss des alten Sägewerks jetzt Summen einzuplanen, die nach anderweitigen Schätzungen auch deutlich höher ausfallen können? Oder: Wo steckt der Gewerbecampus in der Finanzplanung?
Statt, wie von Karlheinz Roth mehrfach angemahnt, sich darüber gezielt den Kopf zu zerbrechen, welche Potenziale aktueller Haushalt und kommender Investitionszeitraum konkret aufmachen können, wurde dann aber zunächst heftig darüber diskutiert, ob es für die Hilz-Variante nun eine Ausschreibung nach Europäischem Recht brauche. Darüber herrschte schließlich Einigkeit. Bürgermeister Luksch soll einen Architekten beauftragen, hierfür tätig zu werden. Problematisch an der eingeschobenen Thematik: „Hausaufgaben nicht gemacht!“ Die Wertung von Karlheinz Roth spricht es klar aus, das hätte längst passieren müssen. Da fehle einfach seit Monaten die klare Zielvorgabe.
„Wenn wir nichts zusammen bringen,“ dann müsse man eben auch einmal einen Punkt machen, so Josef Wanninger, der keinen Hehl aus seiner kritischen Haltung dazu macht, dass eine FH-Außenstelle die Kommune auf lange Sicht ansonsten komplett zu lähmen drohe. Neben den Finanzen könnte die Aussage nun einen weiteren Aspekt auf der Zeitschiene erhalten haben. Eine europäische Ausschreibung könnte bis zu eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen, so die Einschätzung von Erhard Wawrzek. Wird Professor Sperber darauf jetzt noch warten können? Das fragte Ernst Ertl dazu nach und erneuerte seine Rücktrittsankündigung, falls die FH doch wieder zu scheitern drohe.
Es war kurz nach 20 Uhr, als Karlheinz Roth die Sitzungswelt nicht mehr verstand. Wenn das Gremium so weiter mache, dann wäre es besser, nach Hause zu gehen, oder auf ein Bier mit Bürgern ins Wirtshaus und dabei die FH abzuhaken. Zu dieser Zeit war die Diskussion gerade in die Kurve einer erneuten Grundsatzdiskussion zu kostendeckenden Einrichtungen eingebogen. Ein Hintergrund dazu dürfte ein Flugblatt gewesen sein, das die Touristikgemeinschaft mit Vorsitzendem Alois Grobauer vor der Sitzung verteilt hatte. Darin wird kritisiert, dass einseitig Bürger, Industrie und Gewerbe derart geschröpft würden, um andererseits die FH zu realisieren. Dennoch rang sich das Gremium bei Gegenstimmen von Hinterberger, Wawrzek und Wanninger dazu durch, dass die geplanten Anhebungen auf 1,80 Euro für Wasser plus Grundgebühr und 3,00 Euro beim Kanal durchgezogen werden sollen.
Karlheinz Roths Verwirrung bezüglich der Zielrichtung konnte dies dennoch nicht überwinden. Denn ein weitergehender Vorschlag zur Deckung der Fehlbeträge war immer noch nicht in Sicht, sondern im Gegenteil, durch die FW-Anträge war das Problem weiter verschärft worden. Geld für das Loipeneinstiegsgebäude einzuplanen wurde zwar abgelehnt, ebenso das Beschilderungskonzept, die Straße nach Klingenbrunn-Bahnhof muss noch weiter geflickt werden, für den Bahnhof wurden mit knapper Mehrheit 10 000 Euro veranschlagt und weitergehende An- oder Ersatzbauten am Feuerwehrhaus Klingenbrunn auf die längere Bank verschoben. Dafür wurde der Bedarf für ein neues Leichenhaus gesehen und in 2011 und 2012 eingestellt, für Breitbandfunk jedoch darauf verzichtet und über Freibaddefizit und Ausgaben für Feste weiter diskutiert.
Gegen 23 Uhr war das Problem das Alte: Die freie Finanzspanne wurde im Minus nicht kleiner, sondern eher größer. Ein wesentlicher Sparfaktor, den Bürgermeister Luksch mit seiner „Ur-Sparliste“ einzubringen angekündigt hatte, stellte sich für Karlheinz Roth als „Luftnummer“ heraus. Die Sitzung wurde für eine Fraktionsführerbesprechung unterbrochen - und anschließend gegen 23.20 Uhr formlos zur nichtöffentlichen erklärt, und die Presse samt dem letzten Zuhörer zum Verlassen des Raumes aufgefordert. Am kommenden Donnerstag geht es an selber Stelle im Sitzungsprogramm weiter.



Das 25. Pandurenfest stand auf dem Prüfstand
Nur wenige Kritikpunkte bei Pannensitzung: Karges Ambiente, säumige Bedienungen und versteckte Bar  -
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zum ersten Mal haben das 25. Pandurenfest nicht die Gemeindeverwaltung veranstaltet, sondern Spiegelauer Vereine, koordiniert von den Gemeinderäten Kurt Hobelsberger, Erich Bachmann, 3. Bürgermeister Peter Hinterberger und dem Pandurenfest-Organisator der ersten Stunde, Fredi Resch. Deshalb kam das Pandurenfest bei einer Pannensitzung in der Gaststätte Trossel eineinhalb Wochen später auf den Prüfstand. Hobelsberger als Impresario hatte dazu Vertreter aller am Fest Beteiligter eingeladen.
Am Anfang standen Lob und Dank. Die komplett neue Mannschaft habe gut zusammen gearbeitet, alles sei Hand in Hand gegangen. Die Mithilfe durch den Bauhof habe „super geklappt“. Viele Komplimente hatte Hobelsberger zum schönen, bunten Festzug gehört und zum Programm am Festplatz mit den Darbietungen der Feuerartisten von „Ameno Signum“ und dem Theaterstück, das „Festspielleiter“ Hinterberger hervorragend auf die Bühne gebracht habe „Ein großes Kompliment an die Schauspieler und alle, die dabei waren. Das hat super eingeschlagen.“ Die Vereine seien mit dem Verkauf überwiegend zufrieden gewesen. Was fehlte, war der Umsatz nach 22 Uhr, als der Regen einsetzte. „Wir hatten dennoch ein Riesenglück mit dem Wetter, es hätte schon viel früher schlecht sein können und uns das ganze Programm durcheinander werfen können“, bemerkte Hobelsberger.
Er dankte dem Gemeinderat und Bürgermeister Josef Luksch für das Vertrauen, das größte Fest der Gemeinde organisieren zu dürfen. Die Endabrechnung liege zwar noch nicht vor, aber er könne schon jetzt sagen, dass es mit den Finanzen positiv ausschaue. Hobelsberger machte auch klar, dass er mit seinen bewährten Mitstreitern gerne wieder das nächste Pandurenfest veranstalten würde.
Aber noch ist nicht sicher, ob es nicht überhaupt den Sparplänen der Gemeinde zum Opfer fällt. Auf jeden Fall wird es eintägig bleiben und seinen Stammplatz am dritten Samstag im Juli haben. „Dieser Termin ist seit dem Bestehen des Pandurenfestes fix, deshalb hoffe ich, dass wir im Gemeinderat durchsetzen können, dass dann keine andere Veranstaltung in der Gemeinde abgehalten wird.“
Kritikpunkte waren, dass die Bedienungen hauptsächlich die Mitte, aber wenig die Randbereiche abgedeckt hätten, dass die Bar zu versteckt am Waldrand lag, dass zu wenige für den Markerlverkauf eingeteilt waren, als nach dem Festzug der große Ansturm kam, dass es für den Kuchenverkauf nach dem Festzug zu spät war, dass überhaupt der Überblick über das reiche Speisenangebot fehlte. Das soll beim nächsten Mal mit einer allgemeinen Speisekarte, die auf den Tischen ausliegt, besser werden.
Bemängelt wurde auch, dass in der Mehrzweckhalle keine zweite Schänke eingerichtet worden war und deshalb der Bierfluss bei dem starken Regen versiegte. „Dafür ging der Wein umso besser. Wir haben 1,5 Hektoliter verkauft“, wandte Hobelsberger ein. Die Pandurenreiter, vertreten durch Gerhard Neumann, wünschen sich künftig, dass die Pferde vielleicht gegenüber dem Feuerwehrhaus stehen können. Denn viele Kinder hätten die Tiere im hinteren Teil des Geländes nicht gefunden.
Apropos Gelände: das fanden viele zu karg, zu wenig auf alt getrimmt. Mit Jute, mit denen die Buden verkleidet werden, und Strohballen soll nächstes Mal der historische Anstrich besser gelingen. Außerdem mit vielen Wimpelleinen, die über den gesamten Platz gespannt werden und dann wie ein Zeltdach wirken.
Bemängelt wurde auch die sehr spärliche Beflaggung entlang der Hauptstraße beim Festzug. Da sollen künftig wieder mehr Pandurenfahnen die Fassaden schmücken. „Der ganze Ort muss sich präsentieren“, sagte Fredi Resch. Und das nicht nur zum eigentlichen Pandurenfest, sondern das ganze Jahr über. „So könnte jede Wirtschaft ein spezielles Pandurengericht das ganze Jahr über anbieten und die Brauerei Stangl das Pandurenbier mit speziellem Etikett abfüllen“, schlug er vor.


Grafenauer Anzeiger vom 29. Juli 2010

SAXNDI. . .
...nach dem Vergleich mit der geplatzten Weißwurst vor ein paar Tagen nun die Frage, ob Gewitter immer abregnen müssen. In Spiegelau ziehen die dunklen Wolken, die sich aus verschiedenen Problemtümpeln hochgetürmt haben, schon seit längerem herum. Ein kleiner Guss hier und ein Rumoren dort, konnte die geladenen Gemüter bisher nicht wirklich entspannen. Eine wirkliche Explosion hat es aber auch nicht gegeben. Aber seit es den Haushaltsplanungen dauerhaft nass rein geht, stellt sich die Frage immer drängender, ob es die Zukunft nicht unweigerlich noch heftig zu verhageln droht. Eine Sitzung kann da gerade ganz unglücklich in die Zeit fallen, wo die emotionale Ladung am höchsten ist. Dann tun Blitz und Donner selten gut.Vielleicht reißt es ja nun an einer Ecke Ende der Woche auf, wenn der „Blitzableiter“ funktionierender Haushalt aufgestellt wird. Irgendwo muss der neue politische Sonnenschein auch für Spiegelau einsatzbar sein, um die anhaltend schlechte Großwetterlage wieder zu entspannen.  - Hermann Haydn

Spiegelauer Haushalt hat weiter keine Basis
Sparen und Investieren lassen auf Jahre zu große Lücke zur Genehmigungsfähigkeit klaffen - Weitere Beratungen nötig
Von Hermann Haydn
Spiegelau. In Haushaltsfragen hatte Spiegelau keine gute Woche. Erst wurde bei einem Termin am Landratsamt durch die Rechtsaufsicht klar gestellt, dass die vorgelegten Planungen bis 2013 rechtlich so nie durchgehen könnten, auch nachdem der Gemeinderat und eine Fraktionsführerversammlung sich zu Sparvorschlägen und Einnahmeverbesserungen unterhalten hatten. Am Dienstag sollte dazu eigentlich weiter nachgearbeitet werden, aber statt Zahlen gab es zunächst Gegenwind für den Bürgermeister mit heftiger Grundsatzdebatte und der Vorgabe, für eine vertiefte Beratung erst klareres Zahlenmaterial zu liefern.
Nachdem Josef Luksch die Berichterstattung im Grafenauer Anzeiger bemängelt hatte, es entstehe der Vorwurf, dass das Gremium den Grundsatz der Vertraulichkeit zu wenig beachte, kehrte eine kritisches Vorrede von Karlheinz Roth die Aussage eher ins Gegenteil. Man sei ja schon fast dankbar dafür, wesentliche Fakten als Gremium wenigstens aus den Medien zu erfahren. Bevor es überhaupt zum ersten und einzigen Tagesordnungspunkt der Sitzung, der Haushaltsberatung für 2010 und Finanzplanung bis 2013 gehen konnte, listete er Punkte auf, an denen zumindest seine CSU-Fraktion erheblichen Informationsmangel sehe.
So sei weiter offen, ob alle Standort- und Realisierungsvarianten zur FH-Außenstelle wirklich auf dem Tisch gelegen und beraten worden seien. Bürgermeister Luksch hatte in einer Reaktion auf das „Saxndi“ zur Standortfrage von vergangener Woche angemerkt, es seien doch seit Januar 18 Sitzungen dazu anberaumt gewesen, also eine 14-tägige Informationsdichte. Dazu führte Roth jedoch an, dass es auch immer eine Frage sei, ob die Informationen dort auch aktuell, wesentlich und umfassend seien. Zu Fragen von Investitionsvarianten über die Firmen Hilz oder Wawrzek bestünden jedoch große Lücken. Dagegen sei von Bürgermeisterseite her zumindest ersterer förmlich vor den Kopf gestoßen worden.
Dieses Auftreten nach außen bemängelte Roth auch in verschiedenen anderen Punkten von der in ihrer Öffentlichkeitswirkung missglückten Acht-Uhr-Sitzung über fehlende Fraktionsführersitzungen bis zum Mangel an Engagement in verschiedenen Fragen. Es fehle weiter ein Gesamtkonzept für die Finanzkonsolidierung.
Wie schmerzhaft nötig das sei, sei dem Gemeinderat erst jetzt über die Rechtsaufsicht wirklich klar gemacht worden und die Zahlen, die als Liste vorgelegt wurden, dazu nicht zielführend. Die bedrohliche Lage mit völliger Überschuldung werde noch klarer bei den negativen Finanzspannen der kommenden Jahre, die ohne erkennbares Gegensteuern eingeplant wurden. Er persönlich habe den Auftritt der Kommune im Landratsamt als „größte Blamage“ empfunden. Schon jetzt sei wieder mehr ausgegeben worden, als die Planung überhaupt vorsehe. Der Bürgermeister stehe in der Pflicht, aber er habe keine Antworten. Dazu käme die Frage, was mit „Stadtumbau West“ seit Jahren schief laufe, so dass auch nach den Erfolg versprechenden Rettungsversuchen von Hinterberger und Zettl in deren Vertretungszeit für Luksch nun doch das Aus für 80 Prozent Förderung wahrscheinlich werde.
Seine Quintessenz aus für ihn vielen offenen, politischen Baustellen lautete schließlich (aus Zitaten zusammen getragen): Die vertrauensvolle Kooperation im Gremium ist über die Fraktionen hinweg beschädigt. „Uns fehlt der Motor da vorne.“ „Wir stochern nur im Nebel.“ An den Bürgermeister: „Sie arbeiten nicht mit uns zusammen.“ Die Rede ist von handwerklichen Fehlern in der täglichen, politischen Arbeit und davon, dass Luksch nun primär in der Pflicht sei. Man könne nicht mehr dem Gemeinderat die Schuld zuschieben, wenn aktuell die Gefahr bestehe, dass „irgendwann nur einer die Zeche zahlt, der Bürger.“
Bürgermeister Luksch verwies darauf, dass doch in zahlreichen Finanzausschusssitzungen Sparvorschläge kontrovers diskutiert worden seien. Und auch Günther Schmid machte darauf aufmerksam, dass die Räte eigentlich alle Details kennen müssten. Er betrachtete es eher als eine Frage des „Wir“.,
Wie bedrohlich die Situation sei, sei doch erst durch die Rechtsaufsicht klar gemacht worden, so Roth. Er verwehrte sich deshalb dagegen, der Gemeinderat stehe hier in der Verantwortung, wenn ihm auf dem Weg zu einer schwarzen Null im Haushalt und abwägbaren Risiken die Beratungsvorgaben fehlten, die der Bürgermeister zunächst mit Hilfe seiner Verwaltung vorlegen müsste.
In die gleiche Kerbe schlug auch Erhard Wawrzek. Bei der Rechtsaufsicht sei eine unzureichende Planung nochmals eingereicht worden. Erst die habe das klare Stoppschild für den laufenden Haushalt aufgestellt, der schon einem Offenbarungseid der Kommune nahe komme. Man sei die mit Abstand am schlechtesten beurteilte Gemeinde im Landkreis. „Ein Fuchzgerl da und eines dort“ reiche eben nicht als Sparbemühung. Spiegelau sei ein „Sanierungsfall“.
Allerdings ergänzte auch er in einem anschließenden Gespräch, dass er nicht so schwarz sähe, wie es sich gerade darstelle, wenn wirklich die Bereitschaft bestehe, dass jeder seinen Beitrag leiste. Dann könne über Haushaltseckdaten so gesprochen werden, dass ein genehmigungsfähiger Plan möglich würde. Allerdings sprach er auch davon, dass man vielleicht nur noch „eine letzte Patrone habe“, die man nicht verpulvern dürfe. Auch er kritisierte dazu recht offen die Amtsführung von Josef Luksch.
Kurt Zettl erinnerte daran, dass immer neue Vorschläge zur FH nicht vom Rat eingebracht worden seien, sondern der sich eher nachträglich damit beschäftigen durfte. Dabei sei die Außenstelle noch nicht mal die Hürde, die den Haushalt nicht genehmigungswürdig mache.
Einen Teil der Schuld an der Finanzmisere sprach Günter Schmid auch dem Landratsamt zu, das zu lange zugeschaut habe und jetzt noch Prügel zwischen die Beine werfe. Dem widersprach Roth, der die Juristin Judith Wunder als überaus bemüht beurteilte, um der Kommune Hilfestellung zu bieten. Mit den vorgelegten Zahlen seien ihr aber die Hände gebunden. Bürgermeister Luksch mahnte an, es sollten doch dann auch aus dem Gremium weitergehende Vorschläge zur Konsolidierung eingebracht werden. Aber auch Josef Wanninger forderte, die richtungsweisenden Varianten müssten erst mal Bürgermeister und Verwaltung vorlegen, wo die entsprechenden Zahlen ja bekannt seien. Etwa dazu, wo der laufende Haushalt aktuell stehe, was an Projekten gespart werden könnte, wie weit die Distanz zu einer „roten Null“ überhaupt reiche.
Davor, wieder die Beratungen zu schieben, warnte Günter Schmid. Man mache es sich als Rat zu einfach, jetzt wieder dagegen zu sein. Dennoch setzte sich schließlich einstimmig die Überzeugung durch, dass Bürgermeister und Verwaltung das Zahlenmaterial klärend überarbeiten und neu vorlegen müssen, um dem Rat die nötigen Vorinformationen zu bieten. Bis dahin werden auch zu den Standortvarianten neue Daten erwartet. Zum einzigen Tagesordnungspunkt des Dienstags kommt es also erst wirklich im Laufe der Woche.


Grafenauer Anzeiger vom 22. Juli 2010

Kommt die FH jetzt doch in die KSS?
Standortdebatte: Bei internen Spiegelauer Gesprächen ist wieder die Glasfabrik der Favorit
Von Hermann Haydn Spiegelau. Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern: der neue Standort für die FH-Außenstelle könnte schon wieder der alte sein und der ganz alte jetzt wieder der neue. Bereits einmal, und das wiederum vor der Schule in Spiegelau, war die KSS als Heimat für die Außenstelle im Gespräch. Damals scheiterten konkretere Pläne an den Kostenvorstellungen des Eigentümers Georg Riedel und wohl auch daran, dass die Kommune - vorzugsweise die SPD-Fraktion - lieber selbst besitzen, statt langfristig mieten wollte.
Nun ist wieder Fahrt in die Geschichte gekommen. Es wird gemunkelt, dass die Firma Riedel bei den Konditionen nachgebessert haben soll.
Am Dienstag trafen sich Bürgermeister Josef Luksch und die stellvertretenden Bürgermeister, Fraktionsvorsitzende und laut Einladung „interessierte Räte“ , um dieses Angebot und weitere Sachfragen um den Haushalt der Gemeinde zu beraten. Bürgermeister Luksch bestätigte auf Anfrage des Grafenauer Anzeigers, dass das Angebot „sehr interessant“ sein soll. Es würde so auch zum Teil den äußerst angespannten Haushaltsplan entlasten, der wegen weggebrochener Einnahmen aber immer noch nicht problemlos sei. Zu favorisieren sei die jetzt wieder ins Spiel gekommene Lösung zudem, da dort auch dem enormen Zeitdruck entgegen gekommen würde, um FH-Anwenderzentrum und Campus in kürzerer Zeit unter ein bereits vorhandenes Dach zu bringen. Platz wäre genug vorhanden, von der FH gebe es positive Signale und von Riedel die Bereitschaft zur Investition, wo für einen entsprechenden Betrieb noch Umbaumaßnahmen nötig seien. Nächste Woche soll es nach Insiderinformationen weitere Gespräche im Landratsamt geben und anschließend gleich zwei Gemeinderatssitzungen, in denen die Diskussion zu Haushalt, FH und Zukunft der Kommune dann auch öffentlich fortgesetzt werden soll.

 
Grafenauer Anzeiger vom 20. Juli 2010

Segen für Einsatzfahrzeug
„Helfer vor Ort“ bauten Fahrzeug um - 184 Fälle in einem Jahr
Spiegelau.
Ein besonderer und bedeutender Tag war die Segnung des Einsatzfahrzeuges durch Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler für die Mitglieder des BRK Spiegelau. Die Geistlichen wünschten auch den Einsatzkräften, die rund um die Uhr ehrenamtlich unterwegs sind, um in Not geratenen Mitmenschen zu helfen, Gottes Segen und allzeit gute und unfallfreie Fahrt.
Am BRK-Haus hatten die Geistlichen einen beeindruckenden Feldgottesdienst zelebriert, den der Kirchenchor Oberkreuzberg unter der Leitung von Markus Bayer feierlich umrahmte. Zum Fahrzeug gratulierten neben den Bürgermeistern Josef Luksch und Peter Hinterberger und einigen Gemeinderäten auch stv. Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes, Alfons Hellauer, und 1. Kreisbereitschaftsleiter Ludwig Hüttinger sowie der Leiter des Rettungsdienstes im Kreisverband, Gerhard Hilgart und Schatzmeister Michael Süß.
Durch die Inbetriebnahme des Fahrzeuges wurde ein weiterer Meilenstein in der erst kurzen Geschichte der „Helfer vor Ort“ Spiegelau gelegt. Das Fahrzeug, das in einer Vielzahl von freiwilligen Arbeitsstunden zum Einsatzfahrzeug umgebaut und mit Funk und Sondersignaleinrichtung ausgestattet worden war, ist ein wichtiges Element, um schnellstmöglich zum Patienten zu gelangen und eine rasche, fachgerechte Erstversorgung bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes übernehmen zu können. Wie wichtig die Einrichtung ist, zeigen die vielen Einsätze, die bereits gefahren wurden. In einem Jahr waren dies in Spiegelau und Riedlhütte 184.
Finanziert wurde das Fahrzeug sowie die gesamte, notwendige Ausrüstung ausschließlich aus Zuteilungen der Gemeinde Spiegelau, der Stockbauer-Stiftung Spiegelau sowie aus Spenden ortsansässiger Firmen und der Bevölkerung . Auch der BRK-Kreisverband unterstützt die „Helfer vor Ort“ finanziell und mit Material.   - bü


Grafenauer Anzeiger vom 19. Juli 2010

„Ein Fest für die Spiegelauer“
Neuerungen zum 25. Pandurenfest kamen sehr gut an - Über 1100 Besucher - Großes Lob für buntes Programm
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zum 25. Pandurenfest am Samstag hielt selbst das Abkommen mit dem Wettergott. Kaum hatten die Feuerschlucker von „Ameno Signum“ ihre letzte glühende Salve in den Nachthimmel geblasen, setzte der Regen ein und die meisten der - nach dem Markerlverkauf - gezählten 1165 Besucher verließen das „Lager“ vor der Mehrzweckhalle. Einige hundert feierten indes noch in der Halle bis kurz nach Mitternacht den schönen Erfolg des „neuen“ Pandurenfestes.
Erstmals konzentrierte sich das Fest auf einen Tag und auf einen Ort außerhalb des Zentrums. Es wurde auch nicht mehr von der Gemeindeverwaltung ausgerichtet, sondern von Gemeinderäten um Hauptorganistor Kurt Hobelsberger und von Vereinen. Obwohl er selbst nur von der Ferne, von einer Messe in Friedrichshafen, übers Handy das Geschehen in Spiegelau mitverfolgen konnte, ist Hobelsberger absolut zufrieden: „Es war super. Ich habe nur Lob gehört - über den Festzug, die Musik, das gute Bier, das große Angebot bei den Verkaufsständen. Vor allem freut es mich, dass die Gemeinderäte so gut zusammen gearbeitet haben. Es war ein Fest für die Spiegelauer.“ Dafür dankte er vor allem Erich Bachmann, Peter Hinterberger und Fredi Resch von der Verwaltung, der 21 Mal das Pandurenfest organisiert hatte und dafür von Staatsminister Helmut Brunner mit Urkunde und einem Bild von Josef Schneck aus Riedlhütte geehrt wurde.
Neu war auch das Bühnenstück, bei dem das Warten auf die Panduren dargestellt wird. Es lebte noch etwas von der Improvisation, kam aber wohl deshalb bei den Zuschauern gut an, ebenso die Feuershow von „Ameno Signum“.
Sie waren dabei:
Schirmherr Staatsminister Helmut Brunner, Landrat Ludwig Lankl, aus Spiegelau: Feuerwehr, SC Edelweiß, Frauenbund, Gemeinderat, Schulkinder, Schware Panduren, Aktivsport, Männergesangsverein, Gemeindeverwaltung, Sparkasse, spätmittelalterliche Künstlergruppe Ameno Signum, Blaskapelle Schönbrunn, Böllerschützen Klingenbrunn, Dorfblosn Klingenbrunn, Gymnastikgruppe Oberkreuzberg, vier Pferdegespanne, zehn Pandurenreiter. Beim Spiel: Bürgerwehr Grafenau, Horst Boxleitner, Gerd Neumann, Josef Luksch, Anja Thamm mit Felix und Elena, Peter Hinterberger, Thomas Robl, Josef Wanninger, Karlheinz Roth, Pfarrer Rupert Wimmer, Michael Kordick, Ilse Friedl, Melanie Schreindl.

Grafenauer Anzeiger vom 13. Juli 2010

An der Glasstraße brennt wieder ein Glasofen
Schaubläserei in Hotel-Anbau geschaffen - Festredner loben Engagement für Traditionshandwerk
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Glashüttenfeste in der Kristallglasfabrik Spiegelau waren legendär. Sie waren Unterhaltung und Information zugleich, wenn die Glasmacher ihre handwerklichen Künste beim Glas schinden zeigten, Gäste selbst eine Kugel formen ließen und „Promis“ in Glas porträtiert wurden. Mit dem Aus für die Glasfabrik verschwanden auch diese Feste. Eine kleine Version davon erlebt jetzt wie Phönix aus der (Glas)asche seine Auferstehung. In einem Anbau des Hotels Würzbauer wurde das Glasmacher-Stüberl mit dem Glasofen und dem umgebenden Glasgarten eingeweiht und eröffnet.
Die Festredner - Landrat Ludwig Lankl, Bürgermeister Josef Luksch, Stephan Baron von Poschinger aus Frauenau und auch die Geistlichen Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler bedankten sich bei den Betreibern Klaus und Petra Würzbauer, dass sie, nachdem der Ofen in Spiegelau aus war, „hinter dem Ofen“ hervorgekommen seien und die Tradition des Glasmachens an der Glasstraße wieder beleben. Für die fast täglichen Vorführungen wurde ein Meister seines Fachs engagiert: Helmut Raml war 38 Jahre lang Glasbläser in der KSS und verstand sich beim „Schinden“ besonders darauf, filigrane Weihwasserkessel und Deko-Körbchen aus dem zerbrechlichen Material zu ziehen.
Der Besuch am ersten Wochenende war dann auch trotz der großen Hitze relativ gut. „Helmut Raml hat sehr viele Glaskugeln geblasen, auch einige Gäste, darunter Kinder, haben sich daran versucht. Viel bewundert wurde auch der Glasgarten mit seinen Exponaten“, zieht Gemeinderat Kurt Hobelsberger zufrieden Bilanz. Er hatte sich für die Einrichtung eines Glasmacher-Stüberls stark gemacht und als erfahrener Organisator die Einweihungsfeier und den Tag der offenen Tür gemanagt.

Meditative Wanderung zum Rachel
Ökumenischer Berggottesdienst an der Kapelle
Spiegelau. Die evang.-luth. Kirchengemeinde Grafenau, die kath. Pfarrgemeinde Spiegelau und der Nationalpark Bayerischer Wald luden zu einer meditativen Wanderung über die Racheldiensthütte zur Rachelkapelle und zurück ein.
Auf dem Weg zum Rachelsee erläuterte Ranger Günter Sellmayer die Nationalparkidee, erklärte Pflanzen und die Zusammenhänge von Werden und Vergehen. Mit meditativen Geschichten, Gebete und Gedichten stimmte auch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die Teilnehmer auf die Wanderung ein.
An der Rachelkapelle angekommen, feierten die Wanderer unter der Leitung von Diakonin Neumann-Beiler und Gemeindereferent Otto Öllinger einen ökumenischen Berggottesdienst. Im Mittelpunkt der Predigt stellte Diakonin Neumann-Beiler das Kreuz, unter dem sich alle Christinnen und Christen wiederfinden. Am Beispiel des Hl. Franz von Assisi machte sie Mut sich wieder ganz neu auf Jesus einzulassen. Er ruft uns zu seiner Nachfolge.
Die Lieder wurden von Amelie Sellmayer auf der Querflöte mit Otto Öllinger auf der Gitarre begleitet.
Auch am Rückweg machte die Gruppe noch mehrmals meditative Rast bis zur Racheldiensthütte, dort wurde zum Schluss noch ein gemütlicher Kaffeeplausch gehalten. - eb



Grafenauer Anzeiger vom 2. Juli 2010

Damoklesschwert der Rechtsaufsicht schwebt überm Haushalt
Gemeinderat Spiegelau verabschiedet Haushaltssatzung knapp mit sieben zu sechs Stimmen - Grund- und Gewerbesteuern nicht erhöht  
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Der Spiegelauer Haushaltsplan für das laufende Jahr ist mit extrem heißer Nadel gestrickt, um große Investitionsvorhaben wie die FH-Außenstelle und die Erschließung eines Gewerbegebiets stemmen zu können. Trotzdem erfüllt er nicht die Vorgaben der Rechtsaufsicht am Landratsamt, denn diese verlangt die Kostendeckung bei Wasser, Kanal, Bestattungswesen und Einnahmeverbesserungen durch erhöhte Steuersätze. Dazu konnten sich die Spiegelauer Räte aber nicht durchringen. Nach langer und konfrontativer Beratung gingen Satzung und Planung zum Haushalt mit knapper Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen durch. Die Finanzplanung bis 2013 wurde dagegen zur weiteren Beratung verschoben.
Die Eckdaten: Der Verwaltungshaushalt schließt mit 5 674 300 Euro und der Vermögenshaushalt mit 4 425 200 Euro. Die Kreditaufnahmen werden sich auf 2,52 Mio. Euro belaufen.
Spiegelau sitzt in der Zwickmühle. Einerseits bricht die Einnahmenseite bei Steuern und Umlagen immer mehr weg. Andererseits kommen mit FH-Außenstelle und Gewerbegebietsausweisung zwei riesige Posten auf die kommunalen Finanzen zu, welche die Handlungsfähigkeit nicht nur die nächsten Jahre, sondern bis zu zwei Jahrzehnten einzuschränken droht.
Der Finanzausschuss suchte nach Einsparpotenzialen. Die Vorschläge gingen von weniger Frei-Getränkemarken auf Festen und Seniorentag über Auflösung des Standesamtes bis weniger Ehrungen, weniger Werbung für den Tourismus, weniger Loipenpflege, Mieterhöhung bei der Hausmeisterwohnung, Rasenpflege am Sportplatz und zur Verbandsumlage beim Klärwerk. Diese „Sparliste“ wurde mit acht zu fünf Stimmen abgesegnet.
Zwar stünden nun Kostenschätzungen im Raum, so Erhard Wawrzek, die bei der FH-Außenstelle 3,7 Millionen Euro veranschlagten oder beim Gewerbegebiet etwa eine Million, dennoch fehlten die nötigen Informationen für das Ratsgremium, wie es dann mit Betrieb, Businessplan, Abriss und Erschließung am Campusgelände oder Wertausgleich für das Sägewerksareal weiter gehe. Seiner Ansicht nach sei selbst die Glasbranche skeptisch, ob man mit dem Anwenderzentrum wirklich Erfolg habe. Er schätzte zudem, dass bis zu 2,5 Millionen Euro weitere Kosten für das Gelände noch gar nicht einkalkuliert seien.
Wawrzek gehe davon aus, dass durch das jetzige Vorgehen auch der Kreis eine noch weit höhere Belastung schlucken müsse als die jetzt zugesagte Unterstützung. Immerhin mussten für die Jahresplanung 2011 bis 13 dann weitere 450 000 Euro angesetzt werden, die voraussichtlich für erste Abriss- und Erschließungskosten am Sägewerksgelände anfallen werden. Dadurch werden die nächsten Haushaltsplanungen noch komplizierter.
Denn absehbar sei, so Kämmerer Bruno Donaubauer, dass ab 2011 Schulden gemacht werden müssen, um alte Schulden zu bedienen. Kämmerer Bruno Donaubauer sagte, dass sich bis 2013 die Schulden von derzeit 3,1 Millionen Euro auf annähernd sieben Millionen mehr als verdoppeln würden. Für die Planung 2010 müsste den Bürgern und der Wirtschaft ohnehin tiefer in die Tasche gegriffen werden, als zunächst vorgesehen war. Darin sah Ludwig Schopf das größte Problem: Wie soll es den Bürgern erklärt werden, dass Wasser, Kanal und Bestattungswesen erneut erheblich steigen werden? Da werde zwangsläufig die FH wie eine Strafe gesehen. Und auch Erhard Wawrzek merkte an, dass dann erhöhte Steuersätze es vielleicht gleich wieder unnötig machen würden, sich überhaupt über neue Gewerbeflächen zu unterhalten.
Elke Proßer-Greß bemängelte zur Vorgabe der Rechtsaufsicht, dass es eigentlich momentan noch keine zwingende Not hätte, sofort eine erhebliche Anhebung etwa bei Wasser auf 2,09 Euro plus Grundgebühr und bei Abwasser auf 3,12 Euro je Kubikmeter durchzudrücken. So eine Haltung sah Josef Wanninger als naiv an. Das Landratsamt wolle eben helfen und nicht dabei zusehen, wie Spiegelau wirtschaftlich „absäuft“.
Es soll aber versucht werden, ob es nicht doch auch anders ginge, so der Beschluss der Mehrheit. Bürgermeister Luksch soll zumindest die Basis für weitere Verhandlungen mit der Rechtsaufsicht schaffen, dass der Haushalt 2010 doch noch genehmigt werden kann.
Für den Haushalt stimmten die Räte von der SPD-Fraktion Josef Luksch, Kurt Hobelsberger, Josef Apfelbacher, Elke Proßer-Greß, Ernst Ertl, Georg Friedl sowie von der CSU-Fraktion Alois Loibl. Gegen den Haushaltsplan stimmten von der CSU-Fraktion Kurt Zettl, Thomas Robl und die Räte der FW-Fraktion Peter Hinterberger, Ludwig Schopf,Erhard Wawrzek und Josef Wanninger. Erhard Wawrzek hatte zuvor die namentliche Abstimmung beantragt.



Grafenauer Anzeiger vom 17. Mai 2010

Grundschüler begeistert von der Ökumene
Fast 40 Kinder aus Grafenau und Spiegelau waren beim Kirchentag in München
Grafenau/Spiegelau. Fast 40 katholische und evangelische Kinder aus der Reinhold-Koeppel-Grundschule Grafenau und der Grundschule Spiegelau waren am Freitag beim 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München, der gestern zu Ende ging. Ihre geistlichen Begleiter waren Dekan Kajetan Steinbeißer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und die Mitarbeiter Stefanie Uhrmann, Alexandra Kraus, Carolin Schopf, Björn Strahberger und Katharina Schloßnagel .
Trotz Nieselregens ließen sich die Kinder ihre gute Stimmung nicht nehmen. Schon im Bus lernten sie sich näher kennen und beim Bibelquiz, das Dekan Steinbeißer gestaltete und Liedern und einer Geschichte mit Diakonin Neumann-Beiler, stimmten sie sich auf den Tag ein.
Am Sebastianiplatz in München wurde es den Kindern bei „Bibelhits für Kids“ mit Bewegungsspielen, Tänzen und Liedern gleich warm. Dabei wurden Geschichten aus dem Alten Testament kindgemäß umgesetzt. Steinbeißer zeigte der Gruppe einige wichtige Sehenwürdigkeiten der Landeshauptstadt. Man spürte überall die Begeisterung und die Freude, die der ÖKT mit sich brachte. Die Kinder staunten über Gaukler, Musikgruppen und die vielen Angebote, die ihnen auf dem Weg zum Circus Krone begegneten. Dort durften sie Jonglieren, Einradfahren und vieles mehr. Zum Abschluss gab es ein Musikkonzert in der Manege. Dann ging’s zum Wittelsbacher-Gymnasium zur Podiumsdiskussion zum Thema „Bewahrung der Schöpfung kennt keine Grenzen“. Besonders gespannt waren die Kinder auf den Moderator Willi Weitzel von „Willi will’s wissen“. Auf dem Podium erschienen auch Professor Dr. Ottmar Edenhofer, Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner und Dr. Marcel Huber, um nur einige zu nennen. Im Religionsunterricht hatten sich die Kinder mit dem Thema auseinandergesetzt und Fragen für die Diskussion vorbereitet.
Voller Eindrücke ging es von München heim. So manches Kind trällerte noch beim Ausstieg in Grafenau das ÖKT-Lied „Damit ihr Hoffnung habt!“ - eb

„Nordic Team Klingenbrunn“ gegründet
Robert Gsödl 1. Vorsitzender des neuen Wintersportvereins - Bereits 30 Mitglieder
Klingenbrunn. In Klingenbrunn wurde jetzt ein „Nordic Team“ gegründet. Zur Versammlung waren fast alle Klingenbrunner Vereinsvorstände und etwa 40 interessierte Zuhörer gekommen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Robert Gsödl gewählt.
„Wo sonst wäre ein Wintersportverein besser aufgehoben als in Klingenbrunn, wo optimale Bedingungen für das Skilanglaufen vorhanden sind und Klingenbrunn in der Presse als ‘Kältepol‘ von sich überregional reden machte?“, begann Josef Wanninger, Sportreferent der Gemeinde Spiegelau, seine Begrüßung.
3. Bürgermeister Peter Hinterberger, der die Versammlung leitete, betonte, dass ein Wintersportverein das aktive Vereinsleben in Klingenbrunn noch bereichern werde. Wichtig sei es seiner Auffassung nach, dass in Klingenbrunn das Langlaufen und die guten Loipenbedingungen noch mehr beworben werden müssten. Für ein attraktives Loipenzentrum sei ein Funktionsgebäude mit Toiletten und Wärmeraum zwingende Voraussetzung. Hierzu gelte es möglichst schnell Lösungen zu finden. „Gut vorbereitet“ bezeichnete Hinterberger den Satzungsentwurf für den neuen Wintersportverein, der den Namen „Nordic Team Klingenbrunn“ tragen soll. So war man schnell mit dem Satzungsentwurf durch, der anschließend von 15 Gründungsmitgliedern unterschrieben wurde.
In die Vorstandschaft wurden gewählt: 1. Vorsitzender Robert Gsödl, 2. Vorsitzender Thomas Hilz, Kassier Andrea Nilsen-Betz, Schriftführer Konrad Binder, Sportwart Josef Erhard, Beisitzer Josef Wanninger und Joachim Betz, Kassenprüfer Peter Hinterberger und Adolf Kerndl.
In seiner Antrittsrede betonte Gsödl, dass ihm der sportliche Erfolg der jungen Langläufer, aber auch ein intaktes Vereinsleben sehr wichtig seien. Ziel des neuen Vereins sollte es sein, dass möglichst viele Kinder Freude am Langlaufen entwickeln. Dazu werde man in nächster Zeit entsprechende Trainingsangebote machen und im Winter Skikurse anbieten. Auch wenn man derzeit als „Skilanglaufverein“ starte, sei man für eine Ausweitung des Angebotes offen. So wäre durchaus eine Sparte Nordic-Walking denkbar. Besonders erfreut zeigte sich Gsödl, dass bis zum Ende der Gründungsversammlung bereits 30 Mitglieder dem Verein beigetreten waren. - jw


Grafenauer Anzeiger vom 13. Mai 2010

Wir lassen Spiegelau nicht im Stich - Kreisausschuss beschließt: Landkreis beteiligt sich an GmbH zur Gründung des Technologiezentrums Glas / Von Peter Püschel
Freyung-Grafenau. Die Vorgabe ist klar: Der Freistaat wäre bereit, in Spiegelau oder näherer Umgebung ein weiteres Technologietransferzentrum der Hochschule Deggendorf mit der naheliegenden Fachrichtung Glas einzurichten und dafür 5 Millionen Euro fließen zu lassen. Voraussetzung dafür aber ist: Die Kommune muss die Kosten für die Unterbringung tragen. Und da ist Spiegelau hoffnungslos überfordert. Der Kreisausschuss hat jetzt einstimmig beschlossen, Spiegelau zu unterstützen.
„Wir fordern viel von der Partnergemeinde“, so der designierte Leiter dieses Glas-Technologiezentrums, Prof. Dr. Peter Sperber, vor dem Kreisausschuss: „Räume samt Betriebskosten müssen die ersten fünf Jahre kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“. Alternativen? Ausgeschlossen! „Wenn das nicht klappt, wird’s nichts mit der FH-Außenstelle.“
Dabei sind sich alle Kommunalpolitiker einig, dass sich die Region diese Chance nicht entgehen lassen darf. Das Technologietransferzentrum in Teisnach „brummt“, wie Prof. Sperber es ausdrückte, „und auch Freyung läuft sehr gut, die direkten Industriekontakte sind sogar besser als in Teisnach.“ Für Spiegelau sieht der Wissenschaftler ebenfalls sehr gute Voraussetzungen von Firmenseite: „Es gibt bereits Unternehmen, die interessiert sind, hier zu investieren.“
Es ist geplant, das Technologietransferzentrum auf dem Gelände der ehemaligen KSS unterzubringen. Hier ist bereits seit zwei Jahren die Firma Füller in Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth tätig. „Füller würde auf dem KSS-Gelände sofort 5 Millionen investieren und Fertigung und Produktion in den Bayerischen Wald verlagern“, verriet Landrat Ludwig Lankl.
Auch eine weitere Firma aus Mainz wäre sofort in ähnlicher Größenordnung dabei. Allerdings: sofort! „Die wollen heuer schon hier produzieren - oder sie kommen nicht“, so Prof. Sperber, der deshalb aufs Tempo drückt: „Wir haben bereits die ersten Großgeräte-Anträge gestellt, mit Lieferzeit September - ich möchte im Oktober einziehen.“
Für Spiegelau ist als wissenschaftliches Thema die so genannte „heiße Glastechnologie“ mit den Schwerpunkten Schmelztechnik, Glas-Heißformtechnik und Analyse vorgesehen. Das Besondere: Neben der Hochschule Deggendorf wäre auch die Uni Bayreuth dabei.
„Ohne die Glaskrise wäre das nicht möglich geworden“, so Landrat Lankl, „da ist Gigantisches gearbeitet worden - diese Taube sollten wir nicht mehr aus der Hand geben. Da geht es nicht nur um Wissenschaft und Forschung, es geht um Arbeitsplätze im Landkreis. Wenn wir da jetzt nicht selber anpacken, dann ...“
Den Kreisräten war klar, dass sie gar keine Alternative haben, als wieder Geld in die Hand zu nehmen. Ähnlich wie für das Technologietransferzentrum Freyung soll eine Betreiber-GmbH gegründet werden. Doch: Während der Landkreis in Freyung mit 75 000 Euro jährlich im Boot sitzt, dürfte das für Spiegelau bei weitem nicht reichen, wie Bürgermeister Josef Luksch erklärte. „IT- und Büroräume wie in Freyung sind finanziell leichter zur Verfügung zu stellen als die benötigten Spezial-Räume für Glastechnik.“
Der Vorteil: Energie, Medien und EDV-Versorgung sind vor Ort vorhanden. Und der Markt Schönberg würde sich im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit beteiligen. Nur: Das reicht nicht. Die Rede ist von Investitionen in Höhe von bis zu 6 Millionen Euro. Wobei das Ziel sei, keinen Neubau auf die grüne Wiese zu stellen, um Industriebrachen innerhalb des Ortes zu vermeiden.
Genaue Zahlen wurden in öffentlicher Kreisausschuss-Sitzung nicht genannt. Aber es muss davon ausgegangen, dass sich der Landkreis-Anteil an einer GmbH auf über 135 000 Euro belaufen würde, fast doppelt so viel wie im Fall Freyung. „Aber das ist die letzte Chance für die alte Glasregion“, so Bürgermeister Luksch, der natürlich hofft, dass sich das Zentrum in fünf Jahren selber trägt.
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten? Gerhard Drexler regte an, nach Unternehmen zu suchen, die bereit sind, Risikokapital zu investieren. Heinrich Lenz will noch einmal auf die Staatsregierung zugehen: „Wenn das Strukturhilfe sein soll, müssen wir nachverhandeln - man kann doch nicht verlangen, Kommunen pleite gehen zu lassen.“
Zumindest auf den Landkreis wird sich Spiegelau verlassen können - die entsprechende Absichtserklärung wurde einstimmig verabschiedet. Aber jetzt müssen genaue Zahlen auf den Tisch. Und es muss schnell gehen.


Grafenauer Anzeiger vom 8. Mai 2010

Bewegender Abschied von Bauunternehmer Max Hilz
Pfarrer Johann Pöppel: „Ihm blieb nichts Menschliches fremd“
Klingenbrunn. Die Trauergemeinde füllte die Pfarrkirche Maria, Hilfe der Christen in Klingenbrunn bis auf den letzten Platz. Seine Familie, seine Freunde, „seine“ Klingenbrunner und viele weitere Menschen, die ihn kannten und schätzten, waren zusammengekommen, um Max Hilz die letzte Ehre zu erweisen. Er war am 28. April im 82. Lebensjahr verstorben.
In Klingenbrunn kam er am 17. September 1928 als Sohn von Maria Hilz, geb. Genosko, und dem staatlichen Forstbeamten Max Hilz zur Welt. Hier verbrachte er seine Kindheit. Von hier ging er als Zwölfjähriger fort nach Passau auf die Oberrealschule, später zum Arbeitsdienst und schließlich als 16-Jähriger an die Ostfront, wo er ein Jahr später in sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Karelien Zwangsarbeit leisten musste. Nach Klingenbrunn kehrte Max Hilz zurück, holte seinen Schulabschluss nach und begründete eine der größten ostbayerischen Bauunternehmen der Nachkriegszeit. Auch wenn er seinen Wohnsitz inzwischen auf die List nach Spiegelau verlegt hatte, war er „seinen“ Klingenbrunnern treu geblieben. Oft besuchte er Freunde und Bekannte und verbrachte so viele Stunden im freundschaftlichen Gespräch.
Vermutlich wollte er auch am Morgen des 28. April - wie üblich - aufbrechen, um zum Frühstücken zu fahren. Aber sein Herrgott hatte etwas anderes mit ihm vor. Er holte ihn heim zu sich. Den toten Körper fand man noch beim Auto liegend.
„Wohin gehen wir? Immer nach Hause!“ Mit diesem Zitat des christlichen Dichters Novalis begann Pfarrer Johann Pöppel seine Ansprache. Er erinnerte an das Leben des verstorbenen Max Hilz: „Er ging durch viele Höhen, aber auch durch Tiefen. Nichts Menschliches blieb ihm fremd.“ Er sprach von seiner großen Energie, dem starken Willen und dem Fleiß, aber auch von seiner Menschlichkeit. Auch sein großes Hobby, das Fliegen, fand Erwähnung. Schließlich erinnerte Pöppel auch daran, wie sehr der Verstorbene seine Eltern geliebt habe. Er erzählte, wie sehr er sich gerade im Alter als großer Freund der Kinder zeigte. Immer hatte er etwas Süßes für jedes Kind im Auto. Er spendete aber auch großzügig für unsere Kindergärten. Je älter er wurde, umso bescheidener und liebenswürdiger wurde er. Trotz aller Wirren und Herausforderungen seines von harter Arbeit geprägten Lebens hatte Max Hilz nie den Glauben an Gott aufgegeben. Trotz aller Niederschläge ließ er sich nicht verbittern, stand immer wieder auf und verlor nie seinen Humor.
Der Trauerzug war so lang, dass die ersten bereits den Friedhof erreichten, als die letzten Trauernden sich bei der Kirche gerade in Bewegung setzten. Denen, die den verstorbenen Max Hilz auf seinem letzten Weg begleiteten, stand die Trauer ins Gesicht geschrieben. Die Vereine, in denen Max Hilz über Jahrzehnte Mitglied war, würdigten sein Leben und sein Engagement. Mit dem Wusch, dass Gott seine Seele gnädig aufnehmen wolle, verabschiedeten sich die Trauernden von dem Verstorbenen.
Hermann Beiler

Erwin Scholz ist Pfarrgemeinderats-Chef
Er wurde auf der konstituierenden Sitzung in Spiegelau/Riedlhütte gewählt
Spiegelau/Riedlhütte. Bei der konstituierenden Sitzung des Pfarrgemeinderates der Pfarrei Spiegelau-Riedlhütte wurde Erwin Scholz aus Spiegelau als neuer Vorsitzender gewählt und übernimmt somit das Amt von Elisabeth Neumann-Harwalik, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl als Pfarrgemeinderat zur Verfügung stellen konnte.
Unterstützt wird Erwin Scholz von der ersten Stellvertreterin Ramona Schwankl, Riedlhütte, und von der zweiten Stellvertreterin Marita Baumgartner, Riedlhütte. Als Schriftführerin wurde erneut Elke Proßer-Greß aus Spiegelau gewählt.
Anschließend wurden die Ausschüsse gebildet und die Hauptverantwortlichen und Mitglieder benannt: Feste und Feiern (Manfred Halser), Mission/Gerechtigkeit/Frieden (Annegret Kieslinger), Jugend (Maximilian Waldhauser), Öffentlichkeitsarbeit (Angelika Proßer), Liturgie (Pfarrer Rupert Wimmer). Als Bildungsbeauftragte stellte sich Maria Öllinger zur Verfügung. Der Ausschuss „Caritas“ wird in einer der kommenden Sitzungen besetzt.
Am 16. Mai wird sich der neue Pfarrgemeinderat, der nun aus neun gewählten und vier berufenen Mitgliedern besteht, in den beiden Kirchen in Riedlhütte und Spiegelau vorstellen. - ap


Besuch vom Bischof Hans-Martin Weiss in der Region
Grafenau. Im Rahmen seiner Visitationstätigkeit besuchte Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg vor kurzem die Grundschule in Grafenau.
Die Schulleiterin Christl Weiß informierte den Regionalbischof über die Situation der Schule und insbesondere über den Evangelischen Religionsunterricht. Anschließend besuchte Weiss die Religionsklasse von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler. Er stellte sich bereitwillig den interessierten Fragen der Schüler nach seiner Tätigkeit und nach seinen persönlichen Interessen.
Am Nachmittag diskutierte er im evangelischen Gemeindehaus in Grafenau mit Pfarrerinnen, Pfarrern und Religionslehrkräften der Region die Situation des evangelischen Religionsunterrichtes an den verschiedenen Schularten im südlichen Bayrischen Wald. Die Situation ist geprägt durch kleine Schülerzahlen, kombinierte Klassen und Einsatz der Lehrkräfte an mehreren Schulen, aber auch durch großes Engagement der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dr. Weiss nahm die verschiedenen Erfahrungsberichte sehr interessiert zu Kenntnis und versprach Abhilfe bei manchen Problemen. Schulbeauftragter Pfarrer Dieter Martin dankte Regionalbischof Dr. Weiss für sein Interesse am Religionsunterricht der Region und wünschte eine gute Heimreise.
Regionalbischof Dr. Weiss leitet den Kirchenkreis Regensburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit zirka 300 000 evangelischen Christen in Niederbayern, in der Oberpfalz und im nördlichen Oberbayern.  - eb


Grafenauer Anzeiger vom 7. Mai 2010

SAXNDI. . .
. . .vor der Abstimmung zur Kurbetragserhöhung im Spiegelauer Gemeinderat gab es keinen Diskussionsbedarf. Bürgermeister Josef Luksch blickte wartend auf Wortmeldungen in die Runde. Kaum war die Satzung mit 12:0 Stimmen beschlossen, bemerkte Gemeinderat Karlheinz Roth, dass durchaus noch Gesprächsbedarf bestanden hätte, die Vorgehensweise nicht in Ordnung sei und mit den Vermietern offener umgegangen werden müsse. „Wenn ich zuerst die Vermieter frage, dann herrscht Unmut im Gemeinderat, wenn das Thema zuerst in nichtöffentlicher Sitzung behandelt wird, ist es auch nicht recht“, erklärte Luksch die Zwickmühle. Josef Wanninger verkürzte das Gespräch, in dem er die Sache auf den Punkt brachte. „Das ist eine ganz wichtige Geschichte für den Tourismus. Da brauchen wir nicht mehr reden, wir sind auf dem richtigen Weg.“   Ursula Langesee


Grafenauer Anzeiger vom 6. Mai 2010

Stockbauer-Stiftung vergibt Ehrenpreise
Waltraud Madl für soziales, Tobias Schreindl für sportliches Engagement gewürdigt - Schecks für 53 759 Euro verteilt   /
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Sportler Tobias Schreindl und Waltraud Madl, Gründerin und Vorsitzende von „Bürger helfen Bürgern“, sind die beiden ersten Träger der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Ehrenamtspreise. Sie wurden bei einer Feierstunde am Dienstag Abend in der Grundschulaula mit der Familienmusik Wolf von Bürgermeister und Stiftungsvorsitzendem Josef Luksch mit den von Glaskünstler Klaus Büchler gefertigten Glasstelen und Urkunden ausgezeichnet.
Die Laudatio auf den 22-jährigen Tobias Schreindl hielt der Sportreferent des Gemeinderates und stv. Stiftungsvorsitzender Josef Wanninger. Schreindl wurde als Preisträger mit einstimmigem Urteil ausgewählt, weil er alle Voraussetzungen optimal erfüllt. Er stammt aus der Gemeinde, ist überregional erfolgreich und durch seine Fairness, seinen Ehrgeiz und Fleiß ein Vorbild für andere Sportler und die Jugend generell.
Wanninger erinnerte an Tobias‘ Anfänge beim SC Spiegelau, wo er Laufen und Langlaufen noch gleichermaßen trainierte. Dann merkte er, dass er ohne Ski schneller sein kann, und bleibt seitdem beharrlich auf der Erfolgsspur. Jetzt ist der Student der FH Deggendorf bei der LG Passau und trainiert dort u.a. bei dem bekannten Olympia-Fackelträger Günther Zahn.
„Tobias hat fast alle niederbayerischen Titel vom 800-Meter- bis zum 10 000-Meter-Lauf, vom Cross- bis zum Berglauf gewonnen“, beschränkte sich der 2. Stiftungsvorsitzende wegen der Fülle der Siege auf eine Zusammenfassung.  Er ist mehrfacher Bayerischer Meister, aber seine bisher beste Saison war die vergangene. Da erreichte er im Halbmarathon mit der Herren- und Juniorenmannschaft den 2. Deutschen Meistertitel.
Um die Leistungen des ambitionierten Läufers besser einschätzen zu können, nannte Wanninger ein paar Zahlen. „Tobias‘ Bestzeit auf einer Halbmarathonstrecke mit 21,1 Kilometern waren eine Stunde, acht Minuten, 5000 Meter schafft er in 15 Minuten. Er läuft 100 bis 150 Kilometer an sechs Tagen in der Woche als Training.“
Schon allein durch diese Trainingsdisziplin, durch seinen Verzicht auf Alkohol, Nikotin und ungesundes Essen sei der junge Sportler ein Vorbild für die Jugend. Wanninger wünschte ihm, dass er seinem Motto „Ein Vogel fliegt, ein Fisch schwimmt und ich laufe“ noch lange treu bleiben könne.
Die Förderung unschuldig in Not geratener Menschen ist der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer -Stiftung ein besonderes Anliegen. Der Verein „Bürger helfen Bürgern“, den Waltraud Madl ins Leben gerufen hat und leitet, sei ein sehr aktuelles und vorbildliches Signal, wie die Hilfe für Mitmenschen gelebt werden könne, betonte Stiftungsvorsitzender Luksch in seiner Laudatio auf die zweite Preisträgerin.
Er erinnerte daran, wie ihm Madl zum ersten Mal ihre „soziale Idee“ vorstellte. Eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige hielt sie - gerade im Hinblick auf die Arbeitsplatzsituation in der Glasindustrie - für dringend notwendig. Sie hatte Helfer, suchte aber einen Raum. Den konnte ihr Luksch im Keller der Zivildienstschule zur Verfügung stellen und war ein zweites Mal überrascht: der desolate Raum war innerhalb einer Woche vollständig saniert. „War ich am Anfang noch etwas skeptisch, diese ‘Woman-Power‘ hat mich doch sehr beeindruckt“, gab der Bürgermeister zu.
Die Lebensmittelausgabe läuft an. Am Anfang werden 20 Familien und Einzelpersonen versorgt, inzwischen sind es fast 90. Ein Verein wird gegründet, um Spendenquittungen ausstellen zu können. Viele Menschen arbeiten unter der Woche ehrenamtlich, holen Ware ab, räumen Ware in die Kühl- und Gefrierschränke, kaufen aus Spenden zusätzlich Lebensmittel. Alles um Gottes Lohn. „Und hinter allem steht ein Motor: Frau Waltraud Madl“, dankte Luksch und überreichte ihr Stele, Urkunde und einen Scheck über 50 Euro mit der „Auflage“, ihn bei einem Abendessen mit ihrem Mann einzulösen.
Der Ehrenamtspreis wurde geschaffen, um den Namen des großen Gönner- und Stifter-Ehepaares Stockbauer in der Gemeinde in Erinnerung zu halten. Das Ehepaar hatte fast sein ganzes Leben in Spiegelau verbracht. Dr. Ludwig Stockbauer arbeitete hier seit 1949 als Zahnarzt. Als er im Januar 2007 in Passau verstarb, hat er beinahe sein ganzes Nettovermögen von 2,556 Millionen Euro der Gemeinde Spiegelau über eine Stiftung hinterlassen. 75 Prozent der Erträge werden jedes Jahr ausgeschüttet - an Feuerwehren, Sportvereine, Kindergärten, Seniorenclubs, Schützenvereine, Wohlfahrtsverbände, Frauenbund, gemeindliche Einrichtungen, Schulen und unschuldig in Not geratene Bürger in der Gemeinde. Die Höhe der Zuwendung ist abhängig von der Zahl der Mitglieder (in Vereinen) bzw. der Kinder (in Kindergärten) und Anträgen auf finanzielle Unterstützung.
Heuer wurden 53 759 Euro verteilt. Vor der Übergabe der Schecks sagte Stiftungsvorsitzender Luksch, dass das Geld „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeute. „Es soll nicht dazu verleiten, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern noch besser und engagierter im Sinne des Stifter-Ehepaares zu werden.“ Er dankte Anita Süß für die viele Arbeit, die sie für die Stiftung zu erledigen habe.
Es bekamen: FFW Spiegelau 1627 Euro, FFW Klingenbrunn 2086 Euro, FFW Oberkreuzberg 1661 Euro, TSV Spiegelau 2799 Euro, TSV Klingenbrunn 2176 Euro, SpVgg Oberkreuzberg 3492 Euro, Aktiv-Sport 1194 Euro, Skiclub 2010 Euro, Schützen Klingenbrunn 1000 Euro, Schützen Oberkreuzberg 1000 Euro, EC Edelweiß 608 Euro, Tennisclub 1044 Euro, EC Beiwald 800 Euro, Kindergarten Spiegelau 5000 Euro, Kindergarten Klingenbrunn 8127 Euro, Kindergarten Oberkreuzberg 3000 Euro, die Altenclubs Hofmann, Angerer, Klingenbrunn und Oberkreuzberg je 200 Euro, Frauenbund Klingenbrunn 200 Euro, Bücherei 2825 Euro, Gemeinde zur Mittagsbetreuung 1600 Euro, Gemeinde zum Aufbau einer Jugendblaskapelle 2110 Euro, Grundschule für Projektwoche 1200 Euro, Gesunde Schule 600 Euro, Bürger helfen Bürgern 2000 Euro, Caritas-Wohnheim 2800 Euro, VdK Spiegelau und Oberkreuzberg je 200 Euro, Helfer vor Ort 1000 Euro, unschuldig in Not Geratene 592 Euro.


Grafenauer Anzeiger vom 17. April 2010

Neues Konzept für das Mehrzweckhaus
Spiegelauer Räte berieten zu zwei Standortvarianten und müssen noch Fördermöglichkeiten abwarten /Von Hermann Haydn
Spiegelau. Das Planungsbüro Heinrich Scholz legte dem Gemeinderat zwei Standortvarianten für ein in Klingenbrunn geplantes Mehrzweckgebäude (Feuerwehr, Gemeindeleben und Loipenbedarf) vor. Dabei könnten die hohen Kosten jedoch zum Problem werden.
Auf 940 572 Euro schätzt das Planungsbüro die Kosten alleine für zwei Unterstellflächen für Feuerwehrfahrzeuge, Funktionsbereiche, einen Trakt für Ausbildungszwecke und Veranstaltungen sowie einen dritten Gebäudeteil, in der für die vorbeiführende Loipe ein Wärmeraum, Umkleidemöglichkeiten oder Toiletten untergebracht wären. Zwei Standorte wurden vorgeschlagen, die in der Nähe des Sportplatzes oder an der Staatsstraße Richtung Frauenau liegen könnten. Nicht im Preis eingerechnet ist, dass bereits der Grunderwerb hohe Kosten aufwirft, und zusätzliche Aufwendungen für Leitungsarbeiten oder geländebedingt anfallen würden. Als geeignet mit kleineren Einschränkungen wurden beide Standorte bewertet. Allerdings seien die aktuellen Förderaussichten eher als gering einzuschätzen. Angesichts der angespannten Haushaltslage müsse das Projekt auf weitere Möglichkeiten in Einsparung und Mittelbeschaffung noch genauer abgeklopft werden, so die Beratung, weshalb die Verwaltung den Auftrag bekam, bis zum 30. Juni gangbare Wege zu eruieren.
Bürgermeister Luksch teilte mit, dass eine Wanderverbindung zwischen Frauenau und Spiegelau bei Flanitz neu angelegt wurde und so eine bisherige Trassenführung mit Brücke auf Privatgrund entwidmet werden kann. Dem stimmte das Gremium zu. Abgelehnt wurde dagegen ein verkehrsberuhigter Bereich im Max-Peinkofer-Weg. Nach einer Besichtigung durch Straßenbaubehörde und Polizei wäre die Problematik nicht so zwingend und könnte mit Maßnahmen wie einer zusätzlichen Spielplatzabsicherung sinnvoll etwas getan werden. Kritisiert wurde, dass die Grundstückszäune teilweise zu nahe an der Straße stünden, und so die Sicht nähmen, während ein verkehrsberuhigter Bereich gerade über Verengungen auch Verlangsamungen des Verkehrs bewirken sollten. Neben eventuell nötiger aufwendiger baulicher Veränderung war ein Argument gegen den verkehrsberuhigten Bereich, dass dann dort auch nicht mehr geparkt werden dürfte, was die Anwohner auch bedenken müssten, wenn etwa mal Besuch nicht auf den Grundstückseinfahrten Platz hätte.
Weitere Informationen sollen eingeholt werden, wie der Eingangsbereich des Natur-Freibades so gestaltet werden kann, dass der geregelte Eintritt besser überwacht würde. Verengungen mit Pflanztrögen wurden als weniger effektiv beurteilt, allerdings würde eine Edelstahllösung mit Drehflügel auch netto 8000 Euro kosten.
Gegen die Stimmen von Kurt Zettl, Peter Hinterberger und Erhard Wawrzek wurde beschlossen, die Abwassergebühr je Kubikmeter um 20 Cent auf 2,25 Euro ab 1. Juli anzuheben. Gewartet soll dagegen noch werden bei den Friedhofsgebühren. Auch hier verlangt das Landratsamt eigentlich Kostendeckung.
Es soll aber noch geprüft werden, ob dies nicht auch durch Einsparungspotenziale erreicht werden könnte. Bürgermeister Luksch appellierte an die Bürger, bei den Abfällen besser darauf zu achten, dass Biomüll nicht durch unbedachtes Wegwerfen und Vermischen zu teurem Sondermüll gemacht wird.
Abgesegnet wurde ein Vertrag mit der E.ON Bayern AG, um die Wartung von 703 Straßenlampen in der Kommune auch weiterhin gesichert zu halten. Pro Jahr wird künftig dafür pro Lampe statt bisher 15 Euro knapp 23 Euro für ein „sorglos Licht-Paket“ aufzubringen sein. Darin enthalten sind dann turnusmäßige Lampenwechsel, Rostvorsorge, Reinigung, kurze Reparaturfristen und auch die Kosten, falls ein Autofahrer sich unbedacht an der Laterne per Delle verewigt und als Fahrerflüchtiger nicht zu seinem Schaden steht.
Abgewartet wird noch bei der Auftragsvergabe zu einer Beratung in Sachen Breitbandversorgung der Gemeinde Spiegelau. Ein Berater einer alternativen Firma wird demnächst einen Vortrag im Gremium halten.
Elektrobikes möchte die Gemeinde vorerst nicht anschaffen, um den Biketourismus im Bayerwald so zu fördern. Einerseits soll noch nach tatsächlichem Bedarf gefragt werden, andererseits wurde es als zweifelhaft angesehen, ob die Kommune dann nicht auch Skiverleih oder andere Aktivitäten anbieten solle. Es sei eher eine Aufgabe der Wirtschaft, solch einen Bedarf zu erkennen und mit Angebot zu reagieren.


Grafenauer Anzeiger vom 16. April 2010
SAXNDI. . .
. . . es ist ein Dilemma. Einerseits soll ja ein Haushalt möglichst schnell aufgestellt werden, damit die Kommune Planungssicherheit hat. Andererseits ist es peinlich, wenn man seine Planlosigkeit dadurch zeigt, indem man Zahlen auf den Tisch zwingt, die nicht belastbar sind. Darüber braucht man nicht debattieren.
So gesehen ist das, was jetzt in Spiegelau passiert ist, ein Offenbarungs-Eid. Ein Hilfeschrei - „allein packen wir die FH-Ansiedlung nie und nimmer“. Schon gar nicht wenn man bedenkt, dass das Zahlenkonstrukt auch ohne die eingeplanten FH-Millionen wohl kaum die Genehmigung der Rechtsaufsicht im Landratsamt bekommen würde.   Hermann Haydn

Haushalt scheitert schon vor der Beratung
Spiegelaus Bürgermeister nimmt Zahlenwerk per Geschäftsordnungsantrag aus der Diskussion
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Die Spiegelauer Verwaltung steht vor einem großen Dilemma: Einerseits soll der Haushaltsplan politisch gewünscht frühzeitig auf dem Tisch liegen. Andererseits sind zu viele Zahlen derzeit unklar, zu viele Wünsche nach gegenwärtigem Stand unfinanzierbar. Das klare Bekenntnis am Dienstag: Es wurde viel bedrucktes Papier produziert, wohl wissend, dass der Plan so nie und nimmer genehmigungsfähig sein würde. Gigantische Kreditaufnahmen und Spitzenwerte bei der Pro-Kopf-Verschuldung sowie eine finanztechnische Lähmung auf lange Sicht wären die Folge. Das Ergebnis war ebenso stringent: Mit einem Antrag zur Geschäftsordnung wurde die weitere Beratung auf kommende Sitzungen verschoben.
Elke Proßer-Greß fasste die Situation haushaltstechnisch so zusammen: „Bisher haben wir nur ein Luftschloss.“ Und auch Ernst Ertl zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir sind schon ein seltsames Gremium.“ Wie oft und wie lange habe man diskutiert über den Vorlagezeitpunkt. Und jetzt, wo der Haushaltsplan da ist, müsse man ihn eben doch wieder zurück stellen. Viel Papier für nichts, viele Überstunden in der Verwaltung und „alles für die Katz“.
Vorausgegangen war eine relativ konfuse Diskussion um gestiegene Personalkosten, gesunkene Einwohnerzahlen, Überstunden und Resturlaubsansprüche, die in belastender Zahl vor sich her geschoben würden, Seitenvermerke auf Verteilerschlüssel zu Klärwerkskosten im Zweckverband mit Riedlhütte und Möglichkeiten der Liegenschaftsveräußerung. Besonders Gemeinderat Erhard Wawrzek versuchte dabei an Kostenstellen in der Haushaltsplanung anzusetzen, wo seiner Meinung nach Dinge in der Vergangenheit aus dem Ruder gelaufen seien oder weiter einen genehmigungsfähigen Haushalt zu belasten drohten.
Dem hielt Bürgermeister Josef Luksch entgegen, dass manche Zahlen überbewertet seien, weil beispielsweise zwei Angestellte in Altersteilzeit oder Freistellungsphase natürlich übergangsweise mehr Personal als eigentlich nötig bedeuten würden, dass nach dem langen Winter der Bauhof Überstunden nachvollziehbar „gebunkert“ habe oder dass nicht zuletzt wegen des Drangs zu einem frühen Haushaltsplan die Verwaltung viele Extraschichten zu schieben hatte. Zudem seien bei kritisierten Beschlüssen der Gemeinderat ja selbst die entscheidende Kraft und müsse eigentlich selbst wissen, was gut geheißen wurde, statt es anschließend als Kritikpunkt wieder einzubringen.
Die eigentliche Problemlage stelle sich ohnehin anders dar, so Josef Wanninger. Der vorgelegte Plan ist bereits vor der Weitergabe rechtlich als Makulatur zu sehen. Das grundsätzlichste Zahlenwerk kam schon gar nicht per Beamer an die Wand oder öffentlich auf den Tisch. Aber bei einer nötigen Neuverschuldung in Höhe von schätzungsweise fünf Millionen Euro und gleichzeitig weg brechenden Einnahmen in Höhe von einer halben Million führt ohnehin kein Weg zu einem Plan mit Fundament. Wanninger dazu: Man muss sich auf die Ausgaben konzentrieren. Eine derart hohe Belastung müsse vermieden werden, damit man nicht „in die Schuldenfalle rein rauscht“. Selbst ohne den dicksten Brocken für eine FH-Außenstelle bliebe im derzeitigen Haushaltsplan noch ein Loch von 1,8 Millionen Euro ungedeckter Ausgaben. Auch da befürchtet Kämmerer Bruno Donaubauer, dass die Zinsbelastung auf Dauer zu einem unüberschaubaren Problem anwachsen könnte. Auf die Frage von Kurt Zettl, wo denn dann die Verwaltung ansetzen würde, musste Donaubauer den Ball zurück geben: Die Verwaltung könne ja nicht dem Ratsgremium Empfehlungen geben, wo es den Rotstift für Investitionen ansetzen solle.
Genau diese politische Dimension wurde jedoch bei der Beratung nur indirekt berührt. Die Bewertung, ob die Vision FH in der gegenwärtigen Form nur ein Luftschloss ist oder auch die zuvor stattgefundene Beratung zu Feuerwehr- und Mehrzweckgebäude mit Loipenhaus (mit ebenfalls einer Investitionssumme von weit über einer Million Euro) macht derzeit viele Finanzfragen auf, ohne dass finanztechnische Antworten parat lägen. Auch hier konnte nur beraten werden was wünschenswert wäre. Auch zu dieser Haushaltsplansparte konnte Bürgermeister Luksch nur resümieren: „Der Plan, der jetzt vorliegt, den schicken sie uns zurück.“ Gemeint ist dabei die nötige Genehmigung im Landratsamt. Günther Schmid wandte dazu ein, dass dort selbst der Grundstückserwerb schon für die Haushaltsplanung eine nicht zu nehmende Hürde darstelle.
Die Zwickmühle ist groß. Zuvor wurde auch über Anpassungen bei den Kostenbeiträgen zu Abwassergebühren und Friedhofswesen diskutiert. Dabei ging es beispielsweise bei den Kanalgebühren um 20 Cent je Kubikmeter mehr, die zwar etwa 17 000 Euro Einnahmen erbrächten, die aber im Gegenzug von den Mehrausgaben für die Kleinkläranlage Althütte bereits wieder aufgefressen sind. So bleibt trotz der im Gremium schwer errungener Erhöhung der Kostendeckungsquotient wieder nur bei etwa 77 Prozent. Die Friedhöfe nehmen nur 71 Prozent ihrer Kosten ein. Auch hier wurde eine vom Landkreis angemahnte Entscheidung über das Kalenderjahr hinaus mit dem Hinweis vertagt, man könne ja noch an Einsparungspotenzialen arbeiten.
Das Ergebnis insgesamt bleibt aktuell aber gleich, egal ob an Details noch gefeilt werden könnte: Der Haushaltsplan hat sich als wohl strittig aber dennoch faktisch als „indiskutabel“ erwiesen. Die Zurückstellung für eine spätere Beratung auf konkreterer Datenlage war im Moment unausweichlich.


Grafenauer Anzeiger vom 6. April 2010

SAXNDI. . .
. . .jetzt geht es also auch dem Pandurenfest an den Kragen. Es wird verkürzt - auf einen Tag. Es wird konzentriert - um die Mehrzweckhalle. Auch das Grafenauer Säumerfest stand in der Debatte: Blech- oder Marschmusik, ein Tag oder ein Wochenende? Haus im Wald oder nur Grafenau?
Ist Weniger mehr? Oder Mehr weniger? Die Antwort kann nur die Praxis liefern. Dass aber Säumer- und Pandurenfest Markenzeichen sind, ist sicher. Und deshalb darf man sie auch nicht sterben lassen.    Andreas Nigl

Weniger Zeit für die Spiegelauer Panduren
Zum 25. Jubiläum wird nur am 17.Juli an der Mehrzweckhalle gefeiert - Festzug und historisches Lager  - Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zu ihrem 25. Pandurenfest in diesem Jahr warten die Spiegelauer mit einem Novum auf: erstmals ist das große Historienspiel nur an einem Tag, nämlich am Samstag, 17. Juli, dafür dauert es auf dem Festplatz bei der Mehrzweckhalle bis Mitternacht.
Lange Zeit war ohnehin nicht klar, ob das traditionelle Fest heuer überhaupt stattfinden kann. Wegen der Diskussion um den FH-Standort stand es lange im Feuer. Denn kommt die Fachhochschule aufs Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks, dann ist dieser Platz, auf den letztes Jahr erstmals mit dem Pandurenfest ausgewichen wurde, wieder passé. „Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Es hängt ja doch zu viel Planung und Arbeit dran. Aber wenn wir das Fest heuer ganz ausfallen lassen, besteht die Gefahr, dass es in Vergessenheit gerät“, erklärt Gemeinderat Kurt Hobelsberger. Er hat auf Wunsch des Gemeinderates in Vertretung für den erkrankten, langjährigen Pandurenfest-Organisator Alfred Resch die Durchführung des Festes in die Hand genommen.
Man einigte sich darauf, das Pandurenlager an der Mehrzweckhalle, das bisher immer am Samstagabend vor dem Pandurenfest stattfand, und den historischen Festzug vom Sonntag zusammen zu legen. So beginnt das Jubiläum am Samstag, 17. Juli, um 14.30 Uhr mit einem Standkonzert der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen bei der Sparkasse. Um 15 Uhr setzt sich von dort aus der historische Festzug mit der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen und der Dorfblosn Klingenbrunn in Richtung Festplatz an der Mehrzweckhalle in Bewegung. Dort eröffnet Bürgermeister Josef Luksch das Fest zu den Salutschüssen der Hessensteinschützen Klingenbrunn.
Unter dem Motto „ Wir warten auf die Panduren“ beginnt das zwanglose Lagerleben mit den Auftritten historischer Gruppen wie Stelzengänger, Gaukler, Trommler und einem „Feuershowspectaculum“. Für Kinder gibt es ein spezielles Beschäftigungsangebot der Jungen Frauen des Frauenbundes im Pandurenzelt. Um das leibliche Wohl mit Zwiebelfleisch und Schwammerlsuppe, Gulaschsuppe überm Feuer, Käse, Fisch, Pizza, Pandurenbraten, Bratwürsten, Currywurst, Leberkäse, Kuchen, Kaffee, Bier und Wein kümmern sich der Männergesangsverein, der Frauenbund, Aktivsport 2000, der TSV, das BRK und der EC Edelweiß. Um dem Jahr 1742 optisch einigermaßen gerecht zu werden, trimmen sie ihre Buden und Verkaufswägen mit Jute auf historisch.
Höhepunkt des Abends ist um 19.30 Uhr die Bühnenaufführung mit den Panduren, dem Hohen Rat der Gemeinde und der Bürgerwehr Grafenau. 3. Bürgermeister Peter Hinterberger, selbst ein begeisterter Laiendarsteller, organisiert die etwa dreiviertelstündige Szene. Unterstützung bekommt er von Bühnenautor Eberhard Kreuzer aus Zwiesel, der auch das Grafenauer Brudersbrunn-Freilichtspiel geschrieben hat. „Wir spielen die spannungsgeladene Stimmung, bevor die Panduren in den Ort einfallen und natürlich ihr Auftauchen mit Ross und Reiter - da muss sich richtig was rühren“, kündigt Hinterberger an.
Die Panduren um ihren Anführer Freiherr Franz von der Trenck mimen die Spiegelauer selbst. In den letzten Jahren haben sie eine eigene 18-köpfige Truppe der wilden Reitergesellen aufgebaut, unterstützt vom Pandurenverein aus Waldmünchen. Die Freunde aus der Oberpfalz können heuer nicht dabei sein, weil sie an diesem dritten Juli-Wochenende den Auftakt für ihr eigenes Pandurenfestspiel begehen. „Das ist schade, aber die Verbindung wird dadurch nicht abreißen“, verspricht Hobelsberger.
Nach der Aufführung geht es mit der Klingenbrunner Dorfblosn bis Mitternacht weiter. Dann ist Zapfenstreich für Musik, Bier und Wein - aber sicher noch nicht für so manches angeregte Gespräch an den Tischen. Übrigens: bei schlechtem Wetter wird in die Mehrzweckhalle ausgewichen.


Grafenauer Anzeiger vom 27. März 2010

Hotelier beantragt höhere Kurtaxe
Spiegelauer Gemeinderat lehnt Gebühr für Loipenbenutzung als nicht praktikabel ab
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Eigentlich scheint es auf den ersten Blick eher paradox, wenn ein Hotelier wie Max Stadler als Betreiber der „Residence Hochriegel“ in Klingenbrunn bei der Kommune beantragt, der Kurbeitrag möge erhöht werden. Wenn aber damit touristische Marketingmaßnahmen finanziert würden, schlösse sich doch wieder ein logischer Kreis.
Das kostenlose Bayerwald-Ticket solle damit gegenfinanziert werden, so die Absicht von Max Stadler. Allerdings stand ein Punkt auf dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung vom vergangenen Dienstag, der ebenfalls in diesem Themenkreis Beratungen erforderte. Deshalb wurde dieser Antrag zunächst zurück gestellt.
Max Stadler fragte aber zusätzlich an, ob denn nicht die Loipen im Gemeindebereich ebenfalls mit einer Art Eintritt belegt werden sollten, wie es am Bretterschachten mittlerweile üblich sei. Schließlich führen ja auch Gäste von außerhalb darauf. Ein finanzieller Ausgleich für die Pflegekosten sei da berechtigt. Josef Wanninger merkte dazu an, dass die Situation dort ganz anders sei. Während in den tieferen Lagen die Loipen nicht mehr gingen, habe Bodenmais dort über ein bis zwei Monate mehr Aufwand zu tragen. Allerdings habe es wegen des Kostenumlagemodells mit Parkgebühren und Tageskurkarte auch viele unschöne Szenen gegeben. Der Kassier sei schon „ein armer Hund“, der die Verärgerung der Langläufer abbekomme. Man mache sich zum einen sehr unbeliebt mit solchen Ansätzen. Zudem müsste man mit zusätzlichen Personalkosten rechnen.
Peter Hinterberger sagte, dass erst einmal die Loipeninfrastruktur auf einen besseren Stand gebracht werden müsse, bevor man über Gebühren reden könne. Ludwig Schopf fügte an, die Gäste dürften sich nicht doppelt abkassiert fühlen. Während am Bretterschachten mit einem zentralen Einstieg die Kassenfrage überschaubar sei, hätte man im Spiegelauer Loipennetz ohnehin keine richtige Stelle zum Kassieren. Der Antrag wurde dann auch einstimmig abgelehnt.
Einem zweiten Antrag gab der Rat dagegen seine Zustimmung. An der Tourist-Info fehle das Kreuz als wichtiges christliches Symbol, so Max Stadler. Bürgermeister Josef Luksch führte dazu an, dass die Gelegenheit genutzt werden könnte, statt dessen ein Wegkreuz oder Marterl im Umfeld zu platzieren, das von Totenbrettern flankiert werden könnte. Auf ihnen solle an verstorbene, verdiente Bürger der Gemeinde ehrend erinnert werden. Verschoben wurde dagegen auch der Antrag, an der Nachtloipe in Klingenbrunn zwei Web-Cams anzubringen, um Region und Angebot entsprechend zu vermarkten. Die Kosten hierfür wurden auf etwa 4000 Euro geschätzt. An und für sich positiv bewerteten die Räte die Idee, wenn auch zwei Kameras von Josef Wanninger als zu viel erachtet wurden. Bürgermeister Luksch soll weitere Angebote einholen lassen und den Standort auf Machbarkeit prüfen. Dem wurde bei einer Gegenstimme von Karlheinz Roth zugestimmt.
In einem Schreiben hatte das Landratsamt die Gemeinde aufgerufen, eventuell wieder Ortsteile in den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ zu entsenden. Luksch war etwas zögerlich, weil er wegen größerer anstehender Aufgaben den Zeitpunkt für unglücklich hielt. Das Gremium dagegen argumentierte, dass der Wettbewerb gerade mit wenig Mitteln viel erreichen könne. Bewertungskriterien wie „Aufbruch durch Zusammenhalt“ würden direkt auch positive Effekte mit sich bringen - von der Kommunikation im Dorf, über den Blumenschmuck bis zur Pflege der Fassaden. Zudem werde man sich auch wieder besser bewusst, was für schöne Orte man ja ohnehin habe, statt nur die Problem-Ecken zu sehen, so Elke Proßer-Greß. So sei beispielsweise Althütte ein regelrechtes Kleinod, an dem man gar nicht viel ändern müsse. Bürgermeister Luksch soll also doch das Gespräch zu den Dorfgemeinschaften und Vereinen suchen, um eventuell einen Ortsteil ins Rennen zu schicken.


Grafenauer Anzeiger vom 23. März 2010

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Problemlos passierten die Bauanträge von Michael Hobelsberger auf Einbau eines Schlacht- und Kühlhauses in einen bestehenden Stadel und die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Oberkreuzberg Süd-West die Beratungen.
Ein Gehweg an der Oberkreuzberger Kastanienallee, dessen Kostenschätzung bei 30 000 Euro liegt, soll erst nach einer Besichtigung vom Bauausschuss und den Anwohnern beraten werden. Wenn er auch für die Schulwegsicherheit als sinnvoll erachtet werde, müsse man sich doch über weitere Konsequenzen wie Ausbaubeiträge, Grundstückserwerb, Baumbestand oder Räumpflicht klar werden. Bei Gegenstimmen von Roth und Zettl wurde dem stattgegeben.
Abgelehnt wurde, an der Kirche in Oberkreuzberg eine Toilette zu errichten. In einem ähnlich gelagerten Fall wurde das bereits aus Kostengründen verneint. Bei einer Mauer an der Fuchsensteinstraße muss geschaut werden, auf welchem Grund sie sich befindet und ob die Straße ursächlich ist für deren Neigung. Zur Reutecker Straße soll geprüft werden, was die Sanierung kosten würde, bevor ein Förderantrag zu stellen ist.
Abgelehnt wurde eine „Hundeloipe“ im Gemeindegebiet. Die Zielrichtung gehe ohnehin in Richtung weniger, aber qualitativ hochwertiger Angebote. Da der Gast in der Region auch für Schlittenhundegespanne Strecken finde, solle das genügen. Jede Gemeinde könne hier eben nicht alles bieten, so Bürgermeister Josef Luksch und der Platz wäre auch kaum vorhanden, ergänzte Kurt Hobelsberger.
Im Weiteren ging es auch um Ruhebänke, DSL-Versorgung sowie um Geschwindigkeitsbegrenzungen und Hundekot im Kurpark. Hier könne man fast nur an die Vernunft appellieren, so der Bürgermeister. Ein Streit könnte zur Frage entstehen, wer an der Schulstraße welche Ausbaubeiträge bezahlen musste oder sich ungerecht behandelt sieht.
Die kostenlose Nutzung der Mehrzweckhalle soll für Breitensport weiter möglich bleiben. Nur Erhard Wawrzek stimmte dagegen.
Ein älteres Thema ist die Straße von Spiegelau nach Klingenbrunn, wo auf Höhe der Frauenauer Straße 5 keine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet ist, obwohl dort Kinder zum Schulbus müssen. Bei Messungen der Polizei ergab sich, dass dort Geschwindigkeiten zwischen 47 und 82 km/h gefahren wurden, weshalb das Landratsamt derzeit keine Veranlassung sieht, hier etwas zu verändern. Ludwig Schopf merkte dazu an, dass die Autofahrer freilich langsamer unterwegs seien, wenn die Polizei dort sichtbar stehe und Günther Schmid kritisierte, dass dort kein Entgegenkommen auf einer Staatsstraße möglich sei, obwohl an anderer Stelle sogar Bundesstraßen wie bei Eberhardsreuth zu Gunsten der Schulwegssicherheit Geschwindigkeits-
begrenzungen erhalten könnten. Die Kommune will mit einem Schreiben ihre Sorge an das Landratsamt mitteilen.
Eine kostengünstige Verbesserung wird es für die Anbindung an das Nahverkehrsnetz an Oberkreuzberg geben, teilte Luksch mit. Mit etwa 1300 Euro werden zwei Linien „zustiegsfähig“. Josef Wanninger regte eine bessere Kennzeichnung der Linien an, die im ÖPNV-Konzept mit den Igelbussen verbunden sind. - hpd


Grafenauer Anzeiger vom 26. Februar 2010

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Bürgermeister Josef Luksch informierte den Gemeinderat darüber, dass das Landratsamt auf Antrag der Gemeinde die Kosten für den Bau eines Gehweges in Oberkreuzberg entlang der Kastanienallee in Richtung Baugebiet Braungarten ermittelt habe. Für den Gehweg mit einer Länge von 180 Metern und einer Breite von 1,20 Meter ist mit Kosten von rund 300 000 Euro zu rechnen.

  Die Regierung von Niederbayern hat für Landschaftspflegemaßnahmen in der Mühlberger Senke einen Zuschuss von 4525 Euro gewährt. Bei Aufwendungen von 5656 Euro beträgt der Fördersatz 80 Prozent.

 Einstimmig war der Gemeinderat dafür, die Grundstücke mit den Flurnummern 408 und 410/3 sowie weitere Grundstücke der Gemarkung Oberkreuzberg zur Ausweisung von Gewerbeflächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Bayerischer Wald zu nehmen.

 Deutlich mehr Zuwendung als ursprünglich in Aussicht gestellt wurde, gibt es für das Klärwerk Spiegelau vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf - nämlich 860 362 statt 575 437 Euro. „Ich bin sehr dankbar dafür, das entlastet die Bürger“, kommentierte Luksch die spürbar höhere Zahlung.

 Nach dem Jahresbericht von Josef Kern, Kommandant der Feuerwehr Klingenbrunn, ist der Personalstand ausreichend und die Feuerwehr gut ausgestattet. Trotzdem seien einige Anschaffungen und Umbauten notwendig. Luksch erwähnte exemplarisch die Diesel-Abgasabsauganlage. Zur Zeit würden die Kosten dafür ermittelt und sollen Mitte März vorliegen.

 Der Bürgermeister gab bekannt, dass der EC Edelweiß am 5. März im Gasthaus Weber seinen Aufstieg feiere. Eine Einladung liegt jetzt bereits zu 10 Jahre Balboos Music Garden vor. Dieses Jubiläum wird von 15. bis 17. Oktober in der Grundschule Spiegelau begangen. - ul



Wegen FH: Haushalt verzögert sich

Bis 31. Mai soll Zahlenwerk vorliegen - Wohin kommt die Funk- Antenne? Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Vorlage der Haushaltssatzung verzögert sich um zwei Monate. Statt bis 31. März soll das Zahlenwerk jetzt spätestens bis 31. Mai im Gemeinderat auf den Tisch.
Bürgermeister Josef Luksch hatte bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag Abend die Verlängerung vorgeschlagen, weil noch nicht sicher sei, was die Ansiedlung der FH-Außenstelle in Spiegelau koste. Einen Nachtragshaushalt möchte er vermeiden. Kämmerer Bruno Donaubauer bestätigte, dass die übrigen Vorarbeiten zum Haushalt zu 90 Prozent abgeschlossen seien. Die Verlängerung der Laufzeit schmeckte Gemeinderat Erhard Wawrzek als Verfechter eines so früh wie möglich vorliegenden Haushaltsplans gar nicht: „Wir brauchen zumindest ein Grundgerüst, denn ganz ohne Haushalt ist es unheimlich schwierig. Ich fürchte, dass wir auch bis Mai keine konkreten Zahlen haben und um einen Nachtragshaushalt nicht umhin kommen.“ Dazu ergänzte Donaubauer, dass die Aufstellung des Haushaltsplans nicht nur eine zeitliche Frage sei: „Wir haben jetzt schon eine nicht unbedeutende Neuverschuldung drin, wenn die FH-Kosten in einem Nachtragshaushalt dazu kommen, dann haben wir eine Doppelverschuldung.“
Josef Wanninger möchte Zahlen sehen, um zu wissen, „wo wir uns hin bewegen“. Luksch bat die Mitglieder des Finanzausschusses, die Zahlen an ihre Fraktionskollegen weiter zu geben.
Unverständnis im Gemeinderat erntete die Absicht des Landratsamtes, der Deutschen Plakatwerbung GmbH mit Sitz in Koblenz die Baugenehmigung für eine fast zwölf Quadratmeter große Werbetafel an der Hauptstraße zwischen dem Mietshaus Ebner und der VR-Bank zu erteilen.
Der Gemeinderat hatte bereits bei seiner Sitzung im April 2009 dieses Ansinnen aus „gestalterischen Gründen“ einmütig abgelehnt. Dieser Entscheidung folgte das Landratsamt am 15. Oktober und verweigerte die Baugenehmigung. Darauf reichte der Antragsteller Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht ein. Nach einem Urteil des Gerichts beabsichtigt das Landratsamt, der Klage abzuhelfen und den Bau zu genehmigen. Dafür wird das gemeindliche Einvernehmen rechtsaufsichtlich ersetzt. Bevor dies geschieht, wurde der Gemeinde Gelegenheit gegeben, die Einvernehmensverweigerung zu überdenken.
„Ich verstehe die Welt nicht mehr. Vor fünf Jahren wurde es dem TSV Preying verboten, Bandenwerbung entlang der B 85 zu machen und jetzt erlaubt man eine riesige Werbetafel neben der Straße“, schimpfte Peter Hinterberger. „Das ist nicht nachvollziehbar, wir sollten zu unserem Beschluss stehen“, forderte Karlheinz Roth. Seine Kollegen schlossen sich an und mit 13:0 Stimmen wurde die Ablehnung vom April 2009 bekräftigt.
Zwar wird jetzt für den Rettungsdienst der Digitalfunk in Bayern eingeführt, in einigen Gegenden funktioniert er aber für Handfunkgeräte nicht. Dazu gehört auch das Kerngebiet des Bayerischen Waldes vom Dreisessel bis Waldmünchen. Dieses Gebiet wird mit einem Gleichwellennetz ausgestattet. Dafür müssen an bestimmten Stellen Antennen angebracht werden.
In der Gemeinde wäre nach einem Schreiben von Bergwacht-Regionalleiter Manfred Falkner auf dem Aussichtsturm in Oberkreuzberg der geeignete Platz. Dieser Standort würde auch die Ostseite des Lusen abdecken. Die ca. einen Meter hohe Antenne könnte voraussichtlich - von außen nicht sichtbar - unter dem Dach angebracht werden. Der Schaltkasten würde im Innenraum des Turmes Platz finden.
Der Gemeinderat war grundsätzlich dafür, die Bergwacht dabei zu unterstützen, schnell und wirkungsvoll Hilfe leisten zu können. Allerdings hielt Luksch den Turm für nicht so geeignet, weil er Vandalismus am öffentlich zugänglichen Schaltkasten befürchtet. Günter Schmid wies darauf hin, dass die Kabelverlegung wegen der vielen Felsen am Turm schwierig werden könnte.
Als Alternativen schlug der Bürgermeister den Wasserhochbehälter in Oberkreuzberg und die Forstamtsquelle in Klingenbrunn vor. Jetzt soll überprüft werden, ob diese Alternativen auch technisch geeignet sind. Der gesamte Gemeinderat war für diese Lösung.



Grafenauer Anzeiger vom 8. Februar 2010

Dem Landrat fehlte das richtige Zielwasser / Schirmherr beim Bayern1-Winterfestival braucht lange für fünf Treffer beim Promi-Biathlon - 3000 Gäste im Sägewerk
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Vielleicht waren es die grünen und roten Lämpchen am Schießstand, die den „schwarzen“ Landrat Ludwig Lankl irritierten, vielleicht waren Wasser und Spezi nicht das richtige Zielwasser: auf jeden Fall haben Lankls mangelnde Schießkünste seinem Team mit Frauenaus Bürgermeister Herbert Schreiner, Musiker Christian Balboo Bojko und Christoph Eder vom Inline-Nationalteam beim Prominenten-Biathlon im Rahmen des Bayern 1-Winterfestivals im alten Sägewerk den Sieg gekostet.
Sieger wurde das Bayern 1-Team mit Moderator Uwe Erdelt, Franz Baumgartner, Maximilian Berg und Nicolas Foltin, die komplett in Skikleidung aus den 30-er Jahren aus dem Kostümfundus des Bayerischen Fernsehens antraten. Sie schafften es am schnellsten, in Schneeschuhen oder auf Langlaufskiern die ca. 400 Meter lange Strecke an der Sortierhalle mit Steigung und Abfahrt zu absolvieren und dann mit dem Lasergewehr fünf grüne Lämpchen zum Leuchten zu bringen.
Auf Platz drei landete das Team 3 mit Pfarrer Rupert Wimmer, Bürgermeister Helmut Vogl von St. Oswald-Riedlhütte, 3. Bürgermeister Peter Hinterberger von Spiegelau und Tobias Schreindl, niederbayerischer Meister im Crosslauf.
Der Promi-Lauf war der Höhepunkt des Bayern1-Winterfestivals, zu dem am Samstag gut 3000 Besucher gekommen sind. Für sie alle war es eine Riesengaudi, Pfarrer Wimmer mit wehenden Ohrenklappen beim Schneeschuhsprint zu erleben oder Schirmherr Lankls verzweifelten Hechtsprung ins Ziel.
Auch beim Geschicklichkeitsparcours mit Wassertransport am Feuerwehrhelm und Skistangen-Speerwerfen hatte Bayern 1 die Nase vorn. Spaßtelefonist Bernhard Ziegler füllte den Maßkrug schneller als zum Beispiel der Spiegelauer Gemeinderat Josef Wanninger.
Die Vereinsgemeinschaft aus Feuerwehr Spiegelau mit Kurt Hobelsberger und Skiclub Spiegelau mit Hans Achatz hat das Winterfestival organisiert und bekam dafür viel Lob von den Radiomachern. Alles lief nach dem Startschuss der Böllerschützen Klingenbrunn perfekt, es gab keine Unfälle, keine Pannen. Vor dem Promi-Biathlon waren die Langlaufsprints mit über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Schüler-, Jugend- und Herrenklassen (darüber berichten wir in der morgigen Ausgabe). Die Waldbahn hatte extra ihren Zwei-Stunden-Takt bis 24 Uhr ausgeweitet und viele nutzten dieses Angebot, ohne Auto das Winterfestival genießen zu können. Sogar aus Amberg reisten Gäste für ein paar Stunden Unterhaltung an. Nach den sportlichen Höhepunkten ging es mit dem Kabarettisten Toni Lauerer und der Bayern 1-Band auf der Bühne in der Sortierhalle bis Mitternacht weiter. Bei optimalem Sound von Franz und Alex Baumann bot die Band fetzige Unterhaltung mit Oldies und Après-Ski-Hits. Die Besucher machten begeistert mit und bewiesen immense Ausdauer. Die Letzten gingen um halb 2 nach Hause.
Zum Nachhören: Heute zwischen 6 und 9 Uhr berichtet Bayern 1 vom Samstag in Spiegelau.


Grafenauer Anzeiger vom 8. Januar 2010
Gemeinderat beschließt Alkoholverbot
Es gilt für alle Beamten, Mitarbeiter und Beschäftigten der Spiegelauer Verwaltung
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag Abend dem Antrag der Freien Wähler auf ein Alkoholverbot in der Gemeindeverwaltung Spiegelau für alle Beamten, Mitarbeiter und Beschäftigten mit sieben zu fünf Stimmen zugestimmt.
2. Bürgermeister Kurt Zettl, der in Vertretung für den erkrankten Bürgermeister Josef Luksch die Sitzung leitete, erklärte vorweg, dass das Alkoholverbot nicht für die Pausen und die Mittagszeit gelte und es keinen Fall von Alkoholmissbrauch gegeben habe. In Vorgesprächen hätten der Bauhof und die Verwaltung diesem Verbot zugestimmt.
Trotzdem erschien Gemeinderat Günter Schmid (SPD) dieser Antrag „sinnlos wie ein Kropf“ und er verlangte von den Freien Wählern, sie sollen ihn zurückziehen. „Wir machen uns lächerlich im ganzen Landkreis. Überall wird man angesprochen und gefragt: ‘Sauft‘s ihr so viel, dass ihr ein Alkoholverbot braucht?‘ Dabei wird bei jeder Einstellung der Mitarbeiter ohnehin darauf hingewiesen, dass er bei Alkoholfahrten mit Konsequenzen zu rechnen hätte.“
Auch seine Fraktionskollegen Ernst Ertl und Erich Bachmann verstanden die Art und Weise nicht. „Wenn ein Anlass da ist, kann man sich mit dem Personalrat unterhalten, man kann ein Rundschreiben herausgeben. Aber warum muss dieses Thema in einer öffentlichen Sitzung behandelt werden?“
„Eine nichtöffentliche Sitzung würde die ganze Sache noch interessanter machen. Außerdem muss dieser Antrag öffentlich behandelt werden, weil der Dienstherr darüber entscheiden muss. Und der Dienstherr ist der Gemeinderat“, rechtfertigte Zettl den Schritt.
FW-Fraktionssprecher Erhard Wawrzek wies darauf hin, dass dieser Antrag bereits vor vier Jahren gestellt, aber damals nicht behandelt worden sei, weil nicht klar gewesen sei, dass der Gemeinderat in seiner Gesamtheit und nicht nur der Bürgermeister als Dienstherr darüber befinden müsse. Nach einem Beratungsgespräch mit der Rechtsaufsicht des Landratsamtes habe seine Fraktion nun diesen Antrag ein zweites Mal vorgelegt. „Ich finde es gut, dass sich die Mitarbeiter der Gemeinde zum Alkoholverbot bekennen und dieses Thema nicht im Hintergrund, sondern öffentlich behandelt wird“, betonte Wawrzek.
Für Elke Proßer-Greß (SPD) und Karlheinz Roth (CSU) war es dennoch eine „unwürdige Diskussion“, durch die der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck vermittelt werde. „Warum kommt so ein Punkt ohne Anlass auf die Tagesordnung?“, fragte Roth. Proßer-Greß wollte wissen, ob der Personalrat an der Entscheidung beteiligt worden sei. „Wir haben im Vorfeld mit einem Teil davon gesprochen. Verwaltung und Bauhof haben dem Antrag zugestimmt. Von Rechtswegen muss der Personalrat nur gehört werden, mitbestimmen darf er nicht“, stellte der Vorsitzende klar.
Zettl bat darum, den Antrag nicht zu zerreden. So kam es zur Abstimmung. Sieben Gemeinderäte waren für das Alkoholverbot, fünf waren dagegen.
Spiegelau ist damit sicher nicht die erste und einzige Gemeinde im Landkreis, die für ihre Verwaltung ein Alkoholverbot ausspricht. Eine genaue Zahl lässt sich aber nicht nennen. „Darüber haben wir keinen Überblick, denn die Gemeinden müssen uns ihre Abstimmungen nicht melden. Das ist eine interne Angelegenheit“, sagte Landratsamt-Juristin Judith Wunder auf Anfrage des „Grafenauer Anzeigers.“
Nach einer Mitteilung des Innenministeriums zum Digitalfunk beteiligen sich die Kommunen mit drei Mio. Euro pro Jahr an den Betriebskosten und stellen dem Freistaat unentgeltlich geeignete Antennenstandorte zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten die Kommunen eine 80-prozentige staatliche Förderung der digitalen Endgeräte. Spiegelau hat bereits den Hochbehälter der Forstamtsquelle als Standort vorgeschlagen und wird weitere Standorte melden.
Die Gemeinde möchte heuer eine Verbesserung beim ÖPNV von Klingenbrunn und Oberkreuzberg nach Spiegelau und schrieb deshalb ans Landratsamt. Die Bürger, aber auch die Feriengäste aus den Ortsteilen, sollen Arztpraxen, Apotheken, Lebensmittelmärkte, die Igelbusse und die Waldbahn besser und öfter erreichen können. Zusätzliche Fahrten - auch samstags, sonntags und in der schulfreien Zeit - sollen angeboten und dabei die Haltestellen Klingenbrunn, Oberkreuzberg, Beiwald, Spiegelau P+R, Spiegelau Glashütte berücksichtigt werden. Gemeinderat Josef Wanninger bat die Verwaltung, an diesem Thema „dran zu bleiben“, damit der Igelbus auch im Winter so regelmäßig wie im Sommer fahren könne. Mit der Anhebung des Kurbeitrags im Winter von jetzt 80 Cent auf den Sommertarif von 1,30 Euro wären die Kosten dafür abgedeckt.



 



 
 

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