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Grafenauer
Anzeiger vom 24. August 2010 Glas-FH - noch heuer rollen die Bagger Interview des Grafenauer Anzeigers mit Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch Spiegelau.
Die Glas-FH in Spiegelau scheint in trockenen Tüchern. Die Gemeinde hat
es nach mehreren Anläufen geschafft, einen Haushalt aufzustellen, der
den eigenen Finanzierungsanteil sichert. Wir haben uns mit
Bürgermeister Josef Luksch über die höhere Belastung für die Bürger,
den Zeitplan und etwaige Gründe unterhalten, warum die Sache dennoch
scheitern könnte. Gratulation. Was lange währt, wird endlich
gut. Ist Ihnen jetzt ein Stein vom Herzen gefallen, dass die FH in
trockenen Tüchern ist? Danke für die guten Wünsche. Ich bin
nicht abergläubisch, aber die Gratulation nehme ich erst bei der
Einweihung für die Gemeinde, für die ganze Region entgegen. Der
Gemeinderat hat sich seine Entscheidung zur Standortwahl und die
finanziellen Entscheidungen zur Gestaltung des Haushaltsplanes und zur
Gestaltung der Finanzplanung sicher nicht leicht gemacht. Mein Dank
gilt allen Gemeinderäten, die durch - teilweise auch emotional geführte
- Diskussionsbeiträge viele Facetten dieser Problematik deutlich
gemacht haben, die durch Kooperation über Parteigrenzen hinweg diesen
Weg erst ermöglichten. Mein Dank gilt den Kreisräten des Kreistages des
Landkreises Freyung-Grafenau, allen voran Landrat Lankl, die durch den
Beteiligungsbeschluss des Landkreises diese Zukunftsinitiative für
unsere Region überhaupt durchführbar gemacht haben. Denn
alleine konnten wir es nicht schaffen. Der berühmte Stein, der mir vom
Herzen fallen soll, wird aber erst dann fallen, wenn eine erste Firma
die Nähe des Anwenderzentrums sucht und sich in unserer Region
ansiedelt. Ich bin auch nicht blind oder taub gegenüber den
Sorgen eines Teiles unserer Bevölkerung, die das Risiko eines
Anwenderzentrums sehr hoch bewertet und hohe Gebühren und Steuern
befürchtet. Aber noch mal zur Erklärung: Die Anpassung der Gebühren
bei den kostenrechnenden Einrichtungen wie Wasserversorgung,
Abwasserentsorgung und Friedhöfe ist eine Anpassung, die mit dem
Anwenderzentrum nichts zu tun hat. Diese Kostendeckungspflicht ergibt
sich aus dem Kommunalen Abgabengesetz. Seit dem Jahre 2003 haben wir
von unseren Bürgern nicht diejenigen Kosten erhoben, zu denen wir
gesetzlich verpflichtet gewesen wären, sondern diese Defizite durch
andere Steuermittel ausgeglichen. Hier müssen wir wie alle anderen
Gemeinden handeln und in Zeiten knapperer Einnahmen der Kommunen unsere
finanziellen Kräfte konzentrieren. Sehr wohl mit dem Anwenderzentrum
zu tun hat aber die Anhebung der Hebesätze für die Grundsteuer. Dies
ist ein Opfer, das alle Liegenschaftsbesitzer in der Gemeinde trifft. Ich
bin sicher, dass das System der Anwenderzentren funktioniert. Dann
werden aber auch alle Liegenschaften in der Gemeinde ihre Verkehrswerte
erheblich steigern können. Es geht schnell weiter. Diese Woche gibt
es Gespräche mit dem Notariat Saumweber in Grafenau zur Erstellung
eines GmbH-Vertragsentwurfes für die Betreibergesellschaft bestehend
aus Landkreis und Gemeinde. Außerdem gibt es Gespräche mit
Fachbüros, die eine Ausschreibung eines PPP-Projektes
(Private,öffentliche Partnerschaft) erstellen können und dies in der
Vergangenheit schon bewiesen haben.Gleichzeitig wird ein „Raumbuch“
erstellt, in dem festgelegt wird, wie welche Räume aussehen und
ausgestattet sein sollen. Natürlich werden Landkreis und Gemeinde hier
auf einen wirtschaftlichen und sparsamen Einsatz öffentlicher Mittel
drängen. Diese Bauleistung soll so ausgeschrieben werden, dass ein
privater Investor das Gebäude erstellt und die Betreibergesellschaft
dieses Gebäude anmietet und an das Anwenderzentrum weitervermietet.
Nach fünf Jahren übernimmt das Anwenderzentrum die Betriebskosten und
einen Großteil der Mietzahlungen.Die Ausschreibung soll
schnellstmöglich erfolgen, ebenso wie die Vergabe. Baubeginn auf dem
Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks ist so schnell wie
möglich. Auf alle Fälle noch 2010. Wer das Gebäude errichten wird, kann ich heute noch nicht sagen. Dies wird die Ausschreibung ergeben.
Das FH-Gebäude kommt, doch wie schaut es mit dem Campus drumherum aus?
Das soll ja quasi in Privatinitiative, von ansiedlungswilligen Firmen
gebaut werden. Gibt es da schon Interessenten? Der Campus, also das
Feld,ist der Bereich der beackert werden muss. Natürlich brauchen
ansiedlungswillige Firmen Räume in denen sie sich gewerblich betätigen
können. Es gibt derzeit Gespräche mit zwei Investmentfirmen aus dem
niederbayerischen Raum, die Industrielle Gebäude auf eigene Kosten und
auf eigene Rechnung errichten und anbieten wollen. Kernpunkt einer
Betreibergesellschaft muss es sein, Firmenkontakte herzustellen.
Kernpunkt einer Betreibergesellschaft muss es auch sein aggressive
Werbung für unsere Wirtschaftsregion zu betreiben. Klar ist aber
auch, dass weder Gemeinde noch Landkreis Geld dafür haben einen Campus
zu errichten oder finanziell zu unterstützen. Aber diese Dinge laufen
auch in Teisnach schon privat. In einem früherem Interview
mit dem Grafenauer Anzeiger, in dem es auch um die Ansiedlung der
Glas-FH ging, haben Sie auch Kritik an der Bayerischen Staatsregierung
geübt. Die würde quasi den von der Glaskrise betroffenen Kommunen ein
FH-Geschenk machen, aber diese dann in Sachen Finanzierung im Stich
lassen. Ganz nach dem Motto: Da habt ihr die Sache, jetzt schauts, wie
ihr damit fertig werdet. Ist diese Kritik noch aktuell? Die damalige
Kritik stand unter dem Vorzeichen, dass eine Kommune für fünf Jahre je
600 000 Euro alleine schultern hätte müssen. Dazu wäre keine Kommune in
unserer Region fähig gewesen. Auch 150 000 Euro pro Jahr - Laufzeit
fünf Jahre - sind für die Gemeinde Spiegelau ein sehr harter Brocken.
Die Kritik ging auch dahin, dass der Ballungsraum Nürnberg-Fürth nach
der Quelle-Pleite besonders von der Förderung des Freistaates
profitieren sollte. Diese Förderungszusage in Höhe von 105 Millionen
Euro besteht nach Kabinettsbeschluss weiter. Ein sehr kleiner Teil
dieser Gelder hätte uns viele Sorgen erspart. Es gibt aber über das
Gespräch mit dem Herrn Ministerpräsidenten im August letzten Jahres
hinaus in der Bayerischen Staatskanzlei auch eine Initiative der
örtliche CSU-Fraktion im Gemeinderat, die den Herrn Ministerpräsidenten
um weitere finanzielle Unterstützung bittet. Ist diese Kritik noch
aktuell? Hilfe ist notwendig. Darüber sind wir uns einig. Fünf
Millionen Euro für fünf Jahre sind gut. Darüber sind wir uns einig.
Haben wir im Frankenland und im Bayerischen Wald dieselben
infrastrukturellen Voraussetzungen? Wohl kaum. Darüber sind wir uns
auch einig. Das Anwenderzentrum ist ein Geschenk - und nur wenige
wissen, mit welchen politischen Problemen zu kämpfen war, bis diese
Gelder aus dem Staatshaushalt freigeschaufelt werden konnten. Nehmen
wir alle dieses Geschenk an. Versuchen wir trotz aller finanziellen
Schwierigkeiten dieses Geschenk zum Erfolg zu führen. Für die Gemeinde,
für die Region. Das Interview führte Andreas Nigl
Grafenauer
Anzeiger vom 21. August 2010 Der
Spiegelauer Haushalt ist beschlossen - Mehrheit spricht sich für
Sparen, höhere Belastung, Konsolidierungskurs und Anwenderzentrum aus -
FW lehnt geschlossen ab Von Hermann Haydn Spiegelau. Im
vorerst jüngsten Anlauf des Spiegelauer Gemeinderates zu einem
genehmigungsfähigen Haushalt und Investitionsplan ging es am Donnerstag
nun überraschend schnell, bis die Abstimmung als positives Signal dafür
gesetzt wurde, dass die Räte das eingeschlagene Spar- und
Konsolidierungspaket nutzen wollen, um die Leistungsfähigkeit der
Gemeinde zu sichern und als wichtigste Investitionen Anwenderzentrum
und Gewerbegebiet zu stemmen. Kritik und Gegenstimmen gab es von den
Freien Wählern, die die Mehrbelastung der Bürger über Wasser, Kanal,
Bestattungswesen und Grundsteuer als zu hoch ansehen und vor einer
Lähmung in der Zukunft warnen. Bürgermeister Josef Luksch bedankte
sich ausdrücklich bei Karlheinz Roth und Elke Proßer-Greß für die
Zusammenarbeit in den vergangenen Tagen, um am Montag den
Kreisfraktionsführern und am Donnerstag dem eigenen Rat einen gangbaren
Weg zu zeigen. Als ein wesentliches Element daraus ergab sich, für
das Anwenderzentrum die Gründung einer Betreiber-GmbH, die es
ermöglicht, das kommunale Zahlenwerk nun anders aufzustellen. So
belasten die Aufwendungen für das Anwenderzentrum im Planungszeitraum
2011 bis 2013 dann nicht mehr den Verwaltungshaushalt, sondern finden
als Zuschuss für die Betriebs-GmbH ihren Niederschlag im
Vermögenshaushalt, wo über Fälligkeiten und Zinsgegebenheiten
kameralistisch effektiver gestaltet werden kann, wenn es um die
Genehmigungsfähigkeit vor der Rechtsaufsicht geht. Auf lange Sicht
wird sich dadurch aber auch eine weitere Erhöhung des Schuldenstands
der Kommune ergeben. Zum 31.12.2010 wird die Pro-Kopf-Verschuldung bei
etwa 1 300 Euro liegen, wobei Vergleichsgemeinden statistisch hier bei
etwa 643 Euro lägen. Das entspricht einem Schuldenstand in Spiegelau
von 5 246 000 Euro und wird bis 2013 voraussichtlich um weitere 2,1
Millionen Euro steigen. Dennoch soll nach dem laufenden und
kommenden Jahr, in denen zwischenzeitlich die Kosten für kommunale
Schulden mit neuen Schulden bezahlt werden müssen die freien
Finanzspannen in 2012 und 2013 wieder ganz leicht ins Positive rücken.
Allerdings wird der Spielraum der Kommune dennoch denkbar eng ausfallen
und noch weiteren Faktoren unterworfen sein, die jetzt noch nicht
absehbar sein können. So soll über einen geplanten Hausverkauf Geld als
Einnahme fließen, wobei der schwierige Immobilienmarkt da derzeit die
Hoffnungen etwas zu trüben scheint. Zudem wandte Erhard Wawrzek ein,
dass eine in 2011 „durchgeschleuste Million“, die durch Zuwendungen
„bezahlt“ sei, nicht wirklich die ganze Summe abdecke, sondern die
negative Finanzspanne von 143 000 Euro auf bis zu 205 000 erhöhe, was
die nächsten Jahre bereits wieder mit belaste. Ebenso sei in 2010 schon
mehr ausgegeben worden, als man sich eigentlich genehmigen habe wollen. Nicht
noch einmal die ganze Diskussion aufrollen wollte Bürgermeister Luksch
lassen. Es habe genug Gespräche gegeben, um zu diesem Ergebnis zu
kommen. Selbst wenn es sehr knapp aussehe, sei der Haushalt doch auf
Nachhaltigkeit gemünzt, um FH und Gewerbegebiet möglich zu machen.
Verständnis für die Sorgen hatte auch Karlheinz Roth. Allerdings
kritisierte er auch, wenn die Haushaltsdebatten mit kurzfristigen
Investitionswünschen wieder verkompliziert würden. Ab 2014 sei zu
hoffen, dass die Möglichkeiten der Konsolidierung wieder besser
aussähen. Dann könne man auch wieder mit höherer Liquidität rechnen. Es
sei kein besonders guter Haushalt, aber ein Werk, auf das man dennoch
stolz sein könne. Es ergebe sich so die Möglichkeit, Ziele zu
verwirklichen. Elke Proßer-Greß sah es auch als positives Signal
gegenüber Professor Sperber, dem Kreis und die Bürger, dass die Arbeit
nun doch gefruchtet habe, selbst wenn ein schwieriger
Konsolidierungskurs damit weiter unumgänglich werde. Auch Luksch fügte
dazu an, dass man die Bereitschaft der Bürger nicht unterschätzen
solle, dass die auch mit hoher Belastung dennoch hinter den Projekten
der Zukunft stünden. Eine Bürgerversammlung am 17. September wird dazu
Klärung bringen. Ludwig Schopf und seine Kollegen von den Freien
Wählern wollten unisono dem Haushaltsentwurf nicht zustimmen, da die
Belastung für den Bürger zu sprunghaft und zu hoch anstiegen. Peter
Hinterberger kritisierte, dass mit diesem Haushalt auf lange Sicht
alles Weitere blockiert würde, auch die älteren Anträge, die noch
einzubringen versucht worden waren und wo dadurch hohe
Fördermöglichkeiten verschenkt würden. Bürgermeister Luksch verwies
aber nochmals darauf, dass die Erhöhungen bei den kostendeckenden
Einrichtungen ohnehin unumgänglich gewesen seien und nicht ursächlich
mit der FH zusammen hingen. Im Vorbericht von Kämmerer Bruno Donaubauer
war durchaus eine große Besorgtheit darüber herauszulesen, dass einige
Faktoren der Haushaltsgestaltung auch große Risiken bergen würden. Die
Gemeinde solle sich in jedem Fall auf die reinen Pflichtaufgaben zurück
ziehen. Mit den Stimmen von SPD und CSU und gegen die Stimmen der
anwesenden FW-Fraktion mit Schopf, Hinterberger und Wawrzek wurden
schließlich Haushalt 2010 und Finanzplanung bis 2013 gebilligt. Im
Zusammeenhang mit der FH-Ansiedlung existieren noch zwei kreisrelevante
Anträge. Gerhard Drexler fordert, dass der Landkreis eine
Dachorganisation für Wissenschaft, Forschung und Existenzgründung
schafft und damit die Trägerschaft für das IGZ Waldkirchen, die
Technologie-Transfer-Zentren und Technologiecampis Freyung, Spiegelau
und ggf. Grafenau übernimmt. Die Freien Wähler beantragten über
Alexander Muthmann, dass nicht bis zur nächsten regulären Sitzung des
Kreistags gewartet werden dürfe, bis das Thema Glas-FH wieder auf den
Tisch komme und dann möglicherweise alle wichtigen Entscheidungen schon
gefallen seien. „Der Kreistag als maßgeblicher Mitfinanzier des
Gesamtprojektes muss rechtzeitig über die Entwicklungen informiert
werden“.
Grafenauer
Anzeiger vom 20. August 2010 Glas-FH: Auch Grafenau stünde bereit - Lindner-Gebäude wäre eine Option Grafenau.
SPD-Stadtrat Martin Hartmann brachte mit seiner Anfrage den Stein ins
Rollen. Er wollte wissen, ob die Stadt Grafenau in Sachen Ansiedlung
Glas-FH denn nicht tätig werden könne, sollte es in Spiegelau nichts
daraus werden. „Der Standort sollt nicht in den Landkreis Zwiesel
abwandern“. Am 16. September findet ein Treffen mit Verantwortlichen
der FH statt, so Bürgermeister Peter. Auf Nachfrage des Grafenauer
Anzeigers betonte er, dass man das Lindner-Gebäude in der Reismühle
anbieten werde. Es gehe in erster Linie um den Bereich Logistik-FH, der
ja in Grafenau verwirklicht werden solle. „Es wäre aber durchaus
denkbar, dass das Glas da einziehen könnte“. Die geschlossene Firma
Lindner hat ja mit Glas zu tun gehabt. Für Spiegelau ergibt sich daraus
eventuell ein weiterer Konkurrenzfaktor. Denn wenn die Haushaltsklärung
nicht den entscheidenden Schritt vorweisen kann, stünden auch noch
weitere zwei Kommunen nach Informationen des Grafenauer Anzeigers für
Gespräche parat. - an/hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 14. August 2010 FH-Standort: Schaut Spiegelau in die Röhre? Zwei Bewerber stehen Gewehr bei Fuß / Von Hermann Haydn Spiegelau.
„Noch ein Jahr länger, und es ist Feierabend.“ Professor Peter Sperber
lässt keinen Zweifel offen. Auf die Spiegelauer Sitzung von Donnerstag
angesprochen, zeigte er völliges Unverständnis dafür, dass nun
neuerlich eine Verzögerung in Kauf genommen werden sollte. Mittlerweile
sickerte durch, dass zwei Alternativstandorte ihren Hut in den Ring
geworfen hätten. Man hätte alternativ auch einen Blick nach Teisnach
werfen können, wo mittlerweile schon 13 Millionen Euro in den Standort
investiert worden seien, ohne dass Ausschreibungsvorgaben die Sache
wesentlich verkompliziert hätten. Und selbst dort, wo eine europaweite
Ausschreibung nötig geworden wäre, sei dies auf sechs Wochen zu
bewerkstelligen, so Sperber. Über das Ergebnis der Beratungen in
Spiegelau, das genau genommen erneut kein wirkliches Ergebnis erzielen
hatte können, war er am Freitag noch nicht informiert, aber dennoch,
nach dem Anruf des Grafenauer Anzeigers, sehr irritiert. Am kommenden
Montag sei ein Gespräch mit Landrat Ludwig Lankl vor Ort geplant. Aber
statt um Nägel mit Köpfen könne es da eher um die Frage gehen, ob damit
der Zug nun endgültig abgefahren sei? Professor Peter Sperber zog als
Fazit, dass es mangels klarer Haushaltslage in Spiegelau eigentlich
schon so weit wäre, dass zwei Alternativstandorte, die brennend darauf
warten würden, hier zuschlagen zu dürfen, jetzt schon die besseren
Karten hätten. Es wird sich also zeigen müssen, ob am Montag noch ein
Spiegelauer Trumpf gespielt werden kann oder die Partie für den
Glasmacherort in Sachen FH-Anwenderzentrum verloren ist?
SAXNDI. . . .
. .„die Hausaufgaben nicht gemacht!“ Das ist eine der meistgebrauchten
Redensarten, die derzeit im Spiegelauer Gremium benutzt werden. Am
Montag kommt der Professor und fragt in Theorie und Praxis ab. Seit der
Bekanntgabe, dass Spiegelau einen Standort erhalten könnte, ist
abzüglich großer Ferien ein Schuljahr vergangen. Spiegelau freute sich,
Spiegelau sorgte sich, Spiegelau bastelte sich eine komplizierte
Gleichung mit vielen Unbekannten. Aber statt am Lösungsansatz parallel
ebenso viel Mühe zu investieren, hat der Schüler Spiegelau selbst noch
nicht einmal eine Kreidezeichnung vom FH-Gebäude auf der Schiefertafel
dabei. Hätte Nachhilfelehrer Max Hilz nicht die wenigen bekannten
Informationen zusammengekratzt, um das Ergebnis wenigstens einmal
visuell aufzulösen, dann gäbe es wohl noch nicht einmal
überschlagsmäßig das berühmte „Hauseck“. Die angewandte
Wirtschaftswissenschaft rechnet es vielleicht am kommenden Montag
endgültig vor: Wenn ein Fahrgast sich am Weg zum Bahnhof zu sehr
vertrödelt bei der Frage, wo er eigentlich hin will, und nach der
Abfahrt noch auf den Zug aufspringen möchte, dann kann es durchaus
sein, dass er dabei als schmerzliche Lehre ins Leere greift und sich
beim Sturz ins Gleisbett eine blutige Nase holt. Hermann Haydn
Spiegelauer Haushalt - ein Schritt zurück Statt Haushaltssatzung nur Haushaltsberatung - statt Defizitdeckung Anwenderzentrum in Gefahr Von Hermann Haydn Spiegelau.
Vor einer Woche sah es fast schon nach grünem Licht aus, für Haushalt
und für FH-Anwenderzentrum mit „Hilz-light-Modell“ Aber statt
Haushaltssatzung und Haushaltsplan sowie Finanzplanung bis 2013 an
diesem Donnerstag zu beschließen, ging es erst mal von der Zielvorgabe
einen deutlichen Schritt weg. Aufgegeben hatte zuvor bereits Erhard
Wawrzek, nämlich sein Amt als Wirtschaftsreferent. Es gebe keine
Ansatzpunkte mehr, an denen er seine Bemühungen noch produktiv
einbringen könne. Seine Sorge, dass große finanzielle Probleme
missachtet und statt dessen ihm eine Bereicherungsabsicht unterstellt
werde, weil er ein alternatives Grundstück für die FH angeboten hatte,
das in Familienbesitz wäre, hatte ihn zu diesem Schritt bewogen. Wie
diese finanziellen Unwägbarkeiten aussehen könnten, das machte die
FW-Fraktion mit Erhard Wawrzek dann auch gleich selbst wieder klar. Ein
Antrag zur Haushaltsdebatte brachte eine neue Wunschliste wieder ins
Gespräch, die von Loipeneinstiegsgebäude über Gewerbegebietsplanung und
Beschilderungskonzept, von Bahnhofsumgriff bis Feuerwehrwesen eines
ganz schmerzlich klar machte: Wenn ein Haushalt derart knapp gestrickt
ist, wie es der Spiegelauer sein muss, um die wichtigsten Vorhaben
realisierbar zu machen, dann bleiben dafür vielleicht auch Vorhaben
außen vor, die für Tourismusentwicklung oder Bürger aber auch extreme
Prioritäten hätten. Bereits vor dieser Eingabe betrug das Defizit
in der freien Finanzspanne der Planungsjahre 2010 bis 2013 ohnehin
gerundet 114 000, 306 000, 150 000 und nochmals annähernd 150 000 Euro
und nicht, wie noch bei einem Besuch bei der Rechtsaufsicht eine
Größenordnung, die angesichts einer komplizierten Haushaltslage gerade
noch „erträglich“ gewesen wäre, wie Karlheinz Roth ernüchternd
feststellen musste. Unter anderem liegt das auch daran, dass die
Erhöhung bei Gewerbesteuersätzen zunächst eine attraktive
Einkommensverbesserung vermuten lässt, die aber wegen
Umlagepflichtigkeit nur zu einem kleineren Teil auch in Spiegelau
hängen bliebe. Der Vorstoß der Freien Wähler stellt dazu eine
weitere schmerzliche Komponente in den Raum: Die Finanzplanung kann
nicht außer acht lassen, was zusätzlich noch benötigt wird. Offen ist
beispielsweise weiterhin die Frage, ob es reichen wird, für den Abriss
des alten Sägewerks jetzt Summen einzuplanen, die nach anderweitigen
Schätzungen auch deutlich höher ausfallen können? Oder: Wo steckt der
Gewerbecampus in der Finanzplanung? Statt, wie von Karlheinz Roth
mehrfach angemahnt, sich darüber gezielt den Kopf zu zerbrechen, welche
Potenziale aktueller Haushalt und kommender Investitionszeitraum
konkret aufmachen können, wurde dann aber zunächst heftig darüber
diskutiert, ob es für die Hilz-Variante nun eine Ausschreibung nach
Europäischem Recht brauche. Darüber herrschte schließlich Einigkeit.
Bürgermeister Luksch soll einen Architekten beauftragen, hierfür tätig
zu werden. Problematisch an der eingeschobenen Thematik: „Hausaufgaben
nicht gemacht!“ Die Wertung von Karlheinz Roth spricht es klar aus, das
hätte längst passieren müssen. Da fehle einfach seit Monaten die klare
Zielvorgabe. „Wenn wir nichts zusammen bringen,“ dann müsse man eben
auch einmal einen Punkt machen, so Josef Wanninger, der keinen Hehl aus
seiner kritischen Haltung dazu macht, dass eine FH-Außenstelle die
Kommune auf lange Sicht ansonsten komplett zu lähmen drohe. Neben den
Finanzen könnte die Aussage nun einen weiteren Aspekt auf der
Zeitschiene erhalten haben. Eine europäische Ausschreibung könnte bis
zu eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen, so die Einschätzung von Erhard
Wawrzek. Wird Professor Sperber darauf jetzt noch warten können? Das
fragte Ernst Ertl dazu nach und erneuerte seine Rücktrittsankündigung,
falls die FH doch wieder zu scheitern drohe. Es war kurz nach 20
Uhr, als Karlheinz Roth die Sitzungswelt nicht mehr verstand. Wenn das
Gremium so weiter mache, dann wäre es besser, nach Hause zu gehen, oder
auf ein Bier mit Bürgern ins Wirtshaus und dabei die FH abzuhaken. Zu
dieser Zeit war die Diskussion gerade in die Kurve einer erneuten
Grundsatzdiskussion zu kostendeckenden Einrichtungen eingebogen. Ein
Hintergrund dazu dürfte ein Flugblatt gewesen sein, das die
Touristikgemeinschaft mit Vorsitzendem Alois Grobauer vor der Sitzung
verteilt hatte. Darin wird kritisiert, dass einseitig Bürger, Industrie
und Gewerbe derart geschröpft würden, um andererseits die FH zu
realisieren. Dennoch rang sich das Gremium bei Gegenstimmen von
Hinterberger, Wawrzek und Wanninger dazu durch, dass die geplanten
Anhebungen auf 1,80 Euro für Wasser plus Grundgebühr und 3,00 Euro beim
Kanal durchgezogen werden sollen. Karlheinz Roths Verwirrung
bezüglich der Zielrichtung konnte dies dennoch nicht überwinden. Denn
ein weitergehender Vorschlag zur Deckung der Fehlbeträge war immer noch
nicht in Sicht, sondern im Gegenteil, durch die FW-Anträge war das
Problem weiter verschärft worden. Geld für das Loipeneinstiegsgebäude
einzuplanen wurde zwar abgelehnt, ebenso das Beschilderungskonzept, die
Straße nach Klingenbrunn-Bahnhof muss noch weiter geflickt werden, für
den Bahnhof wurden mit knapper Mehrheit 10 000 Euro veranschlagt und
weitergehende An- oder Ersatzbauten am Feuerwehrhaus Klingenbrunn auf
die längere Bank verschoben. Dafür wurde der Bedarf für ein neues
Leichenhaus gesehen und in 2011 und 2012 eingestellt, für Breitbandfunk
jedoch darauf verzichtet und über Freibaddefizit und Ausgaben für Feste
weiter diskutiert. Gegen 23 Uhr war das Problem das Alte: Die freie
Finanzspanne wurde im Minus nicht kleiner, sondern eher größer. Ein
wesentlicher Sparfaktor, den Bürgermeister Luksch mit seiner
„Ur-Sparliste“ einzubringen angekündigt hatte, stellte sich für
Karlheinz Roth als „Luftnummer“ heraus. Die Sitzung wurde für eine
Fraktionsführerbesprechung unterbrochen - und anschließend gegen 23.20
Uhr formlos zur nichtöffentlichen erklärt, und die Presse samt dem
letzten Zuhörer zum Verlassen des Raumes aufgefordert. Am kommenden
Donnerstag geht es an selber Stelle im Sitzungsprogramm weiter.
Das 25. Pandurenfest stand auf dem Prüfstand Nur wenige Kritikpunkte bei Pannensitzung: Karges Ambiente, säumige Bedienungen und versteckte Bar - Von Ursula Langesee Spiegelau.
Zum ersten Mal haben das 25. Pandurenfest nicht die Gemeindeverwaltung
veranstaltet, sondern Spiegelauer Vereine, koordiniert von den
Gemeinderäten Kurt Hobelsberger, Erich Bachmann, 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger und dem Pandurenfest-Organisator der ersten Stunde, Fredi
Resch. Deshalb kam das Pandurenfest bei einer Pannensitzung in der
Gaststätte Trossel eineinhalb Wochen später auf den Prüfstand.
Hobelsberger als Impresario hatte dazu Vertreter aller am Fest
Beteiligter eingeladen. Am Anfang standen Lob und Dank. Die komplett
neue Mannschaft habe gut zusammen gearbeitet, alles sei Hand in Hand
gegangen. Die Mithilfe durch den Bauhof habe „super geklappt“. Viele
Komplimente hatte Hobelsberger zum schönen, bunten Festzug gehört und
zum Programm am Festplatz mit den Darbietungen der Feuerartisten von
„Ameno Signum“ und dem Theaterstück, das „Festspielleiter“ Hinterberger
hervorragend auf die Bühne gebracht habe „Ein großes Kompliment an die
Schauspieler und alle, die dabei waren. Das hat super eingeschlagen.“
Die Vereine seien mit dem Verkauf überwiegend zufrieden gewesen. Was
fehlte, war der Umsatz nach 22 Uhr, als der Regen einsetzte. „Wir
hatten dennoch ein Riesenglück mit dem Wetter, es hätte schon viel
früher schlecht sein können und uns das ganze Programm durcheinander
werfen können“, bemerkte Hobelsberger. Er dankte dem Gemeinderat
und Bürgermeister Josef Luksch für das Vertrauen, das größte Fest der
Gemeinde organisieren zu dürfen. Die Endabrechnung liege zwar noch
nicht vor, aber er könne schon jetzt sagen, dass es mit den Finanzen
positiv ausschaue. Hobelsberger machte auch klar, dass er mit seinen
bewährten Mitstreitern gerne wieder das nächste Pandurenfest
veranstalten würde. Aber noch ist nicht sicher, ob es nicht
überhaupt den Sparplänen der Gemeinde zum Opfer fällt. Auf jeden Fall
wird es eintägig bleiben und seinen Stammplatz am dritten Samstag im
Juli haben. „Dieser Termin ist seit dem Bestehen des Pandurenfestes
fix, deshalb hoffe ich, dass wir im Gemeinderat durchsetzen können,
dass dann keine andere Veranstaltung in der Gemeinde abgehalten wird.“ Kritikpunkte
waren, dass die Bedienungen hauptsächlich die Mitte, aber wenig die
Randbereiche abgedeckt hätten, dass die Bar zu versteckt am Waldrand
lag, dass zu wenige für den Markerlverkauf eingeteilt waren, als nach
dem Festzug der große Ansturm kam, dass es für den Kuchenverkauf nach
dem Festzug zu spät war, dass überhaupt der Überblick über das reiche
Speisenangebot fehlte. Das soll beim nächsten Mal mit einer allgemeinen
Speisekarte, die auf den Tischen ausliegt, besser werden. Bemängelt
wurde auch, dass in der Mehrzweckhalle keine zweite Schänke
eingerichtet worden war und deshalb der Bierfluss bei dem starken Regen
versiegte. „Dafür ging der Wein umso besser. Wir haben 1,5 Hektoliter
verkauft“, wandte Hobelsberger ein. Die Pandurenreiter, vertreten durch
Gerhard Neumann, wünschen sich künftig, dass die Pferde vielleicht
gegenüber dem Feuerwehrhaus stehen können. Denn viele Kinder hätten die
Tiere im hinteren Teil des Geländes nicht gefunden. Apropos
Gelände: das fanden viele zu karg, zu wenig auf alt getrimmt. Mit Jute,
mit denen die Buden verkleidet werden, und Strohballen soll nächstes
Mal der historische Anstrich besser gelingen. Außerdem mit vielen
Wimpelleinen, die über den gesamten Platz gespannt werden und dann wie
ein Zeltdach wirken. Bemängelt wurde auch die sehr spärliche
Beflaggung entlang der Hauptstraße beim Festzug. Da sollen künftig
wieder mehr Pandurenfahnen die Fassaden schmücken. „Der ganze Ort muss
sich präsentieren“, sagte Fredi Resch. Und das nicht nur zum
eigentlichen Pandurenfest, sondern das ganze Jahr über. „So könnte jede
Wirtschaft ein spezielles Pandurengericht das ganze Jahr über anbieten
und die Brauerei Stangl das Pandurenbier mit speziellem Etikett
abfüllen“, schlug er vor.
Grafenauer
Anzeiger vom 29. Juli 2010 SAXNDI. . . ...nach
dem Vergleich mit der geplatzten Weißwurst vor ein paar Tagen nun die
Frage, ob Gewitter immer abregnen müssen. In Spiegelau ziehen die
dunklen Wolken, die sich aus verschiedenen Problemtümpeln hochgetürmt
haben, schon seit längerem herum. Ein kleiner Guss hier und ein Rumoren
dort, konnte die geladenen Gemüter bisher nicht wirklich entspannen.
Eine wirkliche Explosion hat es aber auch nicht gegeben. Aber seit es
den Haushaltsplanungen dauerhaft nass rein geht, stellt sich die Frage
immer drängender, ob es die Zukunft nicht unweigerlich noch heftig zu
verhageln droht. Eine Sitzung kann da gerade ganz unglücklich in die
Zeit fallen, wo die emotionale Ladung am höchsten ist. Dann tun Blitz
und Donner selten gut.Vielleicht reißt es ja nun an einer Ecke Ende der
Woche auf, wenn der „Blitzableiter“ funktionierender Haushalt
aufgestellt wird. Irgendwo muss der neue politische Sonnenschein auch
für Spiegelau einsatzbar sein, um die anhaltend schlechte
Großwetterlage wieder zu entspannen. - Hermann Haydn
Spiegelauer Haushalt hat weiter keine Basis Sparen und Investieren lassen auf Jahre zu große Lücke zur Genehmigungsfähigkeit klaffen - Weitere Beratungen nötig Von Hermann Haydn Spiegelau.
In Haushaltsfragen hatte Spiegelau keine gute Woche. Erst wurde bei
einem Termin am Landratsamt durch die Rechtsaufsicht klar gestellt,
dass die vorgelegten Planungen bis 2013 rechtlich so nie durchgehen
könnten, auch nachdem der Gemeinderat und eine
Fraktionsführerversammlung sich zu Sparvorschlägen und
Einnahmeverbesserungen unterhalten hatten. Am Dienstag sollte dazu
eigentlich weiter nachgearbeitet werden, aber statt Zahlen gab es
zunächst Gegenwind für den Bürgermeister mit heftiger Grundsatzdebatte
und der Vorgabe, für eine vertiefte Beratung erst klareres
Zahlenmaterial zu liefern. Nachdem Josef Luksch die
Berichterstattung im Grafenauer Anzeiger bemängelt hatte, es entstehe
der Vorwurf, dass das Gremium den Grundsatz der Vertraulichkeit zu
wenig beachte, kehrte eine kritisches Vorrede von Karlheinz Roth die
Aussage eher ins Gegenteil. Man sei ja schon fast dankbar dafür,
wesentliche Fakten als Gremium wenigstens aus den Medien zu erfahren.
Bevor es überhaupt zum ersten und einzigen Tagesordnungspunkt der
Sitzung, der Haushaltsberatung für 2010 und Finanzplanung bis 2013
gehen konnte, listete er Punkte auf, an denen zumindest seine
CSU-Fraktion erheblichen Informationsmangel sehe. So sei weiter
offen, ob alle Standort- und Realisierungsvarianten zur FH-Außenstelle
wirklich auf dem Tisch gelegen und beraten worden seien. Bürgermeister
Luksch hatte in einer Reaktion auf das „Saxndi“ zur Standortfrage von
vergangener Woche angemerkt, es seien doch seit Januar 18 Sitzungen
dazu anberaumt gewesen, also eine 14-tägige Informationsdichte. Dazu
führte Roth jedoch an, dass es auch immer eine Frage sei, ob die
Informationen dort auch aktuell, wesentlich und umfassend seien. Zu
Fragen von Investitionsvarianten über die Firmen Hilz oder Wawrzek
bestünden jedoch große Lücken. Dagegen sei von Bürgermeisterseite her
zumindest ersterer förmlich vor den Kopf gestoßen worden. Dieses
Auftreten nach außen bemängelte Roth auch in verschiedenen anderen
Punkten von der in ihrer Öffentlichkeitswirkung missglückten
Acht-Uhr-Sitzung über fehlende Fraktionsführersitzungen bis zum Mangel
an Engagement in verschiedenen Fragen. Es fehle weiter ein
Gesamtkonzept für die Finanzkonsolidierung. Wie schmerzhaft nötig
das sei, sei dem Gemeinderat erst jetzt über die Rechtsaufsicht
wirklich klar gemacht worden und die Zahlen, die als Liste vorgelegt
wurden, dazu nicht zielführend. Die bedrohliche Lage mit völliger
Überschuldung werde noch klarer bei den negativen Finanzspannen der
kommenden Jahre, die ohne erkennbares Gegensteuern eingeplant wurden.
Er persönlich habe den Auftritt der Kommune im Landratsamt als „größte
Blamage“ empfunden. Schon jetzt sei wieder mehr ausgegeben worden, als
die Planung überhaupt vorsehe. Der Bürgermeister stehe in der Pflicht,
aber er habe keine Antworten. Dazu käme die Frage, was mit „Stadtumbau
West“ seit Jahren schief laufe, so dass auch nach den Erfolg
versprechenden Rettungsversuchen von Hinterberger und Zettl in deren
Vertretungszeit für Luksch nun doch das Aus für 80 Prozent Förderung
wahrscheinlich werde. Seine Quintessenz aus für ihn vielen
offenen, politischen Baustellen lautete schließlich (aus Zitaten
zusammen getragen): Die vertrauensvolle Kooperation im Gremium ist über
die Fraktionen hinweg beschädigt. „Uns fehlt der Motor da vorne.“ „Wir
stochern nur im Nebel.“ An den Bürgermeister: „Sie arbeiten nicht mit
uns zusammen.“ Die Rede ist von handwerklichen Fehlern in der
täglichen, politischen Arbeit und davon, dass Luksch nun primär in der
Pflicht sei. Man könne nicht mehr dem Gemeinderat die Schuld
zuschieben, wenn aktuell die Gefahr bestehe, dass „irgendwann nur einer
die Zeche zahlt, der Bürger.“ Bürgermeister Luksch verwies darauf,
dass doch in zahlreichen Finanzausschusssitzungen Sparvorschläge
kontrovers diskutiert worden seien. Und auch Günther Schmid machte
darauf aufmerksam, dass die Räte eigentlich alle Details kennen
müssten. Er betrachtete es eher als eine Frage des „Wir“., Wie
bedrohlich die Situation sei, sei doch erst durch die Rechtsaufsicht
klar gemacht worden, so Roth. Er verwehrte sich deshalb dagegen, der
Gemeinderat stehe hier in der Verantwortung, wenn ihm auf dem Weg zu
einer schwarzen Null im Haushalt und abwägbaren Risiken die
Beratungsvorgaben fehlten, die der Bürgermeister zunächst mit Hilfe
seiner Verwaltung vorlegen müsste. In die gleiche Kerbe schlug
auch Erhard Wawrzek. Bei der Rechtsaufsicht sei eine unzureichende
Planung nochmals eingereicht worden. Erst die habe das klare
Stoppschild für den laufenden Haushalt aufgestellt, der schon einem
Offenbarungseid der Kommune nahe komme. Man sei die mit Abstand am
schlechtesten beurteilte Gemeinde im Landkreis. „Ein Fuchzgerl da und
eines dort“ reiche eben nicht als Sparbemühung. Spiegelau sei ein
„Sanierungsfall“. Allerdings ergänzte auch er in einem
anschließenden Gespräch, dass er nicht so schwarz sähe, wie es sich
gerade darstelle, wenn wirklich die Bereitschaft bestehe, dass jeder
seinen Beitrag leiste. Dann könne über Haushaltseckdaten so gesprochen
werden, dass ein genehmigungsfähiger Plan möglich würde. Allerdings
sprach er auch davon, dass man vielleicht nur noch „eine letzte Patrone
habe“, die man nicht verpulvern dürfe. Auch er kritisierte dazu recht
offen die Amtsführung von Josef Luksch. Kurt Zettl erinnerte
daran, dass immer neue Vorschläge zur FH nicht vom Rat eingebracht
worden seien, sondern der sich eher nachträglich damit beschäftigen
durfte. Dabei sei die Außenstelle noch nicht mal die Hürde, die den
Haushalt nicht genehmigungswürdig mache. Einen Teil der Schuld an
der Finanzmisere sprach Günter Schmid auch dem Landratsamt zu, das zu
lange zugeschaut habe und jetzt noch Prügel zwischen die Beine werfe.
Dem widersprach Roth, der die Juristin Judith Wunder als überaus bemüht
beurteilte, um der Kommune Hilfestellung zu bieten. Mit den vorgelegten
Zahlen seien ihr aber die Hände gebunden. Bürgermeister Luksch mahnte
an, es sollten doch dann auch aus dem Gremium weitergehende Vorschläge
zur Konsolidierung eingebracht werden. Aber auch Josef Wanninger
forderte, die richtungsweisenden Varianten müssten erst mal
Bürgermeister und Verwaltung vorlegen, wo die entsprechenden Zahlen ja
bekannt seien. Etwa dazu, wo der laufende Haushalt aktuell stehe, was
an Projekten gespart werden könnte, wie weit die Distanz zu einer
„roten Null“ überhaupt reiche. Davor, wieder die Beratungen zu
schieben, warnte Günter Schmid. Man mache es sich als Rat zu einfach,
jetzt wieder dagegen zu sein. Dennoch setzte sich schließlich
einstimmig die Überzeugung durch, dass Bürgermeister und Verwaltung das
Zahlenmaterial klärend überarbeiten und neu vorlegen müssen, um dem Rat
die nötigen Vorinformationen zu bieten. Bis dahin werden auch zu den
Standortvarianten neue Daten erwartet. Zum einzigen Tagesordnungspunkt
des Dienstags kommt es also erst wirklich im Laufe der Woche.
Grafenauer
Anzeiger vom 22. Juli 2010 Kommt die FH jetzt doch in die KSS? Standortdebatte: Bei internen Spiegelauer Gesprächen ist wieder die Glasfabrik der Favorit Von Hermann Haydn Spiegelau. Die
Spatzen pfiffen es schon von den Dächern: der neue Standort für die
FH-Außenstelle könnte schon wieder der alte sein und der ganz alte
jetzt wieder der neue. Bereits einmal, und das wiederum vor der Schule
in Spiegelau, war die KSS als Heimat für die Außenstelle im Gespräch.
Damals scheiterten konkretere Pläne an den Kostenvorstellungen des
Eigentümers Georg Riedel und wohl auch daran, dass die Kommune -
vorzugsweise die SPD-Fraktion - lieber selbst besitzen, statt
langfristig mieten wollte. Nun ist wieder Fahrt in die Geschichte
gekommen. Es wird gemunkelt, dass die Firma Riedel bei den Konditionen
nachgebessert haben soll. Am Dienstag trafen sich Bürgermeister
Josef Luksch und die stellvertretenden Bürgermeister,
Fraktionsvorsitzende und laut Einladung „interessierte Räte“ , um
dieses Angebot und weitere Sachfragen um den Haushalt der Gemeinde zu
beraten. Bürgermeister Luksch bestätigte auf Anfrage des Grafenauer
Anzeigers, dass das Angebot „sehr interessant“ sein soll. Es würde so
auch zum Teil den äußerst angespannten Haushaltsplan entlasten, der
wegen weggebrochener Einnahmen aber immer noch nicht problemlos sei. Zu
favorisieren sei die jetzt wieder ins Spiel gekommene Lösung zudem, da
dort auch dem enormen Zeitdruck entgegen gekommen würde, um
FH-Anwenderzentrum und Campus in kürzerer Zeit unter ein bereits
vorhandenes Dach zu bringen. Platz wäre genug vorhanden, von der FH
gebe es positive Signale und von Riedel die Bereitschaft zur
Investition, wo für einen entsprechenden Betrieb noch Umbaumaßnahmen
nötig seien. Nächste Woche soll es nach Insiderinformationen weitere
Gespräche im Landratsamt geben und anschließend gleich zwei
Gemeinderatssitzungen, in denen die Diskussion zu Haushalt, FH und
Zukunft der Kommune dann auch öffentlich fortgesetzt werden soll.
Grafenauer
Anzeiger vom 20. Juli 2010 Segen für Einsatzfahrzeug „Helfer vor Ort“ bauten Fahrzeug um - 184 Fälle in einem Jahr Spiegelau. Ein
besonderer und bedeutender Tag war die Segnung des Einsatzfahrzeuges
durch Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler für
die Mitglieder des BRK Spiegelau. Die Geistlichen wünschten auch den
Einsatzkräften, die rund um die Uhr ehrenamtlich unterwegs sind, um in
Not geratenen Mitmenschen zu helfen, Gottes Segen und allzeit gute und
unfallfreie Fahrt. Am BRK-Haus hatten die Geistlichen einen
beeindruckenden Feldgottesdienst zelebriert, den der Kirchenchor
Oberkreuzberg unter der Leitung von Markus Bayer feierlich umrahmte.
Zum Fahrzeug gratulierten neben den Bürgermeistern Josef Luksch und
Peter Hinterberger und einigen Gemeinderäten auch stv. Vorsitzender des
BRK-Kreisverbandes, Alfons Hellauer, und 1. Kreisbereitschaftsleiter
Ludwig Hüttinger sowie der Leiter des Rettungsdienstes im Kreisverband,
Gerhard Hilgart und Schatzmeister Michael Süß. Durch die
Inbetriebnahme des Fahrzeuges wurde ein weiterer Meilenstein in der
erst kurzen Geschichte der „Helfer vor Ort“ Spiegelau gelegt. Das
Fahrzeug, das in einer Vielzahl von freiwilligen Arbeitsstunden zum
Einsatzfahrzeug umgebaut und mit Funk und Sondersignaleinrichtung
ausgestattet worden war, ist ein wichtiges Element, um schnellstmöglich
zum Patienten zu gelangen und eine rasche, fachgerechte Erstversorgung
bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes übernehmen zu können.
Wie wichtig die Einrichtung ist, zeigen die vielen Einsätze, die
bereits gefahren wurden. In einem Jahr waren dies in Spiegelau und
Riedlhütte 184. Finanziert wurde das Fahrzeug sowie die gesamte,
notwendige Ausrüstung ausschließlich aus Zuteilungen der Gemeinde
Spiegelau, der Stockbauer-Stiftung Spiegelau sowie aus Spenden
ortsansässiger Firmen und der Bevölkerung . Auch der BRK-Kreisverband
unterstützt die „Helfer vor Ort“ finanziell und mit
Material. - bü
Grafenauer
Anzeiger vom 19. Juli 2010 „Ein Fest für die Spiegelauer“ Neuerungen zum 25. Pandurenfest kamen sehr gut an - Über 1100 Besucher - Großes Lob für buntes Programm Von Ursula Langesee Spiegelau.
Zum 25. Pandurenfest am Samstag hielt selbst das Abkommen mit dem
Wettergott. Kaum hatten die Feuerschlucker von „Ameno Signum“ ihre
letzte glühende Salve in den Nachthimmel geblasen, setzte der Regen ein
und die meisten der - nach dem Markerlverkauf - gezählten 1165 Besucher
verließen das „Lager“ vor der Mehrzweckhalle. Einige hundert feierten
indes noch in der Halle bis kurz nach Mitternacht den schönen Erfolg
des „neuen“ Pandurenfestes. Erstmals konzentrierte sich das Fest
auf einen Tag und auf einen Ort außerhalb des Zentrums. Es wurde auch
nicht mehr von der Gemeindeverwaltung ausgerichtet, sondern von
Gemeinderäten um Hauptorganistor Kurt Hobelsberger und von Vereinen.
Obwohl er selbst nur von der Ferne, von einer Messe in Friedrichshafen,
übers Handy das Geschehen in Spiegelau mitverfolgen konnte, ist
Hobelsberger absolut zufrieden: „Es war super. Ich habe nur Lob gehört
- über den Festzug, die Musik, das gute Bier, das große Angebot bei den
Verkaufsständen. Vor allem freut es mich, dass die Gemeinderäte so gut
zusammen gearbeitet haben. Es war ein Fest für die Spiegelauer.“ Dafür
dankte er vor allem Erich Bachmann, Peter Hinterberger und Fredi Resch
von der Verwaltung, der 21 Mal das Pandurenfest organisiert hatte und
dafür von Staatsminister Helmut Brunner mit Urkunde und einem Bild von
Josef Schneck aus Riedlhütte geehrt wurde. Neu war auch das
Bühnenstück, bei dem das Warten auf die Panduren dargestellt wird. Es
lebte noch etwas von der Improvisation, kam aber wohl deshalb bei den
Zuschauern gut an, ebenso die Feuershow von „Ameno Signum“. Sie waren dabei: Schirmherr
Staatsminister Helmut Brunner, Landrat Ludwig Lankl, aus Spiegelau:
Feuerwehr, SC Edelweiß, Frauenbund, Gemeinderat, Schulkinder, Schware
Panduren, Aktivsport, Männergesangsverein, Gemeindeverwaltung,
Sparkasse, spätmittelalterliche Künstlergruppe Ameno Signum,
Blaskapelle Schönbrunn, Böllerschützen Klingenbrunn, Dorfblosn
Klingenbrunn, Gymnastikgruppe Oberkreuzberg, vier Pferdegespanne, zehn
Pandurenreiter. Beim Spiel: Bürgerwehr Grafenau, Horst Boxleitner, Gerd
Neumann, Josef Luksch, Anja Thamm mit Felix und Elena, Peter
Hinterberger, Thomas Robl, Josef Wanninger, Karlheinz Roth, Pfarrer
Rupert Wimmer, Michael Kordick, Ilse Friedl, Melanie Schreindl.
Grafenauer
Anzeiger vom 13. Juli 2010 An der Glasstraße brennt wieder ein Glasofen Schaubläserei in Hotel-Anbau geschaffen - Festredner loben Engagement für Traditionshandwerk Von Ursula Langesee Spiegelau.
Die Glashüttenfeste in der Kristallglasfabrik Spiegelau waren legendär.
Sie waren Unterhaltung und Information zugleich, wenn die Glasmacher
ihre handwerklichen Künste beim Glas schinden zeigten, Gäste selbst
eine Kugel formen ließen und „Promis“ in Glas porträtiert wurden. Mit
dem Aus für die Glasfabrik verschwanden auch diese Feste. Eine kleine
Version davon erlebt jetzt wie Phönix aus der (Glas)asche seine
Auferstehung. In einem Anbau des Hotels Würzbauer wurde das
Glasmacher-Stüberl mit dem Glasofen und dem umgebenden Glasgarten
eingeweiht und eröffnet. Die Festredner - Landrat Ludwig Lankl,
Bürgermeister Josef Luksch, Stephan Baron von Poschinger aus Frauenau
und auch die Geistlichen Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler bedankten sich bei den Betreibern Klaus und Petra
Würzbauer, dass sie, nachdem der Ofen in Spiegelau aus war, „hinter dem
Ofen“ hervorgekommen seien und die Tradition des Glasmachens an der
Glasstraße wieder beleben. Für die fast täglichen Vorführungen wurde
ein Meister seines Fachs engagiert: Helmut Raml war 38 Jahre lang
Glasbläser in der KSS und verstand sich beim „Schinden“ besonders
darauf, filigrane Weihwasserkessel und Deko-Körbchen aus dem
zerbrechlichen Material zu ziehen. Der Besuch am ersten Wochenende
war dann auch trotz der großen Hitze relativ gut. „Helmut Raml hat sehr
viele Glaskugeln geblasen, auch einige Gäste, darunter Kinder, haben
sich daran versucht. Viel bewundert wurde auch der Glasgarten mit
seinen Exponaten“, zieht Gemeinderat Kurt Hobelsberger zufrieden
Bilanz. Er hatte sich für die Einrichtung eines Glasmacher-Stüberls
stark gemacht und als erfahrener Organisator die Einweihungsfeier und
den Tag der offenen Tür gemanagt.
Meditative Wanderung zum Rachel Ökumenischer Berggottesdienst an der Kapelle Spiegelau.
Die evang.-luth. Kirchengemeinde Grafenau, die kath. Pfarrgemeinde
Spiegelau und der Nationalpark Bayerischer Wald luden zu einer
meditativen Wanderung über die Racheldiensthütte zur Rachelkapelle und
zurück ein. Auf dem Weg zum Rachelsee erläuterte Ranger Günter
Sellmayer die Nationalparkidee, erklärte Pflanzen und die Zusammenhänge
von Werden und Vergehen. Mit meditativen Geschichten, Gebete und
Gedichten stimmte auch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die Teilnehmer
auf die Wanderung ein. An der Rachelkapelle angekommen, feierten
die Wanderer unter der Leitung von Diakonin Neumann-Beiler und
Gemeindereferent Otto Öllinger einen ökumenischen Berggottesdienst. Im
Mittelpunkt der Predigt stellte Diakonin Neumann-Beiler das Kreuz,
unter dem sich alle Christinnen und Christen wiederfinden. Am Beispiel
des Hl. Franz von Assisi machte sie Mut sich wieder ganz neu auf Jesus
einzulassen. Er ruft uns zu seiner Nachfolge. Die Lieder wurden von Amelie Sellmayer auf der Querflöte mit Otto Öllinger auf der Gitarre begleitet. Auch
am Rückweg machte die Gruppe noch mehrmals meditative Rast bis zur
Racheldiensthütte, dort wurde zum Schluss noch ein gemütlicher
Kaffeeplausch gehalten. - eb
Grafenauer
Anzeiger vom 2. Juli 2010 Damoklesschwert der Rechtsaufsicht schwebt überm Haushalt Gemeinderat
Spiegelau verabschiedet Haushaltssatzung knapp mit sieben zu sechs
Stimmen - Grund- und Gewerbesteuern nicht erhöht Von Hermann Haydn Spiegelau.
Der Spiegelauer Haushaltsplan für das laufende Jahr ist mit extrem
heißer Nadel gestrickt, um große Investitionsvorhaben wie die
FH-Außenstelle und die Erschließung eines Gewerbegebiets stemmen zu
können. Trotzdem erfüllt er nicht die Vorgaben der Rechtsaufsicht am
Landratsamt, denn diese verlangt die Kostendeckung bei Wasser, Kanal,
Bestattungswesen und Einnahmeverbesserungen durch erhöhte Steuersätze.
Dazu konnten sich die Spiegelauer Räte aber nicht durchringen. Nach
langer und konfrontativer Beratung gingen Satzung und Planung zum
Haushalt mit knapper Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen durch. Die
Finanzplanung bis 2013 wurde dagegen zur weiteren Beratung verschoben. Die
Eckdaten: Der Verwaltungshaushalt schließt mit 5 674 300 Euro und der
Vermögenshaushalt mit 4 425 200 Euro. Die Kreditaufnahmen werden sich
auf 2,52 Mio. Euro belaufen. Spiegelau sitzt in der Zwickmühle.
Einerseits bricht die Einnahmenseite bei Steuern und Umlagen immer mehr
weg. Andererseits kommen mit FH-Außenstelle und
Gewerbegebietsausweisung zwei riesige Posten auf die kommunalen
Finanzen zu, welche die Handlungsfähigkeit nicht nur die nächsten
Jahre, sondern bis zu zwei Jahrzehnten einzuschränken droht. Der
Finanzausschuss suchte nach Einsparpotenzialen. Die Vorschläge gingen
von weniger Frei-Getränkemarken auf Festen und Seniorentag über
Auflösung des Standesamtes bis weniger Ehrungen, weniger Werbung für
den Tourismus, weniger Loipenpflege, Mieterhöhung bei der
Hausmeisterwohnung, Rasenpflege am Sportplatz und zur Verbandsumlage
beim Klärwerk. Diese „Sparliste“ wurde mit acht zu fünf Stimmen
abgesegnet. Zwar stünden nun Kostenschätzungen im Raum, so Erhard
Wawrzek, die bei der FH-Außenstelle 3,7 Millionen Euro veranschlagten
oder beim Gewerbegebiet etwa eine Million, dennoch fehlten die nötigen
Informationen für das Ratsgremium, wie es dann mit Betrieb,
Businessplan, Abriss und Erschließung am Campusgelände oder
Wertausgleich für das Sägewerksareal weiter gehe. Seiner Ansicht nach
sei selbst die Glasbranche skeptisch, ob man mit dem Anwenderzentrum
wirklich Erfolg habe. Er schätzte zudem, dass bis zu 2,5 Millionen Euro
weitere Kosten für das Gelände noch gar nicht einkalkuliert seien. Wawrzek
gehe davon aus, dass durch das jetzige Vorgehen auch der Kreis eine
noch weit höhere Belastung schlucken müsse als die jetzt zugesagte
Unterstützung. Immerhin mussten für die Jahresplanung 2011 bis 13 dann
weitere 450 000 Euro angesetzt werden, die voraussichtlich für erste
Abriss- und Erschließungskosten am Sägewerksgelände anfallen werden.
Dadurch werden die nächsten Haushaltsplanungen noch komplizierter. Denn
absehbar sei, so Kämmerer Bruno Donaubauer, dass ab 2011 Schulden
gemacht werden müssen, um alte Schulden zu bedienen. Kämmerer Bruno
Donaubauer sagte, dass sich bis 2013 die Schulden von derzeit 3,1
Millionen Euro auf annähernd sieben Millionen mehr als verdoppeln
würden. Für die Planung 2010 müsste den Bürgern und der Wirtschaft
ohnehin tiefer in die Tasche gegriffen werden, als zunächst vorgesehen
war. Darin sah Ludwig Schopf das größte Problem: Wie soll es den
Bürgern erklärt werden, dass Wasser, Kanal und Bestattungswesen erneut
erheblich steigen werden? Da werde zwangsläufig die FH wie eine Strafe
gesehen. Und auch Erhard Wawrzek merkte an, dass dann erhöhte
Steuersätze es vielleicht gleich wieder unnötig machen würden, sich
überhaupt über neue Gewerbeflächen zu unterhalten. Elke
Proßer-Greß bemängelte zur Vorgabe der Rechtsaufsicht, dass es
eigentlich momentan noch keine zwingende Not hätte, sofort eine
erhebliche Anhebung etwa bei Wasser auf 2,09 Euro plus Grundgebühr und
bei Abwasser auf 3,12 Euro je Kubikmeter durchzudrücken. So eine
Haltung sah Josef Wanninger als naiv an. Das Landratsamt wolle eben
helfen und nicht dabei zusehen, wie Spiegelau wirtschaftlich „absäuft“.
Es soll aber versucht werden, ob es nicht doch auch anders ginge,
so der Beschluss der Mehrheit. Bürgermeister Luksch soll zumindest die
Basis für weitere Verhandlungen mit der Rechtsaufsicht schaffen, dass
der Haushalt 2010 doch noch genehmigt werden kann. Für den
Haushalt stimmten die Räte von der SPD-Fraktion Josef Luksch, Kurt
Hobelsberger, Josef Apfelbacher, Elke Proßer-Greß, Ernst Ertl, Georg
Friedl sowie von der CSU-Fraktion Alois Loibl. Gegen den Haushaltsplan
stimmten von der CSU-Fraktion Kurt Zettl, Thomas Robl und die Räte der
FW-Fraktion Peter Hinterberger, Ludwig Schopf,Erhard Wawrzek und Josef
Wanninger. Erhard Wawrzek hatte zuvor die namentliche Abstimmung
beantragt.
Grafenauer
Anzeiger vom 17. Mai 2010 Grundschüler begeistert von der Ökumene Fast 40 Kinder aus Grafenau und Spiegelau waren beim Kirchentag in München Grafenau/Spiegelau.
Fast 40 katholische und evangelische Kinder aus der
Reinhold-Koeppel-Grundschule Grafenau und der Grundschule Spiegelau
waren am Freitag beim 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München, der
gestern zu Ende ging. Ihre geistlichen Begleiter waren Dekan Kajetan
Steinbeißer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und die Mitarbeiter
Stefanie Uhrmann, Alexandra Kraus, Carolin Schopf, Björn Strahberger
und Katharina Schloßnagel . Trotz Nieselregens ließen sich die
Kinder ihre gute Stimmung nicht nehmen. Schon im Bus lernten sie sich
näher kennen und beim Bibelquiz, das Dekan Steinbeißer gestaltete und
Liedern und einer Geschichte mit Diakonin Neumann-Beiler, stimmten sie
sich auf den Tag ein. Am Sebastianiplatz in München wurde es den
Kindern bei „Bibelhits für Kids“ mit Bewegungsspielen, Tänzen und
Liedern gleich warm. Dabei wurden Geschichten aus dem Alten Testament
kindgemäß umgesetzt. Steinbeißer zeigte der Gruppe einige wichtige
Sehenwürdigkeiten der Landeshauptstadt. Man spürte überall die
Begeisterung und die Freude, die der ÖKT mit sich brachte. Die Kinder
staunten über Gaukler, Musikgruppen und die vielen Angebote, die ihnen
auf dem Weg zum Circus Krone begegneten. Dort durften sie Jonglieren,
Einradfahren und vieles mehr. Zum Abschluss gab es ein Musikkonzert in
der Manege. Dann ging’s zum Wittelsbacher-Gymnasium zur
Podiumsdiskussion zum Thema „Bewahrung der Schöpfung kennt keine
Grenzen“. Besonders gespannt waren die Kinder auf den Moderator Willi
Weitzel von „Willi will’s wissen“. Auf dem Podium erschienen auch
Professor Dr. Ottmar Edenhofer, Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner
und Dr. Marcel Huber, um nur einige zu nennen. Im Religionsunterricht
hatten sich die Kinder mit dem Thema auseinandergesetzt und Fragen für
die Diskussion vorbereitet. Voller Eindrücke ging es von München
heim. So manches Kind trällerte noch beim Ausstieg in Grafenau das
ÖKT-Lied „Damit ihr Hoffnung habt!“ - eb
„Nordic Team Klingenbrunn“ gegründet Robert Gsödl 1. Vorsitzender des neuen Wintersportvereins - Bereits 30 Mitglieder Klingenbrunn.
In Klingenbrunn wurde jetzt ein „Nordic Team“ gegründet. Zur
Versammlung waren fast alle Klingenbrunner Vereinsvorstände und etwa 40
interessierte Zuhörer gekommen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Robert Gsödl
gewählt. „Wo sonst wäre ein Wintersportverein besser aufgehoben
als in Klingenbrunn, wo optimale Bedingungen für das Skilanglaufen
vorhanden sind und Klingenbrunn in der Presse als ‘Kältepol‘ von sich
überregional reden machte?“, begann Josef Wanninger, Sportreferent der
Gemeinde Spiegelau, seine Begrüßung. 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger, der die Versammlung leitete, betonte, dass ein
Wintersportverein das aktive Vereinsleben in Klingenbrunn noch
bereichern werde. Wichtig sei es seiner Auffassung nach, dass in
Klingenbrunn das Langlaufen und die guten Loipenbedingungen noch mehr
beworben werden müssten. Für ein attraktives Loipenzentrum sei ein
Funktionsgebäude mit Toiletten und Wärmeraum zwingende Voraussetzung.
Hierzu gelte es möglichst schnell Lösungen zu finden. „Gut vorbereitet“
bezeichnete Hinterberger den Satzungsentwurf für den neuen
Wintersportverein, der den Namen „Nordic Team Klingenbrunn“ tragen
soll. So war man schnell mit dem Satzungsentwurf durch, der
anschließend von 15 Gründungsmitgliedern unterschrieben wurde. In
die Vorstandschaft wurden gewählt: 1. Vorsitzender Robert Gsödl, 2.
Vorsitzender Thomas Hilz, Kassier Andrea Nilsen-Betz, Schriftführer
Konrad Binder, Sportwart Josef Erhard, Beisitzer Josef Wanninger und
Joachim Betz, Kassenprüfer Peter Hinterberger und Adolf Kerndl. In
seiner Antrittsrede betonte Gsödl, dass ihm der sportliche Erfolg der
jungen Langläufer, aber auch ein intaktes Vereinsleben sehr wichtig
seien. Ziel des neuen Vereins sollte es sein, dass möglichst viele
Kinder Freude am Langlaufen entwickeln. Dazu werde man in nächster Zeit
entsprechende Trainingsangebote machen und im Winter Skikurse anbieten.
Auch wenn man derzeit als „Skilanglaufverein“ starte, sei man für eine
Ausweitung des Angebotes offen. So wäre durchaus eine Sparte
Nordic-Walking denkbar. Besonders erfreut zeigte sich Gsödl, dass bis
zum Ende der Gründungsversammlung bereits 30 Mitglieder dem Verein
beigetreten waren. - jw
Grafenauer
Anzeiger vom 13. Mai 2010 Wir
lassen Spiegelau nicht im Stich - Kreisausschuss beschließt: Landkreis
beteiligt sich an GmbH zur Gründung des Technologiezentrums Glas / Von Peter Püschel Freyung-Grafenau.
Die Vorgabe ist klar: Der Freistaat wäre bereit, in Spiegelau oder
näherer Umgebung ein weiteres Technologietransferzentrum der Hochschule
Deggendorf mit der naheliegenden Fachrichtung Glas einzurichten und
dafür 5 Millionen Euro fließen zu lassen. Voraussetzung dafür aber ist:
Die Kommune muss die Kosten für die Unterbringung tragen. Und da ist
Spiegelau hoffnungslos überfordert. Der Kreisausschuss hat jetzt
einstimmig beschlossen, Spiegelau zu unterstützen. „Wir fordern viel
von der Partnergemeinde“, so der designierte Leiter dieses
Glas-Technologiezentrums, Prof. Dr. Peter Sperber, vor dem
Kreisausschuss: „Räume samt Betriebskosten müssen die ersten fünf Jahre
kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“. Alternativen?
Ausgeschlossen! „Wenn das nicht klappt, wird’s nichts mit der
FH-Außenstelle.“ Dabei sind sich alle Kommunalpolitiker einig, dass
sich die Region diese Chance nicht entgehen lassen darf. Das
Technologietransferzentrum in Teisnach „brummt“, wie Prof. Sperber es
ausdrückte, „und auch Freyung läuft sehr gut, die direkten
Industriekontakte sind sogar besser als in Teisnach.“ Für Spiegelau
sieht der Wissenschaftler ebenfalls sehr gute Voraussetzungen von
Firmenseite: „Es gibt bereits Unternehmen, die interessiert sind, hier
zu investieren.“ Es ist geplant, das Technologietransferzentrum auf
dem Gelände der ehemaligen KSS unterzubringen. Hier ist bereits seit
zwei Jahren die Firma Füller in Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth
tätig. „Füller würde auf dem KSS-Gelände sofort 5 Millionen investieren
und Fertigung und Produktion in den Bayerischen Wald verlagern“,
verriet Landrat Ludwig Lankl. Auch eine weitere Firma aus Mainz wäre
sofort in ähnlicher Größenordnung dabei. Allerdings: sofort! „Die
wollen heuer schon hier produzieren - oder sie kommen nicht“, so Prof.
Sperber, der deshalb aufs Tempo drückt: „Wir haben bereits die ersten
Großgeräte-Anträge gestellt, mit Lieferzeit September - ich möchte im
Oktober einziehen.“ Für Spiegelau ist als wissenschaftliches Thema
die so genannte „heiße Glastechnologie“ mit den Schwerpunkten
Schmelztechnik, Glas-Heißformtechnik und Analyse vorgesehen. Das
Besondere: Neben der Hochschule Deggendorf wäre auch die Uni Bayreuth
dabei. „Ohne die Glaskrise wäre das nicht möglich geworden“, so
Landrat Lankl, „da ist Gigantisches gearbeitet worden - diese Taube
sollten wir nicht mehr aus der Hand geben. Da geht es nicht nur um
Wissenschaft und Forschung, es geht um Arbeitsplätze im Landkreis. Wenn
wir da jetzt nicht selber anpacken, dann ...“ Den Kreisräten war
klar, dass sie gar keine Alternative haben, als wieder Geld in die Hand
zu nehmen. Ähnlich wie für das Technologietransferzentrum Freyung soll
eine Betreiber-GmbH gegründet werden. Doch: Während der Landkreis in
Freyung mit 75 000 Euro jährlich im Boot sitzt, dürfte das für
Spiegelau bei weitem nicht reichen, wie Bürgermeister Josef Luksch
erklärte. „IT- und Büroräume wie in Freyung sind finanziell leichter
zur Verfügung zu stellen als die benötigten Spezial-Räume für
Glastechnik.“ Der Vorteil: Energie, Medien und EDV-Versorgung sind
vor Ort vorhanden. Und der Markt Schönberg würde sich im Rahmen einer
interkommunalen Zusammenarbeit beteiligen. Nur: Das reicht nicht. Die
Rede ist von Investitionen in Höhe von bis zu 6 Millionen Euro. Wobei
das Ziel sei, keinen Neubau auf die grüne Wiese zu stellen, um
Industriebrachen innerhalb des Ortes zu vermeiden. Genaue Zahlen
wurden in öffentlicher Kreisausschuss-Sitzung nicht genannt. Aber es
muss davon ausgegangen, dass sich der Landkreis-Anteil an einer GmbH
auf über 135 000 Euro belaufen würde, fast doppelt so viel wie im Fall
Freyung. „Aber das ist die letzte Chance für die alte Glasregion“, so
Bürgermeister Luksch, der natürlich hofft, dass sich das Zentrum in
fünf Jahren selber trägt. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten?
Gerhard Drexler regte an, nach Unternehmen zu suchen, die bereit sind,
Risikokapital zu investieren. Heinrich Lenz will noch einmal auf die
Staatsregierung zugehen: „Wenn das Strukturhilfe sein soll, müssen wir
nachverhandeln - man kann doch nicht verlangen, Kommunen pleite gehen
zu lassen.“ Zumindest auf den Landkreis wird sich Spiegelau
verlassen können - die entsprechende Absichtserklärung wurde einstimmig
verabschiedet. Aber jetzt müssen genaue Zahlen auf den Tisch. Und es
muss schnell gehen.
Grafenauer
Anzeiger vom 8. Mai 2010 Bewegender Abschied von Bauunternehmer Max Hilz Pfarrer Johann Pöppel: „Ihm blieb nichts Menschliches fremd“ Klingenbrunn.
Die Trauergemeinde füllte die Pfarrkirche Maria, Hilfe der Christen in
Klingenbrunn bis auf den letzten Platz. Seine Familie, seine Freunde,
„seine“ Klingenbrunner und viele weitere Menschen, die ihn kannten und
schätzten, waren zusammengekommen, um Max Hilz die letzte Ehre zu
erweisen. Er war am 28. April im 82. Lebensjahr verstorben. In
Klingenbrunn kam er am 17. September 1928 als Sohn von Maria Hilz, geb.
Genosko, und dem staatlichen Forstbeamten Max Hilz zur Welt. Hier
verbrachte er seine Kindheit. Von hier ging er als Zwölfjähriger fort
nach Passau auf die Oberrealschule, später zum Arbeitsdienst und
schließlich als 16-Jähriger an die Ostfront, wo er ein Jahr später in
sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Karelien Zwangsarbeit leisten
musste. Nach Klingenbrunn kehrte Max Hilz zurück, holte seinen
Schulabschluss nach und begründete eine der größten ostbayerischen
Bauunternehmen der Nachkriegszeit. Auch wenn er seinen Wohnsitz
inzwischen auf die List nach Spiegelau verlegt hatte, war er „seinen“
Klingenbrunnern treu geblieben. Oft besuchte er Freunde und Bekannte
und verbrachte so viele Stunden im freundschaftlichen Gespräch. Vermutlich
wollte er auch am Morgen des 28. April - wie üblich - aufbrechen, um
zum Frühstücken zu fahren. Aber sein Herrgott hatte etwas anderes mit
ihm vor. Er holte ihn heim zu sich. Den toten Körper fand man noch beim
Auto liegend. „Wohin gehen wir? Immer nach Hause!“ Mit diesem Zitat
des christlichen Dichters Novalis begann Pfarrer Johann Pöppel seine
Ansprache. Er erinnerte an das Leben des verstorbenen Max Hilz: „Er
ging durch viele Höhen, aber auch durch Tiefen. Nichts Menschliches
blieb ihm fremd.“ Er sprach von seiner großen Energie, dem starken
Willen und dem Fleiß, aber auch von seiner Menschlichkeit. Auch sein
großes Hobby, das Fliegen, fand Erwähnung. Schließlich erinnerte Pöppel
auch daran, wie sehr der Verstorbene seine Eltern geliebt habe. Er
erzählte, wie sehr er sich gerade im Alter als großer Freund der Kinder
zeigte. Immer hatte er etwas Süßes für jedes Kind im Auto. Er spendete
aber auch großzügig für unsere Kindergärten. Je älter er wurde, umso
bescheidener und liebenswürdiger wurde er. Trotz aller Wirren und
Herausforderungen seines von harter Arbeit geprägten Lebens hatte Max
Hilz nie den Glauben an Gott aufgegeben. Trotz aller Niederschläge ließ
er sich nicht verbittern, stand immer wieder auf und verlor nie seinen
Humor. Der Trauerzug war so lang, dass die ersten bereits den
Friedhof erreichten, als die letzten Trauernden sich bei der Kirche
gerade in Bewegung setzten. Denen, die den verstorbenen Max Hilz auf
seinem letzten Weg begleiteten, stand die Trauer ins Gesicht
geschrieben. Die Vereine, in denen Max Hilz über Jahrzehnte Mitglied
war, würdigten sein Leben und sein Engagement. Mit dem Wusch, dass Gott
seine Seele gnädig aufnehmen wolle, verabschiedeten sich die Trauernden
von dem Verstorbenen. Hermann Beiler
Erwin Scholz ist Pfarrgemeinderats-Chef Er wurde auf der konstituierenden Sitzung in Spiegelau/Riedlhütte gewählt Spiegelau/Riedlhütte.
Bei der konstituierenden Sitzung des Pfarrgemeinderates der Pfarrei
Spiegelau-Riedlhütte wurde Erwin Scholz aus Spiegelau als neuer
Vorsitzender gewählt und übernimmt somit das Amt von Elisabeth
Neumann-Harwalik, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur
Wahl als Pfarrgemeinderat zur Verfügung stellen konnte. Unterstützt
wird Erwin Scholz von der ersten Stellvertreterin Ramona Schwankl,
Riedlhütte, und von der zweiten Stellvertreterin Marita Baumgartner,
Riedlhütte. Als Schriftführerin wurde erneut Elke Proßer-Greß aus
Spiegelau gewählt. Anschließend wurden die Ausschüsse gebildet und
die Hauptverantwortlichen und Mitglieder benannt: Feste und Feiern
(Manfred Halser), Mission/Gerechtigkeit/Frieden (Annegret Kieslinger),
Jugend (Maximilian Waldhauser), Öffentlichkeitsarbeit (Angelika
Proßer), Liturgie (Pfarrer Rupert Wimmer). Als Bildungsbeauftragte
stellte sich Maria Öllinger zur Verfügung. Der Ausschuss „Caritas“ wird
in einer der kommenden Sitzungen besetzt. Am 16. Mai wird sich der
neue Pfarrgemeinderat, der nun aus neun gewählten und vier berufenen
Mitgliedern besteht, in den beiden Kirchen in Riedlhütte und Spiegelau
vorstellen. - ap
Besuch vom Bischof Hans-Martin Weiss in der Region Grafenau.
Im Rahmen seiner Visitationstätigkeit besuchte Regionalbischof Dr.
Hans-Martin Weiss aus Regensburg vor kurzem die Grundschule in Grafenau. Die
Schulleiterin Christl Weiß informierte den Regionalbischof über die
Situation der Schule und insbesondere über den Evangelischen
Religionsunterricht. Anschließend besuchte Weiss die Religionsklasse
von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler. Er stellte sich bereitwillig den
interessierten Fragen der Schüler nach seiner Tätigkeit und nach seinen
persönlichen Interessen. Am Nachmittag diskutierte er im
evangelischen Gemeindehaus in Grafenau mit Pfarrerinnen, Pfarrern und
Religionslehrkräften der Region die Situation des evangelischen
Religionsunterrichtes an den verschiedenen Schularten im südlichen
Bayrischen Wald. Die Situation ist geprägt durch kleine Schülerzahlen,
kombinierte Klassen und Einsatz der Lehrkräfte an mehreren Schulen,
aber auch durch großes Engagement der kirchlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Dr. Weiss nahm die verschiedenen Erfahrungsberichte sehr
interessiert zu Kenntnis und versprach Abhilfe bei manchen Problemen.
Schulbeauftragter Pfarrer Dieter Martin dankte Regionalbischof Dr.
Weiss für sein Interesse am Religionsunterricht der Region und wünschte
eine gute Heimreise. Regionalbischof Dr. Weiss leitet den
Kirchenkreis Regensburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
mit zirka 300 000 evangelischen Christen in Niederbayern, in der
Oberpfalz und im nördlichen Oberbayern. - eb
Grafenauer
Anzeiger vom 7. Mai 2010 SAXNDI. . . .
. .vor der Abstimmung zur Kurbetragserhöhung im Spiegelauer Gemeinderat
gab es keinen Diskussionsbedarf. Bürgermeister Josef Luksch blickte
wartend auf Wortmeldungen in die Runde. Kaum war die Satzung mit 12:0
Stimmen beschlossen, bemerkte Gemeinderat Karlheinz Roth, dass durchaus
noch Gesprächsbedarf bestanden hätte, die Vorgehensweise nicht in
Ordnung sei und mit den Vermietern offener umgegangen werden müsse.
„Wenn ich zuerst die Vermieter frage, dann herrscht Unmut im
Gemeinderat, wenn das Thema zuerst in nichtöffentlicher Sitzung
behandelt wird, ist es auch nicht recht“, erklärte Luksch die
Zwickmühle. Josef Wanninger verkürzte das Gespräch, in dem er die Sache
auf den Punkt brachte. „Das ist eine ganz wichtige Geschichte für den
Tourismus. Da brauchen wir nicht mehr reden, wir sind auf dem richtigen
Weg.“ Ursula Langesee
Grafenauer
Anzeiger vom 6. Mai 2010 Stockbauer-Stiftung vergibt Ehrenpreise Waltraud Madl für soziales, Tobias Schreindl für sportliches Engagement gewürdigt - Schecks für 53 759 Euro verteilt / Von Ursula Langesee Spiegelau.
Der Sportler Tobias Schreindl und Waltraud Madl, Gründerin und
Vorsitzende von „Bürger helfen Bürgern“, sind die beiden ersten Träger
der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Ehrenamtspreise. Sie wurden bei
einer Feierstunde am Dienstag Abend in der Grundschulaula mit der
Familienmusik Wolf von Bürgermeister und Stiftungsvorsitzendem Josef
Luksch mit den von Glaskünstler Klaus Büchler gefertigten Glasstelen
und Urkunden ausgezeichnet. Die Laudatio auf den 22-jährigen
Tobias Schreindl hielt der Sportreferent des Gemeinderates und stv.
Stiftungsvorsitzender Josef Wanninger. Schreindl wurde als Preisträger
mit einstimmigem Urteil ausgewählt, weil er alle Voraussetzungen
optimal erfüllt. Er stammt aus der Gemeinde, ist überregional
erfolgreich und durch seine Fairness, seinen Ehrgeiz und Fleiß ein
Vorbild für andere Sportler und die Jugend generell. Wanninger
erinnerte an Tobias‘ Anfänge beim SC Spiegelau, wo er Laufen und
Langlaufen noch gleichermaßen trainierte. Dann merkte er, dass er ohne
Ski schneller sein kann, und bleibt seitdem beharrlich auf der
Erfolgsspur. Jetzt ist der Student der FH Deggendorf bei der LG Passau
und trainiert dort u.a. bei dem bekannten Olympia-Fackelträger Günther
Zahn. „Tobias hat fast alle niederbayerischen Titel vom 800-Meter-
bis zum 10 000-Meter-Lauf, vom Cross- bis zum Berglauf gewonnen“,
beschränkte sich der 2. Stiftungsvorsitzende wegen der Fülle der Siege
auf eine Zusammenfassung. Er ist mehrfacher Bayerischer Meister,
aber seine bisher beste Saison war die vergangene. Da erreichte er im
Halbmarathon mit der Herren- und Juniorenmannschaft den 2. Deutschen
Meistertitel. Um die Leistungen des ambitionierten Läufers besser
einschätzen zu können, nannte Wanninger ein paar Zahlen. „Tobias‘
Bestzeit auf einer Halbmarathonstrecke mit 21,1 Kilometern waren eine
Stunde, acht Minuten, 5000 Meter schafft er in 15 Minuten. Er läuft 100
bis 150 Kilometer an sechs Tagen in der Woche als Training.“ Schon
allein durch diese Trainingsdisziplin, durch seinen Verzicht auf
Alkohol, Nikotin und ungesundes Essen sei der junge Sportler ein
Vorbild für die Jugend. Wanninger wünschte ihm, dass er seinem Motto
„Ein Vogel fliegt, ein Fisch schwimmt und ich laufe“ noch lange treu
bleiben könne. Die Förderung unschuldig in Not geratener Menschen
ist der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer -Stiftung ein besonderes
Anliegen. Der Verein „Bürger helfen Bürgern“, den Waltraud Madl ins
Leben gerufen hat und leitet, sei ein sehr aktuelles und vorbildliches
Signal, wie die Hilfe für Mitmenschen gelebt werden könne, betonte
Stiftungsvorsitzender Luksch in seiner Laudatio auf die zweite
Preisträgerin. Er erinnerte daran, wie ihm Madl zum ersten Mal
ihre „soziale Idee“ vorstellte. Eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige
hielt sie - gerade im Hinblick auf die Arbeitsplatzsituation in der
Glasindustrie - für dringend notwendig. Sie hatte Helfer, suchte aber
einen Raum. Den konnte ihr Luksch im Keller der Zivildienstschule zur
Verfügung stellen und war ein zweites Mal überrascht: der desolate Raum
war innerhalb einer Woche vollständig saniert. „War ich am Anfang noch
etwas skeptisch, diese ‘Woman-Power‘ hat mich doch sehr beeindruckt“,
gab der Bürgermeister zu. Die Lebensmittelausgabe läuft an. Am
Anfang werden 20 Familien und Einzelpersonen versorgt, inzwischen sind
es fast 90. Ein Verein wird gegründet, um Spendenquittungen ausstellen
zu können. Viele Menschen arbeiten unter der Woche ehrenamtlich, holen
Ware ab, räumen Ware in die Kühl- und Gefrierschränke, kaufen aus
Spenden zusätzlich Lebensmittel. Alles um Gottes Lohn. „Und hinter
allem steht ein Motor: Frau Waltraud Madl“, dankte Luksch und
überreichte ihr Stele, Urkunde und einen Scheck über 50 Euro mit der
„Auflage“, ihn bei einem Abendessen mit ihrem Mann einzulösen. Der
Ehrenamtspreis wurde geschaffen, um den Namen des großen Gönner- und
Stifter-Ehepaares Stockbauer in der Gemeinde in Erinnerung zu halten.
Das Ehepaar hatte fast sein ganzes Leben in Spiegelau verbracht. Dr.
Ludwig Stockbauer arbeitete hier seit 1949 als Zahnarzt. Als er im
Januar 2007 in Passau verstarb, hat er beinahe sein ganzes
Nettovermögen von 2,556 Millionen Euro der Gemeinde Spiegelau über eine
Stiftung hinterlassen. 75 Prozent der Erträge werden jedes Jahr
ausgeschüttet - an Feuerwehren, Sportvereine, Kindergärten,
Seniorenclubs, Schützenvereine, Wohlfahrtsverbände, Frauenbund,
gemeindliche Einrichtungen, Schulen und unschuldig in Not geratene
Bürger in der Gemeinde. Die Höhe der Zuwendung ist abhängig von der
Zahl der Mitglieder (in Vereinen) bzw. der Kinder (in Kindergärten) und
Anträgen auf finanzielle Unterstützung. Heuer wurden 53 759 Euro
verteilt. Vor der Übergabe der Schecks sagte Stiftungsvorsitzender
Luksch, dass das Geld „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeute. „Es soll nicht
dazu verleiten, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern noch
besser und engagierter im Sinne des Stifter-Ehepaares zu werden.“ Er
dankte Anita Süß für die viele Arbeit, die sie für die Stiftung zu
erledigen habe. Es bekamen: FFW Spiegelau 1627 Euro, FFW
Klingenbrunn 2086 Euro, FFW Oberkreuzberg 1661 Euro, TSV Spiegelau 2799
Euro, TSV Klingenbrunn 2176 Euro, SpVgg Oberkreuzberg 3492 Euro,
Aktiv-Sport 1194 Euro, Skiclub 2010 Euro, Schützen Klingenbrunn 1000
Euro, Schützen Oberkreuzberg 1000 Euro, EC Edelweiß 608 Euro,
Tennisclub 1044 Euro, EC Beiwald 800 Euro, Kindergarten Spiegelau 5000
Euro, Kindergarten Klingenbrunn 8127 Euro, Kindergarten Oberkreuzberg
3000 Euro, die Altenclubs Hofmann, Angerer, Klingenbrunn und
Oberkreuzberg je 200 Euro, Frauenbund Klingenbrunn 200 Euro, Bücherei
2825 Euro, Gemeinde zur Mittagsbetreuung 1600 Euro, Gemeinde zum Aufbau
einer Jugendblaskapelle 2110 Euro, Grundschule für Projektwoche 1200
Euro, Gesunde Schule 600 Euro, Bürger helfen Bürgern 2000 Euro,
Caritas-Wohnheim 2800 Euro, VdK Spiegelau und Oberkreuzberg je 200
Euro, Helfer vor Ort 1000 Euro, unschuldig in Not Geratene 592 Euro.
Grafenauer
Anzeiger vom 17. April 2010 Neues Konzept für das Mehrzweckhaus Spiegelauer Räte berieten zu zwei Standortvarianten und müssen noch Fördermöglichkeiten abwarten /Von Hermann Haydn Spiegelau.
Das Planungsbüro Heinrich Scholz legte dem Gemeinderat zwei
Standortvarianten für ein in Klingenbrunn geplantes Mehrzweckgebäude
(Feuerwehr, Gemeindeleben und Loipenbedarf) vor. Dabei könnten die
hohen Kosten jedoch zum Problem werden. Auf 940 572 Euro schätzt das
Planungsbüro die Kosten alleine für zwei Unterstellflächen für
Feuerwehrfahrzeuge, Funktionsbereiche, einen Trakt für
Ausbildungszwecke und Veranstaltungen sowie einen dritten Gebäudeteil,
in der für die vorbeiführende Loipe ein Wärmeraum,
Umkleidemöglichkeiten oder Toiletten untergebracht wären. Zwei
Standorte wurden vorgeschlagen, die in der Nähe des Sportplatzes oder
an der Staatsstraße Richtung Frauenau liegen könnten. Nicht im Preis
eingerechnet ist, dass bereits der Grunderwerb hohe Kosten aufwirft,
und zusätzliche Aufwendungen für Leitungsarbeiten oder geländebedingt
anfallen würden. Als geeignet mit kleineren Einschränkungen wurden
beide Standorte bewertet. Allerdings seien die aktuellen
Förderaussichten eher als gering einzuschätzen. Angesichts der
angespannten Haushaltslage müsse das Projekt auf weitere Möglichkeiten
in Einsparung und Mittelbeschaffung noch genauer abgeklopft werden, so
die Beratung, weshalb die Verwaltung den Auftrag bekam, bis zum 30.
Juni gangbare Wege zu eruieren. Bürgermeister Luksch teilte mit,
dass eine Wanderverbindung zwischen Frauenau und Spiegelau bei Flanitz
neu angelegt wurde und so eine bisherige Trassenführung mit Brücke auf
Privatgrund entwidmet werden kann. Dem stimmte das Gremium zu.
Abgelehnt wurde dagegen ein verkehrsberuhigter Bereich im
Max-Peinkofer-Weg. Nach einer Besichtigung durch Straßenbaubehörde und
Polizei wäre die Problematik nicht so zwingend und könnte mit Maßnahmen
wie einer zusätzlichen Spielplatzabsicherung sinnvoll etwas getan
werden. Kritisiert wurde, dass die Grundstückszäune teilweise zu nahe
an der Straße stünden, und so die Sicht nähmen, während ein
verkehrsberuhigter Bereich gerade über Verengungen auch Verlangsamungen
des Verkehrs bewirken sollten. Neben eventuell nötiger aufwendiger
baulicher Veränderung war ein Argument gegen den verkehrsberuhigten
Bereich, dass dann dort auch nicht mehr geparkt werden dürfte, was die
Anwohner auch bedenken müssten, wenn etwa mal Besuch nicht auf den
Grundstückseinfahrten Platz hätte. Weitere Informationen sollen
eingeholt werden, wie der Eingangsbereich des Natur-Freibades so
gestaltet werden kann, dass der geregelte Eintritt besser überwacht
würde. Verengungen mit Pflanztrögen wurden als weniger effektiv
beurteilt, allerdings würde eine Edelstahllösung mit Drehflügel auch
netto 8000 Euro kosten. Gegen die Stimmen von Kurt Zettl, Peter
Hinterberger und Erhard Wawrzek wurde beschlossen, die Abwassergebühr
je Kubikmeter um 20 Cent auf 2,25 Euro ab 1. Juli anzuheben. Gewartet
soll dagegen noch werden bei den Friedhofsgebühren. Auch hier verlangt
das Landratsamt eigentlich Kostendeckung. Es soll aber noch geprüft
werden, ob dies nicht auch durch Einsparungspotenziale erreicht werden
könnte. Bürgermeister Luksch appellierte an die Bürger, bei den
Abfällen besser darauf zu achten, dass Biomüll nicht durch unbedachtes
Wegwerfen und Vermischen zu teurem Sondermüll gemacht wird. Abgesegnet
wurde ein Vertrag mit der E.ON Bayern AG, um die Wartung von 703
Straßenlampen in der Kommune auch weiterhin gesichert zu halten. Pro
Jahr wird künftig dafür pro Lampe statt bisher 15 Euro knapp 23 Euro
für ein „sorglos Licht-Paket“ aufzubringen sein. Darin enthalten sind
dann turnusmäßige Lampenwechsel, Rostvorsorge, Reinigung, kurze
Reparaturfristen und auch die Kosten, falls ein Autofahrer sich
unbedacht an der Laterne per Delle verewigt und als Fahrerflüchtiger
nicht zu seinem Schaden steht. Abgewartet wird noch bei der
Auftragsvergabe zu einer Beratung in Sachen Breitbandversorgung der
Gemeinde Spiegelau. Ein Berater einer alternativen Firma wird demnächst
einen Vortrag im Gremium halten. Elektrobikes möchte die Gemeinde
vorerst nicht anschaffen, um den Biketourismus im Bayerwald so zu
fördern. Einerseits soll noch nach tatsächlichem Bedarf gefragt werden,
andererseits wurde es als zweifelhaft angesehen, ob die Kommune dann
nicht auch Skiverleih oder andere Aktivitäten anbieten solle. Es sei
eher eine Aufgabe der Wirtschaft, solch einen Bedarf zu erkennen und
mit Angebot zu reagieren.
Grafenauer
Anzeiger vom 16. April 2010 SAXNDI. . . .
. . es ist ein Dilemma. Einerseits soll ja ein Haushalt möglichst
schnell aufgestellt werden, damit die Kommune Planungssicherheit hat.
Andererseits ist es peinlich, wenn man seine Planlosigkeit dadurch
zeigt, indem man Zahlen auf den Tisch zwingt, die nicht belastbar sind.
Darüber braucht man nicht debattieren. So gesehen ist das, was
jetzt in Spiegelau passiert ist, ein Offenbarungs-Eid. Ein Hilfeschrei
- „allein packen wir die FH-Ansiedlung nie und nimmer“. Schon gar nicht
wenn man bedenkt, dass das Zahlenkonstrukt auch ohne die eingeplanten
FH-Millionen wohl kaum die Genehmigung der Rechtsaufsicht im
Landratsamt bekommen würde. Hermann Haydn
Haushalt scheitert schon vor der Beratung Spiegelaus Bürgermeister nimmt Zahlenwerk per Geschäftsordnungsantrag aus der Diskussion Von Hermann Haydn Spiegelau.
Die Spiegelauer Verwaltung steht vor einem großen Dilemma: Einerseits
soll der Haushaltsplan politisch gewünscht frühzeitig auf dem Tisch
liegen. Andererseits sind zu viele Zahlen derzeit unklar, zu viele
Wünsche nach gegenwärtigem Stand unfinanzierbar. Das klare Bekenntnis
am Dienstag: Es wurde viel bedrucktes Papier produziert, wohl wissend,
dass der Plan so nie und nimmer genehmigungsfähig sein würde.
Gigantische Kreditaufnahmen und Spitzenwerte bei der
Pro-Kopf-Verschuldung sowie eine finanztechnische Lähmung auf lange
Sicht wären die Folge. Das Ergebnis war ebenso stringent: Mit einem
Antrag zur Geschäftsordnung wurde die weitere Beratung auf kommende
Sitzungen verschoben. Elke Proßer-Greß fasste die Situation
haushaltstechnisch so zusammen: „Bisher haben wir nur ein Luftschloss.“
Und auch Ernst Ertl zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir sind schon ein
seltsames Gremium.“ Wie oft und wie lange habe man diskutiert über den
Vorlagezeitpunkt. Und jetzt, wo der Haushaltsplan da ist, müsse man ihn
eben doch wieder zurück stellen. Viel Papier für nichts, viele
Überstunden in der Verwaltung und „alles für die Katz“. Vorausgegangen
war eine relativ konfuse Diskussion um gestiegene Personalkosten,
gesunkene Einwohnerzahlen, Überstunden und Resturlaubsansprüche, die in
belastender Zahl vor sich her geschoben würden, Seitenvermerke auf
Verteilerschlüssel zu Klärwerkskosten im Zweckverband mit Riedlhütte
und Möglichkeiten der Liegenschaftsveräußerung. Besonders Gemeinderat
Erhard Wawrzek versuchte dabei an Kostenstellen in der Haushaltsplanung
anzusetzen, wo seiner Meinung nach Dinge in der Vergangenheit aus dem
Ruder gelaufen seien oder weiter einen genehmigungsfähigen Haushalt zu
belasten drohten. Dem hielt Bürgermeister Josef Luksch entgegen,
dass manche Zahlen überbewertet seien, weil beispielsweise zwei
Angestellte in Altersteilzeit oder Freistellungsphase natürlich
übergangsweise mehr Personal als eigentlich nötig bedeuten würden, dass
nach dem langen Winter der Bauhof Überstunden nachvollziehbar
„gebunkert“ habe oder dass nicht zuletzt wegen des Drangs zu einem
frühen Haushaltsplan die Verwaltung viele Extraschichten zu schieben
hatte. Zudem seien bei kritisierten Beschlüssen der Gemeinderat ja
selbst die entscheidende Kraft und müsse eigentlich selbst wissen, was
gut geheißen wurde, statt es anschließend als Kritikpunkt wieder
einzubringen. Die eigentliche Problemlage stelle sich ohnehin anders
dar, so Josef Wanninger. Der vorgelegte Plan ist bereits vor der
Weitergabe rechtlich als Makulatur zu sehen. Das grundsätzlichste
Zahlenwerk kam schon gar nicht per Beamer an die Wand oder öffentlich
auf den Tisch. Aber bei einer nötigen Neuverschuldung in Höhe von
schätzungsweise fünf Millionen Euro und gleichzeitig weg brechenden
Einnahmen in Höhe von einer halben Million führt ohnehin kein Weg zu
einem Plan mit Fundament. Wanninger dazu: Man muss sich auf die
Ausgaben konzentrieren. Eine derart hohe Belastung müsse vermieden
werden, damit man nicht „in die Schuldenfalle rein rauscht“. Selbst
ohne den dicksten Brocken für eine FH-Außenstelle bliebe im derzeitigen
Haushaltsplan noch ein Loch von 1,8 Millionen Euro ungedeckter
Ausgaben. Auch da befürchtet Kämmerer Bruno Donaubauer, dass die
Zinsbelastung auf Dauer zu einem unüberschaubaren Problem anwachsen
könnte. Auf die Frage von Kurt Zettl, wo denn dann die Verwaltung
ansetzen würde, musste Donaubauer den Ball zurück geben: Die Verwaltung
könne ja nicht dem Ratsgremium Empfehlungen geben, wo es den Rotstift
für Investitionen ansetzen solle. Genau diese politische Dimension
wurde jedoch bei der Beratung nur indirekt berührt. Die Bewertung, ob
die Vision FH in der gegenwärtigen Form nur ein Luftschloss ist oder
auch die zuvor stattgefundene Beratung zu Feuerwehr- und
Mehrzweckgebäude mit Loipenhaus (mit ebenfalls einer Investitionssumme
von weit über einer Million Euro) macht derzeit viele Finanzfragen auf,
ohne dass finanztechnische Antworten parat lägen. Auch hier konnte nur
beraten werden was wünschenswert wäre. Auch zu dieser
Haushaltsplansparte konnte Bürgermeister Luksch nur resümieren: „Der
Plan, der jetzt vorliegt, den schicken sie uns zurück.“ Gemeint ist
dabei die nötige Genehmigung im Landratsamt. Günther Schmid wandte dazu
ein, dass dort selbst der Grundstückserwerb schon für die
Haushaltsplanung eine nicht zu nehmende Hürde darstelle. Die
Zwickmühle ist groß. Zuvor wurde auch über Anpassungen bei den
Kostenbeiträgen zu Abwassergebühren und Friedhofswesen diskutiert.
Dabei ging es beispielsweise bei den Kanalgebühren um 20 Cent je
Kubikmeter mehr, die zwar etwa 17 000 Euro Einnahmen erbrächten, die
aber im Gegenzug von den Mehrausgaben für die Kleinkläranlage Althütte
bereits wieder aufgefressen sind. So bleibt trotz der im Gremium schwer
errungener Erhöhung der Kostendeckungsquotient wieder nur bei etwa 77
Prozent. Die Friedhöfe nehmen nur 71 Prozent ihrer Kosten ein. Auch
hier wurde eine vom Landkreis angemahnte Entscheidung über das
Kalenderjahr hinaus mit dem Hinweis vertagt, man könne ja noch an
Einsparungspotenzialen arbeiten. Das Ergebnis insgesamt bleibt
aktuell aber gleich, egal ob an Details noch gefeilt werden könnte: Der
Haushaltsplan hat sich als wohl strittig aber dennoch faktisch als
„indiskutabel“ erwiesen. Die Zurückstellung für eine spätere Beratung
auf konkreterer Datenlage war im Moment unausweichlich.
Grafenauer
Anzeiger vom 6. April 2010 SAXNDI. . . .
. .jetzt geht es also auch dem Pandurenfest an den Kragen. Es wird
verkürzt - auf einen Tag. Es wird konzentriert - um die Mehrzweckhalle.
Auch das Grafenauer Säumerfest stand in der Debatte: Blech- oder
Marschmusik, ein Tag oder ein Wochenende? Haus im Wald oder nur
Grafenau? Ist Weniger mehr? Oder Mehr weniger? Die Antwort kann nur
die Praxis liefern. Dass aber Säumer- und Pandurenfest Markenzeichen
sind, ist sicher. Und deshalb darf man sie auch nicht sterben
lassen. Andreas Nigl
Weniger Zeit für die Spiegelauer Panduren Zum 25. Jubiläum wird nur am 17.Juli an der Mehrzweckhalle gefeiert - Festzug und historisches Lager - Von Ursula Langesee Spiegelau.
Zu ihrem 25. Pandurenfest in diesem Jahr warten die Spiegelauer mit
einem Novum auf: erstmals ist das große Historienspiel nur an einem
Tag, nämlich am Samstag, 17. Juli, dafür dauert es auf dem Festplatz
bei der Mehrzweckhalle bis Mitternacht. Lange Zeit war ohnehin
nicht klar, ob das traditionelle Fest heuer überhaupt stattfinden kann.
Wegen der Diskussion um den FH-Standort stand es lange im Feuer. Denn
kommt die Fachhochschule aufs Gelände des früheren Staatlichen
Sägewerks, dann ist dieser Platz, auf den letztes Jahr erstmals mit dem
Pandurenfest ausgewichen wurde, wieder passé. „Dieses Risiko wollten
wir nicht eingehen. Es hängt ja doch zu viel Planung und Arbeit dran.
Aber wenn wir das Fest heuer ganz ausfallen lassen, besteht die Gefahr,
dass es in Vergessenheit gerät“, erklärt Gemeinderat Kurt Hobelsberger.
Er hat auf Wunsch des Gemeinderates in Vertretung für den erkrankten,
langjährigen Pandurenfest-Organisator Alfred Resch die Durchführung des
Festes in die Hand genommen. Man einigte sich darauf, das
Pandurenlager an der Mehrzweckhalle, das bisher immer am Samstagabend
vor dem Pandurenfest stattfand, und den historischen Festzug vom
Sonntag zusammen zu legen. So beginnt das Jubiläum am Samstag, 17.
Juli, um 14.30 Uhr mit einem Standkonzert der Blaskapelle Schönbrunn am
Lusen bei der Sparkasse. Um 15 Uhr setzt sich von dort aus der
historische Festzug mit der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen und der
Dorfblosn Klingenbrunn in Richtung Festplatz an der Mehrzweckhalle in
Bewegung. Dort eröffnet Bürgermeister Josef Luksch das Fest zu den
Salutschüssen der Hessensteinschützen Klingenbrunn. Unter dem
Motto „ Wir warten auf die Panduren“ beginnt das zwanglose Lagerleben
mit den Auftritten historischer Gruppen wie Stelzengänger, Gaukler,
Trommler und einem „Feuershowspectaculum“. Für Kinder gibt es ein
spezielles Beschäftigungsangebot der Jungen Frauen des Frauenbundes im
Pandurenzelt. Um das leibliche Wohl mit Zwiebelfleisch und
Schwammerlsuppe, Gulaschsuppe überm Feuer, Käse, Fisch, Pizza,
Pandurenbraten, Bratwürsten, Currywurst, Leberkäse, Kuchen, Kaffee,
Bier und Wein kümmern sich der Männergesangsverein, der Frauenbund,
Aktivsport 2000, der TSV, das BRK und der EC Edelweiß. Um dem Jahr 1742
optisch einigermaßen gerecht zu werden, trimmen sie ihre Buden und
Verkaufswägen mit Jute auf historisch. Höhepunkt des Abends ist um
19.30 Uhr die Bühnenaufführung mit den Panduren, dem Hohen Rat der
Gemeinde und der Bürgerwehr Grafenau. 3. Bürgermeister Peter
Hinterberger, selbst ein begeisterter Laiendarsteller, organisiert die
etwa dreiviertelstündige Szene. Unterstützung bekommt er von
Bühnenautor Eberhard Kreuzer aus Zwiesel, der auch das Grafenauer
Brudersbrunn-Freilichtspiel geschrieben hat. „Wir spielen die
spannungsgeladene Stimmung, bevor die Panduren in den Ort einfallen und
natürlich ihr Auftauchen mit Ross und Reiter - da muss sich richtig was
rühren“, kündigt Hinterberger an. Die Panduren um ihren Anführer
Freiherr Franz von der Trenck mimen die Spiegelauer selbst. In den
letzten Jahren haben sie eine eigene 18-köpfige Truppe der wilden
Reitergesellen aufgebaut, unterstützt vom Pandurenverein aus
Waldmünchen. Die Freunde aus der Oberpfalz können heuer nicht dabei
sein, weil sie an diesem dritten Juli-Wochenende den Auftakt für ihr
eigenes Pandurenfestspiel begehen. „Das ist schade, aber die Verbindung
wird dadurch nicht abreißen“, verspricht Hobelsberger. Nach der
Aufführung geht es mit der Klingenbrunner Dorfblosn bis Mitternacht
weiter. Dann ist Zapfenstreich für Musik, Bier und Wein - aber sicher
noch nicht für so manches angeregte Gespräch an den Tischen. Übrigens:
bei schlechtem Wetter wird in die Mehrzweckhalle ausgewichen.
Grafenauer
Anzeiger vom 27. März 2010 Hotelier beantragt höhere Kurtaxe Spiegelauer Gemeinderat lehnt Gebühr für Loipenbenutzung als nicht praktikabel ab Von Hermann Haydn Spiegelau.
Eigentlich scheint es auf den ersten Blick eher paradox, wenn ein
Hotelier wie Max Stadler als Betreiber der „Residence Hochriegel“ in
Klingenbrunn bei der Kommune beantragt, der Kurbeitrag möge erhöht
werden. Wenn aber damit touristische Marketingmaßnahmen finanziert
würden, schlösse sich doch wieder ein logischer Kreis. Das
kostenlose Bayerwald-Ticket solle damit gegenfinanziert werden, so die
Absicht von Max Stadler. Allerdings stand ein Punkt auf dem
nichtöffentlichen Teil der Sitzung vom vergangenen Dienstag, der
ebenfalls in diesem Themenkreis Beratungen erforderte. Deshalb wurde
dieser Antrag zunächst zurück gestellt. Max Stadler fragte aber
zusätzlich an, ob denn nicht die Loipen im Gemeindebereich ebenfalls
mit einer Art Eintritt belegt werden sollten, wie es am
Bretterschachten mittlerweile üblich sei. Schließlich führen ja auch
Gäste von außerhalb darauf. Ein finanzieller Ausgleich für die
Pflegekosten sei da berechtigt. Josef Wanninger merkte dazu an, dass
die Situation dort ganz anders sei. Während in den tieferen Lagen die
Loipen nicht mehr gingen, habe Bodenmais dort über ein bis zwei Monate
mehr Aufwand zu tragen. Allerdings habe es wegen des
Kostenumlagemodells mit Parkgebühren und Tageskurkarte auch viele
unschöne Szenen gegeben. Der Kassier sei schon „ein armer Hund“, der
die Verärgerung der Langläufer abbekomme. Man mache sich zum einen sehr
unbeliebt mit solchen Ansätzen. Zudem müsste man mit zusätzlichen
Personalkosten rechnen. Peter Hinterberger sagte, dass erst einmal
die Loipeninfrastruktur auf einen besseren Stand gebracht werden müsse,
bevor man über Gebühren reden könne. Ludwig Schopf fügte an, die Gäste
dürften sich nicht doppelt abkassiert fühlen. Während am
Bretterschachten mit einem zentralen Einstieg die Kassenfrage
überschaubar sei, hätte man im Spiegelauer Loipennetz ohnehin keine
richtige Stelle zum Kassieren. Der Antrag wurde dann auch einstimmig
abgelehnt. Einem zweiten Antrag gab der Rat dagegen seine
Zustimmung. An der Tourist-Info fehle das Kreuz als wichtiges
christliches Symbol, so Max Stadler. Bürgermeister Josef Luksch führte
dazu an, dass die Gelegenheit genutzt werden könnte, statt dessen ein
Wegkreuz oder Marterl im Umfeld zu platzieren, das von Totenbrettern
flankiert werden könnte. Auf ihnen solle an verstorbene, verdiente
Bürger der Gemeinde ehrend erinnert werden. Verschoben wurde dagegen
auch der Antrag, an der Nachtloipe in Klingenbrunn zwei Web-Cams
anzubringen, um Region und Angebot entsprechend zu vermarkten. Die
Kosten hierfür wurden auf etwa 4000 Euro geschätzt. An und für sich
positiv bewerteten die Räte die Idee, wenn auch zwei Kameras von Josef
Wanninger als zu viel erachtet wurden. Bürgermeister Luksch soll
weitere Angebote einholen lassen und den Standort auf Machbarkeit
prüfen. Dem wurde bei einer Gegenstimme von Karlheinz Roth zugestimmt. In
einem Schreiben hatte das Landratsamt die Gemeinde aufgerufen,
eventuell wieder Ortsteile in den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner
werden“ zu entsenden. Luksch war etwas zögerlich, weil er wegen
größerer anstehender Aufgaben den Zeitpunkt für unglücklich hielt. Das
Gremium dagegen argumentierte, dass der Wettbewerb gerade mit wenig
Mitteln viel erreichen könne. Bewertungskriterien wie „Aufbruch durch
Zusammenhalt“ würden direkt auch positive Effekte mit sich bringen -
von der Kommunikation im Dorf, über den Blumenschmuck bis zur Pflege
der Fassaden. Zudem werde man sich auch wieder besser bewusst, was für
schöne Orte man ja ohnehin habe, statt nur die Problem-Ecken zu sehen,
so Elke Proßer-Greß. So sei beispielsweise Althütte ein regelrechtes
Kleinod, an dem man gar nicht viel ändern müsse. Bürgermeister Luksch
soll also doch das Gespräch zu den Dorfgemeinschaften und Vereinen
suchen, um eventuell einen Ortsteil ins Rennen zu schicken.
Grafenauer
Anzeiger vom 23. März 2010 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Problemlos
passierten die Bauanträge von Michael Hobelsberger auf Einbau eines
Schlacht- und Kühlhauses in einen bestehenden Stadel und die
Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Oberkreuzberg
Süd-West die Beratungen. Ein Gehweg an der Oberkreuzberger
Kastanienallee, dessen Kostenschätzung bei 30 000 Euro liegt, soll erst
nach einer Besichtigung vom Bauausschuss und den Anwohnern beraten
werden. Wenn er auch für die Schulwegsicherheit als sinnvoll erachtet
werde, müsse man sich doch über weitere Konsequenzen wie
Ausbaubeiträge, Grundstückserwerb, Baumbestand oder Räumpflicht klar
werden. Bei Gegenstimmen von Roth und Zettl wurde dem stattgegeben. Abgelehnt
wurde, an der Kirche in Oberkreuzberg eine Toilette zu errichten. In
einem ähnlich gelagerten Fall wurde das bereits aus Kostengründen
verneint. Bei einer Mauer an der Fuchsensteinstraße muss geschaut
werden, auf welchem Grund sie sich befindet und ob die Straße
ursächlich ist für deren Neigung. Zur Reutecker Straße soll geprüft
werden, was die Sanierung kosten würde, bevor ein Förderantrag zu
stellen ist. Abgelehnt wurde eine „Hundeloipe“ im Gemeindegebiet.
Die Zielrichtung gehe ohnehin in Richtung weniger, aber qualitativ
hochwertiger Angebote. Da der Gast in der Region auch für
Schlittenhundegespanne Strecken finde, solle das genügen. Jede Gemeinde
könne hier eben nicht alles bieten, so Bürgermeister Josef Luksch und
der Platz wäre auch kaum vorhanden, ergänzte Kurt Hobelsberger. Im
Weiteren ging es auch um Ruhebänke, DSL-Versorgung sowie um
Geschwindigkeitsbegrenzungen und Hundekot im Kurpark. Hier könne man
fast nur an die Vernunft appellieren, so der Bürgermeister. Ein Streit
könnte zur Frage entstehen, wer an der Schulstraße welche
Ausbaubeiträge bezahlen musste oder sich ungerecht behandelt sieht. Die kostenlose Nutzung der Mehrzweckhalle soll für Breitensport weiter möglich bleiben. Nur Erhard Wawrzek stimmte dagegen. Ein
älteres Thema ist die Straße von Spiegelau nach Klingenbrunn, wo auf
Höhe der Frauenauer Straße 5 keine Geschwindigkeitsbegrenzung
eingerichtet ist, obwohl dort Kinder zum Schulbus müssen. Bei Messungen
der Polizei ergab sich, dass dort Geschwindigkeiten zwischen 47 und 82
km/h gefahren wurden, weshalb das Landratsamt derzeit keine
Veranlassung sieht, hier etwas zu verändern. Ludwig Schopf merkte dazu
an, dass die Autofahrer freilich langsamer unterwegs seien, wenn die
Polizei dort sichtbar stehe und Günther Schmid kritisierte, dass dort
kein Entgegenkommen auf einer Staatsstraße möglich sei, obwohl an
anderer Stelle sogar Bundesstraßen wie bei Eberhardsreuth zu Gunsten
der Schulwegssicherheit Geschwindigkeits- begrenzungen erhalten könnten. Die Kommune will mit einem Schreiben ihre Sorge an das Landratsamt mitteilen. Eine
kostengünstige Verbesserung wird es für die Anbindung an das
Nahverkehrsnetz an Oberkreuzberg geben, teilte Luksch mit. Mit etwa
1300 Euro werden zwei Linien „zustiegsfähig“. Josef Wanninger regte
eine bessere Kennzeichnung der Linien an, die im ÖPNV-Konzept mit den
Igelbussen verbunden sind. - hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 26. Februar 2010 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Bürgermeister
Josef Luksch informierte den Gemeinderat darüber, dass das Landratsamt
auf Antrag der Gemeinde die Kosten für den Bau eines Gehweges in
Oberkreuzberg entlang der Kastanienallee in Richtung Baugebiet
Braungarten ermittelt habe. Für den Gehweg mit einer Länge von 180
Metern und einer Breite von 1,20 Meter ist mit Kosten von rund 300 000
Euro zu rechnen.
Die Regierung von Niederbayern hat für
Landschaftspflegemaßnahmen in der Mühlberger Senke einen Zuschuss von
4525 Euro gewährt. Bei Aufwendungen von 5656 Euro beträgt der
Fördersatz 80 Prozent.
Einstimmig war der Gemeinderat
dafür, die Grundstücke mit den Flurnummern 408 und 410/3 sowie weitere
Grundstücke der Gemarkung Oberkreuzberg zur Ausweisung von
Gewerbeflächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Bayerischer Wald zu
nehmen.
Deutlich mehr Zuwendung als ursprünglich in
Aussicht gestellt wurde, gibt es für das Klärwerk Spiegelau vom
Wasserwirtschaftsamt Deggendorf - nämlich 860 362 statt 575 437 Euro.
„Ich bin sehr dankbar dafür, das entlastet die Bürger“, kommentierte
Luksch die spürbar höhere Zahlung.
Nach dem Jahresbericht
von Josef Kern, Kommandant der Feuerwehr Klingenbrunn, ist der
Personalstand ausreichend und die Feuerwehr gut ausgestattet. Trotzdem
seien einige Anschaffungen und Umbauten notwendig. Luksch erwähnte
exemplarisch die Diesel-Abgasabsauganlage. Zur Zeit würden die Kosten
dafür ermittelt und sollen Mitte März vorliegen.
Der
Bürgermeister gab bekannt, dass der EC Edelweiß am 5. März im Gasthaus
Weber seinen Aufstieg feiere. Eine Einladung liegt jetzt bereits zu 10
Jahre Balboos Music Garden vor. Dieses Jubiläum wird von 15. bis 17.
Oktober in der Grundschule Spiegelau begangen. - ul
Wegen FH: Haushalt verzögert sich Bis 31. Mai soll Zahlenwerk vorliegen - Wohin kommt die Funk- Antenne? Von Ursula Langesee Spiegelau.
Die Vorlage der Haushaltssatzung verzögert sich um zwei Monate. Statt
bis 31. März soll das Zahlenwerk jetzt spätestens bis 31. Mai im
Gemeinderat auf den Tisch. Bürgermeister Josef Luksch hatte bei der
Gemeinderatssitzung am Dienstag Abend die Verlängerung vorgeschlagen,
weil noch nicht sicher sei, was die Ansiedlung der FH-Außenstelle in
Spiegelau koste. Einen Nachtragshaushalt möchte er vermeiden. Kämmerer
Bruno Donaubauer bestätigte, dass die übrigen Vorarbeiten zum Haushalt
zu 90 Prozent abgeschlossen seien. Die Verlängerung der Laufzeit
schmeckte Gemeinderat Erhard Wawrzek als Verfechter eines so früh wie
möglich vorliegenden Haushaltsplans gar nicht: „Wir brauchen zumindest
ein Grundgerüst, denn ganz ohne Haushalt ist es unheimlich schwierig.
Ich fürchte, dass wir auch bis Mai keine konkreten Zahlen haben und um
einen Nachtragshaushalt nicht umhin kommen.“ Dazu ergänzte Donaubauer,
dass die Aufstellung des Haushaltsplans nicht nur eine zeitliche Frage
sei: „Wir haben jetzt schon eine nicht unbedeutende Neuverschuldung
drin, wenn die FH-Kosten in einem Nachtragshaushalt dazu kommen, dann
haben wir eine Doppelverschuldung.“ Josef Wanninger möchte Zahlen
sehen, um zu wissen, „wo wir uns hin bewegen“. Luksch bat die
Mitglieder des Finanzausschusses, die Zahlen an ihre Fraktionskollegen
weiter zu geben. Unverständnis im Gemeinderat erntete die Absicht
des Landratsamtes, der Deutschen Plakatwerbung GmbH mit Sitz in Koblenz
die Baugenehmigung für eine fast zwölf Quadratmeter große Werbetafel an
der Hauptstraße zwischen dem Mietshaus Ebner und der VR-Bank zu
erteilen. Der Gemeinderat hatte bereits bei seiner Sitzung im
April 2009 dieses Ansinnen aus „gestalterischen Gründen“ einmütig
abgelehnt. Dieser Entscheidung folgte das Landratsamt am 15. Oktober
und verweigerte die Baugenehmigung. Darauf reichte der Antragsteller
Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht ein. Nach einem Urteil des
Gerichts beabsichtigt das Landratsamt, der Klage abzuhelfen und den Bau
zu genehmigen. Dafür wird das gemeindliche Einvernehmen
rechtsaufsichtlich ersetzt. Bevor dies geschieht, wurde der Gemeinde
Gelegenheit gegeben, die Einvernehmensverweigerung zu überdenken. „Ich
verstehe die Welt nicht mehr. Vor fünf Jahren wurde es dem TSV Preying
verboten, Bandenwerbung entlang der B 85 zu machen und jetzt erlaubt
man eine riesige Werbetafel neben der Straße“, schimpfte Peter
Hinterberger. „Das ist nicht nachvollziehbar, wir sollten zu unserem
Beschluss stehen“, forderte Karlheinz Roth. Seine Kollegen schlossen
sich an und mit 13:0 Stimmen wurde die Ablehnung vom April 2009
bekräftigt. Zwar wird jetzt für den Rettungsdienst der Digitalfunk
in Bayern eingeführt, in einigen Gegenden funktioniert er aber für
Handfunkgeräte nicht. Dazu gehört auch das Kerngebiet des Bayerischen
Waldes vom Dreisessel bis Waldmünchen. Dieses Gebiet wird mit einem
Gleichwellennetz ausgestattet. Dafür müssen an bestimmten Stellen
Antennen angebracht werden. In der Gemeinde wäre nach einem
Schreiben von Bergwacht-Regionalleiter Manfred Falkner auf dem
Aussichtsturm in Oberkreuzberg der geeignete Platz. Dieser Standort
würde auch die Ostseite des Lusen abdecken. Die ca. einen Meter hohe
Antenne könnte voraussichtlich - von außen nicht sichtbar - unter dem
Dach angebracht werden. Der Schaltkasten würde im Innenraum des Turmes
Platz finden. Der Gemeinderat war grundsätzlich dafür, die Bergwacht
dabei zu unterstützen, schnell und wirkungsvoll Hilfe leisten zu
können. Allerdings hielt Luksch den Turm für nicht so geeignet, weil er
Vandalismus am öffentlich zugänglichen Schaltkasten befürchtet. Günter
Schmid wies darauf hin, dass die Kabelverlegung wegen der vielen Felsen
am Turm schwierig werden könnte. Als Alternativen schlug der
Bürgermeister den Wasserhochbehälter in Oberkreuzberg und die
Forstamtsquelle in Klingenbrunn vor. Jetzt soll überprüft werden, ob
diese Alternativen auch technisch geeignet sind. Der gesamte
Gemeinderat war für diese Lösung.
Grafenauer
Anzeiger vom 8. Februar 2010 Dem
Landrat fehlte das richtige Zielwasser / Schirmherr beim
Bayern1-Winterfestival braucht lange für fünf Treffer beim
Promi-Biathlon - 3000 Gäste im Sägewerk Von
Ursula Langesee Spiegelau.
Vielleicht waren es die grünen und roten Lämpchen am Schießstand, die
den „schwarzen“ Landrat Ludwig Lankl irritierten, vielleicht waren
Wasser und Spezi nicht das richtige Zielwasser: auf jeden Fall haben
Lankls mangelnde Schießkünste seinem Team mit Frauenaus Bürgermeister
Herbert Schreiner, Musiker Christian Balboo Bojko und Christoph Eder
vom Inline-Nationalteam beim Prominenten-Biathlon im Rahmen des Bayern
1-Winterfestivals im alten Sägewerk den Sieg gekostet. Sieger
wurde das Bayern 1-Team mit Moderator Uwe Erdelt, Franz Baumgartner,
Maximilian Berg und Nicolas Foltin, die komplett in Skikleidung aus den
30-er Jahren aus dem Kostümfundus des Bayerischen Fernsehens antraten.
Sie schafften es am schnellsten, in Schneeschuhen oder auf
Langlaufskiern die ca. 400 Meter lange Strecke an der Sortierhalle mit
Steigung und Abfahrt zu absolvieren und dann mit dem Lasergewehr fünf
grüne Lämpchen zum Leuchten zu bringen. Auf Platz drei
landete das
Team 3 mit Pfarrer Rupert Wimmer, Bürgermeister Helmut Vogl von St.
Oswald-Riedlhütte, 3. Bürgermeister Peter Hinterberger von Spiegelau
und Tobias Schreindl, niederbayerischer Meister im Crosslauf. Der
Promi-Lauf war der Höhepunkt des Bayern1-Winterfestivals, zu dem am
Samstag gut 3000 Besucher gekommen sind. Für sie alle war es eine
Riesengaudi, Pfarrer Wimmer mit wehenden Ohrenklappen beim
Schneeschuhsprint zu erleben oder Schirmherr Lankls verzweifelten
Hechtsprung ins Ziel. Auch beim Geschicklichkeitsparcours mit
Wassertransport am Feuerwehrhelm und Skistangen-Speerwerfen hatte
Bayern 1 die Nase vorn. Spaßtelefonist Bernhard Ziegler füllte den
Maßkrug schneller als zum Beispiel der Spiegelauer Gemeinderat Josef
Wanninger. Die Vereinsgemeinschaft aus Feuerwehr Spiegelau mit
Kurt
Hobelsberger und Skiclub Spiegelau mit Hans Achatz hat das
Winterfestival organisiert und bekam dafür viel Lob von den
Radiomachern. Alles lief nach dem Startschuss der Böllerschützen
Klingenbrunn perfekt, es gab keine Unfälle, keine Pannen. Vor dem
Promi-Biathlon waren die Langlaufsprints mit über 50 Teilnehmerinnen
und Teilnehmern in Schüler-, Jugend- und Herrenklassen (darüber
berichten wir in der morgigen Ausgabe). Die Waldbahn hatte extra ihren
Zwei-Stunden-Takt bis 24 Uhr ausgeweitet und viele nutzten dieses
Angebot, ohne Auto das Winterfestival genießen zu können. Sogar aus
Amberg reisten Gäste für ein paar Stunden Unterhaltung an. Nach den
sportlichen Höhepunkten ging es mit dem Kabarettisten Toni Lauerer und
der Bayern 1-Band auf der Bühne in der Sortierhalle bis Mitternacht
weiter. Bei optimalem Sound von Franz und Alex Baumann bot die Band
fetzige Unterhaltung mit Oldies und Après-Ski-Hits. Die Besucher
machten begeistert mit und bewiesen immense Ausdauer. Die Letzten
gingen um halb 2 nach Hause. Zum Nachhören: Heute zwischen 6
und 9 Uhr berichtet Bayern 1 vom Samstag in Spiegelau.
Grafenauer
Anzeiger vom 8. Januar 2010 Gemeinderat beschließt
Alkoholverbot Es gilt für alle Beamten, Mitarbeiter und
Beschäftigten der Spiegelauer Verwaltung Von Ursula Langesee Spiegelau.
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag Abend dem Antrag der
Freien Wähler auf ein Alkoholverbot in der Gemeindeverwaltung Spiegelau
für alle Beamten, Mitarbeiter und Beschäftigten mit sieben zu fünf
Stimmen zugestimmt. 2. Bürgermeister Kurt Zettl, der in
Vertretung
für den erkrankten Bürgermeister Josef Luksch die Sitzung leitete,
erklärte vorweg, dass das Alkoholverbot nicht für die Pausen und die
Mittagszeit gelte und es keinen Fall von Alkoholmissbrauch gegeben
habe. In Vorgesprächen hätten der Bauhof und die Verwaltung diesem
Verbot zugestimmt. Trotzdem erschien Gemeinderat Günter Schmid
(SPD)
dieser Antrag „sinnlos wie ein Kropf“ und er verlangte von den Freien
Wählern, sie sollen ihn zurückziehen. „Wir machen uns lächerlich im
ganzen Landkreis. Überall wird man angesprochen und gefragt: ‘Sauft‘s
ihr so viel, dass ihr ein Alkoholverbot braucht?‘ Dabei wird bei jeder
Einstellung der Mitarbeiter ohnehin darauf hingewiesen, dass er bei
Alkoholfahrten mit Konsequenzen zu rechnen hätte.“ Auch
seine
Fraktionskollegen Ernst Ertl und Erich Bachmann verstanden die Art und
Weise nicht. „Wenn ein Anlass da ist, kann man sich mit dem Personalrat
unterhalten, man kann ein Rundschreiben herausgeben. Aber warum muss
dieses Thema in einer öffentlichen Sitzung behandelt werden?“ „Eine
nichtöffentliche Sitzung würde die ganze Sache noch interessanter
machen. Außerdem muss dieser Antrag öffentlich behandelt werden, weil
der Dienstherr darüber entscheiden muss. Und der Dienstherr ist der
Gemeinderat“, rechtfertigte Zettl den Schritt. FW-Fraktionssprecher
Erhard Wawrzek wies darauf hin, dass dieser Antrag bereits vor vier
Jahren gestellt, aber damals nicht behandelt worden sei, weil nicht
klar gewesen sei, dass der Gemeinderat in seiner Gesamtheit und nicht
nur der Bürgermeister als Dienstherr darüber befinden müsse. Nach einem
Beratungsgespräch mit der Rechtsaufsicht des Landratsamtes habe seine
Fraktion nun diesen Antrag ein zweites Mal vorgelegt. „Ich finde es
gut, dass sich die Mitarbeiter der Gemeinde zum Alkoholverbot bekennen
und dieses Thema nicht im Hintergrund, sondern öffentlich behandelt
wird“, betonte Wawrzek. Für Elke Proßer-Greß (SPD) und
Karlheinz
Roth (CSU) war es dennoch eine „unwürdige Diskussion“, durch die der
Öffentlichkeit ein falscher Eindruck vermittelt werde. „Warum kommt so
ein Punkt ohne Anlass auf die Tagesordnung?“, fragte Roth. Proßer-Greß
wollte wissen, ob der Personalrat an der Entscheidung beteiligt worden
sei. „Wir haben im Vorfeld mit einem Teil davon gesprochen. Verwaltung
und Bauhof haben dem Antrag zugestimmt. Von Rechtswegen muss der
Personalrat nur gehört werden, mitbestimmen darf er nicht“, stellte der
Vorsitzende klar. Zettl bat darum, den Antrag nicht zu
zerreden.
So kam es zur Abstimmung. Sieben Gemeinderäte waren für das
Alkoholverbot, fünf waren dagegen. Spiegelau ist damit sicher
nicht
die erste und einzige Gemeinde im Landkreis, die für ihre Verwaltung
ein Alkoholverbot ausspricht. Eine genaue Zahl lässt sich aber nicht
nennen. „Darüber haben wir keinen Überblick, denn die Gemeinden müssen
uns ihre Abstimmungen nicht melden. Das ist eine interne
Angelegenheit“, sagte Landratsamt-Juristin Judith Wunder auf Anfrage
des „Grafenauer Anzeigers.“ Nach einer Mitteilung des
Innenministeriums zum Digitalfunk beteiligen sich die Kommunen mit drei
Mio. Euro pro Jahr an den Betriebskosten und stellen dem Freistaat
unentgeltlich geeignete Antennenstandorte zur Verfügung. Im Gegenzug
erhalten die Kommunen eine 80-prozentige staatliche Förderung der
digitalen Endgeräte. Spiegelau hat bereits den Hochbehälter der
Forstamtsquelle als Standort vorgeschlagen und wird weitere Standorte
melden. Die Gemeinde möchte heuer eine Verbesserung beim
ÖPNV von
Klingenbrunn und Oberkreuzberg nach Spiegelau und schrieb deshalb ans
Landratsamt. Die Bürger, aber auch die Feriengäste aus den Ortsteilen,
sollen Arztpraxen, Apotheken, Lebensmittelmärkte, die Igelbusse und die
Waldbahn besser und öfter erreichen können. Zusätzliche Fahrten - auch
samstags, sonntags und in der schulfreien Zeit - sollen angeboten und
dabei die Haltestellen Klingenbrunn, Oberkreuzberg, Beiwald, Spiegelau
P+R, Spiegelau Glashütte berücksichtigt werden. Gemeinderat Josef
Wanninger bat die Verwaltung, an diesem Thema „dran zu bleiben“, damit
der Igelbus auch im Winter so regelmäßig wie im Sommer fahren könne.
Mit der Anhebung des Kurbeitrags im Winter von jetzt 80 Cent auf den
Sommertarif von 1,30 Euro wären die Kosten dafür abgedeckt.
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