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Lokalteil Grafenauer Anzeiger von Januar bis Juni 2004

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 14.6.2004

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Gebühren für Freibad erhöht
Mit der neuen Badesaison gelten für das Freibad neue Gebühren. Der Eintritt für Erwachsene kostet statt 1,60 Euro jetzt 2,30 Euro, für Kinder und Schwerbehinderte 1,50 statt 1 Euro. Ermäßigungen gibt es für Gästekartenbesitzer und Ferienpassinhaber. Für 32 Euro ist die Saisonkarte zu haben (Kinder: 17,50 Euro), die Zehnerkarte für 17,5 Euro (Kinder: 8,50 Euro). Minigolf spielen kostet 2 Euro, das Ausleihen von Liegestühlen ebenfalls 2 Euro.
Die neue Gebührensatzung wurde einstimmig beschlossen. Trotzdem fand Erich Bachmann die Erhöhung nicht gerechtfertigt, weil nichts in das Bad investiert wurde und nicht klar sei, ob es überhaupt weiter bestehe. Bürgermeister Josef Luksch sagte dazu, dass die Erhöhung der Erdgaspreise ihren Niederschlag finden und für notwendige Investitionen Rücklagen geschaffen werden müssen. Das Freibad werde auf jeden Fall erhalten. Ob es in ein Naturbad umgewandelt wird (wir berichteten) hänge davon ab, wann die zugesagte 50 Prozent Förderung über Leader plus auch schriftlich vorliege.
Ganz wichtig war es dem Bürgermeister zu betonen, dass die Gebührenerhöhung keine Missachtung der bisher so wertvollen ehrenamtlichen Arbeit am Freibad sein soll. „19 Leute helfen mit, das Bad in Schuss zu halten. Herzlichen Dank dafür!“

Grundsatzbeschluss zu Bebauungsplan
Am 20. Juli tritt eine Novelle des Baugesetzbuches in Kraft, die u.a. dazu verpflichtet, bei jedem Bauleitplan eine Umweltprüfung durchzuführen. Um die Prüfung für das Sägewerk-Gelände zu vermeiden, hat der Gemeinderat bei der jüngsten Sitzung einstimmig den Grundsatzbeschluss gefasst, binnen zwei Jahren für das Restgelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks einen rechtskräftigen Bebauungsplan aufzustellen.

Restrate wurde überwiesen
Von der Regierung von Niederbayern wurde nun die gesamte Restzuwendung von über 68 000 Euro für das Feuerwehrgerätehaus überwiesen. Damit ist die Maßnahme, die 1997 begonnen und seit vier Jahren in Betrieb ist, völlig abfinanziert.

Auftragsvergabe für Palmberg-Nord
Den Auftrag für die Erschließung des Baugebiets „Palmberg-Nord“ vergab der Gemeinderat an die Firma Atzesdorfer in Waldkirchen. Sie hatte bei der Ausschreibung das günstigste Angebot mit 401 709 Euro abgeben. Die Erschließungskosten waren auf 570 000 Euro geschätzt worden.

Öffentlicher Dank für Engagement
In der öffentlichen Sitzung bedankte sich Bürgermeister Josef Luksch bei Erwin Moser, Peter Zeitner und Fridolin Apfelbacher, die unentgeltlich den Steinklamm-Steig wieder passierbar machten. Sie haben den Weg ausgeschnitten und eine Metalltreppe befestigt. Die Materialkosten für die Treppe wurden dem Etat für den Straßenunterhalt entnommen, unterrichtete Luksch den Gemeinderat.
Für das Kriegerdenkmal in Oberkreuzberg hatte H. Wastl eine Linde gestiftet und damit den alten, kranken Baum ersetzt. Auch ihm wurde für sein Engagement gedankt.

Nächste Runde für Ergänzungssatzung
Die Aufstellung der Ergänzungssatzung für den Ortsteil Althütte geht in die nächste Runde. Nach Bürgerbeteiligung (keine Einwände) und Fachstellenanhörung (wenige Einwände) erfolgt jetzt die zweite Auslegung. Die Satzung ist notwendig, weil Martin Kellner auf dem Grundstück seiner Eltern, das im Außenbereich liegt, ein Haus bauen will. (ul)
 

Firework-Open Air entfachte Feuer in Sägehalle
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1700 meist jugendliche Gäste folgten dem Ruf der „Donnervögel“- Pannenlose Veranstaltung der Feuerwehr
von Ursula Langesee
Spiegelau. „Attraktiv für die Jugend sein“, das hat sich die Feuerwehr Spiegelau für ihr erstes Open Air als Ersatz für den Silvesterball auf ihre Fahnen geschrieben. Es blieb nicht bei „attraktiv“: es war „Super“, „Geil“, „Klasse“, einfach der „Hammer“, was am Samstag in der alten Sägehalle des früheren Staatlichen Sägewerks geboten war. 1700 Gäste, der überwiegende Teil junge Leute, stürmten die Halle und feierten mit der Top-Band „Donnervögel“ eine fetzige Partynacht.
Von der Feuerwehr unter ihrem „Boss“, 1. Vorsitzendem Kurt Hobelsberger, mustergültig organisiert, klappte alles wie am Schnürchen. Wochenlange Vorbereitungen verwandelten die 90 Meter lange, offene Halle in eine Partyzone: mit durchsichtigen Planen als Schutz gegen Wind und Schlagregen, Werbebannern und gemalten Bildern, die schon bei den Silvesterbällen die Wände dekorierten. Eine lange Bar übte die ganze Nacht hindurch eine große Anziehungskraft auf die Open Air-Gäste aus und auch die kleinen Buden, die Getränke, Schnitzel-, Würstl- und Steaksemmeln bereithielten, waren gut besucht. Nicht nur einmal musste Nachschub besorgt werden.
Kein Wunder bei der „Arbeit“, die die „Donnervögel“ ihren Fans bereiteten. Flaschen in die Höhe halten, Klatschen, mit den Armen schwingen und sogar im Chor singen - natürlich kräftig und im Takt - waren einige der Anforderungen, die aber gerne erfüllt wurden. Und zwar von Anfang an: „Pass auf, beim ersten Lied sind die Arme in der Luft“, prophezeite Christian Balboo Bojko, Bandleader und Bassist von „Quattro Formaggi“, und er sollte Recht behalten. Seine deutsch-österreichisch-russisch besetzte Band mit Wolfgang Höllerer, Mario, Nicolaj, Sascha, Markus Boxleitner, Johannes Hahn und Roman Wirthl war als Vorgruppe engagiert worden. Eine Einstimmung, nicht mehr, waren dann auch ihre Blues-, Rock- und Funksongs.
Dramatisch, mit gesprochenem Countdown, „Also sprach Zarathustra“ und dem „Final Countdown“ angekündigt, traten die „Donnervögel“ ins Rampenlicht. Und gingen gleich in die Vollen: Leadsängerin Claudia Hübel stimmte Nenas und Kim Wilde‘s „Anyplace, Anywhere, Anytime“ an, ein paar Bierhymnen mit Bandleader Max Uttendorfer, Stephan Dietl (Gitarre), Elmar Lanzinger (Keyboards), um den Konsum anzukurbeln („Bier trinken bis zum Abwinken), „Walking on sunshine“ und völkerverbindendes „YMCA“ und „Moskau“ folgten Schlag auf Schlag. Das war selbst einem Kamerateam des Bayerischen Fernsehens ein paar Aufnahmen wert.
Die Arme waren und blieben in der Luft, bis sich die Band mit den Vokalisten und den reinen Instrumentalisten Wolfi Schmid (Percussion), Michael Hirschberger (Trompete), Stefan Würger (Posaune), Wolfgang Schmid (Saxophon) für ein paar kurze Pausen verabschiedete.
Die Halle war zweigeteilt. An der Bühne tobten die Aktiven, in der zweiten Hälfte war die „Lounge“ mit Bänken und großen Kabelrollen, die prima Bartische abgaben. Hier versammelten sich mehr die älteren Semester, die sich unterhalten wollten und das Geschehen auf der Bühne eher als Untermalung verstanden. Bis halb zwei Uhr früh ließen es die „Donnervögel“ krachen, spulten ihr bewährtes Stimmungsrepertoire von Top 40-Hits bis zu Oldies, Rock- und Pop-Klassikern und Neuer Deutscher Welle ab, gaben etliche Zugaben. Und das vor fast gleichbleibend starker Kulisse.
„Bis zum Schluss waren noch an die 1500 Gäste da und die waren alle begeistert“, hat Kurt Hobelsberger beobachtet. Überhaupt war das „Firework Open Air“ rundum gelungen. „60 Feuerwehrler waren im Einsatz und es lief ganz problemlos und friedlich ab. Es gab keine Schlägereien, Alkoholleichen oder sonstige Ausfälle. Von einem Lebensmittelkontrolleur haben wir ein großes Kompliment erhalten, weil trotz des Andrangs alles so hygienisch und sauber in den Würstlbuden war“, freute sich Hobelsberger.
Sehr gut ist der Fahrdienst angenommen worden, den die Feuerwehr eingerichtet hatte. Bis halb vier Uhr früh ließen sich Open Air-Gäste, die nicht mehr selbst hinters Steuer wollten, kostenlos nach Hause kutschieren. Was den 1. Vorsitzenden aber am meisten freute, war das Lob der Jugendlichen: „Viele haben sich tausend Mal bedankt, dass wir endlich einmal auch was für sie zu einem günstigen Preis (3 bzw. 3,50 Euro Eintritt) organisiert haben und brachten nur mehr ‘super, super‘ heraus.“ Den Buben habe zudem imponiert, dass „ vui mehr Deandln wia Buam“ beim Konzert waren, was die Flirtlaune natürlich ankurbelte.
Trotz der perfekten Feier gibt es in zwei Wochen eine Pannensitzung. Sie dient aber mehr dazu, Anregungen, wie der Ausschank von heißem Kaffee, für das nächste Mal zur Sprache zu bringen. Denn eine Neuauflage soll es nach der gelungenen Premiere auf jeden Fall geben. Ob es nochmal die alte Sägehalle wird, liegt in der Entscheidung des Gemeinderats, der über die weitere Nutzung des Sägewerk-Areals demnächst beraten wird.
 

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 9.6.2004

Alles parat fürs „Firework-Open Air“
60 Feuerwehrler am Samstag im Einsatz - Internationale Vorgruppe

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Testeten schon mal das Bier für das Open Air bei Bräu Hans-Ulrich Wiedemann (2.v.r.) und fanden es gut: die Feuerwehrler Kurt Hobelsberger, Stefan Süß, Stefan Schuster, Markus Schleich, Christian Schwarz, Markus Schwarz und Josef Luksch (v.l.). (Foto: Langesee)
 

Spiegelau (ul). Die Vorbereitungen für das Firework-Open Air der Feuerwehr Spiegelau am kommenden Samstag in der alten Sägehalle am Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks sind in der heißen Phase. Von den äußeren Bedingungen her ist für das Spektakel alles klar: Rund um die Sägehalle wurde das Gelände aufgeschottert, um den ganzen Platz ist ein Sicherungszaun gezogen und das komplette Areal wird ausgeleuchtet.
1. Vorsitzenden und Chef-Organisator Kurt Hobelsberger unterstützen circa 60 Mitarbeiter. Sie sind professionell ausgestattet und als „Crew“ an ihren Ausweisen, einheitlichen schwarzen T-Shirts mit „Feuerwehr“-Aufdruck gut für die Gäste erkennbar. Am Freitag wird bei einem Probelauf der optimale Ablauf des Open Air getestet. „Wir rechnen mit bis zu 2000 Besuchern. Da muss die Versorgung wie am Schnürchen klappen“, betont Kurt Hobelsberger, der für die Organisation des Abends bei großen Open Airs des Bayerischen Rundfunks im Winter „gespickt“ hat.
Um 18 Uhr ist Einlass (Eingang zum Gelände vom Großparkplatz her), von 19 bis 21 Uhr spielen „Quattro Formaggi“ mit Bandleader Christian Balboo Bojko. Sie bekommen Verstärkung von Musikern aus Russland, England, Tschechien, Japan und Österreich, mit denen Bojko ein Blues-camp in Finsterau machte. „Wir beginnen mit Blues und spielen später Rock- und Funksongs, damit sich die Open Air-Besucher schon eintanzen können“, kündigt „Balboo “ an.
Denn der Hauptact des Abends ist die Top-Band „Donnervögel“. Die brachte zuletzt beim Pfingstfest in Eppenschlag die Massen so in Bewegung, dass die Bedienungen einen Umweg um das Zelt herum nehmen mussten, weil alle Gänge blockiert waren.
Apropos Bedienungen: eine große Bar und mehrere Versorgungsstände versorgen durstige Kehlen. Wer sich dann nicht mehr hinters Steuer traut, der kann den kostenlosen Fahrdienst der Feuerwehr in Anspruch nehmen. Ab 23 Uhr sammeln sich die „Passagiere“ an der Meldestelle neben der Kasse am Eingang Großparkplatz und werden mit einem VW-Bus oder mit dem Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr nach Hause gekarrt.
 

Aufzeichnung des „Noten-Spiegels“ wird am Freitag im Radio gesendet
Spiegelau (re). Zum zweiten Mal ist im Rahmen der Volksmusik-Veranstaltung „So schön klingt der Wald“ in der Mehrzweckhalle der „Spiegelauer Noten-Spiegel“ vergeben worden. Insgesamt 13 Gruppen unterhielten an diesem Abend die rund 450 Zuhörer.
Auch diesmal moderierte wieder Hans Kornbiegler vom Bayerischen Rundfunk die Veranstaltung. Er holte sich dabei u.a. Bürgermeister Josef Luksch, den Geschäftsführer der Kristallglasfabrik Spiegelau, Siegfried Klante, den Glaskünstler Claus Büchler, den Betreiber des Spiegelauer Schnapsmuseums, Reinhard Penninger, den Leiter der Tourist-Info Spiegelau, Manfred Mirwald, und nicht zuletzt den „geistigen Vater“ des Spiegelauer Noten-Spiegels, Alfred Resch, zu kurzen Gesprächsrunden an seinen Moderatorentisch. Als Ehrengast des Abends kam auch Josef Kagerbauer sen. (JOSKA) aus Bodenmais zu Wort. Die gesamte Veranstaltung unter der Leitung von Musik-Redakteur Fred Artmeier von BR-1 wurde aufgenommen und wird nun in zwei Sendungen mit jeweils einer Stunde Sendezeit ausgestrahlt. Der erste Teil ist am kommenden Freitag, 11. Juni, zwischen 19.05 und 20.00 Uhr im Programm von Bayern 1 (Volksmusik) unter der Frequenz 92,1 zu hören.
 

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 27.05.2004
Waldverein durchstreift wildromantische Steinklamm
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Fridolin Apfelbacher (l.) zeigte den Mitgliedern des Waldvereins aus Ruderting-Neukirchen die Reize der Steinklamm und des Ohetales. (Foto: Döringer)
von Helmut Döringer
Spiegelau. Auf Einladung von Fridolin Apfelbacher aus Langdorf war kürzlich die Waldvereinsektion Ruderting-Neukirchen zu Gast in Spiegelau. Die 25 Personen zählende Gruppe unternahm dabei unter der Führung von Apfelbacher eine Natur-Exkursion durch die Steinklamm und das Ohetal. Fridolin Apfelbacher unterhält schon länger Kontakt zu dem Waldverein aus dem Passauer Land. Er hielt dort schon mehrere Diavorträge über die Sehenswürdigkeiten des Bayerwaldes. Zu diesen zählt der naturverbundene Mann auch die wildromantische Steinklamm bei Spiegelau, durch die sich in unberührter Natur die Große Ohe windet. Hoch vom Oberkreuzberger Aussichtsturm blicken die Wanderer bei ihrer ersten Station beeindruckt über das riesige Waldmeer mit seinen Dörfern und Weilern. Fridolin Apfelbacher, als „Käferdoktor“ weitum bekannt, zeigt den Gästen auch seine umfangreiche Käfersammlung, ehe man nach Luisenfels fuhr, um von dort aus die eigentliche Exkursion durch die Steinklamm zu starten.
„Viel hat sich früher in Luisenfels abgespielt“, weiß Apfelbacher zu erzählen. Über 200 Menschen haben sich dort bis etwa 1920 in einer Pappen- und einer Holzwarenfabrik ihr Brot verdient. An die Holzwarenfabrik erinnert heute noch das frühere Fabrikgebäude neben dem Klärwerk und an die Pappenfabrik das ehemalige Herrenhaus. Nur ein paar hundert Schritte führen die Wandergruppe weg von den wenigen Wohngebäuden in Luisenfels, hinein in eine Idylle, die man sonst nur im Bilderbuch findet. Die Steinklamm ist es wert, genießend, schauend, mit offenen Sinnen durchwandert zu werden. Vieltausendfach ist das Summen der Insekten, vermischt mit dem sanften Rauschen der Bäume und dem Murmeln des Ohe-Baches, der seine Wasser seit Urzeiten über Kiesel und Felsen schickt, in deren Schatten sich Forellen tummeln. Irgendeine gütige Hand hat die Steinklamm rechtzeitig davor bewahrt, nur mit Fichten zugepflanzt zu werden, man steht inmitten eines reichen Mischwaldbestandes. Alles ist vertreten, was den Namen Baum verdient, Buchen, Eichen, Eschen, Ahorn und Sträucher aller Art. Gewaltige Felsen schauen dazwischen heraus.
In den Auen leuchten Wunderdistel aus dem Grün, Glockenblumen wiegen sich in dicken Büscheln im leichten Wind, am Bachufer haben sich Gruppen seltsamer Blüten gebildet und fordern die botanischen Kenntnisse der Wanderer. Die Luft duftet, jeder Atemzug weitet die Lungen. Schließlich wird die Hirschtalmühle erreicht. Sie wurde bereits 1638 urkundlich erwähnt und war bis 1965 von dem Fuhrmann Xaver Urmann bewohnt. Die leerstehende Mühle verfiel im Laufe der Jahre, nur mehr ein paar von Moos und Gehölz bewachsene Steinmauern, auf denen Feuersalamander spielend umherhuschen, zeugen von dem einst stattlichen Anwesen. Große, steilabfallende Wasserrohre weisen der Gruppe den Weg zum Großarmschlager Kraftwerk, das 1923 ans Netz ging. Über Rehbruck und dem längst aufgelassenen Bergwerk im Rendlmoos, dort wurde bis 1875 nach Silber, Kupfer und Blei gegraben, steuert man den Stausee in Hartmannsreit an.
Nach über dreistündigem Fußmarsch durch eines der unberührtesten Wandertäler im ganzen Landkreis Freyung-Grafenau trifft sich die Gruppe schließlich in Unterhüttensölden auf dem Bauernhof der Familie Eckert, wo sie nicht nur bestens bewirtet werden, sondern auch von den Hofeigentümern vorgeführt bekommen, wie in der eigenen Käserei schmackhafter Käse zubereitet wird.
Die Mitglieder der Waldvereinssektion aus dem Passauer Land waren begeistert von der Wanderung durch die Steinklamm, wunderten sich aber, warum dieses reizvolle Gebiet in keinem Wanderführer zu finden sei, um es so einem breiteren Publikum zugänglich zu machen

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 22.05.2004
Evangl. Kirchentag: Bei ‚‚Himmelfahrt im Wald“ die Sinnmitte von Gottes freier Natur erfahren
Nationalpark bot dazu die ideale Kulisse — Blick über die Grenze getan: Im Böhmen gibt es bereits über 60 Sekten
von Claudia Grimsmann
Spiegelau/Neuschönau. Der Ansatz des regionalen Evangelischen Kirchentags 2004 „Himmerlfahrt im Wald“ musste schon auf die Zustimmung von „ganz oben“ gestoßen sein: Bei frühsommerlichen Temperaturen waren über 600 Gläubige zu einem gleichermaßen besinnlichen wie erlebnisintensiven Vatertag in die Nationalparkregion gekommen, um gemeinsam unter dem Motto „Natur erleben, Menschen begegnen, Gottes Spuren suchen“ neue Impulse für das religiöse Alltagsleben zu gewinnen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Passau umfasst die Landkreise Freyung-Grafenau, Stadt und Landkreis Passau und das Rottal. Der Kirchentag war aber auch Magnet für viele Gläubige aus den Dekanaten Regensburg und Cham, in den Bayerischen Wald zu kommen. ‚‚Bereits seit Mittwochnachmittag hatten viele evangelische Jugendliche uns bei der Organisation, bei Auf- und Abbau mitgewirkt, und uns damit bei der reibungslosen Durchführung tatkräftig unterstützt“, freute sich die Spiegelauer Diakonin Gabriela Neumann-Beiler.
Neben der Diakonin Beiler zeichneten Wolf-Dieter Krampe, Werner Kirchner, Freyungs Pfarrer Ulrich Burghardt für die professionelle Regie des Aktionstages verantwortlich. Neben den vielen freiwilligen Helfern aus der Kirchengemeinde und den Vereinsleben stellte der Nationalpark Bayerischer Wald 50 Mitarbeiter ab, um die inhaltlichen Schwerpunkte gleichermaßen wie die organsiatorischen Rahmenbedingungen zu gewährleisten.
Durch die verschickten Vorabprogramme gut vorbereitet, waren die evangelischen Gläubigen in den bekannten Glasmacherort im Bayerischen Wald gekommen. Nach der Andacht im Spiegelauer Kurpark den Kirchentag konnte dann jeder der Kirchentagsbesucher an einem bzw. mehreren der 41 ‚‚Angebote“ teilnehmen. Schirmherren der Veranstaltung waren neben dem Spiegelauer Bürgermeister Josef Luksch der Nationalparkleiter Karl-Friedrich Sinner. „Es sind ja so viele interessante Veranstaltungen im Programm! Aber mein Mann und ich haben uns entschlossen, jetzt nach St. Oswald aufzubrechen. Schließlich wollten wir ja Gruppen, die längere Strecken zurücklegen, nicht mit unserem Tempo behindern“, so Helga Nama aus Simbach am Inn.
Im Waldgeschichtlichen Museum konnten die Teilnehmer die Geschichte des Bayerischen Waldes zu erkunden, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Holzhauer auseinander setzen und selbst Glas zu blasen. Viele Wanderungen und Begehungen wurden angeboten. Darunter eine Lusen-Besteigung mit Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner, aber auch Führungen durch das Tierfreigelände im Nationalpark, das begleitet von erfahrenen Waldführern.
Logistisches Zentrum des Aktionstages war aber die Wiese im Spiegelauer Waldspielgelände. Angeboten wurden hier echte Highlights für die jüngsten Kirchentagbesucher: gemeinsames Bemalen von Miniglasarchen, Musikmachen in der Musikwerkstatt von Günther Gaidies und Balboo, Tonkneten im „Zwergenland“, Papierschöpfen, Tanz- und Geschicklichkeitsspiele und vieles andere mehr.
„Es ist schon toll, wie harmonisch und ruhig es hier auf der Wiese zugeht. Und das obwohl so viele Leute hier sind“, wunderte sich Nationalpark-Mitarbeiterin Rita Gaidies, die in ihrem Pavillion Basteln mit Naturmaterialen anbot.
Zum Aktionsthema passende Filme wurden im Hans-Eisenmann-Haus und im Naturvisions-Mobil am Waldspielgelände gezeigt. Die Begegnung im künstlerischen Schaffen mit Gott war gleichermaßen ein Programmschwerpunkt : Darstellende Künstler wie Gabriele Hanner und Gretel Eisch luden dazu ein, mit Naturmaterialien die spirituelle Begegnung mit der Schöpfung selbst zu erfahren. Barbara Lahoda ermöglichte den Teilnehmern, die mit und in der Natur gemachten Erfahrungen in meditativen Tänzen umzusetzen und zu vertiefen. „Am allerbesten fand ich die Holzgesichter mitten im Wald. Beim nächsten Mal will ich unbedingt wieder dabei sein!“, so die 12-jährige Grete Mank aus Grafenau. In den Element-Wegen wie „Licht“, „Baum“ und „Psalm“ wurden im Baum-Pavillion biblische Gesprächsrunden geführt, die religiöse Erklärungsversusche zu persönlichen Fragestellungen im Alltagsleben boten.
Besonders die Gespräche mit den tschechischen Geistlichen Ondrej Sobeslavski (Tábor) und Daniel Matejka (Budweis) lieferten detaillierte Einblicke und umfassenden Gedankenaustausch. „Nach einer Zeit in der gemeinhin galt‚ es gibt keinen Gott‘, folgt jetzt ‚Wir sind die Götter‘. Alleine im Großraum Böhmen gibt über 60 Sekten. Es ist daher für uns sehr wichtig, den Leuten eine Neuorientierung zum ‚wahren Gott‘ zu bieten“, meinte Pfarrer Matejka.
Wochenend-Urlauber mit eingebunden
Durch die emsigen Aktivitäten und das offene Konzept des Kirchentages nahmen aber auch viele Nationalpark-Besucher spontan und kurzzeitig an den gebotenen Veranstaltungen rund um die Waldwiese teil. „Wir sind hier eigentlich zum verlängerten Wochenend-Urlaub in den Nationalpark gekommen. Aber es ist wirklich schön, was hier alles geboten ist“, so ein Münchner Urlaubsgast.
„Die Logistik hat wirklich super geklappt. Es gab eine tolle Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, ob von der Gemeinde, Juniorranger und den anderen Vereinen. Als Andenken an den gelungen Tag bleiben die beiden rote Kreuze bis in den Herbst am Kurpark und der Waldwiese stehen“, freute sich Werner Kirchner. Zum Abschluss feierten die evangelischen Gläubigen zusammen mit den Gästen eine harmonischen und stimmungsvollen Open-Air-Gottesdienst auf dem Waldspielgelände.
Prof. Johanna Haberer in ihrer engagierten Predigt: „Wir können nicht anders – wir müssen den Sinn hinter den Dingen suchen. An diesem Tag haben wir erfahren können, dass es keinen noch so kleinen Winkel gibt, an dem Gott seine Spuren hinterlassen hat“, beschrieb die evangelische Pfarrerin und Publizistin die Erfahrungen des Kirchentages 2004.
Landrat Alexander Muthmann, der katholische Dekan Heinrich Erhard und Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier lasen die Vorbitten zur Messfeier. Der Evangelische Regional-Kirchentag wird alle vier Jahre in der Diözese Passau ausgerichtet: „Vor vier Jahren haben wir mit dem ‚Kirchentag auf dem Schiff‘ einen völlig neuen Ansatz gewählt. Bis dahin fanden die Veranstaltung eigentlich immer in der Nibelungenhalle statt. Damals waren die Plätze auf dem Schiff schon innerhalb der ersten drei Wochen ausgebucht. Die ‘Himmelfahrt im Wald‘ war für uns eine logische Konsequenz die religiöse Sinnmitte in der Natur zu erfahren. Für die nächste Zukunft könnte ich mir persönlich eine Veranstaltungesrahmen vorstellen, der die regionalen Besonderheiten im Dreiländereck gewichtet“, erklärte Grafenaus Pfarrer Friedemann Kohler. Der Tenor von Veranstaltern und Teilnehmern zur „Himmelfahrt im Wald“ fiel gleichermaßen positiv aus: „Ich denke die gelungene Mischung aus Jung und Alt machte die wirklich schöne Stimmung während des ganzen Tages aus“, schlussfolgerte NP-Sachgebietsleiter Lukas Laux.
Auch für die zwei gefahren Rettungseinsätze während der Großveranstaltung ging alles gut aus. Die beiden älteren Patienten, die Kreislaufschwächen bei der Besteigung der Bayerwald-Berge erlitten hatten, können schon bald das Krankenhaus wieder verlassen.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 20.05.2004

Spiegelauer Notenspiegel ein musikalisches Traumerlebnis
Motto: „So schön klingt der Woid“ - 400 Zuhörer spendeten begeistert Applaus - BR stellt die Gemeinde vor

Spiegelau (ga). Der Spiegelauer Notenspiegel stand heuer unter dem Motto: „So schön klingt der Woid“. Wer hier als Sänger oder Instrumentalist sein Bestes gibt, muss schon im Vorfeld seine Qualität beweisen.
Die Sänger und Instrumentalgruppen kommen am kritischen Ohr des Rundfunkfachmannes Fred Artmeier nicht vorbei. Schließlich sollte Bodenständiges aus der Region in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks präsentiert werden. Der BR stellte die Gemeinde Spiegelau bereits zum dritten Mal vor - eine Freude auch für Bürgermeister Josef Luksch. Den musikalischen Teil eröffnete die Frauenauer Blaskapelle unter der Leitung von Hartwig Löffelmann mit dem Waldlermarsch. Hans Kornbiegler, der bekannte Moderator auf Bayern 1, führte durch den Abend und kündigte als erste Sangesgruppe die Folkastoanasängerinnen an, die eine Waldarie zu Gehör brachten. Die Zwieseler Stammtischmusi um Roland Pongratz ließ einen Boarischen hören. Ohne Lampenfieber erkennen zu geben, erledigten die Jüngsten ihren ersten öffentlichen Auftritt. Philipp (6 Jahre) und Laura (9 Jahre) aus Klingenbrunn trugen „Unta da Hollastaudn“ und „Da drob’n auf’n Bergal“ vor und sicherten sich die Sympathie der Zuhörer. Falkensteiner Geigenmusi nennt sich die Familie Dives aus Ludwigsthal. Sie boten mit dem Stück „D’ Wirtin von der Stranz“ ein musikalisches Schmankerl.
Der harmonische Zweigesang der Foikastoana Sängerinnen in der Zitherbegleitung von Sepp Hackl leitete über zu den Geschwistern Fürst mit Jasmin, Marina, Yvonne und Xaverl, die mit dem „Koa Gimpl, koa Zeiserl“ ihre Ausnahmestellung im gemischten Viergesang unter Beweis stellten. Begleitet wurden sie diesmal vom Akkordeonvirtuosen der Original Kernbeißer Kurt Müller. Mit Harfe, Flötenduo, Akkordeon und Kontrabass machte dann die Ohetaler Deandlmusi mit dem „Böhmischen Trutscherl“ auf sich aufmerksam. Lena (15), Regina (15), Maria (16), Kathrin (17) und Barbara (17) erwiesen sich damit als vielversprechende Talente. Die Zwiesler Stammtischmusi spielte ihre Stammtisch-Polka.
Siegfried Klante, der Betriebsleiter der KSS Spiegelau und sein Mitarbeiter, der Glaskünstler Claus Büchler informierten dann im Gespräch mit Hans Kornbiegler über die Glashütte in Spiegelau.
Die ganze Halle in ihren Bann zogen die Geschwister Raith aus Roding - und zum Trinken empfahlen sie „Alls, bloß koa Wassa“. Fred Artmeier, der Chef des Ganzen, erweiterte spontan seine Funktion und dirigierte inmitten des Publikums den dazugehörigen Refrain mit gewaltiger Gestik für alle Zuhörer.
Die Chorgemeinschaft Rachel-Lusen unter seinem Dirigenten BGR Pfarrer Hubert Gerstl erfüllte die Mehrzweckhalle mit fragendem, ausgeglichenem Chorklang und feinsinnig und gleichermaßen ausdrucksstark wurde die Geschichte vom Glasmacherleben im Lied erzählt, im Satz, den Hubert Gerstl selber geschrieben hat. Die Zwieseler Stammtischmusi erfreute mit der Gratl-Polka, ehe der gewaltige Klang der Frauenauer Blasmusik mit der Drehscheib’n-Polka den ersten Teil dieser Veranstaltung beschloss. Der Furmannsmarsch von den Frauenauern leitete zum zweiten Teil über. Die Loitzenrieder Stubenmusi mit Akkordeon, Gitarre, Harte und Zither wusste mit ihren Instrumenten umzugehen. „Von drin samma her“, so sang der Woidwinkler Viergesang aus Zwiesel und ließ „Da Woidglosmacha“ und eine Waldarie folgen. Dazwischen erfreute die Falkensteiner Geigenmusi mit „Auf, auf“.
Siegfried Klante (KSS) und Josef Kagerbauer (Joska) erklärten gegenüber dem Moderator Hans Kornbiegler, dass sie sich keineswegs als Konkurrenten fühlen, da ihre Produktpalette verschieden ist, und zudem die räumliche Distanz dies auch nicht zulässt. Manfred Mirwald, der Verkehrsamtsleiter in Spiegelau erinnerte, dass der Fremdenverkehr mit den lgelbussen in dieser Region eine tolle Bereicherung erfahren hat und der Ausbau des Radwandernetzes stetig vorangeht.
Reinhard Penninger, der Chef der Schnapsbrennerei aus Hauzenberg, nahm die Gelegenheit wahr, sich bei den Spiegelauern zu bedanken, denn seit 1999, dem Jahr der Gründung des Schnapsmuseums in Spiegelau, habe er hier nur positive Erfahrungen gemacht.
Die Original Kernbeißer besangen in ihrem Lied „Es ist so still da draußt“ einfühlsam den „Woid und seine Baam“. Kurt Müller und Thomas Stadler wurden dann von ihren Freunden Roland Döringer und Josef Urmann unterstützt und profimäßig spielten die Vier dann einen „Boarischen“ und den „Goldstücklwalzer“. Marion und Monika aus Amesberg bei Viechtsch, 12 und 13 Jahre alt, sangen sich in die Herzen der Zuschauer mit dem Lied „Ein echter Musikant“. Von Sonja Petersamer wurden sie auf der Zither begleitet. Ein Lied zum Schmunzeln trugen dann noch die Geschwister Fürst mit Kurt Müller am Akkordeon vor: „Da Leberknödl.“
Hans Kornbiegler wollte nun erfahren, wie es eigentlich zum Spiegelauer Notenspiegel gekommen ist und da konnte ihm Alfred Resch gut Auskunft geben. Es sei mehr ein Zufallsprodukt gewesen. Im Freundeskreis habe man über Wortspielereien die Idee entdeckt und weiterentwickelt. Dafür gab´s den Dank von Bürgermeister Josef Luksch. Zuvor sang der Rachel-Lusen-Chor. Der Waldlermarsch zum Ausklang ließ begeisterte Zuhörer in der Halle zurück und langanhaltender Applaus erfüllte die Mehrzweckhalle. Für die Musikanlage war übrigens Franz Baumann aus Spiegelau zuständig.
Der Höhepunkt für die Musiker war dann die Überreichung des Spiegelauer Notenspiegels - eine bläulich eingefärbte Glasplatte mit Notenlinien und einem ovalen Spiegel, künstlerisch gestaltet von Claus Büchler. Der Künstler selbst, Bürgermeister Josef Luksch und Alfred Resch übergaben jeder teilnehmenden Gruppe die Glastrophäe. Die Kleinsten, Laura und Philipp erhielten außerdem die von der Firma Penninger gestifteten „Schnapsdrosser“, ein hellgelbfarbenes Plüschtier. Die Klingenbrunner Feuerwehr sorgte für das leibliche Wohl der Zuhörer.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 17.05.2004
Sechste Saison für die Glashüttenfeste - Auftakt am 21. Mai - Gäste können das „Glasmacher-
diplom“ machen - Die Arbeit der Glasmacher kann man am 21. Mai beim Glashüttenfest bestaunen.
Spiegelau (löw). Die Glashüttenfeste in der Ofenhalle der Kristallglasfabrik starten am Freitag, 21. Mai, um 19.30 Uhr in ihre sechste Saison. Erstmals wird Manfred Steck die Show rund ums Glas moderieren.
Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie schwer das Glasblasen ist, können es einige Gäste selbst versuchen und werden mit dem „Glasmacherdiplom“ geehrt. Außerdem werden diesmal verschiedene neue XXL-Gourmet-gläser gefertigt und in einem Wettstreit dürfen sich Männer und Frauen beim Glasblasen messen. Freuen dürfen sich alle Geburtstagskinder beim Glashüttenfest: Auf sie wartet ein kleines Geschenk.
Die Gäste erfahren daneben Wissenswertes über die Glasproduktion und sehen bei den Glasmachern, wie aus dem fragilen Material aufwändig gestaltete Objekte entstehen.
Musikalisch begleitet wird das erste Glashüttenfest von den „Arber Spitzbuam“ mit einer Einlage von Max Scholz auf der gläsernen Trompete. Traditionstänze wie Landler und Schuhplattler führen die „Wolfstoaner Buam“ vor.
Die Termine für die weiteren Glashüttenfeste in der Ofenhalle: 11.6. (Kaiser-Spatzen, Florian & Florian), 9.7. (Stoaberg Buam, Wolfstoana Buam), 6.8. (Arber Spitzbuam, Wolfstoana Buam), 27.8. (Kaiser-Spatzen, Wolfstoana Buam), 10.9. (Stoaberg Buam, Florian & Florian). Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Kartenreservierung unter Tel. 08553/24192 oder 24184.

 

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 24.04.2004
EU-Mittel für das geplante Spiegelauer Naturbad sind nun verbindlich zugesagt.
50 Prozent Förderung aus Leader plus - Die Entscheidung liegt nun beim Gemeinderat
von Ursula Langesee
Spiegelau.
Der Sommer rückt näher und damit auch die Beschäftigung mit dem sanierungsbedürftigen Freibad in Spiegelau. Deshalb traf sich der im August 2003 gegründete Freibad-Förderverein mit seinen über 100 Mitgliedern unter 1. Vorsitzendem Alfred Schwarz zu einer Versammlung. Hauptredner war Bürgermeister Josef Luksch.
Er stellte die bisherigen Planungsergebnisse vor. Bei einer Gemeinderatssitzung im September war noch von zwei Varianten die Rede (wir berichteten). Die eine wäre die Sanierung des 40 Jahre alten Freibads mit geschätzten Kosten von 1,6 Millionen Euro, die andere die Schaffung einer Naturbadeteichanlage an gleicher Stelle. Das Naturbad wird inzwischen eindeutig favorisiert.
Der große Unterschied zum herkömmlichen Freibad: Statt Chemikalien hält eine Pflanzenfilteranlage das Wasser sauber. Auf den Einsatz fossiler Brennstoffe kann verzichtet werden, weil sich das Wasser schneller selbst erwärmt. Die Wassertiefe beim Schwimmerbecken liegt dann nur bei 1,80 Metern statt bei bisher 2,70 Metern.
Bisher zahlt die Gemeinde pro Jahr etwa 46 000 Euro, um das Bad betreiben zu können. Beim Naturbad liegen die geschätzten Kosten bei 23 000 Euro. Die Umwandlung in ein Naturbad kostet etwa 850 000 Euro. Daran kann natürlich nur gedacht werden, wenn die Gemeinde dafür Förderungen erhält. „50 Prozent aus den EU-Mitteln von Leader plus sind uns verbindlich zugesagt“, konnte Bürgermeister Luksch der Versammlung mitteilen. Er dankte in diesem Zusammenhang Regionalmanagerin Stefanie Vornehm und H. Birk, dem Leader-Manager von Niederbayern, für ihre große Unterstützung und 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß für die genauen Informationen über bereits bestehende Naturbäder wie das im fränkischen Pottenstein.
Das Naturbad gelte als vorbildliches Leader-Projekt durch den Landschaftsschutz, durch den Einsatz ausschließlich naturschonender Ressourcen und durch die öffentliche Beteiligung, zählte Luksch auf. Gespräche müssten noch geführt werden mit der Nationalparkverwaltung. „Vielleicht lässt sich über die Entwicklungszone des Biosphärenreservats etwas machen, weil ja das Naturbad ohne fossile Energieträger auskommt. Oder dass wir über das regionale Bettenzehnerl zu zusätzlichem Geld kommen“, schnitt Luksch weitere Möglichkeiten an.
Die „öffentliche Beteiligung“ zu konkretisieren, war dem Bürgermeister ein Bedürfnis. Deshalb hatte er drei Wünsche an den Förderverein. „Als erstes brauchen wir Hilfe bei der Frühjahrsinstandsetzung des alten Bades, also beim Pflanzen, Streichen von Bänken, Reinigen usw.. Dann, sollte der Gemeinderat beschließen, ein Naturbad zu bauen - am 29. April wird über den Haushalt beraten - brauchen wir auch hier Leute, die Arbeiten übernehmen können. Der letzte Punkt wäre, durch gemeinsame Aktivitäten das jetzige Bad attraktiver zu machen, etwa durch ein Sommernachtsfest.“
Spontan meldeten sich etliche Mitglieder zur Mithilfe. Bademeister Toni Schönhofer soll die Arbeiten koordinieren. Auch wegen eines günstigen Termins für das Sommernachtsfest wurde eifrig diskutiert, aber noch kein konkretes Datum genannt. Man will erst den Festkalender genauer unter die Lupe nehmen, um keiner anderen größeren Veranstaltung in der Gemeinde Konkurrenz zu machen.

 

PNP OKALTEIL GRAFENAU vom 21.04.2004
Maikäfersonntag in Spiegelau mit offenen Geschäften
Spiegelau
(ul). Zum dritten Mal veranstaltet der Gewerbeverein Spiegelau am 25. April einen verkaufsoffenen Sonntag. Am „Maikäfersonntag“ haben die Geschäfte in dem Glasmacherort von 13 bis 17 Uhr geöffnet und bieten neben ihren bekannt guten Produkten so manche Schmankerl und Schnäppchen an.
So gibt es im Schnapsmuseum Gratisproben der Spirituosen und eine Filmvorführung über den Bärwurz. Gleich gegenüber bietet Blumen Weber passend zur Frühjahrsgärtnerei eine große Auswahl an Beet- und Balkonpflanzen an. Radsport Hüsemann stellt die neuen Räder der Saison 2004 vor und beginnt mit der Verlosunge eines Mountainbikes im Wert von 500 Euro . Bis zur „Hiagstroas“ am zweiten Septemberwochenende bekommt jeder Kunde, der für mindestens 20 Euro einkauft, einen Bon mit einer Nummer. Dieser Bon nimmt an der Verlosung bei der „Hiagstroas“ teil. Spendenaktion für siamesische Zwillinge
Der Gewerbeverein sammelt am verkaufsoffenen Sonntag in den Geschäften für die Operation der deutschen siamesischen Zwillinge Lea und Tabea. Der gesammelte Betrag wird umgehend auf das Spendenkonto überwiesen.
Der Gewerbeverein bittet
die Kunden um ihre Mithilfe.
Die neuesten Trends bieten Ali‘s Sportladen und Modeecke, die Boutique City Fashion und Schuhhaus Nachtmann an. Hier gibt es Markenschuhe für die ganze Familie.
Auch der Kindergarten Spiegelau öffnet von 13 bis 17 Uhr seine Pforten. Für die Kleinen werden schöne Spiele geboten. Die Großen können sich dabei mit Kaffee und Kuchen stärken.
Bereits um 10 Uhr sperrt das Glaszentrum Spiegelau seine Türen auf und lockt bis 17 Uhr mit tollen Sonderangeboten in jedem Geschäft. Bis 16 Uhr ist ein großer Kristallmarkt im Freien aufgebaut. Bei schlechtem Wetter gibt es das edle Glas zu Schnäppchenpreisen in der Ofenhalle. Musikalische Unterhaltung ist mit „Fritz“ garantiert. Für beste Bewirtung sorgt das Bistro mit Biergarten-Mittagsmenü, erlesenen Spargelgerichten, Kaffee und Kuchen.
Auf dem Parkplatz des Bauspezi Heibo ist ein privater Gebrauchtwagen und Motorradmarkt. Anmeldungen nimmt die Firma Heibo unter Tel. 08553/96020 entgegen (der Standort wird bei der Anmeldung bekanntgegeben). In dem Bau- und Gartencenter kann man von 13 bis 17 Uhr auf Schnäppchenjagd gehen. Zudem erhält jeder Besucher ein kleines Präsent.
Also, nichts wie hin zum „Maikäfersonntag“ in Spiegelau!

„Zeitlose Augenblicke“ im Schnapsmuseum
Spiegelau (res). Die Ausstellung „Zeitlose Augenblicke“ der Waldkirchner Künstlerin Reinhilde Schreiber ist noch bis 8. Mai im Schnapsmuseum Spiegelau zu sehen. Gezeigt wird ein Querschnitt von Facettenholz, Öl-Pastell-Kreide, Acryl, Öl sowie Aquarelle in den verschiedensten Maltechniken. Die Werke sind geprägt vom Dialog zwischen Mensch und Natur. So strahlen diese momentane Gefühle wie Ruhe, Harmonie und Ausgewogenheit aus. Aber auch kritische Arbeiten und Texte des Zeitgeschehens sollen beim Betrachter Spuren hinterlassen. Die Künstlerin überzeugt bei dieser Ausstellung mit dem Spannungsfeld zwischen Form, Farbe und Bewusstseinsinhalten.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 14.04.2004
Rotes Buch für das Schaffen von Erich Horndasch
Riedlhütter Heimatverein d‘Ohetaler stellte 100-seitiges Kunstbuch in zweiter Auflage vor - Laudator: Hubert Gerstl
Claudia Grimsmann Spiegelau. Eine „Selbstbeweihräucherung“ sollte es auf keinen Fall werden - das frisch erschienene Künstlerprofil über „Erich Horndasch, den Künstler aus Stammham“. Vergangene Woche präsentierte der Riedlhütter Heimatverein d‘Ohetaler den ersten Kunstband seines kleinen Verlages in seiner zweiten Auflage mit 400 Stück im Schnapsmuseum. Zur Verleihung des Kulturpreises des Landkreises Altötting an den Künstler im Dezember 2003 war die erste Auflage mit 200 Stück gedruckt worden. „Wir standen unter einem enormen Zeitdruck: Manche Nachtschicht hat Fotograf Hans Schopf zum Scannen der Bilder eingelegt. Schließlich – fünf Minuten vor der Preisverleihung haben wir dem Erich das Buch dann gezeigt“, schildert Autor und Referatsleiter für heimatliche Dokumentationen im Ohetaler Verlag, Willi Steger, bei der Begrüßung der etwa 75 geladenen Gäste die spannende Produktionsphase des 100-seitigen Kunstbuches. Die Laudatio und die Vorstellung des reich illustrierten „roten Buches“ hielt der Spiegelauer Pfarrer Hubert Gerstl. „Wahrscheinlich fällt mir diese Aufgabe zu, weil ich vor etwa sieben Jahren eher der ‚Bremser‘ dieser Idee war. Damals waren die technischen Möglichkeiten noch nicht wie heute und es wäre ein weitaus höheres Risiko gewesen. Es ist eigentlich das ganze Spektrum von Horndaschs Schaffen in dem Buch aufgenommen worden: Vom Aquarell bis zu den Glasfenstern“, fasste Gerstl zusammen. „Beim Horni muss ich sagen: Ihm kommt es auf das Material nicht an. Er braucht nicht unbedingt Aquarellpapier, bei ihm reicht auch einmal ein Backpapier oder ein Rechenblattl oder ein Seifenpapierl oder eine Betonwand, wo er drauf malt. Und am Schluss ist es dann ein Kunstwerk“, so der Laudator. Sowohl die Kirche in Riedlhütte, die Werktagskapelle und die Pfarrkirche in Spiegelau tragen die Handschrift des Künstlers aus Stammham. In Riedlhütte verewigte sich Horndasch unter anderem mit den eindrucksvollen bunten Dallglasfenstern (Anm.: von Frz. „dall“ = Platte). Dickes farbiges, gegossenes Rohspiegelglas wird in Hafenöfen geschmolzen und von Hand zu dicken Platten gegossen. Die Struktur ist bei jeder Platte individuell, häufig haben sie Einschlüsse, Schlieren und unregelmäßige Fäden. Um Lichtberechungseffekte in den Farbplatten zu erhöhen, werden diese vor dem Eingießen in das Betongemisch seitlich angeschlagen („angedellt“), dadurch entstehen an den Rändern Linsen, die dem Dallglas eine zusätzliche schöne Verzierung geben. Dekan Franz Xaver Wagner konnte 1962 den damaligen Direktor der Zwieseler Glasfachschule für das Experiment mit der um 1930 in Frankreich entwickelten Technik überzeugen. „Zuerst einmal möchte ich mich bei den Riedlhüttlern bedanken: Ihr habt es so lange mit mir ausgehalten! Mit dem Pfarrer Wagner habe ich damals den Kreuzweg entworfen. Ich konnte diesen Auftrag nicht auf einmal machen, weil ich einige Großaufträge noch hatte. So sagte ich zu ihm: ‚Etwas Geduld musst Du schon mit mir haben.‘ - Hat er auch gehabt! Aber dabei habe ich auch nicht gedacht, dass es 30 Jahre lange dauern würde. Nie habe ich in all der Zeit von den Riedlhüttlern ein böses oder spöttisches Wort gehört“, bedankte sich Horndasch und erzählte kurzweilig und pointiert noch ein paar Anekdoten aus einem Künstlerleben. Hermann Beiler zeigte in einer stimmungsvollen Computerprojektion Horndascher Arbeiten, Co-Autorin Christa Steger las kurze Abschnitte aus dem Buch und die Blechbläser der Musikwerkstatt Freyung-Grafenau zeichneten für den musikalischen Rahmen verantwortlich.Das Buch ist erhältlich beim Heimatverein d‘Ohetaler, Fax: 08553/91008, E-Mail: ohetaler-verlag@gmx.de.

 

LOKALTEIL GRAFENAU vom 07.04.2004 - Bürgermeister setzen sich für Erhalt der DLE ein
Schreiben an Staatsminister Erwin Huber - „Wichtigster Partner zur Lösung von Strukturproblemen auf dem Land“
Spiegelau
(ga). In einem Schreiben an Staatsminister Erwin Huber haben 24 Bürgermeister des Landkreises ihre Sorge um den vollständigen Erhalt der Direktion für Ländliche Entwicklung (DLE) in Landau a.d.Isar geäußert. Bürgermeister Josef Luksch aus Spiegelau hat im Auftrag von Bürgermeistersprecher Heinrich Lenz (Hinterschmiding) das achtseitige Schreiben verfasst .
Der Grund: „Wir befürchten einfach, dass hier wie beim Straßenunterhalt oder beim Winterdienst von der Staatsregierung still und leise Mittel gekürzt werden und gute Institutionen abgebaut oder sehr in ihrer Tätigkeit eingeschränkt werden. Dagegen wollen wir uns wehren“, verdeutlicht Luksch.
Als einer der finanzschwächsten Landkreise in Bayern seien die Gemeinden dringend auf die Unterstützung der DLE angewiesen. In Projekte der Dorferneuerung und Flurneuordnung hätten die Gemeinden von 2001 bis 2003 9,41 Millionen Euro investiert. Die Fördermittel hätten insgesamt 4,13 Millionen Euro ausgemacht. Aber auch in Zukunft bestehe noch großer Bedarf.
„Diese finanzielle Förderung in Dorf und Flur durch die DLE bewirkt eine immense Stärkung unserer mittelständischen Betriebe in der Grenzlandregion. Somit können viele Arbeitsplätze gehalten werden. Mit den Projekten der Dorferneuerung und Flurneuordnung wird erfahrungsgemäß ein Entwicklungsgewinn von ca. 15 Prozent für unsere Gemeinden erzielt“, schreiben die Bürgermeister in ihrer Resolution. Den Gemeinden sei bekannt, dass die Verwaltung für ländliche Entwicklung bereits ca. 25 Prozent Personal abgebaut habe. Eine weitergehende Reduzierung des Personals der DLE würde äußerst negative Folgen bei der Betreuung der Verfahren in Ostbayern und bei der Umsetzung der geplanten Projekte mit sich bringen, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die heimischen Betriebe.
„Wir sehen in der DLE einen der wichtigsten Partner zur Lösung von Strukturproblemen im ländlichen Raum. Wir Bürgermeister finden hier klare Zuständigkeiten, kurze Informationswege und schnelle Genehmigungsverfahren. Diese Leistungen könnten wir mit unserem eigenen Personal in den Verwaltungen gar nicht erbringen“, argumentieren die Gemeindevertreter weiter.
Bürgerinnen und Bürger schätzen die Kompetenz der DLE bei Bodenordnung, Wegebau, Erschließungen von Gehöften und Weilern, die naturschutzfachliche Kompetenz in den Bereichen Wasserbau, Landschaftspflegeflächen, Biotopvernetzung und bei der regionalen Landentwicklung.
Die gemeinsame Resolution des Bayerischen Gemeindetages und des Bayerischen Bauernverbandes vom 3. März werde von den Bürgermeistern keinesfalls mitgetragen. „Wir setzen uns für die Stärkung der DLE in ihrer jetzigen, vor fünf Jahren bereits reformierten Struktur ein, da sie sich in der Vergangenheit zum Wohle unserer Gemeinden und Bürger bestens bewährt hat. Außerdem liegen der Direktion viele Anträge auf die Durchführung von Dorferneuerungen in allen Landkreisen Niederbayerns vor“, heißt es in dem Brief an Staatsminister Erwin Huber weiter.
Für heuer sind durch Altverpflichtungen vom vergangenen Jahr und neue Bauaufträge bereits jetzt Investitionen von 5,7 Millionen Euro in den Dorferneuerungen, 6,5 Mio. Euro in den Flurneuordnungen und 2,7 Mio. Euro für Hof- und Almerschließung vorgesehen und für die nächsten Jahre im Bereich der Hoferschließung noch Investitionen für 17 Millionen Euro geplant, die Fördermittel von 8,7 Millionen Euro beinhalten.

Buchvorstellung im Spiegelauer Schnapsmuseum
Spiegelau.
Der Heimatverein d‘Ohetaler stellt heute um 19.30 Uhr im Schnapsmuseum das neue Buch „Erich Horndasch, der Maler aus Stammham“ vor. Horndasch erzählt aus seinem Leben und Hermann Beiler stellt per Multimediapräsentation einige Kunstwerke Horndaschs vor. Die musikalische Umrahmung übernehmen die Blechbläser der Musikwerkstatt Freyung-Grafenau.

 

LOKALTEIL GRAFENAU vom 02.04.2004 / Sonderschichten für drei Glas-Neuheiten
Kristallglasfabrik kommt vielen Aufträgen nach der Messe „Ambiente“ nur durch zusätzliche Samstagsarbeit nach (von Ursula Langesee)      Fotos: 1, 2, 3
Spiegelau. Andere jammern über Kurzarbeit, bei der Kristallglasfabrik wird morgen den vierten Samstag in Folge Sonderschicht geschoben. Der Grund: drei Innovationen, die bei der renommierten Fachmesse „Ambiente“ in Frankfurt erstmals vorgestellt wurden, sind so gefragt, dass die Spiegelauer Glasmacher mit dem Produzieren nicht mehr nachkommen.
Eine Neuheit ist die Gläserserie „Solution“. Dabei ist es den Spiegelauern als erste gelungen, einen hohlen Glasstiel zu entwickeln. Dadurch, und durch das auch optisch sehr leichte und moderne Design wiegt das Glas kaum in der Hand. Trotzdem erfüllt das „Leichtgewicht“ alle Anforderungen an ein professionelles Gourmetglas. Neu ist die Einteilung nicht nach Rebsorten, sondern nach den Eigenschaften, der Konsistenz der Weine, also „light“, „classic“, „power“, „mature“, „sweet“ und „sparkling“. Anfang Juni ist „Solution“ im Handel.
Damit die Weine mit der optimalen Aromaentfaltung und Temperatur ins passende Glas kommen, werden sie dekantiert. Bisher war das Problem, dass es nur große Dekanter - ab 0,5 Liter - gab. Die Kristallglasfabrik hat jetzt weltweit völlig neu Portionsdekanter entwickelt, die 0,1 Liter, 0,2 Liter oder 0,375 Liter fassen. Diese können die optimale Trinktemperatur (Rotwein: 16 bis 18 Grad Celsius, Weißwein 10 bis 12 Grad) am besten halten, weil sie in jedem Eiskühler Platz finden. „Bei der Entwicklung haben wir die Wirkung an 30 Weinen getestet und es funktioniert. Rotwein braucht zwei bis drei Minuten im Eiskühler, Weißwein vier bis fünf Minuten, um wieder die passende Temperatur zu erreichen. Das lästige Einkühlen zwischendurch im Kühlschrank entfällt“, verdeutlicht Geschäftsführer Siegfried Klante. So sei der Portionsdekanter sowohl für die Gastronomie wie auch für den privaten Gebrauch interessant.
Ihren Beitrag zur „Tischkultur der neuen Zeit“ leistet die Kristallglasfabrik mit der Wellness-Serie „Mystical“. Thomas Chochola, der Leiter des Austria Feng Shui Center in Alt-Nagelberg/Waldviertel hat das Design entworfen. Der ehemalige Berufsmusiker und Geotechniker gibt Klangstrukturen als Formen wieder. Auffallend an den Gläsern ist die wellige Linie, ob für das Weißbierglas „Pantheo“, das Wasserglas „Nicola“ oder den Digestif-Kelch „Gayatri“. Neben der fließenden, optisch sehr reizvollen Form erfüllt „Mystical“ zusätzliche Funktionen. So soll die Karaffe „Alladin“ Flüssigkeiten wie Wasser, Wein oder Saft mit stark vitalisierenden rechtsdrehenden Energien aufladen. Durch diese rechtsdrehenden Energien, so die Philosophie, werden vermehrt linksdrehende Giftstoffe aus dem Körper abgebaut. „Trinkt man Wein aus dieser Karaffe, soll der Alkoholgehalt im Blut weniger anschlagen“, ergänzt Christina Schmid von der Exportabteilung der Kristallglasfabrik.
Für weiteren Energieschub sorgt das Symbol „Blume des Lebens“, das sich am Boden der Trinkgläser und der Karaffe befindet. Es gilt als eines der stärksten Energiesymbole und wurde schon von alten Kulturen zur Aufbereitung und Vitalisierung von Nahrungsmitteln verwendet. Die „Blume des Lebens“ ist in 24 Karat Gold in das Glas eingebrannt. Dies reduziert die Restspannung im Glas auf ein Minimum und macht die Gläser bruchresistenter. Der Verkauf von Gläsern der „Mystical“-Serie startet im Mai.
Mit „Mystical“ führt die Kristallglasfabrik die Wellness- und Feng Shui-Produktlinie weiter, die sie mit „Water Balance“, mitentwickelt von der Schauspielerin Michaela Mertens, begonnen hat. „Unsere Hauptproduktionsrichtungen sind jetzt ‘Vitality‘ und ‘Mystical‘ (Wellness, Feng Shui), ‘Intelligence‘ (Gourmetgläster) und ‘Fancy‘ (Geschenkartikel)“, zählt Christina Schmid auf.
Übrigens, die ausschließlich englischen Namen kommen nicht daher, weil die Spiegelauer Glasmacher besonders anglophil sind. Die Weltsprache ist für die global agierende und überwiegend auf den Export ausgerichtete Kristallglasfabrik einfach am besten geeignet.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 25.03.2004

Der „Eitroga" derbleckte Spiegelauer Lokalprominenz
Spiegelau (ga). „Sauber derbleckt" wurden Kommunalpolitiker und Honoratioren beim 1. Spiegelauer Starkbierfest des Gewerbevereins im Schnapsmuseum. „Da Eitroga" Bruno Fischer (Foto: Beiler) hatte sich Missgeschicke und witzige Begebenheiten zurecht gelegt, die er den rund 200 Besuchern gekonnt vortrug. Besonders strapaziert wurden die Lachmuskeln der Gäste, als das Gemeindeoberhaupt Josef Luksch als Oma verkleidet wurde. Wie gewohnt, bewies der Spiegelauer Bürgermeister Humor und machte das Spiel gerne mit. Im Anschluss an die bejubelte Vorstellung wurde das Buch „Da Eitroga" vorgestellt, das viele Geschichten aus dem „Spiegelauer Glasmacher" enthält und reißenden Absatz fand. Für die musikalische Unterhaltung beim Starkbierfest sorgten die „Grashupfa". Martina Stöckl, Leiterin des Schnapsmuseums, unterhielt die Gäste mit lustigen Gstanzln.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 24.03.2004
Pfarrkirche „Johannes der Täufer“ bekommt bis Allerheiligen eine neue Innenraumgestaltung. Arbeiten beginnen am 19. April - Gesamtkosten: 255 000 Euro - Kleiner Platz um Taufstein entsteht
von Ursula Langesee
Spiegelau. Eigentlich sollten in der fast 90 Jahre alten Pfarrkirche „Johannes der Täufer“ nur die Feuchtigkeitsschäden beseitigt werden. Aber im Zuge der erfolgreichen Außenrenovierung im vergangenen Jahr (wir berichteten) wurden so viele Wünsche nach einer Änderung des Innenraums an den Spiegelauer Architekten Heinrich Scholz und Pfarrer Hubert Gerstl herangetragen, dass jetzt doch eine umfassende Renovierung ansteht. Mit den Arbeiten wird am 19. April begonnen. Der Allerheiligen-Gottesdienst kann dann schon in der neu gestalteten Kirche stattfinden - wenn alles glatt läuft.
Gestern war Lokaltermin mit Architekt Heinrich Scholz, Pfarrer Hubert Gerstl, Architekt Franz Hafner und Schreinermeister Robert Seidl aus Perlesreut. Letztere übernehmen eine Menge Arbeiten bei der Renovierung.
Unklar ist noch, wie künftig das Gotteshaus ausgeleuchtet werden soll. Die bisherigen Deckenstrahler brennen sehr schnell aus und sind dann nur mühsam über den Dachstuhl zu erreichen. Franz Hafner legte eine Variante vor, wonach Kandelaber aus Messing gebürstetem Eisen an den Bänken angebracht werden könnten.
Ein Problem ist auch die Kabelführung. Sie soll möglichst unsichtbar bleiben. „Außer wir sehen es positiv und machen gleich ein Kunstwerk daraus, vielleicht ein Mosaik“, schlug Hafner augenzwinkernd vor. Auf jeden Fall darf das 50 Jahre alte Deckensecco von Kunstmaler Sigmund Spitzner aus Passau mit Szenen aus Marias Leben in Pastell nicht im Dunkeln bleiben.
Heller wird der Innenraum auch durch die Behandlung der Kirchenbänke, der Beichtstuhlfassade und der Erneuerung der beiden Eingänge. Das dunkle Holz wird abgeschliffen und bleibt im Naturton. Die Bänke werden leicht gerundet und um bis zu zehn Zentimeter gekürzt, damit der Mittelgang breiter wird. Dadurch verringern sich die Sitzplätze um 33 auf 223. Der Gang wird bis zum Eingang an der Westseite durchgezogen und am Schnittpunkt zwischen dem Süd-Eingang und dem Mittelgang soll ein kleiner Platz rund um den Taufstein entstehen.
Die neuen Türen bleiben kombinierte Glas-Holz-Konstruktionen, der Windfang an der Südseite wird modernisiert. „Die ,Soziale Wohnungsbaudecke‘ aus Holz kommt runter und wird durch eine Gipsdecke ersetzt“, beschreibt Scholz ein Detail.
Der Kreuzweg aus dem Jahre 1917, die Kreuzesgruppe im Altarraum und die übrigen Figuren werden gereinigt. Das frühere Altarbild (Taufe Jesu durch Johannes den Täufer), das über dem Süd-Eingang hängt und ebenfalls aus dem Jahre 1917 stammt, bekommt einen Rahmen.
Um das Stuhl- und Bänkedurcheinander im Altarraum zu ordnen, werden 21 neue Sedilien - einfache Hocker aus hellem Holz mit hellem Wildlederbezug - für die Geistlichen und die Ministranten gefertigt. Der Tabernakel, der jetzt aussieht wie ein „Postkastl“, so Pfarrer Gerstl, soll neu eingebunden werden. „Eventuell in Form eines kleinen Seitenaltars“, meint Gerstl weiter.
Die Renovierung beginnt mit der Raumschale. Der Putz wird abgeschlagen und neu aufgetragen. Bei der farblichen Ausgestaltung wird Künstler Erich Horndasch (siehe auch Bericht links), der die Kreuzesgruppe und die farbigen Glasfenster schuf, als Berater dabei sein. „Es wird kein reines Weiß werden, aber eine freundliche Farbe. Gut eignen würde sich ein Hellgelb, ähnlich dem der Außenfassade, das die blaugrauen Glasfenster nicht so trist erscheinen lässt“, sagt Pfarrer Gerstl. Wie beim „Außenkleid“ sollen eventuell auch die Lisenen im Inneren farblich herausgehoben werden.
Auf 255 000 Euro sind die Kosten für die Innenrenovierung veranschlagt. Da von der Baumaßnahme im vergangenen Jahr 83 000 Euro übrig geblieben sind, können die Bänke und die Türen gleich mitgemacht werden. Das Orgelgehäuse kann allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt modernisiert werden.
Auf jeden Fall sollen die Gottesdienste durch die Renovierungsarbeiten nicht beeinträchtigt werden. Und wenn doch, hat Bürgermeister Josef Luksch schon die Mehrzweckhalle als Ausweichquartier angeboten.

 

BUCHVORSTELLUNG Erich Horndasch - Der Maler aus Stammham
Spiegelau (hs). Am 7. April um 19.30 Uhr wird im Schnapsmuseum Spiegelau ein Buch über das Schaffen des Malers Erich Horndasch vorgestellt. Diese Buch enthält über 50 großformatige Kunstdrucke mit Horndasch-Werken. Er schuf riesige dreidimensionale Altarbilder und farbige Glasfenster mit bis zu 200 Quadratmetern Größe. Autoren des Buches sind Christa und Willi Steger aus Riedlhütte. Die Zusammenstellung und Aufbereitung der Bilder erfolgte durch Hans Schopf, der auch einige der Kirchen fotografiert hat.
Erich Horndasch wurde 1926 in München geboren und studierte dort an der Akademie der Bildenden Künste bei den Professoren H. Schinnerer und K. Caspar. Er hatte Ausstellungen in mehreren europäischen Großstädten. Seine künstlerische Tätigkeit umschließt Freskomalerei, Sgrafitto, Tempera, Aquarell, Bleistiftzeichnungen, Lithografie, Radierung, Hinterglasmalerei, Steindruck, Wandmalereien, Glasfenster.
In den Kunstwerken von Erich Horndasch spürt der Betrachter den Glauben an die Welt, an das Leben und an Gott. Immer wieder kommen die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft zum Ausdruck. Gerade in seinen farbigen Glasfenstern (wie zum Beispiel in den Kirchen in Spiegelau und Riedlhütte) paart sich farbliche Schönheit mit starker Aussagekraft. Typisch für Horndasch sind das kräftige Rot und das schöne Blau.
Erich Horndasch wurde als Kirchenmaler berühmt. Aber er auch Aquarelle und hintergründige Witzzeichnungen - als Entspannung bei der anstrengenden Arbeit an großen Werken.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 02.03.2004
Gegen Landschaftsschutz auf Spiegelauer Gebiet
Gemeinderat lässt Vorlage mit 13 zu drei Stimmen durchfallen - Begründung: „Durch Nationalpark genug eingeengt“ / von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit 13 zu drei Stimmen (Bürgermeister Josef Luksch, 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß, Erich Bachmann - alle SPD) hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gegen die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes ausgesprochen, wie es die Vorlage der Regierung von Niederbayern für das Spiegelauer Gemeindegebiet vorsieht.
Damit folgte die Mehrheit dem Argument von Gemeinderat Siegfried Klante (CSU), der an das Gremium appellierte, die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes als Ganzes abzulehnen. Seine Begründung: „Wir sind durch den Nationalpark in unserer Entwicklung schon genug eingeengt. Warum sollen wir weiteren Vorschriften und Regelungen zustimmen, wo es sowieso schon so viele zu beachten gibt?“
Tatsächlich sind 45 Prozent des Gemeindegebietes Nationalparkfläche. Nach Vorgaben des Bayerischen Bauernverbandes, sollen Schutzgebiete in einer Gemeinde „50 plus x“-Prozent ausmachen. Nach dieser Formel schlug Bürgermeister Luksch vor, zu den 45 Prozent vom Nationalparkgebiet noch Biotop-Konzentrierungen zu nehmen, um vielleicht 51 Prozent zu erreichen. „Ich denke an das Steinklammtal, die Mühlberger Senke, das Krebsen- und Muckenbachl“, zählte er auf.
Grundsätzlich sollten die drei verbliebenen Vollerwerbslandwirte in der Gemeinde ihrer Tätigkeit ohne Einschränkungen nachgehen können. Ebenso brauchen die drei Gemeindeteile Klingenbrunn, Oberkreuzberg und Spiegelau genug Spielraum zur weiteren Entwicklung. „Spiegelau wäre nach dem vorliegenden Plan der Regierung vollkommen eingeengt. Danach gäbe es keine Verbindung zwischen Spiegelau und Palmberg“, erwähnte der Rathaus-Chef einen gravierenden Mangel.
Luksch räumte auch mit einem Gerücht auf. „Es ist auf keinen Fall so, dass wir von der Gemeindeverwaltung möglichst viele Hektar unter Landschaftsschutz stellen wollen, weil wir dann von der Regierung pro Hektar eine gewisse Geldsumme bekommen würden. Da ist überhaupt nichts dran.“
Freilich, kann indirekt der Gemeinde wieder Geld zufließen, weil ja die Erklärung eines Gebietes zum Naturpark auf der Grundlage eines Landschaftsschutzgebietes geschieht. Und über die Mitgliedschaft beim Naturpark Bayerischer Wald e.V. sind der Gemeinde schon Mittel zugekommen im Rahmen von Landschaftspflege und Naturschutz, Erholung oder Bildungsarbeit.
3. Bürgermeisterin Proßer-Greß forderte vom Landschaftsschutzgebiet betroffene Bürger auf, bis zum 12. März noch ihre Bedenken bei der Gemeindeverwaltung vorzubringen. Bis jetzt gab es 37 Einwendungen zu Flächen vom Hackinger-Gelände bis nach Augrub.
Zur Vorgehensweise hatte Luksch bei der Bürgermeisterdienstversammlung kritisiert, dass der Zeitrahmen für die Auslegung des Landschaftsschutzplanes viel zu eng gesteckt sei und sich die Grenzverläufe bei dem Maßstab 1: 25 000 nicht nachvollziehen ließen. „Erst lässt man sich zwei Jahre Zeit und jetzt pressiert‘s.“
Trotzdem war er der Meinung, den Entwurf zum Landschaftsschutzgebiet nicht generell abzulehnen. Ludwig Schopf (Freie Wähler) schlug vor, den Plan abzulehnen, aber Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Sein Parteikollege Erhard Wawrzek argumentierte: „Mit 45 Prozent Schutzgebiet haben wir mehr als genug getan.“
Schließlich wurde der Plan zum Landschaftsschutzgebiet in der vorliegenden Fassung total abgelehnt.

Kommentar Die generelle Ablehnung des Landschaftsschutzgebietes im Gemeinderat kam überraschend und war vielleicht etwas vorschnell. Sicher reagiert man in Zeiten eines immer unerträglicher werdenden Bürokratismus allergisch auf neue Bestimmungen. Noch dazu, wenn sich kein Nutzen, sondern scheinbar nur Nachteile daraus ableiten lassen. Denn Positives wurde nicht genannt. Freilich muss sich Bürgermeister Josef Luksch nicht zum Werberedner für die Landschaftsschutzidee machen. Aber den einen oder anderen Vorteil zu erwähnen, hätte sicher so manchen Gemeinderat anders überlegen lassen. Noch dazu, weil Lukschs Vorschlag wirklich akzeptabel war. Die Gemeinde hätte ihre Mitarbeit signalisiert, sich aber für die Zukunft nichts verbaut. Jetzt wird es dagegen schwierig werden, beim Finanzierungs-Poker - etwa für das „Naturerlebnisbad“ - gute Karten zu bekommen.
Ursula Langesee

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 20.02.2004
„Das Werk von Reinhilde Schreiber steckt voller Kraft und Zähigkeit“

Ausstellung im Spiegelauer Schnapsmuseum - Figurative und abstrakte Malerei
Spiegelau (ga). Prägnanz, Einfühlungsvermögen und der Dialog zwischen Mensch und Natur, stehen bei Reinhilde Schreiber im Vordergrund. Die Waldkirchner Künstlerin zeigt bei ihrer Ausstellung im Schnapsmuseum den Mut, figurative sowie abstrakte Malerei zusammen zu führen.
Dr. Peter Dillinger umschrieb die Vernissage als "kulturellen Hochgenuss". Bürgermeister Josef Luksch zeigte sich über die kulturellen Veranstaltungen im Schnapsmuseum sehr erfreut, weil sie wichtiger Beitrag für die gesamte Region seien. Er freute sich über den Besuch von 1. Bürgermeister Josef Höppler und 3. Bürgermeister Max Schwarz aus Waldkirchen.
Mit Laudatorin Luise Aicher aus Freyung verbindet Reinhilde Schreiber nicht nur die Leidenschaft für die Kunst, sondern auch eine tiefe Freundschaft. Und was wäre die "Eine" ohne die "Andere" dachte Reinhilde Schreiber und lud die bekannte Mundart-Dichterin Resi Schandra ein.
Welch hohen Stellenwert Musik in unserem Leben einnimmt, zeigte die Vorstellung von zwei jungen Nachwuchskünstlerinnen. Carina Pollak begeisterte auf ihrer Querflöte ebenso wie Corinna Mager am E-Piano, beide aus Waldkirchen.
Luise Aicher beschrieb die Künstlerin als eine zarte, anmutige Frau, bei der man es nicht vermuten möchte, welche Kraft, Dynamik und Zähigkeit diese in ihren Werken offenbart. Als ein echtes Kind des Bayerischen Waldes hat sie die Begabung von ihrer Mutter geerbt, so steckt Reinhilde Schreiber die mitreißende Begeisterung für die Kunst schon im Blut. Durch umfangreiche Weiterbildung in den verschiedensten Maltechniken und Durchhaltevermögen hat sie ihr Talent verfeinert und vervollständigt, etwa bei Professor Dr. Zirnig in Darmstadt, wo sie in "Freies Zeichnen und Malen" mit Bestnote abschloss.
Ihre Liebe galt lange Zeit dem Aquarell, in dem sie sich durch feinste Zeichnungen und exquisite Farbgebung einen Namen machte. Großformatige Arbeiten auf Holz, Stein, Papier und Leinwand, prägnant, eigenwillig und von Sensibilität getragen, sind Schwerpunkte ihrer momentanen Arbeiten. Der Dialog zwischen Mensch und Natur spielt eine dominierende Rolle bei ihren Arbeiten. Auch religiöse Elemente prägen die Arbeit von Reinhilde Schreiber. Mit viel Einfühlungsvermögen schafft sie visuell transparente Schnittstellen, Berührungspunkte, getragen von Gegensätzen und Spannungen.
So ist ein großes Werk nicht nur eine Sache der Quantität, sondern auch der Qualität - es verlangt schöpferischen und körperlichen Einsatz, Übersicht und Können. Auf Naturholz entfacht sie so ein Farbfeuerwerk.
Die Künstlerin arbeitet in den verschiedensten öffentlichen Projekten. Dabei komme sie mit ihrer herzlichen und fröhlichen Art nicht nur bei Erwachsenen, sondern gerade auch bei Kindern gut an. Luise Aicher verwies auf einige Projektarbeiten, vor allem aber auf die Kunst-Perlen-Ilz Ausstellung im Haus Natur-Kultur-Kunst-Jugend in Waldkirchen.
Schreiber dankte allen, die zum gelungenen Abend beigetragen haben, besonders ihren "Damen", denn ohne deren Mithilfe "stand i ganz sche aloa do". Die Ausstellung ist noch bis Mitte April im Schnapsmuseum zu sehen.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 06.02.2004
Vier Firmen und ihr positiver Blick in die Zukunft
Landrat Alexander Muthmann besuchte Kristallglasfabrik, M.U.T., Friedl &Harant, Schönheitsfarm im Fohlenhof
von Ursula Langesee
Spiegelau/Neuschönau. Selten hat wohl Landrat Alexander Muthmann in letzter Zeit so viele gute Nachrichten auf einmal vernommen wie beim Besuch von vier Firmen in Spiegelau und Neuschönau am Mittwochvormittag. Wenn auch von den Branchen her sehr unterschiedlich, verbindet sie doch alle eine erfolgreiche Geschichte und der optimistische Blick in die Zukunft.

Kristallglasfabrik
In seiner ersten und größten Anlaufstelle, der Kristallglasfabrik in Spiegelau mit 260 Mitarbeitern, wurde Landrat Alexander Muthmann auf seine praktischen Fähigkeiten geprüft. Unter Anweisung von Hüttenmeister Günther Pertler blies er eine stattliche Kugel und angeleitet von 2. Betriebsratsvorsitzendem Werner Auerbeck versuchte sich Muthmann, ebenso wie sein Begleiter Richard Schreiner von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt und Bürgermeister Josef Luksch, im Gravieren seines Monogramms in ein Weinglas. Etwas wacklig fand er seine Buchstaben, doch an den positiven Zahlen und Fakten, die Geschäftsführer Siegfried Klante vorstellte, gab es nichts zu rütteln.
In zehn Jahren konnte der Gewinn von 30 Millionen DM auf 30 Millionen Euro verdoppelt werden, und das, obwohl die Mundglasfertigung mit 80 Prozent Lohnkostenanteil am kostenintensivsten ist. "Der Gewinn wird auch nicht hier in Spiegelau gemacht, sondern in Frauenau, wo vollautomatisch im Vier-Schicht-Betrieb gearbeitet wird. Spiegelau steht für die Marke, das Image", verdeutlichte Klante.
Und das Image könnte besser nicht sein. Kristallgläser der Marke Spiegelau kommen in fast allen deutschen Spitzenrestaurants und Top-Hotels auf den Tisch. Auch weltweit sind in der gehobenen Gastronomie überwiegend die Funktionsgläser "made in Spiegelau" zu finden. 15 Millionen Gläser werden pro Jahr verkauft.
Der Geschäftsführer erklärte auch, warum für seine Firma eine Verlagerung nach Tschechien keinen Sinn macht. "Die Kristallglasfabrik besteht seit 1521 an diesem Ort, ganze Familiengenerationen waren der Fabrik treu. Und nur hier bekommen wir die Facharbeiter, auf die wir angewiesen sind."
Über welch großartiges technisches Know-how die Glasbläser verfügen, zeigte sich erst kürzlich mit der Entwicklung des weltweit ersten hohlstieligen Weinglases "Solution". Das Verfahren wird jetzt zum Patent angemeldet.
"Für die nächsten fünf bis zehn Jahre sind wir gut gerüstet. Wir stehen hervorragend da, sind technisch bestens ausgestattet", zeichnete Klante ein optimistisch stimmendes Bild. Die neuen Zahlen für 2004 machten Mut: so ziehe das Inlandgeschäft wieder an, zwar noch verhalten, aber schon spürbar.
Auch Arbeitnehmervertreter Werner Auerbeck fand nur lobende Worte. "Die Verbindung zur Geschäftsleitung ist sehr gut. Wir können mit jedem Anliegen kommen. Das wirkt sich sehr positiv auf das Betriebsklima aus." Umgekehrt würdigte Klante auch, dass sich die Spiegelauer Belegschaft mit dem Nachtmann-Konzern solidarisch zeige und auf das halbe Weihnachtsgeld verzichte, obwohl die 100-prozentige Tochter ja selbst Gewinne einfahren würde.
Er hofft, dass nun von der Konzernleitung bald grünes Licht für das neue Logistikcenter gegeben wird, das baurechtlich bereits genehmigt ist. An den Landrat hatte Bürgermeister Luksch die Bitte, er solle sich verstärkt für den Ausbau der auf zwölf Tonnen beschränkten Brücke an der Riedlhütter Straße einsetzen, die für die Anlieferung der Rohmaterialien für die Kristallglasfabrik unbedingt notwendig sei.

Metallumformtechnik
Mit 35 Mitarbeitern zwar wesentlich kleiner, aber als ein Betrieb, der die Gewinnzone in den 15 Jahren seines Bestehens nie verlassen hatte, präsentierte sich die Firma M-U-T Metallumformtechnik im Industriegebiet Oberkreuzberg. Die beiden Geschäftsführer Ludwig Schopf und Erhard Lendner haben die Firma kontinuierlich aufgebaut. "Es gehörte Mut zu M.U.T." beschrieb Lendner den Schritt vom Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit.
Bei einem Rundgang durch den Betrieb konnte sich Muthmann von der breiten Produktpalette überzeugen. Schwerpunkte sind Komponenten für Windkraftanlagen, Maschinen- und Gehäuseteile, Abgasrohre und Schalldämpfer. Das erweiterte Produktspektrum umfasst hochwertige Geländer- und Vordachkonstruktionen in Edelstahlausführung. Abnehmer sind Handels- und Industriebedarfsträger wie die Firma Loher in Ruhstorf und die Firma Neoplan in Pilsting und zunehmend auch Endverbraucher.
Um der Konkurrenz aus dem Osten vorzukommen, haben Schopf und Lendner ein Gemeinschaftsunternehmen in der Nähe von Prachatitz in Tschechien gegründet, das mehr Umsatzanteile hat als M.U.T. "Wir sehen in Tschechien nicht nur den Beschaffungsmarkt, sondern zunehmend auch den Absatzmarkt. Deshalb fahren wir zweigleisig: wir zeigen Präsenz vor Ort mit dem Hintergrund, in Tschechien Geschäfte zu tätigen."
Mit dem Beitritt Tschechiens zur EU sehen sie eine große Herausforderung auf die bayerische Grenzregion zukommen. "Wir haben das Gefühl, es wird zuviel den Unternehmern selbst überlassen. Die Politik tut zu wenig", wandte sich Lendner an Muthmann. So müsse die Region durch Förderungen weiter gestärkt werden, aber das Gegenteil ist der Fall. Damit drohe neben dem Lohn- auch das Fördergefälle.
Die M.U.T.-Geschäftsführer hoffen für ihr Unternehmen, dass der Umsatz stabil bleibt und sind froh, wenn sie heuer das Ergebnis von 2003 erreichen können.

Fa. Friedl & Harant
Gleich gegenüber beschäftigen Michael Friedl und Robert Harant zehn Mitarbeiter hauptsächlich im Maschinenbau. Der Betriebsschlosser und der Kfz-Mechaniker haben sich vor zehn Jahren selbständig gemacht. Das erste Geld machten sie mit dem Bausektor, inzwischen ist auf diesem Gebiet kaum mehr was zu holen. Deshalb ist jetzt die Fertigung von Maschinen für die Hohlglasindustrie das Standbein. "Wir arbeiten eng mit dem Ingenieurbüro Füller in Spiegelau zusammen, das die Pläne für neue Glasmaschinen fertigt", erzählt Friedl seinen Gästen. 90 Prozent ihrer Aufträge kommen aus Europa.
Beim Rundgang konnte der Landrat hautnah miterleben, wie eine Maschine getestet wurde, die Linsen für hochwertige Auto-Scheinwerfer pressen soll.
Ein Auftrag hat die beiden Geschäftsinhaber besonders stolz gemacht. Sie mussten vor Jahren Hüftgelenksimulatoren für das Klinikum Großhadern liefern. "Solche Aufträge können wir nur annehmen, weil wir gute und spezialisierte Arbeiter haben, die sehr flexibel reagieren können. Die beherrschen die herkömmliche Drehbank ebenso wie unsere teuerste computergesteuerte Maschine für 130 000 Euro", sagen Friedl und Harant.
Auch für die Politik haben sie ein Lob parat: "Es war gut, dass die Kreisstraße nach Schönberg ausgebaut wurde, weil doch oft große Sattelschlepper zu uns kommen. Jetzt fehlt nur mehr der Ausbau bis zum Autobahnanschluss nach Hengersberg", gaben sie Muthmann mit auf den Weg.

Schönheitsfarm
Szenenwechsel: Nicht nur die Gemeinde wechselte der Landrat, der Betrieb wurde ein gänzlich anderer. In der Schönheitsfarm im Fohlenhof begrüßten im "Seehäusl" Michaela und Udo Wernsdorfer , Chefkosmetikerin Helga Greipl-Eder und Neuschönaus Bürgermeister Heinz Wolf die Delegation aus dem Landratsamt. Eine sehr angenehme Atmosphäre empfing Muthmann in dem 2000 gebauten "Seehäusl", das zusammen mit dem Mutterhaus "Fohlenhof" 32, fast ausschließlich weiblichen Gästen, einen erholsamen Aufenthalt inmitten der idyllischen Waldoase bieten kann.
"Wenn sonst nur Damen zu Ihnen kommen dürfen, dann hab ich ja direkt Glück gehabt", scherzte der Landrat und strahlte gleich noch mehr, als ihm Michaela Wernsdorfer ihr seit 1997 bestehendes Unternehmen vorstellte. "Wir haben 97 Prozent Auslastung und das ganze Jahr über Saison. 80 Prozent unserer Gäste sind Stammgäste und unsere Buchungen reichen bis 2007. Wir beschäftigen 52 Mitarbeiter aus der Region und bilden fünf Lehrlinge in der Kosmetik, in der Küche und im Büro aus."
Nur mit der landläufigen Definition von "Schönheitsfarm" hat Wernsdorfer Probleme. "Wir achten nicht nur auf das Äußere. Bei uns laufen keine grell geschminkten und gestylten Frauen rum. Vielmehr beruht unser Erfolg auf der Ganzheitsmethode von Gertraud Gruber. Behandlungen und Anwendungen, Kosmetik, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sollen Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht bringen."
Deshalb verbringen fast alle Gäste eine ganze Woche in der Schönheitsoase und werden dort gehegt und gepflegt. "Der Gast ist König" - ist die simple, aber von den Gastgebern alles fordernde Philosophie im Fohlenhof. Die Stammgäste kommen aus jeder Berufssparte, aus München, Straubing, Regensburg , Bremen und Kiel ebenso wie aus der Schweiz, Österreich oder Italien.
Eine Nachricht ließ Landrat Muthmann zum Schluss dann doch aufatmen: Ambulant sind auch Herren zur Behandlung gern gesehen. Einen Termin will er demnächst vereinbaren.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 02.02.2004
Unwahrheiten am laufenden Band
Viel Applaus für Premiere von „Lügen über Lügen“ der LMU-Bühne zum zehnten Jubiläum
von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit ihrer neuesten Produktion zum zehnten Jubiläum tischt die LMU-Bühne ihren Zuschauern "Lügen über Lügen" auf. "Sie werden sicher daraus lernen", bemerkte Peter Hinterberger bei der Begrüßung des Publikums. Was, das ließ er wohlweislich offen. Zur Premiere am Freitagabend im vollbesetzten Hartl-Saal waren auch Theaterkollegen aus Schönberg, Riedlhütte und Innernzell gekommen, die aufmerksam mitverfolgten, wie die "LMUs" , die sich dem Boulevardtheater verschrieben haben, den Vierakter von Walter G. Pfaus auf die Bühne brachten.
Der erste Akt war etwas langatmig, aber notwendig, um in die Handlung einzuführen. Die reichte Tante Rita aus Amerika (Elisabeth Niedermeier) kündigt nach 25 Jahren ihren Besuch bei ihrer Nichte Dunja Bubek (Silvia Wernsdorfer) und deren Mann Leo (Peter Hinterberger ) an. Damit ändert sich der Alltag des Ehepaars schlagartig. Denn Dunja hat ihrer Erbtante vorgegaukelt, Frau eines Landtagsabgeordneten zu sein und sich deshalb Chauffeur, Butler und Dienstmädchen leisten zu können. In Wirklichkeit ist Leo ein einfacher Angestellter. "Ich konnte einen ordentlichen Beruf lernen und musste nicht in die Politik gehen", verteidigt er sich und die Zuschauer zollen ihm für dieses Lippenbekenntnis zustimmenden Beifall.
Dunja ist in der Zwickmühle, agiert aufgeregt bis hysterisch, denn die dringend notwendige Erbschaft steht auf dem Spiel. Also werden kurzerhand Leos Kollege Werner Frisius (Alois Loibl) als Diener, Freund Jörg (Hans-Jürgen Loibl) mit seinem Mercedes als Chauffeur und dessen Freundin Lisa (Bianca de Lattré) als Dienstmädchen akquiriert.
Weil die Tante aber ausgerechnet dann kommt, als Jörg und Dunja nach einem stürmischen Walzer auf der Couch landen, wird die sorgsam ausgearbeitete Rollenverteilung durcheinander gewirbelt. Plötzlich findet sich Jörg als Dunjas Mann wieder und der zunächst sprachlose Leo muss den Diener mimen. Diese Rolle beherrscht Peter Hinterberger perfekt. Ein wenig angelehnt an "Dinner for one" spielt er den formvollendeten englischen Butler "Percy", der mit seinen guten Manieren Tante Rita schwer beeindruckt. Nur vergisst er auf seine Dienerpflichten, wenn sich Jörg als Dunjas neuer Ehemann zu sehr an seine Angetraute ranmacht.
Richtig Zunder in die Lügengeschichte bringt der überraschende Besuch von Leos Mutter Erna (Eva Stocker). Sie könnte ja - uneingeweiht - das bisherige Lügengebäude zum Einstürzen bringen, deshalb erklärt ihr Schwiegertochter Dunja, dass Tante Rita eine "Meise" habe und Jörg für Leo halte. Man dürfe aber dem Besuch aus Amerika nicht widersprechen.
Eva Stöcker wird spontan zum Liebling der Zuschauer. Die ewig betrunkene Mutter, die zum Entsetzen Ritas nicht mehr weiß, ob sie einen, zwei oder gar drei Söhne zur Welt gebracht hat, spielt sie sehr überzeugend.
Eine amüsante Nebenrolle hat Josef Kreutner als Einbrecher Willi, der sich aber als Privatdetektiv ausgibt. Er bringt eine weitere Variante in die Lügengeschichte, die im vierten Akt natürlich mit einer Überraschung endet. Da zieht die "Tante" ihren Trumpf aus dem Ärmel...
Viel Applaus und herzliches Lachen belohnte die Darsteller, bei denen das Lampenfieber zuweilen aufflackerte. Deshalb hatte Souffleuse Christl Loibl "wieder viel zu reden", wie Butler Percy bei seinem Dank an die Agierenden hinter der Bühne treffend bemerkte. "Tante Rita" hatte auch Regie geführt. Birgitt de Lattré kümmerte sich um die Maske, Josefine Dullinger um die Kostüme und Fritz und Stefan Riedl um den Bühnenbau. Einen Blumenstrauß gab es für Hildegard Riedl als jahrelange Leiterin der LMU-Bühne.

Gelegenheit, das neue Stück zu sehen, ist noch am 4., 6. und 7. Februar. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Hartl-Saal. Karten gibt es im Vorverkauf in der Touristinformation Spiegelau, Restkarten an der Abendkasse.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 29.01.2004
Eduard Karl leitet ab sofort die Holzhauer
Klingenbrunner Holzhauerverein feierte zünftig seinen 149. Jahrtag - Verdiente Mitglieder wurden geehrt
Klingenbrunn (dö). Nach alter Manier haben kürzlich die Mitglieder des Klingenbrunner Holzhauervereins ihren 149. Jahrtag gehalten, in dessen Rahmen auch die Generalversammlung mit Neuwahl der Vorstandschaft über die Bühne ging. Eduard Karl, der bisherige 2.Vorstand, wird künftig als erster Vorsitzender die "Axt" beim Klingenbrunner Traditionsverein schwingen.
Keineswegs "gesägt" wurde am Stuhl des bisherigen Vorsitzenden Erwin Eder. "Es müssen Jüngere ran", so sein Kommentar. Er gab nach 20-jähriger Tätigkeit seinen Entschluss bekannt, nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren. Ihm wurde von vielen Seiten Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit entgegengebracht.
Eder bat zu Versammlungsbeginn um eine Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder Max Schinabeck, Adolf Bergmann und Alfred Auerbeck. Ordnungsgemäß verlas er anschließend seinen Jahresbericht. Den Mitgliederstand gab er mit 100 an. Besonders begrüßt wurden von ihm neben Bürgermeister Josef Luksch die Forstoberräte Kiefl und Wanninger sowie die Oberamtsräte Erhard, Fritsch und Karsch.
Schriftführer Werner Ohland erinnerte an die Aktivitäten im abgelaufenen Vereinsjahr, das in ruhigen Bahnen verlaufen sei, da man kein eigenes Fest veranstaltet habe. Rege beteiligt habe man sich an den kirchlichen und weltlichen Festen im Gemeindebereich. Im nächsten Jahr aber komme auf den Holzhauerverein einiges zu, denn da gelte es, das 150-jährige Vereinsbestehen zu feiern. Dabei sei auch an eine Ausstellung gedacht, bei der historische Fotos, alte Geräte und Werkzeuge, an das frühere Holzhauerleben erinnern sollen. Dem Kassier Boris Denker bescheinigte im Anschluss Kassenprüfer Max Friedl eine mustergültige Kassenführung.
Auf seine "alten Recken" ist der Holzhauerverein besonders stolz. Einer davon ist Otto Baumann, der für eine 50-jährige Zugehörigkeit zum Verein ausgezeichnet wurde. Die Neuwahl der Vorstandschaft unter der Leitung von Bürgermeister Josef Luksch ergab folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Eduard Karl, zweiter Vorsitzender Erwin Eder, dritter Vorsitzender Rüdiger Fischer, Schriftführer Werner Ohland, Kassier Boris Denker, Hilfskassier Konrad Stern, Kassenprüfer sind Josef Häusler und Erwin Auerbeck, Fahnenjunker Mario Fuchs (Stellvertreter Edmund Eiter und Ferdinand Koroliuk); im Ausschuss sind vertreten: Ludwig Schopf, Josef Sigl, Kurt Kufner, Mario Fuchs, Josef Wanninger und Alfons Schönberger sen.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 29.01.2004
IM GEMEINDERAT SPIEGELAU NOTIERT
Debatte über eine zweite Garage
Der Gemeinderat stimmte dem Antrag von Sebastian Sedlmaier aus Oberkreuzberg-Braungarten zu, eine zweite Garage mit Pultdach zu bauen. Dafür musste der Bebauungsplan geändert werden. Bürgermeister Josef Luksch votierte gegen diese Entscheidung. Die Bürgervertreter hatten zuvor einstimmig festgelegt, dass die Garage nur zur Lagerung genutzt werden darf, jedoch nicht gewerblich. 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß sagte zu der Entscheidung: "Ich möchte betonen, dass das Vorgehen von Herrn Sedlbauer nicht in Ordnung war. Wir Gemeinderäte müssen darauf achten, dass das nicht zum negativen Vorbild für andere Bürger wird."

 

Entscheidungen zu Tempolimits
Bürgermeister Josef Luksch trug verschiedene Anliegen aus Bürgerversammlungen vor, die dann im Gremium entschieden wurden. Für die Jahnstraße in Spiegelau beschlossen die Gemeinderäte ein eingeschränktes Halteverbot. Vier Gemeinderäte stimmten allerdings dagegen, die Halteregel in der Straße, die zum Friedhof führt, zu ändern. In Klingenbrunn wird nach dem Beschluss des Gemeinderats im Daxsteinweg ein Schild mit der Aufforderung "Freiwillig 30" aufgestellt (wir berichteten), zudem werden in dieser Straße Geschwindigkeitsmessungen ausgeführt, im Lusenweg kommt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Der Antrag, auch in Oberkreuzberg in der Kastanienallee ein Tempolimit einzuführen, wurde abgelehnt. Die Kastanienallee, so ein weiterer Beschluss, soll wieder aufgeforstet werden, damit ihr charakteristisches Erscheinungsbild erhalten bleibt.

 

Neuer Regionalplan gebilligt
Der Gemeinderat stimmte den Änderungen des Regionalplans Donau-Wald zum Bereich"Erholung, Tourismus und Gesundheit" zu. Auch die Fortschreibung des Regionalplans "Gewerbliche Wirtschaft" wurde einstimmig verabschiedet.

 

Dachflächennutzung für Sonnenenergie
Bürgermeister Luksch teilte mit, dass bei der Gemeinde die Anfrage eines Unternehmens eingegangen ist, das Dachflächen für Photovoltaikanlagen sucht. Die Bürgervertreter wollen den Wunsch näher prüfen und dann darüber entscheiden.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 27.01.2004
Tempolimits: Sinnvoll, aber kein Allheilmittel
In Klingenbrunn kommt im Lusenweg die Begrenzung auf 30 km/h - Thema auch in anderen Gemeinden diskutiert. / von Mathias Frohnapfel
Klingenbrunn. Der leicht abschüssige Lusenweg in Klingenbrunn verführt so manchen Autofahrer dazu, noch etwas mehr Gas zu geben. Besonders in den schneefreien Monaten wird die Straße regelrecht zur "Rennstrecke", wie Anwohnerin Katja Kubitscheck formuliert. Die kleine Wohnstraße ist recht stark befahren, da sie zum Sportplatz, dem Schützenheim und den Parkplätzen für die Wanderwege führt.
Die vom Freizeitverkehr geplagten Anwohner können jetzt ein wenig aufatmen. Der Spiegelauer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern in der Straße festzulegen. "Das ist ein guter Schritt, auch wenn die Tempo 30-Zone, die wir eigentlich wollten, nicht kommt", sagt Katja Kubitscheck. Zone 30 bedeutet immer, dass auch bauliche Veränderungen nötig wären, etwa der Einbau von so genannten Stolperschwellen. Bei einer reinen Geschwindigkeitsbegrenzung ist das nicht erforderlich.
Katja Kubitscheck, Mutter eines zweijährigen Bubens, hatte unter den Anwohnern eine Unterschriftenaktion organisiert. Zehn Kinder wohnen im Lusenweg. Sie und auch die älteren Anwohner sieht Kubitscheck durch die Autos besonders gefährdet. "Erst vor kurzem ist beinahe eine Nachbarin angefahren worden", schildert die gelernte Bankkauffrau die Situation, die aus ihrer Sicht eine Reduzierung des Tempos unbedingt nötig gemacht hat.
Nicht jeder Antrag auf Schilder mit Geschwindigkeitslimits verläuft erfolgreich. Beispielsweise lehnte der Spiegelauer Gemeinderat die Schaffung einer Tempo 30-Zone für den Daxsteinweg in Klingebrunn ab. Stattdessen sollen hier Schilder mit der Aufforderung "Freiwillig 30" aufgestellt werden. Für die Kastanienallee in Oberkreuzberg schmetterten die Gemeinderäte den selben Antrag ganz ab.
Ob Tempobegrenzungen in Wohngebieten Sinn machen oder nicht, darüber gehen die Ansichten weit auseinander. "Das hilft meist nur in den ersten beiden Wochen. Dann hält sich doch fast niemand mehr daran", meint Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch. Einzige Einschränkung: Die Polizei kontrolliere per Blitzer. Die Ordnungshüter selbst teilen diese Meinung nicht: "Von einem Tempolimit geht durchaus eine Wirkung aus", findet Werner Müller, Erster Polizeihauptkommisar in Grafenau. Seine Erfahrung: Überall dort, wo ein Schild stehe, werde auch etwas langsamer gefahren.
Axel Arnold von der Pressestelle des ADAC in München betrachtet die Frage aus Sicht der Autofahrer. Es sei sehr wichtig, betont er, 30-er Zonen und Geschwindigkeitsbegrenzungen richtig zu kennzeichnen. Das dürften keine "Abkassierfallen" sein. Eine auf die Straße aufgezeichnete 30 verhindere etwa, dass jemand schon länger durch eine solche Zone fährt und das überhaupt nicht bemerke. Der Verkehrsexperte rät dazu, jeden Einzelfall genau zu überprüfen und nur dort Schilder aufzustellen, wo es wirklich Sinn mache. "Tempo 30 ist kein Allheilmittel", so seine Warnung.
Der Glaube daran scheint dagegen bei vielen Bürgern ungebrochen: Beispielsweise wurde in allen Bürgerversammlungen der Marktgemeinde Schönberg das Thema mit Vehemenz vorgetragen. "Wir werden im Frühjahr deshalb in der ganzen Gemeinde gemeinsam mit Polizei und Landratsamt eine Verkehrsschau machen", sagt Bürgermeister Peter Siegert. So werde eine "Salamitaktik" - mit immer wieder unterschiedlichen Bewertungen - vermieden. Sehr gute Erfahrungen habe die Gemeinde bisher mit dem Tempo-Infogerät gesammelt. Der Apparat zeige den Autofahrern die aktuelle Geschwindigkeit und "tatsächlich geben die meisten dann weniger Gas", hat der Bürgermeister beobachtet.
In Grafenau hat der Stadtrat in der Vergangenheit bei vielen Anfragen entschieden, ein Schild mit der Aufschrift "Freiwillig 30" aufzustellen. Bürgermeister Helmut Peter: "Die Leute müssen sehen, dass es sinnvoll ist, hier langsamer zu fahren. Das nützt auf jeden Fall." Manchmal wird jedoch auch ein Appell an die Freiwilligkeit nach einer Weile durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung ersetzt. Etwa auf der Strecke zwischen Haus im Wald und Furth, wo nun schon seit einer Weile das Schild mit der rot umrandeten 30 prangt.

LOKALTEIL GRAFENAU vom 27.01.2004
Oh, wie schön ist der Bayerwald!
Klingenbrunn (mf). Der Philosoph Friedrich Nietzsche, der 1876 in Klingenbrunn weilte, war genauso von der Kulisse des Bayerwalddorfes begeistert wie die Menschen heutzutage. In einer echten Wintertraumlandschaft waren gestern die Konturen des Kleinen und Großen Rachel sehr schön zu sehen. In einem Brief formulierte Nietzsche übrigens über seinen Aufenthalt in Klingenbrunn: "Der Ort ist sehr gut (...) Hier will ich bleiben.”

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 20.01.2004
Der Spiegelauer Karl-Heinz Hoppe ist seit 75 Jahren ein unerschrockener Sozialdemokrat
Damals als Friedensaktivist in Partei eingetreten - Bundestags- und Landtagspolitiker kamen zu der Ehrung, von Karin Friedl
Spiegelau. Der Wunsch nach Frieden hatte Karl-Heinz Hoppe 1929 dazu bewegt, Jungsozialist zu werden. Seit 75 Jahren erlebt das engagierte SPD-Mitglied seitdem alle Höhen und Tiefen seiner Partei. Zusammen mit zahlreichen anderen Jubilaren wurde der Spiegelauer durch Bundestagsabgeordneten Ludwig Stiegler für die langjährige Treue geehrt.
"Wir haben heute Ehrungen, da bleibt einem der Schnabel offen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Ludwig Stiegler. "Hier ist ein Sozialdemokrat unter uns, der vom Beginn der deutschen Demokratie an hautnah dabei war." Und tatsächlich erinnert sich Karl-Heinz Hoppe mit seinen 90 Jahren an jede Einzelheit aus den Krisenjahren der Weimarer Republik, an das Verbot der SPD 1933, den "schrecklichen Krieg."
Angesichts der vielen Geschichten, die Hoppe zu erzählen wusste (siehe auch Porträt im Niederbayernteil), mahnte MdB Stiegler: "Viele Deutsche, die heute nur noch die Dunkelheit sehen, sollten sich daran erinnern, was die Leute damals alles durchgemacht haben." Ein rüstiger Rentner wie Karl-Heinz Hoppe sei der lebende Beweis dafür, wie gut 75 Jahre Sozialdemokratie einem Menschen bekommen würden. "Ein Mann wie Karl-Heinz Hoppe kann einfach nur ein Vorbild für uns alle sein", sagte Ludwig Stiegler unter dem Beifall der zahlreichen Ehrengäste aus Bundes-, Land- und Bezirkstag.
Hoppe selber sieht mit Humor auf das Erlebte zurück: "Ich bin eben eine treue Tomate - 75 Jahre in der SPD, 74 Jahre in der Gewerkschaft und 67 Jahre verheiratet." Dass dieser Leistung nichts mehr hinzugefügt werden kann, darüber waren sich die SPD-Genossen einig. Es sei eine große Bereicherung für die Gemeinde Spiegelau gewesen, dass die Liebe den gebürtigen Hannoveraner Hoppe 1936 in den Bayerischen Wald verschlug. In Spiegelau engagierte er sich viele Jahre als Vorstandsmitglied des Ortsvereins sowie als Gemeinderat und dritter Bürgermeister.
Goldene Hochzeit mit der SPD feierte ein weiterer engagierter Spiegelauer. "Auch Alfred Baumann hat in 50 Jahren Mitgliedschaft einen großen Beitrag für die Demokratie geleistet. Er ist in einer Zeit in die SPD eingetreten, da die Vision einer neuen Gesellschaft, einer neuen Ordnung in Freiheit und Gerechtigkeit inmitten der Trümmer des Krieges wuchs", sagte Ludwig Stiegler. Besonders rührende Worte für das Spiegelauer Urgestein Baumann hatte auch Bürgermeister Josef Luksch: "Alfred Baumann hat viel für die Gemeinde getan und mir als persönlicher Freund oft zur Seite gestanden." Großen Dank brachte der Bürgermeister auch gegenüber den anderen Jubilaren (siehe Kasten) zum Ausdruck.
MdB Bruni Irber identifizierte sich mit den Geehrten: "Auch bei mir war die Friedenspolitik - damals von Willy Brandt - der primäre Beweggrund, um in die SPD einzutreten. Weiter seien ihr damals auch die Bildungschancen für Frauen und Mädchen ein Anliegen gewesen. "Und genau das ist es auch, wofür wir heute in erster Linie kämpfen."
Landtagsabgeordneter Jürgen Dupper sprach als neuer Beauftragter für den Landkreis Freyung-Grafenau im Rahmen der Ehrung noch einige Punkte an, die von der SPD besonders verfolgt werden. "Uns sind derzeit in erster Linie die kommunalen Finanzen, das Bildungssystem, die Verwaltungsreform und die Kürzungen im sozialen Bereich sehr wichtige Anliegen. Hier müssen wir der CSU-Landesregierung Paroli bieten."
Die älteren Jubilare wie Karl-Heinz Hoppe machten den jungen SPD-Genossen Mut für die Zukunft: "Wir haben schon so viele Krisen überstanden, da kann uns dieses Tief noch lange nicht aus der Ruhe bringen. Wir haben keinen Grund uns zu entschuldigen oder zu verstecken.”

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