Archiv
Lokalteil Grafenauer Anzeiger von Juli bis Dezember 2004

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 7.12.2004

Passauer fahren zum Sterne gucken in den Bayerwald
Astronomische Interessengemeinschaft Passau e.V. beobachtet von Oberkreuzberg aus regelmäßig das Universum - Bis jetzt 25 Mitglieder
von Susanne Schmitt
Oberkreuzberg/Passau. Was bringt jemanden dazu, sich in klirrender Kälte, mit den Augen gen Himmel gerichtet, die halbe Nacht um die Ohren zu schlagen? Rund um einen Benzinkocher stehend, auf dem gerade heißer Tee gekocht wird, damit man nicht gänzlich erfriert? Die erste Vorsitzende der 2002 gegründeten Astronomischen Interessengemeinschaft Passau e.V., Eva Steber, kann die Faszination der Astronomie erklären: »In einer richtig klaren Nacht lassen sich viele Sterne bereits mit bloßem Auge oder einem Feldstecher erkennen. Das ist live viel schöner als auf Fotos. Das Ganze auch noch in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten zu erleben, ist echt toll«, schwärmt sie.
Wie sehr sie von den Sternen fasziniert ist, merkt man ihr deutlich an. Mit leuchtenden Augen erzählt sie von den Ursprüngen der Astronomie in den mythischen Heldensagen der alten Griechen, zeigt Bilder aus Fachbüchern und erklärt dem Zuhörer, was ein Kugelstern ist. Im Verein, der etwa 25 Mitglieder zählt, finden sich Hobbyastronomen quer durch alle Altersstufen und Berufsgruppen. »Von 16 bis 65, vom Schüler bis zum Rentner«, sagt Steber. Das Angebot des Vereins richtet sich an alle, die sich für die Astronomie begeistern - auch an Einsteiger.
Seit kurzem hat der Verein eine neue Anlaufstelle: Eine Sternwarte im Industriegebiet Oberkreuzberg im Landkreis Freyung-Grafenau. Diese entstand auf Initiative des Vereinsmitglieds Günter Stumpp, der dort auch ein Fachgeschäft für Astronomiegeräte betreibt, sich das Hobby Astronomie gewissermaßen zur Lebensaufgabe gemacht hat.
Neben regelmäßigen Führungen durch die Sternwarte bietet der Verein auch die Möglichkeit, gemeinsame Beobachtungstouren zu unternehmen. Ostern 2003 reisten einige Mitglieder auf die spanische Insel La Palma. Dort besuchten sie das Observatorium, das auf dem 2400 Meter hohen Berg Roque de los Muchachos errichtet wurde. »Ein absoluter Höhepunkt in unserer jungen Vereinsgeschichte«, erzählt Steber.
Die Astronomische Interessengemeinschaft Passau e.V. trifft sich jeden vorletzten Freitag im Monat im Gasthaus Knott in Jacking. Weitere Infos unter Tel. 0851/428 23 oder im Internet, www.aip-passau.de.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 30.11.2004

Weihnachtlicher Glanz beim Spiegelauer Adventsmarkt
Viele Besucher genossen das große Angebot - Gewerbeverein verloste Reise nach Berlin - Nikolaus, Kutschen- und Karussellfahrten begeisterten
Spiegelau (frk). Der Duft von Glühwein und Weihnachtsgebäck, eine prachtvolle Tanne voller Lichter und weihnachtliche Klänge von den Christkindlansingern - der Spiegelauer Adventsmarkt machte am Wochenende richtig Vorfreude auf das bevorstehende Fest. Viele Besucher drängten sich auf dem Platz bei der Touristinformation, um das große Angebot in den vielen liebevoll geschmückten Hütten zu genießen. Wertvolle Weihnachtsgeschenke konnten sich die zahlreichen Gewinner der großen Tombola des Gewerbevereins, der den Adventsmarkt veranstaltet hatte, schon am Losstand abholen. Helmut Schrepf aus Riedlhütte durfte sich als Hauptgewinner sogar über einen Reisegutschein ins Hotel Berlin Alexanderplatz freuen. Die kleinen Besucher des Adventsmarktes nutzen die Gelegenheit zu kostenlosen Kutschen- und Karussellfahrten.
 

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 19.11.2004
KSS-Verwaltung und -Vertrieb in Spiegelau werden Ende Januar 2005 aufgelöst
KSS-Betriebsrat Herbert Moosbauer: Im Nachtmann-Konzern werden 10 bis 15 Prozent der Beschäftigten entlassen /von Egon M. Binder.
Spiegelau. Im traditionsreichen Glasmacherort Spiegelau herrscht alles andere als vorweihnachtliche Freude und Hoffnung. Nein, wenn auch Allerseelen schon längst wieder vorbei ist, die Lichter auf den Gräbern der einstigen Glasmacher verloschen sind, brennen sie nun an anderer Stelle: An den Fenstern des Verwaltungsgebäudes der Kristallglasfabrik Spiegelau als Mahnlichter.
Fast makaber: geschmückt sind die Fenster des gesamten Verwaltungsgebäudes hin zur Spiegelauer Hauptstraße mit großen Trauerkreuzen, Aufrufen und Zeitungsausschnitten, die die drohende Entlassungswelle in Spiegelau wie in den Nachtmann-Glashütten in Riedlhütte, Frauenau, Weiden und Amberg beklagen. Zitiert wird auf Plakaten auch immer wieder das, was derzeit zwischen Rachel und Lusen bis weit über Grafenau hinaus das Tagesgespräch beherrscht: ”Das ist für die Region eine Katastrophe!”
Wie seit Bekanntwerden dieser Hiobsbotschaft am vergangenen Dienstag bei der Spiegelauer Bürgerversammlung laufend in unserer Zeitung berichtet, will der neue Glashüttenherr Georg Riedel aus Kufstein in Tirol seit seiner 100-prozentigen Übernahme des Nachtmann-Konzerns vor zwei Monaten nun die damit übernommene Belegschaft von 1500 Mitarbeitern reduzieren.
Wenn auch Riedel selbst für unsere Zeitung, den Rundfunk wie selbst für hochrangige Politiker nicht erreichbar war, ließ er in unserer Samstags-Ausgabe durch den Vorstand der Nachtmann AG dementieren: ”In keiner Weise werden derzeit vom Vorstand Überlegungen angestellt, Mitarbeiter in einer Größenordnung von 200 Stellen abzubauen.”
Doch just zur selben Zeit ließ man bei einem Treffen der Nachtmann-Betriebsratsvorsitzenden in Neustadt an der Waldnaab die Katze aus dem Sack und wissen, dass dem doch nicht so sein wird.
Auf unsere Anfrage teilte uns der Betriebsratsvorsitzende der Spiegelauer Kristallglasfabrik, Herbert Moosbauer, gestern mit, dass ihm klipp und klar gesagt worden sei, dass Verwaltung und Vertrieb der KSS in Spiegelau zum 30. Januar geschlossen werden. Rund 30 Leute werden dann in einer von der Arbeitsagentur inszenierten Auffanggesellschaft, die Schulungszwecken für die dann Arbeitslosen verfolgt, integriert. Ein Jahr lang wird für diese Personen dann das Arbeitsamt die Entlohnung wie die Schulungsgebühren übernehmen.
Wer dann keinen Arbeitsplatz gefunden hat, für den heißt dann die sichere Endstation: Arbeitslosigkeit.
Wie Moosbauer weiter von diesem Neustadter-Gespräch informiert, müsse über den Gesamtkonzern hinweg in den nächsten Monaten mit einer Reduzierung der Belegschaft zwischen 10 und 15 Prozent gerechnet werden, was bei derzeit 1500 Beschäftigten die Entlassung von 150 bis 225 Personen bedeuten würde. Welche Glashütten dies besonders treffen wird, darüber gibt es vorerst noch keine Kalkulation.
Auf alle Fälle will nun Nachtmann-Eigentümer Georg Riedel in dieser Woche noch einen Besuch vor Ort machen, um sich mit den örtlichen Betriebsleitern und Betriebsräten über den Personalabbau zu unterhalten.
Der Grund allen Übels sei, so wurde dem Betriebsratsvorsitzenden Moosbauer von den neuen Eigentümern versichert, die Tatsache, dass die Nachtmann-Glashütten auch zum Beginn des neuen Geschäftsjahres, das mit dem 1. Juli 2004 begann, nicht aus den ”Roten Zahlen” kommt. Moosbauer: ”Uns wurde gesagt, dass in den vergangenen vier Monaten in der gesamten Nachtmann-Gruppe erneut 2,7 Millionen Euro Verlust aufgelaufen sind.“ Ein Trost, wenn auch ein schlechter, ist es für Moosbauer, dass daran ”seine Glashütten”, also die von Spiegelau und Frauenau, nur mit rund 250 000 Euro beteiligt sind.
Politiker versuchen indes, Georg Riedel dazu zu bewegen, dass die Nachtmann-Verwaltungszentrale eventuell dorthin verlagert wird, wo das ”gläserne Herz” des Konzerns schlägt. Und das wäre dann dort, wo das meiste Glas produziert wird, nämlich im Landkreis Freyung-Grafenau.
Landrat Alexander Muthmann hat Bayerns Staatsminister Erwin Huber darum gebeten, dass er auf Riedel in diese Richtung einwirkt und vor allem die Bleikristallglasfabrik in Riedlhütte für seine Aufträge forciert, weil ja gerade hier (nach einem Großbrand) neue Gebäulichkeiten mit modernsten Maschinen und vor allem einem motivierten Mitarbeiterstamm zur Verfügung stünden.
Erreicht worden sei bisher in einem Gespräch mit Nachtmann-Vorstandsmitglied Kaufmann, dass es vorerst keine Produktionsverlagerung aus unserem Landkreis nach anderswo geben werde.
Doch diese Zusage ist für mich keine Entwarnung, da anscheinend noch keine verbindlichen Entscheidungen gefallen sind,« so Landrat Alexander Muthmann gestern gegenüber unserer Zeitung.
 

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 19.11.2004

Aktuelles zu Freibad, Klärwerk und Sägewerk
Bei Bürgerversammlung in Spiegelau klärt Bürgermeister Josef Luksch über große Projekte in der Gemeinde auf /von Ursula Langensee
Spiegelau. Die drei großen Themen Freibad, Klärwerk und Staatliches Sägewerk stellte Bürgermeister Josef Luksch bei der Bürgerversammlung den gut 20 Zuhörern im Café Würzbauer näher vor. Vorher gab er eine kurze Zusammenfassung zu größeren Maßnahmen, die 2004 durchgeführt wurden, wie die Erschließung des Baugebiets Palmberg-Nord, der Hochbehälter Beiwald, die Bestellung des LF 10/6 für die Feuerwehr Spiegelau und die Ortsdurchfahrt Langdorf.
Wenig Anlass für Optimismus sieht er 2005. »Angst und Sorge um die Arbeitsplätze, die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen, Schlüsselzuweisungen und Einkommensteuerbeteiligungen werden uns beschäftigen.«
Die Sanierung des Klärwerks für Spiegelau und Riedlhütte-Reichersberg konnte nach 23 Jahren begonnen werden (wir berichteten). Die Bauzeit wird auf 15 Monate geschätzt. Nach Abschluss der Maßnahme müssen die Kosten zu einem gewissen Teil auf die einleitenden Haushalte umgelegt werden. Als Möglichkeit nannte der Bürgermeister die Kombination von Ergänzungsbeitragssatzung mit dem Verteilungsmaßstab nach Grundstücks- und Geschossflächen und die Gebührenregelung nach dem Verursacherprinzip.
Am Beispiel seines eigenen Hauses hatte er ausgerechnet, mit welchen Kosten die Einleiter dann eventuell rechnen müssen. »Bei einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern und 981 qm Grund komme ich auf 2500 bis 3000 Euro Ergänzungsbeitrag.«
Alois Maier fürchtete, dass durch die Schwerlaster an der Klärwerk-Baustelle die nicht sonderlich gut befestigte Steinklammstraße beschädigt werden könnte und wollte wissen, wer für die Sanierung aufkommen müsse. »Wenn nachweisbar ist, dass die schweren Laster die Verursacher sind, muss die Baufirma zahlen«, antwortete der Bürgermeister.
Eine zukunftsweisende Entscheidung muss der Gemeinderat demnächst in puncto Freibad fällen. Das bisherige Betonbecken mit seinen 10 mal 17 Metern ist kaputt, eine Reparatur würde etwa 500 000 Euro kosten, die die Gemeinde ganz allein aufbringen müsste, weil es für konventionelle Freibäder keine Fördergelder mehr gibt. Nun ist die Planung eines Naturbades im Gespräch - ein Novum in der Region und deshalb auch für die touristische Vermarktung sehr interessant. Auf eine Million Euro wird das Vorhaben geschätzt. 50 Prozent Förderung über LEADER sind in Aussicht gestellt - allerdings erst mündlich.
»Wenn wir die schriftliche Zusage haben, werden wir in einer Sondersitzung im Gemeinderat darüber beraten«, kündigte Luksch an. Alfred Schwarz, Vorsitzender des Fördervereins Freibad, merkte an, dass es wichtiger denn je sei, in den Tourismus und die Infrastruktur zu investieren. »Wenn immer mehr Arbeitsplätze verloren gehen, ist es auch für die eigenen Familien wichtig, zu Hause gute Freizeitmöglichkeiten zu schaffen, denn viele werden sich dann nur mehr einen Urlaub daheim leisten können.« Er beantragte eine Gegenüberstellung der Kosten für die Loipenpflege und für das Freibad von 1998 bis 2003.
Noch nichts Konkretes, aber eine grobe Einteilung konnte der Bürgermeister für das Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks vorstellen. Auf der restlichen 4,2-Hektar-Fläche, die nach dem Bau des Norma-Marktes noch übrig bleibt, könnte im unteren Bereich eine Dorfmitte, ein Dorfanger entstehen, wo auch Feste wie das Panduren- und das Volksfest stattfinden könnten und Bebauung mit Wohn- und Geschäftsgebäuden vorgesehen ist. Die schöne und erhaltenswerte Substanz der Sägehallen bietet sich für private Nutzung oder Erlebnisgastronomie an. Für die Teilfläche in der Kurve gibt es unverbindliche Gespräche über die eventuelle Errichtung eines Hotels. Natürlich soll nicht alles verbaut werden, sondern ein schöner Grünzug bleiben, der sich entlang des P+R-Parkplatzes zum Rathaus zieht. Auch eine Indoor-Einrichtung für den Landkreis ist im Gespräch.
Besonders glücklich ist Luksch, weil durch den Einsatz von MdB Bruni Irber (SPD) und MdL Helga Weinberger (CSU) die Maßnahme »Staatliches Sägewerk« in den »Stadtumbau West«, ein Bundesprogramm zur Städtebauförderung, aufgenommen worden ist. »Über dieses Programm gibt es bis zu 80 Prozent Fördermittel«, freut sich der Bürgermeister und dankt den beiden Damen für ihre große Unterstützung.
Feuerwehr-Vorsitzender Kurt Hobelsberger wollte wissen, was aus der eingehausten Sortierhalle wird. »Dafür gibt es noch keine Detailplanung. Sie bleibt bis auf weiteres erhalten, bis sie jemand nutzen will«, so Luksch.
Elisabeth Thumann interessierte, ob die erst kürzlich erlassene Satzung gegen die »Verwilderung« sich auch aus das Freischneiden von Sträuchern und Bäumen beziehe. Dafür gilt die Satzung aber nicht.
Lothar Sommer erinnerte, dass sich das Reinhalten von Straßen und Wegen nicht nur auf den Winter beziehe, sondern auch auf das Laub, das ebenso tückisch glatt sein könne und die Sickerkästen verstopfen könne.
Franz Treml mahnte den schlechten Zustand der Waldschmidtstraße an, die erst 2002 saniert worden sei. Luksch erklärte, das liege an den Gasleitungen, die unter 50 cm Frostschutz gelegt würden. Anschließende Straßenstücke seien oft nicht so tief isoliert. So komme es im Fugenbereich leicht zu Frostaufbrüchen.
 Die Bürgerversammlung in Oberkreuzberg ist am Dienstag, 23. November, um 19 Uhr im Gasthaus »Alter Bräu« .
Die Bürgerversammlung in Klingenbrunn ist am Mittwoch, 24. November, um 19 Uhr in der Gaststätte »Rega‘s«.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 18.11.2004

Gehen 200 Arbeitsplätze in der KSS verloren?
Bürgermeister Josef Luksch kündigt bei Bürgerversammlung massiven Personalabbau an - Staatsminister soll helfen / von Ursula Langesee und Egon M. Binder
Spiegelau. Die Bombe platzte bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Café Würzbauer: Bürgermeister Josef Luksch kündigte »erheblichste Personaleinschnitte« in der Kristallglasfabrik Spiegelau GmbH und ihrem Zweigwerk in Frauenau an. Konkret: von den derzeit 360 Arbeitsplätzen sollen nur mehr 160 erhalten bleiben. Diese für den Glasmacherort katastrophale Nachricht ließ die gut 20 Besucher der Bürgerversammlung verstummen. »Puuh, das ist das erste, was ich höre«, konnte es Helga Schopf, Verkaufsleiterin bei der KSS, nicht fassen.
Die Belegschaft war in keiner Weise von diesen umwälzenden Plänen unterrichtet worden. Selbst für den Betriebsrat kam diese Nachricht völlig überraschend. »Wir haben noch nichts bekommen«, antwortete gestern stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Werner Auerbeck auf unsere Anfrage. Im Gespräch sei bisher der Abbau der Verwaltung in Spiegelau gewesen. 27 Arbeitsplätze stehen hier auf dem Spiel. Darüber soll in einer Versammlung am kommenden Montag entschieden werden.
Für Bürgermeister Luksch ist dieses Vorhaben absolut unerklärlich. Die KSS habe 2003 einen Bilanzgewinn von 3,3 Millionen Euro nach Steuern eingefahren, während der Nachtmann-Konzern - ohne Spiegelau - drei Millionen Miese gemacht habe. »Mir kommt das vor, wie wenn man einen akuten Herzinfarktpatienten im Krankenhaus zuerst wegen eines eingewachsenen Zehennagels behandelt«, sagte er mit Galgenhumor.
»Diese Nachricht war für mich niederschmetternd wie ein Börsencrash«, gab der Bürgermeister zu. Die Sache ist umso schlimmer, weil er die Gründe für diese Entscheidung nicht nachvollziehen kann. »Die Leute in der Glasfabrik arbeiten mit Herzblut. Sie haben im Frühjahr Sonderschichten gefahren, um die vielen Aufträge erledigen zu können. Sie liegen mit ihren Krankheitstagen weit unter dem Durchschnitt. Und dann so was«, ist er erschüttert.
Vor allem enttäuscht ist das Gemeindeoberhaupt darüber, dass der neue Eigentümer der Nachtmann-Glasfabriken, der Tiroler Georg Riedel, seiner Bitte nicht nachgekommen ist. Bei der Übernahme der Werke vor zwei Monaten hatte Luksch ihn gebeten, bei der anstehenden Sanierung den Sachverstand und die Kenntnisse der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Dies wurde nicht beachtet.t
Für die Gemeinde wäre der angekündigte Abbau der Arbeitsplätze ein einziges Desaster. Die Kaufkraft würde nochmals dramatisch sinken. Ganze Familien sind seit Generationen in der Glasfabrik beschäftigt. Sie war noch der stabilste Wirtschaftsfaktor in dem Ort nach dem Untergang der Holzbetriebe wie die Bartels-Werke, der Hackinger Säge und zuletzt dem Staatlichen Sägewerk, wo insgesamt an die 260 Arbeitsplätze verloren gingen. Von der Insolvenz der Bekleidungsfabrik Herrnböck in Schönberg und der Atex-Werke in Grafenau-Elsenthal waren auch viele Spiegelauer betroffen. Und das Schlimmste daran: es zeichnet sich kein Silberstreif am Horizent ab, denn es gibt in dieser Größenordnung weitum keine Alternative.
Landrat Alexander Muthmann hat sich an Staatsminister Erwin Huber gewandt, damit er sich als für Niederbayern verantwortliches Kabinettsmitglied direkt mit dem neuen KSS-Eigentümer Riedel in Verbindung setzt, ‚‚um ihn vielleicht doch noch zum Umdenken zu bewegen und jene Vorteile ins Gefecht führt, die für den Standort Spiegelau sprechen«, hofft Muthmann.
Der Frauenauer DGB-Ortsvorsitzende Fritz Schreder: »Etwas Offizielles habe ich noch nicht gehört, aber bei derartigen Übernahmen ist es üblich, dass ein Konzept entworfen wird, das mit Personalabbau verbunden ist. Wenn die genannten Zahlen zutreffen, ist das ein Schlag für die gesamte Region. Da kann man nicht zwischen zwei Betrieben oder zwei Landkreisen trennen, denn es fahren Spiegelauer nach Frauenau zur Arbeit und umgekehrt. Ich befürchte, dass der Trend der letzten Jahre in Sachen Arbeitsplatzabbau in unserer Gegend so weitergeht. Die angebliche Aufsteigerregion Niederbayern endet eben an der Donau.«
Georg Steiner, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern, zeigte sich über die schlechten Nachrichten aus Spiegelau äußerst betrübt. »Kristallgläser aus Spiegelau haben Weltruf und liegen seit Jahren in allen guten Hotels und Restaurants voll im Trend. Das hat mir in den vergangenen acht Jahren als ‘oberster Hüter‘ der Glasstraße große Freude gemacht. Ich könnte es nicht verstehen, wenn der neue Besitzer diesen Markennamen und damit eine der ältesten Glashütten des Bayerischen Waldes vernachlässigen würde,« sieht Steiner die Situation.
Nicht anders auch die Meinung von Anette Zednik vom traditionsreichen Glasfachgeschäft Bieringer in Grafenau. Von Vertretern der Branche hat sie erfahren, dass gerade in den letzten Jahren die KSS-Gläser sich hervorragend auf dem Markt behaupten konnten, doch der Druck seitens der Firma Riedel auch auf dem deutschen Markt sehr groß sei, KSS-Gläser damit zurück gedrängt werden sollen.
‚‚Ich würde dies natürlich sehr bedauern, weil sich mit den Gläsern aus Spiegelau gute Geschäfte bei Einheimischen und Feriengästen machen ließen. Meiner Meinung nach steht hier eine Geschäftspolitik zu Ungunsten unserer einheimischen Glashütte dahinter

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 10.11.2004

Klärwerk-Bau nach 23 Jahren endlich geklärt
Gestern war Spatenstich für die Sanierung - Kosten: vier Millionen Euro - Bauzeit auf 15 Monate geschätzt                                                                                            Foto
von Ursula Langesee
Spiegelau. Den vorläufigen Schlusspunkt hinter eine „unendliche Geschichte“ wurde gestern mit dem Spatenstich für die Sanierung des Klärwerks am Eingang zur Steinklamm gesetzt. 23 Jahre nach dem erstmaligen Beschluss des Zweckverbands Spiegelau zur Erstellung eines Sanierungsplans wurde gestern durch den Spatenstich symbolisch mit dem Projekt „Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung“ begonnen.
Vier Millionen Euro kostet die neue Anlage mit Betriebs- und Wirtschaftsgebäude, Rechen, Sandfang, Auffanggräben. Schlammstapelbehälter, Belebungsbecken und Nachklärbecken. 500 000 Euro gibt es Zuschuss. „Und da haben wir trotz der langen Vorgeschichte mit der Genehmigung des Baus Anfang September gerade noch den richtigen Zeitpunkt erwischt. Denn seit 15. Oktober gilt die RZWas 2005, die überhaupt keine Förderung mehr vorsieht“, sagt Josef Feuchtgruber vom Wasserwirtschaftsamt in Passau.
Er hat ein paar Eckdaten in der „unendlichen Klärwerks-Geschichte“ festgehalten. 1969 ist das Klärwerk gebaut worden, 1981 wurde die Sanierung beschlossen, 1993 begann der Rechtsstreit mit dem Ehepaar Kempe von der benachbarten „Pension zur Steinklamm“ wegen Geruchsbelästigung und Geschäftsschädigung. Das Ingenieurbüro EBB in Regensburg führte eine Standortuntersuchung für eine neue Kläranlage durch. 1995 wurde als Übergangslösung ein sogenannter „BISAR-(Biologischer Substrat-Abbau)-Reaktor installiert und ein Teil der Vorklärung als Belebungsbecken genutzt.
Eine „Erste Hilfe-Maßnahme für die Ohe“ war 1997 der Bau des Regenüberlaufbeckens vor der Kläranlage. „Dann konnte auch der Baustopp für Bauwillige aufgehoben werden, weil die Kanalisation wieder aufnahmefähig war“, erinnert sich Bürgermeister Josef Luksch. Im gleichen Jahr stellte das Ingenieurbüro Wolf eine neue Ausbauvariante vor. Das Projekt wurde 2002 zum Förderprogramm 2003 angemeldet. Schließlich reichte im April die Fa. EBB einen weiteren Bauentwurf ein.
Doch mit dem Bau konnte erst begonnen werden, als der Verwaltungsgerichtshof München als oberste Instanz die Rechtmäßigkeit des Bauvorhabens bestätigte. Anfang September 2004 wurde das Urteil rechtskräftig, dann wurde das 580 Seiten starke Leistungsverzeichnis verschickt. Der Auftrag ging an die Firma Kloiber aus Freyung als günstigste Bieterin. Mit der komplizierten Materie am besten vertraut ist Ingenieur Robert Buchberger vom Ingenieurbüro EBB. Er ist im Klärwerksbau absoluter Spezialist und das ist auch notwendig, denn während der Sanierung muss der Klärbetrieb ja ungehindert weitergehen.
Besonderheiten an der neuen Kläranlage sind Maßnahmen gegen die Geruchsbelästigung nicht nur für die direkten Anwohner, sondern auch für die der Bewohner am Neuhammer Weg: die Becken werden eingehaust, die Luft abgesaugt und gefiltert. Wegen der hohen Gewässergüte und der ökologisch sensiblen Situation durch den Stausee Großarmschlag wird der Nachschutz besonders groß geschrieben. Deshalb ist im Klärwerk Spiegelau eine Phosphat-Elimination notwendig. Denn Phosphat wirkt besonders in Stillgewässern. Um dort eine Eutrophierung zu vermeiden, muss er rausgefiltert werden. „Diese Maßnahmen vergrößern und verteuern das Projekt, dafür gibt es aber keine Förderung“, verdeutlicht Luksch. Mit 15 Monaten Bauzeit wird gerechnet.
Beim Spatenstich waren gestern u. a. dabei: 1. Vorsitzender des Zweckverbands Klärwerk Spiegelau, Bürgermeister Josef Luksch, 2. ZV-Vorsitzender Bürgermeister Josef Meininger (St. Oswald-Riedlhütte) und sein Geschäftsleiter Paul Hopf, von der Gemeinde Spiegelau Alfred Resch und Klärwärter Erich Bachmann, Bernd Strathmeyer und Robert Buchberger (Fa. EBB), H. Hartl (Bauleiter Fa. Kloiber), Josef Feuchtgruber (Wasserwirtschaftsamt Passau).
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 27.9.2004

Aus dem Gemeinderat Spiegelau
Bebauungsplan für „Norma“aufgestellt
Der Gemeinderat fasste den Beschluss, dass die 6500 Quadratmeter für den Norma-Lebensmittelgroßmarkt des fast 50 000 Quadratmeter großen Geländes des ehemaligen Staatlichen Sägewerks als „eingeschränktes Gewerbegebiet“ genutzt werden. Der Markt wird sich in dem Winkel nordöstlich des Edeka-Marktes ansiedeln. Die Zufahrt erfolgt über die Konrad-Wilsdorf-Straße, aber unterhalb der Edeka-Zufahrt. Zur Gestaltung des Geländes gibt es noch ein paar Bedingungen: der Plankreis sieht die schräge Anordnung als „raumbildenden Faktor“ vor, die Grundstücksgrenze soll geradlinig, mit stumpfer Kante verlaufen, die Parkplatzflächen müssen versickerungsfähig gestaltet werden, für die Beleuchtung des Parkplatzes sind Mastleuchten vorgeschrieben, die Asphaltfläche muss ansehnlich durchgrünt und mit Bäumen gestaltet werden.
Gemeinde beteiligt an Kindergarten-Defizit
Eine neue Vereinbarung hat die Gemeindeverwaltung mit dem Kindergarten Spiegelau geschlossen, dessen Träger der Caritas ist. Ab dem nächsten Beitragsjahr, also dem 1. September 2005, beteiligt sich die Gemeinde an 60 Prozent des Betriebskostendefizits. Im Gegenzug bekommt die Gemeinde ein Mitspracherecht bei Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen und Schönheitsreparaturen müssen abgesprochen werden.
Verkehrsführung hat sich bewährt
Nichts geändert wird an der Verkehrsführung an der Kreuzung Schulstraße/Steinklammstraße. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Die bisherige Vorfahrtsregel „rechts vor links“ bleibt, weil sie sich bewährt habe. Es sei bisher an dieser Stelle nur zu zwei Verkehrsunfällen gekommen. Die Verkehrsführung musste diskutiert werden, weil bei einer Überprüfung der Bahnübergänge mit Vertretern der Deutschen Bahn AG, der Straßenmeisterei Freyung, des Landratsamtes, der Grenzpolizeistation und der Gemeinde Spiegelau vom Landratsamt als Verkehrsführung die „abknickende Vorfahrt“ vorgeschlagen wurde.
Bebauungsplan wird nicht überarbeitet
Der Bebauungsplan Oberkreuzberg-Fuchsenstein aus den 70.er Jahren wird nicht überarbeitet. Das Ehepaar Praus hat beantragt, den Passus „überwiegender Waldcharakter“ aus den Festsetzungen zu entfernen, weil auf den Nachbargrundstücken des Ehepaares Praus die Bäume eine so stattliche Höhe erreicht hätten, dass sie ihr Grundstück vollständig beschafften. Der Gemeinderat war der Meinung, dass durch die Änderung des Bebauungsplanes das Problem nicht gelöst werde. Vielmehr wird Bürgermeister Josef Luksch versuchen, in einem gespräch mit den Beteiligten zu einer Lösung zu kommen.
Satzung neu erlassen
Nach 20 Jahren musste die Verordnung über das „Verbrennen pflanzlicher Gartenabfälle mit Holzgehalt“ in bebauter Umgebung neu erlassen werden. An den inhaltlichen Festsetzungen hat sich nichts geändert. So ist das Verbrennen von Gartenabfällen weiterhin im Frühjahr von 15. März bis 31. Mai und im Herbst von 1. Oktober bis 30. November erlaubt. (ul).
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 21.9.2004
Ein Konzern mit künftig 1900 Mitarbeitern  - Familie des Nachtmann-Mehrheits-
gesellschafters Walter Frank übergibt fünf Glashütten an den Tiroler Georg Riedel
von Egon M. Binder / Riedlhütte/Spiegelau.
Wenn es auch gestern in den Glashütten von Riedlhütte und Spiegelau so schien, als würde die Zeit für einen kurzen Moment inne halten, so schwankte nicht nur in den Führungsetagen letztendlich die Stimmung zwischen Hoffnung und Sorge. Allen Belegschaftsmitgliedern wurde durch zwei Schreiben, mit einem von der Familie Walter Frank und einem weiteren vom neuen Besitzer, der Riedel Glas GmbH aus Kufstein in Tirol, am Schwarzen Brett mitgeteilt, dass am 17. September 2004 die 170-jährige Nachtmann-Ära und damit die der Familie Frank als Mehrheitsgesellschafter unwiederbringlich zu Ende gegangen ist.
Für 1600 Mitarbeiter in den fünf Nachtmann-Glashütten wird künftig der Chef Georg Riedel heißen. Seine Vorfahren und seine Familie produzieren bereits seit dem Jahre 1756 Glas und erreichte im vergangenen Jahr mit 7,8 Millionen Gläsern einen Umsatz von 90 Millionen Euro. Damit entsteht ein Glaskonzern mit 1900 Mitarbeitern, die einen Jahresgesamtumsatz von rund 220 Millionen Euro machen wird (siehe auch deren Bericht im Wirtschaftsteil unserer Zeitung).

Der Betriebsratsvorsitzende des Nachtmann-Werkes in Riedlhütte, Georg Seidl, hat von der Übernahme des Glaskonzerns durch die Riedel Glas GmbH bereits am Freitag erfahren, als er mit seinem Betriebsleiter Franz Schmid nach Neustadt an der Waldnaab gereist war. Der Firmenchef der Tiroler Glasmacher, Georg Riedel, hatte an diesem Tag den Kaufvertrag unterschrieben. Den Betriebsratsvertretern wie den Betriebsleitern der fünf Nachtmann-Glashütten sicherte er dabei zu, dass er nicht nur groß in die vorhandenen Produktionsstätten investieren, sondern auch einen großen Auftragskatalog mitbringen werde.
Georg Seidl: ‚‚Wir hoffen natürlich, dass der international operierende Riedel-Konzern den Standort Riedlhütte durch weitere Investitionen sichern hilft. Unsere Hoffnung ist es zudem, dass Riedel, der ja auch bislang bereits weitgehend Gläser von Fremdfirmen, so auch von Nachtmann Riedlhütte, eingekauft hat, damit unser Werk gut auslasten wird. Was uns vor allem wichtig erscheint ist, dass nach dem zweijährigen Hin und Her endlich Ruhe einkehrt. Wir werden natürlich nicht vergessen, was Walter Frank für das Werk Riedlhütte getan hat. Er ist ein Ehrenmann und wird es für uns immer bleiben. Ohne seinen Einsatz, die große Investitionsbereitschaft und seine für uns positiven Entscheidungen nach dem großen Brand würde es den Standort Riedlhütte ohnehin schon längst nicht mehr geben.“
Die Stimmung im Betrieb selbst sei unter den Glasmachern und Mitarbeiterinnen von der Hoffnung auf einen Neuanfang geprägt, denn in den vergangenen zwei Jahren schwankte das Betriebsklima immer wieder zwischen Hoffen und Bangen, weil man ja nicht wusste, was aus den finanziell angeschlagenen Nachtmann-Glashütten letztendlich werden sollte.
Voller Sorgen blickt Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch in die Zukunft. Das jedoch nicht so sehr für seine Kristallglasfabrik, sondern für den Standort Riedlhütte, wo ja Bleikristall gefertigt wird. Seiner Meinung nach dürfte der Absatz dieser Gläser im In- und Ausland immer schwieriger werden, was sich natürlich auf die Arbeitsplatzsicherung auswirken könnte.
Als persönliche Erklärung schrieb gestern die Familie des Mehrheitsgesellschafters und bisherigen Vorstands Walter Frank u. a. an unsere Redaktion: „Mit dem heutigen Tag zieht sich meine Familie aus der unternehmerischen Verantwortung für die F. X. Nachtmann Crystal AG zurück. Es endet eine über 170 Jahre andauernde enge Verbindung zwischen Unternehmen und Familie Frank, in der die Nachtmann AG durch viele Höhen und Tiefen gegangen ist, sich dennoch stets am Markt behaupten konnte.
In den letzten zehn Jahren ist es jedoch zunehmend schwieriger geworden, als Familienunternehmen am Markt zu bestehen. Vor allem die harte Konkurrenz auf dem Weltmarkt, strukturelle Probleme am Standort Deutschland sowie der lang andauernde Einbruch der Binnenkonjunktur haben nachhaltige Schritte zur Sicherung unseres Unternehmens notwendig gemacht.
Wir sind überzeugt, in Georg Riedel diesen idealen Partner für die F. X. Nachtmann Crystal AG gefunden zu haben. Sein Name steht für anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg, perfektes Marketing und Innovation in der Glasbranche.
Mit der Übergabe der unternehmerischen Verantwortung an Georg Riedel zieht sich meine Familie vollständig aus der Nachtmann AG zurück. Dahinter steckt die Überzeugung, dass nur auf diese Weise jene unternehmerischen Freiräume für Georg Riedel geschaffen werden können, die notwendig sind, um die Nachtmann AG neu auszurichten.
Auch wenn meiner Familie und mir der Abschied sehr schwer fällt - wir sind sicher, zum Wohl der Nachtmann AG und ihrer Mitarbeiter die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Meine gesamte Familie dankt von Herzen allen, die uns gerade in schwieriger Zeit unterstützt haben. Wir bleiben dem Unternehmen sehr, sehr verbunden.“

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 14.9.2004

Hiagstroas mit Regenschirm und Gummistiefeln
Zum Aktionstag des Spiegelauer Gewerbevereins öffnete der Himmel alle Schleusen - Trotz Regen viele Besucher / von Karin Friedl
Spiegelau. Dass der Herbst nun endgültig angebrochen ist, bekamen die Spiegelauer genau pünktlich zu ihrer 9. Hiagstroas deutlich zu spüren. Wolkenbruchartige Regenfälle und Windböen legten die 14 geplanten Veranstaltungen des Gewerbevereins zum Teil vollkommen lahm. Zahlreiche Besucher ließen sich die Freude am Spaziergang durch das herbstlich geschmückte Spiegelau dennoch nicht nehmen. Mit Regenschirmen und Kapuzen bewaffnet, genossen sie die kulinarischen Köstlichkeiten und Aktionsangebote der Spiegelauer Geschäfte.
„Das Wetter können wir eben nicht beeinflussen. Wär‘ auch schlimm, wenn darüber gestritten werden könnte“, nahm Michael Schinabeck, neuer Vorsitzender des Spiegelauer Gewerbevereins, das schlechte Wetter mit Humor. Immerhin hatten sich trotz Regen und Nebel viele Besucher zur „Hiagstroas“ durch den Glasmacherort aufgemacht. Während sich bei den Geschäften, die einen Biergarten aufgebaut hatten, wetterbedingt sehr wenig rührte, hatten sich beim Spiegelauer Glaszentrum und der Sparkasse sowie im Schnapsmuseum innerhalb kürzester Zeit zwei Ballungszentren gebildet. Viele Gäste waren bei der Kristallglasfabrik auf Schnäppchenjagd unterwegs und gegenüber fand auf dem Parkplatz der Sparkasse der Stand des Gewerbevereins, an dem die Preise der Tombola abgeholt werden konnten, regen Zulauf. In vielen Geschäften waren die Lose verkauft worden, die mit wertvollen Reise- und Einkaufsgutscheinen als Hauptgewinn lockten. Urig fanden besonders die Feriengäste die „Sengzelten-Bäckerei“ und nutzten die Gelegenheit, sich mit bayerischen Schmankerln zu stärken. Das Team des Schnapsmuseums hatte danach alle Hände voll zu tun, um allen Besuchern, die sich ins Trockene retteten, einen Schnaps anzubieten. Während unten kräftig „gezwitschert“ wurde, spielten oben die „Blutwuarz-Buam“ auf. Wenig Betrieb herrschte dagegen bei den verschiedenen Aktionsständen, die für Kinder ins Leben gerufen worden waren. Etwas vereinsamt ragte die meiste Zeit der kostenlose Kletterberg beim Aktivmarkt in den Himmel, vereinsamt präsentierte sich auch das Spielmobil des Kreisjugendrings beim Möbelhaus Halser. Nur wenige Kinder konnten das Basteln bunter Kürbisfiguren bei Blumen Weber genießen und der Kinderhubschrauber beim Schuhhaus Nachtmann war erst gar nicht aufgebaut worden. Gegen Mittag hatten auch die hartgesottenen Flohmarkt-Händler ihre Zelte abgebrochen. „Uns kommt das Wasser schon aus den Schuhen. Da hätten wir ja Gummistiefel gebraucht“, so ihr Kommentar.
Und weil der Himmel zur 9. Hiagstroas seine Schleusen gar so weit geöffnet hatte, konnte nicht einmal die Aussicht auf den Gewinn eines Mountainbikes im Wert von 500 Euro ins Radsportgeschäft Hüsemann locken. Bei der Ziehung wurde die Los-Nummer 466 als Gewinner des MTB Focus Whistler -Bikes ermittelt. Der zweite Preis, ein Fahrrad-Computer Sigma BC 500 fiel auf die Los-Nummer 344. Eine Alu-Trinkflasche samt Halter gehören dem Besitzer des Loses mit der Nummer 348. Alle Preise wurden aufbewahrt und können unter Vorlage der Lose bis Ende September bei Radsport Hüsemann abgeholt werden.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 14.9.2004

„50 Jahre Fatima-Kapelle: Da gehört der Bischof hin!“
Schraml ließ wegen Weihetag Wallfahrt in Passau-Mariahilf sausen
Bürgermeister Josef Luksch überreicht Bischof Schraml Gastgeschenke.
von Ursula Langesee
Klingenbrunn. Zwar nicht 10 000 Pilger, wie zu den Glanzzeiten der Fatima-Wallfahrt (wir berichteten), zog am Sonntag der 50. Weihetag der Fatima-Kapelle an, aber doch mehrere hundert Gläubige. Unter der Regie von Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Wilfried Wendt war der Tagesablauf so wie vor 50 Jahren geplant worden. Den Vormittagsgottesdienst in der Pfarrkirche am Festtag „Maria Namen“ hielt Pfarrer Johann Pöppel in Konzelebration mit Dekan Heinrich Erhart.
In seiner vielbeachteten Predigt sprach der Dekan von der Gottesmutter als „Schwester im Glauben“, die von Gott gesandt worden sei, um uns zur Umkehr zu mahnen. Angesichts des dritten Jahrestages von „9/11“ und den jüngsten Terrorakt in Russland müsse man erkennen, so Erhart, dass „der Barometer der Welt und der Kirche auf Sturm stehe und uns Christen ein heftiger Wind ins Gesicht blase“. Umso mehr gewinne die Botschaft von Fatima an Bedeutung.
„Als vor 87 Jahren die drei Hirtenkinder Jacinta, Francisco und Lucia die Marienerscheinungen hatten, wurde durch den späteren Papst Pius XII die Friedensmission eingeleitet, die ein Jahr später den Ersten Weltkrieg beendete.“
Friede als irdisches Spiegelbild des Himmels sei die Mission von Fatima. „Wenn wir uns nicht mitschuldig an der Vernichtung des Planeten machen wollen und an den Verbrechen gegen die Schöpfung, ist es als Christen unsere Pflicht, Gebet und Umkehr als rettende Mittel einzusetzen“, appellierte der Dekan an die Gläubigen.
Als eine der „unaufgebbaren, zentralen Wahrheiten unseres Glaubens“ bezeichnete auch Bischof Wilhelm Schraml in seiner Ansprache beim Abendgottesdienst die betende Kirche. Beten sei eine Überlebensfrage für uns Christen angesichts einer Welt, die sich immer mehr von Gott und damit von ihrem Ursprung und Ziel entferne. „Aus der Botschaft der Gottesmutter in Fatima wissen wir, wie wichtig die Macht des Gebetes ist, wenn man etwas Großes im Leben bewegen will“, so Bischof Schraml. Für die Feier in Klingenbrunn ließ er sogar die große Stadtwallfahrt nach Passau-Mariahilf sausen. „50 Jahre Fatima-Kapelle: Da gehört der Bischof hin!“, sagte Schraml beim Empfang auf dem Dorfplatz mit Bürgermeister Josef Luksch, dem Gemeinderat und den Ortsvereinen und gewann damit die Herzen der vielen Besucher.
In einem langen Zug geleiteten sie den hohen Gast aus Passau zur Pfarrkirche. Den Gottesdienst gestalteten die Kirchenchöre Klingenbrunn und Oberkreuzberg, die Blaskapelle und der Liederkranz Klingenbrunn. Franz Stockinger spielte die Orgel und hatte zum 50. Weihetag ein extra Fatima-Lied getextet.
Die heimischen Bläser und Sänger und der Gastchor der Pfarrrei St. Josef in Passau-Auerbach hatten zuvor schon den Nachmittag im Pfarrheim mit Liedern gestaltet.
Höhepunkt des 50. Weihetages war die Lichterprozession zur Fatima-Kapelle. Hinter der Geistlichkeit mit Bischof Schraml, Dekan Erhart, Pfarrer Pöppel und Pater Adrianus Tilet formierten sich die Träger der Marienstatue -Herta und Brigitte Wilhelm, Thomas Robl und Günther Nama - und die Gläubigen mit brennenden Kerzen und Fackeln in den Händen. Den Rosenkranz betend, zogen sie in einer langen, funkelnden Schlange dem Waldrand zu. Dort wurden Marienlieder gesungen, bevor es zum Schlusssegen zurück in die Kirche ging.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 9.9.2004
Heinrich: „Naturbad wäre eine echte Chance für die Gemeinde Spiegelau“
Bürgermeister Josef Luksch übergibt ödp-Bezirksrat Planungsunterlagen für Bad        Foto

Spiegelau (ga). Bezirksrat Olaf Heinrich (ödp) hat sich bei Bürgermeister Josef Luksch über die geplante Umwandlung des Spiegelauer Freibads in ein Naturbad informiert. „Diese Planung vereint ökologische und ökonomische Aspekte, und ist sicherlich eine echte Chance für die Gemeinde“, zeigte sich Heinrich beeindruckt. Wie Bürgermeister Luksch berichtete, ist das bestehende Freibad aus den 60-er Jahren dringend sanierungsbedürftig. Da es jedoch keine Fördergelder für ein konventionelles Freibad mehr gebe, habe er sich nach Alternativen umgesehen. „In mehreren Gemeinden, wie z.B. in Pottenstein und Werfenweng, haben sich vergleichbare Bäder bewährt und werden von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Dazu kommt, dass wir für unsere Planung eine LEADER-Förderung in Höhe von 50 Prozent in Aussicht gestellt bekommen haben“, erklärte Luksch.
Durch den geplanten Neubau der Sanitäranlagen, durch den Bau eines großen Kinderspielplatzes und durch die Anlage eines Baches ist das Naturbad sehr familienfreundlich. „Heutzutage muss sich jede Gemeinde in einem hart umkämpften touristischen Markt gezielt positionieren. Da kann ein in der Region einzigartiges Naturbad ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal sein, was die Ausrichtung der Gemeinde Spiegelau auf den naturnahen Tourismus noch verstärken wird. Dass in diesem Bad nicht nur Betriebskosten gespart, sondern sogar völlig auf chemische Badezusätze verzichtet werden kann, dass sind schon überzeugende Argumente für dieses Konzept“, zeigte sich der ödp-Bezirksrat beeindruckt.
Er gratulierte Luksch zur Entwicklung des Konzepts. „Solche Initiativen bringen nicht nur Fördermittel in die Region, sie versprechen auch eine gezielte Verbesserung der touristischen Infrastruktur“, meinte Heinrich weiter.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 9.9.2004
„Hiagstroas“ bietet 14 Veranstaltungen an einem Tag -Gewerbeverein Spiegelau hat für Sonntag, 12. September, wieder ein buntes Programm organisiert
Spiegelau (frk). Auf eine erlebnisreiche Reise durch das herbstliche Spiegelau lädt der Gewerbeverein am kommenden Sonntag bei der 9. „Hiagstroas“ ein. 14 Veranstaltungen an einem Tag haben die Geschäftsleute dafür auf die Beine gestellt . Erste Haltestelle des Ausflugs durch den Glasmacherort ist nach dem Programm des Gewerbevereins das Antik-Cafe Wenzel. Dort gibt es eine Ausstellung mit Mineralien und Heilsteinen zu bewundern. Daneben warten allerhand kulinarische Köstlichkeiten auf die Gäste. Ein Bier- und Weinfest mit musikalischer Unterhaltung hat das Hotel Waldfrieden organisiert. Auch dort gibt es Brotzeiten zum frisch gezapften Oktoberfestbier.
Den süßen Nachtisch können die Hiagstroas-Besucher bei Station 3, dem Cafe Würzbauer einnehmen. Dort gibt es frische Krapfen und Zimtnudeln bei Livemusik im Biergarten. Der Kinderspielhubschrauber und ein Infostand des Rettungsdienstes Stadler sind beim Schuhhaus Nachtmann aufgebaut. Danach wird es bei der fünften Anlaufstelle, dem Aktiv-Markt wieder Zeit für eine Stärkung mit Spezialitäten vom Grill. Dazu gibt es einen Kletterberg für Kinder und eine Autoausstellung zu sehen. Der traditionelle Flohmarkt geht wieder bei der Touristinformation über die Bühne, einen Kindernachmittag mit vielen Spielen hat der Waldbahnkiosk am Kurpark organisiert. Nach Herzenslust basteln und die selbst gefertigten Arbeiten auch gleich wieder verkaufen, können kreative Gäste beim Heibo Bauspezi. Daneben ist für Bewirtung gesorgt, Ponyreiten und das Glücksrad sorgen für Kurzweil bei den kleinen Besuchern. Der große Kristallmarkt beim Glaszentrum wartet mit einer Erlebnishüpfburg, Kinderschminken und Luftballonmodellieren auf. Für musikalische Unterhaltung sorgen die „Oberkrainer Freunde“, das Bistro verwöhnt mit kulinarischen Köstlichkeiten. Die große Tombola des Gewerbevereins geht wie immer bei der Sparkasse über die Bühne. Dort ist auch die Anlaufstelle für das Hiagstroas-Handy-Taxi, das die Besucher kostenlos bestellen können. Auch eine Bummelbahn wird für den Transport zwischen den einzelnen Veranstaltungspunkten in Spiegelau unterwegs sein. Eine Sonderausgabe der Glasmacher-Zeitschrift wird außerdem druckfrisch zum Mitnehmen bei Sport und Spiel Neumann produziert. Bei Radsport Hüsemann dreht sich alles um die Bikes. Bei einer Verlosung wartet ein Mountainbike im Wert von 500 Euro auf seinen Gewinner. In herbstlicher Stimmung präsentiert sich Blumen Weber den Besuchern. Neben Kreativem aus Heu können sich die Besucher aus Kürbissen und Naturmaterialien auch eigene Figuren basteln. Für musikalische Unterhaltung und Bewirtung ist ebenfalls gesorgt. Gezwitschert wird im Schnapsmuseum Penninger, wo die Original Blutwurzbuam bei einer deftigen Bauernsuppe und einem Stamperl Hochprozentigem aufspielen. Das Spielmobil des Kreisjugendrings ist beim Möbelhaus Halser zu Gast. Dort gibt es außerdem Weine und Brotzeiten aus dem Weinviertel zu genießen. Der neue Vorsitzende des Gewerbevereins Spiegelau, Michael Schinabeck freut sich über das große Angebot, das die 9. Hiagstroas bietet: „Bei strahlendem Sonnenschein sind unterhaltsame und vergnügte Stunden in Spiegelau gewiss.“
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 8.9.2004
Fatimakapelle zog 1958 bis zu 10 000 Pilger an
Pfarrei Klingenbrunn feiert am Sonntag 50. Weihetag des Wallfahrtsortes - Lichterprozession mit Bischof Wilhelm
von Ursula Langesee und Wilfried Wendt.
Klingenbrunn. Die Pfarrei Klingenbrunn feiert am kommenden Sonntag, 12. September, den 50. Weihetag ihrer Fatimakapelle. Weit über 4000 Gläubige begleiteten am 12. September 1954 die in Portugal gefertigte Statue der Mutter Gottes zur aus Feldsteinen neu erbauten Fatimakapelle am Waldesrand. "Pfennigweise" waren die Gelder für das Heiligtum am Fuße des Rachel in dieser armen Zeit zusammengebettelt worden.
"Möge diese steinerne Kapelle mitten im Herzen des Bayerischen Waldes heiliger Sender der Botschaft unserer lieben Frau von Fatima nach allen vier Himmelsrichtungen sein und bleiben", war bei der Weihe mit Domkapitular Franz Stockinger der Wunsch des Erbauers, Pfarrer Josef Herkner.
Pfarrer Herkner, der seit 1952 in Klingenbrunn wirkte, steckte eine ungeheuere Energie in den Ausbau der Fatima-Wallfahrt. Der rührige Ortsgeistliche hatte Verbindungen zu allen vier Kontinenten, wie die Fatimakapelle in alle vier Richtungen offen ist. So war es keine Seltenheit, dass indische, afrikanische und amerikanische Geistliche in dem kleinen Ort am Rachel verweilten.
Über Plakate verkündete Herkner deutschlandweit die Botschaft von Fatima. Zur Weihe der Kapelle hatte er direkt Papst Pius XII angeschrieben, um sich den apostolischen Segen erteilen zu lassen.
Bis 1965 wurde jeder 13. der Monate Mai bis Oktober in Klingenbrunn als Fatimatag groß gefeiert. Ein Höhepunkt war der 13. Oktober 1958. Bis zu 10 000 Pilger kamen zu Fuß, mit Bussen und einigen Autos nach Klingenbrunn. "Die Landpolizei hat alle Hände voll zu tun, um den Strom der Pilger zu lenken", schrieb damals der "Grafenauer Anzeiger".
Die Straßen, der Parkplatz der Brauerei Stangl waren überfüllt. Sankas brachten bettlägrige Kranke zur Krankenmesse bei der Kirchenkapelle am Dorfplatz. Mit Pfarrer Herkner zogen Missionsbischof Häring - der lange in China lebte - , Äbte und 20 Priester ein, darunter der indische Pater Blasco Collaco. Sie verlasen unter anderem Grußworte vom Passauer Bischof Simon Konrad, dem Bischof von Fatima in Portugal, des ungarischen Armeebischofs Dr. Stephan Hasz und des südamerikanischen Missionsbischofs Bruno Hippel. Den ganzen Tag über bis tief in die Nacht empfingen sechs Beichtväter büßende Gläubige. Die Wirtshäuser waren zum Bersten voll.
Bei der Lichterprozession als krönender Abschluss zogen die Pilger "wie ein riesiges Sternenmeer durch die Landschaft", berichtete der "Grafenauer Anzeiger". Pater Ludwig Maria Heitfeld aus Bochum, der "Kumpelpater", hielt eine gewaltige Predigt. Am Eisernen Vorhang wetterte er gegen den "Bolschewismus mit seinem dialektischen Materialismus". Der Antichrist scheine Gestalt anzunehmen und die lichte Gestalt Christus vernichten zu wollen. Mit seinem Angriff rechnete er für das Jahr 1960.
Als größte Gefahr wertete der Kumpelpater aber das Versagen im eigenen Hause: "Der schlafende und gleichgültige Katholik gibt bewusst die katholischen Prinzipien preis. Es ist zu bedauern, wenn man hören muss, die Kirche sei eine 'Frauenkirche' geworden. Wo bleiben unsere katholischen Männer und Jungmänner? Auch sie sollten viel mehr denn je Mariens Botschaft aufgreifen. Buße ist nichts anderes als von Herzen aus seine Gesinnung zu ändern."
Vom Glanz dieser Fatima-Tage ist kaum mehr was geblieben. "Früher war es eine Ehre, die Mutergottes-Statue mit der edelsteinbesetzten Goldkrone tragen zu dürfen. Goldhauben-frauen, Mädchen, selbst amerikanische Soldaten rissen sich darum, sie auf ihren Schultern von der Kirche zur Fatimakapelle zu transportieren. Heute findest du kaum mehr jemanden, der diese Aufgabe übernimmt", hat Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wilfried Wendt festgestellt. Er organisiert den 50. Weihetag, der mit Frühgottesdienst und Lichterprozession wie vor 50 Jahren ablaufen soll (siehe Programm).
Das eigenmächtige Treiben von BGR Pfarrer Herkner war der Passauer Diözesanleitung wohl ein Dorn im Auge. Er wurde 1961 zunächst nach Schönau, später nach Grainet versetzt, wo der 1986 im Alter von 77 Jahren verstarb. Sein Nachfolger, Pfarrer Josef Poschmann, war dem Trubel nicht gewachsen. Die Fatima-Wallfahrt fiel 16 Jahre in einen "Dornrösc henschlaf". Erst Pfarrer Johann Pöppel führte sie am 13. Mai 1981 in bescheidenem Rahmen wieder ein.
<Rubtitelblau-010203>Das Programm</Rubtitelblau-010203>10 Uhr: Frühgottesdienst mit Dekan Heinrich Erhart, gestaltet vom Kirchenchor St. Josef, Passau.
Ab 14 Uhr: Imbiss und Umtrunk im Pfarrheim, bei schönem Wetter im Garten. Mit Standkonzerten unterhalten Blaskapelle und Liederkranz Klingenbrunn, die Kirchenchöre Klingenbrunn, Oberkreuzberg und St. Josef.
17.45 Uhr: Empfang von Bischof Wilhelm Schraml am Dorfplatz. Begrüßung durch Bürgermeister Josef Luksch und die Ortsvereine. Die Hessensteinschützen schießen Ehrensalut.
18.30 Uhr: Abendgottesdienst mit Bischof Wilhelm. Anschließend Lichterprozession zur Fatimakapelle.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 6.9.2004
Porträt eines Natur-Kleinods in 47 Fotos / Ausstellung „Wildromantische Steinklamm“ mit Aufnahmen von Andreas Weber - Kalender 2005
von Ursula Langesee                                                                                  Foto
Spiegelau. Auf der Galerie des Schnapsmuseums ist zur Zeit eine Fotoausstellung des Spiegelauers Andreas Weber zu sehen, die den Namen „Wildromantische Steinklamm“ trägt. In 47 Bildern hat der Amateurfotograf das Natur-Kleinod vor seiner Haustür festgehalten.
Bei der Vernissage war es Bürgermeister Josef Luksch, der die Laudatio auf Weber hielt. Der Anlass dafür war naheliegend: vier Jahre hatten die beiden in einer Klasse verbracht und die Steinklamm war ein Lieblingsspielort in ihrer Kindheit. „Ich weiß nicht, wieviele Zentner Glassteine wir von dort nach Hause gebracht haben“, erinnerte der Bürgermeister an ihre gemeinsame Sammelleidenschaft.
Zum Fotografieren sei Andreas Weber durch einen Urlaub in Norwegen gekommen, inzwischen habe er „einen ganzen Schrank voll Kameras“, wußte Luksch. Damit setze er vornehmlich Naturlandschaften, Stillleben und Lebensmittel in Szene. Einige seiner schönen und harmonischen Motive wurden mit Lorbeeren bekränzt: Andreas Weber gewann den Foto-Wettbewerb der Passauer Neue Presse und den Jahrespreis des Fotoclubs Waldkirchen zum Thema „Landschaft“.
13 seiner Bilder schmücken einen Kalender für 2005, den Ernst Hasbach und Georg Lippl von der jungen Firma HL design4media in Riedlhütte herausgegeben haben. Der Laudator dankte den beiden für ihren unternehmerischen Mut. Weil Andreas Webers Beruf Koch ist, regte Luksch für das nächste Mal einen kulinarischen Kalender an. Der Bürgermeister erwähnte lobend das „Steinklamm-Trio“ Fridolin Apfelbacher, Erwin Moser und Peter Zeitner für seinen Einsatz um die Begehbarkeit der urwüchsige Klamm. Für Hausherrn Reinhard Penninger hätte Luksch fast einen selbstgebrannten Blutwurz mitgenommen, aber „das hieße ja, Eulen nach Athen tragen“ besann er sich rechtzeitig eines besseren.
Für den Fotoclub Waldkirchen, bei dem Andreas Weber seit 1996 Mitglied ist, sprach 1. Vorsitzender Ludwig Brunner. „Andreas ist ein akribischer Arbeiter. Er macht keine halben Sachen. Er ist fleißig und talentiert und hat den richtigen Blick für die passenden Motive.“
Doch gut sei noch lange nicht perfekt genug. So feile Weber in der Dunkelkammer oder am PC selbst an scheinbar gelungenen Bildern. „Aber er macht kein Geheimnis um seine Fotokunst. Andreas gibt gerne seine Erfahrungen an die Mitglieder weiter und legt seine Techniken offen dar“, charakterisierte ihn Brunner.
„Wenn man wie ich 15 Jahre fern der Heimat ist, werden die Orte der Kindheit zu etwas ganz Besonderem. In der Steinklamm hat sich in all den Jahren kaum etwas verändert. Da reizt es besonders, das Objektiv auf offensichtliche und versteckte Motive zu richten“, schilderte Weber das Entstehen seiner Fotografien. Eine große Freude war es für ihn, weil selbst die Fotofreunde Ried und Schardenberg und der Fotoverein Passau nach Spiegelau zu seiner Vernissage gekommen sind.
Die Gunst der Stunde, sprich den sehr guten Besuch der Vernissage,nutzte Fridolin Apfelbacher, um charmant auf ein großes Anliegen der „Steinklamm-Kuratoren“ aufmerksam zu machen (wir berichteten). „Um den Weg durch die Steinklamm bis zur Hirschthalmühle, nach Rehbruck und zum Hartmannsreiter Stausee gehen zu können, brauchen wir eine Brücke. Sonst geht‘s nur barfuß durch‘s Wasser.“ Er würde mit seinen Helfern unentgeltlich den Bau übernehmen, aber das Material koste halt Geld. Später machte ein Spendenkörbchen die Runde.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 17.8.2004
Steinklamm aus Dornröschenschlaf erweckt - Durch die Initiative von Fridolin Apfelbacher , Erwin Moser und Peter Zeitner ist Steig entlang der Ohe passierbar
von Ursula Langesee
Spiegelau. Ein Natur-Kleinod der Gemeinde Spiegelau glänzt wieder: durch die Initiative von Fridolin Apfelbacher, Erwin Moser und Peter Zeitner ist der Steig in der Steinklamm auf der rechten Seite der Großen Ohe wieder zu begehen.
Das Trio hatte im Frühjahr querliegende Bäume beseitigt , Treppen angelegt mit Steinen, die sie mühsam aus der Ohe raufholen mussten, loses Erdreich befestigt und an einer steil abfallenden Stelle eine Metalltreppe angebracht. Jetzt lässt sich vom Parkplatz in Luisenfels aus das Naturereignis Schritt für Schritt erwandern - allerdings nur mit festem Schuhwerk.
Schon von weitem hört man das Rauschen der Ohe, das sich nach starkem Regen und bei Schneeschmelze zu einem unbändigen, ohrenbetäubendem Toben verstärkt. Über große Felsblöcke und durch kleine Spalten bannt sich das Wasser seinen Weg in die Tiefe, stürzt über Wasserfälle, sammelt sich in Becken, schlängelt sich durch moosbewachsene Steine. An beiden Seiten ziehen Felsen über Buchen, Eichen, Ahorn und Eschen den Blick nach oben. Aber das Wasser ist nicht nur eine romantische Augenweide, es birgt auch Gefahren. Nach einigen Metern erinnert ein Kreuz an die 16-jährige Agnes Grüner aus Neiße/Schlesien, die hier im März 1881 ertrunken war. Das Mädchen hatte wohl in der Pappe- oder Holzwarenfabrik am Eingang zur Steinklamm gearbeitet. Das Fabrikgebäude neben dem Klärwerk und das ehemalige Herrenhaus sind noch steinerne Relikte aus dieser Zeit.
Bald kommt die erste Abzweigung, wo man über die Marienhöhe zurück nach Spiegelau gehen kann. Solche Rundwege ließen sich mit verschieden großem Radius noch mehrere anlegen, aber dazu muss erst eine Brücke als Verbindung zum „Grafenauer Ufer“ gebaut werden. Bisher führen nur ein paar Steine, die leicht überschwemmt sind, über die Ohe. Am linken Ufer führt der Weg weiter bis Hirschthalmühle, zum Großarmschlager Kraftwerk und über Rehbruck und das aufgelassene Bergwerk in Rendlmoos zum Stausee in Hartmannsreit/Schönberg.
Bei der Besichtigung mit Bürgermeister Josef Luksch wurde der optimale Standort für die Brücke bestimmt, die aus Eisenbahnschienen und Holz konstruiert werden soll. Den Plan dazu hat Fridolin Apfelbacher schon skizziert. „Es wäre schön, wenn sich auch die Stadt Grafenau an der Errichtung der Brücke beteiligen könnte oder an der weiteren Markierung der Wege“, wünscht sich Luksch. Die Gemeinde Spiegelau will einen Prospekt herausgeben, der alle naturkundlichen und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten in der Steinklamm und die möglichen Wanderrouten beschreibt.

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 26.7.2004
Luksch‘ Rat an Absolventen: Raus aus der Gedankenlosigkeit!
19 von 21 Schülern schafften „Quali“ - Jahrgangsbeste: Sonja Fehrer (1,6), Isabella Hüttinger und Ramona Blöchinger (1,8) und Tino Höcker (1,9)                Foto 1   Foto 2
von Ursula Langesee
Spiegelau. Ein sehr guter Abschlussjahrgang nahm seinen Abschied von der Hauptschule: 19 von 21 Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse haben den „Quali“ geschafft. Die besten Absolventen waren Sonja Fehrer (Notendurchschnitt 1,6), Isabella Hüttinger (1,8), Ramona Blöchinger (1,8) und Tino Höcker (1,9).
Bei der Abschlussfeier in der Mehrzweckhalle wünschte Bürgermeister Josef Luksch den Absolventen vor allem die Kraft, der Gedankenlosigkeit zu entfliehen und Gedanken umsetzen zu können. „Seid nicht gedankenlos gegenüber Eueren Mitmenschen, gegenüber Andersdenkenden und Fremden, Eueren Lehrern und Arbeitgebern. Stimmt nicht in das allgemeine Jammern ein, nutzt Euere Rechte als Bürger, zur Wahl gehen zu können“, forderte er sie auf.
Elternbeiratsvorsitzender Artur Wurzer brachte seine kurze Rede auf einen kurzen Sinn: „Viel Erfolg im neuen Lebensabschnitt“, gab er den Neuntklässlern auf den Weg. Klassleiter Walter Klessinger erinnerte an die Vorbereitung zum „Quali“, die so manchem Schüler gezeigt habe, dass es sich lohne, sich auch in Lernfächern einzusetzen oder in Sport und Kunst gut zu sein. Er freute sich, dass es in der Klassengemeinschaft gelungen sie, Konflikte zu lösen und Vorurteile abzubauen. Besonders sei er überrascht gewesen - und das erwähnte er mit einem leisen Lächeln - , dass es bei der Abschlussfahrt in die Toskana erstmals keine Beschwerden von der Hotelleitung gegeben habe. Er wünschte seinen Schülern, dass sie ihre gesteckten Ziele erreichen und lud sie zu einer privaen Party zu sich nach Hause ein. Dem beliebten Lehrer, der seinen Neuntklässlern Zusatzstunden zur Stoffvertiefung am Nachmittag angeboten hatte, überreichten drei Abschlussschülerinnen einen Geschenkkorb.
Als Sprecherin der 9. Klasse bedankte sich Ramona Blöchinger bei den Lehrern und den Geistlichen Hubert Gerstl und Johann Pöppel. Sie erwähnte, dass die meisten ihrer Mitschüler weiter die Schulbank drücken werden und nicht gleich in einen Beruf einsteigen. Sie wünschte der achten Klasse viel Glück für ihre Abschlussprüfungen im nächsten Jahr.
Rektor Anton Seibold verglich die neun Jahre an der Volksschule mit einem „Tau“. „Wir haben Euch das Ende in die Hand gegeben, jetzt müsst Ihr selbst daran emporklettern“, sagte Seibold an die Absolventen gewandt. Die Schule habe versucht, den jungen Leute das „Handwerkszeug“ wie Wissen, Können, Fertigkeiten mitzugeben und sie mit ihrer Errziehungsarbeit zu selbstständigen, eigenverantwortlichen Menschen zu formen, die Werte als Orientierungspunkte annehmen.
„Ich hoffe, Ihr verlasst die Schule nicht im Zorn, sondern mit dem Gefühl, wirklich auf das Leben vorbereitet worden zu sein“, sagte der Rektor. Zum enorm guten Abschneiden dieser Klasse sagte er, dass gute Vorzensuren einen entscheidenden Beitrag zum späteren guten Ergebnis leisten könnten. „Dieses frühzeitige Sammeln guter Noten ist zur Nachahmung empfohlen“, legte er den nachfolgenden Klassen ans Herz. Nach der Zeugnisvergabe und der Vergabe von Buchgeschenken des Elternbeirats an die drei besten Absolventen, überreichte Rektor Seibold auch die Urkunden für die besten Sportler beim Schulfest. Schulmeister wurden Daniel Neumar, Daniel Hartl, Dominik Pflanzl und Jennifer Geiß.
„Amazing Grace“, ein Solo von Ramona Böchinger, Flötenstücke der 3 a und Tänze der 4 a und Schülerinnen der 5. bis 7. Klassen wurden viel Applaus bedacht. Zustimmendes Kopfnicken und beipflichtendes Lachen löste Otto Öllinger, der Religionslehrer der Abschlussklasse mit seinem selbstgetexteten und -komponierten Lied „O mei“ aus. Darin beschreibt er wirklich passend den Generationenkonflikt durch das „greisliche Gwand und die depperte Musik“ der Jugendlichen, wie ihn wohl jeder zuhause schon erlebt hat.
 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 19.7.2004
Spiegelauer Pandurenfest: Fröhliche Eroberung der Herzen
Gestern hat in Spiegelau der Sommer endlich begonnen — Rekordfestzug durch den Glasmacherort mit Freischärlern und Spielmannszügen
von Egon M. Binder
Spiegelau.                                                                                       Zeitungsausschnitt
Ob die Panduren vor nunmehr 264 Jahren jemals einen Fuß oder Huftritt in einen der ältesten Glasmacherorte des Bayerischen Waldes gesetzt haben, ist nicht nachweisbar. Dass aber gestern Spiegelau zum 19. Male eines der schönsten Feste im gesamten Bayerischen Wald feierten, ist eine von Tausenden Besuchern erlebte wie verbürgte Wahrheit.
Amtsbürgermeister Josef Luksch wie seine beiden ‚‚Impresarios“ Fredl Resch und Otto Öllinger mit den rund 800 Mitwirkenden — davon an die 50 Pferde — können es sich auf ihre Fahnen heften, dass sich gestern die Nationalparkgemeinde so zeigte wie sie gemeinhin ist: Gastfreundlich, liebenswert und erlebnisreich.
Auch der zum Pandurenfest von weit her angereiste Gast musste es nicht bereuen: Gleich am Ortseingang bot die Kristallglasfabrik Glas von erster Qualität zu günstigsten Preisen, spielten im Hof der Glasfabrik die ‚‚Kaiser-Spatzen“ auf und waren von den Garküchen die verlockenden Schwaden von Pandurenspießen, Pandurenburgers, Pusztareis, Schweinebraten und natürlich Würstl vom Grill auszumachen.
Und dazu ließ sich jedermann natürlich das in der kleinen Privatbrauerei Stangl in Klingenbrunn gebraute braune Pandurenbier wie den aus Österreich eingeführten Pandurenwein munden.
Noch während die Panduren aus Waldmünchen wie das friedliche Spiegelauer Volk zu den Klängen des örtlichen Männerchors einen Gottesdienst unter freiem Himmel feierten, trieben die Händler bereits einen nur teils schwunghaftes Handel mit Taschenmessern und Kochlöffeln, mit Heuigeln und mit Kristallsteinen, mit Porzellan und anderen Gerätschaften, die einem in Küche und Haus gut anstehen.
Von den alten Handwerkskünsten zogen nicht nur der Schnupftabakreiber und die Stadler Rosi als Wollspinnerin die Leute an, sondern vor allem der aus Niederösterreich angereiste Seiler, der mit seinem vorsintflutlichem Gerät auch Kindern dabei die Chance gab, einmal ein Springseil zu zwirbeln und anschließend für 3,50 Euro zu erwerben.
Doch Höhepunkt vor dem alten Spiegelauer Rathaus ist allemal der Einzug der Panduren, der von Otto Öllinger moderiert wird.
Archaische Bilder aus der Zeit des Österreichischen Erfolgekriegs wurden hierbei geboten, so wie sie in einem Film über die wilden Freischärler nicht besser in Szene gesetzt werden könnten.
Die ‚‚Eisenfresser“ und ‚‚Menschenfrevler“, so wie die Panduren einst genannt wurden, verschonten auf Bitten von Bürgermeister Josef Luksch schließlich den Ort, der den Saufbolden und Würfelspielern schließlich eine ganze Truhe von Schokoladentalern auslieferte. Als diese schließlich später unter die Kinder verteilt wurden, wunderte sich mancher, dass anno 1742 bereits Euro im Umlauf waren.
Der Festzug selbst war so schön und so lang wie selten zuvor, denn gleich mehrere Spielmannszüge und Musikkapellen marschieren mit, fast alle Spiegelauer Vereine hatten sich daran in historischen Kostümen beteiligt und den ganzen Tag gab´s dann für Jung und Alt Unterhaltung von bester Qualität.
Vor allem für Pferdefreunde war das am Samstagabend abgehaltene Pandurenlager mit den wilden Reiterspielen von Max Kölbl und seinen Gesellen ein Megaerlebnis und beim Umritt durch den Ort waren dann auch die alten Fuhrleute wieder fest an den Zügeln. Sogar ein Gespann mit gleich drei Tigerschimmeln fehlte nicht und einer der Wägen führte sogar eine Wildsau mit.
Ein gefundenes Fressen für Fotografen und Videofilmer war schließlich die Falknergruppe Kubitscheck aus Neuschönau, die vom Falken bis zum Steinadler alles auf Händen trug.
Und als nachmittags die Schwüle des Tages noch von einem erfrischenden Sommerwind gedämpft wurde, vergaßen viele eigentlich das, was sie eigentlich nach dem Mittagessen entlangt der Spiegelauer Hauptstraße tun wollten: heim zu gehen, was sie aber nicht bereuen sollten, denn das Spiegelauer Pandurenfest gibt´s nur einmal im Jahr.
Das dachte sich auch der ‚‚Oberbefehlshaber“ der Grafenauer Bürgerwehr, Oberamtsrat Willi Schindler, der durch seinen Major Walter Müller auch diesmal wieder den Spiegelauern Beistand beim Pandurenüberfall leisten ließ. Er ließ sich noch eins von den ,,Braunen“ vom Spiegelauer Kämmerer Ludwig Friedl einschenken, das genau zu jenem Zeitpunkt, als er ans Heimgehen dachte, dann aber von seinem Freund, dem Grafenauer Städteplaner Klaus Bauer, daran gehindert wurde...

 

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 16.7.2004
Lagerleben und Markttreiben: Spiegelau in Panduren-Hand
19. Pandurenfest Spiegelau am 17. und 18. Juli - Fest erinnert mit historischem Spiel an den Einfall der Panduren in Bayern im Jahr 1742
Spiegelau (ar). Man schrieb das Jahr 1742, als ein bizarrer Haufen mordlüsterner Krieger, angeführt vom berüchtigten Pandurenobrist Franziskus Freiherr von der Trenck in Bayern einfiel. Bei ihrem „Zug“ durch den Wald verwüstete diese wilde und räuberische Horde ganze Landstriche und selbst die entlegensten Winkel des Bayerwaldes wurden dabei nicht verschont. So wurde unter anderem die Burg Weißenstein bei Regen von den Panduren zur Ruine gemacht und auch Dießenstein im Grafenauer Land legten die mit Krummsäbeln bewaffneten Reiter in Schutt und Asche. Im Juli 1742 sollen sie dabei auch durch Spiegelau gezogen sein. Im Jahr 2004 erinnert neben dem Pandurensteig in Spiegelau insbesondere das alljährliche Pandurenfest an die damalige Zeit. Mit Unterstützung der Pandurendarsteller aus Waldmünchen dreht man dabei das Rad der Geschichte zurück und spielt bei diesem historischen Fest am Festsonntag heuer bereits zum 19. Male die Übergabe des Ortes nach, wie sie sich vor ca. 260 Jahren abgespielt haben mag. Der Auftakt zu diesem zweitägigen Fest erfolgt bereits am Samstag mit dem Pandurenlager bei der Mehrzweckhalle. Unter dem Leitspruch „Wir warten auf die Panduren“ ist gerade dieser Abend mit Lagerfeuerromantik und Pandurenlager wohl einer der schönsten Vorabende zu einem Fest im ganzen Bayerischen Wald. Viel zu schnell vergeht dabei meist die Zeit, wenn man nach der offiziellen Festeröffnung durch 1. Bürgermeister Josef Luksch unter Salutschießen der Hessensteinschützen Klingenbrunn das zwanglose Lagerleben mit musikalischer Unterhaltung, bei verschiedenen Pandurenspezialitäten, Pandurenbier und Pandurenwein unter freiem Himmel genießt.
Für Kurzweil sorgen daneben u.a. auch die Auftritte der Fechtgruppe Romantica und die Spiegelauer Reiterpanduren die auf der Wiese vor dem Pandurenlager „Reiterspiele“ darbieten. Angefangen vom Formationsritt, bis hin zu „Scheinduellen“ mit Strohpuppen sowie einem mystischen Fackeltanz hoch zu Ross, ist bei diesen nächtlichen Reiterspielen für jeden Pferdefreund etwas dabei. Bis zum offiziellen Ende des Lagerlebens um 23 Uhr wird dann, jeweils zur vollen Stunde, der Spiegelauer Nachtwächter zur Ruhe und Ordnung rufen und die letzten Besucher an der Pandurenbar, wo es so köstliche Getränke wie z.B. „Pandurenblut“ oder einen „Liebestrank“ etc. gibt, zur Heimkehr mahnen. Den Höhepunkt des zweitägigen Festes erleben die Besucher am Festsonntag. Unter der Schirmherrschaft von Senator a.D. Heinrich Eiber beginnen die Feierlichkeiten um 10.45 Uhr zunächst mit einem Festgottesdienst (bei schönem Wetter auf dem Platz am Vergolder-Riegel bei der Tourist-Info), zelebriert im historischen Kostüm von BGR Hubert Gerstl und musikalisch umrahmt ebenfalls vom kostümierten Männergesangverein Spiegelau. Angeführt von der Blaskapelle Klingenbrunn und der Bürgerwehr Grafenau zieht man anschließend zum alten Rathaus. Zeitgleich setzt sich etwa gegen 11.40 Uhr vom Kurpark her der Festzug, mit rund 1000 historisch gekleideten Mitwirkenden in Richtung Ortsmitte in Bewegung. Eine rund 80-köpfige Abordnung der Panduren aus Waldmünchen führt diesen Tross an. Nach einer kurzen Ratssitzung sowie dem dreifachen Salut der Grafenauer Bürgerwehr erfolgt gegen 12.15 Uhr die Übergabe des Ortes Spiegelau durch den Hohen Rat von Spiegelau, mit Bürgermeister Josef Luksch an der Spitze. Anschließend ziehen Spielmannszüge, Reiter, Bürgerwehr, Trommler und mitreisendes Volk durch den Ort. Entlang der Hauptstraße, die an diesem Tage zur „Fußgängerzone“ umfunktioniert wird, beginnt das historische Markttreiben. Viele Stände und alte Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe in uriger Atmosphäre erwarten die Festbesucher. Spinnräder drehen sich, Schnupftabak wird gerieben und auch die hohe Kunst des „Klöppelns“ kann man hautnah miterleben. Besenbinden, Holzschuhmachen oder Körbeflechten, all dies ist an diesem Tag zu sehen. Den gesamten Nachmittag über werden Einlagen geboten, angefangen von der historischen Fechtgruppe, bis hin zu den Auftritten der Blaskapelle oder dem Chor der „Reisigen“. Als weitere Besonderheit gibt es gegen 15 Uhr eine kurze Spielszene mit den Spiegelauer Reiter-Panduren in deren Verlauf auch die drei Bürgermeister vorübergehend festgenommen und durch den Ort „geschleppt“ werden.

PNP LOKALTEIL GRAFENAU vom 15.7.2004

Juniorranger wissen über Natur Bescheid                                              Foto
„Spiegelauer Luchse“ beste Auswärtsmannschaft beim 2. Juniorrangercup
Spiegelau (Pö). Vor einem Jahr wurde der Juniorrangercup vom Nationalpark Bayerischer Wald ins Leben gerufen und rund um das Wildniscamp feierte man eine erfolgreiche Premiere. Jetzt war der Harz an der Reihe. Auf Einladung des Nationalparks Hochharz zum Juniorrangercup 2004 machten sich 18 Juniorranger und fünf Betreuer des Nationalparks Bayerischer Wald auf die 600 km weite Reise Richtung Drei Annen Hohne in den Hochharz. Dort trafen sich Juniorranger aus dem gesamten Bundesgebiet, vom Nationalpark Unteres Odertal, über die Nationalparke Harz und Hochharz, den Brandenburger Naturparks bis zum Nationalpark Bayerischer Wald. Insgesamt gingen 22 Mannschaften zu je vier Kindern an den Wettkampf-Start. An den einzelnen Stationen waren Wissen über Pflanzen und Tiere, genauer Umgang mit Karte und Kompass und auch Geschicklichkeit gefragt. Die Mannschaft der „Spiegelauer Luchse“ erkämpfte sich den beachtlichen vierten Rang und erzielte damit das beste Ergebnis einer auswärtigen Gruppe. Bevor die Heimreise wieder angetreten wurde, stand noch ein Abstecher nach Schierke zu den Feuersteinklippen und zur Brockenbahn auf dem Programm.

Bierprobe zum Pandurenfest                                                                   Foto
Spiegelau (re). Voll im Zeitplan laufen derzeit die Vorbereitungen zum 19. Spiegelauer Pandurenfest, das am kommenden Wochenende im Glasmacherort stattfindet. Neben dem bereits „traditionellen Programm“ gibt es auch heuer am Samstagabend wieder Reiterspiele der Spiegelauer Reiterpanduren auf dem Platz vor dem Pandurenlager. Mit dem richtigen „Zielwasser“, nämlich dem für das Fest eigens eingebrauten Pandurenbier der Brauerei Stangl aus Klingenbrunn, haben sich die Reiter-Panduren Max Kölbl und Manfred Scholz jr., anlässlich der Bierprobe schon eingedeckt und dabei gemeinsam mit Bürgermeister Josef Luksch sowie Hermine Stangl von der hiesigen Brauerei, auf ein gutes Gelingen des Festes angestossen

Der Kindergarten erhält nun seine „Taufe“
Oberkreuzberg
Vor zehn Jahren wurde der Oberkreuzberger Kindergarten seiner Bestimmung übergeben. Anlässlich dieses Jubiläums bekommt das Haus nun auch einen Namen. Zur „Tauffeier“, die am Samstag, 17. Juli, um 14 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Gelände vor dem Pfarr- unn Gemeindezentrum beginnt, ist die gesamte Bevölkerung eingeladen. Bei Kaffee und Kuchen können sich die großen und kleinen Gäste dabei auch an einer „Spielolympiade“ erfreuen, an der alle Kinder zwischen drei und acht Jahren teilnehmen dürfen.

Direkt zur PNP

Überblick - Navigation                                     Suche                                                   webmaster