Was über Spiegelau in der Zeitung steht:
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2005

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Grafenauer Anzeiger vom 20.12.2005

Störrischer Esel verzögert Waldweihnacht - Er ließ sich nicht auf den Anhänger laden - Lebende Krippe war der Hauptanziehungspunkt
Spiegelau (ga). Eine vollauf gelungene Premiere für die Feuerwehr Spiegelau war die „Waldweihnacht“ bei der Mehrzweckhalle am Nachmittag des 2. Weihnachtsfeiertages. Wo im Juli die Panduren ihr Lager aufschlagen, war dieses Mal alles auf Weihnachten in seinem ursprünglichen Sinn ausgerichtet - der Bauhof und die Touristinformation halfen ebenfalls mit.
Viel Schnee als weiße Unterlage, dann noch zusätzliche Flocken vom Himmel, knisterndes Feuer und eine lebende Krippe mit Maria (Carolin Kirchner) und Josef (Martin Bachmann), Hirten und den Weisen aus dem Morgenland empfingen die gut 300 Besucher. Gerade die Krippe hatte magnetische Wirkung. Kein Wunder: Günther Sellmeier aus Oberkreuzberg hatte seine Tiere mitgebracht - einen Esel, ein Schaf und zwei erst sechs Wochen alte Lämmer. Da konnten sich vor allem die kleinen Gäste nicht mehr satt sehen.
Dabei hätte ihm bald der Esel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er erwies sich als so störrisch, wie man es den Grautieren gerne nachsagt und ließ sich nicht in den Anhänger verladen. So brach die „Waldweihnacht“ eine Viertelstunde später an. Dafür bildeten die Besucher für den säumigen Esel beim Einzug ein Spalier.
So improvisiert wie der Esel-Einzug war die ganze Aufführung, aber es wirkte wie tausend Mal geprobt. „Wir hätten zum Üben gar keine Zeit gehabt, weil wir wegen des Schneebruchs Tag und Nacht im Einsatz waren“, sagte Feuerwehr-Vorsitzender Kurt Hobelsberger, der die Gäste begrüßte und verabschiedete.
Schön war die Idee, Erzähler Peter Röhl nicht herkömmlich von der Bühne moderieren zu lassen, sondern vom Volk aus. Er hatte sich unter die Menge gemischt und staunend die Krippe bemerkt, die er dann beschrieb. Nachdenkliches von einer alten Frau, deren Familie erst dann an sie denkt, als sie Weihnachten im Krankenhaus liegt und Humorvoll-Besinnliches über die göttliche Geburt auf dem Huber-Hof waren weitere selbst verfasste Geschichten, die Röhl vortrug. Sie fügten sich harmonisch in die gut zweistündige Veranstaltung ein, bei der natürlich auch die Musik nicht zu kurz kam.
Die Spiegelauer Blechbläser spielten, der Kindergarten Spiegelau hatte Lieder einstudiert. Ruhige Weisen entlockten Beate und Michael Kordick der Gitarre und der Steirischen. Otto Öllinger trat mit dem Kinderchor auf und zum Schluss durften alle Gäste aktiv werden und in das gemeinsam gesungene „Stille Nacht“ einstimmen.

 

Grafenauer Anzeiger vom 20.12.2005

Von der „wilden Jagd“ und der Spiegelauer Waldbahn -Ohetaler Heimatverein gibt drei neue Werke heraus - Fundiertes historisches Werk über die Waldbahn - Hörbuch auf CD
von Claudia Grimsmann
Spiegelau. Trotz widrigen Wetters war die Galerie des Schnapsmuseums gut besucht. Der Grund: Gleich drei Neu-Erscheinungen des Ohetaler Heimatvereins wurden an diesem Abend dem Publikum präsentiert. Das urige Ambiente der Lokalität und die zünftige Musik des „Grenzgänger Trios“ - Raimund Pauli (Tuba und Dudelsack), Erich Pauli (Steirische) und Karl-Heinz Reimeier (Gitarre) verliehen der Veranstaltung den entsprechenden Rahmen.
„Unser Verlag hat in diesem Jahr schwer gearbeitet: Sechs Bücher wurden verlegt, zwei schöne Festschriften und ein Hörbuch. Für ein ehrenamtliches Team eine enorme Leistung. Die Geschichte der Spiegelauer Waldbahn ist ein wichtiger Maßstein in unserer Bibliothek und ein wichtiger Teil in unserer Arbeit für die Nachwelt. Und mit der Hörbuch-CD haben wir erstmalig ein Stück Neuland betreten“, freute sich der 1. Vorsitzende Willi Steger.
Karl-Heinz Reimeier als Laudator betonte die von Hans Schopf zusammen gestellten Geister- und Landschaftssagen aus der Region: „So eine ‚Buch-Taufe‘ ist für mich persönlich immer etwas ganz Besonderes. Da kommt etwas auf die Welt, das vorher noch nicht da war. In das viel Zeit und Energie investiert wurde. Neben der bayerischen und böhmischen Sagenwelt erweiterte Hans Schopf auch seinen Blick auf das Oberösterreichische“, lobte der Laudator das persönliche Engagement des Autors. Auch das passende Hörbuch, gelesen von Christa Steger und produziert von Erich Pauli, würdigte Reimeier: „So eine CD macht schon Sinn: Schließlich gibt es Leute, denen das Lesen nicht mehr so gut tut, die Kopfweh davon bekommen.“
Bei den anschließenden Buchtaufen erschienen zwei der Neuschönauer „Lousnacht-Geister“ als Paten. Die drei Buch-Projekte wurden mit Wasser aus dem Rachelsee, dem Hüttenbachl in Neuriedlhütte und vom Teufelsloch symbolisch übergossen. Anschließende stellte Christa Steger ihr Können live mit der Geschichte von der bösen „Wecklinghexe“ unter Beweis.
Ein Zeitzeuge und selbst Herausgeber mehrerer Bücher übernahm die Laudatio für den historischen Höhepunkt des Abends zur Geschichte der Spiegelauer Waldbahn: „Dieses hochwertige und aufwendig gestaltete Buch war längst überfällig und schafft nun für eine regionale Instanz endlich den historische Stellenwert. Persönlich war ich selbst vier Monate als ‚Tagwerker‘ bei einem Bauabschnitt mit dabei. Jedenfalls habe ich nach dieser Zeit bereitwillig und gerne gelernt, um beruflich weiter zu kommen“, sagte Professor Ludwig Reiner.
Wissenschaftliches und technische Fundament bildete die Diplomarbeit von Richard Sliwinski, an der Universität Weihenstephan von 1991. Ein besonderer Verdienst von Sliwinski ist es auch, das ganze Streckennetz in Karten im Maßstab von 1:25 000 aufgearbeitet zu haben. „Und damit ist es möglich, den Verlauf heute noch nachzuvollziehen und einzuordnen“, sagte der Laudator.
Hermann Beiler und Ludwig Reiner stellten mit zeitgeschichtlichen Dokumenten und Zeitzeugen-Berichten die historische Bedeutung des insgesamt 95 Kilometer langen Schienennetzes in der Region dar, auf dem in der Zeit von 1910 bis 1957 schätzungsweise 39 mal die Welt umrundet wurde. In der Recherche war man dabei auf Material gestoßen, das aus dem Jahre 1900 stammt - somit eine kleine Sensation am Rande des verlegerischen Projektes. Auch Heimat-Literatin Rosi Stadler las zu diesem Anlass aus ihren Kindheits-Erinnerungen zum Thema Waldbahn vor.
„Ich denke, unsere Neuerscheinungen sind nicht zuletzt auch wirklich attraktive und sinnvolle Geschenke zum Weihnachtsfest“, betonte Horst Weitzel, 2. Vorstand des Heimatvereins d’Ohetaler Riedlhütte, als er abschließend allen Akteuren dankte.

 

Grafenauer Anzeiger vom 17.12.2005
62 Jahre im Dienst der Gemeinde
/ Reinhard Maurer und Manfred Mirwald in Altersteilzeit verabschiedet
Spiegelau (ul). Weil „Abschied“ so negativ klingt, nannte es Bürgermeister Josef Luksch „vorläufig beendet“ und meinte damit das Dienstverhältnis vom langjährigen Bademeister und Loipenpfleger Reinhard Maurer nach 36 Jahren und vom Leiter der Touristinformation, Manfred Mirwald, nach 26 Jahren. Die Beiden luden ihre Kolleginnen und Kollegen vom Rathaus zur Feier der „Freistellungsphase“ ihrer Altersteilzeit in den Begrüßungsraum der Touristinformation ein.
Ob der Bademeister Maurer überhaupt selbst schwimmen könne, das habe ihn schon als Bub interessiert, gab Luksch zu. Lange sei dieses Rätsel nicht gelöst worden. Dafür habe er in den neun Jahren im Bürgermeisteramt feststellen müssen, dass Maurer mit seiner Beharrlichkeit und vehementen Eloquenz manches habe bei ihm durchsetzen können.
„Der hod de damisch g‘redt, oba es hod ghoifa“, verriet der Rathaus-Chef. Nicht umsonst sei der Bauhof-Bedienstete eine Zeit lang auch Vorsitzender des Personalrats gewesen. „Ich habe immer gerne in der Gemeinde gearbeitet, habe mich aber von außen nicht sehr beeinflussen lassen“, bestätigte Maurer . Froh ist er, dass er in Toni Schönhofer als Bademeister und Philipp Schönberger als Loipenpfleger würdige Nachfolger gefunden habe. „Obwohl, drei Jahrzehnte war mir das Bad immer eine Herzensangelegenheit, kaum kümmert sich wer anderer darum, wird es abgerissen“, fügte er schmunzelnd hinzu. Sein Wunsch wäre es, wenn sich wieder ein Personalrat finden würde.
Das Verhältnis zu Manfred Mirwald sei anfangs problematisch gewesen - familiär begründet, bemerkte der Bürgermeister zum zweiten Ruheständler. Auch habe die Ermahnung „Du sollst aufs Geld schau‘n“ nie viel bewirkt. Aber im Laufe der Zeit habe sich doch eine gute Zusammenarbeit entwickelt, so Luksch. Mirwald sah das ähnlich. „Der Gemeinderat und die Verwaltung haben immer die Voraussetzungen geschaffen, dass sich der Tourismus in Spiegelau gut entwickeln konnte.“
Als er 1979 begann, gab es nur einen Flyer über den Fremdenverkehrsort. Bald wurde ein eigenes Gastgeberverzeichnis mit Imageprospekt entwickelt. Die Entwicklung des Angebotes in Richtung „Natur“ und „Nationalpark“ trug Früchte: Spiegelau konnte bei den Übernachtungszahlen im Landkreis nach den Städten den vierten Platz erreichen. In Spitzenzeiten wurden Anfang der 90-er Jahre über 260 000 Übernachtungen erzielt.
„Mein Ziel war es immer, mit dem touristischen Angebot die Wirtschaftskraft der Region zu unterstützen“, sagte Mirwald. Er dankte den Vermietern, die investiert haben, um immer auf dem neuesten Service-Stand zu sein. Sein Herzenswunsch, die Eröffnung der Steinklamm, sei noch in Erfüllung gegangen.
Der Urlaubsgemeinde Spiegelau und seiner Nachfolgerin Theresa Resch wünschte der scheidende Touristinformationleiter „bald wieder eine so gute Bilanz wie nach der Wende“.
Bürgermeister Luksch überreichte den Ruheständlern Bücher zu ihren Leidenschaften - die „Kanarischen Inseln“ für Mirwald und „Schottische Landschaften“ für den Whisky-Liebhaber Maurer - und „Printmedien“ in Form von Geldscheinen und versprach Saisonkarten für das neue Naturbad, das 2007 eröffnet werden soll.

 

Grafenauer Anzeiger vom 10.12.2005

Aus dem Gemeinderat Spiegelau
Manfred Klaus von der Firma Plafog hat den Entwurf und die Kostenrechnung für das Naturbad vorgestellt. Die Wasserfläche wird mit insgesamt 830 qm etwas größer als die jetzige. Sonst lehnt sich der Plan ziemlich genau an die bisherigen, bereits bekannten Entwürfe an - nur ein weiteres Reinigungsbecken kommt noch hinzu.
Die Kosten belaufen sich auf 847 500 Euro netto (ohne Planung). Einige Posten in der Kalkulation der Firma Plafog, wie Rodungsarbeiten, Einzäunung, Ausstattung, würden sich noch verringern, weil die Arbeiten vom Bauhof erledigt werden könnten, machte Bürgermeister Josef Luksch aufmerksam. Außerdem könnten bei den 65 000 Euro für die Solar-Anlage die 20 000 Euro aus dem EON-Umweltpreis abgezogen werden, mit dem die Gemeinde im August ausgezeichnet worden war.
In der bei der Gemeinderatssitzung vorgestellten Kostenrechnung nicht enthalten sind die 235 000 Euro für die Errichtung der Umkleide- und Sanitärgebäude, für die Architekt Heinrich Scholz verantwortlich zeichnet.
Zwei Drittel der Kosten für die Umgestaltung des Freibades in ein Naturbad werden in den Haushalt 2006 eingestellt, das restliche Drittel in den von 2007.
Zum organisatorischen Ablauf des Umbaus sagte Luksch, dass im kommenden Jahr das Freibad geschlossen bleibe und das neue Bad mit der Saison 2007 eröffnet werde.
Weil der Naturbad-Bau im Oktober als förderungswürdig über Leader + anerkannt wurde (wir berichteten), gibt es zu den Gesamtkosten einen Zuschuss von 50 Prozent der förderfähigen Kosten.
Mit einer Gegenstimme (Erhard Wawrzek, Freie Wähler) billigte der Gemeinderat den Planentwurf der Fa. Plafog.
Bürgermeister Luksch befürchtet, dass die „Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben, kurz: RZWas“ weiter verschärft werden mit der Folge, dass die Zuwendungen empfindlich gekürzt werden. Das Abwasserkonzept der Gemeinde wäre für die Gemeindeteile Reinhardschlag, Ochsenkopf, Kronreuth, Sommerau, Daxsteinweg, Klingenbrunn-Bahnhof und Althütte von den Kürzungen betroffen. Deshalb schlug Luksch den vorzeitigen Baubeginn vor, um noch höhere Zuschusssätze zu bekommen. Da die Planungen für diese Maßnahmen bereits stehen, hatte auch der Gemeinderat unisono nichts einzuwenden.
Der Zahn der Zeit hatte an dem Gerätehaus der Feuerwehr Oberkreuzberg und dem alten Gerätehaus der Feuerwehr Klingenbrunn genagt. Der Gemeinderat musste über Renovierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen beraten.
Am Gerätehaus Oberkreuzberg müssen die Fassade, die Fenster, das Tor neu gestrichen werden, die Holzschalung ist marode und die Drainage überholungsbedürftig. Auch im Inneren des Hauses fallen einige Renovierungsarbeiten an. Das Gremium einigte sich darauf, dass die Gemeinde die Kosten für die Außenarbeiten von ca. 5000 Euro übernimmt und die Feuerwehr die Innenarbeiten finanziert.
Der Beschluss zum alten Gerätehaus der Feuerwehr Klingenbrunn wurde noch zurückgestellt bis ein exakter Kostenvoranschlag vorliegt. Hier sind die Schäden schlimmer. Flachwurzelnde Bäume haben das Fundament gehoben - daumendicke Risse im Mauerwerk sind die Folge. Ein neues Tor müsste eingebaut werden und Fenster, die mehr Tageslicht reinlassen. Die Frage stand im Raum, ob nicht gleich ein Abriss günstiger käme als die Sanierung. Luksch wies aber darauf hin, dass die Vereinsgemeinschaft das alte Haus nutze. Die müsse auch nach ihrer Meinung gefragt werden.
Vor was sich die Gemeinde Spiegelau normal nicht zu fürchten braucht, das ist Hochwasser. Deshalb trug Geschäftsleiter Josef Schreiner die Änderung des Kapitels Wasserwirtschaft, Abschnitt Hochwasserschutz, im Schreiben des Regionalen Planungsverbandes Donau-Wald nur zur Kenntnisnahme vor.
Anlieger des Trosselweges beantragten die Aufstellung von Pflanztrögen an den Einmündungen des Waldbahnweges und des Filzwiesenweges. Diese Barrieren sollen die Geschwindigkeit der durchfahrenden Autofahrer drosseln. Bei einer Verkehrszählung von Mittwoch, 17. August, bis Montag, 22. August, stellte sich aber heraus, dass ein Großteil der Autofahrer sogar weniger als 30 km/h fuhr und und nur sehr wenige schneller als mit den gestatteten 50 Stundenkilometer unterwegs waren. Einen Grund für die verhaltene Fahrweise sahen die Gemeinderäte an der „Rechts vor links“-Regelung an dieser Stelle. Für sie gab es deshalb keinen Anlass, dem Antrag der Anlieger zuzustimmen.
Für den Kindergarten Oberkreuzberg wurde zwischen der Kath. Pfarrkirchenstiftung Oberkreuzberg und der Gemeinde Spiegelau eine Vereinbarung abgeschlossen, dass die Gemeinde einen Betriebskostendefizitausgleich leistet. Im Haushaltsjahr 2003/2004 entstanden 2900 Euro Defizit, 2002/2003 1733 Euro und 2001/2002 5624 Euro.
Gemeinderat Erhard Wawrzek wollte wissen, ob die Gemeindeverwaltung etwas gegen die hohen Kosten für den Winterdienst auf ihrem 60-km-Straßennetz unternehme. Wegen Personalknappheit im Rathaus sei noch keine Erhebung durchgeführt worden, so der Bürgermeister. Aber ein erster Schritt zur Kostendämpfung sei mit einem neuen Streugerät mit feineren Dosiermöglichkeiten gegangen worden. (ul).

 

Grafenauer Anzeiger vom 28.10.2005

Geld für Naturbad kann jetzt fließen
Zuwendungsbescheid für Leader+-Förderung von über 568 000 Euro
Spiegelau (ul). Nun ist es offiziell: die Gemeinde bekam den Zuwendungsbescheid von Leader + für den Bau eines Naturbads. Danach gibt es für die Baumaßnahme mit Gesamtkosten von knapp 1,162 Mio. Euro einen Zuschuss von 568 814 Euro, das sind 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die Gemeinde bleibt ein Eigenanteil von 593 000 Euro.
Bei einem Ortstermin überreichte jetzt Regionalmanagerin Stefanie Vornehm von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) für Leader+ den Zuwendungsbescheid symbolisch an Bürgermeister Josef Luksch. Eineinhalb Jahre hatte es gedauert - von der ersten Vorstellung des Projekts in der LAG bis zur Bewilligung. „Dass das Naturbad abgelehnt würde, war nicht zu befürchten. Denn es erfüllt die für Leader+ wichtigen Kriterien wie Innovation, Vernetzung, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung. Aber wann die Förderung genehmigt würde, stand in den Sternen. Es hat mich doch überrascht, dass es so schnell ging“, berichtet Vornehm.
Allerdings war es ein harter Weg durch den Paragraphen- und Verordnungsdschungel und akribische Kleinarbeit, bis der Antrag hieb- und stichfest formuliert war. Für Vornehms Unterstützung ist Luksch deshalb auch sehr dankbar. Ein weiterer Katalysator, um das Projekt voranzutreiben, war wohl auch der mit 20 000 Euro dotierte EON-Umweltpreis, den die Gemeinde Ende Juli für den „Umbau des Freibades in ein naturnahes Bad“ bekam, obwohl dieses bisher ja nur auf dem Reißbrett existiert (wir berichteten).
Aber wie geht es nach dem zugesagten Geldsegen jetzt weiter? „Wir haben zwei Möglichkeiten, über die der Gemeinderat in den nächsten Sitzungen beraten muss. Die Eingabeplanung für die neuen Gebäude in Holzrahmenbauweise sind fertig. Wir könnten also im Frühjahr 2006 mit dem Abriss beginnen, das Gelände bis zum Herbst grob modellieren und dann am 1. Juni 2007 die Einweihung feiern. Der Nachteil ist, wir verlieren eine Badesaison, haben aber auch keinen Wasserverlust, keine Ausgaben für Bade-Chemie und Heizung und müssen keinen Arbeitslohn für den Bademeister bezahlen.
Die Alternative ist, nach der Badesaison 2006 in die Vollen zu gehen. „Dann könnte man auch die Eigenmittel von immerhin 593 000 Euro auf zwei Haushaltsjahre verteilen“, beschreibt der Bürgermeister die weiteren Schritte.

 

Grafenauer Anzeiger vom 8.10.2005

Familie als Spielball im Schulsprengel-Streit
Kinder von Gabriele Prosser aus Spiegelau dürfen nach Riedlhütte - Gemeinde klagte beim Verwaltungsgericht von Michael Witte
Spiegelau. „Wir wollen Sie nicht schikanieren.“ Dieser Satz aus dem Mund von Bürgermeister Josef Luksch kommt Gabriele Prosser (40) aus Spiegelau noch heute direkt in den Sinn, wenn sie an das bürokratische Hickhack um ihre beiden Kinder Kerstin (13) und Markus (6) in diesem Sommer denkt. Beide sollten und wollten im Nachbarort Riedlhütte zur Schule - dies gelang gegen den Willen der Gemeinde Spiegelau letztlich nur per einstweiliger Verfügung und dem Einsatz von Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz, die sich für die Kinder stark machte.
Sogar mit einem Gerichtsbeschluss wollte Spiegelau die Kinder zum Schulgang nach Spiegelau zwingen, der Gemeinderat entschied sich in nicht-öffentlicher Sitzung aber gegen diesen Schritt, die Gemeinde machte einen Rückzieher und zog die Klage zurück.
Die Schule war in den vergangenen Monaten das Thema in den Glasmacherorten Spiegelau und Riedlhütte. Auch bei Gabriele Prosser hat der Streit zwischen den Nachbarn Scherben hinterlassen, denn sie wurde in das Theater ganz persönlich verwickelt und musste am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn eine Gemeinde um ihre Schule kämpft. Nicht anders interpretiert sie das Verhalten von Bürgermeister Luksch, der in diesem Streit auch den Gang zum Verwaltungsgericht nicht scheute, obschon das Schulamt „zum Wohl der Kinder“ bereits alle Wogen geglättet zu haben schien. Doch der Reihe nach.
Altenpflegerin Gabriele Prosser schickt ihre Tochter Kerstin vom ersten Schultag an nach Riedlhütte. Der Grund: Weil sie wegen ihren unregelmäßigen Schicht-Diensten nicht immer die Tochter von der Schule holen kann, stellt sie einen Gastschulantrag für Riedlhütte - denn dort leben die Großeltern von Kerstin. Die Gemeinde Spiegelau genehmigt den Antrag, fortan kümmern sich Oma und Opa nach dem Unterricht um Kerstin.
In den folgenden Jahren bleibt alles beim Alten, allerdings verzichtet die Mutter nach Rücksprache mit dem Schulleiter in Riedlhütte auf den eigentlich nötigen Gastschulantrag zu Schuljahresbeginn. Da sich die Gemeinde Spiegelau aber nie rührt, denkt Gabriele Prosser, „da ist alles in Ordnung“.
Doch das ändert sich in diesem Jahr „prügelhart“: Gabriele Prossers zweites Kind, Markus, will vom Kindergarten Riedlhütte in die Volksschule Riedlhütte wechseln, da Oma und Opa auch regelmäßig auf ihn nachmittags aufpassen. Und das soll ja so bleiben. Die Mutter stellt in Spiegelau wieder einen Gastschulantrag und glaubt: Die Sache geht klar. Von wegen. Denn plötzlich fällt es der Verwaltung ein, dass für Kerstin nach sechs Jahren auch wieder ein Gastschulantrag von Nöten ist. Gabriele Prosser füllt die Formulare aus und begründet in beiden Fällen, dass die Großeltern nach wie vor den Nachwuchs von der Schule abholen und mit ihnen den Nachmittag verbringen.
Doch die Gemeinde reagiert anders als erwartet: Der Bürgermeister lädt die Mutter zum Gespräch und bittet Gabriele Prosser eindringlich, sich die Sache noch mal zu überlegen - in diesem Gespräch fällt auch jener „Schikane-Satz“. Luksch teilt der verdutzten Mutter mit, dass in der 1. und 7. Klasse in Spiegelau genau ein Schüler fehlt, ihre Anträge nach den Worten Prossers wahrscheinlich abgelehnt werden.
Der Bürgermeister bietet dann an, dass die Gemeinde die Kinder nach dem Unterricht stets zu den Großeltern fährt. „Doch auf diesen Kuhhandel wollte ich mich einlassen“, sagt Gabriele Prosser. Sie habe bei diesem Termin das Gefühl gehabt, dass „meine Argumente nicht zählen - man wollte mich überreden“. Das sagt sie dem Bürgermeister auch direkt auf den Kopf zu: „Erst kommen meine Kinder, dann die Spiegelauer Schule.“
Das Resultat: Die Gastschulanträge für beide Kinder werden abgelehnt, die Mutter ruft beim Schulamt in Freyung an und schilderte Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz die Lage. Die beruhigt: „Machen Sie sich keine Sorgen, das wird schon geregelt.“ Die Altenpflegerin legt Widerspruch gegen den Bescheid aus Spiegelau beim Schulamt ein - und erhält am 10. August ihr Recht. Friede, Freude, Eierkuchen in der gestressten Familie? Denkste.
Denn am 2. September klagt die Gemeinde beim Verwaltungsgericht Regensburg gegen den Widerspruchsbescheid des Schulamtes, Gabriele Prosser erfährt davon am Mittwoch, 7. September, also sechs Tage vor dem 1. Schultag ihres Sohnes - sie ist schockiert. Den Gang der Gemeinde zu Gericht teilt die Schulamtsdirektorin übrigens Gabriele Prosser mit, die sich darauf hin mit Landkreis-Jurist Alexander Kraus berät, was nun im Sinne der Kinder zu tun ist. Dabei wird die Idee der Einstweiligen Verfügung geboren, den entsprechenden Antrag unterschreibt Gabriele Prosser nur einen Tag später - am Donnerstag - in Freyung. Am Samstag erhält sie dann per Einschreiben die Nachricht, dass das Schulamt trotz des Gerichtsverfahrens anordnet, dass Kerstin und Markus die Schule in Riedlhütte besuchen dürfen. In diesem Schreiben erläutert Ursula Schwarz auch, dass die Gemeinde Spiegelau die Klage zunächst nur erhoben hat, um die Frist zu wahren: „Ein legitimierender Gemeinderatsbeschluss liege noch nicht vor.“
Dieser folgt auch nicht: Der Gemeinderat entscheidet unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Klage zurückzunehmen, am 20. September geht eine entsprechende Erklärung beim Verwaltungsgericht ein - allerdings ohne Angabe von Gründen.
Der Ärger ist bei Gabriele Prosser noch nicht verraucht, „die Klage ist mir immer noch ein Rätsel“. Bürgermeister Luksch bedauert indes, dass bei der zweifachen Mutter der Eindruck entstanden ist, die Gemeinde wolle Druck auf sie ausüben. Und: Er findet es nicht schikanös, dass die Gemeinde die Klage so kurz vor Schuljahresbeginn eingereicht hat. „Das war vorsorglich, wir wollten die Frist wahren.“
Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz will eigentlich nichts zum Streit zwischen Gabriele Prosser und der Gemeinde Spiegelau sagen. Aber: „Ich habe das Verhalten der Gemeinde nicht verstanden.“ Direkt kritisieren will sie deren Bürgermeister Luksch nicht, aber sie habe die Not der Mutter gesehen und erklärt ihren Einsatz in der Sache deshalb mit den Worten: „Ich habe mich pädagogisch verhalten.“
 

Grafenauer Anzeiger vom 27.9.2005
Sortierhalle: Nach dem Open Air kommt der Abriss

Feuerwehr hat Nutzung des Sägewerk-Gebäudes für 10. Juni beantragt - Standort für Indoor-Anlage noch ungeklärt / von Ursula Langesee
Spiegelau. Geliebte, ungeliebte Sortierhalle: das Relikt aus der Zeit, als im Staatlichen Sägewerk noch gearbeitet wurde, gibt im Gemeinderat immer wieder Anlass zu Diskussionen. Soll sie bleiben oder steht sie einer Neuplanung des Geländes im Wege? Wer darf sie nutzen und wer bekommt bei einem Abriss die noch verwertbaren Teile?
Grund für einen erneuten Meinungsaustausch im Gemeindegremium war der Antrag der Feuerwehr Spiegelau, die für ihr drittes Open Air am 10. Juni 2006 wieder die Sortierhalle nutzen möchte. „Das Open Air ist die Haupteinnahmequelle der Feuerwehr. Etwa 8000 Euro bleiben übrig für Anschaffungen, für die sonst die Gemeinde aufkommen müsste“, sagte Bürgermeister Josef Luksch einleitend.
Auch 2. Bürgermeister Kurt Zettl begrüßte ein drittes Open Air, meinte aber, man müsse die Entscheidung des Landkreises abwarten, wo die Indoor-Anlage jetzt tatsächlich gebaut werden sollte.
Spiegelau hat sich Anfang des Jahres als erste Kommune mit dem 4,2 Hektar großen Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks für diese Schlechtwettereinrichtung beworben. Weitere Kandidaten sind die Städte Grafenau und Freyung und die Gemeinden Hohenau, Schönberg und Zenting.
Die Indoor-Anlage in Spiegelau wäre auch einer der fünf Bausteine für das Grobnutzungskonzept des Sägewerk-Geländes, das durch 960 000 Euro aus dem „Stadtumbau West“ gefördert wird. Der Glasmacherort kommt in den Genuss dieser kombinierten Bund-Länder-Mittel für Städte und Kommunen mit Strukturproblemen.
Die weiteren Bausteine sind die Einrichtung eines Dorf/Festplatzes unterhalb der Sortierhalle, der bereits bestehende Norma-Verbrauchermarkt, eine touristische Einrichtung (Hotel) und das Areal zwischen altem Rathaus und altem Feuerwehrhaus bis hin zur Sägehalle, das für gewerbliche Investitionen zur Verfügung stünde.
Die Voraussetzung für weitere Entscheidungen ist jetzt: Bekommt Spiegelau die Indoor-Anlage oder nicht? Dazu Alexander Kraus, Abteilungsleiter im Landratsamt: „Spiegelau liegt zwar von der Landkreis-Geographie am Rand, das Sägewerk-Areal hat aber Charme. Die Entscheidung über die Zukunft einer Indoor-Anlage und den Standort fällt im November. Erst berät der 12-köpfige Umwelt-, Verkehr- und Strukturausschuss mit Landrat Muthmann darüber, dann wird die Debatte im Kreistag geführt. Immerhin sollen vom Landkreis 1,5 Mio. Euro in diese Halle investiert werden. Anfang 2006 müssen dann die Förderanträge komplett sein.“
Eigentlich hätte die Entscheidung über die Indoor-Anlage schon früher erfolgen müssen. Aber der Landkreis ist von der Standortfrage abgerückt und rückt jetzt dem Privatbetreiberkonzept Priorität ein. „Ursprünglich war man von der öffentlich-rechtlichen Trägerschaft ausgegangen. Aber sie erwies sich für eine nachhaltig erfolgreiche Bewirtschaftung der Indoor-Anlage als nicht rentabel. Deshalb werden jetzt von den Gemeinden und dem Landratsamt private Betreiber gesucht“, erklärt Kraus.
Diese Suche gestaltet sich allerdings schwierig. Auch Bürgermeister Luksch hat schon Vorgespräche mit Investoren geführt, die im Sägewerk eine Erlebnisgastronomie oder Freizeiteinrichtungen betreiben könnten, aber ohne konkretes Ergebnis. Deshalb glaubt 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß, dass bis zum Sommer die Sortierhalle sicher noch genutzt werden kann. Kurt Zettl, Erhard Wawrzek und Ernst Ertl sind der Meinung, dass die Halle weg muss. „Wir müssen entscheidungsfreudiger sein. Die passt nirgends dazu und schränkt uns in der Planung nur ein.“ Deshalb der Vorschlag, dem die Mehrheit der Gemeinderäte folgte: Die Feuerwehr bekommt die Sortierhalle für ihr Open Air, vier Tage später kann die Spvgg Oberkreuzberg darüber verfügen und Teile der Halle für die Überdachung ihrer Asphaltstockbahnen nutzen. Der Beschluss gilt allerdings nur unter Vorbehalt. Bewegt sich was in Richtung Indoor-Halle, ist die Nutzung nach dem Open Air in Frage gestellt.

 

Grafenauer Anzeiger vom 27.9.2005
Aus dem Gemeinderat Spiegelau

Seit 23. Mai ist der Norma-Verbrauchermarkt auf einem Teilstück des Staatlichen Sägewerk-Geländes eröffnet. Aber erst in der jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung des Bebauungsplanes für dieses Projekt. „Es ist trotzdem kein Schwarzbau. Eine vorgezogene Baugenehmigung ist unter bestimmten Voraussetzungen nach dem Baurecht möglich“, informierte Bürgermeister Josef Luksch vor Beratung und Abstimmung. Die fiel dann einstimmig aus.
Von seinem Plan, durch eine verglaste Brücke über die Staatsstraße nach Frauenau, sein Hotel Hochriegel mit dem Appartementhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu verbinden, ist der Klingenbrunner Hotelier Max Stadler abgerückt. Jetzt hat er beim Gemeinderat die Genehmigung einer Fußgängerunterführung und die Errichtung einer Schallschutzwand beantragt. Die Unterführung führt auf circa 40 Meter Länge und 2,50 Meter Breite unter der Staatsstraße hindurch. In den Bau der Schallschutzmauer ist die Terrasse und ein Teil des Foyers miteinbezogen. Das Gemeindegremium hatte nichts gegen das Bauvorhaben und genehmigte es einstimmig.
Die Anschaffung eines werbefinanzierten Fahrzeuges hat Luksch seinen Gemeinderäten vorgestellt. „Dadurch wäre unser Bauhof-Unimog nicht mehr nötig und wir hätten ein benzinsparenderes Modell“, beschrieb er die Vorteile. Der Haken an der Sache: „Es werden sich bei uns wohl nicht genügend Firmen finden, die über ihre Werbung das Fahrzeug finanzieren könnten.“ Dadurch war dieser Tagesordnungspunkt schnell erledigt.
Die Beurteilung des Haushaltsplans 2005 durch das Landratsamt verlas der Bürgermeister. Danach habe sich der Etat 2005 gegenüber dem schwierigen Haushaltsjahr 2003 „deutlich konsolidiert“. Die freie Finanzspanne von heuer 180 000 Euro werde auf 500 000 bis 800 000 Euro bis 2008 steigern. „Wir sollen deshalb aber nicht übermütig werden“, mahnte der Rathaus-Chef.
Einnahmereserven gäbe es noch bei den Grundsteuern und der Gewerbesteuer. Damit liege Spiegelau unter dem Landes- und Landkreisdurchschnitt. Kritisiert wurde die erhebliche Unterdeckung bei den kostenrechnenden Einrichtungen Wasser, Kanal und Bestattungswesen. Hier konstatierte das Landratsamt „Handlungsbedarf“ durch Gebührenerhöhungen.
Die positive Nachricht zum Schluss: der Schuldenstand wird sich zum Ende des Jahres auf 2,94 Mio. Euro verringern. Damit ist jeder der 4119 Spiegelauer mit 714 Euro verschuldet und damit nur sechs Euro über dem Landesdurchschnitt. (ul).

 

Grafenauer Anzeiger vom 26.9.2005

Wohin mit dem Adventsmarkt - eine schwierige Suche in Spiegelau
Gewerbeverein will Platz am Vergolderriegel witterungsbeständig befestigen - Gemeinderat ist für Splitten oder Ausweichen bei Schlechtwetter
Spiegelau (ul). Der Gewerbeverein beantragte den Platz am Vergolderriegel (vor der Touristinformation) witterungsbeständig zu befestigen. Beim Adventsmarkt 2004 war durch einen Warmlufteinbruch der Platz aufgeweicht worden. Händler und Besucher mussten durch den Schlamm stapfen und drohten, sollte es 2005 zu ähnlichen Verhältnissen kommen, den Markt nicht mehr zu besuchen. Den Vorschlag von Bürgermeister Luksch, den Platz mit Splitt zu verdichten, lehnte der Gewerbeverein ab. Was tun? Diese Frage wurde im Gemeinderat behandelt. Weil der Platz im Zuge der Städtebauförderung gebaut wurde, gibt es förderrechtliche Probleme, wenn er asphaltiert würde, so Luksch. Seine Idee war, für den Adventsmarkt den Multifunktionsplatz bei der Sortierhalle im Sägewerk-Gelände anzubieten. Allerdings gibt es dort keine Toiletten, keinen Stromanschluss und die Wasserversorgung müsste über die Hydranten laufen. 2. Bürgermeister Zettl regte an, ob nicht das Pflastern des Platzes über eine Nachförderung möglich wäre. 3. Bürgermeisterin Prosser-Greß meinte, dass man sich heuer noch mit der Splitt-Lösung behelfen könnte. „Warum sollen wir am Vergolderriegel investieren, wenn das Zentrum doch im Sägewerk entstehen soll?“ Gar nicht für einen Umzug des Adventsmarktes ins Sägewerk ist Ludwig Schopf. „Hier oben wird der Markt gut gesehen.“ Anton Seibold hatte die zündende Idee. „Wir könnten doch bei Schlamm-Gefahr die Straße zum Rathaus als Fläche anbieten.“ Einstimmig wurde beschlossen, dem Gewerbeverein nochmal das Splitten des Platzes anzubieten oder die Möglichkeit, bei schlechten Platzverhältnissen die Konrad-Wilsdorf-Straße und die geteerte Zufahrt zum Platz am Vergolderriegel für den Adventsmarkt nutzen zu können.

 

Grafenauer Anzeiger vom 12.9.2005

Eigeninitiative bringt ein Naturjuwel wieder zum Glänzen
Mit Brückenweihe wurde Steinklammweg offiziell eröffnet - „Motor“ Fridolin Apfelbacher motivierte zahlreiche Helfer - 625 Arbeitsstunden geleistet  / von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit der Weihe der Marienbrücke über die Große Ohe und der Figur des hl. Nepomuk wurde der Weg durch die Steinklamm am Samstag offiziell eröffnet. Tatsächlich ist der Steig durch das wildromantische Naturjuwel schon seit dem Frühsommer eine beliebte Wanderstrecke, die mehrere Varianten bereithält: eine fünf Kilometer lange Wanderlinie von Spiegelau in Richtung Großarmschlag/Grafenau und zwei sieben und fünf Kilometer lange Rundwege.
Beim Segen durch Pfarrer Hubert Gerstl und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler waren dann auch über 100 Naturfreunde dabei. Bürgermeister Josef Luksch durfte die Blechschnittfigur des hl. Nepomuk enthüllen, die von dem Riedlhütter Künstler Rudi Seidl beidseitig bemalt worden ist.
„So genießen auch die Grafenauer den Schutz des Heiligen“, scherzte Luksch. Denn die 19 Meter lange Fußgängerbrücke aus verzinktem Eisen und Holz macht nicht nur die Rundwege möglich, sie verbindet die Gemeinden Spiegelau und Grafenau. Deshalb waren bei der Feier auch Grafenaus Bürgermeister Helmut Peter und die Leiterin der Touristinformation Grafenau, Karin Friedl, neben ihrem Spiegelauer Amtskollegen Manfred Mirwald dabei.
Der Dank und die Anerkennung aller gebührte aber einem Mann: Fridolin Apfelbacher (78) . Er war der Motor für die Wiederbegehbarkeit der Klamm und die Errichtung der Brücke. Er fand durch sein unermüdliches Werben für die Sache viele freiwillige Helfer und Sponsoren.
Bei der Feier im Wirtshaus Weber in Langdorf zeigte Apfelbacher in seiner Chronologie auf, welche Anstrengung es seit der Bürgerversammlung 2003 in Oberkreuzberg brauchte, um das Naturjuwel wieder zum Glänzen zu bringen. „Schuld ist der Waldverein Ruderting-Neukirchen, der sich Ende Mai 2004 für eine Wanderung durch die Steinklamm angemeldet hatte. Aber das damalige Drunter und Drüber und gefährliche Abstiege über die Felsen, konnten wir den Gäste kaum zumuten“, erzählte Apfelbacher und so begann die Wiederbelebung der „sehenswürdigen Naturmerkwürdigkeit“, die schon 1868 ein Geologe erkannte. Treue Helfer waren ihm Erwin Moser, Walter Schrepf, Peter Zeitner, Georg und Herbert Apfelbacher, Bernhard Lagerbauer, Johann, Herbert und Georg Friedl und Klaus Huppenberger.
Sie leisteten unentgeltlich 625 Stunden, auch die Firmen spendierten Arbeitsstunden. „So kam die ganze Maßnahme auf genau 10 446 Euro“, listete der Initiator auf. Die Ausdauer und den Mut Apfelbachers sprach 1. Vorsitzender Anton Trauner vom Obst- und Gartenbauverein Oberkreuzberg an und überreichte einen Scheck über 500 Euro. Rudi Seidl schenkte ihm zwei Raritäten über „seine“ Steinklamm: einen über 100 Jahre alten illustrierten Führer und eine Karte, die neben den Orten auch die Steinklamm verzeichnet. Damit der Weg nicht bald wieder zur Wildnis wird, darum kümmert sich der Schnupferclub Langdorf, der die Patenschaft übernahm.
 

Grafenauer Anzeiger vom 10.9.2005
Braune: „Das Geld ist hier gut angelegt“
Staatssekretär des Verkehrsministeriums informiert sich über Stadtumbau West in Spiegelau
von Ursula Langesee
Spiegelau. Um Spiegelaus „schöne Mitte“, dem Gelände des Staatlichen Sägewerks, ging es gestern bei einem Besuch von Staatssekretär Tilo Braune vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.
In lockerer Runde mit MdB Bruni Irber, MdL Jürgen Dupper, stv. Landrat Helmut Behringer, stv. SPD-Kreisvorsitzendem Erich Bachmann, Bürgermeister Josef Luksch, SPD-Gemeinderäten und -Ortsvereinsmitgliedern sprach er in der Touristinformation über den „Stadtumbau West“ .
Die Glasmachergemeinde kommt ja mit 960 000 Euro in den Genuss dieser kombinierten Bund-Länder-Mittel und will damit das jetzt brachliegende, 4,2 Hektar große Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks mit Leben erfüllen. Der Niedergang und Rückgang traditionellen Gewerbes wie Holz und Glas und damit ein starker Aderlass bei den Arbeitsplätzen mit all seinen Folgen, mache Spiegelau, so sieht es Bürgermeister Luksch, zu einem „Paradebeispiel für den Stadtumbau West.“
Denn diese Förderung gilt für Städte und Gemeinden mit Strukturproblemen und war zunächst auf die neuen Bundesländer begrenzt. „Dann sah man aber in meinem Minsterium, dass es durchaus in der alten Bundesrepublik auch Regionen mit extremen Strukturwandel gibt und legte das Programm auf, dass diese Orte lebenswert bleiben und eine Perspektive bekommen. Die Mittel dafür sollen von derzeit 40 Millionen Euro auf 86 Mio. im Jahr 2009 mehr als verdoppelt werden“, kündigte Braune an.
Der Gemeinde ist es wichtig, das Sägewerk-Gelände durch Pflege und dem Anlegen von Wegen „augenfreundlich“ für eventuelle Investoren zu machen. 100 000 Euro sind dafür bereitgestellt. „Können Sie sich dafür einsetzen, dass die Maßnahme heuer noch bewilligt wird?“, bat Luksch den Gast aus Berlin. Dieser ist optimistisch, wenn auch die Entscheidung darüber Ländersache sei. „Egal wie die Bundestagswahl ausgeht: Strukturpolitik wird weiter ernst genommen. Denn da ist das Geld, wie man am Beispiel Spiegelau sieht, gut angelegt.“ Deshalb schob der Bürgermeister gleich seine zweite Bitte nach: „Für die Ansiedlung von Firmen wäre es sehr wichtig, überall die Möglichkeit für einen DSL-Anschluss zu haben. Vielleicht können Sie das in die Wege leiten.“
Staatssekretär Braune interessierte sich in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V. auch für den Fremdenverkehr in Spiegelau und attestierte dem Ort, dass er „naturräumlich gut aufgestellt sei“ - ein Pfund mit dem sich gut wuchern ließe. „Doch nur als zweites Standbein, allein vom Tourismus könnten wir nicht leben“, schränkte Luksch ein.
Als großen Segen wertete es der Bürgermeister, dass die Waldbahn als Verkehrsmittel und touristische Attraktion noch existiere und wünschte auch der Ilztalbahn eine Wiederbelebung. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Bahn den Güterverkehr eingestellt habe. Gerade Glas und Holz könnten gut auf die Schiene gebracht werden und so die Straßen erheblich entlasten.
Thema Straßen: da erwähnte MdB Irber die mit 924 Mio. Euro bisher höchste Summe, die das Land Bayern für den Straßenbau zur Verfügung gestellt habe. Als sehr notwendig sieht sie den dreispurigen Ausbau der B 12 in Richtung Tschechien.
 

Grafenauer Anzeiger vom 9.9.2005

Elternvotum kippt Hauptschulstandort Spiegelau
112 von 122 stimmen für „Neuorganisation“, dafür gibt es für die Klassen 1 und 2 keine Kombi-Klasse / von Ursula Langesee
Spiegelau. Einen überraschenden Ausgang nahm die Elternversammlung zur Schulsituation in Spiegelau: 112 der 122 Stimmberechtigten votierten am Mittwoch abend in der Mehrzweckhalle für die Neuorganisation der Grund- und Hauptschulen Spiegelau, Riedlhütte und Neuschönau. Überraschend deshalb, weil zwar alle Eltern der 267 Spiegelauer Volksschüler zur Diskussion mit Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz eingeladen waren, überwiegend aber die Mütter und Väter der Schulanfänger vertreten waren.Und denen brannte eigentlich nur eine Frage auf den Nägeln. Sie wollten eine knappe Woche vor Schulbeginn endlich wissen, ob es bei der bisherigen Regelung mit erster, zweiter und einer aus Erst- und Zweitklässlern kombinierten Klasse bleibt (wir berichteten), oder ob vielleicht doch noch das „Wunder“ einer zweizügigen ersten Klasse geschieht. Das Votum war gekoppelt an die grundsätzliche Überlegung, wie es in den nächsten Jahren mit dem Schulstandort Spiegelau weiter geht. Auf dem Stimmzettel, der von der Schule und dem Schulamt ausgegeben worden war, um einen Aufschluss über den Elternwillen zu haben, gab es nur die Möglichkeiten anzukreuzen: Für die Neuorganisation, gegen die Neuorganisation oder Enthaltung. Gegen die Neuorganisation sprachen sich 13 aus, ihrer Stimme enthielten sich 3 (pro Kind an der Schule durfte eine Stimme abgegeben werden).
Diese Verquickung von Grundschul- und Hauptschul-angelegenheiten stößte vor allem Elternbeiratsvorsitzendem Artur Wurzer sauer auf. „Die Eltern wurden erpresst und übertölpelt. Denn der Verzicht auf die Kombi-Klasse war mit der Akzeptanz der Neuorganisation gekoppelt. “
„Es war keine Drohung. Ich musste in die Zukunft planen“, rechtfertigte sich Schulamtsdirektorin Schwarz, die vor dem Votum sehr detailliert mit Hilfe von Schaubildern die derzeitige und künftige Situation und mögliche Alternativen aufzeigte. Und da sei nach ihren Angaben der Hauptschulstandort Spiegelau auf Jahre deutlich gefährdet: durch zu wenig Kinder und eine durch das Sparprogramm der Regierung begrenzte Zahl von Lehrerstunden.
Deshalb die Planung des Schulamts zusammen mit den Schulstandorten Riedlhütte und Neuschönau, nach dem Motto: „Drei Gemeinden helfen zusammen“. Im Klartext: die vierklassigen Grundschulen bleiben in Spiegelau und Neuschönau. Hauptschulstandort für alle drei Gemeinden ist Riedlhütte. Dafür verstärken die Grundschüler aus Riedlhütte die Grundschule Spiegelau, so dass diese gesichert über Jahre hinaus zweizügige Klassen bilden kann. „Durch eine Hauptschule mit mehr Kindern gibt es für den Unterricht viel mehr Möglichkeiten. Es können Zusatzfächer und Differenzierungsstunden, Ganztagsbetreuung und Extrakurse angeboten werden“, zählt Schwarz auf.
Als zweite Möglichkeit konnte die Schulamtsdirektorin nur die jahrgangskombinierten Grundschulklassen und die Auslagerung der Hauptschulklassen nach Riedlhütte oder sogar Grafenau anbieten.
Dass ihr Kind in eine Kombi-Klasse muss, das war für die meisten Eltern wohl die schlimmste Vorstellung. Obwohl Schwarz und Spiegelaus Konrektorin Lydia Seidl nur von guten Erfahrungen berichten konnten. „Die Schulen in Zenting und Schöfweg sind sehr zufrieden damit“, so Schwarz. Freilich verhehlte sie nicht, dass das größte Problem sei, wer in die Kombi-Klasse müsse (oder dürfe). Seidl sagte, dass zuerst Freiwillige genommen würden, dann die örtlichen Gegebenheiten (wegen evtl. Busbenutzung) und schließlich bereits bestehende Kinderfreundschaften für die Belegung ausschlaggebend seien. „Aber auf keinen Fall, dass nur schwächere oder dümmere Kinder in der Kombi-Klasse landen würden“, konterte die Schulamtsdirektorin den Vorwurf Wurzers, damit eine „Zweiklassengesellschaft“ zu schaffen. „Jedes Kind ist gleich wertvoll. Da gibt es für mich als Pädagogin und Mutter von drei Kindern keinen Unterschied“, betonte Schwarz.
Mit dem deutlichen Votum für die schulische Neuorganisation fiel die Kombi-Klasse flach. Aber was kommt jetzt? Es bleiben am 13. September immer noch 33 Kinder in der ersten Klasse. „Nur am ersten Schultag. Einen Tag später werden sie geteilt, kommen in zwei getrennte Klassenzimmer und werden von drei Lehrerinnen unterrichtet. Von der mobilen Reserve, Frau Schopf, von Frau Schwarzbauer und Konrektorin Seidl. In den Kernfächern bleiben die Erstklässler unter sich, nur im Sport und in Musik sind sie mit Kindern der zweiten Klasse zusammen“, beschrieb Schwarz die Überbrückungslösung für dieses eine Schuljahr.
Die Eltern der Schulanfänger haben jetzt endlich Gewissheit, aber auf die Gemeinde kommt mit der Neuorganisation ein großer finanzieller Brocken zu. „Der Modellvorschlag des Gemeinderats für die Schulkooperation sah vor, dass erst ab der 7. Klasse die Haupt- und M-Schüler in Riedlhütte zusammengefasst werden. Mit der Neuorganisation entstehen uns allein für die Beförderung von 90 Hauptschülern von Spiegelau nach Riedlhütte jährlich ca. 35 000 Euro - ohne die notwendigen Nachmittagsbeförderungen und ohne Verbandsumlage. Gleichzeitig laufen die Fixkosten für unsere Schule in Spiegelau weiter, die dann nur mehr mit den Grundschulklassen belegt ist “, wirft Bürgermeister Josef Luksch einen düsteren Blick in die Zukunft. Bei der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, 13. September, um 18 Uhr in der Touristinformation oder in der Mehrzweckhalle (bei großem Zuhörerinteresse), beschäftigt sich das Gemeindegremium mit den Gästen Schulamtsdirektorin Schwarz und Ltd. Abteilungsdirektor Neudert auf politischer Ebene mit der Schulsituation in Spiegelau.
 

Grafenauer Anzeiger vom 5.9.2005

SAXNDI.
. . ., in den letzten Jahren hat jede Gemeinde solch eine „Zitter-Partie“ wie in Palmberg durchgemacht. Die kleinen Läden machen dicht. Das Dorfleben wird um einen Treffpunkt ärmer. Ein Urteil ist schnell gefällt - die Supermärkte sind schuld . Sind sie es wirklich? Oder sind wir es vielleicht selbst? Wir, die wegen ein paar Cent Ersparnis den Kramerladen links liegen lassen? Die lieber mit dem Wagen zum Einkaufen fahren. Anstatt wie früher das Radl zu nehmen oder zu Fuß die paar Hundert Meter zu gehen? Tante Emmas haben nun einmal keine großen Parkplätze. Den kleinen Läden droht das gleiche Schicksal wie den Dorfwirtshäusern. Wo gibt es die noch? Dort, wo sich einst der Viechhandler, der Bauer und der fliegende Händler am Vormittag auf eine Halbe trafen. Auch die haben in unserer schnelllebigen, bequemen Konsum-Gesellschaft keinen Platz mehr. Ein kleiner Trost bleibt - die Zeiten ändern sich. Und vielleicht steht ja auch mal die Gemütlichkeit wieder hoch im Kurs. Wenn es dann aber nicht zu spät ist. Was einmal zu ist, lässt sich schwerlich wieder öffnen. Andreas Nigl

Kramerladen macht dicht - nach 90 Jahren hat es sich in Palmberg ausgezittert
Elisabeth Zitter wurde heuer 70 und hat gestern ihr Lebensmittelgeschäft zugesperrt - die Konkurrenz durch Supermärkte wurde zu groß / von Helmut Döringer
Spiegelau-Palmberg. Heuer hätte sie das 90-jährige Bestehen ihres Geschäftes feiern können. Doch dazu ist es nicht mehr gekommen: Elisabeth Zitter hat ihr Edeka-Lebensmittelgeschäft in Palmberg aufgegeben. Die Gemeinde Spiegelau ist damit um einen weiteren Betrieb ärmer geworden. Länger als die meisten kleineren Geschäfte konnte Elisabeth Zitter mit ihrem Lebensmittelladen die Stellung behaupten, sich gegen die Übermacht der Supermärkte wehren. Seit gestern aber ist die Ladentür abgesperrt, die Schaufenster ausgeräumt, die Reklametafeln nur noch Nostalgie. Es ist der tüchtigen Geschäftsfrau Elisabeth Zitter wahrlich nicht leicht gefallen, das alteingesessene Lebensmittelgeschäft in der Dorfmitte von Palmberg aufzulassen, dessen Ursprung in das Jahr 1915 zurückgeht. Zumal sie in diesem April noch ihren 70. gefeiert hat. Viele ihrer Stammkunden waren richtig geschockt, als sie die Nachricht von der Schließung des Geschäftes vernahmen, konnten es anfangs gar nicht glauben, müssen sie doch nun wegen jeder Kleinigkeit den nächsten Supermarkt in Spiegelau ansteuern. Elisabeth Zitter verschweigt nicht, dass ihr diese Anteilnahme schon die eine oder andere Träne ins Auge getrieben hatte. Als Hauptgrund für die Geschäftsaufgabe nennt Elisabeth Zitter nicht etwa Altersgründe oder Geschäftsmüdigkeit. Nein: Sie verweist auf den Konkurrenzkampf, unter dem die ganze Branche leidet. Ständig entstünden neue Supermärkte, die mit aggressiven Discountpreisen die Kundschaft anlockten. „Da kann ein kleines Geschäft auf Dauer einfach nicht mehr mithalten“, sagt Elisabeth Zitter. Dazu komme noch, dass die Leute verunsichert sind und an allem sparen. „Ich sehe nicht, wie es besser werden soll, selbst wenn ich Tag und Nacht arbeite.“ Ähnlich sieht es auch ihre Tochter Karin, der auch nicht viel an einer Weiterführung des Geschäftes gelegen ist. Ihr Sohn Georg ist ohnehin schon vor vielen Jahren nach Mexiko ausgewandert und hat sich dort eine berufliche Existenz aufgebaut. So wird wohl die „Zitter-Liesl“ als letzte Krämersfrau in die Palmberger Ortschronik eingehen.
Begonnen hatte alles 1915. Der Erste Weltkrieg tobte: In dieser schweren Zeit entschlossen sich Josef und Franziska Wude, in ihrem Anwesen eine kleine Kolonialwarenhandlung mit Bäckerei zu eröffnen. Josef Wude starb 1917. Zwei Jahre später heiratete seine Frau Franziska den aus Unterfranken stammenden Ambros Zitter, der von 1932 bis 1936 und von 1939 bis 1945 Bürgermeister von Oberkreuzberg war. Ins Uferlose stiegen die Preise in der Inflationszeit 1923. Der Wert des Geldes sank über Nacht und führte zur Verarmung der Bevölkerung. Genau in dieser Zeit errichtete das Ehepaar Zitter das Geschäft in seiner heutigen Form. 1952 übernahmen Ambros Zitter jun., der das Bäckerhandwerk im Betrieb seines Vaters erlernte, und seine Ehefrau Elisabeth den Betrieb. Die Bäckerei Zitter genoss einen hervorragenden Ruf und belieferte viele Geschäfte im Landkreis und darüber hinaus mit ihren Produkten.
1985 musste Ambros Zitter die Bäckerei aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Nach seinem Tode 1999 führte seine Frau Elisabeth das Geschäft alleine weiter. Nach der Auflassung der Metzgerei Schlenz, des Lebensmittelgeschäftes Friedl und nun des Betriebes von Elisabeth Zitter scheint sich Palmberg, immerhin die viertgrößte Ortschaft in der Gemeinde Spiegelau, zu einem Dorf ohne jegliche „Geschäfts-Kultur“ zu entwickeln.

Grafenauer Anzeiger vom 29.8.2005

800 feiern mit Bischof Schraml auf dem Rachel
Das Gipfelkreuz wurde gestern 100 Jahre alt - Oberhaupt der Diözese hält auf 1453 Metern Höhe einen Gottesdienst  / von Sabine Süß
Spiegelau . So hoch hat Bischof Wilhelm Schraml wohl selten einen Gottesdienst gehalten. Das Gipfelkreuz auf dem Rachel hat gestern seinen 100. Geburtstag gefeiert - und Schraml hielt aus diesem Anlass auf dem 1453 Meter hohen Gipfel eine Bergmesse.
„Fest steht das Kreuz, indes die Welt sich wirbelnd dreht“, mit diesem Zitat leitete Bischof Wilhelm Schraml den Festgottesdienst unter dem Gipfelkreuz ein. Um die 800 Menschen hatten an diesem Tag den steinigen Aufstieg auf sich genommen, um gemeinsam mit dem Kirchenoberhaupt der Diözese Passau den 100. Geburtstag des Gipfelkreuzes zu feiern. Der Bischof selbst hatte es da etwas einfacher: Eigentlich hatte er vorgehabt, den Rachel ebenfalls zu Fuß zu erklimmen, musste seinen Plan dann jedoch ändern: „Der Aufstieg ist ja doch anstrengend und ich will mich ja schließlich nicht erkälten, wenn ich dann nass geschwitzt auf dem zugigen Gipfel stehe“, erklärte er am Treffpunkt. Kein Problem für Fredi Resch von der Gemeinde Spiegelau: Er organisierte den Transport, mit den Jeeps von Bergwacht und Waldschmidthaus wurden Bischof Wilhelm Schraml sowie der Regener Landrat und Präsident des Bayerischen Waldvereins Heinz Wölfl mit Gattin Maria bis zum Waldschmidthaus gefahren.Unter Führung des Oberkreuzberger Pfarrers Johann Pöppel machten sich auch die übrigen Wanderer auf den Weg. Josef Meininger, Bürgermeister von St. Oswald-Riedlhütte, begrüßte die zahlreichen Anwesenden auf dem Rachelgipfel, er freute sich vor allem über die zahlreichen Bürgermeisterkollegen sowie auch Landrat Alexander Muthmann, die an der Bergmesse teilnahmen. Auf 100 Jahre Rachelkreuz blickte Bischof Wilhelm Schraml in seiner Predigt zurück: „Was könnte uns dieses Kreuz alles erzählen, wenn es reden könnte“, erklärte der Bischof: Von zwei schrecklichen Kriegen könnte es berichten, in denen die Menschen viel Leid ertragen mussten, von der Knechtschaft des Kommunismus nur ein kurzes Stück vom Gipfel entfernt, von der Natur, die in den vergangenen Jahren schwer gelitten habe und bei deren Anblick „das Herz wehtut“. Aber auch viel Positives könne das Kreuz berichten: „So haben viele Menschen hier ihre Sorgen abgeladen, sich von der Schöpfung Gottes faszinieren lassen und haben dann gute Laune und Erleichterung in die Niederungen ihres Alltags getragen.“ Er forderte alle Gottesdienstteilnehmer auf, die Botschaft des Kreuzes auch in ihre Herzen aufzunehmen und mit nach Hause zu tragen. „Das Kreuz ist das Symbol dafür, dass Gott für jeden Menschen einen Platz hat und sich um jeden einzelnen Menschen kümmert - das dürfen wir nie vergessen“, gab Bischof Schraml den Anwesenden mit auf den Weg. Zum Credo hatte sich der Bischof ein ganz besonderes Lied gewünscht: Der Männerchor aus Klingenbrunn, Spiegelau und St. Oswald sang das „Fest als wia a oachna Baam so fest steht mei Glaabm“ aus der Waldlermesse. Max Scholz sorgte mit seinen Blechbläsern ebenfalls für den musikalischen Rahmen. Doch natürlich musste Bischof Schraml die Bergmesse nicht alleine zelebrieren: Gemeinsam mit ihm feierte Oberkreuzbergs Pfarrer Johann Pöppel den Gottesdienst: „Wir freuen uns, Sie hier begrüßen zu dürfen - quasi als ein Nachfolger von Pfarrer Duschl, der ja maßgeblich an der Errichtung des Kreuzes beteiligt war“, so Landrat und Präsident des Bayerischen Waldvereins Heinz Wölfl in seiner Laudatio. Um das Gipfelkreuz verdient gemacht habe sich vor allem die Sektion Spiegelau, die das Kreuz auf dem Rachelgipfel bereits zum dritten Mal aufgestellt hatte: „Dieses Kreuz ist ein verbindendes Element zwischen jedem einzelnen Menschen, zwischen den Nationalparkgemeinden und auch zwischen den Ländern Bayern und Böhmen“, betonte Wölfl, der auch aus der Chronik von 1905 zitierte: Damals sei es dem Chronisten „wie ein Traum“ erschienen, was sich „in den Mittagsstunden bei dem Bergfest in seiner Einfachheit und Schönheit“ zugetragen habe: „Auch heute ist es Fest zum Lob Gottes und zum Dank an euch alle.“ Im Anschluss an die Bergmesse präsentierte sich Wilhelm Schraml als „Bischof zum Anfassen“: Für jeden der Bergwanderer hatte er ein freundliches Wort übrig, gerne nahm er sich Zeit für ein kurzes Gespräch. „Hohen Besuch“ bekam auch die Bergwachthütte, die gleich unterhalb des Gipfels steht: Schraml erteilte der Hütte und darin anwesenden Bergwachtlern der beiden Bereitschaften Grafenau und Wolfstein seinen Segen, bevor er sich an den Abstieg zum Waldschmidthaus machte, wo er sich mit seinen Begleitern bei einer kräftigen Brotzeit stärkte.
 

Toller Einsatz: Ehrenamtliche „erwecken“ die Steinklamm
Fridolin Apfelbacher und sein Team bringen Spiegelauer Wahrzeichen wieder auf Vordermann - Weihe findet dann am 10. September statt
Spiegelau (dö). Der Privatinitiative von Fridolin Apfelbacher mit seinen Helfern und Sponsoren ist es zu verdanken, dass die wildromantische Steinklamm in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Spiegelau und der Stadt Grafenau nun wieder problemlos durchwandert werden kann. Der gut begehbare Steig auf der rechten Seite der Großen Ohe ist eine echte Bereicherung im Wandernetz der Gemeinde und wird von den Feriengästen als auch einheimischen Wanderfreunden sehr gut angenommen.
Der rüstige Rentner Fridolin Apfelbacher aus Langdorf, seit Jahren mit den Flusslandschaften des Bayerischen Waldes befasst, hat die „vergessene“ Spiegelauer Steinklamm“ aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. „Was könnte die Gemeinde tun, um die Steinklamm wieder begehbar zu machen“, fragte Apfelbacher Bürgermeister Josef Luksch bei einer Bürgerversammlung im Herbst 2003. „Hierfür fehlen uns leider die Mittel“, antwortete der Bürgermeisters, der sich dem Ansinnen Apfelbachers sehr aufgeschlossen zeigte.
Der leutselige, unterhaltsame und überaus naturverbundene Mann gab nicht auf. Er scharrte mit Erwin Moser, Walter Schrepf und Peter Zeitner Kollegen um sich, die ebenfalls bereit waren, der Steinklamm in Privatinitiative neues Leben einzuhauchen. Die Schar der freiwilligen Helfer wuchs im Laufe der Monate auf über zehn Personen an: Es konnte angepackt werden.
Nichts in den Weg gelegt wurde den Pionieren auch von den Grundstückseigentümern entlang des auszubauenden Pfades. So begannen die Männer am 26. April 2004 ihre beschwerliche Arbeit: Querliegende Bäume und wuchernde Sträucher wurden entfernt, Steintreppen angelegt und loses Erdreich befestigt. Durch eine Metalltreppe, von Peter Zeitner angefertigt, konnte eine besonders gefährliche Stelle überwunden werden. Ruhebänke wurden aufgestellt und Hinweisschilder angebracht, die auf die möglichen Wanderrouten hinweisen. Einer dieser Wanderwege verläuft auf der linken Seite der Großen Ohe bis zur in den 60-er Jahren aufgelassenen Hirschtalmühle. Von dort aus kann nach einem kurzen Aufstieg die Ortschaft Großarmschlag erreicht werden. Dazu muss aber vorher die Große Ohe überquert werden, was bisher nur bei Niedrigwasser über im Flussbett liegende Steine möglich war. Doch diese Problemstelle überbrückte das Team im wahrsten Sinne des Wortes: Der Trupp - tatkräftig unterstützt durch die Gemeinde - baute eine 19 Meter lange Metallbrücke über die Große Ohe. Die Wanderer können nun trockenen Fußes das „Grafenauer Ufer“ erreichen. Einen Teil der Baukosten übernahm die Stadt Grafenau.
Nach der Buchführung von Fridolin Apfelbacher haben die freiwilligen Helfer beim Ausbau des Steiges entlang der Ohe und dem Brückenbau insgesamt 680 Arbeitsstunden geleistet. Die Materialkosten, rund 6300 Euro, konnten durch Spenden getilgt werden. Unter dem Kennwort „Brücke Steinklamm“ kann bei der Sparkasse, Kontonummer 1900 509 22 sowie bei der VR Bank Spiegelau, Kontonummer 418 340, weiterhin für die Steinklamm gespendet werden.
Um den Steinklammweg zu erhalten, hat der Schnupferclub Langdorf die Patenschaft übernommen. Der neue Wanderweg und seine Einrichtungen werden am Samstag, 10.September, geweiht.

 

 

Grafenauer Anzeiger vom 6.8.2005

33 Abc-Schützen: Eltern fordern Teilung der Klasse
32 Schüler wäre Limit - Schulamtsdirektorin Schwarz: „Habe keine Lehrer mehr“ - Protestschreiben verfasst / von Ursula Langesee
Spiegelau. 33 Erstklässler in einer Klasse - das hat die Eltern der betroffenen Kinder auf den Plan gerufen. Bei einer Elternversammlung am Donnerstagabend im berstend vollen Filmsaal der Touristinformation war die Stimmung angespannt. Denn: die Klasse kann nach Angabe von Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz deshalb nicht geteilt werden, weil Lehrer fehlen.
Dabei sieht die Richtlinie des Kultusministeriums eine Höchstschülerzahl von 30 pro Klasse vor - plus/minus zwei Kinder. 33 ist definitiv ein Kind zu viel. Dazu kommt, dass unter den Abc-Schützen zwei Aussiedlerkinder mit nur geringen Deutschkenntnissen sind, die mehr Förderung brauchen. „Das allein ist schon ein Grund, dass man nicht bis zur maximalen Klassenbelegung geht“, sagte Bürgermeister Josef Luksch, der zusammen mit Elternbeiratsvorsitzendem Artur Wurzer die Versammlung leitete.
Zu bedenken gab Luksch, dass diese 33 Kinder heuer ein „Ausrutscher“ seien. „Bis zum Schuljahr 2010/11 sind die zweizügigen ersten Klassen gesichert, weil wir dann immer an die 40 Kinder haben werden. Nächstes Jahr sind es sogar 48.“
Auf Unverständnis bei den Eltern stieß der Vorschlag der Schulamtsdirektorin, neben der regulären 1. und 2. Klasse eine Kombiklasse aus Erst- und Zweitklässlern zu bilden. Nur, dass diese Idee schon rein rechnerisch nicht allzu viel bringen würde: in der kommenden zweiten Jahrgangsstufe sind in beiden Klassen 38 Schüler plus 33 Abc-Schützen. Das macht geteilt durch drei immer noch 25 Schüler pro Klasse - und das bei erschwerten Bedingungen für Kinder und Lehrer, die Kombiklassen mit sich bringen.
„Bei einer Kombiklasse bleiben die Zweitklässler auf der Strecke, weil den Schulanfängern mehr Aufmerksamkeit zuteil werden muss“, befürchtet Lehrerin Petra Strohmeier. Dazu kommt, dass eine einmal gebildete Kombiklasse bis zur vierten fortgesetzt werden müsste. „Schüler aus der Kombi sind bei einem Übertritt nach der vierten Klasse benachteiligt, noch dazu, wo der Notendurchschnitt auf 2,0 angehoben werden soll“, gab Elternbeiratsvorsitzender Winkler zu bedenken. Außerdem, nach welchem Schema werden die Kinder den regulären Klassen und der Kombiklasse zugeteilt?
Schließlich erschöpfte sich die Diskussion der Eltern darin, die Kombiklassenregelung abzulehnen und die Teilung der ersten Klasse zu fordern. „Wenn‘s hoaßt 33, hoaßt‘s 33 und dann muaß teilt werden“, brachte es H. Kaufmann auf den Punkt. Und Uwe Bartosch legte mit einem Beispiel nach: „Wenn nach der Trinkwasserverordnung das Wasser keimfrei sein muss, dann kann nicht ein Keim toleriert werden. Vorschrift ist Vorschrift“, erinnerte er das Kultusministerium an die eigenen Vorgaben.
„Wir müssen uns dagegen wehren, dass an unseren Kindern gespart wird, dass wieder nur Finanz- und keine Bildungspolitik gemacht wird“, waren sich die Eltern einig.
Weil die Zeit drängt, versuchen sie auf Vorschlag von Bürgermeister Luksch über ein Protestschreiben, versehen mit einer Unterschriftenliste, an Schulamtsdirektorin Schwarz und zur Kenntnisnahme an Landrat Alexander Muthmann und die Regierung von Niederbayern die Teilung der ersten Klasse zu erreichen. 97 Mütter und Väter haben sich im Anschluss an die Versammlung „in leserlicher Schrift“ eingetragen. Eine Antwort wird am Montag erwartet.

Grafenauer Anzeiger vom 2.8.2005
Umweltpreis für Naturbad auf dem Reißbrett
Gemeinde Spiegelau bekommt 20 000 Euro für Plan zur Freibadumwandlung - Förderung über Leader plus / von Ursula Langesee
Spiegelau. Für den „Umbau des Freibades in ein naturnahes Bad“ hat die Gemeinde den mit 20 000 Euro dotierten Umweltpreis des Energieversorgers EON Bayern bekommen. Umweltminister Dr. Werner Schnappauf übergab ihn im Ehrensaal des Deutschen Museums an Bürgermeister Josef Luksch.
Dabei ist der Umbau mit einem Kostenaufwand von 1,2 Millionen Euro bisher lediglich auf dem Blatt gediehen. Ob das Naturbad gebaut werden soll, ist im Gemeinderat lange kontrovers diskutiert worden. Nachdem im Juni bekannt war, dass die Gemeinde Spiegelau bei 200 Bewerbern, überwiegend Kommunen und kommunale Einrichtungen, zu den elf Preisträgern gehört, fand sich dann doch eine Mehrheit für die Idee. Dass Spiegelau mit seinem Naturbad-Gedanken ganz auf der Höhe der Zeit schwimmt, beweist die Vergabe des Hauptpreises von 50 000 Euro an den Markt Schöllkrippen bei Aschaffenburg in Unterfranken für sein Naturerlebnisbad, das vor zwei Jahren an der Stelle des früheren Freibades gebaut worden war. Es bietet Schwimmvergnügen auf 2350 Quadratmetern. Fast eine ebenso große Fläche haben die beiden separat angelegten Regenerationsteiche, in denen in einem Selbstreinigungsverfahren, das der Natur abgeschaut wurde, die Verunreinigungen des Badewassers auf rein biologischem Wege in mineralische Salze umgewandelt werden.
In der Begründung für den Hauptpreis heißt es: „Ein geschlossener Wasserkreislauf und die Nutzung örtlicher Quellen sorgen für geringen Trinkwasserverbrauch. Zahlreiche Wasserpflanzen in den Regenerationsteichen wie Schilf und Seerosen nutzen diese Nährstoffe und geben dem Bad sein ganz besonderes Ambiente.
Die Attraktivität der Schwimm- und Badeteichanlage für Besucher aus der Region und für Touristen zeigt zusätzlich zum umweltschonenden auch den gesellschaftlichen Nutzen des Projekts. Die Auszeichnung dient als Zeichen für die erfolgreiche Umsetzung naturnaher Badeanlagen in Bayern. Der Umbau eines desolaten Freibades in ein naturnahes Erlebnisbad erfüllt in herausragender Weise alle Anforderungen des Umweltpreises.“
Für Bürgermeister Luksch ist dieser „Ritterschlag“ für Naturbäder ein wichtiger Impuls für das eigene Vorhaben. „Es beweist doch, dass wir damit einen zukunftsweisenden und vom Umweltministerium stark befürworteten Weg einschlagen. Gleichzeitig haben wir damit das Alleinstellungsmerkmal in der Region.“
Mit der Auszeichnung des Naturerlebnisbades in Schöllkrippen kann auch das Argument entkräftet werden, dass es in Spiegelau auf 750 Metern Höhe zu kalt für ein nicht beheizbares Bad sei. „Schöllkrippen liegt auf 600 Meter und das Bad wird gut angenommen“, hat sich Luksch erkundigt. Es kommt sogar zu Fernsehehren: am Freitag, 5. August, wird ab 19 Uhr in der Sendung „Unser Land“ im Bayerischen Fernsehen ein Beitrag über das Naturerlebnisbad gebracht.
Wie geht es nach dem unverhofften Preis mit dem Spiegelauer Projekt weiter? „Wir bekommen ja für das Bad 50 Prozent Förderung über Leader plus. Wenn alle Unterlagen vollständig sind, erwarte ich den Bewilligungsbescheid für Anfang September. Dann könnte noch im Herbst mit dem Abriss der Gebäude wie Kiosk, Umkleiden, Sanitärräume begonnen werden und dann sukzessive, die 600 000 Euro Eigenanteil auf zwei Haushalte verteilt, die Umwandlung ins Naturbad. Dabei wollen wir versuchen, dass möglichst keine Badesaison ausfallen muss. Das Projekt zu stemmen, wird sicher kein Pappenstiel, aber so ein Preis beflügelt und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so der Bürgermeister. Und wo werden die 20 000 Euro Preisgeld investiert? „Für eine solare Zusatzheizung des Badewasers“, antwortet Luksch. Wenn es auf 750 Metern Höhe doch etwas frischer werden sollte...

Grafenauer Anzeiger vom 29.7.2005

Freie Finanzspanne tut gut, aber...
...hohe Fehlbeträge bei Kanal, Wasser, Friedhöfen - Kein Neukredit nötig
Spiegelau (ul). „Ned g‘schimpft is g‘lobt gnua“, kommentierte Bürgermeister Josef Luksch die ungewöhnliche Zurückhaltung des Gemeinderats bei der Beurteilung des Haushalts 2005. Er bietet zwar keinen Grund zum Jubeln, ist aber nicht unerfreulich. Positiv anzumerken ist auf jeden Fall die freie Finanzspanne von 99 100 Euro, denn die Gemeinde kann 369 200 Euro an den Vermögenshaushalt zuführen, vorgeschrieben sind „nur“ 270 100 Euro.
„Die freie Finanzspanne ist zwar nicht weltbewegend, aber wir können zumindest noch auf eine zurückgreifen, was vielen Gemeinden nicht mehr gelingt“, sagte Kämmerer Ludwig Friedl in seinem Vorbericht.
Die Schulden entwickeln sich positiv. Zum 1. Januar 2005 betrug der Schuldenstand 3,213 Mio. Euro. Heuer sind keine Kreditaufnahmen vorgesehen. Deshalb werden die Schulden zum Ende des Haushaltsjahres durch die planmäßige Tilgung voraussichtlich auf 2,942 Mio. Euro sinken. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird zum Ende des Jahres 714 Euro betragen und liegt damit nur sechs Euro über dem Landesdurchschnitt vergleichbar großer Gemeinden.
Der Kassenkredit in Höhe von 1,2 Mio. Euro übersteigt ein Sechstel der im Verwaltungshaushalt veranschlagten Einnahmen um 380 300 Euro und widerspricht damit der Sollbestimmung nach Art. 73 der Gemeindeordung. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, so Ludwig Friedl, dass bedingt durch größere Investitionsmaßnahmen und die schleppende Auszahlung staatlicher Mittel immer öfter höhere „Finanzspritzen“ benötigt werden.
Für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen sind heuer 1,794 Mio. Euro eingeplant. Im mittelfristigen Finanzplanungszeitraum sind weitere Investitionsmaßnahmen mit einem Kostenvolumen von 5,268 Mio. Euro vorgesehen.
Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit rund drei Millionen Euro konnten gegenüber den Ansätzen im Haushaltsjahr 2004 um 1,66 % und gegenüber dem Rechnungsergebnis 2004 um 3,13 % gesenkt werden. Die Ausgaben des Vermögenshaushalts wurden auf 2,198 Mio. Euro zurückgeführt (Rechnungsergebnis 2004: 2,674 Mio. Euro).
„Die Sparbemühungen sind erkennbar“, lobte dann auch Gemeinderat Erhard Wawrzek. Allerdings macht er sich Sorgen um die Zukunft der Gemeinde. „Unsere Bevölkerung schwindet. In einem Jahr waren es 66 Gemeindebürger weniger. Und dann stecken wir nur 0,15 % in Investitionen“, mahnte er ein Umdenken an.
Große Sorgen bereiten Kämmerer und Bürgermeister die kostenrechnenden Einrichtungen, die im zweiten Haushaltsjahr Fehlbeträge ausweisen. Bei der Abwasserbeseitigung wird heuer eine Fehlbetrag von 68 600 Euro erwartet.
Beim Bestattungswesen konnte trotz der schmerzlichen Gebührenerhöhung zum 1. Mai 2003 eine Kostendeckung nicht erreicht werden. So rechnet der Kämmerer heuer mit einem Defizit von 33 800 Euro. Beim Wasser werden wohl am Ende des Jahres 45 500 Euro fehlen. Und eine Verbesserung der Ertragslage ist nicht in Sicht. Luksch hält eine Sondersitzung des Gemeinderats, in der es speziell um die kostenrechnenden Einrichtungen geht, in nächster Zeit für dringend notwendig.
Einstimmig wurden die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan (Verwaltungshaushalt: 4,918 Mio. Euro, Vermögenshaushalt: 2,198 Mio. Euro) vom Gemeinderat gebilligt, ebenso die Finanzplanung 2004 mit 2008.
 

Nach 18 Jahren: Spielführer Anton Seibold verlässt den Platz
Alle Klassen und beruflichen Wegbegleiter machten bei Abschiedsfeier für Rektor mit - Großes Engagement gewürdigt - Reimeier wird Nachfolger
von Ursula Langesee
Spiegelau. 40 Jahre Lehrer, 18 Jahre davon als Leiter der Volksschule: kein Wunder also, dass Anton Seibold in fast 30 Programmpunkten von den Klassen 1 bis 9, dem Kindergarten und wichtigen beruflichen Wegbegleitern gestern in die Freistellungsphase der Altersteilzeit verabschiedet wurde.
Damit er und seine Frau Ilona, die im Februar zur Ruheständlerin wird, die lange Feier so richtig genießen konnten, durften sie in Schaukelstühlen Platz nehmen, Weißbier und eine deftige Brotzeit genießen, ein Fußballspiel im „Fernseher“ betrachten und sich über die vielen Kuscheltiere für die vier Enkelkinder freuen.
Konrektorin Lydia Seidl hatte mit dem Lehrerteam die Abschiedsfeier bestens organisiert und führte durch das Programm. „Mit sehr gutem Erfolg“ habe das Original Seibold seine Schulzeit beendet. Sie lobte an ihm seine Beständigkeit und Ausdauer, Arbeitsdisziplin und Gerechtigkeit und steten Einsatz für Lehrer und Schüler und überreichte eine „Abschiedszeitung“ in Form des Spiegelauer Glasmachers.
Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz skizzierte den Werdegang des geborenen Grafenauers und Oberstleutnant d. R. , der vor seiner Spiegelauer Zeit Konrektor an der Volksschule Neuschönau war.„Lieber Toni, du warst deiner Schule immer mit dem Herzen verbunden und hast mehr als deine Pflicht getan.“ Für die Zukunft der Schule mit Seibolds Nachfoger Karl-Heinz Reimeier konnte sie noch keine genauen Angaben machen: „Die Entscheidungsfindung ist noch in der Schwebe“. Sie dankte dem Rektor für die loyale Zusammenarbeit und die vielen Gespräche und überreichte ihm eine Urkunde zum 40. Dienstjubiläu. Auf die Pensionsurkunde muss er ja noch ein Jahr warten.
In Gedichten und Liedern verpackten die Schüler so manche Eigenheiten ihres Rektors, wie seine Begeisterung für Sport, Schüleraudienzen oder seine Abneigung gegenüber der (Computer)-Maus. Bürgermeister Josef Luksch fügte in seiner Rede Seibolds Faible für die Holzverarbeitung an, seit es ihm nicht mehr am nötigen Equipment fehle und seine Leidenschaft fürs Telefonieren „gut und ausdauernd“.
Vor allem dankte ihm der Bürgermeister, auch in seiner Eigenschaft als Schulverbandsvorsitzender dafür, dass er das Erscheinungsbild der Schule prägte, die er immer als seine eigene betrachtet habe. Seibold sei es gelungen, Aussiedlerkinder gut zu integrieren, so dass sie immer zu den Besten beim „Quali“ zählten. Der Gemeinderat Seibold habe sich aber auch immer außerhalb der Schulen engagiert, das Gemeindeleben in Spiegelau entscheidend mitgeprägt.
Er riet Anton und Ilona die Altersteilzeit im Sinne von „die Zeit miteinander teilen“ zu verstehen und schenkte ihnen Wein für „Mußestunden beim Babysitten“ und dem scheidenden Rektor einen Gutschein für Sportartikel. Denn im Ruhestand wird er auf gelenkschonendere Sportarten als Fuß- und Basketball ausweichen und deshalb bekam er überwiegend Sachen zum stilechten und sicheren Radfahren geschenkt.
Kritische Worte, die mit Zwischenapplaus honoriert wurden, fand Pfarrer Johann Pöppel. Er monierte, dass Kinder und Jugendliche nur mehr als Kostenfaktor gesehen und zu Technokraten und Individualisten gemacht werden, weil sie so der Wirtschaft am meisten nützten. „Da ist zu wenig Liebe und Glauben drin“, stellte er fest. Doch Rektor Seibold habe sich um die ganzheitliche Erziehung bemüht, um das umfassende Wohl seiner Schüler. Er wünschte ihm „Gottes reichen Segen.“ Pfarrer Hubert Gerstl lobte den Rektor als gutes Vorbild, der nicht nur seine Schüler in die Kirche schickte, sondern auch selbst hinging und 18 Jahre im Pfarrgemeinderat , als Bildungs- und Jugendbeauftragter wirkte.
Mit einem spontan inszenierten Spiel erinnerte Diakonin Gabriela Neumann-Beiler an die Einführung des evangelischen Religionsunterrichts 1996, die Seibold bei der Stundenplanung so manche Probleme bereitet hatte. „Zwei Herzen schlagen in seiner Brust - das katholische und das evangelische - deshalb bekommt er ein ‘Doppelherz‘ geschenkt“, so die Diakonin.
Elternbeiratsvorsitzender Artur Wurzer betonte die hervorragende Zusammenarbeit, die bis auf eine Kuchen-Panne beim Schulfest wunderbar geklappt habe. Damit er für weitere Pannen gerüstet sei, schenkte er Seibold einen Fahrradhelm.
„Es tut wohl, gelobt zu werden und ich fühle mich sehr geehrt“, gab der scheidende Rektor zu. Er dankte allen, die seine 18 Jahre in Spiegelau zu goldenen machten. „Ihr seid spitze und habt mir so mein Amt als Schulleiter leicht gemacht, obwohl ich mich immer mehr der Spielführer als der Rektor war. Ich könnte mir keinen anderen Beruf vorstellen“, lobte er seine Schulgemeinschaft. So deutet er „i.R.“ auch mit „in Reichweite“. „Haltet weiterhin fest zusammen“, gab er ihnen mit auf den Weg. Doch bevor zu „Time to say good-bye“ Fähnchen geschwenkt wurden, musste Seibold als begeisterter Tanzkursorganisator mit Neuntklässlerin Barbara Piser Disco-Fox und Walzer in Richtung Ruhestand tanzen und bekam dafür die Höchstnote zehn.
 

Grafenauer Anzeiger vom 14.7.2005

20. Pandurenfest: Friedliche Eroberung des Glasmacherortes
Erinnerung an Einfall der Panduren vor 260 Jahren - Am Wochenende Festzug, Reiterspiele, Markttreiben und historische Darbietungen
Spiegelau (re). Am kommenden Wochenende, 16. und 17. Juli, steigt in Spiegelau wieder eines der meistbesuchten historischen Feste im Bayerischen Wald: Zum 20. Mal feiern die Spiegelauer ihr Pandurenfest. Das Fest erinnert an den Freiherrn Franziskus von Trenck und seine Panduren. Um das Jahr 1741 fielen diese wilden und räuberischen Horden auch im Bayerwald ein und verwüsteten dabei ganze Landstriche. So wurde unter anderem die Burg in Weißenstein bei Regen von den Panduren zur Ruine gemacht und auch Dießenstein im Grafenauer Land legten die mit Krummsäbeln bewaffneten Reiter in Schutt und Asche. Angeführt von Freiherrn Franziskus von der Trenck ließ das rund 1000-Mann starke Pandurenheer bei seinem „Zug“ durch den Wald keinen Stein auf dem anderen und fiel über wehrlose Dörfer und Städte her. Erst viel später, als sich Trenck in Katharina Schwab (das Schwaben-Katherl) aus Waldmünchen verliebt hatte, ließ er öfters Milde walten, was ihn aber schließlich angreifbar machte und damit letztlich auch sein Ende bedeutete. Für viele Orte des Bayerischen Waldes kam aber dieser „Sinneswandel“ doch zu spät und davon weiß auch das Spiegelauer Pandurenfest in eindrucksvoller Weise zu berichten. Nach rund 260 Jahren ist jedoch die Erinnerung in Spiegelau heute kaum noch schreckhaft, vielmehr nimmt man den Einmarsch der Panduren, mittlerweile zum 20.Male, zum Anlass, um mit Hilfe der Pandurendarsteller aus Waldmünchen die friedliche Übergabe des Ortes nachzuvollziehen. Der Auftakt zu diesem zweitägigen Fest erfolgt aber bereits am Samstag mit dem Pandurenlager bei der Mehrzweckhalle, wobei jedoch besonders für die Besucher von auswärts dieser Tag oft ein bisschen untergeht. Und das, obwohl gerade dieser Abend mit Lagerfeuerromantik und Pandurenlager wohl einer der schönsten Vorabende zu einem Fest im ganzen Bayerischen Wald ist.
Die Feierlichkeiten beginnen dabei bereits nachmittags um 16.30 Uhr mit dem Aufmarsch vom Parkplatz bei der Glasfabrik. Von dort zieht man dann zur Mehrzweckhalle am Reithackerweg, wo gegen 17 Uhr 1. Bürgermeister Josef Luksch unter Salutschießen der Hessensteinschützen aus Klingenbrunn das Fest offiziell eröffnet. Hieran schließt sich ein zwangloses Lagerleben mit musikalischer Unterhaltung durch die Klingenbrunner Dorfblos’n und verschiedenen Pandurenspezialitäten, Pandurenbier und Pandurenwein. Auch in diesem Jahr zeigen daneben auf der Wiese bei der Mehrzweckhalle die Spiegelauer Reiterpanduren bei ihren Reiterspielen, was sie hoch zu Ross alles können. Bei Säbelkämpfen mit Strohpuppen, auf die sie im Galopp zureiten, oder beim Formationsritt oder einem mystischen Fackeltanz mit Pferd, Max Kölbl und seine Mitstreiter bieten sicherlich für jeden Pferdefreund etwas. Als besondere Attraktion will man sich dabei heuer auch wieder im sog. Ringelstechen versuchen. Dazwischen tritt die historische Fechtgruppe „Romantica“ auf, der Spiegelauer Nachtwächter sorgt jeweils zur vollen Stunde bei seinem Rundgang dafür, dass man auf das „Heimgehen“ nicht ganz vergisst.
Der eigentliche Höhepunkt dieses zweitägigen Festes ist die Ortsübergabe durch den Hohen Rat von Spiegelau am Sonntag-Vormittag. Am Sonntag um 10.45 Uhr startet das Fest mit einem feierlichen Festgottesdienst in der Spiegelauer Pfarrkirche, zelebriert von BGR Pfarrer Hubert Gerstl und musikalisch umrahmt vom Männergesangverein Spiegelau. Anschließend setzt sich ein Zug, angeführt von der Klingenbrunner Dorfblos’n und der Bürgerwehr aus Grafenau in Richtung „altes Rathaus“ in Bewegung. Zeitgleich formiert sich gegen ca. 11.40 Uhr der Festzug vom Kurpark her kommend in Richtung Ortsmitte. Angeführt wird dieser Tross von der Abordnung der Panduren aus Waldmünchen, begleitet von den Fanfaren- und Spielmannszügen aus Landau a.d.Isar, Teisnach und Viechtach. Die Übergabe des Ortes Spiegelau durch den Hohen Rat von Spiegelau mit 1. Bürgermeister Josef Luksch an der Spitze wurde für 12.15 festgesetzt; anschließend ziehen Spielmannszüge, Reiter, Bürgerwehr, Trommler und mitreisendes Volk durch den Ort. In der Hauptstraße, die an diesem Tag zur „Fußgängerzone“ umfunktioniert wird, beginnt das historische Markttreiben. Viele Stände und alte Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe in uriger und gemütlicher Atmosphäre erwarten die Festbesucher. So ist unter anderem das Schnupftabakreiben, Besenbinden, Holzschuhmachen oder Körbeflechten zu sehen. Daneben drehen sich die Spinnräder und auch die hohe Kunst des Klöppelns wird vorgeführt. Der Scherenschleifer macht Schluss mit stumpfen Messern und Scheren und ein Schmid führt auf einer alten Schmiede sein Handwerk vor. Den gesamten Nachmittag über werden verschiedene Einlagen geboten. Mit dabei sind hier die Klingenbrunner Dorfblos’n, der Männergesangverein Spiegelau sowie die Fechtgruppe Romantica. Es gibt einen Panduren-Flohmarkt und gegen 15 Uhr haben dann nochmals die Spiegelauer Reiter-Panduren ihren großen Auftritt, wenn sie es in einer Spielszene auf Landrat Alexander Muthmann und seinen Stellvertreter Ludwig Lankl abgesehen haben. An Pandurenspezialitäten warten ein eigens gebrautes Pandurenbier, ein extra Pandurenwein und ein eigener Pandurenschnaps auf die Besucher.

 

Grafenauer Anzeiger vom 25.6.2005

Bei Klärwerk-Sanierung ist alles im Fluss
Halbzeit bei Bau der „Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung“ - Richtfest für Schlammstapelbehälter von Ursula Langesee
Spiegelau. Beim Spatenstich am 9. November fiel der erste Schnee, beim „Richtfest“ am Schlammstapelbehälter sieben Monate später brachte es die Sonne auf 30 Grad - trotzdem ist auf Spiegelaus größter und teuerster Baustelle (Baukosten: vier Millionen Euro, 500 000 Euro Zuschuss) alles im Fluss. „Der lange Winter hat uns nicht spürbar beeinträchtigt. Wir sind im Zeitplan“, sagte bei einer Baustellenbesichtigung Ingenieur Robert Buchberger, ein Spezialist im Klärwerksbau. Im Zeitplan bedeutet: nach 15 Monaten soll das Sanierungsprojekt mit dem offiziellen Namen „Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung“ fertig sein und voll in Betrieb gehen können.
Funktionieren muss es auch jetzt während der Bauzeit, denn der Klärbetrieb geht ja unvermindert weiter. Das stellt an die Planer und Bauleute immer neue logistische Anforderungen. Wann können der alte Tropfkörper und der Faulturm abgerissen werden? Welche Leitungen sind am dringendsten? Verständlich, dass die Gewerke Hand in Hand gehen müssen. Zwischen acht und zwölf Arbeiter sind täglich auf der Baustelle. Da ist es von Vorteil, dass alle beteiligten Firmen aus der Region und schnelle Absprachen möglich sind.
Am Faulturm arbeiten - trotz der Hitze in Schutzoveralls mit Kapuze, Mundschutz und Handschuhen - Harald Schreiner, Andreas Pauli und Josef Hackl und entfernen die asbesthaltigen Eternitplatten von der Außenverkleidung. Herrichten für den Abriss ist ihre Aufgabe.
Am anderen Ende des Geländes oberhalb des Eingangs zur Steinklamm werden in die Betonmauern Löcher für Stromleitungen gebohrt, die zum Betriebsgebäude führen. Hier ist das „Reich“ von Entsorger Erich Bachmann mit computergestützter Technik und dem Labor, dem wichtigsten Arbeitsplatz. „Wir haben hier wegen der hohen Gewässergüte der Ohe, in die das geklärte Wasser eingeleitet wird, eine ökologisch sehr sensible Situation. Deshalb muss die Phosphat-Elimination ganz genau überwacht werden“, sagt Bachmann.
Überhaupt erfordert die Lage des Klärwerks am Fuße eines steilen Abhangs verschärfte Maßnahmen. „An das Klärwerk werden hier Bedingungen gestellt wie auf der grünen Wiese. Es hat einen anderen Baustil, muss aber die gleichen Anforderungen erfüllen“, erklärt Buchberger. Um Geruchsbelästigungen zu vermeiden, werden alle Becken eingehaust, die Luft abgesaugt und gefiltert. Nur das Nachklärbecken bleibt als technisches Gebäude auch nach außen sichtbar.
So ist der Schlammstapelbehälter aus Vollbeton mit 35 Metern Länge, zwölf Metern Breite und acht Metern Höhe so groß wie drei Einfamilienhäuser. Mit dem Satteldach aus 34 Kubikmeter Holz, das ihm Zimmerer Alois Duschl aus Freyung und seine Kollegen gerade aufsetzen, schaut er auch tatsächlich sehr „wohnlich“ aus - bis auf die fehlenden Fenster. Er kannt 2000 Kubikmeter Schlamm fassen, der dort eingelagert und stabilisiert wird.
In Anlehnung an den wohnhausähnlichen Charakter soll später Wilder Wein die kahlen Betonwände überwuchern. „Aber mit „Steinklamm-Südhang“-Reben wird es nichts werden. Als Klärwerk-Pflanzen hätten sie bei Weinliebhabern sicher schlechte Karten“, lacht Bürgermeister Josef Luksch.
 

Grafenauer Anzeiger vom 18.6.2005
AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Einstimmig hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, die Kosten für den Stromanschluss für die Erweiterung der Loipe und den Ausweichplatz des TSV Klingenbrunn zu übernehmen. Nach einem Angebot der E.ON Bayern AG kostet der Stromanschluss 10 800 Euro. Die Erdarbeiten übernimmt ebenfalls die Gemeinde. Die Restarbeiten sollen von Spenden und Gönnern des SC Spiegelau finanziert werden. Voraussetzung für die Finanzierung durch die Gemeinde ist, dass die Loipe für mindestens zehn, besser noch 15 Jahre gesichert ist.
„Am Kanal“ in Spiegelau ist auf 240 Meter eine gewidmete Ortsstraße, die aber wegen ihrer unbefestigten Trasse, die Nähe zum Triebwerkskanal und mangelhafter Straßenbeleuchtung gewisse Gefahren in sich birgt. Möglichen Unfällen wollte jetzt die Gemeinde durch den Neubau bzw. die Erweiterung der Straßenbeleuchtung vorbeugen - auch um haftungsrechtliche Konsequenzen auszuschließen. Aber mit zehn zu vier Stimmen haben sich die Anlieger gegen die Erschließung ausgesprochen, weil sie teilweise hohe Beiträge fürchten. Tatsächlich käme bei Grundstücksgrößen bis zu 3000 Quadratmetern bei 53 Cent pro Quadratmeter eine Menge zusammen. In einem Schreiben legten die Anlieger gegen den Gemeinderatsbeschluss Widerspruch ein. Mit neun Stimmen hob das Gremium seinen Beschluss jetzt wieder auf.
Der Grundstücks- und Bauausschuss hat das Straßensanierungsprogramm festgelegt. 69 000 Euro wurden dafür in den Haushaltsplan 2005 eingestellt.Günstigste Bieterin ist die Firma Stratebau mit einem Angebot über 68 428 Euro brutto.
Nach einem Vorschlag von Michael Farkas, dessen Kinder meist zu Fuß vom Hotel „Tannenhof“ in die Volksschule gehen, sollen an der Kreuzung vor der Schule , wo mehrere Straße zusammenkommen, Zebrastreifen angelegt werden, um den Schulweg noch sicherer zu machen. Fünf solcher Übergänge wären nötig. Nach der Straßenverkehrsordnung ist aber die Einrichtung solcher Zebrastreifen in diesem Fall nicht zulässig. Nun wurde beschlossen, in einer Bauausschusssitzung zusammen mit der Kreisverkehrswacht dieses Thema nochmals zu behandeln.
Die Jahresrechnung 2004 weist unter anderem einen Sollüberschuss von 486 659 Euro aus und eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 944 246 Euro. Gemeinderat Erhard Wawrzek lobte die positive Haushaltsabwicklung: „Damit kann man nur zufrieden sein“, kommentierte er das Zahlenwerk.

 

Grafenauer Anzeiger vom 14.6.2005

Wetterfeste Klingenbrunner feiern bei Nässe und Kälte 150 Jahre Holzhauerverein
Feldmesse an der Fatimakapelle - Festzug durch das Dorf mit 27 Vereinen - Holzsägewettbewerb
Klingenbrunn (sto). Nicht vermiesen ließen sich die Klingenbrunner ihre Feststimmung zu „150 Jahre Holzhauerverein“ durch das schlechte Wetter am Wochenende. Dabei hatte es gerade der Samstagnachmittag in sich. Es regnete, was der Himmel hergeben konnte und beim Festaufmarsch waren Regenschirme die gefragtesten Utensilien. Im Festzelt wurde es trotzdem ein richtig gemütlicher „Klingenbrunner Feierabend“ mit der Blaskapelle unter Leitung von Kurt Kufner. Als verdiente Mitglieder des Holzhauervereins wurden Josef Lippl, Erwin Eder, Konrad Stern, Josef Sigl, Rudi Moosbauer und Eduard Hilz geehrt. 1. Vorsitzender Eduard Karl dankte der Fahnenmutter zusammen mit dem Schirmherrn Bürgermeister Josef Luksch mit einem Blumenstrauß. Der Sonntagvormittag stand ganz im Zeichen der Feldmesse am Waldrand bei der Fatimakapelle. In der interessanten Predigt zitierte BGR Pfarrer Johann Pöppel aus der Zeit vor 150 Jahren aus dem Buch von Alfons Eisch, der die damaligen Probleme sozialkritisch beleuchtete. In der Gemeinschaft könne sich der Mensch im Sinne der Nächstenliebe voll entfalten und der Holzhauerverein sei dafür ein leuchtendes Vorbild, führte Pöppel aus.
Der Festzug durch das Dorf, an dem sich 27 Vereine beteiligten, wurde von der Kirchdorfer Blasmusik und der Musikkapelle Klingenbrunn mit flotter Marschmusik begleitet. Der Nachmittag war in der Hauptsache ein Feiertag für die Kinder. Im Mittelpunkt stand der Junior-Rangerwettbewerb. Josef Wanninger, Sepp Erhard, Günter Sellmayer, Christl Erhard, Karl-Heinz Matschina und die Ortsgruppe mit Doris Ertl bewerteten an den einzelnen Stationen die Antworten der Kinder. Es wurden Fragen gestellt zu Großraubtieren, Kleinräubern, Vögel, zu Bäumen und auch allgemein zur Natur.Geschicklichkeit war gafragt beim Nageln, Zapfenwerfen, Sägen Stockstoßen und beim Bogenschießen. Sieger wurde Johannes Weikl aus Vornbach mit 835 Punkten vor Christiane Schopf (755) und Maximilian Kern (755).
Den Sägewettbewerb der Vereine gewann die FFW Klingenbrunn mit Hubert Süß, Josef Kern, Franz Stern und Sebastian Strasser . Außerdem fertigten Skulpturenschnitzer mit der Motorsäge vor den Augen der Zuschauer aus rohen Baumstämmen Tiere und Früchte des Waldes, wie Eichkätzchen oder Schwammerl.
Der Sonntagabend brachte mit der Verlosung der Tombola einen letzten Höhepunkt. Den Gutschein für ein Reh, gestiftet von Josef Wanninger, ging in die Nachbarschaft nach Kirchdorf. Vorsitzender Karl bedankte sich zum Ausklang des Festes bei den unzähligen, fleißigen Helfern.
 

Grafenauer Anzeiger vom 13.6.2005
BVL schließt seine Pforten in Spiegelau
Am 29. Juli ist Schluss mit der Caritas-Einrichtung - Personal wird übernommen - Zu wenig Zulauf war der Grund / von Ursula Langesee
Spiegelau. Das vierte „VIP-Kochen“ mit Vertretern der Caritas, der Agentur für Arbeit, von Kirche und Kommune im Berufsvorbereitungslehrgang (BVL) der Caritas (wir berichteten) war weder eine Henkersmahlzeit oder gar ein Leichenschmaus. Aber trotzdem kam wehmütige Stimmung auf. Denn das Gebäude steht ab 29. Juli leer. Das Wort „Schließung“ will die bisherige Leiterin Elisabeth Schmid dennoch nicht in den Mund nehmen. „Wir fusionieren mit Freyung“, betont sie.
Fusion mit Freyunger Einrichtung
In Freyung gibt es unter der Leitung von Christine Althammer die gleiche Einrichtung der Caritas - einen Eingliederungslehrgang für berufsschwache und -unreife Jugendliche mit 42 Plätzen für Lehrgangsteilnehmer und 14 für Lehrlinge für „Hauswirtschaftstechnischen Helfer/in“ oder „Beikoch/köchin“. In Spiegelau war Platz für 24 Mädchen in der Ausbildungsstätte mit Internat an der Hauptstraße und sechs Auszubildenden, aber nur elf Plätze waren besetzt.
Diese Unterbesetzung war schon die vergangenen Jahre immer wieder ein Problem. Eine kleine Einrichtung rechnet sich einfach nicht mehr .„Die periphere Lage in Spiegelau war immer ein Hindernis“, sagt Arbeitsamtsdirektor Jakob Schöpf. Neben Freyung gibt es auch in Regen eine ähnliche Einrichtung.
„Die Entscheidung, wohin sie wollen, treffen die Eltern der Mädchen. Und da gab es unerklärlicherweise oft Vorbehalte gegenüber Spiegelau. Auch von den Hauptschulen oder den Sonderschulen , die regelmäßig über diese Einrichtung informiert worden sind, kam keine Unterstützung. Lediglich ein Kollege aus Landshut, der sich sehr für den kleinen, aber feinen und familiären Lehrgang in Spiegelau eingesetzt hatte, vermittelte jährlich so sechs, sieben Mädchen. Seit er in Ruhestand ist, kommen auch die nicht mehr“, schildert Peter Uhrmann, Berater für Behinderte an der Agentur für Arbeit in Passau, die Misere.
Bis zu 500 000 Euro pro Jahr hatte die Agentur für Arbeit in den BVL gesteckt - für die Unterkunft, Verpflegung, das Ausbildungsgeld, die Fahrkosten und die Sozialversicherung der Mädchen.
Der BVL in Freyung hat inzwischen den Zuschlag für die Vermittlung der Jugendlichen von der Agentur für Arbeit bekommen. „Sechs Mitarbeiterinnen unserer Einrichtung in Spiegelau, darunter auch Leiterin Elisabeth Schmid, werden im BVL Freyung weiterarbeiten können. Bei zwei Mitarbeiterinnen ist die weitere Beschäftigung noch nicht entschieden. Aber wir hoffen, dass wir auch sie gut unterbringen können“, sagt Volker Kuppler, Direktor des Diözesancaritasverbandes.
Weil gerade bei den Beschäftigten im BVL in Spiegelau eine zum Teil schon lange Beziehung zu dem Haus besteht, konnten sie in Gesprächen mit Peter Oberleitner vom Caritas-Pastoraldienst sich langsam auf den Abschied vorbereiten. „Trotzdem fällt es sehr schwer. Gerade weil heuer im Lehrgang auch noch besonders nette Mädchen sind“, gibt Elisabeth Schmid zu, die seit 1993 das Haus leitete.

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, darüber ist jetzt bei der Caritas-Vorstandssitzung in Passau beraten worden. „Es wird zu einem Heim für behinderte Menschen umgewandelt, die in Behindertenwerkstätten arbeiten“, sagt Kuppler. Bisher wohnen sie im Haus in Freyung-Rotbach und in zwei von der Caritas angemieteten Häusern in Kreuzberg und Neudorf.
„Diese Miete können wir uns sparen, wenn wir das eigene Haus leer stehen haben, das noch dazu ohne großen Aufwand behindertengerecht umgestaltet werden kann“, erklärt der Caritas-Direktor. So schnell wie möglich sollen die neuen Bewohner dann das Gebäude beziehen können.
Geschichte des BVL
1927: Ordensschwestern aus Neidberg bei Ringelai übernehmen in Spiegelau die ambulante Krankenpflege.
1928: Bau und Bezug des Kinderheimes. Träger ist der Johannes-Zweig-Verein. Einzug der Schwester in das Kinderheim. Kinderspeisung, Aufnahme von Babys und Kleinkindern zur Tagesbetreuung.
1950: Zusätzlich zum Kindergarten erfolgt die Errichtung einer Nähschule, um der Berufsnot im Bayerischen Wald entgegen zu wirken.
1953: Übernahme des Hauses durch den Diözesancaritasverband. Genehmigung eines Näh.- und Hauswirtschaftskurses durch das Ministerium für Arbeit und soziale Fürsorge. Kostenträger ist das Bayerische Jugendwerk.
1970: Neues Fachkonzept: Eingliederungslehrgang für berufsschwache und - unreife Jugendliche. Der Kostenträger ist das Arbeitsamt.
1976: Erweiterung und Anbau der Ausbildungs- und Verwaltungsräume.
1995 : Renovierung des Altbaus.
1998: Beginn mit der Ausbildung für lernbehinderte Jugendliche.
2000: Rückzug der Ordensschwestern in das Mutterhaus.
seit 2002: Suche nach Ergänzungs-Alternativmöglichkeiten für die Einrichtung.
August 2003: Die Agentur für Arbeit beschließt, die Einrichtung mit der Ausschreibung 2005 nicht mehr zu belegen.
 

Grafenauer Anzeiger vom 8.6.2005

Holzhauerverein feiert 150. Gründungsjubiläum

Fest mit Sägewettbewerb am 11. und 12. Juni in Klingenbrunn - Geschicklichkeits- und Intelligenzspiele für Kinder - Festschrift erstellt
Klingenbrunn (sto). Der Holzhauerverein feiert am 11. und 12. Juni am Festplatz in Klingenbrunn sein 150-jähriges Gründungsfest. Es beginnt am Samstag um 17 Uhr mit der Abholung der Ehrengäste und dem Empfang der Vereine am Dorfplatz. Dazu spielt die Blaskapelle Klingenbrunn. Dann geht es zum Festplatz, wo ab 19 Uhr zum „Klingenbrunner Feierabend“ aufgespielt wird.
Am Sonntag ist um 9.30 Uhr Festgottesdienst und anschließend der Festzug zum Festplatz. Den ganzen Tag über gibt es Skulpturenschnitzen mit der Motorsäge, einen Sägewettbewerb der Vereine und ein Kinderprogramm. Um 14 Uhr spielen „Klaus und Florian“ zum „Klingenbrunner Nachmittag“. Das Fest klingt aus mit den „Mikados“, mit der Siegerehrung und der Ziehung der Tombola.
Das Kinderprogramm für beide Festtage hat Josef Wanninger von der Nationalparkverwaltung zusammengestellt. Die Hüpfburg ist immer in Betrieb und bei Geschicklichkeits- und Intelligenzspielen können wertvolle Preise gewonnen werden (Siegerehrung um 17 Uhr). Für Kinder egal welchen Alters ist etwas dabei. Die ganz Kleinen (zwei bis sechs Jahre) suchen zum Beispiel in einem Sandhaufen beim Goldgräberspiel nach versteckten Schätzen.
Größere Anforderungen werden beim Juniorranger-Gewinnspiel an die Sieben- bis 13-Jährigen gestellt. So gilt es nicht nur über heimische Tiere Bescheid zu wissen, sondern auch viele in Feld und Wald vorkommende Abläufe erkennen und deuten zu können. Begeistern wird die Kinder mit Sicherheit die Herausforderung bei den Geschicklichkeitsspielen. So ist ihre Treffsicherheit beim Bogenschießen und Zapfenwerfen genau so gefragt wie das gute Augenmaß beim Gewichtssägen.
Rechtzeitig zum Jubiläumsfest wurde die Festschrift fertig. Diedrich Denker hatte die Texte und Bilder dazu gesammelt. Das erste Exemplar erhielt Schirmherr Bürgermeister Josef Luksch.
Zuvor war das eigens gebraute Festbier der Brauerei Stangl getestet worden. Die beiden Braumeister Manfred Veicht und Juniorchef Simon Mandl stellten der Vorstandschaft mit 1. Vorsitzenden Eduard Karl den Betrieb vor und gaben einen Probetrunk aus dem ersten Fass Festbier aus. Es hat 13,5 % Stammwürze, einen Alkoholgehalt von 5,6 % und wurde mit Hopfen aus Attenkofen in der Hallertau gebraut.
 

Grafenauer Anzeiger vom 6.6.2005

„La Ola“ von über 2000 Partygästen für den Fortbestand der alten Sägehalle
Zweites Firework-Open Air der Feuerwehr mit neuem Besucherrekord - Friedliche Veranstaltung / von Ursula Langesee
Spiegelau. „Gut, besser, Firework-Open Air“: Mit einem Superlativ kann die Feuerwehr Spiegelau seit Samstag prahlen. Ihre zweite Auflage der Partynacht in und an der alten Sägehalle am Sägewerk-Gelände hat die Premiere im vergangenen Jahr getoppt. 2300 meist jugendliche Gäste tanzten, sangen und unterhielten sich die ganze Nacht hindurch. Und das weitgehend friedlich: der achtköpfige Sicherheitsdienst musste nur kleinere Rangeleien schlichten.
Etliche waren „Wiederholungstäter“ vom letzten Jahr, viele folgten zum ersten Mal dem Ruf der Hauptband „Donnervögel“ in die Halle und möchten dies auch noch weiterhin tun. Deshalb blieb es nicht bei einer reinen Vergnügungsveranstaltung, es war auch ein ernster Hintergrund dabei.
Denn, wird das Areal des ehemaligen Staatlichen Sägewerks umgestaltet, fällt möglicherweise auch die alte Sägehalle der Spitzhacke zum Opfer. „Wollt Ihr hier weiter Party machen? Dann sagt und zeigt es!“, forderte „Donnervögel“-Bandleader Max Uttendorfer die Menge auf und eine Welle der Zustimmung rollte von der Bühne bis zur 20 Meter langen Bar am anderen Ende der Halle.
„Die Jugend hat es uns gezeigt, dass ihr was an dieser Halle liegt. Jetzt liegt es an den Erwachsenen in den entscheidenden Gremien, uns für den Fortbestand stark zu machen“, wertete dann auch Cheforganisator und 1. Vorsitzender der FFW Spiegelau, Kurt Hobelsberger, das Votum. Mit seinen Helfern von der Feuerwehr hatte er die Halle mit durchsichtigen Planen zum Schutz gegen Wind und Schlagregen eingehaust und mit Werbebannern, gemalten Bildern und Lichterketten geschmückt. So hätte es am Samstag auch regnen können und alle hätten ein sicheres Dach über dem Kopf gehabt. Aber selbst beim Wettergott scheinen die Spiegelauer Feuerwehrler einen Stein im Brett zu haben. Am Nachmittag hatte es noch aus Kübeln gegossen, pünktlich zum Beginn des Open Air klarte der Himmel auf und hielt dicht.
So blieben auch etliche wirklich im Freien und konnten auf der Riesen-Leinwand das Geschehen in der alten Sägehalle mitverfolgen.
Sehr großes Lob bekam die Rock-Cover-Band „Brainboxxx“ als Vorgruppe mit Musikern aus dem oberen Bayerischen Wald. Christian Muhr, Alex Rubenwolf, Roland Meik, Alois Kreuzer und Sänger Stefan Vogl spielten Rockklassiker von zart bis hart und gewannen damit etliche Fans. Ihr Repertoire ergänzte das der „Donnervögel“ exzellent. Die donnerten dann auch in bekannter Manier los und rissen von der ersten Sekunde an die Besucher mit ihrer bunten Mischung aus Stimmungssongs und Hits aus den aktuellen Charts mit.
Der Durst war groß und so musste bereits um 23 Uhr flüssiger Nachschub geholt werden. Vor allem schätzten es die Jugendlichen, dass die Preise für Speisen und Getränke gleich geblieben sind. Eine Apfelschorle für 1,80 Euro, das Bier für zwei Euro, Steak- und Schnitzelsemmeln für 2,50 Euro: da war im Geldbeutel nicht so schnell Ebbe.
Regelrecht überrannt wurde die Bar, dabei war diese schon von 12 auf 20 Meter verlängert worden. „Wir hätten noch ein paar Meter vertragen. Es war der reine Wahnsinn“, kommentierte Hobelsberger den Ansturm auf die Barkeeper.
Die Partygäste erwiesen sich auch als sehr ausdauernd und entließen die „Donnervögel“ erst um 2 Uhr früh. Sehr gut angenommen wurde der Heimfahrdienst der Feuerwehr. Ab 24 Uhr waren der eigene Wagen und das Leih-Fahrzeug der Feuerwehr Klingenbrunn pausenlos bis vier Uhr früh unterwegs.
Hobelsbergers Kommentar: „Unsere Absicht, etwas für die Jugendlichen zu tun, ist voll aufgegangen. Und sie waren auch sehr vernünftig. Gerade Eltern schätzten es, dass wir vor Ort etwas anbieten, damit ihre Kinder nicht immer in der Gegend rumkurven müssen. Hoffentlich kann das Firework-Open Air noch öfter stattfinden.“

 

Grafenauer Anzeiger vom 26.5.2005
Das besondere Findelkind namens „Lilly“
Familie Laux kümmert sich um das junge Eichkätzchen Lilly - In zwei Monaten soll es ausgewildert werden - von Tanja Knieler
Spiegelau. Sieben Wochen ist es alt und gerade einmal 125 Gramm schwer. Schwarze Glupschaugen beobachten alles, was passiert, und das erste schwarze Fell ist auch schon da. Die Rede ist von Lilly, einem Eichhörnchen-Baby. Seit drei Wochen lebt das Findelkind bei der Familie Laux.
„Es hatte noch nicht einmal die Augen auf“, erzählt Lorenz Laux, der sich zusammen mit seiner Mutter Antje und den beiden Geschwistern Lena und Katinka um das Findelkind kümmert. Das Männchen Lilly wog gerade einmal 50 Gramm, als es in der Nationalparkverwaltung - zusammen mit einem weiteren Eichhörnchen-Baby - abgeben wurde. Lukas Laux hat eines Abends die beiden Findelkinder mit nach Hause gebracht - zur Freude seiner Frau Antje und vor allem seiner drei Kinder Lena, Katinka und Lorenz.
In den ersten Wochen hätten die beiden Eichhörnchen noch sehr viel geschlafen, in einer kleinen Kiste. Das Männchen Lilly habe sich recht prächtig entwickelt, das zweite habe aber Lähmungserscheinungen gezeigt und sei bald darauf gestorben, erzählt Antje Laux. „Es war wohl Vitamin-B-Mangel, was für ein Eichhörnchen nicht ungewöhnlich ist. Das hat zumindest eine Tierärztin gemeint.“
Und das obwohl sie ein Spezialfutter für die Eichhörnchen angerührt haben: Hunde- oder Katzenaufzuchtmilch vermischt mit Kondensmilch, kaltgepresstem Walnussöl, Fencheltee, Babybrei und Kindervitaminen. Mit einer kleinen Spritze bekommt Lilly diese „Eichhörnchen-Muttermilch-Ersatz“. „Wir haben es auch schon mit kleinen Nuckelflaschen probiert, aber mit der Spritze geht es am besten.“
Am Anfang musste das Eichkätzchen alle drei Stunden gefüttert werden, auch nachts. Jetzt reicht es alle vier Stunden. Um elf Uhr abends bekommt es die letzte Mahlzeit, die nächste erst wieder gegen sieben morgens. Seit ein paar Tagen probiert Lilly auch schon feste Nahrung. „Er muss ja lernen, wie er später einmal Nüsse oder Sonnenblumenkerne knackt“, weiß Antje Laux.
Tipps, wie man ein Eichhörnchen aufzieht, haben die Laux im Internet gefunden. Auch sie haben noch nie zuvor ein Eichkätzchen aufgepäppelt. „Es muss wohl recht häufig sein, dass Eichhörnchen aus dem Nest fallen“, mutmaßt die Tierliebhaberin. Ansonsten gebe es nicht so viele Informationen darüber.
Langeweile jedenfalls kommt zur Zeit im Hause Laux nicht auf. Lilly ist jetzt schon recht munter, geschlafen wird nur noch selten, lieber klettert der Kleine auf den Schultern der Kinder herum, in seinen Käfig oder auch auf den Stühlen im Haus. „Ich bin jetzt schon recht froh, dass die Kinder jetzt Ferien haben und sich um unseren kleinen Nachwuchs kümmern können.“
Sogar im Urlaub in Leipzig war Lilly dabei. In einem kleinen Stoffbeutel haben ihn die Kinder überall hin mitgenommen. „Den Beutel liebt er, er klettert auch jetzt noch manchmal hinein zum Kuscheln“, erzählt Antje Laux. Zu gerne schlüpft er auch in Katinkas Fleece-Kapuzen-Shirt, schläft in der Tasche oder schaut frech aus seiner „Höhle“ heraus.
Im Garten haben die Laux eigens einen kleinen Bauwagen hergerichtet - mit Ästen, Gras und Heu ausgestattet, damit sich ihr Findelkind an die „Waldumgebung“ gewöhnen kann. Noch fühlt sich aber Lilly hier nicht wohl. „Nur wenn jemand dabei ist, dann bleibt Lilly auch in dem Bauwagen“, erzählt Katinka.
Dabei sollen die Aufenthalte in dem Bauwagen immer länger werden, denn in zwei oder drei Monaten muss sich Lilly wieder alleine zurecht finden - draußen im Wald, ohne die Familie Laux. „Wir hoffen, dass der Kleine im Wald durchkommt und nicht etwa von einem Auto zusammen gefahren wird“, meint Lena.
Es sei zwar schade, dass sie Lilly wieder auswildern müssen, aber das sei „der Lauf der Dinge“, meint Antje Laux. Bereut hätten sie die Entscheidung nie, ein Eichhörnchen aufzuziehen. „Wir haben es versucht. Ohne uns hätte der Kleine gar keine Chance gehabt und wäre gestorben.“ Mit seinen Instinkten aber wird es sich draußen im Wald behaupten können, ist sich die Familie sicher. Doch bis es soweit ist, muss Lilly noch in seinem Bauwagen üben, viel klettern und etliche Nüsse knacken.
 

Grafenauer Anzeiger vom 24.5.2005
Spielmobil hat Hexen und Zauberer an Bord
Kreisjugendring verleiht rollendes Kinderparadies - Einsätze bei Festen und bei Ferienprogrammen
Spiegelau (ul). Beim Familiensonntag im „greana, greana Gros“ des Spiegelauer Kurparks hat das bunt bemalte Spielmobil des Kreisjugendrings (KJR) heuer seinen ersten Einsatz. Fast jedes Wochenende ist es jetzt im Sommer ausgelastet, es steht bei Straßenfesten, Kindergartenfesten, ist zentraler Punkt von Ferienprogrammen. Letztes Jahr war das Spielmobil 26 Mal im Einsatz.

Bis zu drei Tagen kann es von Gemeinden angefordert werden, zwischen 100 und 180 Euro kostet das Spielmobil. „Familienfeste wie das in Spiegelau sind natürlich ideal. Denn wir sind keine Kinderaufbewahranstalt sein, damit Eltern ihre Kinder einfach abschieben können, sondern wir leisten damit ein Stück Jugendarbeit in den Gemeinden“, erklärt KJR-Geschäftsführer Franz Throner. Kinder und Jugendliche zwischen drei und 12/13 Jahren sind willkommen, vier Betreuer/innen kümmern sich ehrenamtlich um sie.
Jede Spielmobil-Saison steht unter einem anderen Motto: letztes Jahr waren es Hof- und Straßenspiele, zu denen die Kinder animiert wurden. Dabei wurden alte Spiele neu entdeckt: mit Murmeln, Hüpfspiele, Spiele mit Seilen, Laufspiele, Pedalos und Diabolos gehörten dazu. Heuer dreht sich alles um „Hexen und Zauberer“. Die Betreuer passen Spiele und Bastelarbeiten jeweils den Themen an. Für die Kinder ist der Besuch kostenlos.

Informationen zum Spielmobil des Kreisjugendrings gibt es unter Tel. 08551/914261 oder 08551/915423, E-Mail: throner.kjr-frg@t-online.de
 

Grafenauer Anzeiger vom 23.5.2005
Familiensonntag im „greana, greana Gros“
Spiegelau
(ul). Ein schöner Erfolg war das erste Frühlingsfestival mit Familiensonntag „im greana, greana Gros“ des Kurparks. Rund um die Seen hatten sich Kunsthandwerker und Künstler, Floristen, Korbflechter, Holzschuhmacher und Händler versammelt. Viele Familien nutzten das Angebot , schlenderten zum Nationalparkstand mit „Bärenhöhle“, zum Naturvision-Kinomobil, das Naturfilme zeigte, oder zum Spielmobil des Kreisjugendrings, das in Spiegelau gestern seine erste Station machte. Dort konnten sich die Kleinen schminken lassen.

Grafenauer Anzeiger vom 30.4.2005
Zukunft des Spiegelauer Freibads weiter offen
Keine Entscheidung über Natur- oder Technisches Bad - Wawrzek wirft Bürgermeister Kostenmanipulation vor / von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Gemeinderat macht sich die Entscheidung über die Zukunft seines Freibades aus den 60-er Jahren nicht leicht. Zwar sind sich alle durch die Fraktionen einig, dass die Einrichtung erhalten bleiben soll - für die Familien in der Gemeinde, die wohl wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage mehr „Urlaub daheim“ machen und für die Feriengäste. Aber wie und in welcher Form, das ist weiterhin unklar.
Bürgermeister Josef Luksch hatte zum Thema „Freibad“ eine Sondersitzung in der Volksschule angesetzt, wo für interessierte Zuhörer mehr Platz ist als im Sitzungssaal in der Touristinformation. Es waren auch knapp 20 zu der fast zweieinhalbstündigen Sitzung gekommen.
Luksch hatte zum Vergleich von Planungsbüros vier Kostenschätzungen erstellen lassen - „alle zum Nulltarif“, wie er betonte.
-  Die erste Variante, eine selbsttragende Edelstahl-Konstruktion im Schwimmerbecken, würde 411 800 Euro brutto kosten. Nicht eingerechnet die neue, unbedingt notwendige Umwälzanlage mit Schwallwasserbehälter für 200 000 Euro. Auch nicht berücksichtigt sind die Sanierung der Gebäude (Kiosk, Umkleiden, Toiletten und Duschen) und das Kinderbecken.
- Variante zwei wäre die schlaffe Auskleidung des Betonbeckens. Die käme brutto auf 394 400 Euro. Allerdings ist auch hier die Umwälztechnik nicht eingerechnet und eine wahrscheinlich notwendige vorherige Betonsanierung, um die Voraussetzungen für ein Wassergewicht von etwa 1100 Tonnen schaffen zu können.
- Variante drei wäre das Naturbad. Größter Unterschied zum herkömmlichen Freibad: statt Chemikalien hält eine Pflanzenfilteranlage das Wasser sauber und es wird nicht aufgeheizt. Die komplette Anlage (mit Gebäuden, Kinderbecken, Spielplatz etc.) würde mit 1,109 Millionen Euro zu Buche schlagen. 50 Prozent werden über Leader plus bezuschusst.
- Variante vier ist ein sogenanntes „Technisches Freibad“. An das Schwimmerbecken würde sich ein rundes Erlebnisbecken mit Sprudelliegen und Massagedüsen anschließen. Alles inklusive würde diese Form 1,9 Millionen Euro kosten. Dafür gibt es aber keine Förderung, die Gemeinde müsste für die volle Summe aufkommen.
Bürgermeister Luksch machte kein Hehl daraus, dass er für die Naturbad-Variante ist. „Damit wären wir in der Region einzigartig und hätten das touristisch sehr wichtige Alleinstellungsmerkmal.“ Schützenhilfe hatte er vorab bereits von einigen Stellen erhalten. Christian Binder, Tourismusleiter am Landratsamt, äußerte sich positiv zum Naturbad als eine Einrichtung für den sanften Tourismus. Georg Steiner, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern, sähe darin einen Beitrag zur „naturkonformen Infrastruktur“ und ein Bioladen aus der Umgebung war von der Naturbad-Idee „sehr angetan“, weil dieses besondere Angebot noch mehr naturverbundene Menschen nach Spiegelau locken könnte.
Ganz so euphorisch sah es der Großteil des Gemeinderates allerdings nicht. „So ein Bad bei uns auf über 700 Metern Höhe ist zu kalt, das wird nicht angenommen“, sprach sich etwa Erhard Wawrzek von den Freien Wählern gegen das Naturbad aus. Für seine Fraktion schlug er als „Vernunftsobjekt“ vor, das bestehende Bad als technisches Bad zu sanieren und einen privaten Betreiber zu suchen oder es im Aufgabenbereich der Kommune zu belassen. „Damit kämen wir sicher so weit, dass wir die bisherigen Verluste von 50 000 Euro pro Jahr nicht überschreiten würden“, glaubt Wawrzek.
„Ein privater Betreiber ist ein Wunschtraum“, konterte Luksch, „wir konnten schon für den Kiosk niemanden finden.“ Außerdem gab er zu bedenken, dass es eben mit der Sanierung des Beckens allein nicht getan sei. „Macht es Sinn, für eine maximale Badezeit bei uns von zweieinhalb Monaten ein Naturbad hinzustellen, in dem man sich nur abkühlen kann?“ fragte Peter Hinterberger (CSU). Außerdem wollte er wissen, wie die Gemeinde den Eigenanteil von 500 000 Euro finanzieren wolle und welche Betriebskosten bei einem Naturbad entstünden.
2. Bürgermeister Kurt Zettl (CSU) schlug vor, die Mittel für die Sanierung auf mehrere Jahre zu strecken und nicht Edelstahl zu verwenden, sondern günstigere Materialien. „Man könnte doch die Gebäude sicher auch in Eigenregie ausführen“, brachte er eine weitere Spar-Variante.
Eine Lanze für das Naturbad brachen 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß, Hermann Eisch und Ernst Ertl von der SPD-Fraktion. Sie werteten es als „einmalige Chance“, die man sich nicht entgehen lassen dürfe. Vor allem die 50 Prozent Förderung sollten nicht ungenutzt verstreichen. „Ich will mir nicht später von meinen Kindern vorwerfen lassen, dass wir hier eine gute Möglichkeit versäumt haben. Und, wohin fahren denn die meisten Spiegelauer zum Baden?Die findet man am Eginger See. Mit dem Naturbad könnten wir so was ähnlich Natürliches bei uns schaffen“, argumentierte Proßer-Greß.
Wie der ganze Spaß bezahlt werden soll, das trieb Wawrzek weiter um. „Heuer fehlen zum Beispiel die Schlüsselzuweisungen im Haushalt. Aber auf wieviel weniger müssen wir uns überhaupt einstellen?“, wollte er von Kämmerer Ludwig Friedl wissen. „Etwa 397 000 Euro Einnahmen fehlen gegenüber letztem Jahr“, antwortete dieser. Allerdings machte Luksch darauf aufmerksam, dass die Finanzierung des Naturbades bereits in den Finanzierungsplan 2005 bis 2007 aufgenommen worden ist.
Eine Verlängerung der Sitzung in einen nicht vorgesehenen nichtöffentlichen Teil hinein, brachte Wawrzeks Unterstellung, dass der Bürgermeister seine favorisierte Naturbad-Variante runter gerechnet und die anderen Lösungen für das Freibad von den Kosten her höher angesetzt habe. Nun sollen weitere Planer angesprochen und neue Kostenschätzungen erstellt werden.

 

Grafenauer Anzeiger vom 30.4.2005
NP-Gemeinden richten Europatag der Musik aus    
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Erste Vorbesprechung für Zentralveranstaltung am 1. oder 2. Juli 2006 - Sendungen im Bayerischen Rundfunk von Ursula Langesee
Spiegelau. Erstmals bietet sich einer ganzen Region die Möglichkeit, Austragungsort für eine große Veranstaltung zu sein, die den europäischen Gedanken mit den Mitteln der Musik zum Ausdruck bringt. Der Landesverband Singen und Musizieren in Bayern (LVSM) als Veranstalter der „Europatage der Musik 2006“ hat die 13 Nationalparkgemeinden am Rachel, Lusen und im Zwieseler Winkel als Partner ausgesucht.
Eine erste Vorbesprechung mit Bürgermeistern und Touristinformationsleitern dieser Gemeinden fand jetzt in Spiegelau in der Mitte von altem und erweiterten Nationalpark statt. Dass auf Spiegelau die Wahl fiel, kommt nicht von ungefähr. Es war schon zwei Mal Ausrichter des „Spiegelauer Notenspiegels“ und der Liveübertragung „Grüße aus Spiegelau“. Alle drei Veranstaltungen wurden vom Bayerischen Rundfunk, Redaktion Laienmusik, organisiert und gesendet. Der BR ist auch Partner der Europatage der Musik und so schließt sich der Kreis.
„Das heißt aber nicht, dass Spiegelau beim Europatag automatisch der Hauptort ist. Die ganze Nationalparkregion ist angesprochen und kann sich mit ihren Vorschlägen einbringen“, machte Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch gleich zu Beginn klar.
Was es mit den Europatagen der Musik auf sich hat, erklärte Stephan Ametsbichler vom Bayerischen Rundfunk. Danach sei dieses jährliche Treffen von Sängern und Musikanten aus dem französischen „Fête de la musique“ entstanden, das immer zur Sommersonnenwende gefeiert wurde. Seit 1985 gibt es die Europatage der Musik in Bayern. Prominente Orte waren unter anderem die Zugspitze oder der Englische Garten in München. Heuer ist das fränkische Hof der Ausrichter.
Weil nächstes Jahr auch die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland über die Bühne geht, sind die Veranstaltungstage abhängig vom Spielplan. Grob wurde jetzt mal der 1. und/oder 2. Juli zwischen 10 und maximal 24 Uhr festgelegt. „In die Zeit fallen die Viertelfinalspiele. Das müssen wir bei den Übertragungen berücksichtigen“, wies Ametsbichler auf eine flexible Programmgestaltung hin.
Vorgesehen sind vom Bayerischen Rundfunk Live-Berichterstattungen, etwa in der „Bayernchronik“ auf BR 2, in „Bayern 1 Blasmusik“, im „Bayern 1 Samstagsclub“, Korrespondentenberichte und eine spätere Sondersendung auf Bayern 2 Radio, im Bayerischen Fernsehen und im Bildungskanal BR alpha.
Ziele sind durch Musik und Tanz den europäischen Gedanken zu vertiefen und das in Begegnung mit nationalen und internationalen Partnergemeinden, die zusätzliche Werbung für die Ferienregion „Nationalpark Bayerischer Wald“, das Beleben der Musikszene in der Region durch Zusammenführen und Begegnung.
Als Spielorte bieten sich open air Stadt- oder Marktplätze an, Innenhöfe, Schulgelände und bei schlechtem Wetter Wirtshaussäle, Veranstaltungs- und Schulturnhallen.
Von den Musikdarbietungen gibt es keine Einschränkungen. Ein breites Spektrum von der Volksmusik bis zum Jazz ist möglich.
Nicht ganz uninteressant ist natürlich die Kostenfrage. Ametsbichler wies darauf hin, das zur Finanzierung vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst 10 000 Euro bewilligt werden. Die Kosten für die Durchführung der Veranstaltung, insbesondere für die Beschallung, belaufen sich auf ca. 700 bis 800 Euro je Spielort. Mitwirkende erhalten keine Gagen. „Vielleicht gibt es noch weitere Zuschussmöglichkeiten durch die Landkreise, Mittel der Euregio oder Sponsoren“, brachte er weitere Aspekte.
„Überlegen Sie sich, wie sie örtliche Feste zu diesem Termin festlegen oder integrieren können und wie sie vielleicht ihre Partnergemeinden mit einbinden können“, forderte der Vertreter des BR auf. Je vielfältiger die Musikpräsentationen sind, umso eher gibt es die Möglichkeit im Sendeprogramm des Rundfunks einen Platz dafür zu finden.
So schlug Bürgermeister Luksch einen Sonntagmorgengottesdienst vor, der im Rahmen der Europatage der Musik übertragen werden könnte. Die Gemeinde Lindberg feiert nächstes Jahr ihr 650-jähriges Bestehen und unterhält Kontakte zu Musik- und Tanzgruppen im Riesengebirge. Diese Veranstaltungen könnte sie gut in das europäische Fest integrieren.
Ob für einzelne Veranstaltungen Eintrittsgeld verlangt wird, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Bürgermeister Josef Meininger von St. Oswald-Riedlhütte sprach sich eher für freiwillige Spenden nach dem Gefallen eines Konzerts aus.
An den Gemeinden und den Touristinformationen liegt es nun, bei ihren Leuten Werbung für diese sicher große Beachtung findende Veranstaltung zu machen und Chöre, Musikgruppen und Tanzensembles zum Mitmachen zu motivieren.
Ansprechpartner für Vorschläge zu den Europatagen der Musik 2006 sind in Spiegelau Alfred Resch (Tel. 08553/960021), für den Zweckverband der Nationalparkgemeinden Rainer Bomeisl (Tel. 08558/91021) und für den Landkreis Regen Roland Pongratz (Tel. 09921/807804).
 

Grafenauer Anzeiger vom 15.4.2005

Nachwuchs der Langläufer ergatterte so oft Gold wie noch nie
Saisonabschluss des SC Spiegelau - 48 Mal waren Sportler auf Platz eins
Spiegelau (ga). Eine große Schar von Kindern und Eltern konnte Spartenleiter und Trainer Sepp Erhard zur Saisonabschlussfeier des SC Spiegelau begrüßen. In seinem Rückblick auf den vergangenen Winter führte Sepp Erhard aus, dass er nun schon seit 21 Jahren als Kindertrainer beim SC Spiegelau arbeite, aber eine derart erfolgreiche Saison habe er noch nicht erlebt. Nicht nur, weil 18 Kinder des SCS 15 Wettkämpfe in diesem Winter bestritten haben, sondern die vielen Spitzenplatzierungen waren wohl einmalig. So standen alleine 48 mal Sportler des Skiclubs auf dem obersten Stockerlplatz, 28 mal gab es zweite Plätze und 26 mal dritte Plätze. Herausragend war der dritte Platz von Daniel Herzog bei den Bayerischen Schülermeisterschaften im Einzellauf und in der Staffel. Mit Mona Schneider stellte der Skiclub erneut eine Gaumeisterin in Langlaufsprint in der freien Technik. Nicht nur die Skilangläufer brachten Spitzenleistungen: Mit Tobias Schreindl, der sich nach seiner Skilanglaufkarriere der Leichtathletik verschrieben hat, hat der SC Spiegelau mittlerweile einen hoffnungsvollen Topläufer im Jugendbereich. Bei den Bayerischen Crossmeisterschaften wurde der Sieger in der Mannschaftswertung und bei den niederbayerischen Crossmeisterschaften errang er einen ausgezeichneten dritten Platz. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften glänzte er mit einer Zeit von 34.09 Min. über 10 000 Meter. Sepp Erhard lobte besonders die gute Zusammenarbeit zwischen den Eltern und dem Trainer, was sich nicht nur bei den sportlichen Erfolgen zeigt, sondern auch bei der Durchführung der Laufveranstaltungen in Spiegelau und Klingenbrunn. Für dieses Jahr plant der Skiclub große Investitionen. Schon vor 17 Jahren habe er gefordert, dass in Klingenbrunn ein attraktiver Loipeneinstieg mit Start-und Zielhütte und einer zusätzlichen Nachtloipe geschaffen werde. Nunmehr stünden die Zeichen so gut wie nie zuvor. Mit privaten Sponsoren und der Hilfe der Gemeinde Spiegelau will man in diesem Jahr an die Arbeit gehen. Für die Laufsaison im Sommer machte Erhard deutlich, dass man in erster Linie die Veranstaltungen des Bayerwald-Cups (Fürsteneck, Viechtach, Deggendorf, Otterskirchen, Spiegelau) besuchen werde und daneben nur bei jenen Vereinen starte, die im Gegenzug auch zum Spiegelauer Waldlauf kämen. Zum Sommertraining gab Erhard folgende Trainingszeiten bekannt: Montag, 17 Uhr Hallentraining in der Mehrzweckhalle Spiegelau. Donnerstag, 18 Uhr Lauftraining, Waldspielgelände Spiegelau. Ab Juli ist Skiroller-Training. Zusätzlich werden einzelne Radtouren oder Bergtouren im Hochgebirge das Trainingsprogramm auflockern. Erhard erinnerte die Eltern daran, ihre Kinder zu gegebener Zeit ärztlich untersuchen zu lassen, um Komplikationen im Trainings- und Wettkampfbetrieb zu vermeiden. Zur finanziellen Situation innerhalb der Sparte sagte Erhard, dass eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit viel Geld koste. 12 Euro Jahresbeitrag für ein Kind stünden 115 Euro Ausgaben allein für Startgelder gegenüber. Ohne Untersttztung durch Sponsoren könne die gesellschaftspolitisch so herausragende und wichtige Jugendarbeit nicht bestehen. Er bedankte sich deshalb besonders bei all jenen Firmen, die die Beschaffung einer einheitlichen Rennkleidung ermöglicht haben und bei der Durchführung der Laufveranstaltungen die Sparte Langlauf unterstützten.
 

Grafenauer Anzeiger vom 12.4.2005
Aus dem Gemeinderat Spiegelau - Auftragsvergaben
- Aufträge für die Wasserversorgung Spiegelau wurden an die günstigsten Bieter vergeben. Die Rohrinstallation für die UV-Anlagen liefert die Firma Stich in Spiegelau für gut 17 000 Euro. Fünf Firmen haben für das Gewerk ihre Angebote abgegeben. Der teuerste Bieter hatte über 30 000 Euro für die Arbeit angesetzt.
Die Elektroinstallation zum Einbau der UV-Anlagen in mehreren Hochbehältern (Auftragswert: 2183 Euro) kommt von Elektro Harant in Spiegelau.
- Bei der Ausschreibung für die Oberbauverstärkung der Straße nach Neuhütte war die Firma Donau-Asphalt aus Schöllnach mit fast 130 000 Euro die günstigste Bieterin.
Verordungsänderung
- Aus aktuellem Anlass - nämlich dem Schneefräsen zu unerlaubter Zeit - wurde die „Verordnung über die zeitliche Beschränkung ruhestörender Haus- und Gartenarbeiten, über die Benutzung von Musikinstrumenten, Tonübertragungs- und Widergabegeräten und über das Halten von Haustieren“ geändert. Jetzt dürfen solche ruhestörenden Arbeiten in der Zeit von 1. April bis 31. Oktober montags bis samstags von 8 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr durchgeführt werden. Von 1. November bis 31. März können diese lärmintensiven Arbeiten von 6 bis 12 und von 14 bis 20 Uhr verrichtet werden.
Käfer-Sonntag später
- Auf Antrag des Gewerbevereins soll der verkaufsoffene „Maikäfer-sonntag“ - bisher immer am letzten Sonntag im April - heuer auf den 22. Mai verschoben werden.
Winterdienstkosten
- Der strenge und lange Winter hat den Gemeinden hohe Kosten verursacht. Bis 18. März hat die Gemeinde 194 000 Euro für den Winterdienst ausgegeben, circa 44 000 Euro sind aber nur durch den Straßenunterhaltszuschuss gedeckt. Jetzt wollen die Bürgermeister im Landkreis unter Führung von Heinrich Lenz versuchen, über die Landtagsabgeordneten Helmut Brunner und Helga Weinberger, beim Bayerischen Gemeindetag eine Regelung zu erreichen, die Gemeinden in höheren Lagen mehr Zuschüsse für den Winterdienst zugesteht.
Pylon für „Norma“
- Der Norma-Verbrauchermarkt im Eck von Konrad-Wilsdorf- und Hauptstraße wächst und wächst. Jetzt musste der Gemeinderat über das Aufstellen von Fahnenmasten, einem Werbepylon und Werbetafeln beraten.
In einem Punkt blieb die Gemeinde hart: wie der Nachbar Edeka-Markt darf auch die Norma nur drei Fahnenmasten statt der gewünschten fünf aufstellen. „Wir riskieren sonst ein &lsquoWettrüsten&lsquo mit Fahnen“, begründete Bürgermeister Josef Luksch die Entscheidung. Aber die selbstleuchtenden Werbetafeln dürfen angebracht werden und auch der fünf Meter hohe, von innen beleuchtete Pylon zwischen Igelbus-Haltestelle und Norma, der von der Hauptstraße her sichtbar ist.
Gewerbeansiedlung
- Vermarktungsideen für Gewerbeflächen aufzeigen, das war das Anliegen von Gemeinderat Erhard Wawrzek in der vorangegangenen Sitzung. Es wurde aber nicht allzu viel darüber diskutiert, weil zum Beispiel die weitere Nutzung des Sägewerk-Geländes davon abhängt, ob Spiegelau die landkreisweit ausgeschriebene Indoor-Anlage bekommt oder nicht. Diese Entscheidung stehe für „Mitte Sommer“ an, wie Luksch bekanntgab.
„Der Gemeinderat muss sich die Ansiedlung von Gewerbe zur Hauptaufgabe machen“, forderte Wawrzek. Für das Sägewerk-Areal sähe er eine gute Verwendung als „gläsernes Dorf“, das die Glasveredler aus der ganzen Region an einem Punkt zusammenfasse und sich zusammen mit der Glasfabrik gut vermarkten lasse.
Luksch berichtete von seinen Bemühungen, die alte Sägehalle für die Einrichtung einer Erlebnisgastronomie etwa 50 Brauereien zwischen Regensburg und Passau anzubieten. Die Resonanz sei aber sehr verhalten gewesen.
Für das Industriegebiet in Oberkreuzberg werde auch ständig geworben: über die Grundstückskartei bei der IHK, einer Landratsamt-Broschüre oder über 120 persönliche Anschreiben an die Manager großer Firmen wie BMW oder SAP unter dem Titel „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“. Aber die Standortnachteile (keine Autobahn, keine Bahn) für produzierende Betriebe seien einfach nicht zu leugnen. (ul)
 

Grafenauer Anzeiger vom 9.4.2005

Junior-Ranger gibt es seit einem Jahr - Als gemeinnütziger Verein anerkannt
Oberkreuzberg (ga). Zum einjährigen Bestehen lud der Junior Ranger e. V. zu einer Mitgliederversammlung ins Gasthaus Grobauer ein. Geschäftsführer Josef Erhard sprach von zur Zeit neun Ortsgruppen im alten und erweiterten Nationalpark mit nahezu 100 Mitgliedern. Ortsgruppen gibt es in Lindberg, Zwiesel, Frauenau, Regen, Spiegelau, St. Oswald-Riedlhütte, Grafenau, Hohenau und Freyung.
Erhard betonte, dass sich der Verein als klares Ziel gesetzt habe, Kinder für die Natur und den Nationalpark zu begeistern - sie wegzulocken vom Fernseher, Video und Computer. Kindern müsse die Möglichkeit gegeben werden, Natur mit Haut und Haaren, Herz und Verstand, also mit allen Sinnen erleben zu können.
Von der Teilnahme an einer Rotwildfütterung, Schachtenwanderung, Kanutour auf der Moldau, Rama dama, Tierspurensuche im Schnee und vieles mehr war das Programm breit gefächert.Bei der Vorstellung des Sommerprogramms nannte der Geschäftsführer als nunmehr festen Bestandteil die Junior-Ranger-Ausbildung in den Pfingst- und Sommerferien. Weitere Veranstaltungen sind das Deutsch-Tschechische Junior Ranger Camp im Wildniscamp und in Stozec/Tschechien. Im August findet das Internationale Junior Ranger Camp im Wildniscamp statt und das 3. Deutsche Junior-Ranger-Treffen ist in der Niederlausitz.
Erhard bedankte sich bei allen Mitgliedern und Förderern und der Vorstandschaft mit 1. Vorsitzendem Landrat Alexander Muthmann für die gute Zusammenarbeit. Größten Dank zollte er den Senior Rangern für das Ausarbeiten und Durchführen der attraktiven Kinderprogramme.
Laut Kassenbericht von Gabi Kreutzer überwogen im letzten Jahr die Einnahmen, so dass der als gemeinnützig anerkannte Verein geordnete Finanzen habe.

 

Grafenauer Anzeiger vom 5.4.2005
Glas und Mensch: Hüttenabend der besonderen Art
Neuen KSS-Geschäftsführer vorgestellt - Lustiges und Nachdenkliches zur Glasmachertradition und aktuellen Situation von Ursula Langesee
Spiegelau. „Lustig sein und nachdenklich werden“ war ein gut besuchter Hüttenabend der besonderen Art in der Ofenhalle der Kristallglasfabrik überschrieben. Die Veranstaltung lief im Rahmen der Sonderführungsreihe des Nationalparks, die heuer mit „Waldglas zerbrechlich & lebendig“ überschrieben ist. Äußeres Symbol für die Reihe ist das Ankern der Glasarche vor dem Verwaltungsgebäude der Glasfabrik (wir berichteten).
Durch das Programm von „Glas und Mensch“ führte Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier. Er verstand es, nicht nur Brauchtum und Tradition rund um das Glasmachen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern ebenso die aktuelle, nicht mehr so rosige Situation für die Glashütten als wichtige Erwerbszweige in der Region.
Gleich zu Beginn stellte sich der neue Geschäftsführer der Kristallglasfabrik Spiegelau vor, die im Herbst - ebenso wie das Nachtmann-Werk in Riedlhütte - von der Riedel Glas GmbH in Kufstein übernommen worden war. Gerald Mader löst damit Siegfried Klante ab, der fast 36 Jahre lang die KSS geleitet hatte.
Klante sprach in seiner Abschiedsrede von der fast 500-jährigen, wechselvollen Geschichte der Kristallglasfabrik Spiegelau, in der Glas und Mensch untrennbar miteinander verbunden waren. Er erinnerte an die 50-er Jahre, als die Glasmarke noch unter „Helios Kristall“ bekannt war, an die glücklichen Jahre bis Ende der 80-er, als große Probleme die Firma fast zum Scheitern brachten. Nach der Übernahme durch die Firma Nachtmann ging es stetig bergauf. „Heute haben wir mit unseren aktuellen und trendigen Gläsern in bester Qualität die Märkte auf der ganzen Welt erobert. Unsere Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem Glas und freuen sich, wenn sie irgendwo auf Spiegelauer Glas treffen. Die Glasarche ist ein Symbol für die enge Verbindung zwischen Glas und Mensch, aber auch für Zuversicht.“
Sein Nachfolger Mader, der seit 1972 im Glasgeschäft tätig ist, dankte für den „warmen Empfang“ in Spiegelau. „Aus Spiegelau und Riedel ist ein Flaggschiff geworden“, verwies er auf die erfolgreichen Unternehmen. Nach seinen und Georg Riedels Worten auf der jüngsten Pressekonferenz in München wird Spiegelauer Glas nicht nur auf dem Wasser, sondern auch auf der „Rennbahn“ weiterhin Gewinne einfahren. „Spiegelauer Glas ist unser Rennpferd. Das wird bald auch ein neuer Schriftzug in Ferrari-Rot symbolisieren“, kündigte Mader an. Trotz der Übernahme sollen alle drei Glasmarken Riedel, Spiegelau und Nachtmann getrennt am Markt weitergeführt werden.
Landrat Alexander Muthmann sprach vom Spiegelauer Glas als „Imageträger“ für die Region. „Dass die bayerische Staatsregierung Spiegelauer Glas verschenkt, beweist, wie hoch die Wertschätzung ist.“ Er lobte das Traditionsbewusstsein, die hohe Qualität und das Engagement der fleißigen Beschäftigten in der Glasfabrik. Glas sei zudem als Kunstobjekt ein wichtiger Kulturträger.
Weder eine Hetzrede halten, noch einen Kniefall machen, wollte Bürgermeister Josef Luksch vor dem neuen Eigentümer Riedel und dem neuen Geschäftsführer Mader. Vielmehr sei er bestrebt, auch weiterhin die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem wichtigsten Arbeitgeber in Spiegelau zu suchen. „Ich habe zwei Wünsche: dass die Glasmachertradition weiter leben darf und wir sie nicht eines Tages nur mehr im Museum wiederfinden und dass sich das Bewahrende der Arche so auf das Glasmachen bezieht, dass uns dieser Wirtschaftsstandort erhalten bleibt.“
Zwischen den Reden wurden die Ohren verwöhnt mit alten Waldler- und Glasmacherliedern, gesungen vom 40-köpfigen Männerchor Rachel-Lusen unter Leitung von Pfarrer Hubert Gerstl oder von den heiteren bis kritischen Liedern, für die Otto Öllinger und seine Freunde Alfred Resch und Sepp Scholz (Gotthard Seidl fehlte diesmal) bekannt und beliebt sind.
Begleitet von Karl-Heinz Reimeier durften die Gäste selber aktiv werden und den „Glasmacher“ und später das „Glasmacherleben“ anstimmen. Christa Steger hatte zwei Auftritte - mit einem Gedicht von Paul Friedl über eine alte, aufgelassene Glashütte und als verzweifelter Glasschmelzer, der mit Hilfe des Glashüttengeistes Durandl (unter der Maske steckte Josef Herzog ) das Rezept für das strahlende Goldrubin entdeckt.
Und auch die Augen kamen nicht zu kurz. An einem Drei-Liter-Weinglas zeigten die Glasbläser die einzelnen Arbeitsschritte und in einer Dia-Schau, zusammengestellt von Lukas Laux, Sabine Eisch und Herbert Pöhnl, wurde die Reise der Glasarche seit 2003 beeindruckend beschrieben.
Glashüttenfeste in der Ofenhalle der KSS sind heuer am 6. Mai, 27. Mai, 22. Juli, 5. August, 26. August und 9. September.
 

Grafenauer Anzeiger vom 4.4.2005

Glasarche strandet auf dem Herzblattplatz
Spiegelau
(ul). Jetzt hat „Amordeo“ eine Gefährtin auf dem „Herzblattplatz“ vor der Kristallglasfabrik Spiegelau bekommen: die Glasarche hat als zweite Station bei ihrer Fahrt von Glashütte zu Glashütte nach Riedlhütte nun Spiegelau angesteuert. Hier liegt sie bis 14. April an zentraler Stelle vor Anker auf dem Platz, der vor einigen Jahren bei der Singleshow „Herzblatt“ als „romantischer Platz und Treffpunkt für Verliebte“ den Namen „Herzblattplatz“ verliehen bekam. Auf diese ehrenvolle „Taufe“ weist eben „Amordeo“ hin, das lustige Maskottchen der früheren Fernsehserie, das an der Mauer des Verwaltungsgebäudes angebracht ist.
Verbunden mit der Ankunft der Glasarche in einem neuen Hafen war am Freitagabend ein Hüttenabend der besonderen Art in der Ofenhalle der Glasfabrik. Unter dem Titel „Glas und Mensch“ , die in enger Verbindung miteinander stehen, wurde die besondere Welt der Glasmacher und ihrer Hüttenherren, ihr Brauchtum, aber auch ihre Zukunft von mehreren Seiten beleuchtet (einen ausführlichen Bericht dazu lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe).
 

Grafenauer Anzeiger vom 31.3.2005

Die „Glasarche“ strandet am Freitag in Spiegelau
Empfangsabend mit Unterhaltungsprogramm - Geschichten über die Glasmacherzunft
Spiegelau (rei). Ein Hüttenabend der besonderen Art findet zum Empfang der „Gläsernen Arche“ in Spiegelau am kommenden Freitag, 1. April, in der Glashütte Spiegelau statt. Die „Gläserne Arche“ ist auf dem Weg zu den Glashütten bis nach Theresienthal und in den Nationalpark der Falkensteinregion. Eine Reihe von Akteuren hat sich angesagt, den Empfangsabend mitzugestalten: Christa Steger und Josef Herzog kommen mit dem Hüttengeist Turandl, Otto Öllinger und seine Freunde sowie der Männerchor Rachel-Lusen unter Leitung von Pfarrer Hubert Gerstl sorgen für musikalische Unterhaltung. Es wird auch über den Ort Spiegelau etwas erzählt sowie über die Situation der Glasfabrik. Karl-Heinz Reimeier führt mit Geschichten über die Glasmacherzunft durch das Programm. Die Besucher haben die Möglichkeit, den Glasmachern am Ofen beim „Schinden“ von kleinen gläsernen Kostbarkeiten zuzuschauen, die auch erworben werden können. Geöffnet ist die Glashütte ab 17.45 Uhr, in der Zeit von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr ist die Möglichkeit zum „Hüttenessen“, um 19.30 Uhr beginnt das Programm. Reservierung unter der Nummer 08553/24192.
 

Grafenauer Anzeiger vom 15.3.2005
Georg Riedel gedeihliche Zusammenarbeit angeboten
Spiegelauer Gemeinderäte der CSU, Freien und Überparteilichen Wähler wollen neuem KSS-Glashüttenbesitzer aus Tirol Hand reichen/ von Egon M. Binder
Spiegelau. Bei einem überfraktionellen Treffen sprachen sich Spiegelauer Gemeinderäte der Fraktionen der CSU, Freien und Überparteilichen Wähler dafür aus, dass das Gemeindeparlament auf den neuen Besitzer der Spiegelauer Kristallglasfabrik, Georg Riedel (Tiroler Glashütte GmbH), zugehen und ihn bei seinen künftigen unternehmerischen Plänen unterstützen sollte.
Die Gemeinderäte Erhard Wawrzek (FW), Kurt Zettl (2. Bürgermeister) und Siegfried Klante (CSU) und Harald Frank (ÜPG) missbilligten dabei vor allem das Verhalten von 1. Bürgermeister Josef Luksch, der bei einer Bürgerversammlung über die Pläne von Georg Riedel Auskunft gegegeben hatte, die er als KSS-Aufsichtsratsvorsitzender ihrer Meinung nach hätte nicht sagen dürfen und deshalb von Riedel aus dem Aufsichtsrat entlassen worden sei.
Erhard Wawrzek forderte das Gemeindeoberhaupt auf, nicht gegen, sondern für die Geschäftspolitik des neuen Tiroler Glashüttenbesitzers zu arbeiten, um damit den Standort Spiegelau erhalten zu helfen. Sicherlich, so äußerte sich 2. Bürgermeister Kurt Zettl, sei der Verlust der Verwaltung und des Vertriebs und damit von rund 30 Arbeitsplätzen in der KSS sehr schmerzlich für Spiegelau, doch man dürfe nicht nur rückwärts schauen, sonder n müsse ‚‚Riedel seitens der Gemeinde die Hand zur gedeihlichen Zusammenarbeit reichen“.
Siegfried Klante, der Ende Juni als Geschäftsführer die KSS verlässt und in den Vorruhestand geht, stellte heraus, dass die Spiegelauer Glashütte bereits in der Vergangenheit bewiesen habe, dass sie durch ihre hochwertigen Gläser auf dem Weltmarkt gut ankomme und als bislang eigenständige Firma im Verband mit dem Nachtmann-Konzern aus eigener Kraft pro Jahr an die 15 Millionen Gläser produziert und damit Schwarze Zahlen geschrieben habe. Derzeit seien noch 330 Leute in Spiegelau und in Frauenau beschäftigt.
Einige der in Spiegelau abgebauten Verwaltungskräfte konnten bei der Nachtmann- Hauptverwaltung in Neustadt/Waldnaab einen neuen Wirkungskreis finden. Der Fehler sei jedoch gewesen, dass man über Jahre hinweg mit den bei der KSS erzielten Gewinnen die defizitären Nachtmann-Unternehmen unterstützen musste und deshalb in Spiegelau keine größeren Investitionen gemacht werden konnten.
Das Gremium war sich einig, das Bürgermeister Josef Luksch und die Gemeinderäte raschestmöglich das einvernehmliche Gespräch mit Riedel suchen sollten. ‚‚Für uns ist es ein Glücksfall, dass Riedel die KSS gekauft hat und damit die KSS-Glashütten eine echte Chance zum Fortbestand haben,“ kommentierte Erhard Wawrzek.
Seiner Meinung nach hätten die Glashüttenstandorte Spiegelau und Riedlhütte, so wie es auch Landrat Alexander Muthmann vorgeschlagen hat, geographisch gesehen durchaus die Voraussetzung, dass hier auch verwaltungsmäßig das Herz der Riedel-Gruppe schlagen könnte. Man müsse daher alle Möglichkeiten nutzen, vor Ort neue Arbeitsplätze anzusiedeln, um der seit Jahren in Spiegelau anhaltenden Abwanderungstendenz entgegen zu wirken, waren sich die überparteilich versammelten Gemeinderäte einig. Ihrer Meinung nach sei es dringend notwendig, dass man das Thema KSS nach dem Besitzerwechsel endlich mal zu einem Thema bei einer Gemeinderatssitzung macht.
Ein erster Vorstoß mit Riedel in Kontakt zu treten sei ja auf Anregung der Freien Wähler, der CSU und ÜPG bereits gemacht worden. Denn diese Fraktionen haben den Bürgermeister veranlasst, an Georg Riedel einen Brief zu schreiben, in dem es u. a. heißt: ‚‚Dass Sie, Herr Riedel, diesen Schritt der Übernahme der Nachtmann-Glashütten in Zeiten der Globalisierung und den Möglichkeiten in Billiglohnländern zu produzieren gemacht haben, werten wir als ausdrückliches Bekenntnis zum Standort Europa, der Bundesrepublik und des Bayerischen Waldes. Sie beweisen hier Weitsicht, Fachwissen, Markterfahrung und Engagement mit einem hohen Kapitaleinsatz. Die Mitarbeiter der übernommen Firmen werden den Beweis für die Richtigkeit Ihrer Entscheidung antreten. Sie sind fachlich versiert, hoch motiviert und überaus leistungsbereit. Mit diesem Schritt sind Sie zum Marktführer in Europa aufgestiegen. Dafür gebührt Ihnen hoher Respekt und Anerkennung.“
 

Grafenauer Anzeiger vom 15.3.2005

Post in Spiegelau ab heute wieder an alter Stelle
Spiegelau. Die Post ist seit heute wieder an ihrer ursprünglichen Stelle in der Schulstraße 39. In den Räumen des Fahrradfachgeschäfts stehen montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr Gerda Hüsemann und ihr Team den Kunden in allen postalischen Fragen zur Seite. Die bisherige Poststelle im Edeka Aktivmarkt an der Konrad-Wilsdorf-Straße ist seit gestern geschlossen.
 

Grafenauer Anzeiger vom 10.3.2005

»Da Eitroga« predigte für die Spiegelauer / Spitze Pointen beim zweiten Starkbierfest - Singspiel mit Martina Stöckl und Margit Lindner                                    Foto 1   Foto 2

Spiegelau (ga). »Wer nicht derbleckt wird, ist niemand« - so lautetet auch das Motto beim zweiten Starkbierfest des Gewerbevereins Spiegelau mit dem »Eitroga« alias Bruno Fischer. Dass in Spiegelau kein Pater, sondern der Eitroga die »Würdigung« der verschiedensten Ereignisse und Pannen des vergangenen Jahres vornimmt, liegt an der Geschichte der Glasverarbeitung in Spiegelau. Die Aufgabe der Eitroga bestand in früheren Zeiten darin, die Gläser zu den Kühlbändern zu transportieren, wobei sie natürlich allerhand Neuigkeiten und Kuriositäten erfuhren und auch gleich weiter verteilten. Und in eben dieser Tradition enthüllte der »Spiegelauer Eitroga« ein humoristisches Feuerwerk über die Geschehnisse und Ausrutscher des vergangenen Jahres. Aber auch augenzwinkernde Ideen und Ratschläge wurden gegeben. So zum Beispiel die Umwandlung des ehemaligen Sägewerk-Geländes in einen großangelegten Freizeit- und Wellnesspark wobei es sich Bruno Fischer nicht nehmen, ließ den Landrat zur Unterstützung dieses unkonventionellen Gedankens zu bitten. »Zeigen sie Mut, Mann«, so der Eitroga. So wurden nach und nach die einzelnen Verfehlungen und Ereignisse des vergangenen Jahres, begleitet vom stürmischen Applaus und Lachen des Publikums, präsentiert. Und so manches Geheimnis konnte gelüftet werden, so auch das Schicksal der Spiegelauer Trenck der Pandur Strohpuppe, das Bruno Fischer mit dem süffisanten Zweizeiler: »Halb Europa hat vorm Trenck gegraut; der Bimbo hatn niederghaut!« für Eingeweihte hinreichend aufklärte. Nach zwei Stunden des mit vielen Glanzlichtern durchsetzten Vortrags von Bruno Fischer folgte ein kurzes vom Publikum ebenfalls gefeiertes Singspiel, in dem Martina Stöckl und Margit Lindner als Bürgermeister Josef Luksch und Kämmerer Ludwig Friedl sich mit der angespannten Finanzlage der Gemeinde auseinander setzten. Sowohl Bürgermeister als auch Landrat Alexander Muthmann zeigten sich in kurzen Ansprachen von der Gestaltung des Starkbierfestes begeistert und genossen wie viele andere auch das gut gewählte Ambiente des Spiegelauer Schnapsmuseums.
 

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