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2005
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Grafenauer Anzeiger vom 20.12.2005
Störrischer
Esel verzögert Waldweihnacht - Er ließ sich nicht auf den Anhänger
laden - Lebende Krippe war der Hauptanziehungspunkt Spiegelau
(ga). Eine vollauf gelungene Premiere für die Feuerwehr Spiegelau war
die „Waldweihnacht“ bei der Mehrzweckhalle am Nachmittag des 2.
Weihnachtsfeiertages. Wo im Juli die Panduren ihr Lager aufschlagen,
war dieses Mal alles auf Weihnachten in seinem ursprünglichen Sinn
ausgerichtet - der Bauhof und die Touristinformation halfen ebenfalls
mit. Viel Schnee als weiße Unterlage, dann noch
zusätzliche Flocken vom Himmel, knisterndes Feuer und eine lebende
Krippe mit Maria (Carolin Kirchner) und Josef (Martin Bachmann), Hirten
und den Weisen aus dem Morgenland empfingen die gut 300 Besucher.
Gerade die Krippe hatte magnetische Wirkung. Kein Wunder: Günther
Sellmeier aus Oberkreuzberg hatte seine Tiere mitgebracht - einen Esel,
ein Schaf und zwei erst sechs Wochen alte Lämmer. Da konnten sich vor
allem die kleinen Gäste nicht mehr satt sehen. Dabei
hätte ihm bald der Esel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er
erwies sich als so störrisch, wie man es den Grautieren gerne nachsagt
und ließ sich nicht in den Anhänger verladen. So brach die
„Waldweihnacht“ eine Viertelstunde später an. Dafür bildeten die
Besucher für den säumigen Esel beim Einzug ein Spalier. So
improvisiert wie der Esel-Einzug war die ganze Aufführung, aber es
wirkte wie tausend Mal geprobt. „Wir hätten zum Üben gar keine Zeit
gehabt, weil wir wegen des Schneebruchs Tag und Nacht im Einsatz
waren“, sagte Feuerwehr-Vorsitzender Kurt Hobelsberger, der die Gäste
begrüßte und verabschiedete. Schön war die
Idee, Erzähler Peter Röhl nicht herkömmlich von der Bühne moderieren zu
lassen, sondern vom Volk aus. Er hatte sich unter die Menge gemischt
und staunend die Krippe bemerkt, die er dann beschrieb. Nachdenkliches
von einer alten Frau, deren Familie erst dann an sie denkt, als sie
Weihnachten im Krankenhaus liegt und Humorvoll-Besinnliches über die
göttliche Geburt auf dem Huber-Hof waren weitere selbst verfasste
Geschichten, die Röhl vortrug. Sie fügten sich harmonisch in die gut
zweistündige Veranstaltung ein, bei der natürlich auch die Musik nicht
zu kurz kam. Die
Spiegelauer Blechbläser spielten, der Kindergarten Spiegelau hatte
Lieder einstudiert. Ruhige Weisen entlockten Beate und Michael Kordick
der Gitarre und der Steirischen. Otto Öllinger trat mit dem Kinderchor
auf und zum Schluss durften alle Gäste aktiv werden und in das
gemeinsam gesungene „Stille Nacht“ einstimmen.
Grafenauer Anzeiger vom 20.12.2005
Von
der „wilden Jagd“ und der Spiegelauer Waldbahn -Ohetaler Heimatverein
gibt drei neue Werke heraus - Fundiertes historisches Werk über die
Waldbahn - Hörbuch auf CD von Claudia Grimsmann Spiegelau.
Trotz
widrigen Wetters war die Galerie des Schnapsmuseums gut besucht. Der
Grund: Gleich drei Neu-Erscheinungen des Ohetaler Heimatvereins wurden
an diesem Abend dem Publikum präsentiert. Das urige Ambiente der
Lokalität und die zünftige Musik des „Grenzgänger Trios“ - Raimund
Pauli (Tuba und Dudelsack), Erich Pauli (Steirische) und Karl-Heinz
Reimeier (Gitarre) verliehen der Veranstaltung den entsprechenden
Rahmen. „Unser
Verlag hat in diesem Jahr schwer gearbeitet: Sechs Bücher wurden
verlegt, zwei schöne Festschriften und ein Hörbuch. Für ein
ehrenamtliches Team eine enorme Leistung. Die Geschichte der
Spiegelauer Waldbahn ist ein wichtiger Maßstein in unserer Bibliothek
und ein wichtiger Teil in unserer Arbeit für die Nachwelt. Und mit der
Hörbuch-CD haben wir erstmalig ein Stück Neuland betreten“, freute sich
der 1. Vorsitzende Willi Steger. Karl-Heinz
Reimeier als Laudator betonte die von Hans Schopf zusammen gestellten
Geister- und Landschaftssagen aus der Region: „So eine ‚Buch-Taufe‘ ist
für mich persönlich immer etwas ganz Besonderes. Da kommt etwas auf die
Welt, das vorher noch nicht da war. In das viel Zeit und Energie
investiert wurde. Neben der bayerischen und böhmischen Sagenwelt
erweiterte Hans Schopf auch seinen Blick auf das Oberösterreichische“,
lobte der Laudator das persönliche Engagement des Autors. Auch das
passende Hörbuch, gelesen von Christa Steger und produziert von Erich
Pauli, würdigte Reimeier: „So eine CD macht schon Sinn: Schließlich
gibt es Leute, denen das Lesen nicht mehr so gut tut, die Kopfweh davon
bekommen.“ Bei den anschließenden
Buchtaufen erschienen zwei der Neuschönauer „Lousnacht-Geister“ als
Paten. Die drei Buch-Projekte wurden mit Wasser aus dem Rachelsee, dem
Hüttenbachl in Neuriedlhütte und vom Teufelsloch symbolisch übergossen.
Anschließende stellte Christa Steger ihr Können live mit der Geschichte
von der bösen „Wecklinghexe“ unter Beweis. Ein
Zeitzeuge und selbst Herausgeber mehrerer Bücher übernahm die Laudatio
für den historischen Höhepunkt des Abends zur Geschichte der
Spiegelauer Waldbahn: „Dieses hochwertige und aufwendig gestaltete Buch
war längst überfällig und schafft nun für eine regionale Instanz
endlich den historische Stellenwert. Persönlich war ich selbst vier
Monate als ‚Tagwerker‘ bei einem Bauabschnitt mit dabei. Jedenfalls
habe ich nach dieser Zeit bereitwillig und gerne gelernt, um beruflich
weiter zu kommen“, sagte Professor Ludwig Reiner. Wissenschaftliches und technische
Fundament bildete die Diplomarbeit von Richard Sliwinski, an der
Universität Weihenstephan von 1991. Ein besonderer Verdienst von
Sliwinski ist es auch, das ganze Streckennetz in Karten im Maßstab von
1:25 000 aufgearbeitet zu haben. „Und damit ist es möglich, den Verlauf
heute noch nachzuvollziehen und einzuordnen“, sagte der Laudator. Hermann
Beiler und Ludwig Reiner stellten mit zeitgeschichtlichen Dokumenten
und Zeitzeugen-Berichten die historische Bedeutung des insgesamt 95
Kilometer langen Schienennetzes in der Region dar, auf dem in der Zeit
von 1910 bis 1957 schätzungsweise 39 mal die Welt umrundet wurde. In
der Recherche war man dabei auf Material gestoßen, das aus dem Jahre
1900 stammt - somit eine kleine Sensation am Rande des verlegerischen
Projektes. Auch Heimat-Literatin Rosi Stadler las zu diesem Anlass aus
ihren Kindheits-Erinnerungen zum Thema Waldbahn vor. „Ich
denke, unsere Neuerscheinungen sind nicht zuletzt auch wirklich
attraktive und sinnvolle Geschenke zum Weihnachtsfest“, betonte Horst
Weitzel, 2. Vorstand des Heimatvereins d’Ohetaler Riedlhütte, als er
abschließend allen Akteuren dankte.
Grafenauer Anzeiger vom 17.12.2005 62 Jahre im Dienst der Gemeinde / Reinhard Maurer und Manfred Mirwald in Altersteilzeit verabschiedet Spiegelau
(ul). Weil „Abschied“ so negativ klingt, nannte es Bürgermeister Josef
Luksch „vorläufig beendet“ und meinte damit das Dienstverhältnis vom
langjährigen Bademeister und Loipenpfleger Reinhard Maurer nach 36
Jahren und vom Leiter der Touristinformation, Manfred Mirwald, nach 26
Jahren. Die Beiden luden ihre Kolleginnen und Kollegen vom Rathaus zur
Feier der „Freistellungsphase“ ihrer Altersteilzeit in den
Begrüßungsraum der Touristinformation ein. Ob der Bademeister Maurer überhaupt selbst
schwimmen könne, das habe ihn schon als Bub interessiert, gab Luksch
zu. Lange sei dieses Rätsel nicht gelöst worden. Dafür habe er in den
neun Jahren im Bürgermeisteramt feststellen müssen, dass Maurer mit
seiner Beharrlichkeit und vehementen Eloquenz manches habe bei ihm
durchsetzen können. „Der
hod de damisch g‘redt, oba es hod ghoifa“, verriet der Rathaus-Chef.
Nicht umsonst sei der Bauhof-Bedienstete eine Zeit lang auch
Vorsitzender des Personalrats gewesen. „Ich habe immer gerne in der
Gemeinde gearbeitet, habe mich aber von außen nicht sehr beeinflussen
lassen“, bestätigte Maurer . Froh ist er, dass er in Toni Schönhofer
als Bademeister und Philipp Schönberger als Loipenpfleger würdige
Nachfolger gefunden habe. „Obwohl, drei Jahrzehnte war mir das Bad
immer eine Herzensangelegenheit, kaum kümmert sich wer anderer darum,
wird es abgerissen“, fügte er schmunzelnd hinzu. Sein Wunsch wäre es,
wenn sich wieder ein Personalrat finden würde. Das
Verhältnis zu Manfred Mirwald sei anfangs problematisch gewesen -
familiär begründet, bemerkte der Bürgermeister zum zweiten
Ruheständler. Auch habe die Ermahnung „Du sollst aufs Geld schau‘n“ nie
viel bewirkt. Aber im Laufe der Zeit habe sich doch eine gute
Zusammenarbeit entwickelt, so Luksch. Mirwald sah das ähnlich. „Der
Gemeinderat und die Verwaltung haben immer die Voraussetzungen
geschaffen, dass sich der Tourismus in Spiegelau gut entwickeln
konnte.“ Als
er 1979 begann, gab es nur einen Flyer über den Fremdenverkehrsort.
Bald wurde ein eigenes Gastgeberverzeichnis mit Imageprospekt
entwickelt. Die Entwicklung des Angebotes in Richtung „Natur“ und
„Nationalpark“ trug Früchte: Spiegelau konnte bei den
Übernachtungszahlen im Landkreis nach den Städten den vierten Platz
erreichen. In Spitzenzeiten wurden Anfang der 90-er Jahre über 260 000
Übernachtungen erzielt. „Mein
Ziel war es immer, mit dem touristischen Angebot die Wirtschaftskraft
der Region zu unterstützen“, sagte Mirwald. Er dankte den Vermietern,
die investiert haben, um immer auf dem neuesten Service-Stand zu sein.
Sein Herzenswunsch, die Eröffnung der Steinklamm, sei noch in Erfüllung
gegangen. Der
Urlaubsgemeinde Spiegelau und seiner Nachfolgerin Theresa Resch
wünschte der scheidende Touristinformationleiter „bald wieder eine so
gute Bilanz wie nach der Wende“. Bürgermeister
Luksch überreichte den Ruheständlern Bücher zu ihren Leidenschaften -
die „Kanarischen Inseln“ für Mirwald und „Schottische Landschaften“ für
den Whisky-Liebhaber Maurer - und „Printmedien“ in Form von
Geldscheinen und versprach Saisonkarten für das neue Naturbad, das 2007
eröffnet werden soll.
Grafenauer Anzeiger vom 10.12.2005
Aus dem Gemeinderat Spiegelau Manfred
Klaus von der Firma Plafog hat den Entwurf und die Kostenrechnung für
das Naturbad vorgestellt. Die Wasserfläche wird mit insgesamt 830 qm
etwas größer als die jetzige. Sonst lehnt sich der Plan ziemlich genau
an die bisherigen, bereits bekannten Entwürfe an - nur ein weiteres
Reinigungsbecken kommt noch hinzu. Die
Kosten belaufen sich auf 847 500 Euro netto (ohne Planung). Einige
Posten in der Kalkulation der Firma Plafog, wie Rodungsarbeiten,
Einzäunung, Ausstattung, würden sich noch verringern, weil die Arbeiten
vom Bauhof erledigt werden könnten, machte Bürgermeister Josef Luksch
aufmerksam. Außerdem könnten bei den 65 000 Euro für die Solar-Anlage
die 20 000 Euro aus dem EON-Umweltpreis abgezogen werden, mit dem die
Gemeinde im August ausgezeichnet worden war. In
der bei der Gemeinderatssitzung vorgestellten Kostenrechnung nicht
enthalten sind die 235 000 Euro für die Errichtung der Umkleide- und
Sanitärgebäude, für die Architekt Heinrich Scholz verantwortlich
zeichnet. Zwei Drittel der Kosten für die Umgestaltung des Freibades
in ein Naturbad werden in den Haushalt 2006 eingestellt, das restliche Drittel in den von 2007. Zum
organisatorischen Ablauf des Umbaus sagte Luksch, dass im kommenden
Jahr das Freibad geschlossen bleibe und das neue Bad mit der Saison
2007 eröffnet werde. Weil der Naturbad-Bau im Oktober als förderungswürdig über Leader + anerkannt wurde (wir berichteten), gibt es zu den Gesamtkosten einen Zuschuss von 50 Prozent der förderfähigen
Kosten. Mit einer Gegenstimme (Erhard Wawrzek, Freie Wähler) billigte der Gemeinderat den Planentwurf der Fa. Plafog. Bürgermeister
Luksch befürchtet, dass die „Richtlinien für Zuwendungen zu
wasserwirtschaftlichen Vorhaben, kurz: RZWas“ weiter verschärft werden
mit der Folge, dass die Zuwendungen empfindlich gekürzt werden. Das
Abwasserkonzept der Gemeinde wäre für die Gemeindeteile Reinhardschlag,
Ochsenkopf, Kronreuth, Sommerau, Daxsteinweg, Klingenbrunn-Bahnhof und
Althütte von den Kürzungen betroffen. Deshalb schlug Luksch den
vorzeitigen Baubeginn vor, um noch höhere Zuschusssätze zu bekommen. Da
die Planungen für diese Maßnahmen bereits stehen, hatte auch der
Gemeinderat unisono nichts einzuwenden. Der
Zahn der Zeit hatte an dem Gerätehaus der Feuerwehr Oberkreuzberg und
dem alten Gerätehaus der Feuerwehr Klingenbrunn genagt. Der Gemeinderat
musste über Renovierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen beraten. Am
Gerätehaus Oberkreuzberg müssen die Fassade, die Fenster, das Tor neu
gestrichen werden, die Holzschalung ist marode und die Drainage
überholungsbedürftig. Auch im Inneren des Hauses fallen einige
Renovierungsarbeiten an. Das Gremium einigte sich darauf, dass die
Gemeinde die Kosten für die Außenarbeiten von ca. 5000 Euro übernimmt
und die Feuerwehr die Innenarbeiten finanziert. Der
Beschluss zum alten Gerätehaus der Feuerwehr Klingenbrunn wurde noch
zurückgestellt bis ein exakter Kostenvoranschlag vorliegt. Hier sind
die Schäden schlimmer. Flachwurzelnde Bäume haben das Fundament gehoben
- daumendicke Risse im Mauerwerk sind die Folge. Ein neues Tor müsste
eingebaut werden und Fenster, die mehr Tageslicht reinlassen. Die Frage
stand im Raum, ob nicht gleich ein Abriss günstiger käme als die
Sanierung. Luksch wies aber darauf hin, dass die Vereinsgemeinschaft
das alte Haus nutze. Die müsse auch nach ihrer Meinung gefragt werden. Vor
was sich die Gemeinde Spiegelau normal nicht zu fürchten braucht, das
ist Hochwasser. Deshalb trug Geschäftsleiter Josef Schreiner die
Änderung des Kapitels Wasserwirtschaft, Abschnitt Hochwasserschutz, im
Schreiben des Regionalen Planungsverbandes Donau-Wald nur zur
Kenntnisnahme vor. Anlieger
des Trosselweges beantragten die Aufstellung von Pflanztrögen an den
Einmündungen des Waldbahnweges und des Filzwiesenweges. Diese Barrieren
sollen die Geschwindigkeit der durchfahrenden Autofahrer drosseln. Bei
einer Verkehrszählung von Mittwoch, 17. August, bis Montag, 22. August,
stellte sich aber heraus, dass ein Großteil der Autofahrer sogar
weniger als 30 km/h fuhr und und nur sehr wenige schneller als mit den
gestatteten 50 Stundenkilometer unterwegs waren. Einen Grund für die
verhaltene Fahrweise sahen die Gemeinderäte an der „Rechts vor
links“-Regelung an dieser Stelle. Für sie gab es deshalb keinen Anlass,
dem Antrag der Anlieger zuzustimmen. Für
den Kindergarten Oberkreuzberg wurde zwischen der Kath.
Pfarrkirchenstiftung Oberkreuzberg und der Gemeinde Spiegelau eine
Vereinbarung abgeschlossen, dass die Gemeinde einen
Betriebskostendefizitausgleich leistet. Im Haushaltsjahr 2003/2004
entstanden 2900 Euro Defizit, 2002/2003 1733 Euro und 2001/2002 5624
Euro. Gemeinderat
Erhard Wawrzek wollte wissen, ob die Gemeindeverwaltung etwas gegen die
hohen Kosten für den Winterdienst auf ihrem 60-km-Straßennetz
unternehme. Wegen Personalknappheit im Rathaus sei noch keine Erhebung
durchgeführt worden, so der Bürgermeister. Aber ein erster Schritt zur
Kostendämpfung sei mit einem neuen Streugerät mit feineren
Dosiermöglichkeiten gegangen worden. (ul).
Grafenauer Anzeiger vom 28.10.2005
Geld für Naturbad kann jetzt fließen Zuwendungsbescheid für Leader+-Förderung von über 568 000 Euro Spiegelau
(ul). Nun ist es offiziell: die Gemeinde bekam den Zuwendungsbescheid
von Leader + für den Bau eines Naturbads. Danach gibt es für die
Baumaßnahme mit Gesamtkosten von knapp 1,162 Mio. Euro einen Zuschuss
von 568 814 Euro, das sind 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die
Gemeinde bleibt ein Eigenanteil von 593 000 Euro. Bei einem Ortstermin überreichte jetzt
Regionalmanagerin Stefanie Vornehm von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG)
für Leader+ den Zuwendungsbescheid symbolisch an Bürgermeister Josef
Luksch. Eineinhalb Jahre hatte es gedauert - von der ersten Vorstellung
des Projekts in der LAG bis zur Bewilligung. „Dass das Naturbad
abgelehnt würde, war nicht zu befürchten. Denn es erfüllt die für
Leader+ wichtigen Kriterien wie Innovation, Vernetzung, Nachhaltigkeit,
Ressourcenschonung. Aber wann die Förderung genehmigt würde, stand in
den Sternen. Es hat mich doch überrascht, dass es so schnell ging“,
berichtet Vornehm. Allerdings
war es ein harter Weg durch den Paragraphen- und Verordnungsdschungel
und akribische Kleinarbeit, bis der Antrag hieb- und stichfest
formuliert war. Für Vornehms Unterstützung ist Luksch deshalb auch sehr
dankbar. Ein weiterer Katalysator, um das Projekt voranzutreiben, war
wohl auch der mit 20 000 Euro dotierte EON-Umweltpreis, den die
Gemeinde Ende Juli für den „Umbau des Freibades in ein naturnahes Bad“
bekam, obwohl dieses bisher ja nur auf dem Reißbrett existiert (wir berichteten).
Aber
wie geht es nach dem zugesagten Geldsegen jetzt weiter? „Wir haben zwei
Möglichkeiten, über die der Gemeinderat in den nächsten Sitzungen
beraten muss. Die Eingabeplanung für die neuen Gebäude in
Holzrahmenbauweise sind fertig. Wir könnten also im Frühjahr 2006 mit
dem Abriss beginnen, das Gelände bis zum Herbst grob modellieren und
dann am 1. Juni 2007 die Einweihung feiern. Der Nachteil ist, wir
verlieren eine Badesaison, haben aber auch keinen Wasserverlust, keine
Ausgaben für Bade-Chemie und Heizung und müssen keinen Arbeitslohn für
den Bademeister bezahlen. Die
Alternative ist, nach der Badesaison 2006 in die Vollen zu gehen. „Dann
könnte man auch die Eigenmittel von immerhin 593 000 Euro auf zwei
Haushaltsjahre verteilen“, beschreibt der Bürgermeister die weiteren
Schritte.
Grafenauer Anzeiger vom 8.10.2005
Familie als Spielball im Schulsprengel-Streit Kinder von Gabriele Prosser aus Spiegelau dürfen nach Riedlhütte - Gemeinde klagte beim Verwaltungsgericht von Michael Witte Spiegelau.
„Wir wollen Sie nicht schikanieren.“ Dieser Satz aus dem Mund von
Bürgermeister Josef Luksch kommt Gabriele Prosser (40) aus Spiegelau
noch heute direkt in den Sinn, wenn sie an das bürokratische Hickhack
um ihre beiden Kinder Kerstin (13) und Markus (6) in diesem Sommer
denkt. Beide sollten und wollten im Nachbarort Riedlhütte zur Schule -
dies gelang gegen den Willen der Gemeinde Spiegelau letztlich nur per
einstweiliger Verfügung und dem Einsatz von Schulamtsdirektorin Ursula
Schwarz, die sich für die Kinder stark machte. Sogar mit einem Gerichtsbeschluss wollte
Spiegelau die Kinder zum Schulgang nach Spiegelau zwingen, der
Gemeinderat entschied sich in nicht-öffentlicher Sitzung aber gegen
diesen Schritt, die Gemeinde machte einen Rückzieher und zog die Klage
zurück. Die
Schule war in den vergangenen Monaten das Thema in den Glasmacherorten
Spiegelau und Riedlhütte. Auch bei Gabriele Prosser hat der Streit
zwischen den Nachbarn Scherben hinterlassen, denn sie wurde in das
Theater ganz persönlich verwickelt und musste am eigenen Leib erfahren,
was es heißt, wenn eine Gemeinde um ihre Schule kämpft. Nicht anders
interpretiert sie das Verhalten von Bürgermeister Luksch, der in diesem
Streit auch den Gang zum Verwaltungsgericht nicht scheute, obschon das
Schulamt „zum Wohl der Kinder“ bereits alle Wogen geglättet zu haben
schien. Doch der Reihe nach. Altenpflegerin
Gabriele Prosser schickt ihre Tochter Kerstin vom ersten Schultag an
nach Riedlhütte. Der Grund: Weil sie wegen ihren unregelmäßigen
Schicht-Diensten nicht immer die Tochter von der Schule holen kann,
stellt sie einen Gastschulantrag für Riedlhütte - denn dort leben die
Großeltern von Kerstin. Die Gemeinde Spiegelau genehmigt den Antrag,
fortan kümmern sich Oma und Opa nach dem Unterricht um Kerstin. In
den folgenden Jahren bleibt alles beim Alten, allerdings verzichtet die
Mutter nach Rücksprache mit dem Schulleiter in Riedlhütte auf den
eigentlich nötigen Gastschulantrag zu Schuljahresbeginn. Da sich die
Gemeinde Spiegelau aber nie rührt, denkt Gabriele Prosser, „da ist
alles in Ordnung“.
Doch das ändert sich in diesem Jahr „prügelhart“: Gabriele Prossers
zweites Kind, Markus, will vom Kindergarten Riedlhütte in die
Volksschule Riedlhütte wechseln, da Oma und Opa auch regelmäßig auf ihn
nachmittags aufpassen. Und das soll ja so bleiben. Die Mutter stellt in
Spiegelau wieder einen Gastschulantrag und glaubt: Die Sache geht klar.
Von wegen. Denn plötzlich fällt es der Verwaltung ein, dass für Kerstin
nach sechs Jahren auch wieder ein Gastschulantrag von Nöten ist.
Gabriele Prosser füllt die Formulare aus und begründet in beiden
Fällen, dass die Großeltern nach wie vor den Nachwuchs von der Schule
abholen und mit ihnen den Nachmittag verbringen. Doch
die Gemeinde reagiert anders als erwartet: Der Bürgermeister lädt die
Mutter zum Gespräch und bittet Gabriele Prosser eindringlich, sich die
Sache noch mal zu überlegen - in diesem Gespräch fällt auch jener
„Schikane-Satz“. Luksch teilt der verdutzten Mutter mit, dass in der 1.
und 7. Klasse in Spiegelau genau ein Schüler fehlt, ihre Anträge nach
den Worten Prossers wahrscheinlich abgelehnt werden. Der
Bürgermeister bietet dann an, dass die Gemeinde die Kinder nach dem
Unterricht stets zu den Großeltern fährt. „Doch auf diesen Kuhhandel
wollte ich mich einlassen“, sagt Gabriele Prosser. Sie habe bei diesem
Termin das Gefühl gehabt, dass „meine Argumente nicht zählen - man
wollte mich überreden“. Das sagt sie dem Bürgermeister auch direkt auf
den Kopf zu: „Erst kommen meine Kinder, dann die Spiegelauer Schule.“ Das
Resultat: Die Gastschulanträge für beide Kinder werden abgelehnt, die
Mutter ruft beim Schulamt in Freyung an und schilderte
Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz die Lage. Die beruhigt: „Machen Sie
sich keine Sorgen, das wird schon geregelt.“ Die Altenpflegerin legt
Widerspruch gegen den Bescheid aus Spiegelau beim Schulamt ein - und
erhält am 10. August ihr Recht. Friede, Freude, Eierkuchen in der
gestressten Familie? Denkste. Denn
am 2. September klagt die Gemeinde beim Verwaltungsgericht Regensburg
gegen den Widerspruchsbescheid des Schulamtes, Gabriele Prosser erfährt
davon am Mittwoch, 7. September, also sechs Tage vor dem 1. Schultag
ihres Sohnes - sie ist schockiert. Den Gang der Gemeinde zu Gericht
teilt die Schulamtsdirektorin übrigens Gabriele Prosser mit, die sich
darauf hin mit Landkreis-Jurist Alexander Kraus berät, was nun im Sinne
der Kinder zu tun ist. Dabei wird die Idee der Einstweiligen Verfügung
geboren, den entsprechenden Antrag unterschreibt Gabriele Prosser nur
einen Tag später - am Donnerstag - in Freyung. Am Samstag erhält sie
dann per Einschreiben die Nachricht, dass das Schulamt trotz des
Gerichtsverfahrens anordnet, dass Kerstin und Markus die Schule in
Riedlhütte besuchen dürfen. In diesem Schreiben erläutert Ursula
Schwarz auch, dass die Gemeinde Spiegelau die Klage zunächst nur
erhoben hat, um die Frist zu wahren: „Ein legitimierender
Gemeinderatsbeschluss liege noch nicht vor.“ Dieser
folgt auch nicht: Der Gemeinderat entscheidet unter Ausschluss der
Öffentlichkeit, die Klage zurückzunehmen, am 20. September geht eine
entsprechende Erklärung beim Verwaltungsgericht ein - allerdings ohne
Angabe von Gründen. Der
Ärger ist bei Gabriele Prosser noch nicht verraucht, „die Klage ist mir
immer noch ein Rätsel“. Bürgermeister Luksch bedauert indes, dass bei
der zweifachen Mutter der Eindruck entstanden ist, die Gemeinde wolle
Druck auf sie ausüben. Und: Er findet es nicht schikanös, dass die
Gemeinde die Klage so kurz vor Schuljahresbeginn eingereicht hat. „Das
war vorsorglich, wir wollten die Frist wahren.“ Schulamtsdirektorin Ursula
Schwarz will eigentlich nichts zum Streit zwischen Gabriele Prosser und
der Gemeinde Spiegelau sagen. Aber: „Ich habe das Verhalten der
Gemeinde nicht verstanden.“ Direkt kritisieren will sie deren
Bürgermeister Luksch nicht, aber sie habe die Not der Mutter gesehen
und erklärt ihren Einsatz in der Sache deshalb mit den Worten: „Ich
habe mich pädagogisch verhalten.“
Grafenauer Anzeiger vom 27.9.2005 Sortierhalle: Nach dem Open Air kommt der Abriss Feuerwehr hat Nutzung des Sägewerk-Gebäudes für 10. Juni beantragt - Standort für Indoor-Anlage noch ungeklärt / von Ursula Langesee
Spiegelau.
Geliebte, ungeliebte Sortierhalle: das Relikt aus der Zeit, als im
Staatlichen Sägewerk noch gearbeitet wurde, gibt im Gemeinderat immer
wieder Anlass zu Diskussionen. Soll sie bleiben oder steht sie einer
Neuplanung des Geländes im Wege? Wer darf sie nutzen und wer bekommt
bei einem Abriss die noch verwertbaren Teile? Grund
für einen erneuten Meinungsaustausch im Gemeindegremium war der Antrag
der Feuerwehr Spiegelau, die für ihr drittes Open Air am 10. Juni 2006
wieder die Sortierhalle nutzen möchte. „Das Open Air ist die
Haupteinnahmequelle der Feuerwehr. Etwa 8000 Euro bleiben übrig für
Anschaffungen, für die sonst die Gemeinde aufkommen müsste“, sagte
Bürgermeister Josef Luksch einleitend. Auch
2. Bürgermeister Kurt Zettl begrüßte ein drittes Open Air, meinte aber,
man müsse die Entscheidung des Landkreises abwarten, wo die
Indoor-Anlage jetzt tatsächlich gebaut werden sollte. Spiegelau hat sich Anfang
des Jahres als erste Kommune mit dem 4,2 Hektar großen Gelände des
früheren Staatlichen Sägewerks für diese Schlechtwettereinrichtung
beworben. Weitere Kandidaten sind die Städte Grafenau und Freyung und
die Gemeinden Hohenau, Schönberg und Zenting. Die
Indoor-Anlage in Spiegelau wäre auch einer der fünf Bausteine für das
Grobnutzungskonzept des Sägewerk-Geländes, das durch 960 000 Euro aus
dem „Stadtumbau West“ gefördert wird. Der Glasmacherort kommt in den
Genuss dieser kombinierten Bund-Länder-Mittel für Städte und Kommunen
mit Strukturproblemen. Die
weiteren Bausteine sind die Einrichtung eines Dorf/Festplatzes
unterhalb der Sortierhalle, der bereits bestehende
Norma-Verbrauchermarkt, eine touristische Einrichtung (Hotel) und das
Areal zwischen altem Rathaus und altem Feuerwehrhaus bis hin zur
Sägehalle, das für gewerbliche Investitionen zur Verfügung stünde. Die
Voraussetzung für weitere Entscheidungen ist jetzt: Bekommt Spiegelau
die Indoor-Anlage oder nicht? Dazu Alexander Kraus, Abteilungsleiter im
Landratsamt: „Spiegelau liegt zwar von der Landkreis-Geographie am
Rand, das Sägewerk-Areal hat aber Charme. Die Entscheidung über die
Zukunft einer Indoor-Anlage und den Standort fällt im November. Erst
berät der 12-köpfige Umwelt-, Verkehr- und Strukturausschuss mit
Landrat Muthmann darüber, dann wird die Debatte im Kreistag geführt.
Immerhin sollen vom Landkreis 1,5 Mio. Euro in diese Halle investiert
werden. Anfang 2006 müssen dann die Förderanträge komplett sein.“ Eigentlich hätte die Entscheidung über die
Indoor-Anlage schon früher erfolgen müssen. Aber der Landkreis ist von
der Standortfrage abgerückt und rückt jetzt dem Privatbetreiberkonzept
Priorität ein. „Ursprünglich war man von der öffentlich-rechtlichen
Trägerschaft ausgegangen. Aber sie erwies sich für eine nachhaltig
erfolgreiche Bewirtschaftung der Indoor-Anlage als nicht rentabel.
Deshalb werden jetzt von den Gemeinden und dem Landratsamt private
Betreiber gesucht“, erklärt Kraus. Diese
Suche gestaltet sich allerdings schwierig. Auch Bürgermeister Luksch
hat schon Vorgespräche mit Investoren geführt, die im Sägewerk eine
Erlebnisgastronomie oder Freizeiteinrichtungen betreiben könnten, aber
ohne konkretes Ergebnis. Deshalb glaubt 3. Bürgermeisterin Elke
Proßer-Greß, dass bis zum Sommer die Sortierhalle sicher noch genutzt
werden kann. Kurt Zettl, Erhard Wawrzek und Ernst Ertl sind der
Meinung, dass die Halle weg muss. „Wir müssen entscheidungsfreudiger
sein. Die passt nirgends dazu und schränkt uns in der Planung nur ein.“
Deshalb der Vorschlag, dem die Mehrheit der Gemeinderäte folgte: Die
Feuerwehr bekommt die Sortierhalle für ihr Open Air, vier Tage später
kann die Spvgg Oberkreuzberg darüber verfügen und Teile der Halle für
die Überdachung ihrer Asphaltstockbahnen nutzen. Der Beschluss gilt
allerdings nur unter Vorbehalt. Bewegt sich was in Richtung
Indoor-Halle, ist die Nutzung nach dem Open Air in Frage gestellt.
Grafenauer Anzeiger vom 27.9.2005 Aus dem Gemeinderat Spiegelau Seit 23. Mai ist der Norma-Verbrauchermarkt
auf einem Teilstück des Staatlichen Sägewerk-Geländes eröffnet. Aber
erst in der jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit der
Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung des
Bebauungsplanes für dieses Projekt. „Es ist trotzdem kein Schwarzbau.
Eine vorgezogene Baugenehmigung ist unter bestimmten Voraussetzungen
nach dem Baurecht möglich“, informierte Bürgermeister Josef Luksch vor
Beratung und Abstimmung. Die fiel dann einstimmig aus. Von seinem Plan, durch eine verglaste Brücke
über die Staatsstraße nach Frauenau, sein Hotel Hochriegel mit dem
Appartementhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu verbinden,
ist der Klingenbrunner Hotelier Max Stadler abgerückt. Jetzt hat er
beim Gemeinderat die Genehmigung einer Fußgängerunterführung und die Errichtung einer Schallschutzwand
beantragt. Die Unterführung führt auf circa 40 Meter Länge und 2,50
Meter Breite unter der Staatsstraße hindurch. In den Bau der
Schallschutzmauer ist die Terrasse und ein Teil des Foyers
miteinbezogen. Das Gemeindegremium hatte nichts gegen das Bauvorhaben
und genehmigte es einstimmig. Die Anschaffung eines werbefinanzierten Fahrzeuges
hat Luksch seinen Gemeinderäten vorgestellt. „Dadurch wäre unser
Bauhof-Unimog nicht mehr nötig und wir hätten ein benzinsparenderes
Modell“, beschrieb er die Vorteile. Der Haken an der Sache: „Es werden
sich bei uns wohl nicht genügend Firmen finden, die über ihre Werbung
das Fahrzeug finanzieren könnten.“ Dadurch war dieser
Tagesordnungspunkt schnell erledigt. Die Beurteilung des Haushaltsplans 2005 durch
das Landratsamt verlas der Bürgermeister. Danach habe sich der Etat
2005 gegenüber dem schwierigen Haushaltsjahr 2003 „deutlich
konsolidiert“. Die freie Finanzspanne von heuer 180 000 Euro werde auf
500 000 bis 800 000 Euro bis 2008 steigern. „Wir sollen deshalb aber
nicht übermütig werden“, mahnte der Rathaus-Chef. Einnahmereserven
gäbe es noch bei den Grundsteuern und der Gewerbesteuer. Damit liege
Spiegelau unter dem Landes- und Landkreisdurchschnitt. Kritisiert wurde
die erhebliche Unterdeckung bei den kostenrechnenden Einrichtungen
Wasser, Kanal und Bestattungswesen. Hier konstatierte das Landratsamt
„Handlungsbedarf“ durch Gebührenerhöhungen. Die
positive Nachricht zum Schluss: der Schuldenstand wird sich zum Ende
des Jahres auf 2,94 Mio. Euro verringern. Damit ist jeder der 4119
Spiegelauer mit 714 Euro verschuldet und damit nur sechs Euro über dem
Landesdurchschnitt. (ul).
Grafenauer Anzeiger vom 26.9.2005
Wohin mit dem Adventsmarkt - eine schwierige Suche in Spiegelau Gewerbeverein
will Platz am Vergolderriegel witterungsbeständig befestigen -
Gemeinderat ist für Splitten oder Ausweichen bei Schlechtwetter Spiegelau (ul). Der Gewerbeverein
beantragte den Platz am Vergolderriegel (vor der Touristinformation)
witterungsbeständig zu befestigen. Beim Adventsmarkt 2004 war durch
einen Warmlufteinbruch der Platz aufgeweicht worden. Händler und
Besucher mussten durch den Schlamm stapfen und drohten, sollte es 2005
zu ähnlichen Verhältnissen kommen, den Markt nicht mehr zu besuchen.
Den Vorschlag von Bürgermeister Luksch, den Platz mit Splitt zu
verdichten, lehnte der Gewerbeverein ab. Was tun? Diese Frage wurde im
Gemeinderat behandelt. Weil der Platz im Zuge der Städtebauförderung
gebaut wurde, gibt es förderrechtliche Probleme, wenn er asphaltiert
würde, so Luksch. Seine Idee war, für den Adventsmarkt den
Multifunktionsplatz bei der Sortierhalle im Sägewerk-Gelände
anzubieten. Allerdings gibt es dort keine Toiletten, keinen
Stromanschluss und die Wasserversorgung müsste über die Hydranten
laufen. 2. Bürgermeister Zettl regte an, ob nicht das Pflastern des
Platzes über eine Nachförderung möglich wäre. 3. Bürgermeisterin
Prosser-Greß meinte, dass man sich heuer noch mit der Splitt-Lösung
behelfen könnte. „Warum sollen wir am Vergolderriegel investieren, wenn
das Zentrum doch im Sägewerk entstehen soll?“ Gar nicht für einen Umzug
des Adventsmarktes ins Sägewerk ist Ludwig Schopf. „Hier oben wird der
Markt gut gesehen.“ Anton Seibold hatte die zündende Idee. „Wir könnten
doch bei Schlamm-Gefahr die Straße zum Rathaus als Fläche anbieten.“
Einstimmig wurde beschlossen, dem Gewerbeverein nochmal das Splitten
des Platzes anzubieten oder die Möglichkeit, bei schlechten
Platzverhältnissen die Konrad-Wilsdorf-Straße und die geteerte Zufahrt
zum Platz am Vergolderriegel für den Adventsmarkt nutzen zu können.
Grafenauer Anzeiger vom 12.9.2005
Eigeninitiative bringt ein Naturjuwel wieder zum Glänzen Mit
Brückenweihe wurde Steinklammweg offiziell eröffnet - „Motor“ Fridolin
Apfelbacher motivierte zahlreiche Helfer - 625 Arbeitsstunden
geleistet / von Ursula Langesee Spiegelau.
Mit der Weihe der Marienbrücke über die Große Ohe und der Figur des hl.
Nepomuk wurde der Weg durch die Steinklamm am Samstag offiziell
eröffnet. Tatsächlich ist der Steig durch das wildromantische
Naturjuwel schon seit dem Frühsommer eine beliebte Wanderstrecke, die
mehrere Varianten bereithält: eine fünf Kilometer lange Wanderlinie von
Spiegelau in Richtung Großarmschlag/Grafenau und zwei sieben und fünf
Kilometer lange Rundwege. Beim Segen durch Pfarrer Hubert Gerstl und
Diakonin Gabriela Neumann-Beiler waren dann auch über 100 Naturfreunde
dabei. Bürgermeister Josef Luksch durfte die Blechschnittfigur des hl.
Nepomuk enthüllen, die von dem Riedlhütter Künstler Rudi Seidl
beidseitig bemalt worden ist. „So
genießen auch die Grafenauer den Schutz des Heiligen“, scherzte Luksch.
Denn die 19 Meter lange Fußgängerbrücke aus verzinktem Eisen und Holz
macht nicht nur die Rundwege möglich, sie verbindet die Gemeinden
Spiegelau und Grafenau. Deshalb waren bei der Feier auch Grafenaus
Bürgermeister Helmut Peter und die Leiterin der Touristinformation
Grafenau, Karin Friedl, neben ihrem Spiegelauer Amtskollegen Manfred
Mirwald dabei. Der
Dank und die Anerkennung aller gebührte aber einem Mann: Fridolin
Apfelbacher (78) . Er war der Motor für die Wiederbegehbarkeit der
Klamm und die Errichtung der Brücke. Er fand durch sein unermüdliches
Werben für die Sache viele freiwillige Helfer und Sponsoren. Bei
der Feier im Wirtshaus Weber in Langdorf zeigte Apfelbacher in seiner
Chronologie auf, welche Anstrengung es seit der Bürgerversammlung 2003
in Oberkreuzberg brauchte, um das Naturjuwel wieder zum Glänzen zu
bringen. „Schuld ist der Waldverein Ruderting-Neukirchen, der sich Ende
Mai 2004 für eine Wanderung durch die Steinklamm angemeldet hatte. Aber
das damalige Drunter und Drüber und gefährliche Abstiege über die
Felsen, konnten wir den Gäste kaum zumuten“, erzählte Apfelbacher und
so begann die Wiederbelebung der „sehenswürdigen Naturmerkwürdigkeit“,
die schon 1868 ein Geologe erkannte. Treue Helfer waren ihm Erwin
Moser, Walter Schrepf, Peter Zeitner, Georg und Herbert Apfelbacher,
Bernhard Lagerbauer, Johann, Herbert und Georg Friedl und Klaus
Huppenberger. Sie
leisteten unentgeltlich 625 Stunden, auch die Firmen spendierten
Arbeitsstunden. „So kam die ganze Maßnahme auf genau 10 446 Euro“,
listete der Initiator auf. Die Ausdauer und den Mut Apfelbachers sprach
1. Vorsitzender Anton Trauner vom Obst- und Gartenbauverein
Oberkreuzberg an und überreichte einen Scheck über 500 Euro. Rudi Seidl
schenkte ihm zwei Raritäten über „seine“ Steinklamm: einen über 100
Jahre alten illustrierten Führer und eine Karte, die neben den Orten
auch die Steinklamm verzeichnet. Damit der Weg nicht bald wieder zur
Wildnis wird, darum kümmert sich der Schnupferclub Langdorf, der die
Patenschaft übernahm.
Grafenauer Anzeiger vom 10.9.2005 Braune: „Das Geld ist hier gut angelegt“ Staatssekretär des Verkehrsministeriums informiert sich über Stadtumbau West in Spiegelau von Ursula Langesee
Spiegelau.
Um Spiegelaus „schöne Mitte“, dem Gelände des Staatlichen Sägewerks,
ging es gestern bei einem Besuch von Staatssekretär Tilo Braune vom
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. In lockerer
Runde mit MdB Bruni Irber, MdL Jürgen Dupper, stv. Landrat Helmut
Behringer, stv. SPD-Kreisvorsitzendem Erich Bachmann, Bürgermeister
Josef Luksch, SPD-Gemeinderäten und -Ortsvereinsmitgliedern sprach er
in der Touristinformation über den „Stadtumbau West“ . Die
Glasmachergemeinde kommt ja mit 960 000 Euro in den Genuss dieser
kombinierten Bund-Länder-Mittel und will damit das jetzt brachliegende,
4,2 Hektar große Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks mit Leben
erfüllen. Der Niedergang und Rückgang traditionellen Gewerbes wie Holz
und Glas und damit ein starker Aderlass bei den Arbeitsplätzen mit all
seinen Folgen, mache Spiegelau, so sieht es Bürgermeister Luksch, zu
einem „Paradebeispiel für den Stadtumbau West.“ Denn
diese Förderung gilt für Städte und Gemeinden mit Strukturproblemen und
war zunächst auf die neuen Bundesländer begrenzt. „Dann sah man aber in
meinem Minsterium, dass es durchaus in der alten Bundesrepublik auch
Regionen mit extremen Strukturwandel gibt und legte das Programm auf,
dass diese Orte lebenswert bleiben und eine Perspektive bekommen. Die
Mittel dafür sollen von derzeit 40 Millionen Euro auf 86 Mio. im Jahr
2009 mehr als verdoppelt werden“, kündigte Braune an. Der
Gemeinde ist es wichtig, das Sägewerk-Gelände durch Pflege und dem
Anlegen von Wegen „augenfreundlich“ für eventuelle Investoren zu
machen. 100 000 Euro sind dafür bereitgestellt. „Können Sie sich dafür
einsetzen, dass die Maßnahme heuer noch bewilligt wird?“, bat Luksch
den Gast aus Berlin. Dieser ist optimistisch, wenn auch die
Entscheidung darüber Ländersache sei. „Egal wie die Bundestagswahl
ausgeht: Strukturpolitik wird weiter ernst genommen. Denn da ist das
Geld, wie man am Beispiel Spiegelau sieht, gut angelegt.“ Deshalb schob
der Bürgermeister gleich seine zweite Bitte nach: „Für die Ansiedlung
von Firmen wäre es sehr wichtig, überall die Möglichkeit für einen
DSL-Anschluss zu haben. Vielleicht können Sie das in die Wege leiten.“ Staatssekretär
Braune interessierte sich in seiner Eigenschaft als Präsident des
Deutschen Tourismusverbandes e.V. auch für den Fremdenverkehr in
Spiegelau und attestierte dem Ort, dass er „naturräumlich gut
aufgestellt sei“ - ein Pfund mit dem sich gut wuchern ließe. „Doch nur
als zweites Standbein, allein vom Tourismus könnten wir nicht leben“,
schränkte Luksch ein. Als
großen Segen wertete es der Bürgermeister, dass die Waldbahn als
Verkehrsmittel und touristische Attraktion noch existiere und wünschte
auch der Ilztalbahn eine Wiederbelebung. Gleichzeitig kritisierte er,
dass die Bahn den Güterverkehr eingestellt habe. Gerade Glas und Holz
könnten gut auf die Schiene gebracht werden und so die Straßen
erheblich entlasten. Thema Straßen: da erwähnte MdB
Irber die mit 924 Mio. Euro bisher höchste Summe, die das Land Bayern
für den Straßenbau zur Verfügung gestellt habe. Als sehr notwendig
sieht sie den dreispurigen Ausbau der B 12 in Richtung Tschechien.
Grafenauer Anzeiger vom 9.9.2005
Elternvotum kippt Hauptschulstandort Spiegelau 112 von 122 stimmen für „Neuorganisation“, dafür gibt es für die Klassen 1 und 2 keine Kombi-Klasse / von Ursula Langesee Spiegelau.
Einen überraschenden Ausgang nahm die Elternversammlung zur
Schulsituation in Spiegelau: 112 der 122 Stimmberechtigten votierten am
Mittwoch abend in der Mehrzweckhalle für die Neuorganisation der Grund-
und Hauptschulen Spiegelau, Riedlhütte und Neuschönau. Überraschend
deshalb, weil zwar alle Eltern der 267 Spiegelauer Volksschüler zur
Diskussion mit Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz eingeladen waren,
überwiegend aber die Mütter und Väter der Schulanfänger vertreten
waren.Und denen brannte eigentlich nur eine Frage auf den Nägeln. Sie
wollten eine knappe Woche vor Schulbeginn endlich wissen, ob es bei der
bisherigen Regelung mit erster, zweiter und einer aus Erst- und
Zweitklässlern kombinierten Klasse bleibt (wir berichteten),
oder ob vielleicht doch noch das „Wunder“ einer zweizügigen ersten
Klasse geschieht. Das Votum war gekoppelt an die grundsätzliche
Überlegung, wie es in den nächsten Jahren mit dem Schulstandort
Spiegelau weiter geht. Auf dem Stimmzettel, der von der Schule und dem
Schulamt ausgegeben worden war, um einen Aufschluss über den
Elternwillen zu haben, gab es nur die Möglichkeiten anzukreuzen: Für
die Neuorganisation, gegen die Neuorganisation oder Enthaltung. Gegen
die Neuorganisation sprachen sich 13 aus, ihrer Stimme enthielten sich
3 (pro Kind an der Schule durfte eine Stimme abgegeben werden). Diese Verquickung von Grundschul- und
Hauptschul-angelegenheiten stößte vor allem Elternbeiratsvorsitzendem
Artur Wurzer sauer auf. „Die Eltern wurden erpresst und übertölpelt.
Denn der Verzicht auf die Kombi-Klasse war mit der Akzeptanz der
Neuorganisation gekoppelt. “ „Es
war keine Drohung. Ich musste in die Zukunft planen“, rechtfertigte
sich Schulamtsdirektorin Schwarz, die vor dem Votum sehr detailliert
mit Hilfe von Schaubildern die derzeitige und künftige Situation und
mögliche Alternativen aufzeigte. Und da sei nach ihren Angaben der
Hauptschulstandort Spiegelau auf Jahre deutlich gefährdet: durch zu
wenig Kinder und eine durch das Sparprogramm der Regierung begrenzte
Zahl von Lehrerstunden. Deshalb
die Planung des Schulamts zusammen mit den Schulstandorten Riedlhütte
und Neuschönau, nach dem Motto: „Drei Gemeinden helfen zusammen“. Im
Klartext: die vierklassigen Grundschulen bleiben in Spiegelau und
Neuschönau. Hauptschulstandort für alle drei Gemeinden ist Riedlhütte.
Dafür verstärken die Grundschüler aus Riedlhütte die Grundschule
Spiegelau, so dass diese gesichert über Jahre hinaus zweizügige Klassen
bilden kann. „Durch eine Hauptschule mit mehr Kindern gibt es für den
Unterricht viel mehr Möglichkeiten. Es können Zusatzfächer und
Differenzierungsstunden, Ganztagsbetreuung und Extrakurse angeboten
werden“, zählt Schwarz auf. Als zweite
Möglichkeit konnte die Schulamtsdirektorin nur die
jahrgangskombinierten Grundschulklassen und die Auslagerung der
Hauptschulklassen nach Riedlhütte oder sogar Grafenau anbieten.
Dass ihr Kind in eine Kombi-Klasse muss, das war für die meisten Eltern
wohl die schlimmste Vorstellung. Obwohl Schwarz und Spiegelaus
Konrektorin Lydia Seidl nur von guten Erfahrungen berichten konnten.
„Die Schulen in Zenting und Schöfweg sind sehr zufrieden damit“, so
Schwarz. Freilich verhehlte sie nicht, dass das größte Problem sei, wer
in die Kombi-Klasse müsse (oder dürfe). Seidl sagte, dass zuerst
Freiwillige genommen würden, dann die örtlichen Gegebenheiten (wegen
evtl. Busbenutzung) und schließlich bereits bestehende
Kinderfreundschaften für die Belegung ausschlaggebend seien. „Aber auf
keinen Fall, dass nur schwächere oder dümmere Kinder in der
Kombi-Klasse landen würden“, konterte die Schulamtsdirektorin den
Vorwurf Wurzers, damit eine „Zweiklassengesellschaft“ zu schaffen.
„Jedes Kind ist gleich wertvoll. Da gibt es für mich als Pädagogin und
Mutter von drei Kindern keinen Unterschied“, betonte Schwarz. Mit dem
deutlichen Votum für die schulische Neuorganisation fiel die
Kombi-Klasse flach. Aber was kommt jetzt? Es bleiben am 13. September
immer noch 33 Kinder in der ersten Klasse. „Nur am ersten Schultag.
Einen Tag später werden sie geteilt, kommen in zwei getrennte
Klassenzimmer und werden von drei Lehrerinnen unterrichtet. Von der
mobilen Reserve, Frau Schopf, von Frau Schwarzbauer und Konrektorin
Seidl. In den Kernfächern bleiben die Erstklässler unter sich, nur im
Sport und in Musik sind sie mit Kindern der zweiten Klasse zusammen“,
beschrieb Schwarz die Überbrückungslösung für dieses eine Schuljahr. Die
Eltern der Schulanfänger haben jetzt endlich Gewissheit, aber auf die
Gemeinde kommt mit der Neuorganisation ein großer finanzieller Brocken
zu. „Der Modellvorschlag des Gemeinderats für die Schulkooperation sah
vor, dass erst ab der 7. Klasse die Haupt- und M-Schüler in Riedlhütte
zusammengefasst werden. Mit der Neuorganisation entstehen uns allein
für die Beförderung von 90 Hauptschülern von Spiegelau nach Riedlhütte
jährlich ca. 35 000 Euro - ohne die notwendigen
Nachmittagsbeförderungen und ohne Verbandsumlage. Gleichzeitig laufen
die Fixkosten für unsere Schule in Spiegelau weiter, die dann nur mehr
mit den Grundschulklassen belegt ist “, wirft Bürgermeister Josef
Luksch einen düsteren Blick in die Zukunft. Bei der Gemeinderatssitzung
am kommenden Dienstag, 13. September, um 18 Uhr in der
Touristinformation oder in der Mehrzweckhalle (bei großem
Zuhörerinteresse), beschäftigt sich das Gemeindegremium mit den Gästen
Schulamtsdirektorin Schwarz und Ltd. Abteilungsdirektor Neudert auf
politischer Ebene mit der Schulsituation in Spiegelau.
Grafenauer Anzeiger vom 5.9.2005
SAXNDI. . . ., in
den letzten Jahren hat jede Gemeinde solch eine „Zitter-Partie“ wie in
Palmberg durchgemacht. Die kleinen Läden machen dicht. Das Dorfleben
wird um einen Treffpunkt ärmer. Ein Urteil ist schnell gefällt - die
Supermärkte sind schuld . Sind sie es wirklich? Oder sind wir es
vielleicht selbst? Wir, die wegen ein paar Cent Ersparnis den
Kramerladen links liegen lassen? Die lieber mit dem Wagen zum Einkaufen
fahren. Anstatt wie früher das Radl zu nehmen oder zu Fuß die paar
Hundert Meter zu gehen? Tante Emmas haben nun einmal keine großen
Parkplätze. Den kleinen Läden droht das gleiche Schicksal wie den
Dorfwirtshäusern. Wo gibt es die noch? Dort, wo sich einst der
Viechhandler, der Bauer und der fliegende Händler am Vormittag auf eine
Halbe trafen. Auch die haben in unserer schnelllebigen, bequemen
Konsum-Gesellschaft keinen Platz mehr. Ein kleiner Trost bleibt - die
Zeiten ändern sich. Und vielleicht steht ja auch mal die Gemütlichkeit
wieder hoch im Kurs. Wenn es dann aber nicht zu spät ist. Was einmal zu
ist, lässt sich schwerlich wieder öffnen. Andreas Nigl
Kramerladen macht dicht - nach 90 Jahren hat es sich in Palmberg ausgezittert Elisabeth
Zitter wurde heuer 70 und hat gestern ihr Lebensmittelgeschäft
zugesperrt - die Konkurrenz durch Supermärkte wurde zu groß / von Helmut Döringer
Spiegelau-Palmberg.
Heuer hätte sie das 90-jährige Bestehen ihres Geschäftes feiern können.
Doch dazu ist es nicht mehr gekommen: Elisabeth Zitter hat ihr
Edeka-Lebensmittelgeschäft in Palmberg aufgegeben. Die Gemeinde
Spiegelau ist damit um einen weiteren Betrieb ärmer geworden. Länger
als die meisten kleineren Geschäfte konnte Elisabeth Zitter mit ihrem
Lebensmittelladen die Stellung behaupten, sich gegen die Übermacht der
Supermärkte wehren. Seit gestern aber ist die Ladentür abgesperrt, die
Schaufenster ausgeräumt, die Reklametafeln nur noch Nostalgie. Es ist
der tüchtigen Geschäftsfrau Elisabeth Zitter wahrlich nicht leicht
gefallen, das alteingesessene Lebensmittelgeschäft in der Dorfmitte von
Palmberg aufzulassen, dessen Ursprung in das Jahr 1915 zurückgeht.
Zumal sie in diesem April noch ihren 70. gefeiert hat. Viele ihrer
Stammkunden waren richtig geschockt, als sie die Nachricht von der
Schließung des Geschäftes vernahmen, konnten es anfangs gar nicht
glauben, müssen sie doch nun wegen jeder Kleinigkeit den nächsten
Supermarkt in Spiegelau ansteuern. Elisabeth Zitter verschweigt nicht,
dass ihr diese Anteilnahme schon die eine oder andere Träne ins Auge
getrieben hatte. Als Hauptgrund für die Geschäftsaufgabe nennt
Elisabeth Zitter nicht etwa Altersgründe oder Geschäftsmüdigkeit. Nein:
Sie verweist auf den Konkurrenzkampf, unter dem die ganze Branche
leidet. Ständig entstünden neue Supermärkte, die mit aggressiven
Discountpreisen die Kundschaft anlockten. „Da kann ein kleines Geschäft
auf Dauer einfach nicht mehr mithalten“, sagt Elisabeth Zitter. Dazu
komme noch, dass die Leute verunsichert sind und an allem sparen. „Ich
sehe nicht, wie es besser werden soll, selbst wenn ich Tag und Nacht
arbeite.“ Ähnlich sieht es auch ihre Tochter Karin, der auch nicht viel
an einer Weiterführung des Geschäftes gelegen ist. Ihr Sohn Georg ist
ohnehin schon vor vielen Jahren nach Mexiko ausgewandert und hat sich
dort eine berufliche Existenz aufgebaut. So wird wohl die
„Zitter-Liesl“ als letzte Krämersfrau in die Palmberger Ortschronik
eingehen. Begonnen hatte alles 1915. Der Erste
Weltkrieg tobte: In dieser schweren Zeit entschlossen sich Josef und
Franziska Wude, in ihrem Anwesen eine kleine Kolonialwarenhandlung mit
Bäckerei zu eröffnen. Josef Wude starb 1917. Zwei Jahre später
heiratete seine Frau Franziska den aus Unterfranken stammenden Ambros
Zitter, der von 1932 bis 1936 und von 1939 bis 1945 Bürgermeister von
Oberkreuzberg war. Ins Uferlose stiegen die Preise in der
Inflationszeit 1923. Der Wert des Geldes sank über Nacht und führte zur
Verarmung der Bevölkerung. Genau in dieser Zeit errichtete das Ehepaar
Zitter das Geschäft in seiner heutigen Form. 1952 übernahmen Ambros
Zitter jun., der das Bäckerhandwerk im Betrieb seines Vaters erlernte,
und seine Ehefrau Elisabeth den Betrieb. Die Bäckerei Zitter genoss
einen hervorragenden Ruf und belieferte viele Geschäfte im Landkreis
und darüber hinaus mit ihren Produkten. 1985 musste Ambros Zitter die
Bäckerei aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Nach seinem Tode 1999
führte seine Frau Elisabeth das Geschäft alleine weiter. Nach der
Auflassung der Metzgerei Schlenz, des Lebensmittelgeschäftes Friedl und
nun des Betriebes von Elisabeth Zitter scheint sich Palmberg, immerhin
die viertgrößte Ortschaft in der Gemeinde Spiegelau, zu einem Dorf ohne
jegliche „Geschäfts-Kultur“ zu entwickeln.
Grafenauer Anzeiger vom 29.8.2005
800 feiern mit Bischof Schraml auf dem Rachel Das Gipfelkreuz wurde gestern 100 Jahre alt - Oberhaupt der Diözese hält auf 1453 Metern Höhe einen Gottesdienst / von Sabine Süß Spiegelau
.
So hoch hat Bischof Wilhelm Schraml wohl selten einen Gottesdienst
gehalten. Das Gipfelkreuz auf dem Rachel hat gestern seinen 100.
Geburtstag gefeiert - und Schraml hielt aus diesem Anlass auf dem 1453
Meter hohen Gipfel eine Bergmesse. „Fest steht das Kreuz, indes
die Welt sich wirbelnd dreht“, mit diesem Zitat leitete Bischof Wilhelm
Schraml den Festgottesdienst unter dem Gipfelkreuz ein. Um die 800
Menschen hatten an diesem Tag den steinigen Aufstieg auf sich genommen,
um gemeinsam mit dem Kirchenoberhaupt der Diözese Passau den 100.
Geburtstag des Gipfelkreuzes zu feiern. Der Bischof selbst hatte es da
etwas einfacher: Eigentlich hatte er vorgehabt, den Rachel ebenfalls zu
Fuß zu erklimmen, musste seinen Plan dann jedoch ändern: „Der Aufstieg
ist ja doch anstrengend und ich will mich ja schließlich nicht
erkälten, wenn ich dann nass geschwitzt auf dem zugigen Gipfel stehe“,
erklärte er am Treffpunkt. Kein Problem für Fredi Resch von der
Gemeinde Spiegelau: Er organisierte den Transport, mit den Jeeps von
Bergwacht und Waldschmidthaus wurden Bischof Wilhelm Schraml sowie der
Regener Landrat und Präsident des Bayerischen Waldvereins Heinz Wölfl
mit Gattin Maria bis zum Waldschmidthaus gefahren.Unter Führung des
Oberkreuzberger Pfarrers Johann Pöppel machten sich auch die übrigen
Wanderer auf den Weg. Josef Meininger, Bürgermeister von St.
Oswald-Riedlhütte, begrüßte die zahlreichen Anwesenden auf dem
Rachelgipfel, er freute sich vor allem über die zahlreichen
Bürgermeisterkollegen sowie auch Landrat Alexander Muthmann, die an der
Bergmesse teilnahmen. Auf 100 Jahre Rachelkreuz blickte Bischof Wilhelm
Schraml in seiner Predigt zurück: „Was könnte uns dieses Kreuz alles
erzählen, wenn es reden könnte“, erklärte der Bischof: Von zwei
schrecklichen Kriegen könnte es berichten, in denen die Menschen viel
Leid ertragen mussten, von der Knechtschaft des Kommunismus nur ein
kurzes Stück vom Gipfel entfernt, von der Natur, die in den vergangenen
Jahren schwer gelitten habe und bei deren Anblick „das Herz wehtut“.
Aber auch viel Positives könne das Kreuz berichten: „So haben viele
Menschen hier ihre Sorgen abgeladen, sich von der Schöpfung Gottes
faszinieren lassen und haben dann gute Laune und Erleichterung in die
Niederungen ihres Alltags getragen.“ Er forderte alle
Gottesdienstteilnehmer auf, die Botschaft des Kreuzes auch in ihre
Herzen aufzunehmen und mit nach Hause zu tragen. „Das Kreuz ist das
Symbol dafür, dass Gott für jeden Menschen einen Platz hat und sich um
jeden einzelnen Menschen kümmert - das dürfen wir nie vergessen“, gab
Bischof Schraml den Anwesenden mit auf den Weg. Zum Credo hatte sich
der Bischof ein ganz besonderes Lied gewünscht: Der Männerchor aus
Klingenbrunn, Spiegelau und St. Oswald sang das „Fest als wia a oachna
Baam so fest steht mei Glaabm“ aus der Waldlermesse. Max Scholz sorgte
mit seinen Blechbläsern ebenfalls für den musikalischen Rahmen. Doch
natürlich musste Bischof Schraml die Bergmesse nicht alleine
zelebrieren: Gemeinsam mit ihm feierte Oberkreuzbergs Pfarrer Johann
Pöppel den Gottesdienst: „Wir freuen uns, Sie hier begrüßen zu dürfen -
quasi als ein Nachfolger von Pfarrer Duschl, der ja maßgeblich an der
Errichtung des Kreuzes beteiligt war“, so Landrat und Präsident des
Bayerischen Waldvereins Heinz Wölfl in seiner Laudatio. Um das
Gipfelkreuz verdient gemacht habe sich vor allem die Sektion Spiegelau,
die das Kreuz auf dem Rachelgipfel bereits zum dritten Mal aufgestellt
hatte: „Dieses Kreuz ist ein verbindendes Element zwischen jedem
einzelnen Menschen, zwischen den Nationalparkgemeinden und auch
zwischen den Ländern Bayern und Böhmen“, betonte Wölfl, der auch aus
der Chronik von 1905 zitierte: Damals sei es dem Chronisten „wie ein
Traum“ erschienen, was sich „in den Mittagsstunden bei dem Bergfest in
seiner Einfachheit und Schönheit“ zugetragen habe: „Auch heute ist es
Fest zum Lob Gottes und zum Dank an euch alle.“ Im Anschluss an die
Bergmesse präsentierte sich Wilhelm Schraml als „Bischof zum Anfassen“:
Für jeden der Bergwanderer hatte er ein freundliches Wort übrig, gerne
nahm er sich Zeit für ein kurzes Gespräch. „Hohen Besuch“ bekam auch
die Bergwachthütte, die gleich unterhalb des Gipfels steht: Schraml
erteilte der Hütte und darin anwesenden Bergwachtlern der beiden
Bereitschaften Grafenau und Wolfstein seinen Segen, bevor er sich an
den Abstieg zum Waldschmidthaus machte, wo er sich mit seinen
Begleitern bei einer kräftigen Brotzeit stärkte.
Toller Einsatz: Ehrenamtliche „erwecken“ die Steinklamm Fridolin
Apfelbacher und sein Team bringen Spiegelauer Wahrzeichen wieder auf
Vordermann - Weihe findet dann am 10. September statt Spiegelau
(dö).
Der Privatinitiative von Fridolin Apfelbacher mit seinen Helfern und
Sponsoren ist es zu verdanken, dass die wildromantische Steinklamm in
Zusammenarbeit mit der Gemeinde Spiegelau und der Stadt Grafenau nun
wieder problemlos durchwandert werden kann. Der gut begehbare Steig auf
der rechten Seite der Großen Ohe ist eine echte Bereicherung im
Wandernetz der Gemeinde und wird von den Feriengästen als auch
einheimischen Wanderfreunden sehr gut angenommen. Der rüstige Rentner Fridolin
Apfelbacher aus Langdorf, seit Jahren mit den Flusslandschaften des
Bayerischen Waldes befasst, hat die „vergessene“ Spiegelauer
Steinklamm“ aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. „Was könnte die
Gemeinde tun, um die Steinklamm wieder begehbar zu machen“, fragte
Apfelbacher Bürgermeister Josef Luksch bei einer Bürgerversammlung im
Herbst 2003. „Hierfür fehlen uns leider die Mittel“, antwortete der
Bürgermeisters, der sich dem Ansinnen Apfelbachers sehr aufgeschlossen
zeigte. Der
leutselige, unterhaltsame und überaus naturverbundene Mann gab nicht
auf. Er scharrte mit Erwin Moser, Walter Schrepf und Peter Zeitner
Kollegen um sich, die ebenfalls bereit waren, der Steinklamm in
Privatinitiative neues Leben einzuhauchen. Die Schar der freiwilligen
Helfer wuchs im Laufe der Monate auf über zehn Personen an: Es konnte
angepackt werden.
Nichts in den Weg gelegt wurde den Pionieren auch von den
Grundstückseigentümern entlang des auszubauenden Pfades. So begannen
die Männer am 26. April 2004 ihre beschwerliche Arbeit: Querliegende
Bäume und wuchernde Sträucher wurden entfernt, Steintreppen angelegt
und loses Erdreich befestigt. Durch eine Metalltreppe, von Peter
Zeitner angefertigt, konnte eine besonders gefährliche Stelle
überwunden werden. Ruhebänke wurden aufgestellt und Hinweisschilder
angebracht, die auf die möglichen Wanderrouten hinweisen. Einer dieser
Wanderwege verläuft auf der linken Seite der Großen Ohe bis zur in den
60-er Jahren aufgelassenen Hirschtalmühle. Von dort aus kann nach einem
kurzen Aufstieg die Ortschaft Großarmschlag erreicht werden. Dazu muss
aber vorher die Große Ohe überquert werden, was bisher nur bei
Niedrigwasser über im Flussbett liegende Steine möglich war. Doch diese
Problemstelle überbrückte das Team im wahrsten Sinne des Wortes: Der
Trupp - tatkräftig unterstützt durch die Gemeinde - baute eine 19 Meter
lange Metallbrücke über die Große Ohe. Die Wanderer können nun
trockenen Fußes das „Grafenauer Ufer“ erreichen. Einen Teil der
Baukosten übernahm die Stadt Grafenau. Nach
der Buchführung von Fridolin Apfelbacher haben die freiwilligen Helfer
beim Ausbau des Steiges entlang der Ohe und dem Brückenbau insgesamt
680 Arbeitsstunden geleistet. Die Materialkosten, rund 6300 Euro,
konnten durch Spenden getilgt werden. Unter dem Kennwort „Brücke
Steinklamm“ kann bei der Sparkasse, Kontonummer 1900 509 22 sowie bei
der VR Bank Spiegelau, Kontonummer 418 340, weiterhin für die
Steinklamm gespendet werden. Um
den Steinklammweg zu erhalten, hat der Schnupferclub Langdorf die
Patenschaft übernommen. Der neue Wanderweg und seine Einrichtungen
werden am Samstag, 10.September, geweiht.
Grafenauer Anzeiger vom 6.8.2005
33 Abc-Schützen: Eltern fordern Teilung der Klasse 32 Schüler wäre Limit - Schulamtsdirektorin Schwarz: „Habe keine Lehrer mehr“ - Protestschreiben verfasst / von Ursula Langesee Spiegelau.
33 Erstklässler in einer Klasse - das hat die Eltern der betroffenen
Kinder auf den Plan gerufen. Bei einer Elternversammlung am
Donnerstagabend im berstend vollen Filmsaal der Touristinformation war
die Stimmung angespannt. Denn: die Klasse kann nach Angabe von
Schulamtsdirektorin Ursula Schwarz deshalb nicht geteilt werden, weil
Lehrer fehlen. Dabei
sieht die Richtlinie des Kultusministeriums eine Höchstschülerzahl von
30 pro Klasse vor - plus/minus zwei Kinder. 33 ist definitiv ein Kind
zu viel. Dazu kommt, dass unter den Abc-Schützen zwei Aussiedlerkinder
mit nur geringen Deutschkenntnissen sind, die mehr Förderung brauchen.
„Das allein ist schon ein Grund, dass man nicht bis zur maximalen
Klassenbelegung geht“, sagte Bürgermeister Josef Luksch, der zusammen
mit Elternbeiratsvorsitzendem Artur Wurzer die Versammlung leitete. Zu
bedenken gab Luksch, dass diese 33 Kinder heuer ein „Ausrutscher“
seien. „Bis zum Schuljahr 2010/11 sind die zweizügigen ersten Klassen
gesichert, weil wir dann immer an die 40 Kinder haben werden. Nächstes
Jahr sind es sogar 48.“ Auf
Unverständnis bei den Eltern stieß der Vorschlag der
Schulamtsdirektorin, neben der regulären 1. und 2. Klasse eine
Kombiklasse aus Erst- und Zweitklässlern zu bilden. Nur, dass diese
Idee schon rein rechnerisch nicht allzu viel bringen würde: in der
kommenden zweiten Jahrgangsstufe sind in beiden Klassen 38 Schüler plus
33 Abc-Schützen. Das macht geteilt durch drei immer noch 25 Schüler pro
Klasse - und das bei erschwerten Bedingungen für Kinder und Lehrer, die
Kombiklassen mit sich bringen. „Bei einer Kombiklasse bleiben die
Zweitklässler auf der Strecke, weil den Schulanfängern mehr
Aufmerksamkeit zuteil werden muss“, befürchtet Lehrerin Petra
Strohmeier. Dazu kommt, dass eine einmal gebildete Kombiklasse bis zur
vierten fortgesetzt werden müsste. „Schüler aus der Kombi sind bei
einem Übertritt nach der vierten Klasse benachteiligt, noch dazu, wo
der Notendurchschnitt auf 2,0 angehoben werden soll“, gab
Elternbeiratsvorsitzender Winkler zu bedenken. Außerdem, nach welchem
Schema werden die Kinder den regulären Klassen und der Kombiklasse
zugeteilt? Schließlich
erschöpfte sich die Diskussion der Eltern darin, die
Kombiklassenregelung abzulehnen und die Teilung der ersten Klasse zu
fordern. „Wenn‘s hoaßt 33, hoaßt‘s 33 und dann muaß teilt werden“,
brachte es H. Kaufmann auf den Punkt. Und Uwe Bartosch legte mit einem
Beispiel nach: „Wenn nach der Trinkwasserverordnung das Wasser keimfrei
sein muss, dann kann nicht ein Keim toleriert werden. Vorschrift ist
Vorschrift“, erinnerte er das Kultusministerium an die eigenen
Vorgaben. „Wir
müssen uns dagegen wehren, dass an unseren Kindern gespart wird, dass
wieder nur Finanz- und keine Bildungspolitik gemacht wird“, waren sich
die Eltern einig. Weil
die Zeit drängt, versuchen sie auf Vorschlag von Bürgermeister Luksch
über ein Protestschreiben, versehen mit einer Unterschriftenliste, an
Schulamtsdirektorin Schwarz und zur Kenntnisnahme an Landrat Alexander
Muthmann und die Regierung von Niederbayern die Teilung der ersten
Klasse zu erreichen. 97 Mütter und Väter haben sich im Anschluss an die
Versammlung „in leserlicher Schrift“ eingetragen. Eine Antwort wird am
Montag erwartet.
Grafenauer Anzeiger vom 2.8.2005 Umweltpreis für Naturbad auf dem Reißbrett Gemeinde Spiegelau bekommt 20 000 Euro für Plan zur Freibadumwandlung - Förderung über Leader plus / von Ursula Langesee
Spiegelau. Für
den „Umbau des Freibades in ein naturnahes Bad“ hat die Gemeinde den
mit 20 000 Euro dotierten Umweltpreis des Energieversorgers EON Bayern
bekommen. Umweltminister Dr. Werner Schnappauf übergab ihn im Ehrensaal
des Deutschen Museums an Bürgermeister Josef Luksch. Dabei
ist der Umbau mit einem Kostenaufwand von 1,2 Millionen Euro bisher
lediglich auf dem Blatt gediehen. Ob das Naturbad gebaut werden soll,
ist im Gemeinderat lange kontrovers diskutiert worden. Nachdem im Juni
bekannt war, dass die Gemeinde Spiegelau bei 200 Bewerbern, überwiegend
Kommunen und kommunale Einrichtungen, zu den elf Preisträgern gehört,
fand sich dann doch eine Mehrheit für die Idee. Dass Spiegelau mit
seinem Naturbad-Gedanken ganz auf der Höhe der Zeit schwimmt, beweist
die Vergabe des Hauptpreises von 50 000 Euro an den Markt Schöllkrippen
bei Aschaffenburg in Unterfranken für sein Naturerlebnisbad, das vor
zwei Jahren an der Stelle des früheren Freibades gebaut worden war. Es
bietet Schwimmvergnügen auf 2350 Quadratmetern. Fast eine ebenso große
Fläche haben die beiden separat angelegten Regenerationsteiche, in
denen in einem Selbstreinigungsverfahren, das der Natur abgeschaut
wurde, die Verunreinigungen des Badewassers auf rein biologischem Wege
in mineralische Salze umgewandelt werden. In
der Begründung für den Hauptpreis heißt es: „Ein geschlossener
Wasserkreislauf und die Nutzung örtlicher Quellen sorgen für geringen
Trinkwasserverbrauch. Zahlreiche Wasserpflanzen in den
Regenerationsteichen wie Schilf und Seerosen nutzen diese Nährstoffe
und geben dem Bad sein ganz besonderes Ambiente. Die
Attraktivität der Schwimm- und Badeteichanlage für Besucher aus der
Region und für Touristen zeigt zusätzlich zum umweltschonenden auch den
gesellschaftlichen Nutzen des Projekts. Die Auszeichnung dient als
Zeichen für die erfolgreiche Umsetzung naturnaher Badeanlagen in
Bayern. Der Umbau eines desolaten Freibades in ein naturnahes
Erlebnisbad erfüllt in herausragender Weise alle Anforderungen des
Umweltpreises.“ Für
Bürgermeister Luksch ist dieser „Ritterschlag“ für Naturbäder ein
wichtiger Impuls für das eigene Vorhaben. „Es beweist doch, dass wir
damit einen zukunftsweisenden und vom Umweltministerium stark
befürworteten Weg einschlagen. Gleichzeitig haben wir damit das
Alleinstellungsmerkmal in der Region.“ Mit
der Auszeichnung des Naturerlebnisbades in Schöllkrippen kann auch das
Argument entkräftet werden, dass es in Spiegelau auf 750 Metern Höhe zu
kalt für ein nicht beheizbares Bad sei. „Schöllkrippen liegt auf 600
Meter und das Bad wird gut angenommen“, hat sich Luksch erkundigt. Es
kommt sogar zu Fernsehehren: am Freitag, 5. August, wird ab 19 Uhr in
der Sendung „Unser Land“ im Bayerischen Fernsehen ein Beitrag über das
Naturerlebnisbad gebracht. Wie
geht es nach dem unverhofften Preis mit dem Spiegelauer Projekt weiter?
„Wir bekommen ja für das Bad 50 Prozent Förderung über Leader plus.
Wenn alle Unterlagen vollständig sind, erwarte ich den
Bewilligungsbescheid für Anfang September. Dann könnte noch im Herbst
mit dem Abriss der Gebäude wie Kiosk, Umkleiden, Sanitärräume begonnen
werden und dann sukzessive, die 600 000 Euro Eigenanteil auf zwei
Haushalte verteilt, die Umwandlung ins Naturbad. Dabei wollen wir
versuchen, dass möglichst keine Badesaison ausfallen muss. Das Projekt
zu stemmen, wird sicher kein Pappenstiel, aber so ein Preis beflügelt
und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so der Bürgermeister.
Und wo werden die 20 000 Euro Preisgeld investiert? „Für eine solare
Zusatzheizung des Badewasers“, antwortet Luksch. Wenn es auf 750 Metern
Höhe doch etwas frischer werden sollte...
Grafenauer Anzeiger vom 29.7.2005
Freie Finanzspanne tut gut, aber... ...hohe Fehlbeträge bei Kanal, Wasser, Friedhöfen - Kein Neukredit nötig Spiegelau
(ul). „Ned g‘schimpft is g‘lobt gnua“, kommentierte Bürgermeister Josef
Luksch die ungewöhnliche Zurückhaltung des Gemeinderats bei der
Beurteilung des Haushalts 2005. Er bietet zwar keinen Grund zum Jubeln,
ist aber nicht unerfreulich. Positiv anzumerken ist auf jeden Fall die
freie Finanzspanne von 99 100 Euro, denn die Gemeinde kann 369 200 Euro
an den Vermögenshaushalt zuführen, vorgeschrieben sind „nur“ 270 100
Euro. „Die freie Finanzspanne ist zwar nicht
weltbewegend, aber wir können zumindest noch auf eine zurückgreifen,
was vielen Gemeinden nicht mehr gelingt“, sagte Kämmerer Ludwig Friedl
in seinem Vorbericht. Die Schulden entwickeln sich positiv. Zum 1.
Januar 2005 betrug der Schuldenstand 3,213 Mio. Euro. Heuer sind keine
Kreditaufnahmen vorgesehen. Deshalb werden die Schulden zum Ende des
Haushaltsjahres durch die planmäßige Tilgung voraussichtlich auf 2,942
Mio. Euro sinken. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird zum Ende des Jahres
714 Euro betragen und liegt damit nur sechs Euro über dem
Landesdurchschnitt vergleichbar großer Gemeinden. Der
Kassenkredit in Höhe von 1,2 Mio. Euro übersteigt ein Sechstel der im
Verwaltungshaushalt veranschlagten Einnahmen um 380 300 Euro und
widerspricht damit der Sollbestimmung nach Art. 73 der Gemeindeordung.
Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, so Ludwig Friedl, dass bedingt durch
größere Investitionsmaßnahmen und die schleppende Auszahlung
staatlicher Mittel immer öfter höhere „Finanzspritzen“ benötigt werden.
Für
Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen sind heuer 1,794 Mio.
Euro eingeplant. Im mittelfristigen Finanzplanungszeitraum sind weitere
Investitionsmaßnahmen mit einem Kostenvolumen von 5,268 Mio. Euro
vorgesehen. Die
Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit rund drei Millionen Euro konnten
gegenüber den Ansätzen im Haushaltsjahr 2004 um 1,66 % und gegenüber
dem Rechnungsergebnis 2004 um 3,13 % gesenkt werden. Die Ausgaben des
Vermögenshaushalts wurden auf 2,198 Mio. Euro zurückgeführt
(Rechnungsergebnis 2004: 2,674 Mio. Euro). „Die
Sparbemühungen sind erkennbar“, lobte dann auch Gemeinderat Erhard
Wawrzek. Allerdings macht er sich Sorgen um die Zukunft der Gemeinde.
„Unsere Bevölkerung schwindet. In einem Jahr waren es 66 Gemeindebürger
weniger. Und dann stecken wir nur 0,15 % in Investitionen“, mahnte er
ein Umdenken an. Große
Sorgen bereiten Kämmerer und Bürgermeister die kostenrechnenden
Einrichtungen, die im zweiten Haushaltsjahr Fehlbeträge ausweisen. Bei
der Abwasserbeseitigung wird heuer eine Fehlbetrag von 68 600 Euro
erwartet. Beim
Bestattungswesen konnte trotz der schmerzlichen Gebührenerhöhung zum 1.
Mai 2003 eine Kostendeckung nicht erreicht werden. So rechnet der
Kämmerer heuer mit einem Defizit von 33 800 Euro. Beim Wasser werden
wohl am Ende des Jahres 45 500 Euro fehlen. Und eine Verbesserung der
Ertragslage ist nicht in Sicht. Luksch hält eine Sondersitzung des
Gemeinderats, in der es speziell um die kostenrechnenden Einrichtungen
geht, in nächster Zeit für dringend notwendig. Einstimmig
wurden die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan (Verwaltungshaushalt:
4,918 Mio. Euro, Vermögenshaushalt: 2,198 Mio. Euro) vom Gemeinderat
gebilligt, ebenso die Finanzplanung 2004 mit 2008.
Nach 18 Jahren: Spielführer Anton Seibold verlässt den Platz Alle
Klassen und beruflichen Wegbegleiter machten bei Abschiedsfeier für
Rektor mit - Großes Engagement gewürdigt - Reimeier wird Nachfolger von Ursula Langesee
Spiegelau.
40 Jahre Lehrer, 18 Jahre davon als Leiter der Volksschule: kein Wunder
also, dass Anton Seibold in fast 30 Programmpunkten von den Klassen 1
bis 9, dem Kindergarten und wichtigen beruflichen Wegbegleitern gestern
in die Freistellungsphase der Altersteilzeit verabschiedet wurde. Damit er und seine Frau Ilona, die im Februar
zur Ruheständlerin wird, die lange Feier so richtig genießen konnten,
durften sie in Schaukelstühlen Platz nehmen, Weißbier und eine deftige
Brotzeit genießen, ein Fußballspiel im „Fernseher“ betrachten und sich
über die vielen Kuscheltiere für die vier Enkelkinder freuen. Konrektorin
Lydia Seidl hatte mit dem Lehrerteam die Abschiedsfeier bestens
organisiert und führte durch das Programm. „Mit sehr gutem Erfolg“ habe
das Original Seibold seine Schulzeit beendet. Sie lobte an ihm seine
Beständigkeit und Ausdauer, Arbeitsdisziplin und Gerechtigkeit und
steten Einsatz für Lehrer und Schüler und überreichte eine
„Abschiedszeitung“ in Form des Spiegelauer Glasmachers. Schulamtsdirektorin
Ursula Schwarz skizzierte den Werdegang des geborenen Grafenauers und
Oberstleutnant d. R. , der vor seiner Spiegelauer Zeit Konrektor an der
Volksschule Neuschönau war.„Lieber Toni, du warst deiner Schule immer
mit dem Herzen verbunden und hast mehr als deine Pflicht getan.“ Für
die Zukunft der Schule mit Seibolds Nachfoger Karl-Heinz Reimeier
konnte sie noch keine genauen Angaben machen: „Die Entscheidungsfindung
ist noch in der Schwebe“. Sie dankte dem Rektor für die loyale
Zusammenarbeit und die vielen Gespräche und überreichte ihm eine
Urkunde zum 40. Dienstjubiläu. Auf die Pensionsurkunde muss er ja noch
ein Jahr warten. In
Gedichten und Liedern verpackten die Schüler so manche Eigenheiten
ihres Rektors, wie seine Begeisterung für Sport, Schüleraudienzen oder
seine Abneigung gegenüber der (Computer)-Maus. Bürgermeister Josef
Luksch fügte in seiner Rede Seibolds Faible für die Holzverarbeitung
an, seit es ihm nicht mehr am nötigen Equipment fehle und seine
Leidenschaft fürs Telefonieren „gut und ausdauernd“.
Vor allem dankte ihm der Bürgermeister, auch in seiner Eigenschaft als
Schulverbandsvorsitzender dafür, dass er das Erscheinungsbild der
Schule prägte, die er immer als seine eigene betrachtet habe. Seibold
sei es gelungen, Aussiedlerkinder gut zu integrieren, so dass sie immer
zu den Besten beim „Quali“ zählten. Der Gemeinderat Seibold habe sich
aber auch immer außerhalb der Schulen engagiert, das Gemeindeleben in
Spiegelau entscheidend mitgeprägt. Er riet Anton und Ilona die
Altersteilzeit im Sinne von „die Zeit miteinander teilen“ zu verstehen
und schenkte ihnen Wein für „Mußestunden beim Babysitten“ und dem
scheidenden Rektor einen Gutschein für Sportartikel. Denn im Ruhestand
wird er auf gelenkschonendere Sportarten als Fuß- und Basketball
ausweichen und deshalb bekam er überwiegend Sachen zum stilechten und
sicheren Radfahren geschenkt. Kritische
Worte, die mit Zwischenapplaus honoriert wurden, fand Pfarrer Johann
Pöppel. Er monierte, dass Kinder und Jugendliche nur mehr als
Kostenfaktor gesehen und zu Technokraten und Individualisten gemacht
werden, weil sie so der Wirtschaft am meisten nützten. „Da ist zu wenig
Liebe und Glauben drin“, stellte er fest. Doch Rektor Seibold habe sich
um die ganzheitliche Erziehung bemüht, um das umfassende Wohl seiner
Schüler. Er wünschte ihm „Gottes reichen Segen.“ Pfarrer Hubert Gerstl
lobte den Rektor als gutes Vorbild, der nicht nur seine Schüler in die
Kirche schickte, sondern auch selbst hinging und 18 Jahre im
Pfarrgemeinderat , als Bildungs- und Jugendbeauftragter wirkte. Mit
einem spontan inszenierten Spiel erinnerte Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler an die Einführung des evangelischen Religionsunterrichts
1996, die Seibold bei der Stundenplanung so manche Probleme bereitet
hatte. „Zwei Herzen schlagen in seiner Brust - das katholische und das
evangelische - deshalb bekommt er ein ‘Doppelherz‘ geschenkt“, so die
Diakonin. Elternbeiratsvorsitzender
Artur Wurzer betonte die hervorragende Zusammenarbeit, die bis auf eine
Kuchen-Panne beim Schulfest wunderbar geklappt habe. Damit er für
weitere Pannen gerüstet sei, schenkte er Seibold einen Fahrradhelm. „Es
tut wohl, gelobt zu werden und ich fühle mich sehr geehrt“, gab der
scheidende Rektor zu. Er dankte allen, die seine 18 Jahre in Spiegelau
zu goldenen machten. „Ihr seid spitze und habt mir so mein Amt als
Schulleiter leicht gemacht, obwohl ich mich immer mehr der Spielführer
als der Rektor war. Ich könnte mir keinen anderen Beruf vorstellen“,
lobte er seine Schulgemeinschaft. So deutet er „i.R.“ auch mit „in
Reichweite“. „Haltet weiterhin fest zusammen“, gab er ihnen mit auf den
Weg. Doch bevor zu „Time to say good-bye“ Fähnchen geschwenkt wurden,
musste Seibold als begeisterter Tanzkursorganisator mit Neuntklässlerin
Barbara Piser Disco-Fox und Walzer in Richtung Ruhestand tanzen und
bekam dafür die Höchstnote zehn.
Grafenauer Anzeiger vom 14.7.2005
20. Pandurenfest: Friedliche Eroberung des Glasmacherortes Erinnerung
an Einfall der Panduren vor 260 Jahren - Am Wochenende Festzug,
Reiterspiele, Markttreiben und historische Darbietungen Spiegelau
(re).
Am kommenden Wochenende, 16. und 17. Juli, steigt in Spiegelau wieder
eines der meistbesuchten historischen Feste im Bayerischen Wald: Zum
20. Mal feiern die Spiegelauer ihr Pandurenfest. Das Fest erinnert an
den Freiherrn Franziskus von Trenck und seine Panduren. Um das Jahr
1741 fielen diese wilden und räuberischen Horden auch im Bayerwald ein
und verwüsteten dabei ganze Landstriche. So wurde unter anderem die
Burg in Weißenstein bei Regen von den Panduren zur Ruine gemacht und
auch Dießenstein im Grafenauer Land legten die mit Krummsäbeln
bewaffneten Reiter in Schutt und Asche. Angeführt von Freiherrn
Franziskus von der Trenck ließ das rund 1000-Mann starke Pandurenheer
bei seinem „Zug“ durch den Wald keinen Stein auf dem anderen und fiel
über wehrlose Dörfer und Städte her. Erst viel später, als sich Trenck
in Katharina Schwab (das Schwaben-Katherl) aus Waldmünchen verliebt
hatte, ließ er öfters Milde walten, was ihn aber schließlich angreifbar
machte und damit letztlich auch sein Ende bedeutete. Für viele Orte des
Bayerischen Waldes kam aber dieser „Sinneswandel“ doch zu spät und
davon weiß auch das Spiegelauer Pandurenfest in eindrucksvoller Weise
zu berichten. Nach rund 260 Jahren ist jedoch die Erinnerung in
Spiegelau heute kaum noch schreckhaft, vielmehr nimmt man den Einmarsch
der Panduren, mittlerweile zum 20.Male, zum Anlass, um mit Hilfe der
Pandurendarsteller aus Waldmünchen die friedliche Übergabe des Ortes
nachzuvollziehen. Der Auftakt zu diesem zweitägigen Fest erfolgt aber
bereits am Samstag mit dem Pandurenlager bei der Mehrzweckhalle, wobei
jedoch besonders für die Besucher von auswärts dieser Tag oft ein
bisschen untergeht. Und das, obwohl gerade dieser Abend mit
Lagerfeuerromantik und Pandurenlager wohl einer der schönsten Vorabende
zu einem Fest im ganzen Bayerischen Wald ist. Die
Feierlichkeiten beginnen dabei bereits nachmittags um 16.30 Uhr mit dem
Aufmarsch vom Parkplatz bei der Glasfabrik. Von dort zieht man dann zur
Mehrzweckhalle am Reithackerweg, wo gegen 17 Uhr 1. Bürgermeister Josef
Luksch unter Salutschießen der Hessensteinschützen aus Klingenbrunn das
Fest offiziell eröffnet. Hieran schließt sich ein zwangloses Lagerleben
mit musikalischer Unterhaltung durch die Klingenbrunner Dorfblos’n und
verschiedenen Pandurenspezialitäten, Pandurenbier und Pandurenwein.
Auch in diesem Jahr zeigen daneben auf der Wiese bei der Mehrzweckhalle
die Spiegelauer Reiterpanduren bei ihren Reiterspielen, was sie hoch zu
Ross alles können. Bei Säbelkämpfen mit Strohpuppen, auf die sie im
Galopp zureiten, oder beim Formationsritt oder einem mystischen
Fackeltanz mit Pferd, Max Kölbl und seine Mitstreiter bieten sicherlich
für jeden Pferdefreund etwas. Als besondere Attraktion will man sich
dabei heuer auch wieder im sog. Ringelstechen versuchen. Dazwischen
tritt die historische Fechtgruppe „Romantica“ auf, der Spiegelauer
Nachtwächter sorgt jeweils zur vollen Stunde bei seinem Rundgang dafür,
dass man auf das „Heimgehen“ nicht ganz vergisst. Der
eigentliche Höhepunkt dieses zweitägigen Festes ist die Ortsübergabe
durch den Hohen Rat von Spiegelau am Sonntag-Vormittag. Am Sonntag um
10.45 Uhr startet das Fest mit einem feierlichen Festgottesdienst in
der Spiegelauer Pfarrkirche, zelebriert von BGR Pfarrer Hubert Gerstl
und musikalisch umrahmt vom Männergesangverein Spiegelau. Anschließend
setzt sich ein Zug, angeführt von der Klingenbrunner Dorfblos’n und der
Bürgerwehr aus Grafenau in Richtung „altes Rathaus“ in Bewegung.
Zeitgleich formiert sich gegen ca. 11.40 Uhr der Festzug vom Kurpark
her kommend in Richtung Ortsmitte. Angeführt wird dieser Tross von der
Abordnung der Panduren aus Waldmünchen, begleitet von den Fanfaren- und
Spielmannszügen aus Landau a.d.Isar, Teisnach und Viechtach. Die
Übergabe des Ortes Spiegelau durch den Hohen Rat von Spiegelau mit 1.
Bürgermeister Josef Luksch an der Spitze wurde für 12.15 festgesetzt;
anschließend ziehen Spielmannszüge, Reiter, Bürgerwehr, Trommler und
mitreisendes Volk durch den Ort. In der Hauptstraße, die an diesem Tag
zur „Fußgängerzone“ umfunktioniert wird, beginnt das historische
Markttreiben. Viele Stände und alte Handwerks- und
Dienstleistungsbetriebe in uriger und gemütlicher Atmosphäre erwarten
die Festbesucher. So ist unter anderem das Schnupftabakreiben,
Besenbinden, Holzschuhmachen oder Körbeflechten zu sehen. Daneben
drehen sich die Spinnräder und auch die hohe Kunst des Klöppelns wird
vorgeführt. Der Scherenschleifer macht Schluss mit stumpfen Messern und
Scheren und ein Schmid führt auf einer alten Schmiede sein Handwerk
vor. Den gesamten Nachmittag über werden verschiedene Einlagen geboten.
Mit dabei sind hier die Klingenbrunner Dorfblos’n, der
Männergesangverein Spiegelau sowie die Fechtgruppe Romantica. Es gibt
einen Panduren-Flohmarkt und gegen 15 Uhr haben dann nochmals die
Spiegelauer Reiter-Panduren ihren großen Auftritt, wenn sie es in einer
Spielszene auf Landrat Alexander Muthmann und seinen Stellvertreter
Ludwig Lankl abgesehen haben. An Pandurenspezialitäten warten ein
eigens gebrautes Pandurenbier, ein extra Pandurenwein und ein eigener
Pandurenschnaps auf die Besucher.
Grafenauer Anzeiger vom 25.6.2005
Bei Klärwerk-Sanierung ist alles im Fluss Halbzeit bei Bau der „Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung“ - Richtfest für Schlammstapelbehälter von Ursula Langesee Spiegelau. Beim
Spatenstich am 9. November fiel der erste Schnee, beim „Richtfest“ am
Schlammstapelbehälter sieben Monate später brachte es die Sonne auf 30
Grad - trotzdem ist auf Spiegelaus größter und teuerster Baustelle
(Baukosten: vier Millionen Euro, 500 000 Euro Zuschuss) alles im Fluss.
„Der lange Winter hat uns nicht spürbar beeinträchtigt. Wir sind im
Zeitplan“, sagte bei einer Baustellenbesichtigung Ingenieur Robert
Buchberger, ein Spezialist im Klärwerksbau. Im Zeitplan bedeutet: nach
15 Monaten soll das Sanierungsprojekt mit dem offiziellen Namen
„Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung“ fertig sein und
voll in Betrieb gehen können. Funktionieren
muss es auch jetzt während der Bauzeit, denn der Klärbetrieb geht ja
unvermindert weiter. Das stellt an die Planer und Bauleute immer neue
logistische Anforderungen. Wann können der alte Tropfkörper und der
Faulturm abgerissen werden? Welche Leitungen sind am dringendsten?
Verständlich, dass die Gewerke Hand in Hand gehen müssen. Zwischen acht
und zwölf Arbeiter sind täglich auf der Baustelle. Da ist es von
Vorteil, dass alle beteiligten Firmen aus der Region und schnelle
Absprachen möglich sind. Am
Faulturm arbeiten - trotz der Hitze in Schutzoveralls mit Kapuze,
Mundschutz und Handschuhen - Harald Schreiner, Andreas Pauli und Josef
Hackl und entfernen die asbesthaltigen Eternitplatten von der
Außenverkleidung. Herrichten für den Abriss ist ihre Aufgabe. Am
anderen Ende des Geländes oberhalb des Eingangs zur Steinklamm werden
in die Betonmauern Löcher für Stromleitungen gebohrt, die zum
Betriebsgebäude führen. Hier ist das „Reich“ von Entsorger Erich
Bachmann mit computergestützter Technik und dem Labor, dem wichtigsten
Arbeitsplatz. „Wir haben hier wegen der hohen Gewässergüte der Ohe, in
die das geklärte Wasser eingeleitet wird, eine ökologisch sehr sensible
Situation. Deshalb muss die Phosphat-Elimination ganz genau überwacht
werden“, sagt Bachmann. Überhaupt
erfordert die Lage des Klärwerks am Fuße eines steilen Abhangs
verschärfte Maßnahmen. „An das Klärwerk werden hier Bedingungen
gestellt wie auf der grünen Wiese. Es hat einen anderen Baustil, muss
aber die gleichen Anforderungen erfüllen“, erklärt Buchberger. Um
Geruchsbelästigungen zu vermeiden, werden alle Becken eingehaust, die
Luft abgesaugt und gefiltert. Nur das Nachklärbecken bleibt als
technisches Gebäude auch nach außen sichtbar. So
ist der Schlammstapelbehälter aus Vollbeton mit 35 Metern Länge, zwölf
Metern Breite und acht Metern Höhe so groß wie drei Einfamilienhäuser.
Mit dem Satteldach aus 34 Kubikmeter Holz, das ihm Zimmerer Alois
Duschl aus Freyung und seine Kollegen gerade aufsetzen, schaut er auch
tatsächlich sehr „wohnlich“ aus - bis auf die fehlenden Fenster. Er
kannt 2000 Kubikmeter Schlamm fassen, der dort eingelagert und
stabilisiert wird. In
Anlehnung an den wohnhausähnlichen Charakter soll später Wilder Wein
die kahlen Betonwände überwuchern. „Aber mit „Steinklamm-Südhang“-Reben
wird es nichts werden. Als Klärwerk-Pflanzen hätten sie bei
Weinliebhabern sicher schlechte Karten“, lacht Bürgermeister Josef
Luksch.
Grafenauer Anzeiger vom 18.6.2005 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Einstimmig hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, die Kosten für den Stromanschluss für die Erweiterung der Loipe
und den Ausweichplatz des TSV Klingenbrunn zu übernehmen. Nach einem
Angebot der E.ON Bayern AG kostet der Stromanschluss 10 800 Euro. Die
Erdarbeiten übernimmt ebenfalls die Gemeinde. Die Restarbeiten sollen
von Spenden und Gönnern des SC Spiegelau finanziert werden.
Voraussetzung für die Finanzierung durch die Gemeinde ist, dass die
Loipe für mindestens zehn, besser noch 15 Jahre gesichert ist. „Am Kanal“ in Spiegelau ist auf 240
Meter eine gewidmete Ortsstraße, die aber wegen ihrer unbefestigten
Trasse, die Nähe zum Triebwerkskanal und mangelhafter
Straßenbeleuchtung gewisse Gefahren in sich birgt. Möglichen Unfällen
wollte jetzt die Gemeinde durch den Neubau bzw. die Erweiterung der
Straßenbeleuchtung vorbeugen - auch um haftungsrechtliche Konsequenzen
auszuschließen. Aber mit zehn zu vier Stimmen haben sich die Anlieger
gegen die Erschließung ausgesprochen, weil sie teilweise hohe Beiträge
fürchten. Tatsächlich käme bei Grundstücksgrößen bis zu 3000
Quadratmetern bei 53 Cent pro Quadratmeter eine Menge zusammen. In
einem Schreiben legten die Anlieger gegen den Gemeinderatsbeschluss
Widerspruch ein. Mit neun Stimmen hob das Gremium seinen Beschluss
jetzt wieder auf. Der Grundstücks- und Bauausschuss hat das Straßensanierungsprogramm
festgelegt. 69 000 Euro wurden dafür in den Haushaltsplan 2005
eingestellt.Günstigste Bieterin ist die Firma Stratebau mit einem
Angebot über 68 428 Euro brutto. Nach
einem Vorschlag von Michael Farkas, dessen Kinder meist zu Fuß vom
Hotel „Tannenhof“ in die Volksschule gehen, sollen an der Kreuzung vor
der Schule , wo mehrere Straße zusammenkommen, Zebrastreifen
angelegt werden, um den Schulweg noch sicherer zu machen. Fünf solcher
Übergänge wären nötig. Nach der Straßenverkehrsordnung ist aber die
Einrichtung solcher Zebrastreifen in diesem Fall nicht zulässig. Nun
wurde beschlossen, in einer Bauausschusssitzung zusammen mit der
Kreisverkehrswacht dieses Thema nochmals zu behandeln. Die Jahresrechnung 2004 weist unter
anderem einen Sollüberschuss von 486 659 Euro aus und eine Zuführung
zum Vermögenshaushalt von 944 246 Euro. Gemeinderat Erhard Wawrzek
lobte die positive Haushaltsabwicklung: „Damit kann man nur zufrieden
sein“, kommentierte er das Zahlenwerk.
Grafenauer Anzeiger vom 14.6.2005
Wetterfeste Klingenbrunner feiern bei Nässe und Kälte 150 Jahre Holzhauerverein Feldmesse an der Fatimakapelle - Festzug durch das Dorf mit 27 Vereinen - Holzsägewettbewerb Klingenbrunn
(sto). Nicht vermiesen ließen sich die Klingenbrunner ihre Feststimmung
zu „150 Jahre Holzhauerverein“ durch das schlechte Wetter am
Wochenende. Dabei hatte es gerade der Samstagnachmittag in sich. Es
regnete, was der Himmel hergeben konnte und beim Festaufmarsch waren
Regenschirme die gefragtesten Utensilien. Im Festzelt wurde es trotzdem
ein richtig gemütlicher „Klingenbrunner Feierabend“ mit der Blaskapelle
unter Leitung von Kurt Kufner. Als verdiente Mitglieder des
Holzhauervereins wurden Josef Lippl, Erwin Eder, Konrad Stern, Josef
Sigl, Rudi Moosbauer und Eduard Hilz geehrt. 1. Vorsitzender Eduard
Karl dankte der Fahnenmutter zusammen mit dem Schirmherrn Bürgermeister
Josef Luksch mit einem Blumenstrauß. Der Sonntagvormittag stand ganz im
Zeichen der Feldmesse am Waldrand bei der Fatimakapelle. In der
interessanten Predigt zitierte BGR Pfarrer Johann Pöppel aus der Zeit
vor 150 Jahren aus dem Buch von Alfons Eisch, der die damaligen
Probleme sozialkritisch beleuchtete. In der Gemeinschaft könne sich der
Mensch im Sinne der Nächstenliebe voll entfalten und der
Holzhauerverein sei dafür ein leuchtendes Vorbild, führte Pöppel aus. Der Festzug durch das Dorf, an dem sich 27
Vereine beteiligten, wurde von der Kirchdorfer Blasmusik und der
Musikkapelle Klingenbrunn mit flotter Marschmusik begleitet. Der
Nachmittag war in der Hauptsache ein Feiertag für die Kinder. Im
Mittelpunkt stand der Junior-Rangerwettbewerb. Josef Wanninger, Sepp
Erhard, Günter Sellmayer, Christl Erhard, Karl-Heinz Matschina und die
Ortsgruppe mit Doris Ertl bewerteten an den einzelnen Stationen die
Antworten der Kinder. Es wurden Fragen gestellt zu Großraubtieren,
Kleinräubern, Vögel, zu Bäumen und auch allgemein zur
Natur.Geschicklichkeit war gafragt beim Nageln, Zapfenwerfen, Sägen
Stockstoßen und beim Bogenschießen. Sieger wurde Johannes Weikl aus
Vornbach mit 835 Punkten vor Christiane Schopf (755) und Maximilian
Kern (755). Den
Sägewettbewerb der Vereine gewann die FFW Klingenbrunn mit Hubert Süß,
Josef Kern, Franz Stern und Sebastian Strasser . Außerdem fertigten
Skulpturenschnitzer mit der Motorsäge vor den Augen der Zuschauer aus
rohen Baumstämmen Tiere und Früchte des Waldes, wie Eichkätzchen oder
Schwammerl. Der
Sonntagabend brachte mit der Verlosung der Tombola einen letzten
Höhepunkt. Den Gutschein für ein Reh, gestiftet von Josef Wanninger,
ging in die Nachbarschaft nach Kirchdorf. Vorsitzender Karl bedankte
sich zum Ausklang des Festes bei den unzähligen, fleißigen Helfern.
Grafenauer Anzeiger vom 13.6.2005 BVL schließt seine Pforten in Spiegelau Am 29. Juli ist Schluss mit der Caritas-Einrichtung - Personal wird übernommen - Zu wenig Zulauf war der Grund / von Ursula Langesee
Spiegelau.
Das vierte „VIP-Kochen“ mit Vertretern der Caritas, der Agentur für
Arbeit, von Kirche und Kommune im Berufsvorbereitungslehrgang (BVL) der
Caritas (wir berichteten) war weder eine Henkersmahlzeit oder
gar ein Leichenschmaus. Aber trotzdem kam wehmütige Stimmung auf. Denn
das Gebäude steht ab 29. Juli leer. Das Wort „Schließung“ will die
bisherige Leiterin Elisabeth Schmid dennoch nicht in den Mund nehmen.
„Wir fusionieren mit Freyung“, betont sie. Fusion mit Freyunger Einrichtung In
Freyung gibt es unter der Leitung von Christine Althammer die gleiche
Einrichtung der Caritas - einen Eingliederungslehrgang für
berufsschwache und -unreife Jugendliche mit 42 Plätzen für
Lehrgangsteilnehmer und 14 für Lehrlinge für
„Hauswirtschaftstechnischen Helfer/in“ oder „Beikoch/köchin“. In
Spiegelau war Platz für 24 Mädchen in der Ausbildungsstätte mit
Internat an der Hauptstraße und sechs Auszubildenden, aber nur elf
Plätze waren besetzt. Diese
Unterbesetzung war schon die vergangenen Jahre immer wieder ein
Problem. Eine kleine Einrichtung rechnet sich einfach nicht mehr .„Die
periphere Lage in Spiegelau war immer ein Hindernis“, sagt
Arbeitsamtsdirektor Jakob Schöpf. Neben Freyung gibt es auch in Regen
eine ähnliche Einrichtung. „Die
Entscheidung, wohin sie wollen, treffen die Eltern der Mädchen. Und da
gab es unerklärlicherweise oft Vorbehalte gegenüber Spiegelau. Auch von
den Hauptschulen oder den Sonderschulen , die regelmäßig über diese
Einrichtung informiert worden sind, kam keine Unterstützung. Lediglich
ein Kollege aus Landshut, der sich sehr für den kleinen, aber feinen
und familiären Lehrgang in Spiegelau eingesetzt hatte, vermittelte
jährlich so sechs, sieben Mädchen. Seit er in Ruhestand ist, kommen
auch die nicht mehr“, schildert Peter Uhrmann, Berater für Behinderte
an der Agentur für Arbeit in Passau, die Misere. Bis
zu 500 000 Euro pro Jahr hatte die Agentur für Arbeit in den BVL
gesteckt - für die Unterkunft, Verpflegung, das Ausbildungsgeld, die
Fahrkosten und die Sozialversicherung der Mädchen. Der
BVL in Freyung hat inzwischen den Zuschlag für die Vermittlung der
Jugendlichen von der Agentur für Arbeit bekommen. „Sechs
Mitarbeiterinnen unserer Einrichtung in Spiegelau, darunter auch
Leiterin Elisabeth Schmid, werden im BVL Freyung weiterarbeiten können.
Bei zwei Mitarbeiterinnen ist die weitere Beschäftigung noch nicht
entschieden. Aber wir hoffen, dass wir auch sie gut unterbringen
können“, sagt Volker Kuppler, Direktor des Diözesancaritasverbandes. Weil
gerade bei den Beschäftigten im BVL in Spiegelau eine zum Teil schon
lange Beziehung zu dem Haus besteht, konnten sie in Gesprächen mit
Peter Oberleitner vom Caritas-Pastoraldienst sich langsam auf den
Abschied vorbereiten. „Trotzdem fällt es sehr schwer. Gerade weil heuer
im Lehrgang auch noch besonders nette Mädchen sind“, gibt Elisabeth
Schmid zu, die seit 1993 das Haus leitete.
Wie
es mit dem Gebäude weitergeht, darüber ist jetzt bei der
Caritas-Vorstandssitzung in Passau beraten worden. „Es wird zu einem
Heim für behinderte Menschen umgewandelt, die in Behindertenwerkstätten
arbeiten“, sagt Kuppler. Bisher wohnen sie im Haus in Freyung-Rotbach
und in zwei von der Caritas angemieteten Häusern in Kreuzberg und
Neudorf. „Diese
Miete können wir uns sparen, wenn wir das eigene Haus leer stehen
haben, das noch dazu ohne großen Aufwand behindertengerecht umgestaltet
werden kann“, erklärt der Caritas-Direktor. So schnell wie möglich
sollen die neuen Bewohner dann das Gebäude beziehen können. Geschichte des BVL 1927:
Ordensschwestern aus Neidberg bei Ringelai übernehmen in Spiegelau die ambulante Krankenpflege. 1928:
Bau und Bezug des Kinderheimes. Träger ist der Johannes-Zweig-Verein.
Einzug der Schwester in das Kinderheim. Kinderspeisung, Aufnahme von
Babys und Kleinkindern zur Tagesbetreuung. 1950:
Zusätzlich zum Kindergarten erfolgt die Errichtung einer Nähschule, um
der Berufsnot im Bayerischen Wald entgegen zu wirken. 1953:
Übernahme des Hauses durch den Diözesancaritasverband. Genehmigung
eines Näh.- und Hauswirtschaftskurses durch das Ministerium für Arbeit
und soziale Fürsorge. Kostenträger ist das Bayerische Jugendwerk. 1970:
Neues Fachkonzept: Eingliederungslehrgang für berufsschwache und -
unreife Jugendliche. Der Kostenträger ist das Arbeitsamt. 1976: Erweiterung und Anbau der Ausbildungs- und Verwaltungsräume. 1995
: Renovierung des Altbaus. 1998: Beginn mit der Ausbildung für lernbehinderte Jugendliche. 2000: Rückzug der Ordensschwestern in das Mutterhaus. seit 2002:
Suche nach Ergänzungs-Alternativmöglichkeiten für die Einrichtung. August 2003: Die Agentur für Arbeit beschließt, die Einrichtung mit der Ausschreibung 2005 nicht mehr zu belegen.
Grafenauer Anzeiger vom 8.6.2005
Holzhauerverein feiert 150. Gründungsjubiläum
Fest
mit Sägewettbewerb am 11. und 12. Juni in Klingenbrunn -
Geschicklichkeits- und Intelligenzspiele für Kinder - Festschrift
erstellt Klingenbrunn (sto). Der Holzhauerverein feiert am
11. und 12. Juni am Festplatz in Klingenbrunn sein 150-jähriges
Gründungsfest. Es beginnt am Samstag um 17 Uhr mit der Abholung der
Ehrengäste und dem Empfang der Vereine am Dorfplatz. Dazu spielt die
Blaskapelle Klingenbrunn. Dann geht es zum Festplatz, wo ab 19 Uhr zum
„Klingenbrunner Feierabend“ aufgespielt wird. Am Sonntag ist um 9.30 Uhr Festgottesdienst
und anschließend der Festzug zum Festplatz. Den ganzen Tag über gibt es
Skulpturenschnitzen mit der Motorsäge, einen Sägewettbewerb der Vereine
und ein Kinderprogramm. Um 14 Uhr spielen „Klaus und Florian“ zum
„Klingenbrunner Nachmittag“. Das Fest klingt aus mit den „Mikados“, mit
der Siegerehrung und der Ziehung der Tombola. Das
Kinderprogramm für beide Festtage hat Josef Wanninger von der
Nationalparkverwaltung zusammengestellt. Die Hüpfburg ist immer in
Betrieb und bei Geschicklichkeits- und Intelligenzspielen können
wertvolle Preise gewonnen werden (Siegerehrung um 17 Uhr). Für Kinder
egal welchen Alters ist etwas dabei. Die ganz Kleinen (zwei bis sechs
Jahre) suchen zum Beispiel in einem Sandhaufen beim Goldgräberspiel
nach versteckten Schätzen. Größere
Anforderungen werden beim Juniorranger-Gewinnspiel an die Sieben- bis
13-Jährigen gestellt. So gilt es nicht nur über heimische Tiere
Bescheid zu wissen, sondern auch viele in Feld und Wald vorkommende
Abläufe erkennen und deuten zu können. Begeistern wird die Kinder mit
Sicherheit die Herausforderung bei den Geschicklichkeitsspielen. So ist
ihre Treffsicherheit beim Bogenschießen und Zapfenwerfen genau so
gefragt wie das gute Augenmaß beim Gewichtssägen. Rechtzeitig
zum Jubiläumsfest wurde die Festschrift fertig. Diedrich Denker hatte
die Texte und Bilder dazu gesammelt. Das erste Exemplar erhielt
Schirmherr Bürgermeister Josef Luksch. Zuvor
war das eigens gebraute Festbier der Brauerei Stangl getestet worden.
Die beiden Braumeister Manfred Veicht und Juniorchef Simon Mandl
stellten der Vorstandschaft mit 1. Vorsitzenden Eduard Karl den Betrieb
vor und gaben einen Probetrunk aus dem ersten Fass Festbier aus. Es hat
13,5 % Stammwürze, einen Alkoholgehalt von 5,6 % und wurde mit Hopfen
aus Attenkofen in der Hallertau gebraut.
Grafenauer Anzeiger vom 6.6.2005
„La Ola“ von über 2000 Partygästen für den Fortbestand der alten Sägehalle Zweites Firework-Open Air der Feuerwehr mit neuem Besucherrekord - Friedliche Veranstaltung / von Ursula Langesee
Spiegelau.
„Gut, besser, Firework-Open Air“: Mit einem Superlativ kann die
Feuerwehr Spiegelau seit Samstag prahlen. Ihre zweite Auflage der
Partynacht in und an der alten Sägehalle am Sägewerk-Gelände hat die
Premiere im vergangenen Jahr getoppt. 2300 meist jugendliche Gäste
tanzten, sangen und unterhielten sich die ganze Nacht hindurch. Und das
weitgehend friedlich: der achtköpfige Sicherheitsdienst musste nur
kleinere Rangeleien schlichten. Etliche waren „Wiederholungstäter“ vom
letzten Jahr, viele folgten zum ersten Mal dem Ruf der Hauptband
„Donnervögel“ in die Halle und möchten dies auch noch weiterhin tun.
Deshalb blieb es nicht bei einer reinen Vergnügungsveranstaltung, es
war auch ein ernster Hintergrund dabei. Denn,
wird das Areal des ehemaligen Staatlichen Sägewerks umgestaltet, fällt
möglicherweise auch die alte Sägehalle der Spitzhacke zum Opfer. „Wollt
Ihr hier weiter Party machen? Dann sagt und zeigt es!“, forderte
„Donnervögel“-Bandleader Max Uttendorfer die Menge auf und eine Welle
der Zustimmung rollte von der Bühne bis zur 20 Meter langen Bar am
anderen Ende der Halle.
„Die Jugend hat es uns gezeigt, dass ihr was an dieser Halle liegt.
Jetzt liegt es an den Erwachsenen in den entscheidenden Gremien, uns
für den Fortbestand stark zu machen“, wertete dann auch Cheforganisator
und 1. Vorsitzender der FFW Spiegelau, Kurt Hobelsberger, das Votum.
Mit seinen Helfern von der Feuerwehr hatte er die Halle mit
durchsichtigen Planen zum Schutz gegen Wind und Schlagregen eingehaust
und mit Werbebannern, gemalten Bildern und Lichterketten geschmückt. So
hätte es am Samstag auch regnen können und alle hätten ein sicheres
Dach über dem Kopf gehabt. Aber selbst beim Wettergott scheinen die
Spiegelauer Feuerwehrler einen Stein im Brett zu haben. Am Nachmittag
hatte es noch aus Kübeln gegossen, pünktlich zum Beginn des Open Air
klarte der Himmel auf und hielt dicht. So blieben auch etliche wirklich im Freien und konnten auf der Riesen-Leinwand das Geschehen
in der alten Sägehalle mitverfolgen. Sehr
großes Lob bekam die Rock-Cover-Band „Brainboxxx“ als Vorgruppe mit
Musikern aus dem oberen Bayerischen Wald. Christian Muhr, Alex
Rubenwolf, Roland Meik, Alois Kreuzer und Sänger Stefan Vogl spielten
Rockklassiker von zart bis hart und gewannen damit etliche Fans. Ihr
Repertoire ergänzte das der „Donnervögel“ exzellent. Die donnerten dann
auch in bekannter Manier los und rissen von der ersten Sekunde an die
Besucher mit ihrer bunten Mischung aus Stimmungssongs und Hits aus den
aktuellen Charts mit. Der
Durst war groß und so musste bereits um 23 Uhr flüssiger Nachschub
geholt werden. Vor allem schätzten es die Jugendlichen, dass die Preise
für Speisen und Getränke gleich geblieben sind. Eine Apfelschorle für
1,80 Euro, das Bier für zwei Euro, Steak- und Schnitzelsemmeln für 2,50
Euro: da war im Geldbeutel nicht so schnell Ebbe. Regelrecht
überrannt wurde die Bar, dabei war diese schon von 12 auf 20 Meter
verlängert worden. „Wir hätten noch ein paar Meter vertragen. Es war
der reine Wahnsinn“, kommentierte Hobelsberger den Ansturm auf die
Barkeeper. Die
Partygäste erwiesen sich auch als sehr ausdauernd und entließen die
„Donnervögel“ erst um 2 Uhr früh. Sehr gut angenommen wurde der
Heimfahrdienst der Feuerwehr. Ab 24 Uhr waren der eigene Wagen und das
Leih-Fahrzeug der Feuerwehr Klingenbrunn pausenlos bis vier Uhr früh
unterwegs. Hobelsbergers
Kommentar: „Unsere Absicht, etwas für die Jugendlichen zu tun, ist voll
aufgegangen. Und sie waren auch sehr vernünftig. Gerade Eltern
schätzten es, dass wir vor Ort etwas anbieten, damit ihre Kinder nicht
immer in der Gegend rumkurven müssen. Hoffentlich kann das
Firework-Open Air noch öfter stattfinden.“
Grafenauer Anzeiger vom 26.5.2005 Das besondere Findelkind namens „Lilly“ Familie Laux kümmert sich um das junge Eichkätzchen Lilly - In zwei Monaten soll es ausgewildert werden - von Tanja Knieler
Spiegelau.
Sieben Wochen ist es alt und gerade einmal 125 Gramm schwer. Schwarze
Glupschaugen beobachten alles, was passiert, und das erste schwarze
Fell ist auch schon da. Die Rede ist von Lilly, einem
Eichhörnchen-Baby. Seit drei Wochen lebt das Findelkind bei der Familie
Laux. „Es hatte noch nicht einmal die Augen auf“,
erzählt Lorenz Laux, der sich zusammen mit seiner Mutter Antje und den
beiden Geschwistern Lena und Katinka um das Findelkind kümmert. Das
Männchen Lilly wog gerade einmal 50 Gramm, als es in der
Nationalparkverwaltung - zusammen mit einem weiteren Eichhörnchen-Baby
- abgeben wurde. Lukas Laux hat eines Abends die beiden Findelkinder
mit nach Hause gebracht - zur Freude seiner Frau Antje und vor allem
seiner drei Kinder Lena, Katinka und Lorenz. In
den ersten Wochen hätten die beiden Eichhörnchen noch sehr viel
geschlafen, in einer kleinen Kiste. Das Männchen Lilly habe sich recht
prächtig entwickelt, das zweite habe aber Lähmungserscheinungen gezeigt
und sei bald darauf gestorben, erzählt Antje Laux. „Es war wohl
Vitamin-B-Mangel, was für ein Eichhörnchen nicht ungewöhnlich ist. Das
hat zumindest eine Tierärztin gemeint.“ Und
das obwohl sie ein Spezialfutter für die Eichhörnchen angerührt haben:
Hunde- oder Katzenaufzuchtmilch vermischt mit Kondensmilch,
kaltgepresstem Walnussöl, Fencheltee, Babybrei und Kindervitaminen. Mit
einer kleinen Spritze bekommt Lilly diese
„Eichhörnchen-Muttermilch-Ersatz“. „Wir haben es auch schon mit kleinen
Nuckelflaschen probiert, aber mit der Spritze geht es am besten.“ Am
Anfang musste das Eichkätzchen alle drei Stunden gefüttert werden, auch
nachts. Jetzt reicht es alle vier Stunden. Um elf Uhr abends bekommt es
die letzte Mahlzeit, die nächste erst wieder gegen sieben morgens. Seit
ein paar Tagen probiert Lilly auch schon feste Nahrung. „Er muss ja
lernen, wie er später einmal Nüsse oder Sonnenblumenkerne knackt“, weiß
Antje Laux. Tipps,
wie man ein Eichhörnchen aufzieht, haben die Laux im Internet gefunden.
Auch sie haben noch nie zuvor ein Eichkätzchen aufgepäppelt. „Es muss
wohl recht häufig sein, dass Eichhörnchen aus dem Nest fallen“, mutmaßt
die Tierliebhaberin. Ansonsten gebe es nicht so viele Informationen
darüber. Langeweile
jedenfalls kommt zur Zeit im Hause Laux nicht auf. Lilly ist jetzt
schon recht munter, geschlafen wird nur noch selten, lieber klettert
der Kleine auf den Schultern der Kinder herum, in seinen Käfig oder
auch auf den Stühlen im Haus. „Ich bin jetzt schon recht froh, dass die
Kinder jetzt Ferien haben und sich um unseren kleinen Nachwuchs kümmern
können.“ Sogar
im Urlaub in Leipzig war Lilly dabei. In einem kleinen Stoffbeutel
haben ihn die Kinder überall hin mitgenommen. „Den Beutel liebt er, er
klettert auch jetzt noch manchmal hinein zum Kuscheln“, erzählt Antje
Laux. Zu gerne schlüpft er auch in Katinkas Fleece-Kapuzen-Shirt,
schläft in der Tasche oder schaut frech aus seiner „Höhle“ heraus. Im
Garten haben die Laux eigens einen kleinen Bauwagen hergerichtet - mit
Ästen, Gras und Heu ausgestattet, damit sich ihr Findelkind an die
„Waldumgebung“ gewöhnen kann. Noch fühlt sich aber Lilly hier nicht
wohl. „Nur wenn jemand dabei ist, dann bleibt Lilly auch in dem
Bauwagen“, erzählt Katinka. Dabei
sollen die Aufenthalte in dem Bauwagen immer länger werden, denn in
zwei oder drei Monaten muss sich Lilly wieder alleine zurecht finden -
draußen im Wald, ohne die Familie Laux. „Wir hoffen, dass der Kleine im
Wald durchkommt und nicht etwa von einem Auto zusammen gefahren wird“,
meint Lena. Es
sei zwar schade, dass sie Lilly wieder auswildern müssen, aber das sei
„der Lauf der Dinge“, meint Antje Laux. Bereut hätten sie die
Entscheidung nie, ein Eichhörnchen aufzuziehen. „Wir haben es versucht.
Ohne uns hätte der Kleine gar keine Chance gehabt und wäre gestorben.“
Mit seinen Instinkten aber wird es sich draußen im Wald behaupten
können, ist sich die Familie sicher. Doch bis es soweit ist, muss Lilly
noch in seinem Bauwagen üben, viel klettern und etliche Nüsse knacken.
Grafenauer Anzeiger vom 24.5.2005 Spielmobil hat Hexen und Zauberer an Bord Kreisjugendring verleiht rollendes Kinderparadies - Einsätze bei Festen und bei Ferienprogrammen Spiegelau
(ul). Beim Familiensonntag im „greana, greana Gros“ des Spiegelauer
Kurparks hat das bunt bemalte Spielmobil des Kreisjugendrings (KJR)
heuer seinen ersten Einsatz. Fast jedes Wochenende ist es jetzt im
Sommer ausgelastet, es steht bei Straßenfesten, Kindergartenfesten, ist
zentraler Punkt von Ferienprogrammen. Letztes Jahr war das Spielmobil
26 Mal im Einsatz.
Bis zu drei Tagen kann es
von Gemeinden angefordert werden, zwischen 100 und 180 Euro kostet das
Spielmobil. „Familienfeste wie das in Spiegelau sind natürlich ideal.
Denn wir sind keine Kinderaufbewahranstalt sein, damit Eltern ihre
Kinder einfach abschieben können, sondern wir leisten damit ein Stück
Jugendarbeit in den Gemeinden“, erklärt KJR-Geschäftsführer Franz
Throner. Kinder und Jugendliche zwischen drei und 12/13 Jahren sind
willkommen, vier Betreuer/innen kümmern sich ehrenamtlich um sie. Jede
Spielmobil-Saison steht unter einem anderen Motto: letztes Jahr waren
es Hof- und Straßenspiele, zu denen die Kinder animiert wurden. Dabei
wurden alte Spiele neu entdeckt: mit Murmeln, Hüpfspiele, Spiele mit
Seilen, Laufspiele, Pedalos und Diabolos gehörten dazu. Heuer dreht
sich alles um „Hexen und Zauberer“. Die Betreuer passen Spiele und
Bastelarbeiten jeweils den Themen an. Für die Kinder ist der Besuch
kostenlos.
Informationen
zum Spielmobil des Kreisjugendrings gibt es unter Tel. 08551/914261
oder 08551/915423, E-Mail: throner.kjr-frg@t-online.de
Grafenauer Anzeiger vom 23.5.2005 Familiensonntag im „greana, greana Gros“ Spiegelau
(ul). Ein schöner Erfolg war das erste Frühlingsfestival mit
Familiensonntag „im greana, greana Gros“ des Kurparks. Rund um die Seen
hatten sich Kunsthandwerker und Künstler, Floristen, Korbflechter,
Holzschuhmacher und Händler versammelt. Viele Familien nutzten das
Angebot , schlenderten zum Nationalparkstand mit „Bärenhöhle“, zum
Naturvision-Kinomobil, das Naturfilme zeigte, oder zum Spielmobil des
Kreisjugendrings, das in Spiegelau gestern seine erste Station machte.
Dort konnten sich die Kleinen schminken lassen.
Grafenauer Anzeiger vom 30.4.2005 Zukunft des Spiegelauer Freibads weiter offen Keine Entscheidung über Natur- oder Technisches Bad - Wawrzek wirft Bürgermeister Kostenmanipulation vor / von Ursula Langesee
Spiegelau.
Der Gemeinderat macht sich die Entscheidung über die Zukunft seines
Freibades aus den 60-er Jahren nicht leicht. Zwar sind sich alle durch
die Fraktionen einig, dass die Einrichtung erhalten bleiben soll - für
die Familien in der Gemeinde, die wohl wegen der angespannten
wirtschaftlichen Lage mehr „Urlaub daheim“ machen und für die
Feriengäste. Aber wie und in welcher Form, das ist weiterhin unklar. Bürgermeister Josef Luksch hatte zum Thema
„Freibad“ eine Sondersitzung in der Volksschule angesetzt, wo für
interessierte Zuhörer mehr Platz ist als im Sitzungssaal in der
Touristinformation. Es waren auch knapp 20 zu der fast
zweieinhalbstündigen Sitzung gekommen. Luksch hatte zum Vergleich von Planungsbüros vier Kostenschätzungen erstellen lassen - „alle zum Nulltarif“, wie er betonte. -
Die erste Variante, eine selbsttragende Edelstahl-Konstruktion im
Schwimmerbecken, würde 411 800 Euro brutto kosten. Nicht eingerechnet
die neue, unbedingt notwendige Umwälzanlage mit Schwallwasserbehälter
für 200 000 Euro. Auch nicht berücksichtigt sind die Sanierung der
Gebäude (Kiosk, Umkleiden, Toiletten und Duschen) und das Kinderbecken. -
Variante zwei wäre die schlaffe Auskleidung des Betonbeckens. Die käme
brutto auf 394 400 Euro. Allerdings ist auch hier die Umwälztechnik
nicht eingerechnet und eine wahrscheinlich notwendige vorherige
Betonsanierung, um die Voraussetzungen für ein Wassergewicht von etwa
1100 Tonnen schaffen zu können. -
Variante drei wäre das Naturbad. Größter Unterschied zum herkömmlichen
Freibad: statt Chemikalien hält eine Pflanzenfilteranlage das Wasser
sauber und es wird nicht aufgeheizt. Die komplette Anlage (mit
Gebäuden, Kinderbecken, Spielplatz etc.) würde mit 1,109 Millionen Euro
zu Buche schlagen. 50 Prozent werden über Leader plus bezuschusst. -
Variante vier ist ein sogenanntes „Technisches Freibad“. An das
Schwimmerbecken würde sich ein rundes Erlebnisbecken mit Sprudelliegen
und Massagedüsen anschließen. Alles inklusive würde diese Form 1,9
Millionen Euro kosten. Dafür gibt es aber keine Förderung, die Gemeinde
müsste für die volle Summe aufkommen. Bürgermeister
Luksch machte kein Hehl daraus, dass er für die Naturbad-Variante ist.
„Damit wären wir in der Region einzigartig und hätten das touristisch
sehr wichtige Alleinstellungsmerkmal.“ Schützenhilfe hatte er vorab
bereits von einigen Stellen erhalten. Christian Binder, Tourismusleiter
am Landratsamt, äußerte sich positiv zum Naturbad als eine Einrichtung
für den sanften Tourismus. Georg Steiner, Geschäftsführer des
Tourismusverbandes Ostbayern, sähe darin einen Beitrag zur
„naturkonformen Infrastruktur“ und ein Bioladen aus der Umgebung war
von der Naturbad-Idee „sehr angetan“, weil dieses besondere Angebot
noch mehr naturverbundene Menschen nach Spiegelau locken könnte. Ganz
so euphorisch sah es der Großteil des Gemeinderates allerdings nicht.
„So ein Bad bei uns auf über 700 Metern Höhe ist zu kalt, das wird
nicht angenommen“, sprach sich etwa Erhard Wawrzek von den Freien
Wählern gegen das Naturbad aus. Für seine Fraktion schlug er als
„Vernunftsobjekt“ vor, das bestehende Bad als technisches Bad zu
sanieren und einen privaten Betreiber zu suchen oder es im
Aufgabenbereich der Kommune zu belassen. „Damit kämen wir sicher so
weit, dass wir die bisherigen Verluste von 50 000 Euro pro Jahr nicht
überschreiten würden“, glaubt Wawrzek. „Ein
privater Betreiber ist ein Wunschtraum“, konterte Luksch, „wir konnten
schon für den Kiosk niemanden finden.“ Außerdem gab er zu bedenken,
dass es eben mit der Sanierung des Beckens allein nicht getan sei.
„Macht es Sinn, für eine maximale Badezeit bei uns von zweieinhalb
Monaten ein Naturbad hinzustellen, in dem man sich nur abkühlen kann?“
fragte Peter Hinterberger (CSU). Außerdem wollte er wissen, wie die
Gemeinde den Eigenanteil von 500 000 Euro finanzieren wolle und welche
Betriebskosten bei einem Naturbad entstünden. 2.
Bürgermeister Kurt Zettl (CSU) schlug vor, die Mittel für die Sanierung
auf mehrere Jahre zu strecken und nicht Edelstahl zu verwenden, sondern
günstigere Materialien. „Man könnte doch die Gebäude sicher auch in
Eigenregie ausführen“, brachte er eine weitere Spar-Variante. Eine Lanze für das Naturbad brachen 3.
Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß, Hermann Eisch und Ernst Ertl von der
SPD-Fraktion. Sie werteten es als „einmalige Chance“, die man sich
nicht entgehen lassen dürfe. Vor allem die 50 Prozent Förderung sollten
nicht ungenutzt verstreichen. „Ich will mir nicht später von meinen
Kindern vorwerfen lassen, dass wir hier eine gute Möglichkeit versäumt
haben. Und, wohin fahren denn die meisten Spiegelauer zum Baden?Die
findet man am Eginger See. Mit dem Naturbad könnten wir so was ähnlich
Natürliches bei uns schaffen“, argumentierte Proßer-Greß. Wie
der ganze Spaß bezahlt werden soll, das trieb Wawrzek weiter um. „Heuer
fehlen zum Beispiel die Schlüsselzuweisungen im Haushalt. Aber auf
wieviel weniger müssen wir uns überhaupt einstellen?“, wollte er von
Kämmerer Ludwig Friedl wissen. „Etwa 397 000 Euro Einnahmen fehlen
gegenüber letztem Jahr“, antwortete dieser. Allerdings machte Luksch
darauf aufmerksam, dass die Finanzierung des Naturbades bereits in den
Finanzierungsplan 2005 bis 2007 aufgenommen worden ist. Eine
Verlängerung der Sitzung in einen nicht vorgesehenen nichtöffentlichen
Teil hinein, brachte Wawrzeks Unterstellung, dass der Bürgermeister
seine favorisierte Naturbad-Variante runter gerechnet und die anderen
Lösungen für das Freibad von den Kosten her höher angesetzt habe. Nun
sollen weitere Planer angesprochen und neue Kostenschätzungen erstellt
werden.
Grafenauer Anzeiger vom 30.4.2005 NP-Gemeinden richten Europatag der Musik aus
Foto Erste Vorbesprechung für
Zentralveranstaltung am 1. oder 2. Juli 2006 - Sendungen im Bayerischen Rundfunk von Ursula Langesee Spiegelau. Erstmals
bietet sich einer ganzen Region die Möglichkeit, Austragungsort für
eine große Veranstaltung zu sein, die den europäischen Gedanken mit den
Mitteln der Musik zum Ausdruck bringt. Der Landesverband Singen und
Musizieren in Bayern (LVSM) als Veranstalter der „Europatage der Musik
2006“ hat die 13 Nationalparkgemeinden am Rachel, Lusen und im
Zwieseler Winkel als Partner ausgesucht. Eine
erste Vorbesprechung mit Bürgermeistern und Touristinformationsleitern
dieser Gemeinden fand jetzt in Spiegelau in der Mitte von altem und
erweiterten Nationalpark statt. Dass auf Spiegelau die Wahl fiel, kommt
nicht von ungefähr. Es war schon zwei Mal Ausrichter des „Spiegelauer
Notenspiegels“ und der Liveübertragung „Grüße aus Spiegelau“. Alle drei
Veranstaltungen wurden vom Bayerischen Rundfunk, Redaktion Laienmusik,
organisiert und gesendet. Der BR ist auch Partner der Europatage der
Musik und so schließt sich der Kreis. „Das
heißt aber nicht, dass Spiegelau beim Europatag automatisch der
Hauptort ist. Die ganze Nationalparkregion ist angesprochen und kann
sich mit ihren Vorschlägen einbringen“, machte Spiegelaus Bürgermeister
Josef Luksch gleich zu Beginn klar. Was
es mit den Europatagen der Musik auf sich hat, erklärte Stephan
Ametsbichler vom Bayerischen Rundfunk. Danach sei dieses jährliche
Treffen von Sängern und Musikanten aus dem französischen „Fête de la
musique“ entstanden, das immer zur Sommersonnenwende gefeiert wurde.
Seit 1985 gibt es die Europatage der Musik in Bayern. Prominente Orte
waren unter anderem die Zugspitze oder der Englische Garten in München.
Heuer ist das fränkische Hof der Ausrichter.
Weil nächstes Jahr auch die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland
über die Bühne geht, sind die Veranstaltungstage abhängig vom
Spielplan. Grob wurde jetzt mal der 1. und/oder 2. Juli zwischen 10 und
maximal 24 Uhr festgelegt. „In die Zeit fallen die Viertelfinalspiele.
Das müssen wir bei den Übertragungen berücksichtigen“, wies
Ametsbichler auf eine flexible Programmgestaltung hin. Vorgesehen
sind vom Bayerischen Rundfunk Live-Berichterstattungen, etwa in der
„Bayernchronik“ auf BR 2, in „Bayern 1 Blasmusik“, im „Bayern 1
Samstagsclub“, Korrespondentenberichte und eine spätere Sondersendung
auf Bayern 2 Radio, im Bayerischen Fernsehen und im Bildungskanal BR
alpha. Ziele sind durch
Musik und Tanz den europäischen Gedanken zu vertiefen und das in
Begegnung mit nationalen und internationalen Partnergemeinden, die
zusätzliche Werbung für die Ferienregion „Nationalpark Bayerischer
Wald“, das Beleben der Musikszene in der Region durch Zusammenführen
und Begegnung. Als Spielorte bieten sich open air Stadt- oder Marktplätze an, Innenhöfe, Schulgelände und bei schlechtem Wetter
Wirtshaussäle, Veranstaltungs- und Schulturnhallen. Von den Musikdarbietungen gibt es keine Einschränkungen. Ein breites Spektrum von der Volksmusik bis zum Jazz ist möglich. Nicht
ganz uninteressant ist natürlich die Kostenfrage. Ametsbichler wies
darauf hin, das zur Finanzierung vom Bayerischen Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst 10 000 Euro bewilligt werden. Die Kosten für die
Durchführung der Veranstaltung, insbesondere für die Beschallung,
belaufen sich auf ca. 700 bis 800 Euro je Spielort. Mitwirkende
erhalten keine Gagen. „Vielleicht gibt es noch weitere
Zuschussmöglichkeiten durch die Landkreise, Mittel der Euregio oder
Sponsoren“, brachte er weitere Aspekte. „Überlegen Sie sich, wie sie
örtliche Feste zu diesem Termin festlegen oder integrieren können und
wie sie vielleicht ihre Partnergemeinden mit einbinden können“,
forderte der Vertreter des BR auf. Je vielfältiger die
Musikpräsentationen sind, umso eher gibt es die Möglichkeit im
Sendeprogramm des Rundfunks einen Platz dafür zu finden. So
schlug Bürgermeister Luksch einen Sonntagmorgengottesdienst vor, der im
Rahmen der Europatage der Musik übertragen werden könnte. Die Gemeinde
Lindberg feiert nächstes Jahr ihr 650-jähriges Bestehen und unterhält
Kontakte zu Musik- und Tanzgruppen im Riesengebirge. Diese
Veranstaltungen könnte sie gut in das europäische Fest integrieren. Ob für einzelne
Veranstaltungen Eintrittsgeld verlangt wird, muss von Fall zu Fall
entschieden werden. Bürgermeister Josef Meininger von St.
Oswald-Riedlhütte sprach sich eher für freiwillige Spenden nach dem
Gefallen eines Konzerts aus. An
den Gemeinden und den Touristinformationen liegt es nun, bei ihren
Leuten Werbung für diese sicher große Beachtung findende Veranstaltung
zu machen und Chöre, Musikgruppen und Tanzensembles zum Mitmachen zu
motivieren. Ansprechpartner
für Vorschläge zu den Europatagen der Musik 2006 sind in Spiegelau
Alfred Resch (Tel. 08553/960021), für den Zweckverband der
Nationalparkgemeinden Rainer Bomeisl (Tel. 08558/91021) und für den
Landkreis Regen Roland Pongratz (Tel. 09921/807804).
Grafenauer Anzeiger vom 15.4.2005
Nachwuchs der Langläufer ergatterte so oft Gold wie noch nie Saisonabschluss des SC Spiegelau - 48 Mal waren Sportler auf Platz eins Spiegelau
(ga). Eine große Schar von Kindern und Eltern konnte Spartenleiter und
Trainer Sepp Erhard zur Saisonabschlussfeier des SC Spiegelau begrüßen.
In seinem Rückblick auf den vergangenen Winter führte Sepp Erhard aus,
dass er nun schon seit 21 Jahren als Kindertrainer beim SC Spiegelau
arbeite, aber eine derart erfolgreiche Saison habe er noch nicht
erlebt. Nicht nur, weil 18 Kinder des SCS 15 Wettkämpfe in diesem
Winter bestritten haben, sondern die vielen Spitzenplatzierungen waren
wohl einmalig. So standen alleine 48 mal Sportler des Skiclubs auf dem
obersten Stockerlplatz, 28 mal gab es zweite Plätze und 26 mal dritte
Plätze. Herausragend war der dritte Platz von Daniel Herzog bei den
Bayerischen Schülermeisterschaften im Einzellauf und in der Staffel.
Mit Mona Schneider stellte der Skiclub erneut eine Gaumeisterin in
Langlaufsprint in der freien Technik. Nicht nur die Skilangläufer
brachten Spitzenleistungen: Mit Tobias Schreindl, der sich nach seiner
Skilanglaufkarriere der Leichtathletik verschrieben hat, hat der SC
Spiegelau mittlerweile einen hoffnungsvollen Topläufer im
Jugendbereich. Bei den Bayerischen Crossmeisterschaften wurde der
Sieger in der Mannschaftswertung und bei den niederbayerischen
Crossmeisterschaften errang er einen ausgezeichneten dritten Platz. Bei
den Deutschen Jugendmeisterschaften glänzte er mit einer Zeit von 34.09
Min. über 10 000 Meter. Sepp Erhard lobte besonders die gute
Zusammenarbeit zwischen den Eltern und dem Trainer, was sich nicht nur
bei den sportlichen Erfolgen zeigt, sondern auch bei der Durchführung
der Laufveranstaltungen in Spiegelau und Klingenbrunn. Für dieses Jahr
plant der Skiclub große Investitionen. Schon vor 17 Jahren habe er
gefordert, dass in Klingenbrunn ein attraktiver Loipeneinstieg mit
Start-und Zielhütte und einer zusätzlichen Nachtloipe geschaffen werde.
Nunmehr stünden die Zeichen so gut wie nie zuvor. Mit privaten
Sponsoren und der Hilfe der Gemeinde Spiegelau will man in diesem Jahr
an die Arbeit gehen. Für die Laufsaison im Sommer machte Erhard
deutlich, dass man in erster Linie die Veranstaltungen des
Bayerwald-Cups (Fürsteneck, Viechtach, Deggendorf, Otterskirchen,
Spiegelau) besuchen werde und daneben nur bei jenen Vereinen starte,
die im Gegenzug auch zum Spiegelauer Waldlauf kämen. Zum Sommertraining
gab Erhard folgende Trainingszeiten bekannt: Montag, 17 Uhr
Hallentraining in der Mehrzweckhalle Spiegelau. Donnerstag, 18 Uhr
Lauftraining, Waldspielgelände Spiegelau. Ab Juli ist
Skiroller-Training. Zusätzlich werden einzelne Radtouren oder
Bergtouren im Hochgebirge das Trainingsprogramm auflockern. Erhard
erinnerte die Eltern daran, ihre Kinder zu gegebener Zeit ärztlich
untersuchen zu lassen, um Komplikationen im Trainings- und
Wettkampfbetrieb zu vermeiden. Zur finanziellen Situation innerhalb der
Sparte sagte Erhard, dass eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit viel Geld
koste. 12 Euro Jahresbeitrag für ein Kind stünden 115 Euro Ausgaben
allein für Startgelder gegenüber. Ohne Untersttztung durch Sponsoren
könne die gesellschaftspolitisch so herausragende und wichtige
Jugendarbeit nicht bestehen. Er bedankte sich deshalb besonders bei all
jenen Firmen, die die Beschaffung einer einheitlichen Rennkleidung
ermöglicht haben und bei der Durchführung der Laufveranstaltungen die
Sparte Langlauf unterstützten.
Grafenauer Anzeiger vom 12.4.2005 Aus dem Gemeinderat Spiegelau - Auftragsvergaben - Aufträge für die Wasserversorgung Spiegelau
wurden an die günstigsten Bieter vergeben. Die Rohrinstallation für die
UV-Anlagen liefert die Firma Stich in Spiegelau für gut 17 000 Euro.
Fünf Firmen haben für das Gewerk ihre Angebote abgegeben. Der teuerste
Bieter hatte über 30 000 Euro für die Arbeit angesetzt. Die Elektroinstallation zum Einbau der
UV-Anlagen in mehreren Hochbehältern (Auftragswert: 2183 Euro) kommt
von Elektro Harant in Spiegelau. - Bei der Ausschreibung für die Oberbauverstärkung der Straße nach Neuhütte war
die Firma Donau-Asphalt aus Schöllnach mit fast 130 000 Euro die günstigste Bieterin. Verordungsänderung -
Aus aktuellem Anlass - nämlich dem Schneefräsen zu unerlaubter Zeit -
wurde die „Verordnung über die zeitliche Beschränkung ruhestörender
Haus- und Gartenarbeiten, über die Benutzung von Musikinstrumenten,
Tonübertragungs- und Widergabegeräten und über das Halten von
Haustieren“ geändert. Jetzt dürfen solche ruhestörenden Arbeiten in der
Zeit von 1. April bis 31. Oktober montags bis samstags von 8 bis 12 und
von 14 bis 19 Uhr durchgeführt werden. Von 1. November bis 31. März
können diese lärmintensiven Arbeiten von 6 bis 12 und von 14 bis 20 Uhr
verrichtet werden. Käfer-Sonntag später - Auf Antrag
des Gewerbevereins soll der verkaufsoffene „Maikäfer-sonntag“ - bisher
immer am letzten Sonntag im April - heuer auf den 22. Mai verschoben
werden. Winterdienstkosten - Der strenge und lange Winter hat
den Gemeinden hohe Kosten verursacht. Bis 18. März hat die Gemeinde 194
000 Euro für den Winterdienst ausgegeben, circa 44 000 Euro sind aber
nur durch den Straßenunterhaltszuschuss gedeckt. Jetzt wollen die
Bürgermeister im Landkreis unter Führung von Heinrich Lenz versuchen,
über die Landtagsabgeordneten Helmut Brunner und Helga Weinberger, beim
Bayerischen Gemeindetag eine Regelung zu erreichen, die Gemeinden in
höheren Lagen mehr Zuschüsse für den Winterdienst zugesteht. Pylon für „Norma“ -
Der Norma-Verbrauchermarkt im Eck von Konrad-Wilsdorf- und Hauptstraße
wächst und wächst. Jetzt musste der Gemeinderat über das Aufstellen von
Fahnenmasten, einem Werbepylon und Werbetafeln beraten. In
einem Punkt blieb die Gemeinde hart: wie der Nachbar Edeka-Markt darf
auch die Norma nur drei Fahnenmasten statt der gewünschten fünf
aufstellen. „Wir riskieren sonst ein &lsquoWettrüsten&lsquo mit
Fahnen“, begründete Bürgermeister Josef Luksch die Entscheidung. Aber
die selbstleuchtenden Werbetafeln dürfen angebracht werden und auch der
fünf Meter hohe, von innen beleuchtete Pylon zwischen
Igelbus-Haltestelle und Norma, der von der Hauptstraße her sichtbar ist. Gewerbeansiedlung -
Vermarktungsideen für Gewerbeflächen aufzeigen, das war das Anliegen
von Gemeinderat Erhard Wawrzek in der vorangegangenen Sitzung. Es wurde
aber nicht allzu viel darüber diskutiert, weil zum Beispiel die weitere
Nutzung des Sägewerk-Geländes davon abhängt, ob Spiegelau die
landkreisweit ausgeschriebene Indoor-Anlage bekommt oder nicht. Diese
Entscheidung stehe für „Mitte Sommer“ an, wie Luksch bekanntgab. „Der
Gemeinderat muss sich die Ansiedlung von Gewerbe zur Hauptaufgabe
machen“, forderte Wawrzek. Für das Sägewerk-Areal sähe er eine gute
Verwendung als „gläsernes Dorf“, das die Glasveredler aus der ganzen
Region an einem Punkt zusammenfasse und sich zusammen mit der
Glasfabrik gut vermarkten lasse. Luksch
berichtete von seinen Bemühungen, die alte Sägehalle für die
Einrichtung einer Erlebnisgastronomie etwa 50 Brauereien zwischen
Regensburg und Passau anzubieten. Die Resonanz sei aber sehr verhalten
gewesen. Für
das Industriegebiet in Oberkreuzberg werde auch ständig geworben: über
die Grundstückskartei bei der IHK, einer Landratsamt-Broschüre oder
über 120 persönliche Anschreiben an die Manager großer Firmen wie BMW
oder SAP unter dem Titel „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“. Aber die
Standortnachteile (keine Autobahn, keine Bahn) für produzierende
Betriebe seien einfach nicht zu leugnen. (ul)
Grafenauer Anzeiger vom 9.4.2005
Junior-Ranger gibt es seit einem Jahr - Als gemeinnütziger Verein anerkannt Oberkreuzberg
(ga). Zum einjährigen Bestehen lud der Junior Ranger e. V. zu einer
Mitgliederversammlung ins Gasthaus Grobauer ein. Geschäftsführer Josef
Erhard sprach von zur Zeit neun Ortsgruppen im alten und erweiterten
Nationalpark mit nahezu 100 Mitgliedern. Ortsgruppen gibt es in
Lindberg, Zwiesel, Frauenau, Regen, Spiegelau, St. Oswald-Riedlhütte,
Grafenau, Hohenau und Freyung. Erhard betonte, dass sich der Verein als
klares Ziel gesetzt habe, Kinder für die Natur und den Nationalpark zu
begeistern - sie wegzulocken vom Fernseher, Video und Computer. Kindern
müsse die Möglichkeit gegeben werden, Natur mit Haut und Haaren, Herz
und Verstand, also mit allen Sinnen erleben zu können. Von
der Teilnahme an einer Rotwildfütterung, Schachtenwanderung, Kanutour
auf der Moldau, Rama dama, Tierspurensuche im Schnee und vieles mehr
war das Programm breit gefächert.Bei der Vorstellung des
Sommerprogramms nannte der Geschäftsführer als nunmehr festen
Bestandteil die Junior-Ranger-Ausbildung in den Pfingst- und
Sommerferien. Weitere Veranstaltungen sind das Deutsch-Tschechische
Junior Ranger Camp im Wildniscamp und in Stozec/Tschechien. Im August
findet das Internationale Junior Ranger Camp im Wildniscamp statt und
das 3. Deutsche Junior-Ranger-Treffen ist in der Niederlausitz. Erhard bedankte sich bei
allen Mitgliedern und Förderern und der Vorstandschaft mit 1.
Vorsitzendem Landrat Alexander Muthmann für die gute Zusammenarbeit.
Größten Dank zollte er den Senior Rangern für das Ausarbeiten und
Durchführen der attraktiven Kinderprogramme. Laut
Kassenbericht von Gabi Kreutzer überwogen im letzten Jahr die
Einnahmen, so dass der als gemeinnützig anerkannte Verein geordnete
Finanzen habe.
Grafenauer Anzeiger vom 5.4.2005 Glas und Mensch: Hüttenabend der besonderen Art Neuen KSS-Geschäftsführer vorgestellt - Lustiges und Nachdenkliches zur Glasmachertradition und aktuellen Situation von Ursula Langesee
Spiegelau.
„Lustig sein und nachdenklich werden“ war ein gut besuchter Hüttenabend
der besonderen Art in der Ofenhalle der Kristallglasfabrik
überschrieben. Die Veranstaltung lief im Rahmen der Sonderführungsreihe
des Nationalparks, die heuer mit „Waldglas zerbrechlich & lebendig“
überschrieben ist. Äußeres Symbol für die Reihe ist das Ankern der
Glasarche vor dem Verwaltungsgebäude der Glasfabrik (wir berichteten).
Durch
das Programm von „Glas und Mensch“ führte Kreisheimatpfleger Karl-Heinz
Reimeier. Er verstand es, nicht nur Brauchtum und Tradition rund um das
Glasmachen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern ebenso die aktuelle,
nicht mehr so rosige Situation für die Glashütten als wichtige
Erwerbszweige in der Region. Gleich
zu Beginn stellte sich der neue Geschäftsführer der Kristallglasfabrik
Spiegelau vor, die im Herbst - ebenso wie das Nachtmann-Werk in
Riedlhütte - von der Riedel Glas GmbH in Kufstein übernommen worden
war. Gerald Mader löst damit Siegfried Klante ab, der fast 36 Jahre
lang die KSS geleitet hatte. Klante
sprach in seiner Abschiedsrede von der fast 500-jährigen, wechselvollen
Geschichte der Kristallglasfabrik Spiegelau, in der Glas und Mensch
untrennbar miteinander verbunden waren. Er erinnerte an die 50-er
Jahre, als die Glasmarke noch unter „Helios Kristall“ bekannt war, an
die glücklichen Jahre bis Ende der 80-er, als große Probleme die Firma
fast zum Scheitern brachten. Nach der Übernahme durch die Firma
Nachtmann ging es stetig bergauf. „Heute haben wir mit unseren
aktuellen und trendigen Gläsern in bester Qualität die Märkte auf der
ganzen Welt erobert. Unsere Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem
Glas und freuen sich, wenn sie irgendwo auf Spiegelauer Glas treffen.
Die Glasarche ist ein Symbol für die enge Verbindung zwischen Glas und
Mensch, aber auch für Zuversicht.“ Sein
Nachfolger Mader, der seit 1972 im Glasgeschäft tätig ist, dankte für
den „warmen Empfang“ in Spiegelau. „Aus Spiegelau und Riedel ist ein
Flaggschiff geworden“, verwies er auf die erfolgreichen Unternehmen.
Nach seinen und Georg Riedels Worten auf der jüngsten Pressekonferenz
in München wird Spiegelauer Glas nicht nur auf dem Wasser, sondern auch
auf der „Rennbahn“ weiterhin Gewinne einfahren. „Spiegelauer Glas ist
unser Rennpferd. Das wird bald auch ein neuer Schriftzug in Ferrari-Rot
symbolisieren“, kündigte Mader an. Trotz der Übernahme sollen alle drei
Glasmarken Riedel, Spiegelau und Nachtmann getrennt am Markt
weitergeführt werden. Landrat
Alexander Muthmann sprach vom Spiegelauer Glas als „Imageträger“ für
die Region. „Dass die bayerische Staatsregierung Spiegelauer Glas
verschenkt, beweist, wie hoch die Wertschätzung ist.“ Er lobte das
Traditionsbewusstsein, die hohe Qualität und das Engagement der
fleißigen Beschäftigten in der Glasfabrik. Glas sei zudem als
Kunstobjekt ein wichtiger Kulturträger.
Weder eine Hetzrede halten, noch einen Kniefall machen, wollte
Bürgermeister Josef Luksch vor dem neuen Eigentümer Riedel und dem
neuen Geschäftsführer Mader. Vielmehr sei er bestrebt, auch weiterhin
die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem wichtigsten
Arbeitgeber in Spiegelau zu suchen. „Ich habe zwei Wünsche: dass die
Glasmachertradition weiter leben darf und wir sie nicht eines Tages nur
mehr im Museum wiederfinden und dass sich das Bewahrende der Arche so
auf das Glasmachen bezieht, dass uns dieser Wirtschaftsstandort
erhalten bleibt.“ Zwischen
den Reden wurden die Ohren verwöhnt mit alten Waldler- und
Glasmacherliedern, gesungen vom 40-köpfigen Männerchor Rachel-Lusen
unter Leitung von Pfarrer Hubert Gerstl oder von den heiteren bis
kritischen Liedern, für die Otto Öllinger und seine Freunde Alfred
Resch und Sepp Scholz (Gotthard Seidl fehlte diesmal) bekannt und
beliebt sind. Begleitet von Karl-Heinz Reimeier
durften die Gäste selber aktiv werden und den „Glasmacher“ und später
das „Glasmacherleben“ anstimmen. Christa Steger hatte zwei Auftritte -
mit einem Gedicht von Paul Friedl über eine alte, aufgelassene
Glashütte und als verzweifelter Glasschmelzer, der mit Hilfe des
Glashüttengeistes Durandl (unter der Maske steckte Josef Herzog ) das
Rezept für das strahlende Goldrubin entdeckt. Und
auch die Augen kamen nicht zu kurz. An einem Drei-Liter-Weinglas
zeigten die Glasbläser die einzelnen Arbeitsschritte und in einer
Dia-Schau, zusammengestellt von Lukas Laux, Sabine Eisch und Herbert
Pöhnl, wurde die Reise der Glasarche seit 2003 beeindruckend
beschrieben. Glashüttenfeste in der Ofenhalle der KSS sind heuer am 6. Mai, 27. Mai, 22. Juli, 5. August, 26. August und 9. September.
Grafenauer Anzeiger vom 4.4.2005
Glasarche strandet auf dem Herzblattplatz Spiegelau
(ul). Jetzt hat „Amordeo“ eine Gefährtin auf dem „Herzblattplatz“ vor
der Kristallglasfabrik Spiegelau bekommen: die Glasarche hat als zweite
Station bei ihrer Fahrt von Glashütte zu Glashütte nach Riedlhütte nun
Spiegelau angesteuert. Hier liegt sie bis 14. April an zentraler Stelle
vor Anker auf dem Platz, der vor einigen Jahren bei der Singleshow
„Herzblatt“ als „romantischer Platz und Treffpunkt für Verliebte“ den
Namen „Herzblattplatz“ verliehen bekam. Auf diese ehrenvolle „Taufe“
weist eben „Amordeo“ hin, das lustige Maskottchen der früheren
Fernsehserie, das an der Mauer des Verwaltungsgebäudes angebracht ist. Verbunden mit der Ankunft der Glasarche in
einem neuen Hafen war am Freitagabend ein Hüttenabend der besonderen
Art in der Ofenhalle der Glasfabrik. Unter dem Titel „Glas und Mensch“
, die in enger Verbindung miteinander stehen, wurde die besondere Welt
der Glasmacher und ihrer Hüttenherren, ihr Brauchtum, aber auch ihre
Zukunft von mehreren Seiten beleuchtet (einen ausführlichen Bericht dazu lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe).
Grafenauer Anzeiger vom 31.3.2005
Die „Glasarche“ strandet am Freitag in Spiegelau Empfangsabend mit Unterhaltungsprogramm - Geschichten über die Glasmacherzunft Spiegelau
(rei). Ein Hüttenabend der besonderen Art findet zum Empfang der
„Gläsernen Arche“ in Spiegelau am kommenden Freitag, 1. April, in der
Glashütte Spiegelau statt. Die „Gläserne Arche“ ist auf dem Weg zu den
Glashütten bis nach Theresienthal und in den Nationalpark der
Falkensteinregion. Eine Reihe von Akteuren hat sich angesagt, den
Empfangsabend mitzugestalten: Christa Steger und Josef Herzog kommen
mit dem Hüttengeist Turandl, Otto Öllinger und seine Freunde sowie der
Männerchor Rachel-Lusen unter Leitung von Pfarrer Hubert Gerstl sorgen
für musikalische Unterhaltung. Es wird auch über den Ort Spiegelau
etwas erzählt sowie über die Situation der Glasfabrik. Karl-Heinz
Reimeier führt mit Geschichten über die Glasmacherzunft durch das
Programm. Die Besucher haben die Möglichkeit, den Glasmachern am Ofen
beim „Schinden“ von kleinen gläsernen Kostbarkeiten zuzuschauen, die
auch erworben werden können. Geöffnet ist die Glashütte ab 17.45 Uhr,
in der Zeit von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr ist die Möglichkeit zum
„Hüttenessen“, um 19.30 Uhr beginnt das Programm. Reservierung unter
der Nummer 08553/24192.
Grafenauer Anzeiger vom 15.3.2005 Georg Riedel gedeihliche Zusammenarbeit angeboten Spiegelauer Gemeinderäte der CSU, Freien und Überparteilichen Wähler wollen neuem KSS-Glashüttenbesitzer aus Tirol Hand
reichen/ von Egon M. Binder Spiegelau.
Bei einem überfraktionellen Treffen sprachen sich Spiegelauer
Gemeinderäte der Fraktionen der CSU, Freien und Überparteilichen Wähler
dafür aus, dass das Gemeindeparlament auf den neuen Besitzer der
Spiegelauer Kristallglasfabrik, Georg Riedel (Tiroler Glashütte GmbH),
zugehen und ihn bei seinen künftigen unternehmerischen Plänen
unterstützen sollte. Die Gemeinderäte Erhard Wawrzek (FW), Kurt
Zettl (2. Bürgermeister) und Siegfried Klante (CSU) und Harald Frank
(ÜPG) missbilligten dabei vor allem das Verhalten von 1. Bürgermeister
Josef Luksch, der bei einer Bürgerversammlung über die Pläne von Georg
Riedel Auskunft gegegeben hatte, die er als
KSS-Aufsichtsratsvorsitzender ihrer Meinung nach hätte nicht sagen
dürfen und deshalb von Riedel aus dem Aufsichtsrat entlassen worden
sei. Erhard Wawrzek forderte das Gemeindeoberhaupt
auf, nicht gegen, sondern für die Geschäftspolitik des neuen Tiroler
Glashüttenbesitzers zu arbeiten, um damit den Standort Spiegelau
erhalten zu helfen. Sicherlich, so äußerte sich 2. Bürgermeister Kurt
Zettl, sei der Verlust der Verwaltung und des Vertriebs und damit von
rund 30 Arbeitsplätzen in der KSS sehr schmerzlich für Spiegelau, doch
man dürfe nicht nur rückwärts schauen, sonder n müsse ‚‚Riedel seitens
der Gemeinde die Hand zur gedeihlichen Zusammenarbeit reichen“. Siegfried
Klante, der Ende Juni als Geschäftsführer die KSS verlässt und in den
Vorruhestand geht, stellte heraus, dass die Spiegelauer Glashütte
bereits in der Vergangenheit bewiesen habe, dass sie durch ihre
hochwertigen Gläser auf dem Weltmarkt gut ankomme und als bislang
eigenständige Firma im Verband mit dem Nachtmann-Konzern aus eigener
Kraft pro Jahr an die 15 Millionen Gläser produziert und damit Schwarze
Zahlen geschrieben habe. Derzeit seien noch 330 Leute in Spiegelau und
in Frauenau beschäftigt. Einige
der in Spiegelau abgebauten Verwaltungskräfte konnten bei der
Nachtmann- Hauptverwaltung in Neustadt/Waldnaab einen neuen
Wirkungskreis finden. Der Fehler sei jedoch gewesen, dass man über
Jahre hinweg mit den bei der KSS erzielten Gewinnen die defizitären
Nachtmann-Unternehmen unterstützen musste und deshalb in Spiegelau
keine größeren Investitionen gemacht werden konnten. Das
Gremium war sich einig, das Bürgermeister Josef Luksch und die
Gemeinderäte raschestmöglich das einvernehmliche Gespräch mit Riedel
suchen sollten. ‚‚Für uns ist es ein Glücksfall, dass Riedel die KSS
gekauft hat und damit die KSS-Glashütten eine echte Chance zum
Fortbestand haben,“ kommentierte Erhard Wawrzek. Seiner
Meinung nach hätten die Glashüttenstandorte Spiegelau und Riedlhütte,
so wie es auch Landrat Alexander Muthmann vorgeschlagen hat,
geographisch gesehen durchaus die Voraussetzung, dass hier auch
verwaltungsmäßig das Herz der Riedel-Gruppe schlagen könnte. Man müsse
daher alle Möglichkeiten nutzen, vor Ort neue Arbeitsplätze
anzusiedeln, um der seit Jahren in Spiegelau anhaltenden
Abwanderungstendenz entgegen zu wirken, waren sich die überparteilich
versammelten Gemeinderäte einig. Ihrer Meinung nach sei es dringend
notwendig, dass man das Thema KSS nach dem Besitzerwechsel endlich mal
zu einem Thema bei einer Gemeinderatssitzung macht. Ein
erster Vorstoß mit Riedel in Kontakt zu treten sei ja auf Anregung der
Freien Wähler, der CSU und ÜPG bereits gemacht worden. Denn diese
Fraktionen haben den Bürgermeister veranlasst, an Georg Riedel einen
Brief zu schreiben, in dem es u. a. heißt: ‚‚Dass Sie, Herr Riedel,
diesen Schritt der Übernahme der Nachtmann-Glashütten in Zeiten der
Globalisierung und den Möglichkeiten in Billiglohnländern zu
produzieren gemacht haben, werten wir als ausdrückliches Bekenntnis zum
Standort Europa, der Bundesrepublik und des Bayerischen Waldes. Sie
beweisen hier Weitsicht, Fachwissen, Markterfahrung und Engagement mit
einem hohen Kapitaleinsatz. Die Mitarbeiter der übernommen Firmen
werden den Beweis für die Richtigkeit Ihrer Entscheidung antreten. Sie
sind fachlich versiert, hoch motiviert und überaus leistungsbereit. Mit
diesem Schritt sind Sie zum Marktführer in Europa aufgestiegen. Dafür
gebührt Ihnen hoher Respekt und Anerkennung.“
Grafenauer Anzeiger vom 15.3.2005
Post in Spiegelau ab heute wieder an alter Stelle Spiegelau.
Die Post ist seit heute wieder an ihrer ursprünglichen Stelle in der
Schulstraße 39. In den Räumen des Fahrradfachgeschäfts stehen montags
bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr und samstags von 9
bis 12 Uhr Gerda Hüsemann und ihr Team den Kunden in allen postalischen
Fragen zur Seite. Die bisherige Poststelle im Edeka Aktivmarkt an der
Konrad-Wilsdorf-Straße ist seit gestern geschlossen.
Grafenauer Anzeiger vom 10.3.2005
»Da
Eitroga« predigte für die Spiegelauer / Spitze Pointen beim zweiten
Starkbierfest - Singspiel mit Martina Stöckl und Margit Lindner
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Spiegelau
(ga). »Wer nicht derbleckt wird, ist niemand« - so lautetet auch das
Motto beim zweiten Starkbierfest des Gewerbevereins Spiegelau mit dem
»Eitroga« alias Bruno Fischer. Dass in Spiegelau kein Pater, sondern
der Eitroga die »Würdigung« der verschiedensten Ereignisse und Pannen
des vergangenen Jahres vornimmt, liegt an der Geschichte der
Glasverarbeitung in Spiegelau. Die Aufgabe der Eitroga bestand in
früheren Zeiten darin, die Gläser zu den Kühlbändern zu transportieren,
wobei sie natürlich allerhand Neuigkeiten und Kuriositäten erfuhren und
auch gleich weiter verteilten. Und in eben dieser Tradition enthüllte
der »Spiegelauer Eitroga« ein humoristisches Feuerwerk über die
Geschehnisse und Ausrutscher des vergangenen Jahres. Aber auch
augenzwinkernde Ideen und Ratschläge wurden gegeben. So zum Beispiel
die Umwandlung des ehemaligen Sägewerk-Geländes in einen großangelegten
Freizeit- und Wellnesspark wobei es sich Bruno Fischer nicht nehmen,
ließ den Landrat zur Unterstützung dieses unkonventionellen Gedankens
zu bitten. »Zeigen sie Mut, Mann«, so der Eitroga. So wurden nach und
nach die einzelnen Verfehlungen und Ereignisse des vergangenen Jahres,
begleitet vom stürmischen Applaus und Lachen des Publikums,
präsentiert. Und so manches Geheimnis konnte gelüftet werden, so auch
das Schicksal der Spiegelauer Trenck der Pandur Strohpuppe, das Bruno
Fischer mit dem süffisanten Zweizeiler: »Halb Europa hat vorm Trenck
gegraut; der Bimbo hatn niederghaut!« für Eingeweihte hinreichend
aufklärte. Nach zwei Stunden des mit vielen Glanzlichtern durchsetzten
Vortrags von Bruno Fischer folgte ein kurzes vom Publikum ebenfalls
gefeiertes Singspiel, in dem Martina Stöckl und Margit Lindner als
Bürgermeister Josef Luksch und Kämmerer Ludwig Friedl sich mit der
angespannten Finanzlage der Gemeinde auseinander setzten. Sowohl
Bürgermeister als auch Landrat Alexander Muthmann zeigten sich in
kurzen Ansprachen von der Gestaltung des Starkbierfestes begeistert und
genossen wie viele andere auch das gut gewählte Ambiente des
Spiegelauer Schnapsmuseums.
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