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Grafenauer Anzeiger
vom 27.12.2006 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Für
den Bau des Naturbades hat der Gemeinderat Gewerke vergeben.
Estricharbeiten: Fa. Blöchl, Röhrnbach, 3078 Euro; Innem- und
Außentüren: Fa. Halser, Neuschönau, 7692 Euro; Außenabschlüsse Fenster:
Fa. Hans Friedrich, St. Oswald, 7247 Euro; Sanitärtrennwände: Fa.
Schäfer, 13 192 Euro; Elektroarbeiten: Elektro Harant, Spiegelau, 17
944 Euro. Michael Hobelsberger, hat sein 14 000 qm großes
Rotwildgehege in ein Wildschweingehege umgewandelt (PNP berichtete).
Nun beantragten die Bürgerinitiative Hangstraße Palmberg und Anwohner
der Bergackerstraße Palmberg beim Gemeinderat die Überprüfung des
geänderten Flächennutzungsplanes. „Wir haben das Schreiben an das
Landratsamt weitergeleitet, denn das Bauvorhaben war, laut Landratsamt,
auch ohne Flächennutzungsplanänderung zulässig“, erklärte Bürgermeister
Luksch. „Die Baugenehmigung wird noch erteilt werden. Wir haben im
Sinne des Bauplanrechts richtig gehandelt.“ In den
Jahresplan 2007 der Städtebauförderung wurden folgende „Wunschvorhaben“
eingestellt: Auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks:
Planung 47 000 Euro, Sicherung der Sägehalle 35 000 Euro, Abbruch
Sägewerk, Wegeverbindung: 25 000 Euro, Hochbaumaßnahmen zur
Nutzbarmachung der Sägehalle: 1 Million Euro, aufgeteilt auf zwei
Jahre, Nutzbarmachung des Spänesilos: 600 000 Euro, aufgeteilt auf
2008, 2009, 2010. Für die Sanierung der Pfarrer-Schweikl-Straße: 300
000 Euro (aufgeteilt auf 2007/2008), Sanierung der Ortsdurchfahrt
(Bauabschnitt III) vom alten Rathaus zur Schulstraße: 1 Mio. Euro,
aufgeteilt auf 2009 und 2010; Abbruch des alten Rathauses und des alten
Feuerwehrhauses: 55 000 Euro (2008). Der Gemeinderat stimmte dem
Jahresantrag zu unter der Voraussetzung, dass es im Rahmen des
Stadtumbau West immer 80 Prozent Förderung gibt. Ungewöhnlich
rau erscheint die neu aufgebrachte Deckschicht in der Bergstraße in
Klingenbrunn. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Deckschicht durch
die Entnahme von Asphalt-Bohrkernen zu untersuchen. Das Ergebnis eines
Baustoff-Prüflabors in Eiterhofen lag jetzt vor. „Die Baufirma hat
vorschriftsmäßige Arbeit geleistet“, heißt es in dem Prüfbericht, der
583 Euro kostet. Ein Investor hat im Rathaus vorgesprochen,
der auf der Suche ist nach guten Standorten zur Errichtung eines
Solarparks zur Stromerzeugung. In Oberkreuzberg sei ihm eine Fläche an
dem Südhang „Am Hochfeld“ angeboten worden. Der Gemeinderat hat
grundsätzlich nichts dagegen, will sich aber über eine
Computer-Animation, die der Investor vorführen will, ein genaues Bild
von dem Vorhaben machen. Karl-Hans Spiegel hat beantragt, im
Auenweg die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen. Dem Antrag wurde
nicht stattgegeben, weil der Gemeinderat keine Notwendigkeit zur
Tempo-Begrenzung sieht. „Von den 30-er Schildern stehen viel zu viele
herum. Die bringen überhaupt nichts“, sagte Gemeinderat Anton Seibold.
„Wenn, dann würde die Regelung rechts vor links noch etwa bewirken“,
schlug Luksch vor. Und Siegfried Klante machte darauf aufmerksam, dass
das Schild „Spielende Kinder“ in 76 Prozent der Fälle Autofahrer zum
Langsamfahren animieren würde. „Das könnten wir mal ausprobieren“, so
der Bürgermeister. Folgende Bauvoranfragen und Bauanträge
sind dem Gemeinderat vorgetragen worden: Willi Eder, Neubau eines
Wohnhauses in Althütte; Emma und Wilhelm Kloiber, Einbau einer
Dachgaube, Karl-Heinz und Anita Penn, Einbau eines Quergiebels und
einer Dachgaube; Astronomische Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald
in Zwiesel, Neubau einer Sternwarte in Oberkreuzberg; Swetlana und
Christian Puchinger, Erweiterung der Garage.; Fa. Schlecker, Anbringung
einer Werbeanlage; Florian Macht, Ausbau eines alten Stadels; Beate
Rolli-Kordick und Michael Kordick, Neubau eines Wohnhauses mit Carport
und Neubau eines Ausstellungsgebäudes ; Johann Ranzinger, Neubau einer
Betriebsleiterwohnung. Einstimmig wurde der Antrag von
Roland Friedl auf Ortsbegehung bzw. Ortsbesichtigung abgelehnt . Die
Begründung: Ortsbegehungen und -besichtigungen sollte sich weiterhin
auf Problemfälle beschränken.
Die Regierung von
Niederbayern hat aus Mitteln des Stadtumbau West folgende staatliche
Zuwendungen gewährt: für die Zukunftswerkstatt (45 000 Euro): 32 000
Euro, für Abbrucharbeiten im Sägewerkgelände (80 000 Euro): 64 000 Euro.
Letzter
TOP in öffentlicher Sitzung war der Sachstandsbericht über die letzte
Sitzung des Zweckverbandes Klärwerk Spiegelau. Dabei gingen
Zweckverbandsvorsitzender Luksch und Gemeinderat Klante auch auf den
Zeitungsbericht und Kommentar zur Gemeinderatssitzung in Riedlhütte
ein. „Die Neufestlegung der Umlage ist keine Retourkutsche für die
Schulangelegenheiten“, stellte Luksch von vornherein klar. „Alles, was
wir wollen, ist ein objektives Ergebnis, das von allen akzeptiert wird,
egal, welche Umlagehöhe die Gemeinde zu tragen hat. Wir haben auch
keine Angst, dies unseren Bürgern zu vermitteln“, so Klante. Zur
Besprechung der neuen Umlagehöhen sollen nicht nur die fünf
Verbandsräte von Spiegelau und die vier von Riedlhütte geladen werden,
sondern auch die jeweiligen Gemeinderäte. ul
Grafenauer Anzeiger
vom 12.12.2006
Beschäftigungsgesellschaft
nur eine Beruhigungspille?
In der Live-Sendung des Deutschlandfunks kamen
ehemalige Glasarbeiter, ihre alten und neuen Arbeitgeber zu Wort /von
Ursula Langesee
Spiegelau. Gestern Vormittag kurz vor 10 Uhr im
Begrüßungsraum der Tourist-Information. An die 60
Spiegelauer drängen sich den Raum, immer mehr Stühle werden
gebracht. Trotzdem ist es ruhig, denn es läuft die
Live-Übertragung der „Länderzeit vor Ort“ im
Deutschlandfunk. Moderator Jürgen Wiebicke hält Christa
Hoffmann das Mikro unter die Nase und die lässt ihrem Frust freien
Lauf: „Wir Arbeiter werden nur mehr als Ware betrachtet. Dabei
haben wir so gerne in der Glasfabrik gearbeitet - wann und wie lange
war kein Thema. Es war einfach wie in einer großen Familie. Und
als uns Älteren nach der Übernahme durch Riedel der Ruhestand
nahe gelegt wurde, da hörten wir auf, weil wir dachten, dann
können wenigstens die Jüngeren ihre Arbeit behalten. Aber es
war nicht so.“
Die Jüngeren, dazu zählt auch Hoffmanns Tochter Karin Prager.
Die 40-Jährige ist zweifache Mutter. Ihr Mann hat zum Glück
noch einen Job, aber auf dem Haus lasten noch Schulden, die er jetzt
alleine schultern muss. Seit sie ihre Arbeitsstelle im Büro der
Kristallglasfabrik verloren hatte, sucht die Bürokauffrau, die
zugleich gelernte Hotelfachfrau ist, eine feste Anstellung - ohne
Erfolg. Sie ist noch in der Beschäftigungs- oder
Transfergesellschaft, die nach den Massenentlassungen vor zwei Jahren
gegründet worden ist.
„Neuer Arbeitgeber Beschäftigungsgesellschaft?“ war
dann auch das Thema der 70-minütigen Live-Sendung. Den Fragen des
Moderators stellten sich neben den betroffenen Arbeitnehmern
Bürgermeister Josef Luksch, Pfarrer Hubert Gerstl, Alois Kaufmann,
Kaufmännischer Leiter bei Nachtmann/Riedel, Herbert Sollner,
Personalleiter Nachtmann, H. T. Dietschi, Geschäftsführer der
Transfergesellschaft, Herbert Krüger von der Gewerkschaft BCE,
Bernd Becking und Johann Haugeneder von der Agentur für Arbeit und
Unternehmer Erhard Wawrzek.
„Die Transfergesellschaft ist doch nur eine Beruhigungspille
für die Arbeitnehmer“, sagt ein Anrufer am Hörertelefon
und Geschäftsführer Dietschi streitet das auch gar nicht ab.
„Die Leute fallen nach der Kündigung in ein Loch. Wir fangen
sie auf, lernen sie in persönlichen Gesprächen kennen, wir
begleiten sie zwölf Monate lang und zeigen ihnen Perspektiven auf.
Am Anfang steht ein Bewerbungstraining, dann
Qualifizierungsmaßnahmen und am Ende hoffentlich ein Job.“
Wobei nur etwa 20 Prozent wieder eine Arbeit finden, also acht von zehn
gehen leer aus. „Eine Erschwernis ist hier, dass die Menschen in
ihrer Region so verwurzelt sind. Das ist zwar menschlich ganz toll,
aber es hemmt die Mobilität und Flexibilität“, hat
Dietschi beobachtet.
„Und was nützt die Mobilität, wenn sie in Wunsiedel
oder Wuppertal keinen Glasarbeiter brauchen?“, warf Krüger
von der IG BCE ein. Als eine Chance sieht Becking von der Agentur
für Arbeit, sich einen anderen Beruf zu suchen. „Es besteht
großer Bedarf an Arbeitern im Bau-, Metall- und
Elektrogewerbe.“ So eine berufliche Neuorientierung hat der
frühere Glasarbeiter Fritz Riedl hinter sich. Er war mit 52 Jahren
ausgestellt worden und hat dann in der Transfergesellschaft eine
Kraftfahrerausbildung gemacht. Jetzt will er sich mit Holzhandel und
Transportdiensten selbständig machen.
„Zum Aufhören zu jung, zum Arbeiten zu alt“. Dieses
Dilemma kennt Pfarrer Gerstl zur Genüge. Wobei nur wenige dem
Seelsorger von sich aus ihr Leid schildern. „Ist es aus Scham
oder falschem Stolz, aber erst wenn man die Betroffenen direkt
anspricht, tauen sie auf. Dann tun sich oft Abgründe auf. Die
Verzweiflung ist groß, sie reicht bis zur Depression und zu
Selbstmordgedanken, existenzielle Sorgen plagen die Menschen, sie
verlieren ihr Selbstwertgefühl.“
Nicht gleich Arbeitslosengeld I beziehen zu müssen, einen
Zeitpuffer zu haben, damit sich die Betroffenen auf die geänderte
Situation einstellen können, das sieht Becking als positiven
Aspekt der Transfergesellschaft. Für die Agentur für Arbeit
eröffne dies auch die Möglichkeit, schon in der
Übergangsphase mit den Arbeitslosen stärker in Kontakt zu
treten. „Trotzdem ist die beste Transfergesellschaft die, die man
nicht braucht“, machte Gewerkschafter Krüger klar.
Warum es überhaupt zu dem Arbeitsplatzabbau in der Glasfabrik kam,
versuchte der kaufmännische Leiter Kaufmann von der Firma
Nachtmann/Riedel zu erklären. „Wir müssen
konkurrenzfähig sein. Der Endverbraucher gibt den Preis vor und
der muss erschwinglich bleiben. Deshalb müssen wir mehr auf
Maschinen als auf menschliche Arbeitskraft setzen.“
Der Wegfall der Arbeitsplätze in der Glas- und Holzindustrie und
die damit verbundene demographische Entwicklung bewegen auch
Metzgermeister Erhard Wawrzek dazu, nicht in Spiegelau, sondern
möglicherweise im Münchner Raum zu investieren. „Ein
Versorgungsbetrieb muss in zehn, 20 Jahren dort sein, wo die Menschen
sind. Das ist in Ballungsgebieten“, sagte er Moderator Wiebicke.
An Bürgermeister Luksch war dann die letzte Frage gerichtet,
welche Perspektiven er jungen Leuten in Spiegelau aufzeigen könne.
„Ich kann ihnen nur raten, dass sie sich um eine hervorragende
Ausbildung kümmern sollen. Und dass sie dieses Ziel erreichen,
werde ich sie nicht überreden, hier zu bleiben. Denn hier neue
Arbeitsplätze schaffen zu können, wäre die Quadratur des
Kreises.“
Grundschule feiert mit den Eltern Weihnachten
Spiegelau (pnp). Unter dem Motto „Wenn der
Himmel unser Herz erreicht“ steht die diesjährige
Weihnachtsfeier der Grundschule Spiegelau am heutigen Donnerstag ab 18
Uhr. Schüler, Lehrer und der Elternbeirat gestalten das Programm
mit Liedern, Gedichten und einem modernen Krippenspiel sowie das
leibliche Wohl der Gäste mit leckeren Köstlichkeiten. Alle
Eltern, Freunde und Bekannte sind dazu eingeladen.
Netto sucht die Nähe von Edeka und Norma
Spiegelau sagt Ja zu größerem Verbrauchermarkt am alten
Sportplatz
von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Netto-Verbrauchermarkt, jetzt noch an der
Hauptstraße, braucht mehr Platz und er sucht die Nähe der
anderen beiden Verbrauchermärkte in Spiegelau, Edeka und Norma.
Als Grundstück bietet sich die Gemeinbedarfsfläche
„Alter Sportplatz“ an, die östlich des alten Friedhofs
und südlich der Hauptstraße liegt. Hier könnte der
„Netto“-Markt seine Verkaufsfläche von jetzt 495 auf
750 Quadratmeter ausweiten
Der Gemeinderat musste bei seiner letzten Sitzung in diesem Jahr nun
entscheiden, ob die Gemeinbedarfsfläche in das Mischgebiet
„Einkaufsmarkt“ umgewandelt werden soll. Die Änderung
des Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan und die
Aufstellung eine Bebauungsplanes wurde mehrheitlich angenommen
(Gegenstimmen von Anton Seibold und Erhard Wawrzek). Einige
Festsetzungen wurden bereits gemacht. So darf der Verbrauchermarkt nur
von der Hauptstraße her entweder direkt oder über die
Jahnstraße angefahren werden. Um das südlich angrenzende
Wohngebiet an der Schulstraße vor verstärktem
Durchfahrtsverkehr zu schützen, soll an der Einmündung zur
Jahnstraße das Zeichen 250 (Verbot für Kraftfahrzeuge aller
Art) angebracht werden. Vor 6 Uhr früh und nach 22 Uhr darf keine
Warenanlieferung erfolgen. Der Lärmpegel darf tagsüber 60
Dezibel und bei Nacht 45 Dezibel nicht überschreiten.
Als Dachform wird, wie bei den anderen Verbrauchermärkten in der
Nachbarschaft, ein Satteldach vorgeschrieben, das mit Ziegeln
eingedeckt wird. „Der Investor muss eine eventuelle Verbreiterung
der Jahnstraße, den Kanalanschluss und eine Verlegung von
Kanälen selber finanzieren, ebenso muss er die
Ausgleichsflächen selbst stellen, nicht die Gemeinde“,
machte Bürgermeister Josef Luksch klar. Als problematisch sehen
die Gemeinderäte die Zu- und Ausfahrt zu dem
Netto-Verbrauchermarkt. „Für Linksabbieger wird es von der
Hauptstraße her schwer, in die Jahnstraße zu kommen“,
befürchtet Siegfried Klante. Dann könnte bei Schnee und Eis
die Steigung in der Jahnstraße Schwierigkeiten machen. Nach dem
Einkauf hätten Kunden, die links in die Hauptstraße in
Richtung Zwiesel einscheren wollten, die Sichtbehinderung durch die
Friedhofsmauer. „In den Bebauungsplan muss auf jeden Fall eine
zweibahnige Abbiegespur aufgenommen werden“, schlug Elke
Proßer-Greß vor. Luksch wäre am liebsten, der Investor
würde gleich eine eigene Zufahrt von der Hauptstraße her
einplanen. Der Verkauf des gemeindeeigenen Grundstückes an den
„Netto“-Verbrauchermarkt hat nicht nur den Effekt, dass
Geld in die Kasse für den Stadtumbau West kommt, es beschleunigt
auch den Denkprozess, wo ein neuer Festplatz für Spiegelau
entstehen soll. Denn mit dem alten Sportplatz geht zugleich der
Festplatz verloren. Als Alternative für die jungen Sportler des
TSV soll jetzt der Sportplatz an der Schule genutzt werden.
Grafenauer Anzeiger
vom 19.12.2006
Live-Sendung aus Spiegelau
7/Thema: Transfergesellschaft
Deutschlandradio spricht morgen mit Betroffenen
Spiegelau (ul). Der Deutschlandfunk sendet morgen,
Mittwoch, von 10.10 Uhr bis 11.30 Uhr live aus Spiegelau. Es geht um
das Thema „Neuer Arbeitgeber - die
Beschäftigungsgesellschaft. Spiegelau im Bayerischen Wald zwei
Jahre nach den Massenentlassungen“.
Darüber unterhalten sich mit Moderator Jürgen Wiebicke:
Bürgermeister Josef Luksch, Pfarrer Hubert Gerstl, Alois Kaufmann
(Kaufmännischer Leiter Firma Nachtmann), Herbert Sollner
(Personalleiter Nachtmann), H.T. Dietschi (Transfergesellschaft
Oberbayern), Erhard Wawrzek (Spiegelauer Unternehmer), Herbert
Krüger (IG BCE), Bernd Becking (Geschäftsführer Agentur
für Arbeit Passau), Johann Haugeneder (Agentur für Arbeit,
Grafenau).
Zu der Live-Sendung aus dem Begrüßungsraum der
Tourist-Information sind ausdrücklich alle interessierten
Bürgerinnen und Bürger aus Spiegelau und Umgebung eingeladen.
Kunst im Zauberwald mit Jungwuchs
Tourist-Information wird bis Ende Februar zur Galerie -
Künstlergemeinde wie Waldhäuser
Riedlhütte (gf). Sie ist längst ein fester
Bestandteil im kulturellen Leben der Gemeinde St.
Oswald-Riedlhütte: Die Gruppe „Jungwuchs“ mit Rudi
Seidl, Michael Schreiner, Susanne Zuda, Regina Fleck, Josef Schneck,
Herbert Kammermeier, Heinz Robl und Siegfried Stockbauer. Diese zeigen
bis Ende Februar ihre Arbeiten in der Tourist-Information
Riedlhütte.
Bei der von Karl-Heinz Reimeier an der Ziach und Helmuth Scheueregger
an der Gitarre umrahmten Vernissage lobte Bürgermeister Josef
Meininger die Loyalität der Künstlergruppe. „Von ihr
kommt niemals ein Nein, wenn die Gemeinde sie für irgendwelchen
Aktivitäten braucht“.
Die jüngste Ausstellung der Gruppe ist zugleich eine Premiere.
Nicht nur das Foyer der Tourist-Information dient zur Präsentation
der Bilder, Skulpturen und Objekte. Die bislang ungenutzte Fläche
vor dem Mehrzweckraum wurde buchstäblich „erleuchtet“.
„Das war ein großes Stück Arbeit“, sagte der
Leiter der Tourist- Information, Tilmann Kaiser, bei der Vernissage.
Doch die Mühe habe sich gelohnt. Die dezente Decken- und indirekte
Wandbeleuchtung bringe die Bilder voll zur Geltung. Auch Laudator
Rektor Bernd Bachhuber gab zu: „Die Tourist-Information ist
während der Sanierung des Waldgeschichtlichen Museums in St.
Oswald ein würdiges Ausweichquartier.“ Über
„Jungwuchs“ sagte er mit Stolz: „Mit ihr ist St.
Oswald-Riedlhütte zu einer Künstlergemeinde neben dem
Künstlerdorf Waldhäuser geworden“. In der Tat bietet
die aktuelle Ausstellung das ganze Spektrum der bildenden Kunst. Da ist
Josef Schneck in seiner ganzen Vielseitigkeit. Das großformatige,
expressive und intensivfarbige Ölbild „Brotzeit in der
Glasfabrik“ , das auf einer Staffelei steht, ist ein
„typischer Schneck“. So auch die abstrahierte Mischtechnik
„Raunacht“ mit spontanem Pinselduktus. Die reduzierte
Bronze-Plastik „Freunde“ ist beeindruckend in ihren
harmonischen Rundungen. Und höchst originell stellt sich das
Objekt „Leben“ vor: Ein hölzerner Rumpf mit
emporgestreckten Armen, auf denen Glaskugeln ruhen, und dazu ein
Unterleib aus Jeans mit Gürtel und Turnschuhen. Als unverkennbar
präsentieren sich die duftigen LandschaftsAquarelle von Rudi
Seidl. In freier Technik ist die „Moderne Malerei“ von
Heinz Robl entstanden. Regina Fleck malt zumeist expressiv mit
Acrylfarben. Und Siegfried Stockbauers impressionistischen Aquarelle,
Mischtechniken und Pastelle scheinen aus einem Zauberwald zu stammen.
Ganz passend zum Titel der Ausstellung „Kunst im
Zauberwald“.
Grafenauer Anzeiger
vom 12.12.2006
Jugendtreff
„Flash“ kämpft gegen sein schlechtes Image
Mit verstärkter Sozialarbeit soll das Vertrauen
der Nachbarn gewonnen werden
Spiegelau (pnp). In der jüngsten Vollversammlung des
Jugendzentrums „Flash“, bei der auch Bürgermeister
Josef Luksch anwesend war, konnten mehrere Missverständnisse
geklärt werden. So stellte sich der baldige Abriss des alten
Feuerwehrhauses und somit die drohende Schließung des
Jugendzentrums als Gerücht heraus.
Bei den Aktivitäten im kommenden Jahr ist eines der Ziele,
Jüngere viel stärker in die Arbeit der Jugendlichen
einzubinden. Dies will man durch gemeinsame Spielnachmittage,
Wanderausflüge und Schlittenfahrten erreichen. Natürlich
hoffen die Verantwortlichen des „Flash“ mit ihrer 1.
Vorsitzenden Janina Döringer dabei sehr auf die
Unterstützung, bzw. das Vertrauen der Eltern.
Neben den ganz jungen sollen auch die Senioren nicht vergessen werden.
So wollen die Leute vom „Flash“ Nachmittage mit den
Bewohnern des „Rosenium“-Seniorenwohnheimes verbringen -
sei es bei Spaziergängen oder bei Kaffee und Kuchen. Alle
Anwesenden sowie der Bürgermeister zeigten sich begeistert
für die neuen Ideen. Generell will man an einer Imageverbesserung
arbeiten. Dass eine solche dringend nötig ist, zeigt sich darin,
dass es in letzter Zeit zu Beschwerden von umliegenden Geschäften
gekommen ist. Angeblich führe der exzessive Alkoholkonsum im
Jugendzentrum zu häufigen Randalen und Sachbeschädigungen.
Diese Anschuldigungen werden von den Mitgliedern des Jugendzentrums als
ein Spiegelbild dessen angesehen, dass alle negativen Vorkommnisse
umgehend auf das „Flash“ projiziert werden und dabei andere
ansässige Gastronomie- und Barbetriebe völlig außer
Acht gelassen werden.
Tatsache ist, dass man dies den Anwohnern, bei der derzeitig
vorherrschenden allgemeinen Meinung über das Jugendzentrum, kaum
verübeln kann. Dass dies ein Fehlglaube ist, will man künftig
unter Beweis stellen. Die Mitglieder des „Flash“
wünschen sich hier eine objektivere Sichtweise, haben aber
Verständnis für die Betroffenen. Sie möchten die
Spiegelauer Bevölkerung durch die geplanten Aktivitäten davon
überzeugen, dass im Jugendtreff wertvolle Jugendarbeit geleistet
wird.
Auch Josef Reitberger, der Leiter der Grenzpolizeistation in Spiegelau,
hat in diesem Zusammenhang in letzter Zeit keine Häufung von
Straftaten in der Nähe des Jugendtreffs festgestellt. Ab und zu
komme es zu kleineren Vorfällen. Problem sei, dass durch das
schlechte Image vieles den Jugendlichen in die Schuhe zugeschoben
werde.
Grafenauer Anzeiger
vom 5.12.2006
Zum 100. Geburtstag wurde
„waldlerisch gsunga“
Ehemaliger Kreisheimatpfleger Robert Link hätte
am 4.Dezember seinen Runden feiern können
Spiegelau (so). Am 4. Dezember wäre der Lehrer und ehemalige
Kreisheimatpfleger Robert Link 100 Jahre alt geworden. Er hat sich vor
allem um die Pflege und Bewahrung des Liedgutes verdient gemacht. Ab
1952 hat er mit dem siebenbändigen Werk „Waldlerisch
Gsunga“ mit 283 Liedern die umfangreichste niederbayerische
Liedersammlung herausgegeben. Tochter Edelgard Grelczak hat den
Nachlass ihres Vaters zur Verfügung gestellt, so dass der Ohetaler
Verlag pünktlich zum Jubiläums-Datum die sieben Bände,
zusammengefasst in einem Buch neu herausgeben konnte. Zahlreiche
Menschen haben mitgeholfen, dass der Nachdruck entstehen konnte:
Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier, Wolfgang A. Mayer vom Institut
für Volkskunde in München, Edelgard Grelczak, Hilde Herzog,
Gunther Fruth, der Bayerische Waldgau der Heimat- und
Volkstrachtenvereine und nicht zuletzt Hans Schopf, Vorstand des
Heimatvereins D’Ohetaler. Und sie alle ließen es sich nicht
nehmen, den Geburtstag von Robert Link im Spiegelauer Schnapsmuseum, wo
zusammen mit der Buchvorstellung auch eine „Ausstellung Robert
Link“ eröffnet wurde, die noch bis Ende Januar zu sehen ist.
Wie es dem Anlass angemessen war, umfasste das Rahmenprogramm
ausgewählte Stücke aus dem waldlerischen Volksliedgut, das
von den Heimat- und Trachtenvereinen
„d‘Koishüttler“ aus Neuschönau,
„d‘Schwarzachtaler“ aus Spiegelau, einem Spiegelauer
Kindergesang und der Singgruppe des Heimatvereins Grafenau dargebracht
wurde. Durch den Abend führte Karl-Heinz Reimeier auf
humorvoll-charmante Art.
Wolfgang A. Mayer erzählte aus dem Leben und Schaffen des
Brauchtumspflegers. Zwar würden manche Aufzeichnungen nicht mehr
den heutigen musikwissenschaftlichen Ansprüchen genügen, aber
es sollte nichts verändert werden, um „ihm und seiner
Sammlung würdig zu gedenken“.
Der gebürtige Unterfranke Robert Link verbrachte seine Jugendzeit
in Regensburg, bevor er in Amberg die Lehrerbildungsanstalt besuchte.
1932 schlug er schließlich seine Wurzeln im Bayerischen Wald,
genauer gesagt in Grafenau, und lernte Land und Leute lieben. Er
musizierte, sammelte Lieder und Geschichten und begann
schließlich in den 50-er Jahren damit, den musikalischen Schatz
zu publizieren. „Er hat die Lieder, die ihm die Leute gegeben
haben, den Leuten zurück gegeben“, so Mayer. Begonnen hat
Robert Link nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem er den
„Baumsteftenlenz“ Paul Friedl die ersten Male getroffen
hatte. Im selben Jahr gründete er die Volkstumsgruppe Robert Link.
Diese Gruppe gestaltete übrigens auch die Uraufführung der
„Waldlermesse“. Von 1952 bis 1969 entstanden die sieben
Bände „Waldlerisch Gsunga“, damals wurden sie noch in
Handarbeit als geklammerte Lichtpausen hergestellt. Daneben widmete er
sich von 1954 bis 1973 als Kreisheimatpfleger des Landkreises Grafenau
der aktiven Brauchtumspflege. Für dieses Engagement bekam er
zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem:1955 den Wanderpreis
„Zwieseler Fink“, 1960 den „Goldfinken“, 1962
den Ehrenpreis der Stadt Salzburg und 1966 die „Bischofshofener
Amsel“.
Grafenauer Anzeiger
vom 4.12.2006
Schneemangel - Nikolaus
kam mit dem Bike
Adventsmarkt am Vergolderriegel in Spiegelau sehr
gut besucht - „Schnee von heuer im letzten Jahr verbraucht“
Spiegelau (sto). Der große Adventsmarkt am Vergolderriegel in
Spiegelau, den die Touristikgemeinschaft
Spiegelau-Klingenbrunn-Oberkreuzberg am ersten Adventssonntag
ausgerichtet hat, erfuhr nach zähem Beginn in den
Vormittagsstunden am Nachmittag einen enormen Publikumsandrang. Die
adventlich geschmückten Buden und Hütten lockten mit
Weihnachtsgebäck und heißem Glühwein, aber es gab dort
auch allerhand Brauchbares und Nützliches, um andere oder sich
selbst zu beschenken. Darüber hinaus wurde die Besucher
musikalisch auf die kommende Zeit eingestimmt, einmal durch den
Männergesangverein Spiegelau unter Josef Kreutner und zum anderen
mit dem Spiegelauer Posaunenquartett, das neben herkömmlichem
Liedgut auch ausgesuchte Literatur alter Meister in modernerer Fassung
gekonnt zum Vortrag brachte. Das Glaszentrum hatte seine Pforten
geöffnet und das Schnapsmuseum verwöhnte die Besucher mit
kostenlosen Proben. Und wer die langen Wege nicht zu Fuß
schaffte, dem stand eine Pferdekutsche bereit, mit der man kostenlos
die verschiedenen Attraktionen erreichen konnte. Natürlich fehlte
auch nicht St. Nikolaus, der alle Kinder mit einem Säckchen
belohnte. Manches Kind zweifelte aber an seinen Worten, als er bei der
Begrüßung erzählte, dass er heuer mit dem Motorrad
angereist sei, weil es diesen Winter ohnehin keinen Schnee geben wird,
da dieser versehentlich schon voriges Jahr verschneit worden ist.
„Lasst uns froh und munter sein, ...“ dieses Lied forderte
St. Nikolaus von den Kindern zum Schluss noch ein, als er die Geschenke
verteilt hatte und alle Eltern und Großeltern sangen brav mit.
Grafenauer Anzeiger
vom 16.11.2006
Wir müssen die Kuh
füttern, die wir melken!“
Spiegelauer Gemeinderat stimmt dem zusätzlichen
Betrag für TVO zu - Netto-Markt sucht einen neuen Standort
Spiegelau (hpd). Wirtschaft, Friedhof und Tourismus waren die
Überbegriffe bei der jüngsten Sitzung des Spiegelauer
Gemeinderates am vergangenen Dienstag. Die Details:
Als große Chance wurde allgemein die Planung im Tourismusverband
Ostbayern angesehen, der mit neuen Marketingmaßnahmen das
„verstaubte“ Image des Bayerischen Waldes als Urlaubsregion
deutlich verbessern soll. Die Nationalpark-Landkreise hatten bei einer
Sitzung der Mitglieder erheblichen Druck gemacht, nun müssen aber
auch die beteiligten Gemeinden durch Aufstockungen in der
Marketing-Umlage einen eigenen Beitrag liefern, der dann über
EU-Mittel verdoppelt werden kann.
Auf die Gemeinde Spiegelau kämen dabei Mehrausgaben in Höhe
von etwa 5000 Euro zu, eine genaue Zahl lag konkret noch nicht vor. Zu
bedenken gab es, ob die Gelder in Millionenhöhe dann auch wirklich
zielgenau der Region zu Nutze kämen.
Angesprochen wurde von Bürgermeister Josef Luksch dazu die
Diskussion um die unlängst erschienene Bunte-Beilage, die vor Ort
und bei den Touristikern in Regensburg recht unterschiedlich bewertet
wurde. Immerhin soll eine Lenkungsgruppe gebildet werden, in der
Fachleute und kommunale Vertreter Einfluss nehmen können sollen.
Elke Proßer-Greß stellte die Frage, was passiert, wenn eine
größere Anzahl an Gemeinden keinen finanziellen Spielraum
mehr für zusätzliche Tourismuswerbung aufbringen
könnten, ob dann die Mitmachgemeinden umso stärker zur Kasse
gebeten würden. Erhard Wawrzek wandte ein, man dürfe hier
nicht zu zurückhaltend argumentieren, schließlich sei der
Tourismus eine der letzten echten Einnahmequellen mit
Zukunftsperspektive vor Ort: „Wir müssen die Kuh schon auch
füttern, die wir melken.“
Ernst Ertl merkte dazu an, dass Spiegelau ohnehin schon viel in die
Tourismusvermarktung investiert werde, dass man deshalb auch ruhig
nachfragen dürfe, was mit noch etwas mehr dann auch getan werden
solle. Siegfried Klante ergänzte, dass man sich natürlich
recht einig sei, dass in der Beteiligung eine große Chance zu
sehen sei; und dass er davon ausgehe, dass das auch alle angefragten
Gemeinden wohl schon noch schultern können würden. Die
Zustimmung wurde anschließend vom Gemeinderat auch einstimmig
erteilt.
Der bestehende Netto-Markt sucht einen neuen, größeren
Standort, um mit den weiteren Verbrauchermärkten in Auftritt und
Warenpräsentation besser konkurrieren zu können. Zur Frage
stand, ob ein Gelände an der Jahnstraße, also zwischen altem
Friedhof, Kindergarten und teils auf dem Gelände des dortigen
Sportplatzes eine geeignete Fläche angeboten werden könne.
Erhard Wawrzek gab zu bedenken, dass durch einen weiteren,
größeren Markt die Nahversorger-Strukturen in Oberkreuzberg
und Klingenbrunn gefährdet werden könnten. Bürgermeister
Josef Luksch wandte dagegen ein, dass ja kein neuer Markt entstehen
würde, sondern der bisherige nur in seiner Warenpräsentation
Verbesserungen anstrebe. Konkrete Sachfragen zu
Straßenführung, Böschungen, Zufahrtswegen für das
verbleibende Restgrundstück am Sportplatzgelände oder
Lärmschutzmaßnahmen verwies er auf das
Bebauungsplanverfahren. Eine Entwurfsbilligung war nicht möglich,
da noch kein Vorschlag eingereicht worden war.
Großes Kopfzerbrechen bereitete Siegfried Klante die Frage, wo
dann in Zukunft das Spiegelauer Volksfest stattfinden solle, wenn doch
die Planungen zur neuen „Spiegelauer Mitte“ weiterhin so
unkonkret blieben, dass eine Alternative nicht fest stehe.
Bürgermeister Luksch ging davon aus, dass sich zumindest für
2007 hier noch kein Problem ergebe, da er mit keinem Baubeginn vor dem
Festtermin rechne. Der Gemeinderat gab schließlich mit einer
Gegenstimme einen positiven Grundsatzbeschluss zur Änderung des
Flächennutzungsplanes.
Einstimmig angenommen wurde die Erweiterung des Gewerbe- und
Industriegebietes Oberkreuzberg-Süd. Nach der
Bürgerbeteiligung und Fachstellenanhörung hätten sich
keine wesentlichen Einwände abgezeichnet, informierte der
Bürgermeister. Lediglich der Anfrage des Tiefbauamtes, die Stelle
der Verkehrsanbindung solle vorzeitig geklärt werden, konnte nicht
entsprochen werden. Es sei erst abzuwarten, welche Firmen sich dort
ansiedeln könnten, bevor deren Bedarf die entsprechende
Infrastrukturplanung möglich mache.
Zwei Skizzen zum geplanten naturnahen Friedhofs und eine geänderte
Friedhofssatzung legte Bürgermeister Josef Luksch zur Beratung
vor. Da das Thema bereits vorab intensiv diskutiert worden war, konnte
der Textentwurf einstimmig angenommen werden. Lediglich Fragen zur
Ruhezeit und Befestigung der Namenstafeln am Boden wurde diskutiert und
das Problem angesprochen, ob bei entsprechender Resonanz es nicht zu
einer einseitigen Überlastung der Geistlichkeit am Ort kommen
könne, wo weiterhin zu erwarten sei, dass heutige Pfarreien durch
Pfarrverbandsregelungen sich künftig sogar weiter Seelsorger
teilen müssen.
Bürgermeister Luksch informierte dazu, dass die Beisetzung
eigentlich in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen
Wohnsitzgeistlichen gehöre, dass die Realität aber
natürlich anders aussehen könnte. Elke
Proßer-Greß merkte an, dass es sinnvoll sei, rechtzeitig
beim Bistum vorzufühlen, wie die personelle Ausstattung in
Spiegelau hier gestaltet werden könne.
Grafenauer Anzeiger
vom 1.11.2006
Idee: Shuttle-Service von
München in den Bayerwald
Gäste sollen billige Inlandsflüge nutzen
können und per Bus in Feriengebiete kommen - Mehr Kinderangebote
nötig
von Ursula Langesee
Spiegelau. Knapp 25 der insgesamt 130 Vermieter waren am
Donnerstagabend in den „Palmberger Hof“ zur Versammlung
gekommen, bei der Theresa Resch - seit einem Jahr Leiterin der
Touristinformation - offiziell eingeführt wurde. Neben
Bürgermeister Josef Luksch waren auch sein Stellvertreter Kurt
Zettl und die Gemeinderäte Siegfried Klante, Anton Seibold und
Peter Hinterberger bei der Versammlung dabei.
„Bis August haben wir bei den Übernachtungen einen
Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei den
Privatvermietern. Das kann auch der schöne Herbst nicht mehr
ausgleichen. Im gewerblichen Bereich verzeichnen wir noch ein minimales
Plus“, schickte Resch ein paar Daten vorweg. Sie erinnerte an ein
paar Veranstaltungen in der vergangenen Saison. Resch beklagte das
geringe Interesse der Vermieter bei der
Nordic-Walking-Park-Eröffnung im Mai und dass sich nur zwei
Betriebe in der Gemeinde als „Nationalpark-Partner“
qualifizieren ließen. Mitte Dezember gebe es eine Neuauflage der
NP-Partnersuche. „Wo erscheint man für nur 75 Euro pro
Betrieb in 15 000 Prospekten?“, legte sie den Vermietern die
stärkere Zusammenarbeit mit dem Nationalpark ans Herz. Sehr gut
angenommen werden die Wanderungen durch das „Naturjuwel
Steinklamm“. 250 Personen hätten sich allein den 17
organisierten Führungen angeschlossen.
Im nächsten Jahr muss das acht Jahre alte Ortsprospekt
modernisiert werden, das Internet braucht einen neuen Auftritt und eine
aktuelle Fotodatenbank wird erstellt, kündigte Resch an.
Eine Vermieterin wollte wissen, warum der Igelbus nicht über
Oberkreuzberg und Klingenbrunn nach Zwiesel fahre? „Ohne direkten
Anschluss haben unsere Gäste nichts davon“, merkte sie an.
Diese Anbindung war schon vor sechs Jahren diskutiert worden und
hätte in der Igelbussaison von Mitte Mai bis Ende Oktober 28 000
DM gekostet, erwähnte Bürgermeister Luksch. Der Landkreis als
Betreiber des Igelbusses argumentiere, dass die Gemeinde ja durch die
Park and Ride-Drehscheibe in Spiegelau erschlossen sei, die Kosten
für zusätzliche Anschlüsse müsste die Gemeinde
selbst tragen. Dass der Igelbus nicht landkreisübergreifend ins
erweiterte Nationalparkgebiet nach Zwiesel fahre, ist für Luksch
eine politische Entscheidung: „Die Waldbahn muss ja erhalten
werden.“
Zu dem Winterbus, der in den Weihnachtsferien die Strecke
Klingenbrunn-Mitterfirmiansreuth bedient, zahlt die Gemeinde 1500 Euro
dazu. „Letztes Jahr nutzten in den 14 Tagen 14 Skifahrer aus
Klingenbrunn und neun aus Oberkreuzberg diesen Service. Da wäre es
sicher günstiger, wenn wir diesen Transport selber mit einem
Kleinbus organisieren würden“, sagte der Bürgermeister.
Apropos Transport: Franz Treml, Vorsitzender der Touristikgemeinschaft
Spiegelau schlug vor, die Idee von einem Hol- und Bringdienst für
Gäste vom Flughafen München beim Zweckverband der
Nationalparkgemeinden vorzutragen. „Der Sprit wird immer teuerer,
Inlandsflüge sind billig. Wir könnten einem Gast aus Hamburg
die Anreise in den Bayerischen Wald sehr viel angenehmer machen, wenn
er bis München fliegen kann und ihn dort ein Bayerwald-Bus abholt.
Und hier ist er mit dem Igelbus mobil“, beschrieb Treml seine
Idee näher.
Er bat auch um Unterstützung bei Messe-Besuchen, damit nicht immer
die gleichen Leute ausrücken müssten. Statt die teueren
Prospekte zu verteilen, die dann ungelesen am Ausgang in den blauen
Tonnen landen, fand es Gemeinderat Klante sinnvoller, nur mit
schön gestalteten Postkarten auf Kundenfang zu gehen. Darauf
könnten die Hauptsehenswürdigkeiten von Spiegelau wie der
Rachel, die Steinklamm, das Waldspielgelände und das neue Naturbad
und ein paar wichtige Adressen gedruckt werden.
Werbung war überhaupt ein wichtiger Punkt bei der
Vermieterversammlung. „Wir verkaufen uns ständig unter Wert.
Dabei können wir uns von unseren Angeboten her mit Oberbayern
durchaus vergleichen“, ist Luksch überzeugt. Er appellierte
an die Vermieter, sich noch mehr um die jüngsten Gäste
anzunehmen - mit Kinderbetreuung, speziellen Preisarrangements und
anderem mehr. „So wichtig Stammgäste sind, die jungen Kunden
sind unsere Zukunft. Das Kind entscheidet, wohin es im Urlaub geht und
es fährt nur dort wieder gerne hin, wo es ihm gefallen hat.“
In dem Zusammenhang wurde auch die Frage nach einem Skilift in der
Gemeinde gestellt. „Die Investition ist nicht das Problem, das
Betreiben ist es. Wenn die Vermieter ein tragfähiges Konzept
vorweisen können, ist die Gemeinde bereit, es mitzutragen“,
versprach der Rathauschef.
Eine Vermieterin wollte wissen, ob es wieder eine Bücherei geben
wird. Die werde derzeit in den früheren Büros des Staatlichen
Sägewerks hinter dem alten Rathaus eingerichtet, antwortete
Luksch. Die Eröffnung sei im Frühjahr geplant, aber vorher
gebe es Dichterlesungen. Die erste ist am 16. November in der Aula der
Schule.
Was mit dem Gelände des früheren Sägewerks werde,
brannte den Versammlungsteilnehmern noch auf den Nägeln. „Da
ist im November im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West eine
Art ’Bürgerwerkstatt‘ vorgesehen, bei der jeder
Spiegelauer seine Ideen und Vorschläge für die Verwendung
nennen kann“, kündigte der Bürgermeister an. „Das
Wichtigste ist, dass möglichst viele daran teilnehmen, um zu
unterstreichen, dass es uns wichtig ist, was aus dieser Brache
wird“, forderte Luksch schon jetzt zum Mitmachen auf.
Grafenauer Anzeiger
vom 30.10.2006
Heimspiel: Wogen der
Begeisterung für „Singflut“ in Spiegelau
Knapp 1100 Zuhörer bei zehnter Geburtstagsfeier
in Mehrzweckhalle - Glas-Notenschlüssel für Sepp Scholz -
„Danke Euch für die Musik“ von Ursula Langesee
Spiegelau. Wie eine große Familienfeier mutete das Konzert zum
zehnten Jubiläum von „Singflut“ am Samstagabend an.
Fast 1100 Verwandte, Bekannte und Freunde der 24 Chormitglieder kamen
in die Mehrzweckhalle, die damit zum riesigen „Wohnzimmer“
avancierte.
„Thank you for the music“ (Danke für die Musik) von
der schwedischen Popgruppe „ABBA“ war dann nicht nur das
Begrüßungslied, es war auch Programm für die
Geburtstagsfeier. Denn: „Was wären wir ohne Lieder?“,
stellte Chorleiter Sepp Scholz die Frage in den Raum, die bei diesem
Abend niemand beantworten musste.
Er begrüßte namentlich den Hausherrn, Bürgermeister
Josef Luksch mit Familie, Pfarrer Hubert Gerstl und Fred Artmeier vom
Bayerischen Rundfunk.
Fredi Resch, ein Chormitglied der frühen Jahre, blendete
zurück auf zehn Jahre Chor-Geschichte. Aus einem „kleinen
Häufchen“ Sangesfreudiger, die nach dem Film „Sister
Act“ so begeistert von moderner Chormusik waren, habe sich das
Ensemble entwickelt. Gründungsmitglieder, die heute noch dabei
sind, sind Susanne Schneider (Sopran), Carmen Raml (Alt), Stephan
Gaisbauer (Bass), Kurt „Silberrücken“ Feichtinger
(Tenor) und Allrounder Sepp Scholz.
Der nannte seine Sängertruppe erst „Gloifi-Chor“, zum
ersten Auftritt im November ‘96 beim Pfarrfamilienabend in
Riedlhütte hieß sie aber ganz offiziell
„Singerpur“. Mit dem Gospel „Go, tell it on the
mountains“ stellten sie sich damals vor und am Samstagabend
erklangen unter anderem „I will follow him“ und „Oh
happy day“ aus diesem Genre.
Im September ‘98 war es dann schon wieder vorbei mit
„Singerpur“ - ein anderer Chor hatte sich diesen Namen
schon vorher schützen lassen - und „Singflut“ war
fortan in aller Ohren. „So können wir in zwei Jahren wieder
zehntes Jubiläum feiern“, freute sich Resch.
Höhepunkte in den zehn Jahren von Singerpur/Singflut waren zwei
Chor-Reisen nach Hamburg auf Einladung des Ehepaares Wolfgang und
Rosemarie Schnell, die Aufnahme einer ersten CD 2001, ein Konzert bei
„Edelfan“ Luck Lang in Regenstauf, die Radiosendung
„Grüße aus Riedlhütte“ 2004, das
Benefizkonzert in Neudorf 2005 für Tsunami-Opfer und das
„Hammer-Jahr“ 2006 mit Jugendwallfahrt in Altötting,
Aufnahme der zweiten CD und dem Papstbesuch am 11. September, ebenfalls
in Altötting. Martin Roth stellte die einzelnen Sängerinnen
und Sänger vor, darunter die „Youngsters“ Kathi Loibl,
Katharina Greiner und Corinna Zettl.
Aber natürlich wurde auch gesungen und das in bester
„Singflut“-Manier. Ob lautmalerischer
„Parkplatzregen“ oder die lauschige Kaffeehausrunde beim
„Java Jive“, ein sentimentales „Weit, weit weg“
von Hubert von Goisern oder ein fulminantes „Waterloo“: Der
Chor hat alle Facetten drauf. Instrumentale Unterstützung bekam er
von „Balboo‘s Jazz Quartett “ mit Christian Balboo
Bojko am Bass, Roman Wirthl am Klavier, Christian Hynar am Saxophon und
Klaus Schwankl am Schlagzeug.
Ein Höhepunkt vor der Pause: „The Rose“, gesungen von
Corinna Zettl, wurde mit tosendem Applaus belohnt. Im zweiten Teil
kamen vor allem die Lieder der 50-er und 60-er Jahre zum Zug - auch
optisch unterstützt von Petticoats, Ballerinas und Blue Jeans.
In die Schlussphase ging es mit einem sehr gefühlvoll gesungenen
„Oh Lord, hear my prayer“ und einem sehr anspruchsvollen
Arrangement des Partyhits „It‘s raining men“. Dass
„Singflut“ zwar ohne Sepp Scholz als Dirigent singen
könnte, wie bei „Barbara Ann“, aber nicht möchte,
bewiesen die Geschenke an den Chef: ein gläserner
Notenschlüssel, eine Chronik zu zehn Jahren Chor und ein Kalender
mit Fotos von den Chormitgliedern für jeden Monat.
„Ich danke Euch für die Musik“, blieb Scholz dann nur
mehr zu sagen und das Publikum war erst nach einigen Zugaben bereit,
nach Hause zu gehen.
Grafenauer Anzeiger
vom 28.10.2006
Zivildienstschule:
Qualität mit TÜV- Plakette
Einrichtung in Spiegelau als eine von acht Zivildienstschule in
Deutschland zertifiziert
Spiegelau (pnp). In einer Feierstunde, an der
Vertreter des Bundesamtes für den Zivildienst, der Gemeinde
Spiegelau und der örtlichen Kirchengemeinde teilnahmen,
würdigte die Zivildienstschule Spiegelau die Tatsache, dass sie
seit dem Sommer dieses Jahres zu den zertifizierten
Bildungseinrichtungen des Bundesamtes für den Zivildienst
gehört.
Nach einem mehrjährigen Prozess, der teils durch externe Berater
begleitet worden war, konnte die Zivildienstschule Spiegelau, an der
jährlich bis zu 4500 Zivildienstleistende einen
Einführungsdienst in den Zivildienst absolvieren, in einer durch
den TÜV-Süd abgenommenen Prüfung ihre hohe
Arbeitsqualität und fachliche Kompetenz unter Beweis stellen. Sie
nimmt damit unter den 20 staatlichen Zivildienstschulen, die es derzeit
bundesweit gibt, eine Vorreiterrolle ein. Spiegelau gehört zu den
ersten acht Schulen dieser Art, die mit einem Qualitäts-Zertifikat
aufwarten können. Schulleiter Klaus Grebenstein dankte allen am
Zertifizierungs-Prozess Beteiligten für ihre erfolgreiche Arbeit,
die sie zusätzlich zu ihren üblichen Tätigkeiten
übernommen hätten. Mit Stolz könne man auf die in der
Vergangenheit erbrachte gute Arbeitsleistung zurückblicken,
gleichzeitig sei aber diese Zertifizierung auch eine Aufforderung,
nicht bei der erreichten Qualität stehen zu bleiben. Der für
die Zivildienstschulen zuständige Referent im Bundesamt für
den Zivildienst, Dr. Reinhard Hauf, wies in seiner Rede auf die
besondere Bedeutung des Qualitätsmanagements für das gesamte
Bundesamt hin und unterstrich die damit verbundenen berechtigten
Erwartungen der Lehrgangsteilnehmer an eine so bewertete Einrichtung
der politischen Erwachsenenbildung.
Grafenauer Anzeiger
vom 24.10.2006
Saison verlängert: Igelbus fährt in den Herbstferien
RBO setzt Erdgasbusse auf Linien im Nationalpark bis
3. November ein - Günstiges Tagesticket - Igel-Winter-Bus von
Michael Witte
Neuschönau. „Steig um, steig ein“: Dieses Motto gilt
in diesem Jahr wieder besonders für die Igelbusse, die heuer zum
zweiten Mal auch in den Herbstferien ihre Ziele im Nationalpark
ansteuern. In den vergangenen Jahren schlossen sich die Türen der
umweltfreundlichen Erdgas-Busse stets am 1. November, jetzt setzen die
Verantwortlichen von RBO, Landratsamt, Nationalpark und Kommunen wieder
auf die verlängerte Saison. Als Nachteil erwies sich freilich,
dass touristische (Bus-)Ziele wie das Freilichtmuseum in Finsterau oder
die Rachel-Diensthütte schon die Saison beendet hatten.
„Doch das wollen wir heuer abstellen“, verspricht sich
Neuschönaus Bürgermeister Heinz Wolf einen neuen Schub
für den Igelbus.
Jedes Jahr seit 1996 starten die Igelbusse am 15. Mai. Ihre Namen -
Rachel-Bus, Lusen-Bus, Finsterau-Bus und Freyung-Bus - sind Programm,
sie bringen Gäste und Einheimische im dichten Zeittakt zu Rachel
und Lusen oder dem Hans-Eisenmann-Haus. Und das umweltfreundlich und
zum günstigen Preis, denn etwa das Nationalpark-Tagesticket kostet
nur vier Euro, zwei Kinder unter 14 Jahren fahren da sogar kostenlos
mit.
Ideal ist der Bus aber auch für Wanderer, die etwa vom Rachel zum
Lusen marschieren wollen. „Auf dem einen Berg aussteigen, auf dem
anderen Berg wieder einsteigen - der Igelbus macht’s
möglich“, sagt Bürgermeister Wolf. Karten für die
Busse gibt’s seit neustem neben den Tourist-Informationen und im
Bus selbst natürlich auch bei den Nationalpark-Partnerbetrieben.
Dabei sind dem Neuschönauer Bürgermeister in diesem Bereich
Defizite bewusst. Denn: Vielen Vermietern, die nicht mit dem
Nationalpark-Logo werben, ist das Angebot und der Service der Igelbusse
nicht bis ins Detail bekannt. „Wir müssen die Vermieter
besser informieren“, hat Wolf schon als Ziel formuliert.
Aufräumen muss er auch immer mit dem Vorurteil, dass man mit den
Bussen nicht so flexibel wäre wie mit dem eigenen Auto. Dem
hält der Neuschönauer Rathaus-Chef entgegen, dass es beim
Zeittakt der Igelbusse aber keine großen Wartezeiten mehr
gäbe.
Und: Wer den goldenen Oktober noch zu einer Radl-Tour im Nationalpark
nutzen möchte, komme mit den Finsterau-Bus bestens an, denn der
Bus von Spiegelau zur Grenze nach Buchwald ist mit
Fahrrad-Anhänger unterwegs.
Wolf weist in diesem Zusammenhang auch schon auf den kommenden Winter
hin, denn in den Weihnachtsferien bedient der Igel-Winter-Bus vom 26.
Dezember bis zum 6. Januar die Strecke Klingenbrunn-Mitterfirmiansreut.
Und selbstverständlich werde dieser Bus auch in der Faschingswoche
vom 26. Februar bis zum 3. März eingesetzt.
Infos gibt’s unter www.rbo.de/nl-donauwald/ oder
www.bayerwald-ticket.com.
Neuen Kirchenvorstand gewählt
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bestimmt ihre Vertreter
Grafenau (ul). Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Grafenau hat
ihren neuen Kirchenvorstand gewählt. Die meisten Stimmen fielen
auf Karin Dempewolf (60) aus Schönberg, Monika Baum (62) aus
Eberhardsreuth, Karin Kirchner (47) aus Schönanger, Wolf-Dieter
Krampe (66) aus Grafenau, Katrin Bibelriether (32) aus Waldhäuser
und Hans Rommel (66) aus Schöfweg.
Der Kirchenvorstand leitet und vertritt die Kirchengemeinde. Er ist
sechs Jahre im Amt. Vorsitzender ist der Pfarrer. Im Einvernehmen mit
dem Geistlichen werden Sitzungen einberufen und alle Belange der
Kirchengemeinde - von der Gottesdienstordnung bis zu den Finanzen -
miteinander besprochen.
Zu seiner ersten Sitzung trifft sich der neu gewählte
Kirchenvorstand im November. Dann werden noch zwei Mitglieder
nachberufen. „Wir möchten in dem Gremium eine möglichst
große Bandbreite an verschiedenen Interessenvertretern und
Berufen haben. Die zwei nachberufenen Mitglieder sollen ergänzen,
was vielleicht noch fehlt“, erklärt Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler. Die mit weniger Stimmen gewählten Kandidaten
kommen in den erweiterten Kirchenvorstand. Sie haben zwar keine Stimme,
werden aber zu jeder Sitzung mit eingeladen.
Grafenauer Anzeiger
vom 21.10.2006
Kurbeitrag erhöht sich zum November 2007 auf 80 Cent
Die Mehreinnahmen werden für intensivere Werbung verwendet
Spiegelau (ul). Die Gemeinde erhöht zum 5. November 2007 den
Kurbeitrag von jetzt 50 auf 80 Cent. Kinder bis zum 15. Lebensjahr sind
frei. Ein weiteres „Zuckerl“: die Meldescheinblöcke
(Stückkosten: 4,50 Euro) werden von der Gemeindeverwaltung
kostenlos an die Vermieter abgegeben. Das wurde bei der Sitzung am
Donnerstag Abend mit acht zu drei Stimmen beschlossen. Mit 80 Cent ist
Spiegelau bei den Kurbeiträgen im Landkreis im guten Mittelfeld.
Vorher hatte Bürgermeister Josef Luksch auf der Basis der
Übernachtungszahlen von 2004 berechnen lassen, was die
Erhöhung bringt, nämlich Mehreinnahmen von 24 150 Euro. Die
sollen für erhöhten Werbemitteleinsatz verwendet werden.
„Kaufen wir dafür Luftballons oder was machen wir konkret
damit?“, wollte Gemeinderat Harald Frank wissen. Für Anton
Seibold kommt die Erhöhung zum falschen Zeitpunkt. „Wir
haben kein Freibad mehr und ob das Naturbad nächstes Jahr kommt,
ist zweifelhaft.“ Auch sein Fraktionskollege Siegfried Klante
meinte, dass man erst den Feriengästen etwas Fertiges vorweisen
solle, bevor der Kurbeitrag angehoben wird.
„Unser Angebot hängt doch nicht allein vom Naturbad ab. Wir
haben auch Loipen“, korrigierte Günter Friedl. „Nicht
zu vergessen den Nordic Walking Park mit 10 000 Euro Beteiligung der
Gemeinde, die Nachtloipe in Klingenbrunn, der Ausbau des
Steinklamm-Wanderwegs“, ergänzte Luksch.
Um den Tourismus in Spiegelau noch stärker zu forcieren, sei das
Personal in der Touristinformation aufgestockt worden. Eine neue
Internet-Darstellung und ein neuer Ortsprospekt müssten
vorbereitet werden, berichtete der Bürgermeister.
Dass über ein Jahr Zeit bleibe, bis die Kurbeitragserhöhung
greife, sei ein Zugeständnis an die Vermieter, damit sie ihre
Kataloge, Preislisten etc. umstellen könnten, erklärte
Geschäftsleiter Josef Schreiner den frühen Zeitpunkt.
In diesem Zusammenhang wollte 2. Bürgermeister Kurt Zettl wissen,
ob sich der Kurkartenkontrolleur bezahlt mache. „Konkrete Zahlen
kann man derzeit noch nicht nennen, aber die Gäste werden nach
ihrem Urlaub angeschrieben, wie es ihnen gefallen habe und wann sie
genau hier waren. Diese Angabe kann dann mit der Vermietermeldung
verglichen werden“, antwortete Luksch.
Grafenauer Anzeiger
vom 20.10.2006
Aus dem GR Spiegelau
Angesichts der zehnseitigen
Mammut-Tagesordnung beantragte Gemeinderat Siegfried Klante gleich zu
Beginn der jüngsten Sitzung, dass es jeden Monat eine
Gemeinderatssitzung geben müsse und dass keine Sitzung mehr vor 18
Uhr beginnen soll. Für die obligatorische monatliche Zusammenkunft
fand sich eine Mehrheit, für den festgelegten Sitzungsbeginn
nicht.
Für den Gemeinderat ist die Diskussion um den Einbau eines
Wildschweingeheges in das bestehende Rotwildgehege durch Michael
Hobelsberger (wir berichteten) vorerst vom Tisch. Mit einer Gegenstimme
(Kurt Zettl) genehmigte das Gremium den neuen Eingabeplan. Denn es kann
nur über die planungsrechtliche Zulässigkeit urteilen. Welche
eventuellen Belästigungen von den neuen Gehegebewohnern ausgehen,
ob sie artgerecht gehalten werden und vieles mehr müssen dann
Fachstellen entscheiden.
Georg Fischer aus Grafenau hat angefragt, ob Hackschnitzel in
der ehemaligen Sortierhalle des früheren Staatlichen
Sägewerkes bis April 2007 zwischengelagert werden können. Mit
elf zu fünf Stimmen wurde sein Antrag abgelehnt.
Die Druckaufträge für das Preis-Unterkunftsverzeichnis
und das Ortsprospekt der Gemeinde wurde an die günstigsten Bieter,
die Firma Garhammer in Regen für 4866 Euro (abzgl. 2 %) und
Erhavi-Druck in Regensburg für 8418 Euro (abzgl. 2 % )
übergeben.
Zu verschiedenen Bauleitplanungen gab der Gemeinderat sein
Einverständnis: Zur Änderung des Flächennutzungsplanes
„Obereres Hochfeld-Braungarten“ in Oberkreuzberg in ein
Wohngebiet und zur Änderung des Bebauungsplanes für den
gleichen Bereich. An der Bergstraße in Klingenbrunn will Florian
Macht Ferienhäuser errichten. Der Gemeinderat fasste den
Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes.
Die Baumeisterarbeiten für die Sanierung des
Hochbehälters Ochsenkopf wurden an die Firma Haller in Freyung
vergeben. Sie erledigt den Auftrag für 161 524 Euro brutto.
Für das Gewerk Installation am gleichen Objekt war die Firma Stich
aus Spiegelau mit 134 640 Euro die günstigste Bieterin.
Das Teeren und Ausbessern bedürftiger Straßen im
Gemeindegebiet übernimmt die Fa. Stratebau für 68 901 Euro.
Die Teerung der Asphaltbahnen in Oberkreuzberg erledigt die Firma Bachl
für 8615 Euro.
Für Ordnungs- und Sicherheitsmaßnahmen im ehemaligen
Staatlichen Sägewerk, die durch den teilweisen Einsturz der
Sägehalle notwendig geworden sind, wurden folgende Aufträge
vergeben: Zimmerer- und Holzbauarbeiten (21 595 Euro): Fa. Dengler,
Rinchnach; Spenglerarbeiten (8100 Euro): Fa. Sedlmeier, Oberkreuzberg;
Abbrucharbeiten (38 940 Euro): Fa. Karl,
Innernzell.
(ul).
Grafenauer Anzeiger
vom 19.10.2006
Lob für „Nullrunde“ bei den Schulden
Landrat Muthmann lernt bei Gemeindebesuch in
Spiegelau Erfolgskonzept näher kennen
von Ursula Langesee
Spiegelau. Als „Vorzeige-Gemeinde“, zumindest in
finanzieller Hinsicht, hat sich Spiegelau Landrat Alexander Muthmann
und den beiden Regierungsräten Judith Wunder und Manfred Klughardt
präsentiert. Bei ihrem Gemeindebesuch waren die Gäste aus dem
Freyunger Landratsamt von dem positiven Zahlenwerk sehr angetan, das
ihnen Bürgermeister Josef Luksch, Geschäftsleiter Josef
Schreiner und Kämmerer Ludwig Friedl vorlegen konnten.
„Wie könnt Ihr Schulden abbauen, obwohl 14,5 Millionen Euro
investiert wurden?“, wollte Muthmann das Erfolgskonzept
näher kennenlernen. „Wir sparen an allen Ecken und Enden und
versuchen, keine neuen Schulden zu machen“, erklärte Luksch.
Es gibt fast keine freiwilligen Leistungen für die 65 Vereine in
der Gemeinde, der Personalstand in der Verwaltung wurde auf 7,63 Aktive
zurückgefahren. „Das ist eine sehr schlanke Verwaltung, denn
normalerweise rechnet man zwei Mitarbeiter pro 1000 Einwohner“,
bemerkte der Landrat. Allerdings könne diese Reduzierung auch
schnell zu Engpässen in der Verwaltung führen.
Aber natürlich bleibt trotz der guten Haushaltszahlen auch
Spiegelau von den allgemeinen Problemen der Grenzregion nicht
verschont. Die Bevölkerungszahl geht permanent zurück (Stand
2005: 4114 Einwohner), ebenso die Zahl der
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Von 2000 bis 2005
wurden nur 152 Kinder geboren, aber 271 Spiegelauer sind gestorben. Die
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze haben sich mit 1500
im Jahre 1982 auf 795 im Jahr 2005 fast halbiert. Junge Familien
müssen wegziehen oder weites Pendeln auf sich nehmen, um zu ihren
Arbeitsplätzen in größeren Städten zu kommen.
„Wir brauchen wieder eine Art Grenzlandförderung oder
besondere Abschreibungsmöglichkeiten, um die Leute halten zu
können und neue zur Ansiedlung bewegen zu können. Denn wir
wollen hier nicht zum Altenheim Niederbayerns werden“, sagte
Luksch.
Kurz angerissen wurde der Zustand der 63 Kilometer
Gemeindestraßen. Dringend sanierungsbedürftig sei die
Straße nach Klingenbrunn-Bahnhof. Die Maßnahme kostet rund
200 000 Euro und ist für die Förderung aus GVFG-Mitteln
angemeldet. Überörtliche Hilfe erhofft sich die Gemeinde bei
der Sanierung der Gfällstraße zum Rachel, die
ursprünglich für Pkw gebaut wurde und nun durch die
gewichtigen Igelbusse arg strapaziert wird. „Das
überregionale Bussystem wäre eine gemeinsame Initiative
wert“, schlug Luksch dem Landrat vor. Aber Muthmann winkte ab:
„Über den Landkreis geht‘s nicht.“ Dann bleibe
noch der „Nationalpark-Topf“ für die eventuelle
finanzielle Mithilfe.
Apropos Finanzen: Ein Thema waren auch die kostenrechnenden
Einrichtungen Wasser, Abwasser und Bestattungswesen, die alle
defizitär sind. Aber das war für die Gäste aus dem
Landratsamt kein Anlass zu einer Rüge, denn die Unterdeckung ist
durch die permanente Sanierung des Leitungsnetzes bei gleichzeitig
sinkendem Wasserverbrauch und den Betrieb von vier Friedhöfen zu
erklären. „Alle Auflagen sind erfüllt, sehr
unproblematisch, erfreulich“, fasste Regierungsrätin Judith
Wunder diesen Punkt zusammen.
Von dem derzeit größten Bauprojekt in der Gemeinde, dem
Klärwerk an der Steinklamm, konnten sich Muthmann und seine
Begleiter ein eigenes Bild machen. Die Maßnahme ist schon weit
fortgeschritten. Schlammstapelbehälter, das Betriebsgebäude
und die Belebungsbecken sind fertig, die Sohle für das
Nachklärbecken wurde gerade betoniert. Auf ca. 4,3 Millionen Euro
kommt dem Zweckverband Klärwerk dieser Ausbau. Dazu gibt es nur
500 000 Euro Zuschuss, weil das Projekt nicht als Neubau, sondern als
Sanierung gilt (wir berichteten). „Die besondere Herausforderung
ist hier, dass das alte Klärwerk weiter reinigen muss und deshalb
nur Zug um Zug auf die Neubauten umgestellt werden kann“,
erklärten Luksch und Ver- und Entsorger Erich Bachmann. Mit der
vollständigen Inbetriebnahme wird im März/April 2007
gerechnet. Dann erreicht die Gemeinde beim Kanal wie beim Wasser einen
Anschlussgrad von 95 Prozent.
Grafenauer Anzeiger
vom 18.10.2006
Kann das Naturbad 2007 öffnen?
Ausschreibung muss geändert werden, weil sich
kein Bieter fand - von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit dem Naturbad geht es zäh voran. Mehr als fraglich
ist deshalb, ob es, wie geplant, im Sommer 2007 öffnen kann. Den
Grund für die Verzögerung nannte Bürgermeister Josef
Luksch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung: Es fand sich keine
Firma, die ein annehmbares Angebot für das umfassende Gewerk mit
Landschaft-, Erd-, Holz-, Beton- und Rohrleitungsarbeiten der
Planungsgesellschaft Plafog unterbreitet hätte.
„Ursprünglich hatten 13 Firmen die Ausschreibung
angefordert, aber keine gab ihr Angebot ab. Wir haben dann noch mal bei
fünf Firmen nachgehakt, worauf eine Bietergemeinschaft auftrat,
deren Angebotssumme aber 300 000 Euro über unserer
Kostenschätzung lag“, berichtete Luksch.
Er machte deshalb dem Gemeindegremium den Vorschlag, die Ausschreibung
aufzuheben und über den Winter die Gewerke getrennt
auszuschreiben. Dieser Zeitpunkt sei sicher günstiger als bei der
ersten Ausschreibung, weil die Firmen über den Winter ihre
Auftragbücher noch nicht voll hätten.
„Nach der Schneeschmelze könnte dann mit dem Bau begonnen
werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr schon im
Naturbad schwimmen können.“ Ganz so optimistisch sahen es
die beiden Bürgermeisterstellvertreter Kurt Zettl und Elke
Proßer-Greß nicht. „Das Bad soll nicht um jeden Preis
2007 fertig werden. Lieber langsam, dafür aber
sorgfältig.“
Schon fortgeschritten ist der Bau des Naturbad-Gebäudes mit
Umkleiden, Duschen, Schließfächern, Kiosk und
Lagerräumen. Es wurde in Holzrahmenbauweise von der Firma Dengler
in Rinchnach erstellt. „Bisher sind wir 22 000 Euro unter der
Kostenschätzung von rund 220 000 Euro“, konnte Luksch auch
was Positives zum Naturbad berichten.
Noch ausstehende Gewerke wurden bei der Gemeinderatssitzung an die
günstigsten Bieter vergeben. Die Flachdachabdichtung erledigt die
Firma Friedl aus Passau, um die Malerarbeiten kümmert sich die
Firma Ebner aus Spiegelau und die sanitären Einrichtungen montiert
die ebenfalls ortsansässige Firma Peschl-Keilhofer.
Grafenauer Anzeiger
vom 16.10.2006
Hausinger Eibl will auf
dem Rachel hoch hinaus
Tankstellen-Betreiber tritt im Waldschmidthaus mit seiner
Lebensgefährtin die Nachfolge des Ehepaars Genosko an - von
Michael Witte
Spiegelau. Ein Mann will es wieder einmal wissen - und dabei hoch
hinaus: Kurt Eibl (42) aus Haus im Wald wird neuer Pächter im
Waldschmidthaus auf dem Rachel. Dort, auf 1360 Metern, erfüllt er
sich mit Lebensgefährtin Carolin Jungbauer (38) einen Traum: Er
wird Hüttenwirt und will die Gastwirtschaft mit traditionellem
Hütten-Flair zu einem Paradies auf hoher Erde machen.
Dass der Rachel ein schönes Fleckchen ist, weiß nicht nur
Eibl, der als Tankstellen-Betreiber in Pfarrkirchen sein Geschäft
macht. In der ZDF-Sendung „Lieblingsorte der Deutschen“
landete der Berg im Bayerischen Wald auf Platz eins in der
Zuschauer-Gunst. Und jetzt zieht es auch Eibl ins Gebirge, dauerhaft.
Denn der unkonventionelle 42-Jährige hat das Waldschmidthaus, das
Wirtshaus auf dem Rachel, von Hans und Katharina Genosko gepachtet. 86
Jahre schenkten Mitglieder der Familie Genosko auf der Berghütte
ein, jetzt kommt Kurt.
Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn Eibl wird nicht als
Einzelkämpfer nach oben gehen - er nimmt seine
Lebensgefährtin Carolin Jungbauer mit. Die erfolgreiche Bankerin,
die bei einem Geldinstitut in Bad Birnbach arbeitet, macht
zunächst eine Auszeit, nimmt sieben Monate unbezahlten Urlaub. Je
nachdem wie die Aktien stehen, wird sie sogar ganz aus ihrem bisherigen
Leben aussteigen - „nächsten Jahr wird das
entschieden“, sagt Partner Eibl.
Der, ein gelernter Koch, hatte zunächst alleine die Idee vom Wirt
in höheren Sphären. Als Fan guter Gastlichkeit auf
österreichischen Hütten kam der begeisterte Skifahrer bei der
Lektüre des Artikels im Grafenauer Anzeiger ins Träumen, in
dem über den möglichen Verkauf des Waldschmidthauses
berichtet wurde. Eibl dachte an seine erste Erbsensuppe bei Frau
Genosko vor 33 Jahren, als er als Schüler beim Wandertag auf dem
Rachel im Haus einkehrte. Dieser Duft strömte ihm in der
Erinnerung wieder ins Hirn und verfestigte sich in einem Brief an die
Hüttenwirte Genosko - seiner Freundin erzählte er freilich
nichts davon. Ebenso wie von zwei Treffen auf dem Berg, bei denen sich
Kaufmann Eibl und das Ehepaar Genosko über eine mögliche
Pacht austauschten. „Beim dritten Mal wurde es dann konkret, und
da war Carolin auch mit dabei.“
Am 26. September macht das Paar von unten mit dem Paar von oben
gemeinsame Sache, der Pachtvertrag wurde unterzeichnet. Wobei
Berggastronom-Neuling Eibl ganz klar feststellt, dass es sich bei dem
Vertrag nicht um einen finalen Akt einer klassischen
Geschäftsbeziehung handelt. „Das ist nicht so, dass hier der
Pächter ist und da der Verpächter, der eine schiebt die Kohle
rüber und Ende“, kleidet Eibl die Beziehung in flotte Worte.
Nein, das Verhältnis von Jung zu Alt am Rachel sei ein
„partnerschaftliches Miteinander“. Und: „Was die
Menschen da aufgebaut haben, darauf möchten wir nicht
verzichten“, schwärmt Eibl, dem das Ehepaar Genosko bereits
signalisiert hat, dass man dem neuen Zweier-Team tatkräftig mit
Rat und Tat zur Seite stehen wird.
Natürlich will das Duo Eibl-Jungbauer auch eigene Akzente setzen,
aber kein Schickimicki unterm Gipfel aufziehen, sondern urbayerische
Gemütlichkeit mit deftigen Speisen auftischen - inksive
Übernachtung mit starkem Frühstück, was zum Ende der
Ära Genosko nicht mehr möglich war. Doch damit nicht genug:
Hüttenwirt Eibl will auch romantische Sonnenaufgänge und
heimelige Musikabende - natürlich mit traditionellen Akteuren -
anbieten, ganz im Sinne einer
„Wohlfühl-Atmosphäre“, die mit den neuen
Betreibern ins Haus einziehen soll.
Damit ab April alles klappt - je nach Wetter und Schneelage will Eibl
dann wiedereröffnen -, hat der Geschäftsmann kräftig
investiert: „Einen Pickup habe ich schon bestellt“, freut
sich Auto-Freund Eibl. Dazu werden die Zimmer aufgemöbelt, dem
Waschraum spendiert er eine Doppeldusche. Parallel dazu wird er den
neuen Service auf dem Rachel im Internet (www.waldschmidthaus.eu)
präsentieren, denn Eibl setzt auch auf dieses Medium, obschon er
vom Erfolg des Projekts per se überzeugt ist.
Nach seinen Wanderjahren mit Stationen in Berlin, Frankfurt und
Pfarrkirchen kehrt der Hausinger zumindest für 200 Tage im Jahr in
seine Heimat zurück. „Für mich schließt sich der
Kreis“, sagte denn auch ein zufriedener Mensch, der diese
Rückkehr indes nicht ohne neue Herausforderung angeht: Eibl hat
nicht abgehoben, will aber stets hoch hinaus.
Grafenauer Anzeiger
vom 25.9.2006
Ärger über
späte Haushalt-Vorlage trübt Freude über die guten Zahlen
Grund für Verzögerung waren Rechnungsprüfer im Rathaus -
Keine neuen Schulden
von Ursula Langesee
Spiegelau. Über zwei Stunden debattierte der
Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend über den Haushalt
2006. Aber nicht, weil die Gemeindefinanzen so schlecht sind, sondern
weil die Aufstellung viel zu spät vorgelegt wurde.
Gemeinderat Erhard Wawrzek (FW) zitierte aus der Gemeindeordnung,
wonach der Haushalt einen Monat vor Beginn des Haushaltsjahres der
Rechtsaufsicht vorgelegt werden müsse. „Wir sind elf Monate
zu spät dran. Das ist nicht in Ordnung“, beschwerte er sich.
Denn der Gemeinderat trage auch dafür die Verantwortung und
könne belangt werden, wenn durch die Verzögerung irgendwelche
Schäden entstünden. „Wie lange lassen wir uns das noch
gefallen?“
2. Bürgermeister Kurt Zettl (CSU) stellte darauf den Antrag, dass
der Haushalt 2007 spätestens im März 2007 und der Haushalt
2008 im November 2007 vorgelegt werden müsse. Mit acht zu acht
Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Erich Bachmann (SPD) beantragte
dann, dass der Plan zum Gemeindeetat jedes Jahr bis Ende Mai fertig
sein müsse. Dieser Antrag ging mit neun zu sieben Stimmen durch.
Zuvor hatten Bürgermeister Josef Luksch und Kämmerer Ludwig
Friedl als Hauptgrund für die Verzögerung angegeben, dass ein
halbes Jahr lang Rechnungsprüfer im Rathaus waren und dabei die
Rechnungen von zwölf Jahren unter die Lupe nahmen. Friedl war
für sie natürlich der Hauptansprechpartner. Außerdem
sollte der Haushalt keine „Luftnummern“ enthalten, sondern
konkrete Zahlen. Und die lägen, wie z.B. die
Schlüsselzuweisungen, erst im April vor.
Der Haushaltsplan 2006 ist im Verwaltungshaushalt mit 5,2 Mio. Euro und
im Vermögenshaushalt mit 2,0 Mio. Euro in Einnahmen und Ausgaben
ausgeglichen.
Wesentliche Posten im Verwaltungshaushalt sind bei den Einnahmen der
Gemeindeanteil an der Einkommensteuer: 777 000 Euro, die
Schlüsselzuweisungen: 1,35 Millionen Euro, die Gewerbesteuer
(Hebesatz 305 %): 425 000 Euro, Grundsteuer A (320 %) und B (300 %):
326 300 Euro und die Kanalgebühren: 386 000 Euro. Bei den Ausgaben
stehen an vorderster Stelle die Personalkosten einschließlich
Ehrenämter, Saisonarbeiter, Ein-Euro-Kräfte und 10 000 Euro
Deckungsreserve mit 1,108 Millionen Euro. Die Kreisumlage macht 1,025
Millionen Euro aus, die Schulverbandsumlage und Gastschulbeiträge
257 200 Euro.
Die Zuführung an den Vermögenshaushalt beträgt 602 100
Euro und ist damit mehr als doppelt so viel wie es mindestens sein
müsste. Sehr positiv ist auch die freie Finanzspanne von 304 510
Euro. Der Schuldenstand zum 1. Januar 2006 betrug 2,945 Millionen Euro.
Heuer sind keine Kreditaufnahmen vorgesehen, deshalb sinken die
Schulden zum Ende des Haushaltsjahres durch die planmäßige
Tilgung auf voraussichtlich 2,673 Millionen Euro. Die
Pro-Kopf-Verschuldung beträgt knapp 650 Euro und liegt damit 39
Euro unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer
Gemeindegrößen. „Der Markt Röhrnbach ist noch
besser dran, die haben eine Pro-Kopf-Verschuldung von 299 Euro. Das
werden wir auch noch hinbekommen“, zeigte sich Bürgermeister
Luksch zuversichtlich.
Für Investitionen wurden heuer 1,55 Millionen Euro eingeplant und
im mittelfristigen Finanzplan bis 2009 sind 4,8 Millionen Euro
vorgesehen.
Sorgenkinder sind allerdings die kostenrechnenden Einrichtungen Wasser,
Kanal und Bestattungswesen. Beim Wasser fehlen 40 800 Euro zur
Kostendeckung, beim Kanal wird ein Defizit von 20 700 Euro erwartet und
beim Bestattungswesen „nur“ 6400 Euro nach über 38 000
Euro im Haushaltsjahr 2005. Diese Verbesserung ist bedingt durch die
vielen Verlängerungen der Grabnutzungsrechte, die heuer anstehen.
Als „erfreulichen Haushalt, bei dem der Sparwille erkennbar
sei“, bezeichnete Luksch den Etat 2006. Wawrzek fand die 425 000
Euro Gewerbesteuer „sehr befriedigend“ und nannte als
„beste und sinnvollste Investition“ in den letzten Jahren
das Gewerbegebiet Oberkreuzberg. Auch die Schlüsselzuweisung mit
3690 Euro pro Tag sei „erfreulich“.
Sein Parteikollege Ludwig Schopf kritisierte, dass der
Flächennutzungsplan für das Industriegebiet Oberkreuzberg
endlich festgestellt werden müsse, um die Grundstücke
für Gewerbe und Industrie nutzbar machen zu können. Er
vermisse einen diesbezüglichen Haushaltsansatz.
Die Abstimmung zur Haushaltssatzung ging 15 zu zwei aus. Die
Gegenstimmen kamen von Erhard Wawrzek und Ludwig Schopf. Der Finanzplan
2005 mit 2009 wurde mit 13 zu vier Stimmen (Harald Frank, Ludwig
Schopf, Erhard Wawrzek und Beate Rolli-Kordick) angenommen.
Grafenauer Anzeiger
vom 25.9.2006
ZDF: Großer Rachel ist der Lieblingsberg der
Deutschen - Zugspitze beim Fernseh-Voting eindeutig geschlagen /
von Andreas Nigl
Spiegelau. Er wurde zwar nur 40, in seiner -
allerdings nicht offiziellen - Kategorie war er aber damit eindeutiger
Sieger. Der Große
Rachel hat am Freitagabend bei der ZDF-Veranstaltung „Unsere
Besten - Die Lieblingsorte der Deutschen“ die Zugspitze
geschlagen. Der höchste Berg Deutschlands wurde nur 50.
Gesamtsieger wurde der Kölner Dom, knapp gefolgt vom Brandenburger
Tor und der Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg. Unter den 150
Vorschlägen, über die die Zuschauer abstimmen konnten, war
aber auch der Große Rachel. Und der hatte in der inoffiziellen
„Bergwertung“ einen mächtigen Kontrahenten: Und zwar
die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg. „Wir wollen
herausfinden, welche Orte nicht nur zu den Aushängeschildern der
Nation gehören, sondern auch in den Herzen der Bevölkerung
ihren Platz haben“, erklärte ZDF-Kulturchef Peter Arens im
Vorfeld der Abstimmung (PNP berichtete). In der 130-minütigen
Show, die ab 21.15 Uhr von Johannes B. Kerner präsentiert wurde,
sollte sich laut ZDF zeigen, was die Deutschen in ihrem eigenen Land
wirklich schätzen und lieben. In wurden die Lieblingsorte der
Nation vorgestellt. Zehn Plätze lagen letztlich zwischen Rachel
und Zugspitze, rund 300 000 Einsendungen hatte das ZDF dem Ranking
zugrunde gelegt. Dass „der beliebteste Berg Deutschland“ im
Landkreis Freyung-Grafenau liegt, hat auch den Landkreis-Tourismuschef
Christian Binder überrascht und sehr gefreut. „Das ist ein
toller Erfolg für die Region.“ Und es beweise auch, dass
das, was zwischen Rachel und Lusen passiere, von den Urlaubern
akzeptiert werde. Die offensive Vermarktung des Konzeptes der
Naturverjüngung, die vom Nationalpark verfolgt werde, zeige somit
Erfolg.Sicher werde man den „Bergsieg“
werbemäßig nutzen. Zurzeit würden neue
Unterkunftsverzeichnisse erstellt. „Da wird die Geschichte
Erwähnung finden“. Auch Moderator Kerner machte indirekt
Werbung für die Region. „Am Ende der Sendung haben Sie Orte
auf ihrem Zettel, die sie unbedingt besuchen sollten", sagte er an das
Millionenpublikum vor den Fernsehern gerichtet. Damit war auch der
Rachel gemeint.
Grafenauer Anzeiger
vom 12.9.2006
Kaiserwetter bei der
Hiagstroas
Spiegelau (sto). Insgesamt 20 Anlaufstellen waren
für die Besucher als attraktive Stationen bei der Hiagstroas
eingerichtet und da das Wetter mitspielte, gab es heuer in Spiegelau
nur strahlende Gesichter bei Besuchern wie Fieranten und
Geschäftsleuten gleichermaßen.
Die Verbindung zu den einzelnen Veranstaltungspunkten hielt eine
Bummelbahn aufrecht und die drei Waggons hinter der Lok waren schon
deshalb immer voll besetzt, weil die Fahrt mit dem Zug durch Spiegelau
kostenlos war. Der Spielmannszug Viechtach war mit 40 Mitgliedern
angereist und sie imponierten nicht nur mit ihrer farbenfrohen Tracht
in rot-grün, sie boten auch ein hervorragendes Repertoire
traditioneller Spielmannsmusik. An den zahlreichen Ständen und
Verkaufsbuden war für jeden Geschmack etwas dabei und auch die
Schnäppchenjäger kamen auf dem Flohmarkt auf ihre Kosten.
Für die Kleinen war besonders die Hüpfburg, eine
Modellbauausstellung mit Benzin- und Elektrofahrzeugen sowie der
Miniparcours zum kostenlosen Probefahren mit Kinderquads und
Pocketbikes die Attraktion schlechthin. Sengzelten und
Spezialitäten aus Bayern, Italien, Griechenland sogar aus Indien
konnten die Besucher in oder vor den Spiegelauer Restaurants und an den
offenen Verkaufsbuden verkosten.
Auch die Bastelfreunde kamen nicht zu kurz, Blumenschmuck und
selbstgefertigte Puppen aus Stroh und ähnlichem Material wurden
nicht nur bewundert sondern auch gekauft. Ein schöner sonniger
Septembersonntag klang in den Abendstunden mit zufriedenen und froh
gelaunten Besuchern in gemütlichen Sitzrunden hier und dort in
Spiegelau aus. Die Hiagstroas war gut organisiert und vom Gewerbeverein
Spiegelau mit ihren Verantwortlichen um Michael Schinabeck zu aller
Zufriedenheit durchgeführt.
Grafenauer Anzeiger
vom 11.9.2006
Eine gemischte Rocknacht
im alten Sägewerk
„Rock in den Herbst“ bietet Chance für Nachwuchsbands
aus der Region - Erlös wird gespendet
Spiegelau (bel). Einen großen Auftritt hatten
Nachwuchsbands aus der Region am Wochenende in Spiegelau. Veranstalter
Christian Balboo Bojko gab am Samstag jungen Bands die Chance, auf
einer professionellen Bühne ihr Talent zu zeigen und das
Sägewerksgelände zum Rocken zu bringen. „Mein Ziel ist
es, neue junge Bands aus unserer Region zu fördern“, so
Balboo. „Doch mittlerweile haben sie schon viele Auftritte
gemeistert, dass man sie nicht mehr Nachwuchsbands titulieren
kann“. Und das bestätigen die begeisterten Fans. Der
17-jährige Kevin Domani, der extra aus Eging am See nach Spiegelau
gekommen ist um das Spektakel miterleben zu können, beschreibt die
Veranstaltung als eine „Super Rocknacht“. Aber hinter dem
knallgrünen Werbeflyer verbirgt sich auch viel Arbeit, die
Privatveranstalter Christian Balboo Bojko zu erledigen hatte.
„Die Vorbereitungen dauerten über drei Monate“,
berichtet er. Allein mit sechs Freunden hat er das Festgelände
„rockfertig“ gemacht. „Ich bin froh, dass ich so
viele gute Freunde habe, die mir bei sämtlichen Arbeiten halfen.
Es sind top qualifizierte Kräfte“, erklärt er. Um 19
Uhr 15 zupfte dann der erste Gitarrist von Hooray die Saiten seiner
E-Gitarre und brachte Stimmung in die Menge. Die Band, Schüler des
Gymnasiums Grafenau, spielten Independent Rock und eigene Songs. Nicht
umsonst hieß es „Rock in den Herbst“, denn die
Temperaturen ließen nicht vergessen, sich möglichst schnell
einen wärmenden Platz an einem der Lagerfeuer zu suchen, als die
Sonne am Horizont verschwunden war. Anschließend legte sich
Night-rain mächtig ins Zeug. Die beste niederbayerische
Schulnachwuchsband spielte 70er-Rock und überzeugte mit eigenen
Songs. Die Mitglieder haben ihre Wurzeln ebenfalls im Gymnasium
Grafenau. Nun brachte der Chef Balboo selbst die Gitarrenseiten zum
Glühen. In der Band „Systema Encephale“, der besten
Undergroundband 2004 in Hessen, unterstütze er mit seiner Gitarre
die hervorragende Stimme von Sängerin Simone Huber.
Abschließend zeigte die Biker Rock Band „Flashover“
ihr Können. Sie spielten Klassiker wie zum Beispiel Bon Jovi,
AC/DC und Metallica und brachte das Publikum zum Mitsingen. Auch um das
leibliche Wohl nahmen sich zahlreiche Helfer an. An der 15 Meter langen
Bar konnten sich die Besucher ordentlich bedienen. Mit Würstl- und
Steaksemmeln stillten die Besucher ihren Hunger. Der Gewinn aus
„Rock in den Herbst“ wird den örtlichen Vereinen
gespendet, so Balboo. Auf Grund der vielen begeisterten Zuschauer und
dem Erfolg soll es „Rock in den Herbst“ im kommenden Jahr
wieder geben.
Grafenauer Anzeiger
vom 5.8.2006
Naturbad: Keine Firma will
den Auftrag haben
Bisher keine Bewerbungen für die Landschaftsarbeiten
Spiegelau (hpd). Ein Kuriosum galt es im Rahmen des
Bauvorhabens „Naturnahes Freibad“ im Gemeinderat zu
beraten. Für die anstehenden Landschaftsarbeiten wurden 13 Firmen
beworben, aber keine einzige gab zum Eröffnungstermin ein Angebot
ab. Offensichtlich haben sich die Firmen personell kleiner geschrumpft
und kommen jetzt der Auftragslage nicht mehr hinterher, so der Verdacht
im Gemeindegremium. Eine neue Angebotsfrist wurde nun bis 7. August
verlängert. Bürgermeister Luksch kündigte sogar an:
„Wenn sich niemand meldet, dann bauen wir es halt selber!“
Elke Prosser-Greß kritisierte dazu, dass von der Planung bis zur
Ausschreibung vielleicht einfach zu wenig Nachdruck gelegt worden sei.
Immerhin müsse sich auch der Bewuchs erst noch bis zur
Eröffnung entwickeln. Es gelte also keine weitere Zeit zu
verlieren, wenn geplant bis 1. Juni nächsten Jahres die
Wasserratten hier Einzug halten sollten.
Erhard Wawrzek merkte an, dass die Anlage des Bades noch in Details
überdacht werden müsse, etwa in der Frage, ob im Freien eine
Warmwasserdusche vorgesehen sei. Denn wenn die Badenden mit Schmutz und
Sonnencreme auf der Haut das Wasser belasten, weil die kalte Dusche
zuvor nicht angenommen wird, dann könnten hier große
Probleme mit der Badequalität erwartet werden und noch weit
aufwändigere Pflegemaßnahmen notwendig werden als in einem
klassischen Freibad.
Sägehalle:
Entscheidung soll bis Oktober fallen
Gemeinderat macht jetzt
Nägel mit Köpfen
Spiegelau (hpd). In zwei Lager spaltet sich der Spiegelauer Gemeinderat
in der Diskussion um Verbleib oder Abriss der ehemaligen Sortierhalle
am Sägewerksgelände. Während ein Teil neue Dynamik in
die Planung und Gestaltung des Geländes bringen will, indem auch
mit einem Abriss die Voraussetzung dafür geschaffen wird, dass
sich endlich etwas bewegen kann und muss, verweist die andere
Hälfte darauf, dass ein Abriss keine Not habe, so lange keine
besseren Alternativen realisierbar auf dem Tisch lägen.
Anton Seibold kritisierte die Berichterstattung zur
Unterschriftenaktion für den Erhalt der Halle. Bei einzelnen
Konzerten oder Veranstaltungen wäre es immer ein Leichtes, jeden
Besucher als Unterstützer per Unterschrift zu gewinnen. Es sei
aber gleichzeitig unfair, den Gemeinderäten vorzuwerfen, nicht auf
jeder Veranstaltung gesammelt anzutreten und kritiklos jedes Interesse
mitzutragen. Er selbst befand sich etwa im Krankenstand und fühle
sich durch die öffentliche Anprangerung eines angeblichen Mangels
an Interesse an der Sache persönlich angegriffen.
Dennoch führte Erhard Wawrzek an, dass der Gemeinderat
natürlich auch selbst kritisch hinterfragen müsse, ob hier
eine Entwicklung hin zum neuen Ortszentrum zu sehr verschleppt worden
sei. Die Bevölkerung sage zu Recht, wenn man eh nichts besseres
habe, könne man es ja auch so lassen wie es ist. Elke
Prosser-Greß führte an, dass Planungen auf dem Papier
müßig seien, solange kein Investor Visionen umzusetzen
bereit sei. Und Ernst Ertl bemerkte, immerhin sei jetzt mit einigen
Veranstaltungen schon mehr Leben am Gelände als zuvor.
Siegfried Klante entgegnete, dass es auf Dauer ohnehin fraglich sei, ob
Veranstaltungen bis tief in die Nacht hinein hier weiter auf die
Duldung der Anwohner zählen könnten. Ein
„Remmidemmi-Platz“ dürfe es ohnehin nicht werden.
Derzeit stelle sich die Situation aber so dar: „Eine Bretterbude,
eine hässliche Halle und haufenweise Gerümpel; wer soll da
investieren wollen?“ Auch Kurt Zettl merkte an, dass eine alte
Halle und ein Volksfestplatz daneben nicht die besten Voraussetzungen
für die Entwicklung einer neuen Ortsmitte wären.
Bürgermeister Josef Luksch brachte die Idee ein, die ehemalige
Sägehalle alternativ nutzbar zu machen und dann die Sortierhalle
als Hemmschuh mitten drin zu entfernen. Zudem sollen über einen
straffen Planungszeitraum bis Oktober endlich Nägel mit
Köpfen gemacht werden, wie künftig mit Spiegelaus neuer Mitte
verfahren werden soll, so der Beschluss des Gemeinderats.
Grafenauer Anzeiger
vom 5.8.2006
Erste Hürde beim Naturfriedhof ist genommen
Spiegelauer Gemeinderat
befürwortet Einrichtung generell - Über Satzung und
Gestaltung muss entschieden werden
Spiegelau (hpd). „Können wir uns mit dem Gedanken
anfreunden, dass auf einem Friedhof sich nicht Grab an Grab reiht, mit
Einfassung, Kreuz und Gedenkstein, auf lange Zeit eine fest
gegründete Stätte der Erinnerung an die Verstorbenen -
sondern stattdessen Urnen aus Maisstärke unter einem Buchenhain
oder am Rand einer Lichtung bewusst den Kreislauf des Lebens mit
Vergehen schließen?“ Mit dieser Frage befasste sich der
Spiegelauer Gemeinderat am Mittwoch in öffentlicher Sitzung.Ein
entsprechender Antrag des Passauer Bestattungshauses Kasberger zielte
darauf, in dem weitläufigen Gelände des neuen Spiegelauer
Friedhofs einen Teil als naturnahen Waldfriedhof anzulegen (PNP
berichtete). Wahrscheinlich verspüren die meisten Menschen eher
ein Gefühl des Unwohlseins bei dem Gedanken eines namenlosen,
erinnerungslosen Vergehens. Ganz so soll und kann es
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Auch Naturfriedhof hat eine Ordnung
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aber auch auf einem Naturfriedhof nicht sein. Zumindest kleine
Namensschilder würden darauf hinweisen, wer hier seine letzte
Ruhestätte gefunden hat und auch eine Einteilung in
„Parzellen“, wo welche Urne bestattet wurde. Auch ein
Naturfriedhof hat seine Friedhofsordnung, hat seine festen Zeiten,
bevor ein Grab aufgelassen werden und neu belegt werden kann, hat seine
Gebührenordnung und muss nach Grundsätzen der Pietät
angelegt und gepflegt sein. Ein naturnaher Waldfriedhof würde
jedoch, so Anton Aschenbrenner, einer der Mitinitiatoren, dem
wachsenden Wunsch vieler Menschen entgegen kommen, nach dem Tod
wirklich den Kreis des Lebens zu schließen, in die Natur als
natürliches Element zurück zu kehren. Zusätzlich ganz
praktisch begründete Erhard Wawrzek seine Zustimmung zu dem
Projekt: Er sehe durchaus Zukunft in dieser Art der Friedhofsanlage, es
werde dadurch ja auch eine Möglichkeit geschaffen, mit weniger
Aufwand eine würdevolle Grabstätte nutzen zu können, wo
aufwendige Grabsteine und Grabpflege entfielen. Schließlich
dürfe auch hier das Argument zählen, dass es durchaus
Menschen gebe, die eine günstigere Alternative gerne bevorzugen
würden.
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Bürgermeister sieht Vorteil für Finanzen
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Ein gewisses Unwohlsein konnte dagegen Ernst Ertl nicht verhehlen. Ihm
laufe es kalt den Rücken runter, wenn die Gemeinde künftig
mit dem Begriff „erster Naturfriedhof“ beworben würde.
Elke Prosser-Gress entgegnete dem mit der Auffassung, dass es nach
eigenen Erfahrungen weit mehr Menschen gebe, die eine Alternative ohne
klassische Grabstätte suchen, als man meinen würde. Denen
sollte man durchaus auch den Wunsch auf eine andere Art der Bestattung
ermöglichen.
Bürgermeister Josef Luksch berichtete dazu, dass es aus
Platzgründen keine Einwände gegen den Naturfriedhof gebe, da
die noch frei bleibenden Kapazitäten auch weiter völlig
für die Zukunft ausreichen würden. Aus finanzieller Sicht
würde die bessere Auslastung des Geländes eher einen Vorteil
für die Gemeindefinanzen darstellen. Die Frage nach der generellen
Bereitschaft des Gemeinderats, einen Waldfriedhof zu befürworten -
die konkrete Friedhofsgestaltung und Satzung würde dann erst zur
Abstimmung ausgearbeitet - wurde schließlich mit 12 zu zwei
Gegenstimmen bejaht.
Grafenauer Anzeiger
vom 21.7.2006
Brunner schaltet Minister Huber ein
Spiegelau (an). Prompt reagiert hat gestern CSU-MdL
Helmut Brunner, als er von der PNP über den Stellenabbau bei
Riedel informiert wurde: „Wirtschaftsminister Erwin Huber wird
sich in dieser Sache direkt an die österreichische
Geschäftsführung wenden“, so Brunner eine halbe Stunde
nach dem Telefonat. Brunner regte zusammen mit Landrat Muthmann auch
ein Treffen der örtlichen Mandatsträger an, die mit der
Nachtmann-Firmenleitung vor Ort Gespräche führen sollen.
Fast 100 Jahre war Nachtmann im Bayerischen Wald, dann kam Riedel
1834: Der Glasmacher Michael Nachtmann gründet
das Unternehmen F.X. Nachtmann.
1900: Zacharias Frank übernimmt das Unternehmen und verlegt den
Sitz nach Neustadt a.d. Waldnaab, wo sich auch heute noch die
Firmenzentrale befindet.
1907: Frank erwirbt die Glasfabrik Riedlhütte, in der bereits seit
1452 Glas hergestellt wird.
1920: Das Unternehmen baut seinen Standort Riedlhütte aus und
errichtet ein neues Werk in Amberg.
1945: Nachtmann baut die teilweise zerstörten Produktionsanlagen
wieder neu auf.
1969: Das Unternehmen firmiert zur F.X. Nachtmann Bleikristallwerke KG
und ändert zehn Jahre später seine Rechtsform in eine GmbH.
1983: Grundsteinlegung für das dritte, hochmoderne
Bleikristallwerk in Weiden.
1990: Seniorchef Anton Frank verstirbt. Die Nachtmann-Gruppe erwirbt
die traditionsreiche Kristallglasfabrik Spiegelau (gegründet 1521).
1991: Nachtmann gründet die Kristallglasfabrik Amberg GmbH.
1993: Aus der Firma Nachtmann AG wird die F.X. Nachtmann Crystal AG.
2004: Die Riedel Glas GmbH aus Kufstein/Österreich, gegründet
1756, übernimmt am 17. September für 50 Millionen Euro die
Nachtmann AG mit 2000 Mitarbeitern. „Riedel Glass Works“
mit den Marken Riedel, Nachtmann und Spiegelau steigt damit zum
viertgrößten Glashersteller Europas auf.
2005/2006: Mit 235 Mio. Euro Konzernumsatz ist 2005 das bislang
erfolgreichste Geschäftsjahr von Riedel Glas. Um Nachtmann aus der
Verlustzone zu bringen, werden 250 Stellen gestrichen.
„Jetzt können wir wirklich nur mehr auf den Tourismus
setzen“
In den Glasstandorten Spiegelau und Riedlhütte mangelt es an
Alternativen - „Abbau unternehmerische Entscheidung“ -
Kommunalpolitik machtlos
Bürgermeister Josef Meininger, Riedlhütte:
„Das ist ein dicker Hund! Wie lange dauert denn der
Gesundschrumpfungsprozess noch? Uns bleibt nur noch der Tourismus. Das
ist für mich eine Bestätigung, dass wir das Caravan- und
Wellness-Camp in St. Oswald brauchen. Wo sollen die Arbeitsplätze
noch herkommen?
MdL Helga Weinberger (CSU): „Ich kann mich in die Betroffenen
sehr gut hineindenken, glaube aber, dass Herrn Riedel unsere Region
nicht wirklich interessiert, sonst könnte er nicht solche
Entscheidungen treffen. “ Harry Höcker,
DGB-Ortskartellvorsitzender: „Das ist für die Region eine
Katastrophe. Aber in der derzeitigen Situation ist die Gewerkschaft
machtlos. Es zählen nur unternehmerische Aspekte. “
Bürgermeister Josef Luksch, Spiegelau: „Ich könnte
weinen. Denn hinter jedem Arbeitsplatz, der verloren geht, stehen
Familien. Außerdem verschwinden dadurch qualifizierte
Ausbildungsplätze. Die KSS hat immer hervorragend ausgebildet.
Heuer haben nur zwei der 19 Hauptschulabsolventen in Spiegelau einen
Job, die restlichen 17 müssen weiter auf die Schule gehen. Dieser
Personalabbau ist eine unternehmerische Entscheidung, darauf hat eine
Gemeinde keinen Einfluss. Mit dem Abbau der Mundglasproduktion
verschwindet auch eine alte Handwerkskunst. Hoffentlich bleibt der
Standort erhalten.“ Landrat Alexander Muthmann: „Das ist
eine bittere Entwicklung und sie zeigt erneut deutlich die
Machtlosigkeit der Kommunalpolitik bei wirtschaftlichen Entscheidungen
von Unternehmen. Ich hoffe nur, dass damit endlich das Ende des
Personalabbaus in den Bayerwald-Glashütten erreicht ist.“
Bei Riedel werden 90 Stellen abgebaut
Bei der Kristallglasfabrik in Spiegelau müssen mindestens 40
Mitarbeiter gehen, bei Nachtmann in Riedlhütte jetzt 50
von Michael Witte
Spiegelau/Riedlhütte. Düstere Wolken bei strahlendem
Sonnenschein: In den Riedel-Glashütten Spiegelau und
Riedlhütte sollen bis zum 30. September dieses Jahres über 90
Arbeitsplätze gestrichen werden. Nach den Worten von
Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann sollen in Spiegelau 40 bis 44 Stellen
gestrichen werden, in Riedlhütte stehen knapp 50 Jobs auf der
Streichliste. Dennoch erneuerten Vorstand Kaufmann und der Spiegelauer
Geschäftsführer Gerald Mader das Bekenntnis des
Eigentümers Georg Riedel zu den beiden Standorten im Bayerischen
Wald, da an beiden Standorten investiert worden sei und noch weiter
investiert werde.
Nachtmann in Riedlhütte und die Kristallglasfabrik Spiegelau in
Spiegelau (KSS) gehören seit September 2004 zur
Riedel-Firmengruppe aus Österreich. Am Montag erfuhr jetzt
KSS-Betriebsratsvorsitzender Herbert Moosbauer vom erstmaligen
Stellenabbau in der Produktion seit der Riedel-Übernahme. Zuvor
waren in Spiegelau indes schon fast die komplette Verwaltung der
Glasfabrik abgebaut und nach Neustadt an der Waldnaab verlegt worden.
45 Arbeitsplätze fielen weg.
„Jetzt müssen wir 40 Mitarbeiter in der Handfertigung
abbauen, weil diese nicht kostendeckend gewesen ist - das hat sich
über die Zeit gezeigt“, begründete Kaufmann einen
Schnitt, der die jetzige Belegschaft von 105 Mitarbeitern dann fast auf
die Hälfte reduziert. Das Defizit wolle der Vorstand nicht
beziffern, nach Angabe des Betriebsratsvorsitzenden beträgt es 1,3
bis 1,5 Millionen Euro im Jahr. Bei diesen 60 KSS-Stellen in Spiegelau
soll es dann aber auch bleiben, da gebe es kein Szenario für einen
weiteren Personalabbau. „Da ist überhaupt nichts
geplant“, verbat sich Kaufmann weitere Spekulationen.
Denn: Riedel investiere in Spiegelau in einen neuen so genannten
Elektrohafen-Ofen für „einige hundert tausend Euro“
(Kaufmann), der den alten Gasofen ersetzen wird. „Dieser Ofen
schafft die Voraussetzung für eine neue Chance“, sagte
KSS-Geschäftsführer Mader. Am alten Ofen und seinen
angeschlossenen Einheiten sind laut Mader 26 bis 28 Mitarbeiter
tätig, am neuen werden es zwischen 12 bis 14 sein - also knapp die
Hälfte.
„Wir müssen diesen Weg gehen“, betonten Kaufmann und
Mader immer wieder bei einem Presse-Gespräch am Mittag, nachdem
die Geschäftsleiter gestern zunächst den Betriebsrat und dann
in einer Personalversammlung die Belegschaft informiert hatten. Bei den
Mitarbeitern ist die Stimmung natürlich auf dem Tiefpunkt, dabei
beginnt am kommenden Montag für die Hälfte des Personals der
Betriebsurlaub - für einige wird es der letzte Betriebsurlaub bei
der Kristallfabrik sein.
„Ursprünglich hatte die Geschäftsführung von 50
Kündigungen gesprochen, jetzt sollen es zwischen 40 und 45
werden“, sagte Betriebsratsvorsitzender Moosbauer, „da
haben wir schon ein bisschen was erreicht.“ Noch mehr erreichen
will Moosbauer und seine Betriebsratskollegen beim Sozialplan. Vorstand
Kaufmann hatte zwar angekündigt, dass die betroffenen Mitarbeiter
in eine Transfergesellschaft wechseln sollen, für ein weiteres
Jahr einen Teil ihres Lohns und Qualifizierungsangebote erhalten
sollen. Doch die Details sind noch nicht klar, Moosbauer will
darüber verhandeln.
Und die Auswahl werde nach sozialen Kriterien erfolgen, kündigte
der Betriebsratsvorsitzende an - man werde die Liste der
Geschäftsleitung für die Entlassungen daraufhin prüfen.
Diese Aufgabe hat in den nächsten Tagen auch der Betriebsrat in
Riedlhütte vor Augen: Nach dem Abbau von 60 Arbeitsplätzen
Anfang des Jahres müssen laut Kaufmann ebenfalls zum 30. September
knapp 50 Angestellte gehen. Grund dafür ist nach den Worten von
Vorstand Kaufmann, dass im Nachtmann-Werk in Weiden nach einer
Neu-Investition die Gläser schon dort so behandelt werden, dass
sie nicht mehr in Riedlhütte durchs Säurebad müssen. Und
deshalb müssten im Bayerwald in den Abteilungen Säure,
Transport, Nacharbeit und Service Kapazitäten abgebaut werden.
Aber auch an diesem Standort wurden und werden zwischen zwei und
fünf Millionen Euro investiert. Denn: „Herrn Riedel liegt
viel an den Standorten, und wir wollen die industrielle Fertigung dort
auf jeden Fall fortsetzen“, sagte Kaufmann.
Grafenauer Anzeiger
vom 18.7.2006
Drei Tage Wilder Westen im
Bayerischen Wald
„Country Days und Western Nights“ in Palmberg mit Flohmarkt
und Quartermile-Pferderennen
Spiegelau (pnp). Bei den „Country Days und
Western Nights“ auf der Highlander Ranch in Spiegelau-Palmberg
sind von Freitag, 28. Juli, bis Sonntag, 30. Juli, Cowboys und
Indianer, Siedler, Goldsucher und Revolverhelden in ihrem Element.
Sie treffen sich zum Gedankenaustausch am Lagerfeuer und messen sich am
29. Juli ab 15 Uhr beim großen Quartermile Rennen. Gestartet wird
in den Kategorien Warmblut (bis 150 cm Stockmaß), Warmblut
über 150 cm Stockmaß und Kaltblut. Auch die musikalische
Unterhaltung kommt auf der Highlander Ranch nicht zu kurz.
Zum Aufwärmen am Donnerstagabend ab 19 Uhr gibt es flotte
Rhythmen, am Freitag spielt die „Mountain String Band“ ab
20 Uhr, und am Samstag sorgen die „Free Bears“ ab 20 Uhr im
Westernstadl für Stimmung. Bei einem Country- und Westernflohmarkt
am Samstag ab 13 Uhr kann Nützliches und Nostalgisches, Kunst und
Krempel angeboten werden.
Es gibt auch wieder die Möglichkeit, an Ort und Stelle sein Zelt
aufzuschlagen oder sich ein Tipi zu mieten. Anmeldung (für
Quartermile-Rennen, Flohmarkt, Tipi-Übernachtung) und weitere
Informationen beim Veranstalter Matthias Garhammer, Tel.
09928/1686 oder. 0170/5288505.
Grafenauer Anzeiger vom 17.7.2006
Pandurenfest: Großes Spektakel im Glasmacherort
Tausende Menschen feiern bei idealem Wetter die 21. Auflage des
Historienspiels - Glanzvolle Pferdewagen
Spiegelau (mis). Was für ein Spektakel: Bei
Kaiserwetter haben tausende Gäste gestern das Historienspiel um
den Einzug des Freiherrn von der Trenck in Spiegelau gefeiert. Tausende
säumten beim 21. Pandurenfest die Straßen und erlebten einen
farbenfrohen Umzug mit festlich geschmückten Pferdewagen und
hunderten Teilnehmern in historischen Gewändern.
Bürgermeister Josef Luksch, der dem sagenumworbenen Trenck
(Alexander Imm) samt dessen Pandurenkorps Gemeinde und Gold friedlich
übergab, strahlte entsprechend übers ganze Gesicht. Denn bis
in den Abend vergnügte sich das Volk beim urigen Markttreiben im
Glasmacherort.
Pandurenlager erstmals mit Marionettentheater
Wohltuend friedliches Lagerleben unter freiem Himmel - Klingenbrunner
Dorfblos’n spielt auf
Spiegelau (hh). Vor Jahrhunderten mag man gezittert
und gebetet haben, als die Panduren mit ihren zerstörerischen
Reitern vor den Orten auftauchten. Heutzutage wird ganz zwanglos
gefeiert, bevor es in Spiegelau ans Plündern der Kassen geht. Das
Pandurenlager am Vorabend des farbenprächtigen Historienspiels
gehört zu den wohltuend erholsamen Fest-Terminen im Bayerwald. Die
Musik lässt es noch zu, dass man sich nett unterhält, und das
dunkle Pandurenbier schmeckt unter freiem Himmel noch mal so gut.
Ein farbenfroher Festzug mit Kutschen und Vereinen bildete auch heuer
den Festauftakt. Die Hessensteinschützen Klingenbrunn feuerten ihr
lautes Salut in den Himmel, und nach der Eröffnung durch
Bürgermeister Josef Luksch übernahm die Klingenbrunner
Dorfblos’n die musikalische Unterhaltung. Neu gab es heuer statt
wilder Fechtkämpfe ein kleines Marionettentheater. Die Schlampuzen
erfreuten vornehmlich die Kinder mit lustigen Figuren, ließen
Greisen an Bändern gezogen artistische Tricks vorführen und
ein Skelett beschwingt tanzen.
Aber auch für die Erwachsenen hatte die Minitruppe witzige und
lehrreiche Geschichtchen aus dem Schatz früherer Mythen und
Gegebenheiten im Programm.
Skiclub geht auf´s Wasser: Kanutour auf der Molda Skiclub geht
aufs Wasser: Kanutour auf der Moldau
Spiegelau (red). Der diesjährige Vereinsausflug des Skiclub
Spiegelau führt die Skisportler aufs Wasser. Auf dem Programm
steht eine Kanutour auf der oberen Moldau mit Zielhafen am
Moldaustausee. Die Paddeltour dauert rund fünf Stunden. Für
alle, die nicht an der Bootsfahrt teilnehmen möchten, besteht die
Möglichkeit, zu baden oder eine Stadtbesichtigung in Krummau zu
machen. Zum Abschluss des Ausflugs steht am Nachmittag ein gemeinsames
Grillen am Seeufer an. Da nur 30 Bootsplätze zur Verfügung
stehen, erfolgt die Anmeldung in der Reihenfolge des Eingangs. Kinder
unter 14 Jahren können nur in Begleitung eines Elternteils an der
Kanutour teilnehmen, Schwimmwesten werden gestellt, Kosten pro Boot 13
Euro.
Treffpunkt und Abfahrt ist Samstag, der 29. Juli um 8 Uhr am
Igelbus-Parkplatz in Spiegelau. Anmeldung bitte mit Hinweis, bei
welcher Gruppe (Kanu, Baden, Stadtbesichtigung) teilgenommen wird, bei
Josef Erhard, Tel. 08553-815, Fax. 979381, E-Mail: Josef.Erhard@gmx.de.
Grafenauer Anzeiger
vom 15.7.2006
Beim Spiegelauer
Pandurenfest kann man morgen den Umzug doppelt sehen
Flohmarkt nicht an den Parkterrassen, sondern am ehemaligen Staatlichen
Sägewerk statt
Spiegelau (red). Auch in diesem Jahr wird der Festzug beim Pandurenfest
in Spiegelau den Festbesuchern zwei Mal präsentiert.
Folgender Ablauf ist vorgesehen: Aufstellung und Abmarsch vom Kurpark
über die Neuhütterstraße, Schwarzachstraße,
vorbei am P+R-Parkplatz über die Hauptstraße zum alten
Rathaus. Nach der „Ortsübergabe“ Weitermarsch bis zum
Kreisverkehr, von dort über Ludwig-Stangl-Weg und Sparkasse
über die Hauptstraße zurück zum Podium beim alten
Rathaus. Von dort dann über die Bahnhofstraße zurück
zum Kurpark, bzw. Auflösung des Festzuges in der
Bahnhofstraße. Natürlich findet auch heuer im Rahmen des
Pandurenfestes wieder ein so genannter „Pandurenflohmarkt“
statt. Dieser findet dabei aber nicht - wie ursprünglich
angekündigt - auf den Parkterrassen unterhalb der Gaststätte
Hartl, sondern auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen
Sägewerkes statt.
Da die Ortsdurchfahrt von Spiegelau (Hauptstraße) morgen den
ganzen Tag gesperrt bleibt, wird die Bevölkerung gebeten, soweit
als möglich einen „autofreien Sonntag“ einzulegen;
für auswärtige Besucher sind rund um das Zentrum mehrere
Parkplätze ausgewiesen: - Nationalpark-Parkplätze an der
Riedlhütter Straße (Zufahrt zum Nationalpark) -
Parkplätze an der Grund- und Hauptschule Spiegelau und an der
Mehrzweckhalle (über Waldschmidtstraße und Reithackerweg
erreichbar) - Parkplätze am alten Sportplatz Spiegelau (über
Schul- und Jahnstraße erreichbar) - Großparkplatz ÖPNV
an der Konrad-Wilsdorf-Straße - Parkplatz - Nähe Bahnhof
(über Konrad-Wilsdorf-Straße und Schwarzachstraße
erreichbar) - Parkplätze an der Sportanlage Trossel bzw. am
Waldspielpark (über Konrad-Wilsdorf-Straße,
Schwarzachstaße, Bahnhofstraße, Neuhütter Straße
und Trosselweg erreichbar).
Grafenauer Anzeiger
vom 13.7.2006
Zum 21. Mal: Spiegelau
wird von den Panduren friedlich erobert
Gemeinde als Ausrichter des Historik-Festes erwartet am Wochenende
wieder zahlreiche Gäste - Schirmherr ist Franz Joseph Ulschmid
Spiegelau (re). Unter dem Motto „Die Panduren
rücken an“ findet am kommenden Samstag und Sonntag in
Spiegelau heuer bereits zum 21. Male das mittlerweile schon
traditionelle Spiegelauer Pandurenfest statt.
Man schrieb das Jahr 1741, als der sagenumworbene Freiherr Franziskus
von der Trenck ein rund 1000 Mann starkes Pandurenkorps aufstellte, das
damals so gefürchtet war wie einst die schwarze Pest. 1742 fiel
dieses kriegerische und plündernde Heer dann schließlich
auch in Bayern ein, und selbst die entlegendsten Winkel des Bayerischen
Waldes blieben dabei von Trenck und seinen schwarzen Panduren
(persönliche Leibwache) damals nicht verschont. So wurde unter
anderem auch Dießenstein im Grafenauer Land zur Ruine gemacht,
und auf ihrem „Zug“ durch den Wald sollen die mit
Krummsäbeln bewaffneten Reiter-Panduren auch in Spiegelau
eingefallen sein.
Mit Unterstützung der Pandurendarsteller aus Waldmünchen
dreht man dabei das Rad der Geschichte zurück und spielt bei
diesem historischen Fest am Festsonntag heuer bereits zum 21. Male die
Übergabe des Ortes nach, wie sie sich vor ca. 260 Jahren
vielleicht abgespielt haben mag.
Beginn der eigentlichen Festlichkeiten ist aber bereits am Samstag um
16.30 Uhr, wenn - angeführt von Blasmusik - ein Festzug vom
Parkplatz bei der Glasfabrik Spiegelau zum „Pandurenlager“
bei der Mehrzweckhalle zieht. Bürgermeister Josef Luksch
eröffnet dort gegen 17 Uhr unter Salutschießen der
Hessensteinschützen aus Klingenbrunn offiziell das
diesjährige Pandurenfest.
Hieran schließt sich dann ein zwangloses Lagerleben an mit
musikalischer Unterhaltung durch die Klingenbrunner Dorfblos’n,
mit Pandurenschmaus, Pandurenbier und natürlich dem bekannten
Pandurenwein von Weinbauer Josef Toifl. Dazwischen sorgen erstmals
„Die Schlampuzen“ mit ihrer Marionettenshow bei ihren
Auftritten auch immer wieder für Kurzweil.
Bis zum offiziellen Ende des Lagerlebens um 23 Uhr wird dann, jeweils
zur vollen Stunde, der Spiegelauer Nachtwächter zu Ruhe und
Ordnung rufen und die letzten Besucher an der Pandurenbar, wo es auch
heuer wieder so köstliche Getränke wie
„Pandurenblut“ oder „Liebestrank“ gibt, zur
Heimkehr mahnen.
Den eigentlichen Höhepunkt des zweitägigen Festes erleben.
aber die Besucher am Festsonntag: Um 10.45 Uhr wird zunächst
Pfarrer Hubert Gerstl in der Pfarrkirche einen feierlichen
Festgottesdienst zelebrieren, den der Männergesangverein Spiegelau
musikalisch umrahmt. Angeführt von der Klingenbrunner
Dorfblos’n und der Bürgerwehr aus Grafenau, zieht man
anschließend über den Josef-Schuster-Steig und die
Hauptstraße zum alten Rathaus. Zeitgleich setzt sich etwa gegen
11.40 Uhr vom Kurpark aus der Festzug in Richtung Ortsmitte in
Bewegung. Angeführt auch diesmal wieder von einer Abordnung der
Panduren aus Waldmünchen sowie den Fanfaren- und
Spielmannszügen aus Landau/Isar, Teisnach und Beratzhausen,
erreicht man über die Neuhütterstraße,
Schwarzachstraße, Konrad-Wilsdorf-Straße
(Großparkplatz) und Hauptstraße das alte Rathaus. Nach
einer kurzen Ratssitzung sowie einem dreifachen Salut der Grafenauer
Bürgerwehr ist für etwa 12.15 Uhr dann die Übergabe des
Ortes Spiegelau durch den Hohen Rat von Spiegelau mit
Bürgermeister Josef Luksch an der Spitze vorgesehen. Hierauf wird
der Festzug mit Spielmannszügen, Reitern, Bürgerwehr,
Trommlern und mitreisendem Volk durch den Ort fortgesetzt. Dabei bewegt
sich der Festzug bis zum Kreisverkehr, und über den
Ludwig-Stangl-Weg geht es schließlich über die
Hauptstraße wieder zurück zum alten Rathaus, bzw. zur
Bahnhofstraße, wo sich der Festzug auflöst.
Entlang der gesamten Hauptstraße beginnt danach ein historisches
Markttreiben, bei dem die Besucher in uriger und gemütlicher
Atmosphäre alte Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe und viele
Stände erwartet. Angefangen vom Holzschuhmachen über
Besenbinden bis hin zum Korbflechten wird dabei sicher für jeden
am alten Handwerk Interessierten etwas dabei sein. Spinnräder
drehen sich, Schnupftabak wird gerieben und auch die hohe Kunst des
„Klöppelns“ kann man an diesem Tage hautnah
miterleben.Den ganzen Nachmittag über sorgen verschiedene
Auftritte der Blasmusik, der „Reisigen“
(Männergesangverein Spiegelau), sowie die Marionettenshow der
„Schlampuzen“ für Kurzweil. Für die Kinder ist im
„Pandurenlager“ ebenfalls wieder für Unterhaltung
gesorgt, und für die ganz Kleinen gibt es im Pandurenzelt wieder
ein Kasperltheater und lustige Geschichten.
Bestens bewährt und sicherlich auch heuer wieder einen Besuch wert
ist außerdem der zwischenzeitlich auch schon traditionelle
Panduren-Flohmarkt, der auf den Parkterrassen in Richtung
Pfarrer-Schweikl-Straße stattfindet.
Und wer eventuell noch ein Mitbringsel von einem der zahlreichen
Stände mit nach Hause nehmen möchte, kann dies am besten in
einer eigens zum Fest aufgelegten Pandurentasche (Leinentasche)
verstauen, die in fast allen Geschäften in Spiegelau
erhältlich ist, und wird somit das ganze Jahr über an
Pandurenfest erinnert, das diesmal wieder unter der Schirmherrschaft
von Ehrenvorsitzendem Franz Joseph Ulschmid aus Waldmünchen steht.
Grafenauer Anzeiger
vom 6.7.2006
Erstveröffentlichung
im Schnapsmuseum
Kunstausstellung mit Hildegard Ruthardt , Martha Braumandl und Gisela
Mück.
Spiegelau (hr). Unter dem Thema „Gemeinsame
Erstveröffentlichung“ startet die Ausstellung von Bildern
der Künstlerinnen Gisela Mück, Martha Braumandl und Hildegard
Ruthardt im Schnapsmuseum in Spiegelau. Das Museums-Team mit Martina
Stöckl und Daniela Moser kann somit für die nächsten
Wochen wieder einmal Künstlerinnen aus der Region
präsentieren.
Neben verschiedenen Motiven präsentiert Gisela Mück
(Grafenau) ihr Lieblingsbild, einer Landschaft bei Sevilla. Die Vorlage
für dieses Motiv entstand nach einer langen Autofahrt in den
frühen Morgenstunden. Fasziniert vom Anblick der in der warmen
Morgensonne liegenden Naturlandschaft prägte sie sich diese ein
und hat sie im heimischen Atelier aus dem Gedächtnis in Aquarell
nachgemalt.
Warme Farben wie Gelb, Orange und sehr helles Braun stehen bei Gisela
Mück im Vordergrund und bilden die Grundlage nahezu jeden Bildes.
Die aus Arfenreuth stammende und in Grafenau wohnende Künstlerin,
Mutter von drei Kindern, liebt die Aquarelltechnik und bevorzugt als
Motive Landschaften und Blumen. Malerische Dokumentation heimatlicher
Motive wie der Waldgegend von Rachel und Lusen gehören zu ihren
künstlerischen Zielen.
Die aus Grafenhütt stammende Martha Braumandl präsentiert
neben Gemälden in Öl und Acryl ihr Lieblingsbild in Aquarell.
Es ist das alte Wohnhaus ihrer Malfreundin Gisela Mück in
Arfenreuth. Dieses heute nicht mehr existierende Haus hat sie vom
ersten Anblick an inspiriert, mit viel Arbeit und Korrekturen hat sie
die Existenz und das Leben des Hauses im Bild erhalten. Wie Martha
Braumandl selbst sagt, ist sie von der Hinterglasmalerei zum Aquarell
gekommen. Sie liebt die Landschaftsmalerei, zum Stilleben fühlt
sie sich nicht hingezogen, kleine Bilder bevorzugt sie vor
übergroßen Gemälden.
Ihre Anstöße und Motive sucht und fotografiert sie bei
täglichen Wanderungen nicht nur in der Natur der näheren
Grafenauer Umgebung sondern auch im Nationalparkgebiet des Rachels und
des Lusens. Neben ihrem zweiten Hobby, dem Schießen mit dem
Luftgewehr bei den Gemütlichkeitsschützen in Bärnstein,
plant sie ein Bild der Kapelle zum Brudersbrunn.
Die in Großarmschlag wohnende Künstlerin Hildegard Ruthardt
arbeitet gerne mit Öl, Kohle und Kreide, am liebsten jedoch
verwendet sie ihren Aquarell-Farbkasten. Mit dieser Technik kann sie am
ehesten ihre Vorstellungen verwirklichen. So entstand auch ihr
Lieblingsbild einer typischen Darstellung der Toskana mit warmer
Darstellung von Bäumen, Landschaft und einem Bauernhaus. Mit
vielseitigen Motiven aus dem Bereich der Blumenwelt, Landschaften und
Aktgemälden ergänzt sie die Ausstellung.
Die Ausstellung ist im Schnapsmuseum noch bis Ende September zu sehen.
Grafenauer Anzeiger
vom 12.5.2006
„Tschernobyl ist
noch immer nicht vorbei“
Evangelische und katholische Kirche,
Nationalparkverwaltung und Bund Naturschutz erinnern an Reaktorunfall
1986
Spiegelau (ul). 20 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl
gedachten am Mittwochabend in einem ökumenischen Gottesdienst im
Spiegelauer Kurpark die evangelische und katholische Kirche, die
Nationalparkverwaltung und der Bund Naturschutz der Opfer des GAUs in
dem ukrainischen Atomkraftwerk.
„Schlof ned ei“, das wachrüttelnde Lied von Otto
Öllinger und seinen Freunden Fredi Resch und Sepp Scholz zur
aktuellen Bedrohung durch das AKW Temelin, leitete nicht zufällig
den Gottesdienst ein. „Tschernobyl ist noch nicht vorbei“,
betonten die Redner Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner, Gerhard
Albrecht, 2. Vorsitzender des Bund Naturschutz Passau, Dekanin Dr. Edda
Weise und Pfarrer Heinrich Blömecke vom Umweltreferat des
Diözesanrates.
Ortspfarrer Hubert Gerstl begrüßte zur Gedenkfeier seinen
evangelischen Amtskollegen Friedemann Kohler, Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler, Dekan Heinrich Erhart, Bürgermeister Josef Luksch
und 3. Landrat Helmut Behringer und sprach von der tödlichen und
segensreichen Wirkung von Strahlung.
An den strahlend schönen 26. April 1986, den die Wolke von
Tschernobyl so nachhaltig trübte, erinnerte sich Nationalparkchef
Sinner. Durch die giftige Ladung, die auf den Bayerischen Wald
niederging, sei das Gebiet noch heute höchst belastet.
An die „verehrte Trauergemeinde“ wandte sich Albrecht. Die
direkten und indirekten Opfer von Tschernobyl seien Mahnung dafür,
dass der Mensch die Atomkraft nicht beherrsche. Aber Atomkraft verlange
absolute Fehlerfreiheit, deshalb könne 100 Kilometer entfernt von
Ohu und Temelin und 20 Kilometer von einem möglichen
Atommüllendlager in Saldenburg nur der Ausstieg aus der
Atomenergie die Lösung sein, so der stv. BN-Vorsitzende.
„Christen müssen für das Leben eintreten und ein
Umdenken einfordern. Wir müssen gute Haushalter unserer Erde
sein“, verlangte Dekanin Dr. Weise eine „Technik mit
Maß und Ziel“.
Nach Pfarrer Blömecke sei die „Natur ein Geschenk an uns
Menschen und kein Produktionsstandort“. Deshalb müsse
weitblickend mit ihr umgegangen werden. „Nicht das Profitdenken
darf im Vordergrund stehen, sondern die langfristige
Entscheidung.“
Die Feier gestalteten musikalisch der Kirchen- und Kinderchor Spiegelau
und die Klingenbrunner Blechbläser. Die Kollekte ist für
krebskranke Kinder im Krankenhaus Kiew.
Grafenauer Anzeiger
vom 10.5.2006
Spiegelau verliert
zum Herbst seine Hauptschule
Luksch: Umsprengelungsantrag nicht berücksichtigt von
Ursula Langesee
Spiegelau. Die Würfel im Schulstreit zwischen Spiegelau, St.
Oswald-Riedlhütte und Neuschönau sind gefallen: Nach
Mitteilung von Leitendem Regierungsschuldirektor Kurt Neudert Anfang
der Woche an die Gemeinden werden zum Schuljahr 2006/2007 die
Volksschulen Neuschönau, Riedlhütte und Spiegelau als Grund-
und Hauptschulen aufgelöst. Es wird je eine Grundschule (Klassen 1
bis 4) in Neuschönau und in Spiegelau errichtet.
Der Sprengel der künftigen Grundschule Spiegelau umfasst die
Gemeinde Spiegelau, die Orte Riedlhütte, Pronfelden und
Reichenberg der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte sowie aus
Eppenschlag die Orte Daxberg, Kohlstatt, Kraftmühle, Raumreuth,
Reinhardsschlag, Waldeck und Wolfertschlag.
Als Grund für ihre Entscheidung zur Auflösung der Hauptschule
in Spiegelau gibt die Regierung an, dass die Schule im kommenden
Schuljahr voraussichtlich keine 7. und 8. Klassen hätte bilden
können. So könne die gesetzliche Vorgabe, wonach die
Hauptschule alle Jahrgangsstufen von 5 bis 9 anbieten müsse, nicht
mehr erfüllt werden.
Die drei Gemeinden und der genannte Teil der Gemeinde Eppenschlag
sollen zu einem gemeinsamen Hauptschulsprengel zusammengefasst werden.
Im Gegenzug werden die künftigen Grundschulen Spiegelau und
Neuschönau durch Teilbereiche aus der Gemeinde St.
Oswald-Riedlhütte verstärkt. „Mit dieser Konzeption
können mittelfristig drei Schulorte in den Gemeinden erhalten
werden“, heißt es in dem Brief.
Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch erstaunte die schnelle
Entscheidung der Regierung. „Wir haben am 4. Mai unseren
Gemeinderatsbeschluss gefaxt (wir berichteten) und am gleichen Tag ist
dieser Brief geschrieben worden. Unbeantwortet bleibt unser Antrag auf
Umsprengelung der Hauptschule Spiegelau in die Propst-Seyberer-Schule
Grafenau. Da werde ich bei Herrn Neudert nochmals nachfragen. “
Grafenauer Anzeiger
vom 8.5.2006
Klingenbrunn
vertritt Ghanas Farben
E-Jugend des TSV Klingenbrunn spielt bei der Mini-WM in Osterhofen
für den afrikanischen WM-Neuling - von Franz Stockinger
Klingenbrunn.
Unglaublicher Jubel herrschte nach der Auslosung zur Mini-WM bei der
Fußballjugend in Klingenbrunn, aber auch bei den Verantwortlichen
des TSV, bei Bürgermeister Josef Luksch, Schulleiter Karl-Heinz
Reimeier und ganz besonders bei Pfarrer Johann Pöppel, als
feststand, dass die E-Jugend das Turnier mitbestreiten darf, das Bayern
1 und der Bayerische Fußballverband gemeinsam für bayerische
Jungfußballer ausrichten werden.
„Katsche“ Schwarzenbeck, der legendäre Vorstopper des
FC Bayern München und der Nationalelf, hatte den Klingenbrunnern
das Glückslos beschert. Sogleich traf man sich zum Mannschaftsfoto
- und das natürlich mit der Nationalflagge von Ghana, denn dieses
Land vertreten die Spieler bei der Vorrunde, die in Osterhofen am 27.
Mai ab 15 Uhr im Stadtstadion ausgetragen wird.
Mit dem Mannschafts-Bild will man sich bei „Katsche“
Schwarzenbeck bedanken, damit er auch sehen kann, wen er aus der
Lostrommel gezogen hat.
Trainer Josef Kaufmann war außer sich vor Freude, hatten sich
doch über 800 E-Jugendmannschaften für das Turnier gemeldet
und „ausgerecht unser Verein kommt zum Zug, da wir seit drei
Jahren ganz intensiv einen Neuanfang mit unserer Jugend betreiben und
so scheint es, dass wir für diese Arbeit belohnt wurden. Ich freue
mich riesig für die Spieler der E-Jugend, bedauere aber
gleichzeitig, dass nicht alle Jugendmannschaften des TSV dabei sein
können,“ so seine Botschaft, die er innerhalb kürzester
Zeit bei seinen Freunden verbreitet hatte.
Einen Nebeneffekt als Beitrag zur Allgemeinbildung hat diese Auslosung
für die Jugendlichen obendrein. An der Info-Tafel des
Vereinsheimes hängt bereits die Landkarte von Ghana, und sie
wissen bereits, dass Accra, die Landeshauptstadt 5050 km vom
Frankfurter Flughafen entfernt liegt, und der beste
Fußballspieler dieses Landes Sammy Kuffour heißt, der lang
beim FC Bayern gespielt hat.
Weiteres Interessante und Wissenswerte über dieses Land werden
sich die Jungfußballer sicher über das Internet besorgen.
„Ghana ist bei der WM sicherlich Außenseiter und unsere
Jungfußballer sehe ich in derselben Rolle,“ sagte Eduard
Wilhelm, der Vorstand des TSV Klingenbrunn, als er die
Erfolgsaussichten seiner Mannschaft bewertete. „Hauptsache, wir
sind dabei, wenn diese Mini-WM ausgetragen wird“, freute sich
Kurt Moser jun., der in München in unmittelbarer Nachbarschaft zu
Schwarzenbeck in einem Versicherungsbüro arbeitet. „Eine
ganz tolle Sache ist das, und dabei denke ich in erster Linie an die
Jugendspieler, aber auch an die verantwortlichen Betreuer und nicht
zuletzt an unsere Gemeindebürger, die sicher alle für ein
gutes Abschneiden bei diesem Turnier die Daumen drücken,“
äußerte sich Bürgermeister Josef Luksch.
Schulleiter Karl-Heinz Reimeier zeigte sich überrascht und so
erfreut, dass er die Glücksbotschaft spontan in der 3. und 4.
Klasse, wo die Spieler der E-Jugend die Schulbank drücken,
verkündete. Beim Elterngespräch für die
Erstkommunikanten konnte Pfarrer Johann Pöppel am Abend zwar keine
Neuigkeit mehr verkünden, aber er strahlte über das ganze
Gesicht, als er meinte, „a schöne G’schicht is des
für die Klingenbrunner und i g’frei mi riesig für die
Buam“.
Mit einem lachenden und weinenden Auge kommentierte indes Josef
Kaufmann, der Trainer, das Losglück: „Ich konnte unser
Glück kaum glauben. Gleichzeitig erfüllte mich auch etwas
Wehmut, weil ich weiß, dass außer den elf Glücklichen
noch einige Spieler in unserer Jugend berechtigt und befähigt
wären, bei der Mini-WM mitzumachen. Ich darf jedoch nur elf
Spieler für das Turnier benennen. Aber auch das ist Sport und hier
wird deutlich, dass Charakter, Rücksichtnahme und Fairness nicht
bloß schöne Schlagworte sein können, sondern hier klar
erlebt und gelebt werden.“
Grafenauer Anzeiger
vom 8.5.2006
Nordic Walker bekommen
jetzt auch in der Gemeinde Spiegelau ihr eigenes Revier
Am 13. Mai wird der Park eröffnet - Neun Routen
von leicht bis schwer - Klassifizierte Einteilung
Spiegelau (ul). Die Touristinformation und die Touristikgemeinschaft
Spiegelau-Klingenbrun-Oberkreuzberg haben jetzt auch neun Routen als
Nordic-Walking-Strecken ausgewiesen und zu einem „Park“
zusammengefasst. In allen drei Gemeindeteilen sind Startpunkte mit
Infotafeln über das Wegenetz, Streckenbeschreibungen,
Höhenprofile und Bodenbeschaffenheit (Fußweg, Asphalt,
Waldweg) eingerichtet und einige der Routen lassen sich untereinander
verbinden. In Spiegelau ist der Start in der Nähe des
P+R-Parkplatzes, in Klingenbrunn beim Sportplatz und in Oberkreuzberg
beim Dorfplatz. Die Hinweisschilder wurden in Abstimmung mit dem
Naturpark konzipiert, bei drei Routen wurden die für die
Nationalparkwege üblichen Tier- und Pflanzensymbole
übernommen. „Wir haben uns bei der Einstufung der
Schwierigkeitsgrade an die Richtlinien von GNFA und INWA, den
Nordic-Walking-Verbänden gehalten. So haben wir eine
Klassifizierung wie bei den Langlaufloipen“, erklärt Franz
Treml, Vorsitzender der Touristikgemeinschaft.
Die meisten Routen sind als mittelschwer eingestuft mit Längen
zwischen 6,6 und 10,7 Kilometern. „Leicht“ ist die 2300
Meter lange Übungsroute im Kurpark, ein Rundkurs mit vier
Stationen für Einsteiger und zum Aufwärmen.
„Schwer“ ist die Tour zum „Wagensonnriegel“ von
Klingenbrunn aus - 12,3 Kilometer Länge und steile Anstiege.
Am Samstag, 13. Mai, wird der Nordic-Walking-Park „Walderlebnis
Spiegelau“ um 10 Uhr eröffnet. Das Rahmenprogramm bietet
Aktionen rund um das Thema Gesundheit, Schnupper-Nordic-Walking-Kurse
und Musik im Zelt von der Band „Rainbow“.
Grafenauer Anzeiger
vom 6.5.2006
Aus dem Gemeinderat
Spiegelau
Nichts einzuwenden hatte der Gemeinderat gegen das Vorhaben des
Gewerbevereins Spiegelau, den Familiensonntag statt im Mai, wie im
vergangenen Jahr, heuer auf den 18. Juni zu verschieben. Wann die
verkaufsoffenen Sonntage abgehalten werden, ist nicht so wesentlich. Es
dürfen nur nicht mehr als vier pro Jahr sein.
Nur als Information gedacht war , dass bei der Euregio Bayerischer
Wald-Böhmerwald-Unterer Inn zahlreiche Anfragen wegen Gemeinde- ,
Vereins- und Schul-partnerschaften eingegangen seien. „Wir
pflegen durch das Pandurenfest intensive Beziehungen mit
Waldmünchen, auch ohne offizielle Partnerschaft. Damit sind wir im
Moment ziemlich ausgelastet“, begründete Bürgermeister
Luksch, warum Spiegelau keine weiteren Partnerschaften brauche.
Bei der Kleinen Landesgartenschau 2007 in Waldkirchen hätte
die Gemeinde die Möglichkeit zur Darstellung - über das
Projekt „Himmelsstangen“ mit gläsernen Produkten aus
der Kristallglasfabrik und mit Infoständen. „Wir sollten das
Angebot schon annehmen, das ist eine verhältnismäßig
billige Werbung für unseren Tourismusort“, meinte
Gemeinderat Anton Seibold. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt,
in Kooperation mit der Kristallglasfabrik ein Beteiligungskonzept zu
erstellen. Die Kosten dürfen 2000 Euro nicht übersteigen.
Durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband wurde
für die Wasserversorgung Spiegelau die Bilanz für das
Haushaltsjahr 2004 erstellt. Die Bilanz schließt mit einer Summe
von 2,003 Mio. Euro. Der Jahresverlust von 27 507 Euro hat sich
gegenüber dem Jahr 2003 um 5000 Euro verringert. Gründe
dafür waren weniger Personalkosten und mehr
Abschreibungsmöglichkeiten.
Luksch informierte, dass von 26. bis 29. Mai das Volksfest in
Spiegelau stattfinde. Der Volksfestaufzug beginnt am 26. Mai um 17.30
Uhr mit einem Standkonzert bei der KSS, der Zug formiert sich um 18
Uhr.
Ein großes Ereignis für Spiegelau ist die Priesterweihe von
Michael Weny aus der Pfarrer-Schweikl-Straße. Nach der
Priesterweihe am Samstag, 24. Juni, im Passauer Dom kommt der
Primiziant um 17 Uhr zurück nach Spiegelau, wo er an der Sparkasse
empfangen wird und in einem Festzug über die Hauptstraße zur
Kirche geleitet wird. Dort ist Dankgottesdienst mit
anschließendem Stehempfang.
Am 25. Juni ist um 8.30 Aufstellung der Vereine zum Festzug, um 9 Uhr
Abholung des Primizianten vom Elternhaus und Festzug zum Gottesdienst,
der um 9.30 Uhr beginnt. Um 11 Uhr bewegt sich der Zug zur
Mehrzweckhalle (Mittagessen und Nachmittagsprogramm). Um 17 Uhr ist
Dankandacht mit Einzelsegnung.
Gemeinderat Seibold wollte wissen, wie weit die Vorbereitungen
für das Pandurenfest am 3. Juli-Wochenende schon gediehen seien.
Luksch berichtete, dass eine Alternative zu den Fechtern gesucht werde,
eventuell in Form eines Puppentheaters oder einer
Theateraufführung und dass die Teilnahme der Waldmünchner
Panduren fraglich sei, weil sie an diesem Wochenende selbst ein
großes Fest hätten.
Eine ganze Liste von Schadensmeldungen hatte Gemeinderat Hermann Eisch
für Oberkreuzberg: die Ortsdurchfahrt sei katastrophal, die
Wanderwegeschilder teilweise nicht mehr lesbar, der Maschendrahtzaun am
Kinderspielplatz und die Ruhebänke am Eidechsenweg kaputt. Auch
keine Augenweiden seien desolate Lkws in Palmberg, das Jugendzentrum
Flash und das Zankl-Haus. Bürgermeister Luksch kündigte an,
dass die Gemeindestraßen nach Schäden untersucht und die
Dachschäden an öffentlichen Gebäuden aufgenommen werden.
Luksch dankte herzlich dem treuen Sitzungbesucher und
Rama-Dama-Organisator Lothar Sommer, der im vierten Jahr das
große Aufräumen in der Gemeinde organisiert hatte. Sommer
freute sich, dass sich jedes Jahr mehr Vereine und Institutionen an dem
Frühjahrsputz beteiligen würden. Heuer waren es 216.
Er dankte: Sparkasse, Gewerbeverein, KSS Spiegelau, Gemeinde,
Aktivsport 2000, Caritas Wohnheim Rotbach, Feuerwehr Spiegelau und
FFW-Jugend, EC Rachel Spiegelau, Gemütlichkeitsverein Palmberg,
Jugendtreff „Flash“, Ski-Club, Nationalpark Junior Rangers,
den Klassen 3 a, 4 b, 5, 7 und 8 der Volksschule,
Männergesangsverein Oberkreuzberg, SPD Ortsverband Oberkreuzberg,
Spvgg Oberkreuzberg mit ihrer Fußballjugend, Krieger- und
Soldatenverein Oberkreuzberg, Schnupferverein Klingenbrunn, Feuerwehr
und TSV Klingenbrunn, BRK Jugend und Liederkranz Klingenbrunn. (ul).
Grafenauer Anzeiger
vom 16.3.2006
Aus dem Gemeinderat
Spiegelau
Die vom Spiegelauer Gemeinderat in der Sitzung vom 14.
September 2004 erlassene Verordnung über die Pflege von
Grundstücken und deren Schutz vor Verwilderung wurde aufgehoben.
Der Bayerische Gemeindetag hatte diese Maßnahme zuvor empfohlen.
Laut Luksch hat die Gemeinde in Zukunft dennoch die Möglichkeit
mittels des Landes Straf- und Verordnungsgesetzes gegen Verwilderungen
von Grundstücken im Ortsbereich vorzugehen.
Nach einer Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung von
Niederbayern ist die Änderung der Verordnung über das
Landschaftsschutzgebiet Bayerischer Wald auch ohne die Zustimmung der
Gemeinde Spiegelau rechtswirksam. Klagen gegen diesen Beschluss haben
laut Bürgermeister Josef Luksch keine Aussicht auf
Erfolg. fri
D’Schwarzachtaler
kommen auf DVD
Jahreshauptversammlung -
Vereinschronik soll digitalisiert werden
Spiegelau (pnp). Zur Jahreshauptversammlung im Vereinslokal „Cafe
Lilo“ versammelten sich vor kurzem die Mitglieder des
Trachtenvereins D’Schwarzachtaler Spiegelau.
Nach der Begrüßung durch Vorsitzenden Franz Brunnbauer
folgten die Berichte der Schriftführerin über die
Aktivitäten des vergangenen Jahres: Maibaumaufstellen,
Maiandachten, Fronleichnahmsprozession, Aufmarsch zum Volks- und
Pandurenfest, Seminare sowie zahlreiche Aktivitäten für die
Kinder. Anschließend zog die Kassiererin Bilanz und verwies auf
eine gut gefüllte Kasse. Die Kassenprüfer bescheinigten eine
korrekte Aufstellung, woraufhin eine Entlastung der Vorstandschaft
erteilt wurde. Die Jugendleiterin kam ebenfalls zu Wort, ehe die Ehrung
für „langjährige Schwarzachtaler“ erfolgte. Die
Neuwahlen leitete 1. Bürgermeister Josef Luksch: 1. Vorstand ist
zukünftig Hilde Herzog, als 2. Vorstand fungiert Marco Lindner.
Für die Position der Schriftführerin wurde Christine
Barthelmes bestellt. Als Kassier ist Stefan Trauner ernannt. Die neue
Jugendleiterin ist Melanie Trs, sowie Zeugwart Max Schinabeck und
Vortänzer Wolfgang Schraml. In ihrem abschließenden Bericht
verwies die Baumsteftenlenz-Preisträgerin Hilde Herzog auf 127
aktuelle Mitglieder, den Internet-Eintrag auf
www.bayerischer-waldgau.de und dass eine Vereins-Chronik auf DVD
erarbeitet werden soll.
Schließlich wurden die bevorstehenden Termine angekündigt:
19. März Frühjahrsgauversammlung, nächste
Kindertanzprobe am 22. März um 18 Uhr, 23. April das 28. Kinder-
und Jugendtreffen in Bayrisch Eisenstein sowie Maibaumaufstellen unter
Mithilfe der Ortsvereine.
Grafenauer Anzeiger vom
2.3.2006
„Nachtloipe bringt
Schwung nach Spiegelau“
Anlage in Klingenbrunn offiziell eröffnet - Eigenleistung des
Skiclubs: 20 000 Euro - Dank an die vielen Sponsoren von
Franz Stockinger
Klingenbrunn. Wahrlich ein großer Tag für die Liebhaber des
Skilanglaufs: In Klingenbrunn ging für sie endlich ein Traum in
Erfüllung, die neue Nachtloipe macht jetzt endlich auch Training
ohne Sonne möglich. Ein strahlender Sepp Erhard, der 1. Vorstand
des SC Spiegelau, konnte zur offiziellen Eröffnung der Loipe
seines Vereins - wegen des Schneechaos wurde der erste Termin
verschoben - mehrere hundert Zuschauer begrüßen, darunter
auch Schirmherrn Landrat Alexander Muthmann sowie Bürgermeister
Josef Luksch, zahlreiche Gemeinderäte und viele Sponsoren.
Denn nur das Engagement viele privater Sponsoren haben dieses Projekt,
das Erhard schon 1988 erstmals initiierte, nun Wirklichkeit werden
lassen - Eder bedankte sich deshalb bei jedem einzelnen Förderer.
Einen herzlichen Dank gab es auch für die
Grundstücksbesitzer, die Familien Mandl, Augustin und Lippl, die
der Nutzung für das Spuren der Loipe nun vertraglich zugestimmt
haben. In seinem Dank vergaß Erhard auch seine tüchtigen
Vereinskameraden Thomas Hilz, Josef Wanninger und Florian Haben nicht.
Durch die neue Nachtloipe erhofft sich der SC-Vorstand einen Schub
für die Nachwuchsarbeit, die Förderung talentierter Kinder,
die beim Skiclub oberste Priorität habe. Und dass diese Arbeit
Früchte getragen habe, könne man mit einigen Namen
dokumentieren. „Mit Sebastian Erhard hatten wir vor zwölf
Jahren einen Bayerischen Vizemeister in der Langlaufstaffel, mit Daniel
Herzog heuer einen frisch gebackenen Bayerischen Meister in der
Schülerklasse, mit Johannes Vogl einen Bayerischen Meister in der
Nordischen Kombination und mit Tobias Schreindl einen mehrmaligen
niederbayerischen Meister im Crosslauf, Berglauf, Bahnlauf und
Bayerischen Meister in der Mannschaftswertung Crosslauf“, listete
Erhard auf.
Zum Schluss zitierte er sinngemäß aus der Rede des
Landtagspräsidenten Alois Glück beim Neujahrsempfang in
Waldkirchen. Glück hatte dort betont, dass alles, was in den
Kommunen geplant werde, müsse daraufhin geprüft werden, was
es für Familien und Kinder bringe. „Ich sage: Diese
Nachtloipe kommt vielen Eltern und Kindern zugute. Sie ist eine
sinnvolle Investition. Sie bringt Leben und Schwung in unsere Gemeinde
und macht unser Dorf Klingenbrunn ein Stück lebens- und
liebenswerter.“
Landrat Alexander Muthmann, selbst ein begeisterter Ausdauersportler,
habe die Schirmherrschaft für die neue Anlage sehr gerne
übernommen, sagte der Landrat in seinem Grußwort. Aber schon
vorher sei ihm der Zuschuss vom Landkreis von der Intention her leicht
gefallen, da in Klingenbrunn ein Projekt unterstützt werde, das
der sportlichen Ertüchtigung und somit der Gesundheit der
Landkreisbewohner diene. Bürgermeister Josef Luksch zollte der
Vorstandschaft des SC Spiegelau seinen Respekt, der sich
hartnäckig für die Nachtloipe eingesetzt und auch nicht
locker gelassen habe. Der Bürgermeister wünschte allen
Sportlern, die sich auf dem Gelände beim Wettkampf messen, viel
Glück und Erfolg für deren sportlichen Ziele.
Zur offiziellen Eröffnung hatte Sparkassen-Direktor Erwin
Bumberger noch ein passendes Geschenk dabei - einen Scheck über
2000 Euro. Diesen überreichte er an SC-Vorstand Erhard und freute
sich als aktiver Langläufer, dass dieser Betrag allen
Sportbegeisterten zugute komme.
Der Langlauf-Nachwuchs zeigte dann in einer von Sepp Erhard
kommentierten Liveshow die einzelnen Techniken im Skilanglauf:
Klassischer Stil (auch mit Doppelstock-Einsatz) und Skating. Die
Zuschauer waren begeistert ob dieser gelungenen Vorführung der
Nachwuchsläufer unter Karl Garhammer und Josef Vogl.
16 Mannschaften aus den Ortsvereinen von Klingenbrunn, Oberkreuzberg
und Spiegelau kämpften zum Abschluss in einem Langlauf-Wettbewerb
mit Hindernissen, den Josef Wanninger organisierte, um den Sieg. Dabei
ging es aber in der Hauptsache um die Gaudi. Bei den Kindern siegten
die „Unbesiegbaren“ vor dem „Dream Team“, den
„FIFA Snowtigers“, dem „Zwergerl Aufstand“, den
„Fatimastürmern“, den „Tollen Vier“, den
„Wilden Fußballkerlen“, den
„Hessensteinschützen“ und den
„Schneeblümchen“.
Bei den Erwachsenen war das „Fun Team“ erfolgreich, vor dem
„TSV Klingenbrunn“, dem „Lichterkranz
Klingenbrunn“, den „MTB-Freunden“, dem
„Spättrupp“, der „FFW“, und dem „S
Power Team“.
Übrigens: Wer auf der B 85 in Höhe Gumpenreit Richtung
Schönberg unterwegs ist, kann von dort aus die Flutlichtanlage in
Klingenbrunn ausmachen - natürlich nur, wenn sie eingeschaltet ist.
Grafenauer Anzeiger vom
21.2.2006
Muslime kamen zum
Schneeschaufeln
Hilfsorganisation „Humanity First“ bot sich als
Arbeitstrupp in Spiegelau an
Spiegelau (ul). „Wir sind da - für
Menschen, die Hilfe brauchen.“ Damit stellt sich der Verein
„Humanity First Deutschland e.V. “ mit Sitz in Frankfurt im
Internet vor. Die humanitäre Organisation mit ihren 500
überwiegend muslimischen Mitgliedern hilft Menschen, die
unverschuldet durch Naturkatastrophen oder Kriege in Not geraten sind.
Angesichts des Schneechaos in Ostbayern bot der Verein auch hier etwa
40 Gemeinden seine Hilfe beim Beseitigen der weißen Massen an -
aber nur die Gemeinde Spiegelau im Bayerischen Wald sagte zu. 22
Muslime zwischen 17 und 25 Jahren schaufelten mit ihrem
Vereinsvorsitzenden Mohammad Zubair einen ganzen Tag lang die
Dächer der Volksschule und der Mehrzweckhalle frei.
„Am Anfang war uns der Schnee noch etwas fremd, aber es ging
immer besser“, gibt Zubair zu. Die Gemeinde mit
Bürgermeister Josef Luksch kümmerte sich um die Verpflegung
dieser „tollen und fleißigen Leute“ und musste erst
einmal umdisponieren. „Wir wollten Schweinebraten und Bier
servieren, aber dann gab es Rinderbraten und Spezi“, erzählt
Luksch. Dass der Speisesaal auch als Gebetsraum dienen konnte, rechnet
Zubair den Spiegelauern sehr hoch an. „Wir haben hier neue
Freunde gefunden“, sagt der Vorsitzende, der mit dem Hilfseinsatz
auch das Bild der Muslime geraderücken will. „Menschen zu
schaden und zu töten, entspricht nicht dem Islam, sondern sie zu
retten und ihnen zu helfen.“ Bei einem Fußballspiel mit den
Rachel-Lusen-Freizeitkickern im Sommer soll die
„Schneeräum-Freundschaft“ gefestigt werden.
Grafenauer Anzeiger vom
16.2.2006
Einer von vielen helfenden
Engeln
Spiegelau (mis). Stellvertretend für die vielen Helfer, die im
Schnee-Chaos den Durchblick behielten, soll an dieser Stelle
Günter Sellmayer (42) für seinen ehrenamtlichen Einsatz
gewürdigt werden. Der Nationalpark-Ranger schaufelte in seiner
freien Zeit seit Freitag permanent auf anderer Leute Dächern -
für sein eigenes hatte er noch keine Zeit. „Das wollte ich
heute vom Schnee befreien“, sagte der Oberkreuzberger gestern,
„doch dann rief die Gemeinde wieder wegen eines Notfalls
an.“ Pikanterweise führte das den mit Seil und Klettergurt
ausgerüsteten Ranger zum Nationalpark-Kritiker Dr. Guntram
Dürrschmidt - beim Arzt hatte geschmolzener Schnee am Morgen einen
Weg ins Haus gefunden. Für Sellmayer indes kein Problem:
„Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun - wir müssen ja
zusammenhelfen.“ Zusammen mit Helmut Koller aus
Großarmschlag, der mit seiner Drehleiter den Ranger aufs Dach
brachte und ihn dort sicherte, räumte Sellmayer die weißen
Berge weg - der Hausbesitzer verfolgte das Geschehen am Boden und
dankte ihm anschließend. Und: Spätestens im Sommer
gibt’s ein Wiedersehen der Beiden: Sellmayer will
Dürrschmidt dann die Schönheiten im Nationalpark zeigen.
Grafenauer Anzeiger vom 23.1.2006
Aus dem Gemeinderat Spiegelau
Bei der Bürgerversammlung in Spiegelau hatte Franz
Treml jun. beantragt, einen Kontrolleur einzustellen, der darauf achte,
dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner nicht frei laufen lassen und die
Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigten. „Wegen ein paar
Unvernünftiger einen Kontrolleur einstellen? Da gibt es wirklich
Wichtigeres“, meinte dazu Gemeinderat Siegfried Klante. Ihm
selbst seien beim Gassigehen mit seinem Hund im Kurpark noch keine frei
laufenden Hunde untergekommen. Und wenn, dann sollen die, die sich
daran stören, ruhig die Hundebesitzer darauf ansprechen und
Zivilcourage beweisen. Einstimmig lehnte der Gemeinderat den Antrag auf
einen Hundekontrolleur ab.
Ein weiterer Antrag bei der Bürgerversammlung in Klingenbrunn war,
die Schule früher beginnen zu lassen. Die ersten Schüler
seien bereits um 7.10 Uhr im Schulgebäude, der Unterricht beginne
erst um kurz vor acht Uhr. Für diese Zeit sei eine Aufsicht
nötig. In der Schulverbandssitzung mit Eppenschlag soll über
diesen Vorschlag diskutiert werden, kündigte Bürgermeister
Josef Luksch an.
Die „Villa H2O“, der Hochbehälter Klingenbrunn,
braucht für die UV-Licht-Bestrahlung einen permanenten
Stromanschluss. Die Netzherstellung darf nur die EON Bayern erledigen.
Ein erstes Angebot, bei dem auch der Finkenweg und die
Staatsstraße mit verkabelt werden sollen, belief sich auf 24 000
Euro - „zuviel“ urteilte die Gemeindeverwaltung. Ein neues
Angebot - nur für den Stromanschluss des Hochbehälters -
weist jetzt 18 631 Euro brutto aus. Es wurde einstimmig vom Gemeinderat
angenommen.
Der Caritasverband der Diözese plant heuer für den
Spiegelauer Kindergarten St. Johannes der Täufer Investitionen von
2350 Euro. Nach der abgeschlossenen Vereinbarung hat sich die Gemeinde
mit 60 % der Kosten, also 1410 Euro, daran zu beteiligen.
Nach dem Desaster von Bad Reichenhall wollte Gemeinderat Erhard Wawrzek
wissen, ob die Dachkonstruktionen der öffentlichen Gebäude in
der Gemeinde auf Stabilität überprüft würden.
Luksch sagte, dass er selbst alle per Sichtkontrolle getestet habe und
die Schneehöhe nicht zu Bedenken Anlass gegeben hätte.
Außerdem seien die Leimbinder in den Spiegelauer Hallen aus
Vollholz und nicht nur Hohlkammerprofile wie in der Reichenhaller
Eishalle.
Im Protokoll der letzten Gemeinderatssitzung mit Ltd. Forstdirektor
Karl Friedrich Sinner vermissten Wawrzek im Namen seinen
Fraktionskollegen Ludwig Schopf und Gemeinderat Hermann Eisch zwei
Äußerungen, die sie zum zerstörten
Schneiderweiher-Biotop und zu Schutzzonen gemacht hätten. Sie
werden von der Verwaltung nachgetragen.
Bereits seit Beginn der 60-er Jahre besteht der Bebauungsplan für
„Oberes Hochfeld-Braungarten“. Damals war der Bau eines
riesigen Hotels vorgesehen gewesen, dann mal eine Feriensiedlung, nun
soll daraus ein allgemeines Wohngebiet werden. Über die
Änderung des Bebauungsplanes musste der Gemeinderat jetzt
abstimmen.
„Die Gemeinde hat keine Schuld, dass die Pläne so lange in
der Schublade schlummerten“, machte der Bürgermeister mit
Blick auf die 40 Jahre „Planungszeit“ aufmerksam. Eine
insgesamt verfahrene Situation mit unklaren Eigentumsverhältnissen
und fehlenden Ansprechpartnern hätte das Verfahren so lange
herausgezögert. Die Grundsatzbeschlüsse für dieses
Verfahren stammten aus den Jahren 1998 bis 2000. Die
Bürgerbeteiligung wurde durchgeführt und die Träger
öffentlicher Belange informiert. Über deren Vorschläge
und Bedenken beriet das Gremium und beauftragte das zuständige
Architekturbüro, die Änderungen in den Plan einzuarbeiten. (ul)
Ungepflegte Loipen und Räummuffel:
Räte sorgen sich um Spiegelaus Image Befürchtung:
Langläufer wandern ab
von Ursula Langesee
Spiegelau. „Wir haben keine Skilifte mehr,
keine Eisbahn, uns bleiben nur die Loipen als Winterangebot für
unsere Gäste. Deshalb sollten wir besser darauf achten“,
regte 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß die
Diskussion an.
Ein Loipenspurgerät, das immer wieder wegen der
unterschiedlichsten Defekte ausfiel und personelle Schwierigkeiten
hätten gerade in der Hochsaison über die Weihnachtsfeiertage
dazu geführt, dass die über 300 Kilometer Loipen in und um
die Gemeinde nicht „bestens präpariert“ waren, wie sie
auf der Homepage angepriesen werden. „Die Loipen müssen
höchste Priorität haben, sonst schaden wir uns selbst“,
merkte auch Erhard Wawrzek an.
2. Bürgermeister Kurt Zettl kreidete an, dass für das kaputte
Loipenspurgerät in der ganzen Zeit kein Ersatz gefunden wurde.
„Viele Langläufer sind ins Langlaufzentrum Rosenau
ausgewichen und fanden dort beste Bedingungen vor. Wir müssen uns
nicht wundern, wenn diese Urlauber das nächste Mal gleich ein
Quartier bei Rosenau suchen.“
Peter Hinterberger zweifelte gar, ob die Spiegelauer ihre Loipen
überhaupt wollen. „Zur neuen Nachtloipe an der
Fatima-Kapelle weist bis heute kein Schild“, kritisierte er.
Harald Frank schlug vor, im Loipennetz Schwerpunkte zu setzen, um
weniger Kilometer besser pflegen zu können.
Auch keine Werbung und zudem gefährlich seien ungeräumte
Bürgersteige und Schnee, der ohne Rücksicht auf Passanten und
Autos von Dächern geschaufelt werde. „Vom alten Friedhof bis
zur Schule sind die Wege mal passierbar, mal nicht. Dann müssen
die Schulkinder auf die Straße ausweichen“, schildert
Siegfried Klante die gefährliche Situation. Es seien immer die
gleichen Kandidaten, die sich ihrer Räum- und Streupflicht
entziehen würden.
„Wir haben in letzter Zeit verstärkt Bürger
angeschrieben“, erklärten Bürgermeister Josef Luksch
und Geschäftsleiter Josef Schreiner. „Aber das geht nicht
schnell genug. Es müssen kürzere Fristen her wie bei einer
Abmahnung. Denn es ist Gefahr im Verzug und da muss eine
Ersatzvornahme, wenn der Hausbesitzer nicht unverzüglich reagiert
und räumt, auch rasch vorgenommen werden können“,
drängte Wawrzek. „Wer einmal für den Räumdienst
zahlen muss, der merkt es sich vielleicht“, hofft der
Gemeinderat.
Ein stärkeres Durchgreifen der Gemeinde bei Räummuffeln
hält auch Zettl für notwendig. „Sonst sind die, die
immer brav räumen, die Dummen.“
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