Was über Spiegelau in der Zeitung steht
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Grafenauer Anzeiger vom 27.12.2006
AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 Für den Bau des Naturbades hat der Gemeinderat Gewerke vergeben. Estricharbeiten: Fa. Blöchl, Röhrnbach, 3078 Euro; Innem- und Außentüren: Fa. Halser, Neuschönau, 7692 Euro; Außenabschlüsse Fenster: Fa. Hans Friedrich, St. Oswald, 7247 Euro; Sanitärtrennwände: Fa. Schäfer, 13 192 Euro; Elektroarbeiten: Elektro Harant, Spiegelau, 17 944 Euro.
 Michael Hobelsberger, hat sein 14 000 qm großes Rotwildgehege in ein Wildschweingehege umgewandelt (PNP berichtete). Nun beantragten die Bürgerinitiative Hangstraße Palmberg und Anwohner der Bergackerstraße Palmberg beim Gemeinderat die Überprüfung des geänderten Flächennutzungsplanes. „Wir haben das Schreiben an das Landratsamt weitergeleitet, denn das Bauvorhaben war, laut Landratsamt, auch ohne Flächennutzungsplanänderung zulässig“, erklärte Bürgermeister Luksch. „Die Baugenehmigung wird noch erteilt werden. Wir haben im Sinne des Bauplanrechts richtig gehandelt.“
 In den Jahresplan 2007 der Städtebauförderung wurden folgende „Wunschvorhaben“ eingestellt: Auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks: Planung 47 000 Euro, Sicherung der Sägehalle 35 000 Euro, Abbruch Sägewerk, Wegeverbindung: 25 000 Euro, Hochbaumaßnahmen zur Nutzbarmachung der Sägehalle: 1 Million Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre, Nutzbarmachung des Spänesilos: 600 000 Euro, aufgeteilt auf 2008, 2009, 2010. Für die Sanierung der Pfarrer-Schweikl-Straße: 300 000 Euro (aufgeteilt auf 2007/2008), Sanierung der Ortsdurchfahrt (Bauabschnitt III) vom alten Rathaus zur Schulstraße: 1 Mio. Euro, aufgeteilt auf 2009 und 2010; Abbruch des alten Rathauses und des alten Feuerwehrhauses: 55 000 Euro (2008). Der Gemeinderat stimmte dem Jahresantrag zu unter der Voraussetzung, dass es im Rahmen des Stadtumbau West immer 80 Prozent Förderung gibt.
 Ungewöhnlich rau erscheint die neu aufgebrachte Deckschicht in der Bergstraße in Klingenbrunn. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Deckschicht durch die Entnahme von Asphalt-Bohrkernen zu untersuchen. Das Ergebnis eines Baustoff-Prüflabors in Eiterhofen lag jetzt vor. „Die Baufirma hat vorschriftsmäßige Arbeit geleistet“, heißt es in dem Prüfbericht, der 583 Euro kostet.
 Ein Investor hat im Rathaus vorgesprochen, der auf der Suche ist nach guten Standorten zur Errichtung eines Solarparks zur Stromerzeugung. In Oberkreuzberg sei ihm eine Fläche an dem Südhang „Am Hochfeld“ angeboten worden. Der Gemeinderat hat grundsätzlich nichts dagegen, will sich aber über eine Computer-Animation, die der Investor vorführen will, ein genaues Bild von dem Vorhaben machen.
 Karl-Hans Spiegel hat beantragt, im Auenweg die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen. Dem Antrag wurde nicht stattgegeben, weil der Gemeinderat keine Notwendigkeit zur Tempo-Begrenzung sieht. „Von den 30-er Schildern stehen viel zu viele herum. Die bringen überhaupt nichts“, sagte Gemeinderat Anton Seibold. „Wenn, dann würde die Regelung rechts vor links noch etwa bewirken“, schlug Luksch vor. Und Siegfried Klante machte darauf aufmerksam, dass das Schild „Spielende Kinder“ in 76 Prozent der Fälle Autofahrer zum Langsamfahren animieren würde. „Das könnten wir mal ausprobieren“, so der Bürgermeister.
 Folgende Bauvoranfragen und Bauanträge sind dem Gemeinderat vorgetragen worden: Willi Eder, Neubau eines Wohnhauses in Althütte; Emma und Wilhelm Kloiber, Einbau einer Dachgaube, Karl-Heinz und Anita Penn, Einbau eines Quergiebels und einer Dachgaube; Astronomische Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald in Zwiesel, Neubau einer Sternwarte in Oberkreuzberg; Swetlana und Christian Puchinger, Erweiterung der Garage.; Fa. Schlecker, Anbringung einer Werbeanlage; Florian Macht, Ausbau eines alten Stadels; Beate Rolli-Kordick und Michael Kordick, Neubau eines Wohnhauses mit Carport und Neubau eines Ausstellungsgebäudes ; Johann Ranzinger, Neubau einer Betriebsleiterwohnung.
 Einstimmig wurde der Antrag von Roland Friedl auf Ortsbegehung bzw. Ortsbesichtigung abgelehnt . Die Begründung: Ortsbegehungen und -besichtigungen sollte sich weiterhin auf Problemfälle beschränken.

 Die Regierung von Niederbayern hat aus Mitteln des Stadtumbau West folgende staatliche Zuwendungen gewährt: für die Zukunftswerkstatt (45 000 Euro): 32 000 Euro, für Abbrucharbeiten im Sägewerkgelände (80 000 Euro): 64 000 Euro.

 Letzter TOP in öffentlicher Sitzung war der Sachstandsbericht über die letzte Sitzung des Zweckverbandes Klärwerk Spiegelau. Dabei gingen Zweckverbandsvorsitzender Luksch und Gemeinderat Klante auch auf den Zeitungsbericht und Kommentar zur Gemeinderatssitzung in Riedlhütte ein. „Die Neufestlegung der Umlage ist keine Retourkutsche für die Schulangelegenheiten“, stellte Luksch von vornherein klar. „Alles, was wir wollen, ist ein objektives Ergebnis, das von allen akzeptiert wird, egal, welche Umlagehöhe die Gemeinde zu tragen hat. Wir haben auch keine Angst, dies unseren Bürgern zu vermitteln“, so Klante.
Zur Besprechung der neuen Umlagehöhen sollen nicht nur die fünf Verbandsräte von Spiegelau und die vier von Riedlhütte geladen werden, sondern auch die jeweiligen Gemeinderäte.   ul


Grafenauer Anzeiger vom 12.12.2006

Beschäftigungsgesellschaft nur eine Beruhigungspille?
In der Live-Sendung des Deutschlandfunks kamen ehemalige Glasarbeiter, ihre alten und neuen Arbeitgeber zu Wort /von Ursula Langesee
Spiegelau. Gestern Vormittag kurz vor 10 Uhr im Begrüßungsraum der Tourist-Information. An die 60 Spiegelauer drängen sich den Raum, immer mehr Stühle werden gebracht. Trotzdem ist es ruhig, denn es läuft die Live-Übertragung der „Länderzeit vor Ort“ im Deutschlandfunk. Moderator Jürgen Wiebicke hält Christa Hoffmann das Mikro unter die Nase und die lässt ihrem Frust freien Lauf: „Wir Arbeiter werden nur mehr als Ware betrachtet. Dabei haben wir so gerne in der Glasfabrik gearbeitet - wann und wie lange war kein Thema. Es war einfach wie in einer großen Familie. Und als uns Älteren nach der Übernahme durch Riedel der Ruhestand nahe gelegt wurde, da hörten wir auf, weil wir dachten, dann können wenigstens die Jüngeren ihre Arbeit behalten. Aber es war nicht so.“
Die Jüngeren, dazu zählt auch Hoffmanns Tochter Karin Prager. Die 40-Jährige ist zweifache Mutter. Ihr Mann hat zum Glück noch einen Job, aber auf dem Haus lasten noch Schulden, die er jetzt alleine schultern muss. Seit sie ihre Arbeitsstelle im Büro der Kristallglasfabrik verloren hatte, sucht die Bürokauffrau, die zugleich gelernte Hotelfachfrau ist, eine feste Anstellung - ohne Erfolg. Sie ist noch in der Beschäftigungs- oder Transfergesellschaft, die nach den Massenentlassungen vor zwei Jahren gegründet worden ist.
„Neuer Arbeitgeber Beschäftigungsgesellschaft?“ war dann auch das Thema der 70-minütigen Live-Sendung. Den Fragen des Moderators stellten sich neben den betroffenen Arbeitnehmern Bürgermeister Josef Luksch, Pfarrer Hubert Gerstl, Alois Kaufmann, Kaufmännischer Leiter bei Nachtmann/Riedel, Herbert Sollner, Personalleiter Nachtmann, H. T. Dietschi, Geschäftsführer der Transfergesellschaft, Herbert Krüger von der Gewerkschaft BCE, Bernd Becking und Johann Haugeneder von der Agentur für Arbeit und Unternehmer Erhard Wawrzek.
„Die Transfergesellschaft ist doch nur eine Beruhigungspille für die Arbeitnehmer“, sagt ein Anrufer am Hörertelefon und Geschäftsführer Dietschi streitet das auch gar nicht ab. „Die Leute fallen nach der Kündigung in ein Loch. Wir fangen sie auf, lernen sie in persönlichen Gesprächen kennen, wir begleiten sie zwölf Monate lang und zeigen ihnen Perspektiven auf. Am Anfang steht ein Bewerbungstraining, dann Qualifizierungsmaßnahmen und am Ende hoffentlich ein Job.“
Wobei nur etwa 20 Prozent wieder eine Arbeit finden, also acht von zehn gehen leer aus. „Eine Erschwernis ist hier, dass die Menschen in ihrer Region so verwurzelt sind. Das ist zwar menschlich ganz toll, aber es hemmt die Mobilität und Flexibilität“, hat Dietschi beobachtet.
„Und was nützt die Mobilität, wenn sie in Wunsiedel oder Wuppertal keinen Glasarbeiter brauchen?“, warf Krüger von der IG BCE ein. Als eine Chance sieht Becking von der Agentur für Arbeit, sich einen anderen Beruf zu suchen. „Es besteht großer Bedarf an Arbeitern im Bau-, Metall- und Elektrogewerbe.“ So eine berufliche Neuorientierung hat der frühere Glasarbeiter Fritz Riedl hinter sich. Er war mit 52 Jahren ausgestellt worden und hat dann in der Transfergesellschaft eine Kraftfahrerausbildung gemacht. Jetzt will er sich mit Holzhandel und Transportdiensten selbständig machen.
„Zum Aufhören zu jung, zum Arbeiten zu alt“. Dieses Dilemma kennt Pfarrer Gerstl zur Genüge. Wobei nur wenige dem Seelsorger von sich aus ihr Leid schildern. „Ist es aus Scham oder falschem Stolz, aber erst wenn man die Betroffenen direkt anspricht, tauen sie auf. Dann tun sich oft Abgründe auf. Die Verzweiflung ist groß, sie reicht bis zur Depression und zu Selbstmordgedanken, existenzielle Sorgen plagen die Menschen, sie verlieren ihr Selbstwertgefühl.“
Nicht gleich Arbeitslosengeld I beziehen zu müssen, einen Zeitpuffer zu haben, damit sich die Betroffenen auf die geänderte Situation einstellen können, das sieht Becking als positiven Aspekt der Transfergesellschaft. Für die Agentur für Arbeit eröffne dies auch die Möglichkeit, schon in der Übergangsphase mit den Arbeitslosen stärker in Kontakt zu treten. „Trotzdem ist die beste Transfergesellschaft die, die man nicht braucht“, machte Gewerkschafter Krüger klar.
Warum es überhaupt zu dem Arbeitsplatzabbau in der Glasfabrik kam, versuchte der kaufmännische Leiter Kaufmann von der Firma Nachtmann/Riedel zu erklären. „Wir müssen konkurrenzfähig sein. Der Endverbraucher gibt den Preis vor und der muss erschwinglich bleiben. Deshalb müssen wir mehr auf Maschinen als auf menschliche Arbeitskraft setzen.“
Der Wegfall der Arbeitsplätze in der Glas- und Holzindustrie und die damit verbundene demographische Entwicklung bewegen auch Metzgermeister Erhard Wawrzek dazu, nicht in Spiegelau, sondern möglicherweise im Münchner Raum zu investieren. „Ein Versorgungsbetrieb muss in zehn, 20 Jahren dort sein, wo die Menschen sind. Das ist in Ballungsgebieten“, sagte er Moderator Wiebicke.
An Bürgermeister Luksch war dann die letzte Frage gerichtet, welche Perspektiven er jungen Leuten in Spiegelau aufzeigen könne. „Ich kann ihnen nur raten, dass sie sich um eine hervorragende Ausbildung kümmern sollen. Und dass sie dieses Ziel erreichen, werde ich sie nicht überreden, hier zu bleiben. Denn hier neue Arbeitsplätze schaffen zu können, wäre die Quadratur des Kreises.“

Grundschule feiert mit den Eltern Weihnachten
Spiegelau (pnp). Unter dem Motto „Wenn der Himmel unser Herz erreicht“ steht die diesjährige Weihnachtsfeier der Grundschule Spiegelau am heutigen Donnerstag ab 18 Uhr. Schüler, Lehrer und der Elternbeirat gestalten das Programm mit Liedern, Gedichten und einem modernen Krippenspiel sowie das leibliche Wohl der Gäste mit leckeren Köstlichkeiten. Alle Eltern, Freunde und Bekannte sind dazu eingeladen.

Netto sucht die Nähe von Edeka und Norma
Spiegelau sagt Ja zu größerem Verbrauchermarkt am alten Sportplatz
von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Netto-Verbrauchermarkt, jetzt noch an der Hauptstraße, braucht mehr Platz und er sucht die Nähe der anderen beiden Verbrauchermärkte in Spiegelau, Edeka und Norma. Als Grundstück bietet sich die Gemeinbedarfsfläche „Alter Sportplatz“ an, die östlich des alten Friedhofs und südlich der Hauptstraße liegt. Hier könnte der „Netto“-Markt seine Verkaufsfläche von jetzt 495 auf 750 Quadratmeter ausweiten
Der Gemeinderat musste bei seiner letzten Sitzung in diesem Jahr nun entscheiden, ob die Gemeinbedarfsfläche in das Mischgebiet „Einkaufsmarkt“ umgewandelt werden soll. Die Änderung des Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan und die Aufstellung eine Bebauungsplanes wurde mehrheitlich angenommen (Gegenstimmen von Anton Seibold und Erhard Wawrzek). Einige Festsetzungen wurden bereits gemacht. So darf der Verbrauchermarkt nur von der Hauptstraße her entweder direkt oder über die Jahnstraße angefahren werden. Um das südlich angrenzende Wohngebiet an der Schulstraße vor verstärktem Durchfahrtsverkehr zu schützen, soll an der Einmündung zur Jahnstraße das Zeichen 250 (Verbot für Kraftfahrzeuge aller Art) angebracht werden. Vor 6 Uhr früh und nach 22 Uhr darf keine Warenanlieferung erfolgen. Der Lärmpegel darf tagsüber 60 Dezibel und bei Nacht 45 Dezibel nicht überschreiten.
Als Dachform wird, wie bei den anderen Verbrauchermärkten in der Nachbarschaft, ein Satteldach vorgeschrieben, das mit Ziegeln eingedeckt wird. „Der Investor muss eine eventuelle Verbreiterung der Jahnstraße, den Kanalanschluss und eine Verlegung von Kanälen selber finanzieren, ebenso muss er die Ausgleichsflächen selbst stellen, nicht die Gemeinde“, machte Bürgermeister Josef Luksch klar. Als problematisch sehen die Gemeinderäte die Zu- und Ausfahrt zu dem Netto-Verbrauchermarkt. „Für Linksabbieger wird es von der Hauptstraße her schwer, in die Jahnstraße zu kommen“, befürchtet Siegfried Klante. Dann könnte bei Schnee und Eis die Steigung in der Jahnstraße Schwierigkeiten machen. Nach dem Einkauf hätten Kunden, die links in die Hauptstraße in Richtung Zwiesel einscheren wollten, die Sichtbehinderung durch die Friedhofsmauer. „In den Bebauungsplan muss auf jeden Fall eine zweibahnige Abbiegespur aufgenommen werden“, schlug Elke Proßer-Greß vor. Luksch wäre am liebsten, der Investor würde gleich eine eigene Zufahrt von der Hauptstraße her einplanen. Der Verkauf des gemeindeeigenen Grundstückes an den „Netto“-Verbrauchermarkt hat nicht nur den Effekt, dass Geld in die Kasse für den Stadtumbau West kommt, es beschleunigt auch den Denkprozess, wo ein neuer Festplatz für Spiegelau entstehen soll. Denn mit dem alten Sportplatz geht zugleich der Festplatz verloren. Als Alternative für die jungen Sportler des TSV soll jetzt der Sportplatz an der Schule genutzt werden.


Grafenauer Anzeiger vom 19.12.2006

Live-Sendung aus Spiegelau 7/Thema: Transfergesellschaft
Deutschlandradio spricht morgen mit Betroffenen
Spiegelau (ul). Der Deutschlandfunk sendet morgen, Mittwoch, von 10.10 Uhr bis 11.30 Uhr live aus Spiegelau. Es geht um das Thema „Neuer Arbeitgeber - die Beschäftigungsgesellschaft. Spiegelau im Bayerischen Wald zwei Jahre nach den Massenentlassungen“.
Darüber unterhalten sich mit Moderator Jürgen Wiebicke: Bürgermeister Josef Luksch, Pfarrer Hubert Gerstl, Alois Kaufmann (Kaufmännischer Leiter Firma Nachtmann), Herbert Sollner (Personalleiter Nachtmann), H.T. Dietschi (Transfergesellschaft Oberbayern), Erhard Wawrzek (Spiegelauer Unternehmer), Herbert Krüger (IG BCE), Bernd Becking (Geschäftsführer Agentur für Arbeit Passau), Johann Haugeneder (Agentur für Arbeit, Grafenau).
Zu der Live-Sendung aus dem Begrüßungsraum der Tourist-Information sind ausdrücklich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus Spiegelau und Umgebung eingeladen.

Kunst im Zauberwald mit Jungwuchs
Tourist-Information wird bis Ende Februar zur Galerie - Künstlergemeinde wie Waldhäuser
Riedlhütte (gf). Sie ist längst ein fester Bestandteil im kulturellen Leben der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte: Die Gruppe „Jungwuchs“ mit Rudi Seidl, Michael Schreiner, Susanne Zuda, Regina Fleck, Josef Schneck, Herbert Kammermeier, Heinz Robl und Siegfried Stockbauer. Diese zeigen bis Ende Februar ihre Arbeiten in der Tourist-Information Riedlhütte.
Bei der von Karl-Heinz Reimeier an der Ziach und Helmuth Scheueregger an der Gitarre umrahmten Vernissage lobte Bürgermeister Josef Meininger die Loyalität der Künstlergruppe. „Von ihr kommt niemals ein Nein, wenn die Gemeinde sie für irgendwelchen Aktivitäten braucht“.
Die jüngste Ausstellung der Gruppe ist zugleich eine Premiere. Nicht nur das Foyer der Tourist-Information dient zur Präsentation der Bilder, Skulpturen und Objekte. Die bislang ungenutzte Fläche vor dem Mehrzweckraum wurde buchstäblich „erleuchtet“. „Das war ein großes Stück Arbeit“, sagte der Leiter der Tourist- Information, Tilmann Kaiser, bei der Vernissage. Doch die Mühe habe sich gelohnt. Die dezente Decken- und indirekte Wandbeleuchtung bringe die Bilder voll zur Geltung. Auch Laudator Rektor Bernd Bachhuber gab zu: „Die Tourist-Information ist während der Sanierung des Waldgeschichtlichen Museums in St. Oswald ein würdiges Ausweichquartier.“ Über „Jungwuchs“ sagte er mit Stolz: „Mit ihr ist St. Oswald-Riedlhütte zu einer Künstlergemeinde neben dem Künstlerdorf Waldhäuser geworden“. In der Tat bietet die aktuelle Ausstellung das ganze Spektrum der bildenden Kunst. Da ist Josef Schneck in seiner ganzen Vielseitigkeit. Das großformatige, expressive und intensivfarbige Ölbild „Brotzeit in der Glasfabrik“ , das auf einer Staffelei steht, ist ein „typischer Schneck“. So auch die abstrahierte Mischtechnik „Raunacht“ mit spontanem Pinselduktus. Die reduzierte Bronze-Plastik „Freunde“ ist beeindruckend in ihren harmonischen Rundungen. Und höchst originell stellt sich das Objekt „Leben“ vor: Ein hölzerner Rumpf mit emporgestreckten Armen, auf denen Glaskugeln ruhen, und dazu ein Unterleib aus Jeans mit Gürtel und Turnschuhen. Als unverkennbar präsentieren sich die duftigen LandschaftsAquarelle von Rudi Seidl. In freier Technik ist die „Moderne Malerei“ von Heinz Robl entstanden. Regina Fleck malt zumeist expressiv mit Acrylfarben. Und Siegfried Stockbauers impressionistischen Aquarelle, Mischtechniken und Pastelle scheinen aus einem Zauberwald zu stammen. Ganz passend zum Titel der Ausstellung „Kunst im Zauberwald“.


Grafenauer Anzeiger vom 12.12.2006

Jugendtreff „Flash“ kämpft gegen sein schlechtes Image
Mit verstärkter Sozialarbeit soll das Vertrauen der Nachbarn gewonnen werden
Spiegelau (pnp). In der jüngsten Vollversammlung des Jugendzentrums „Flash“, bei der auch Bürgermeister Josef Luksch anwesend war, konnten mehrere Missverständnisse geklärt werden. So stellte sich der baldige Abriss des alten Feuerwehrhauses und somit die drohende Schließung des Jugendzentrums als Gerücht heraus.
Bei den Aktivitäten im kommenden Jahr ist eines der Ziele, Jüngere viel stärker in die Arbeit der Jugendlichen einzubinden. Dies will man durch gemeinsame Spielnachmittage, Wanderausflüge und Schlittenfahrten erreichen. Natürlich hoffen die Verantwortlichen des „Flash“ mit ihrer 1. Vorsitzenden Janina Döringer dabei sehr auf die Unterstützung, bzw. das Vertrauen der Eltern.
Neben den ganz jungen sollen auch die Senioren nicht vergessen werden. So wollen die Leute vom „Flash“ Nachmittage mit den Bewohnern des „Rosenium“-Seniorenwohnheimes verbringen - sei es bei Spaziergängen oder bei Kaffee und Kuchen. Alle Anwesenden sowie der Bürgermeister zeigten sich begeistert für die neuen Ideen. Generell will man an einer Imageverbesserung arbeiten. Dass eine solche dringend nötig ist, zeigt sich darin, dass es in letzter Zeit zu Beschwerden von umliegenden Geschäften gekommen ist. Angeblich führe der exzessive Alkoholkonsum im Jugendzentrum zu häufigen Randalen und Sachbeschädigungen. Diese Anschuldigungen werden von den Mitgliedern des Jugendzentrums als ein Spiegelbild dessen angesehen, dass alle negativen Vorkommnisse umgehend auf das „Flash“ projiziert werden und dabei andere ansässige Gastronomie- und Barbetriebe völlig außer Acht gelassen werden.
Tatsache ist, dass man dies den Anwohnern, bei der derzeitig vorherrschenden allgemeinen Meinung über das Jugendzentrum, kaum verübeln kann. Dass dies ein Fehlglaube ist, will man künftig unter Beweis stellen. Die Mitglieder des „Flash“ wünschen sich hier eine objektivere Sichtweise, haben aber Verständnis für die Betroffenen. Sie möchten die Spiegelauer Bevölkerung durch die geplanten Aktivitäten davon überzeugen, dass im Jugendtreff wertvolle Jugendarbeit geleistet wird.
Auch Josef Reitberger, der Leiter der Grenzpolizeistation in Spiegelau, hat in diesem Zusammenhang in letzter Zeit keine Häufung von Straftaten in der Nähe des Jugendtreffs festgestellt. Ab und zu komme es zu kleineren Vorfällen. Problem sei, dass durch das schlechte Image vieles den Jugendlichen in die Schuhe zugeschoben werde.



Grafenauer Anzeiger vom 5.12.2006

Zum 100. Geburtstag wurde „waldlerisch gsunga“
Ehemaliger Kreisheimatpfleger Robert Link hätte am 4.Dezember seinen Runden feiern können
Spiegelau (so). Am 4. Dezember wäre der Lehrer und ehemalige Kreisheimatpfleger Robert Link 100 Jahre alt geworden. Er hat sich vor allem um die Pflege und Bewahrung des Liedgutes verdient gemacht. Ab 1952 hat er mit dem siebenbändigen Werk „Waldlerisch Gsunga“ mit 283 Liedern die umfangreichste niederbayerische Liedersammlung herausgegeben. Tochter Edelgard Grelczak hat den Nachlass ihres Vaters zur Verfügung gestellt, so dass der Ohetaler Verlag pünktlich zum Jubiläums-Datum die sieben Bände, zusammengefasst in einem Buch neu herausgeben konnte. Zahlreiche Menschen haben mitgeholfen, dass der Nachdruck entstehen konnte: Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier, Wolfgang A. Mayer vom Institut für Volkskunde in München, Edelgard Grelczak, Hilde Herzog, Gunther Fruth, der Bayerische Waldgau der Heimat- und Volkstrachtenvereine und nicht zuletzt Hans Schopf, Vorstand des Heimatvereins D’Ohetaler. Und sie alle ließen es sich nicht nehmen, den Geburtstag von Robert Link im Spiegelauer Schnapsmuseum, wo zusammen mit der Buchvorstellung auch eine „Ausstellung Robert Link“ eröffnet wurde, die noch bis Ende Januar zu sehen ist. Wie es dem Anlass angemessen war, umfasste das Rahmenprogramm ausgewählte Stücke aus dem waldlerischen Volksliedgut, das von den Heimat- und Trachtenvereinen „d‘Koishüttler“ aus Neuschönau, „d‘Schwarzachtaler“ aus Spiegelau, einem Spiegelauer Kindergesang und der Singgruppe des Heimatvereins Grafenau dargebracht wurde. Durch den Abend führte Karl-Heinz Reimeier auf humorvoll-charmante Art.
Wolfgang A. Mayer erzählte aus dem Leben und Schaffen des Brauchtumspflegers. Zwar würden manche Aufzeichnungen nicht mehr den heutigen musikwissenschaftlichen Ansprüchen genügen, aber es sollte nichts verändert werden, um „ihm und seiner Sammlung würdig zu gedenken“.
Der gebürtige Unterfranke Robert Link verbrachte seine Jugendzeit in Regensburg, bevor er in Amberg die Lehrerbildungsanstalt besuchte. 1932 schlug er schließlich seine Wurzeln im Bayerischen Wald, genauer gesagt in Grafenau, und lernte Land und Leute lieben. Er musizierte, sammelte Lieder und Geschichten und begann schließlich in den 50-er Jahren damit, den musikalischen Schatz zu publizieren. „Er hat die Lieder, die ihm die Leute gegeben haben, den Leuten zurück gegeben“, so Mayer. Begonnen hat Robert Link nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem er den „Baumsteftenlenz“ Paul Friedl die ersten Male getroffen hatte. Im selben Jahr gründete er die Volkstumsgruppe Robert Link. Diese Gruppe gestaltete übrigens auch die Uraufführung der „Waldlermesse“. Von 1952 bis 1969 entstanden die sieben Bände „Waldlerisch Gsunga“, damals wurden sie noch in Handarbeit als geklammerte Lichtpausen hergestellt. Daneben widmete er sich von 1954 bis 1973 als Kreisheimatpfleger des Landkreises Grafenau der aktiven Brauchtumspflege. Für dieses Engagement bekam er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem:1955 den Wanderpreis „Zwieseler Fink“, 1960 den „Goldfinken“, 1962 den Ehrenpreis der Stadt Salzburg und 1966 die „Bischofshofener Amsel“.


Grafenauer Anzeiger vom 4.12.2006

Schneemangel - Nikolaus kam mit dem Bike
Adventsmarkt am Vergolderriegel in Spiegelau sehr gut besucht - „Schnee von heuer im letzten Jahr verbraucht“
Spiegelau (sto). Der große Adventsmarkt am Vergolderriegel in Spiegelau, den die Touristikgemeinschaft Spiegelau-Klingenbrunn-Oberkreuzberg am ersten Adventssonntag ausgerichtet hat, erfuhr nach zähem Beginn in den Vormittagsstunden am Nachmittag einen enormen Publikumsandrang. Die adventlich geschmückten Buden und Hütten lockten mit Weihnachtsgebäck und heißem Glühwein, aber es gab dort auch allerhand Brauchbares und Nützliches, um andere oder sich selbst zu beschenken. Darüber hinaus wurde die Besucher musikalisch auf die kommende Zeit eingestimmt, einmal durch den Männergesangverein Spiegelau unter Josef Kreutner und zum anderen mit dem Spiegelauer Posaunenquartett, das neben herkömmlichem Liedgut auch ausgesuchte Literatur alter Meister in modernerer Fassung gekonnt zum Vortrag brachte. Das Glaszentrum hatte seine Pforten geöffnet und das Schnapsmuseum verwöhnte die Besucher mit kostenlosen Proben. Und wer die langen Wege nicht zu Fuß schaffte, dem stand eine Pferdekutsche bereit, mit der man kostenlos die verschiedenen Attraktionen erreichen konnte. Natürlich fehlte auch nicht St. Nikolaus, der alle Kinder mit einem Säckchen belohnte. Manches Kind zweifelte aber an seinen Worten, als er bei der Begrüßung erzählte, dass er heuer mit dem Motorrad angereist sei, weil es diesen Winter ohnehin keinen Schnee geben wird, da dieser versehentlich schon voriges Jahr verschneit worden ist. „Lasst uns froh und munter sein, ...“ dieses Lied forderte St. Nikolaus von den Kindern zum Schluss noch ein, als er die Geschenke verteilt hatte und alle Eltern und Großeltern sangen brav mit.


Grafenauer Anzeiger vom 16.11.2006

Wir müssen die Kuh füttern, die wir melken!“
Spiegelauer Gemeinderat stimmt dem zusätzlichen Betrag für TVO zu - Netto-Markt sucht einen neuen Standort
Spiegelau (hpd). Wirtschaft, Friedhof und Tourismus waren die Überbegriffe bei der jüngsten Sitzung des Spiegelauer Gemeinderates am vergangenen Dienstag. Die Details:
Als große Chance wurde allgemein die Planung im Tourismusverband Ostbayern angesehen, der mit neuen Marketingmaßnahmen das „verstaubte“ Image des Bayerischen Waldes als Urlaubsregion deutlich verbessern soll. Die Nationalpark-Landkreise hatten bei einer Sitzung der Mitglieder erheblichen Druck gemacht, nun müssen aber auch die beteiligten Gemeinden durch Aufstockungen in der Marketing-Umlage einen eigenen Beitrag liefern, der dann über EU-Mittel verdoppelt werden kann.
Auf die Gemeinde Spiegelau kämen dabei Mehrausgaben in Höhe von etwa 5000 Euro zu, eine genaue Zahl lag konkret noch nicht vor. Zu bedenken gab es, ob die Gelder in Millionenhöhe dann auch wirklich zielgenau der Region zu Nutze kämen.
Angesprochen wurde von Bürgermeister Josef Luksch dazu die Diskussion um die unlängst erschienene Bunte-Beilage, die vor Ort und bei den Touristikern in Regensburg recht unterschiedlich bewertet wurde. Immerhin soll eine Lenkungsgruppe gebildet werden, in der Fachleute und kommunale Vertreter Einfluss nehmen können sollen.
Elke Proßer-Greß stellte die Frage, was passiert, wenn eine größere Anzahl an Gemeinden keinen finanziellen Spielraum mehr für zusätzliche Tourismuswerbung aufbringen könnten, ob dann die Mitmachgemeinden umso stärker zur Kasse gebeten würden. Erhard Wawrzek wandte ein, man dürfe hier nicht zu zurückhaltend argumentieren, schließlich sei der Tourismus eine der letzten echten Einnahmequellen mit Zukunftsperspektive vor Ort: „Wir müssen die Kuh schon auch füttern, die wir melken.“
Ernst Ertl merkte dazu an, dass Spiegelau ohnehin schon viel in die Tourismusvermarktung investiert werde, dass man deshalb auch ruhig nachfragen dürfe, was mit noch etwas mehr dann auch getan werden solle. Siegfried Klante ergänzte, dass man sich natürlich recht einig sei, dass in der Beteiligung eine große Chance zu sehen sei; und dass er davon ausgehe, dass das auch alle angefragten Gemeinden wohl schon noch schultern können würden. Die Zustimmung wurde anschließend vom Gemeinderat auch einstimmig erteilt.
Der bestehende Netto-Markt sucht einen neuen, größeren Standort, um mit den weiteren Verbrauchermärkten in Auftritt und Warenpräsentation besser konkurrieren zu können. Zur Frage stand, ob ein Gelände an der Jahnstraße, also zwischen altem Friedhof, Kindergarten und teils auf dem Gelände des dortigen Sportplatzes eine geeignete Fläche angeboten werden könne.
Erhard Wawrzek gab zu bedenken, dass durch einen weiteren, größeren Markt die Nahversorger-Strukturen in Oberkreuzberg und Klingenbrunn gefährdet werden könnten. Bürgermeister Josef Luksch wandte dagegen ein, dass ja kein neuer Markt entstehen würde, sondern der bisherige nur in seiner Warenpräsentation Verbesserungen anstrebe. Konkrete Sachfragen zu Straßenführung, Böschungen, Zufahrtswegen für das verbleibende Restgrundstück am Sportplatzgelände oder Lärmschutzmaßnahmen verwies er auf das Bebauungsplanverfahren. Eine Entwurfsbilligung war nicht möglich, da noch kein Vorschlag eingereicht worden war.
Großes Kopfzerbrechen bereitete Siegfried Klante die Frage, wo dann in Zukunft das Spiegelauer Volksfest stattfinden solle, wenn doch die Planungen zur neuen „Spiegelauer Mitte“ weiterhin so unkonkret blieben, dass eine Alternative nicht fest stehe. Bürgermeister Luksch ging davon aus, dass sich zumindest für 2007 hier noch kein Problem ergebe, da er mit keinem Baubeginn vor dem Festtermin rechne. Der Gemeinderat gab schließlich mit einer Gegenstimme einen positiven Grundsatzbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes.
Einstimmig angenommen wurde die Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebietes Oberkreuzberg-Süd. Nach der Bürgerbeteiligung und Fachstellenanhörung hätten sich keine wesentlichen Einwände abgezeichnet, informierte der Bürgermeister. Lediglich der Anfrage des Tiefbauamtes, die Stelle der Verkehrsanbindung solle vorzeitig geklärt werden, konnte nicht entsprochen werden. Es sei erst abzuwarten, welche Firmen sich dort ansiedeln könnten, bevor deren Bedarf die entsprechende Infrastrukturplanung möglich mache.
Zwei Skizzen zum geplanten naturnahen Friedhofs und eine geänderte Friedhofssatzung legte Bürgermeister Josef Luksch zur Beratung vor. Da das Thema bereits vorab intensiv diskutiert worden war, konnte der Textentwurf einstimmig angenommen werden. Lediglich Fragen zur Ruhezeit und Befestigung der Namenstafeln am Boden wurde diskutiert und das Problem angesprochen, ob bei entsprechender Resonanz es nicht zu einer einseitigen Überlastung der Geistlichkeit am Ort kommen könne, wo weiterhin zu erwarten sei, dass heutige Pfarreien durch Pfarrverbandsregelungen sich künftig sogar weiter Seelsorger teilen müssen.
Bürgermeister Luksch informierte dazu, dass die Beisetzung eigentlich in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Wohnsitzgeistlichen gehöre, dass die Realität aber natürlich anders aussehen könnte. Elke Proßer-Greß merkte an, dass es sinnvoll sei, rechtzeitig beim Bistum vorzufühlen, wie die personelle Ausstattung in Spiegelau hier gestaltet werden könne.


Grafenauer Anzeiger vom 1.11.2006

Idee: Shuttle-Service von München in den Bayerwald
Gäste sollen billige Inlandsflüge nutzen können und per Bus in Feriengebiete kommen - Mehr Kinderangebote nötig
von Ursula Langesee
Spiegelau. Knapp 25 der insgesamt 130 Vermieter waren am Donnerstagabend in den „Palmberger Hof“ zur Versammlung gekommen, bei der Theresa Resch - seit einem Jahr Leiterin der Touristinformation - offiziell eingeführt wurde. Neben Bürgermeister Josef Luksch waren auch sein Stellvertreter Kurt Zettl und die Gemeinderäte Siegfried Klante, Anton Seibold und Peter Hinterberger bei der Versammlung dabei.
„Bis August haben wir bei den Übernachtungen einen Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei den Privatvermietern. Das kann auch der schöne Herbst nicht mehr ausgleichen. Im gewerblichen Bereich verzeichnen wir noch ein minimales Plus“, schickte Resch ein paar Daten vorweg. Sie erinnerte an ein paar Veranstaltungen in der vergangenen Saison. Resch beklagte das geringe Interesse der Vermieter bei der Nordic-Walking-Park-Eröffnung im Mai und dass sich nur zwei Betriebe in der Gemeinde als „Nationalpark-Partner“ qualifizieren ließen. Mitte Dezember gebe es eine Neuauflage der NP-Partnersuche. „Wo erscheint man für nur 75 Euro pro Betrieb in 15 000 Prospekten?“, legte sie den Vermietern die stärkere Zusammenarbeit mit dem Nationalpark ans Herz. Sehr gut angenommen werden die Wanderungen durch das „Naturjuwel Steinklamm“. 250 Personen hätten sich allein den 17 organisierten Führungen angeschlossen.
Im nächsten Jahr muss das acht Jahre alte Ortsprospekt modernisiert werden, das Internet braucht einen neuen Auftritt und eine aktuelle Fotodatenbank wird erstellt, kündigte Resch an.
Eine Vermieterin wollte wissen, warum der Igelbus nicht über Oberkreuzberg und Klingenbrunn nach Zwiesel fahre? „Ohne direkten Anschluss haben unsere Gäste nichts davon“, merkte sie an. Diese Anbindung war schon vor sechs Jahren diskutiert worden und hätte in der Igelbussaison von Mitte Mai bis Ende Oktober 28 000 DM gekostet, erwähnte Bürgermeister Luksch. Der Landkreis als Betreiber des Igelbusses argumentiere, dass die Gemeinde ja durch die Park and Ride-Drehscheibe in Spiegelau erschlossen sei, die Kosten für zusätzliche Anschlüsse müsste die Gemeinde selbst tragen. Dass der Igelbus nicht landkreisübergreifend ins erweiterte Nationalparkgebiet nach Zwiesel fahre, ist für Luksch eine politische Entscheidung: „Die Waldbahn muss ja erhalten werden.“
Zu dem Winterbus, der in den Weihnachtsferien die Strecke Klingenbrunn-Mitterfirmiansreuth bedient, zahlt die Gemeinde 1500 Euro dazu. „Letztes Jahr nutzten in den 14 Tagen 14 Skifahrer aus Klingenbrunn und neun aus Oberkreuzberg diesen Service. Da wäre es sicher günstiger, wenn wir diesen Transport selber mit einem Kleinbus organisieren würden“, sagte der Bürgermeister.
Apropos Transport: Franz Treml, Vorsitzender der Touristikgemeinschaft Spiegelau schlug vor, die Idee von einem Hol- und Bringdienst für Gäste vom Flughafen München beim Zweckverband der Nationalparkgemeinden vorzutragen. „Der Sprit wird immer teuerer, Inlandsflüge sind billig. Wir könnten einem Gast aus Hamburg die Anreise in den Bayerischen Wald sehr viel angenehmer machen, wenn er bis München fliegen kann und ihn dort ein Bayerwald-Bus abholt. Und hier ist er mit dem Igelbus mobil“, beschrieb Treml seine Idee näher.
Er bat auch um Unterstützung bei Messe-Besuchen, damit nicht immer die gleichen Leute ausrücken müssten. Statt die teueren Prospekte zu verteilen, die dann ungelesen am Ausgang in den blauen Tonnen landen, fand es Gemeinderat Klante sinnvoller, nur mit schön gestalteten Postkarten auf Kundenfang zu gehen. Darauf könnten die Hauptsehenswürdigkeiten von Spiegelau wie der Rachel, die Steinklamm, das Waldspielgelände und das neue Naturbad und ein paar wichtige Adressen gedruckt werden.
Werbung war überhaupt ein wichtiger Punkt bei der Vermieterversammlung. „Wir verkaufen uns ständig unter Wert. Dabei können wir uns von unseren Angeboten her mit Oberbayern durchaus vergleichen“, ist Luksch überzeugt. Er appellierte an die Vermieter, sich noch mehr um die jüngsten Gäste anzunehmen - mit Kinderbetreuung, speziellen Preisarrangements und anderem mehr. „So wichtig Stammgäste sind, die jungen Kunden sind unsere Zukunft. Das Kind entscheidet, wohin es im Urlaub geht und es fährt nur dort wieder gerne hin, wo es ihm gefallen hat.“
In dem Zusammenhang wurde auch die Frage nach einem Skilift in der Gemeinde gestellt. „Die Investition ist nicht das Problem, das Betreiben ist es. Wenn die Vermieter ein tragfähiges Konzept vorweisen können, ist die Gemeinde bereit, es mitzutragen“, versprach der Rathauschef.
Eine Vermieterin wollte wissen, ob es wieder eine Bücherei geben wird. Die werde derzeit in den früheren Büros des Staatlichen Sägewerks hinter dem alten Rathaus eingerichtet, antwortete Luksch. Die Eröffnung sei im Frühjahr geplant, aber vorher gebe es Dichterlesungen. Die erste ist am 16. November in der Aula der Schule.
Was mit dem Gelände des früheren Sägewerks werde, brannte den Versammlungsteilnehmern noch auf den Nägeln. „Da ist im November im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West eine Art ’Bürgerwerkstatt‘ vorgesehen, bei der jeder Spiegelauer seine Ideen und Vorschläge für die Verwendung nennen kann“, kündigte der Bürgermeister an. „Das Wichtigste ist, dass möglichst viele daran teilnehmen, um zu unterstreichen, dass es uns wichtig ist, was aus dieser Brache wird“, forderte Luksch schon jetzt zum Mitmachen auf.

Grafenauer Anzeiger vom 30.10.2006
Heimspiel: Wogen der Begeisterung für „Singflut“ in Spiegelau
Knapp 1100 Zuhörer bei zehnter Geburtstagsfeier in Mehrzweckhalle - Glas-Notenschlüssel für Sepp Scholz - „Danke Euch für die Musik“ von Ursula Langesee
Spiegelau. Wie eine große Familienfeier mutete das Konzert zum zehnten Jubiläum von „Singflut“ am Samstagabend an. Fast 1100 Verwandte, Bekannte und Freunde der 24 Chormitglieder kamen in die Mehrzweckhalle, die damit zum riesigen „Wohnzimmer“ avancierte.
„Thank you for the music“ (Danke für die Musik) von der schwedischen Popgruppe „ABBA“ war dann nicht nur das Begrüßungslied, es war auch Programm für die Geburtstagsfeier. Denn: „Was wären wir ohne Lieder?“, stellte Chorleiter Sepp Scholz die Frage in den Raum, die bei diesem Abend niemand beantworten musste.
Er begrüßte namentlich den Hausherrn, Bürgermeister Josef Luksch mit Familie, Pfarrer Hubert Gerstl und Fred Artmeier vom Bayerischen Rundfunk.
Fredi Resch, ein Chormitglied der frühen Jahre, blendete zurück auf zehn Jahre Chor-Geschichte. Aus einem „kleinen Häufchen“ Sangesfreudiger, die nach dem Film „Sister Act“ so begeistert von moderner Chormusik waren, habe sich das Ensemble entwickelt. Gründungsmitglieder, die heute noch dabei sind, sind Susanne Schneider (Sopran), Carmen Raml (Alt), Stephan Gaisbauer (Bass), Kurt „Silberrücken“ Feichtinger (Tenor) und Allrounder Sepp Scholz.
Der nannte seine Sängertruppe erst „Gloifi-Chor“, zum ersten Auftritt im November ‘96 beim Pfarrfamilienabend in Riedlhütte hieß sie aber ganz offiziell „Singerpur“. Mit dem Gospel „Go, tell it on the mountains“ stellten sie sich damals vor und am Samstagabend erklangen unter anderem „I will follow him“ und „Oh happy day“ aus diesem Genre.
Im September ‘98 war es dann schon wieder vorbei mit „Singerpur“ - ein anderer Chor hatte sich diesen Namen schon vorher schützen lassen - und „Singflut“ war fortan in aller Ohren. „So können wir in zwei Jahren wieder zehntes Jubiläum feiern“, freute sich Resch.
Höhepunkte in den zehn Jahren von Singerpur/Singflut waren zwei Chor-Reisen nach Hamburg auf Einladung des Ehepaares Wolfgang und Rosemarie Schnell, die Aufnahme einer ersten CD 2001, ein Konzert bei „Edelfan“ Luck Lang in Regenstauf, die Radiosendung „Grüße aus Riedlhütte“ 2004, das Benefizkonzert in Neudorf 2005 für Tsunami-Opfer und das „Hammer-Jahr“ 2006 mit Jugendwallfahrt in Altötting, Aufnahme der zweiten CD und dem Papstbesuch am 11. September, ebenfalls in Altötting. Martin Roth stellte die einzelnen Sängerinnen und Sänger vor, darunter die „Youngsters“ Kathi Loibl, Katharina Greiner und Corinna Zettl.
Aber natürlich wurde auch gesungen und das in bester „Singflut“-Manier. Ob lautmalerischer „Parkplatzregen“ oder die lauschige Kaffeehausrunde beim „Java Jive“, ein sentimentales „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern oder ein fulminantes „Waterloo“: Der Chor hat alle Facetten drauf. Instrumentale Unterstützung bekam er von „Balboo‘s Jazz Quartett “ mit Christian Balboo Bojko am Bass, Roman Wirthl am Klavier, Christian Hynar am Saxophon und Klaus Schwankl am Schlagzeug.
Ein Höhepunkt vor der Pause: „The Rose“, gesungen von Corinna Zettl, wurde mit tosendem Applaus belohnt. Im zweiten Teil kamen vor allem die Lieder der 50-er und 60-er Jahre zum Zug - auch optisch unterstützt von Petticoats, Ballerinas und Blue Jeans.
In die Schlussphase ging es mit einem sehr gefühlvoll gesungenen „Oh Lord, hear my prayer“ und einem sehr anspruchsvollen Arrangement des Partyhits „It‘s raining men“. Dass „Singflut“ zwar ohne Sepp Scholz als Dirigent singen könnte, wie bei „Barbara Ann“, aber nicht möchte, bewiesen die Geschenke an den Chef: ein gläserner Notenschlüssel, eine Chronik zu zehn Jahren Chor und ein Kalender mit Fotos von den Chormitgliedern für jeden Monat.
„Ich danke Euch für die Musik“, blieb Scholz dann nur mehr zu sagen und das Publikum war erst nach einigen Zugaben bereit, nach Hause zu gehen.


Grafenauer Anzeiger vom 28.10.2006

Zivildienstschule: Qualität mit TÜV- Plakette
Einrichtung in Spiegelau als eine von acht Zivildienstschule in Deutschland zertifiziert
Spiegelau (pnp). In einer Feierstunde, an der Vertreter des Bundesamtes für den Zivildienst, der Gemeinde Spiegelau und der örtlichen Kirchengemeinde teilnahmen, würdigte die Zivildienstschule Spiegelau die Tatsache, dass sie seit dem Sommer dieses Jahres zu den zertifizierten Bildungseinrichtungen des Bundesamtes für den Zivildienst gehört.
Nach einem mehrjährigen Prozess, der teils durch externe Berater begleitet worden war, konnte die Zivildienstschule Spiegelau, an der jährlich bis zu 4500 Zivildienstleistende einen Einführungsdienst in den Zivildienst absolvieren, in einer durch den TÜV-Süd abgenommenen Prüfung ihre hohe Arbeitsqualität und fachliche Kompetenz unter Beweis stellen. Sie nimmt damit unter den 20 staatlichen Zivildienstschulen, die es derzeit bundesweit gibt, eine Vorreiterrolle ein. Spiegelau gehört zu den ersten acht Schulen dieser Art, die mit einem Qualitäts-Zertifikat aufwarten können. Schulleiter Klaus Grebenstein dankte allen am Zertifizierungs-Prozess Beteiligten für ihre erfolgreiche Arbeit, die sie zusätzlich zu ihren üblichen Tätigkeiten übernommen hätten. Mit Stolz könne man auf die in der Vergangenheit erbrachte gute Arbeitsleistung zurückblicken, gleichzeitig sei aber diese Zertifizierung auch eine Aufforderung, nicht bei der erreichten Qualität stehen zu bleiben. Der für die Zivildienstschulen zuständige Referent im Bundesamt für den Zivildienst, Dr. Reinhard Hauf, wies in seiner Rede auf die besondere Bedeutung des Qualitätsmanagements für das gesamte Bundesamt hin und unterstrich die damit verbundenen berechtigten Erwartungen der Lehrgangsteilnehmer an eine so bewertete Einrichtung der politischen Erwachsenenbildung.


Grafenauer Anzeiger vom 24.10.2006
Saison verlängert: Igelbus fährt in den Herbstferien
RBO setzt Erdgasbusse auf Linien im Nationalpark bis 3. November ein - Günstiges Tagesticket - Igel-Winter-Bus von Michael Witte
Neuschönau. „Steig um, steig ein“: Dieses Motto gilt in diesem Jahr wieder besonders für die Igelbusse, die heuer zum zweiten Mal auch in den Herbstferien ihre Ziele im Nationalpark ansteuern. In den vergangenen Jahren schlossen sich die Türen der umweltfreundlichen Erdgas-Busse stets am 1. November, jetzt setzen die Verantwortlichen von RBO, Landratsamt, Nationalpark und Kommunen wieder auf die verlängerte Saison. Als Nachteil erwies sich freilich, dass touristische (Bus-)Ziele wie das Freilichtmuseum in Finsterau oder die Rachel-Diensthütte schon die Saison beendet hatten. „Doch das wollen wir heuer abstellen“, verspricht sich Neuschönaus Bürgermeister Heinz Wolf einen neuen Schub für den Igelbus.
Jedes Jahr seit 1996 starten die Igelbusse am 15. Mai. Ihre Namen - Rachel-Bus, Lusen-Bus, Finsterau-Bus und Freyung-Bus - sind Programm, sie bringen Gäste und Einheimische im dichten Zeittakt zu Rachel und Lusen oder dem Hans-Eisenmann-Haus. Und das umweltfreundlich und zum günstigen Preis, denn etwa das Nationalpark-Tagesticket kostet nur vier Euro, zwei Kinder unter 14 Jahren fahren da sogar kostenlos mit.
Ideal ist der Bus aber auch für Wanderer, die etwa vom Rachel zum Lusen marschieren wollen. „Auf dem einen Berg aussteigen, auf dem anderen Berg wieder einsteigen - der Igelbus macht’s möglich“, sagt Bürgermeister Wolf. Karten für die Busse gibt’s seit neustem neben den Tourist-Informationen und im Bus selbst natürlich auch bei den Nationalpark-Partnerbetrieben. Dabei sind dem Neuschönauer Bürgermeister in diesem Bereich Defizite bewusst. Denn: Vielen Vermietern, die nicht mit dem Nationalpark-Logo werben, ist das Angebot und der Service der Igelbusse nicht bis ins Detail bekannt. „Wir müssen die Vermieter besser informieren“, hat Wolf schon als Ziel formuliert.
Aufräumen muss er auch immer mit dem Vorurteil, dass man mit den Bussen nicht so flexibel wäre wie mit dem eigenen Auto. Dem hält der Neuschönauer Rathaus-Chef entgegen, dass es beim Zeittakt der Igelbusse aber keine großen Wartezeiten mehr gäbe.
Und: Wer den goldenen Oktober noch zu einer Radl-Tour im Nationalpark nutzen möchte, komme mit den Finsterau-Bus bestens an, denn der Bus von Spiegelau zur Grenze nach Buchwald ist mit Fahrrad-Anhänger unterwegs.
Wolf weist in diesem Zusammenhang auch schon auf den kommenden Winter hin, denn in den Weihnachtsferien bedient der Igel-Winter-Bus vom 26. Dezember bis zum 6. Januar die Strecke Klingenbrunn-Mitterfirmiansreut. Und selbstverständlich werde dieser Bus auch in der Faschingswoche vom 26. Februar bis zum 3. März eingesetzt. 
Infos gibt’s unter www.rbo.de/nl-donauwald/ oder www.bayerwald-ticket.com.

Neuen Kirchenvorstand gewählt
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde bestimmt ihre Vertreter

Grafenau (ul). Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Grafenau hat ihren neuen Kirchenvorstand gewählt. Die meisten Stimmen fielen auf Karin Dempewolf (60) aus Schönberg, Monika Baum (62) aus Eberhardsreuth, Karin Kirchner (47) aus Schönanger, Wolf-Dieter Krampe (66) aus Grafenau, Katrin Bibelriether (32) aus Waldhäuser und Hans Rommel (66) aus Schöfweg.
Der Kirchenvorstand leitet und vertritt die Kirchengemeinde. Er ist sechs Jahre im Amt. Vorsitzender ist der Pfarrer. Im Einvernehmen mit dem Geistlichen werden Sitzungen einberufen und alle Belange der Kirchengemeinde - von der Gottesdienstordnung bis zu den Finanzen - miteinander besprochen.
Zu seiner ersten Sitzung trifft sich der neu gewählte Kirchenvorstand im November. Dann werden noch zwei Mitglieder nachberufen. „Wir möchten in dem Gremium eine möglichst große Bandbreite an verschiedenen Interessenvertretern und Berufen haben. Die zwei nachberufenen Mitglieder sollen ergänzen, was vielleicht noch fehlt“, erklärt Diakonin Gabriela Neumann-Beiler. Die mit weniger Stimmen gewählten Kandidaten kommen in den erweiterten Kirchenvorstand. Sie haben zwar keine Stimme, werden aber zu jeder Sitzung mit eingeladen.



Grafenauer Anzeiger vom 21.10.2006
Kurbeitrag erhöht sich zum November 2007 auf 80 Cent

Die Mehreinnahmen werden für intensivere Werbung verwendet
Spiegelau (ul). Die Gemeinde erhöht zum 5. November 2007 den Kurbeitrag von jetzt 50 auf 80 Cent. Kinder bis zum 15. Lebensjahr sind frei. Ein weiteres „Zuckerl“: die Meldescheinblöcke (Stückkosten: 4,50 Euro) werden von der Gemeindeverwaltung kostenlos an die Vermieter abgegeben. Das wurde bei der Sitzung am Donnerstag Abend mit acht zu drei Stimmen beschlossen. Mit 80 Cent ist Spiegelau bei den Kurbeiträgen im Landkreis im guten Mittelfeld.
Vorher hatte Bürgermeister Josef Luksch auf der Basis der Übernachtungszahlen von 2004 berechnen lassen, was die Erhöhung bringt, nämlich Mehreinnahmen von 24 150 Euro. Die sollen für erhöhten Werbemitteleinsatz verwendet werden. „Kaufen wir dafür Luftballons oder was machen wir konkret damit?“, wollte Gemeinderat Harald Frank wissen. Für Anton Seibold kommt die Erhöhung zum falschen Zeitpunkt. „Wir haben kein Freibad mehr und ob das Naturbad nächstes Jahr kommt, ist zweifelhaft.“ Auch sein Fraktionskollege Siegfried Klante meinte, dass man erst den Feriengästen etwas Fertiges vorweisen solle, bevor der Kurbeitrag angehoben wird.
„Unser Angebot hängt doch nicht allein vom Naturbad ab. Wir haben auch Loipen“, korrigierte Günter Friedl. „Nicht zu vergessen den Nordic Walking Park mit 10 000 Euro Beteiligung der Gemeinde, die Nachtloipe in Klingenbrunn, der Ausbau des Steinklamm-Wanderwegs“, ergänzte Luksch.
Um den Tourismus in Spiegelau noch stärker zu forcieren, sei das Personal in der Touristinformation aufgestockt worden. Eine neue Internet-Darstellung und ein neuer Ortsprospekt müssten vorbereitet werden, berichtete der Bürgermeister.
Dass über ein Jahr Zeit bleibe, bis die Kurbeitragserhöhung greife, sei ein Zugeständnis an die Vermieter, damit sie ihre Kataloge, Preislisten etc. umstellen könnten, erklärte Geschäftsleiter Josef Schreiner den frühen Zeitpunkt.
In diesem Zusammenhang wollte 2. Bürgermeister Kurt Zettl wissen, ob sich der Kurkartenkontrolleur bezahlt mache. „Konkrete Zahlen kann man derzeit noch nicht nennen, aber die Gäste werden nach ihrem Urlaub angeschrieben, wie es ihnen gefallen habe und wann sie genau hier waren. Diese Angabe kann dann mit der Vermietermeldung verglichen werden“, antwortete Luksch.


Grafenauer Anzeiger vom 20.10.2006
Aus dem GR Spiegelau
 Angesichts der zehnseitigen Mammut-Tagesordnung beantragte Gemeinderat Siegfried Klante gleich zu Beginn der jüngsten Sitzung, dass es jeden Monat eine Gemeinderatssitzung geben müsse und dass keine Sitzung mehr vor 18 Uhr beginnen soll. Für die obligatorische monatliche Zusammenkunft fand sich eine Mehrheit, für den festgelegten Sitzungsbeginn nicht.
 Für den Gemeinderat ist die Diskussion um den Einbau eines Wildschweingeheges in das bestehende Rotwildgehege durch Michael Hobelsberger (wir berichteten) vorerst vom Tisch. Mit einer Gegenstimme (Kurt Zettl) genehmigte das Gremium den neuen Eingabeplan. Denn es kann nur über die planungsrechtliche Zulässigkeit urteilen. Welche eventuellen Belästigungen von den neuen Gehegebewohnern ausgehen, ob sie artgerecht gehalten werden und vieles mehr müssen dann Fachstellen entscheiden.
  Georg Fischer aus Grafenau hat angefragt, ob Hackschnitzel in der ehemaligen Sortierhalle des früheren Staatlichen Sägewerkes bis April 2007 zwischengelagert werden können. Mit elf zu fünf Stimmen wurde sein Antrag abgelehnt.
 Die Druckaufträge für das Preis-Unterkunftsverzeichnis und das Ortsprospekt der Gemeinde wurde an die günstigsten Bieter, die Firma Garhammer in Regen für 4866 Euro (abzgl. 2 %) und Erhavi-Druck in Regensburg für 8418 Euro (abzgl. 2 % ) übergeben.
 Zu verschiedenen Bauleitplanungen gab der Gemeinderat sein Einverständnis: Zur Änderung des Flächennutzungsplanes „Obereres Hochfeld-Braungarten“ in Oberkreuzberg in ein Wohngebiet und zur Änderung des Bebauungsplanes für den gleichen Bereich. An der Bergstraße in Klingenbrunn will Florian Macht Ferienhäuser errichten. Der Gemeinderat fasste den Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes.
 Die Baumeisterarbeiten für die Sanierung des Hochbehälters Ochsenkopf wurden an die Firma Haller in Freyung vergeben. Sie erledigt den Auftrag für 161 524 Euro brutto. Für das Gewerk Installation am gleichen Objekt war die Firma Stich aus Spiegelau mit 134 640 Euro die günstigste Bieterin.
 Das Teeren und Ausbessern bedürftiger Straßen im Gemeindegebiet übernimmt die Fa. Stratebau für 68 901 Euro. Die Teerung der Asphaltbahnen in Oberkreuzberg erledigt die Firma Bachl für 8615 Euro.
 Für Ordnungs- und Sicherheitsmaßnahmen im ehemaligen Staatlichen Sägewerk, die durch den teilweisen Einsturz der Sägehalle notwendig geworden sind, wurden folgende Aufträge vergeben: Zimmerer- und Holzbauarbeiten (21 595 Euro): Fa. Dengler, Rinchnach; Spenglerarbeiten (8100 Euro): Fa. Sedlmeier, Oberkreuzberg; Abbrucharbeiten (38 940 Euro): Fa. Karl, Innernzell.           (ul).


Grafenauer Anzeiger vom 19.10.2006
Lob für „Nullrunde“ bei den Schulden
Landrat Muthmann lernt bei Gemeindebesuch in Spiegelau Erfolgskonzept näher kennen
von Ursula Langesee
Spiegelau. Als „Vorzeige-Gemeinde“, zumindest in finanzieller Hinsicht, hat sich Spiegelau Landrat Alexander Muthmann und den beiden Regierungsräten Judith Wunder und Manfred Klughardt präsentiert. Bei ihrem Gemeindebesuch waren die Gäste aus dem Freyunger Landratsamt von dem positiven Zahlenwerk sehr angetan, das ihnen Bürgermeister Josef Luksch, Geschäftsleiter Josef Schreiner und Kämmerer Ludwig Friedl vorlegen konnten.
„Wie könnt Ihr Schulden abbauen, obwohl 14,5 Millionen Euro investiert wurden?“, wollte Muthmann das Erfolgskonzept näher kennenlernen. „Wir sparen an allen Ecken und Enden und versuchen, keine neuen Schulden zu machen“, erklärte Luksch. Es gibt fast keine freiwilligen Leistungen für die 65 Vereine in der Gemeinde, der Personalstand in der Verwaltung wurde auf 7,63 Aktive zurückgefahren. „Das ist eine sehr schlanke Verwaltung, denn normalerweise rechnet man zwei Mitarbeiter pro 1000 Einwohner“, bemerkte der Landrat. Allerdings könne diese Reduzierung auch schnell zu Engpässen in der Verwaltung führen.
Aber natürlich bleibt trotz der guten Haushaltszahlen auch Spiegelau von den allgemeinen Problemen der Grenzregion nicht verschont. Die Bevölkerungszahl geht permanent zurück (Stand 2005: 4114 Einwohner), ebenso die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Von 2000 bis 2005 wurden nur 152 Kinder geboren, aber 271 Spiegelauer sind gestorben. Die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze haben sich mit 1500 im Jahre 1982 auf 795 im Jahr 2005 fast halbiert. Junge Familien müssen wegziehen oder weites Pendeln auf sich nehmen, um zu ihren Arbeitsplätzen in größeren Städten zu kommen. „Wir brauchen wieder eine Art Grenzlandförderung oder besondere Abschreibungsmöglichkeiten, um die Leute halten zu können und neue zur Ansiedlung bewegen zu können. Denn wir wollen hier nicht zum Altenheim Niederbayerns werden“, sagte Luksch.
Kurz angerissen wurde der Zustand der 63 Kilometer Gemeindestraßen. Dringend sanierungsbedürftig sei die Straße nach Klingenbrunn-Bahnhof. Die Maßnahme kostet rund 200 000 Euro und ist für die Förderung aus GVFG-Mitteln angemeldet. Überörtliche Hilfe erhofft sich die Gemeinde bei der Sanierung der Gfällstraße zum Rachel, die ursprünglich für Pkw gebaut wurde und nun durch die gewichtigen Igelbusse arg strapaziert wird. „Das überregionale Bussystem wäre eine gemeinsame Initiative wert“, schlug Luksch dem Landrat vor. Aber Muthmann winkte ab: „Über den Landkreis geht‘s nicht.“ Dann bleibe noch der „Nationalpark-Topf“ für die eventuelle finanzielle Mithilfe.
Apropos Finanzen: Ein Thema waren auch die kostenrechnenden Einrichtungen Wasser, Abwasser und Bestattungswesen, die alle defizitär sind. Aber das war für die Gäste aus dem Landratsamt kein Anlass zu einer Rüge, denn die Unterdeckung ist durch die permanente Sanierung des Leitungsnetzes bei gleichzeitig sinkendem Wasserverbrauch und den Betrieb von vier Friedhöfen zu erklären. „Alle Auflagen sind erfüllt, sehr unproblematisch, erfreulich“, fasste Regierungsrätin Judith Wunder diesen Punkt zusammen.
Von dem derzeit größten Bauprojekt in der Gemeinde, dem Klärwerk an der Steinklamm, konnten sich Muthmann und seine Begleiter ein eigenes Bild machen. Die Maßnahme ist schon weit fortgeschritten. Schlammstapelbehälter, das Betriebsgebäude und die Belebungsbecken sind fertig, die Sohle für das Nachklärbecken wurde gerade betoniert. Auf ca. 4,3 Millionen Euro kommt dem Zweckverband Klärwerk dieser Ausbau. Dazu gibt es nur 500 000 Euro Zuschuss, weil das Projekt nicht als Neubau, sondern als Sanierung gilt (wir berichteten). „Die besondere Herausforderung ist hier, dass das alte Klärwerk weiter reinigen muss und deshalb nur Zug um Zug auf die Neubauten umgestellt werden kann“, erklärten Luksch und Ver- und Entsorger Erich Bachmann. Mit der vollständigen Inbetriebnahme wird im März/April 2007 gerechnet. Dann erreicht die Gemeinde beim Kanal wie beim Wasser einen Anschlussgrad von 95 Prozent.



Grafenauer Anzeiger vom 18.10.2006
Kann das Naturbad 2007 öffnen?
Ausschreibung muss geändert werden, weil sich kein Bieter fand - von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit dem Naturbad geht es zäh voran. Mehr als fraglich ist deshalb, ob es, wie geplant, im Sommer 2007 öffnen kann. Den Grund für die Verzögerung nannte Bürgermeister Josef Luksch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung: Es fand sich keine Firma, die ein annehmbares Angebot für das umfassende Gewerk mit Landschaft-, Erd-, Holz-, Beton- und Rohrleitungsarbeiten der Planungsgesellschaft Plafog unterbreitet hätte.
„Ursprünglich hatten 13 Firmen die Ausschreibung angefordert, aber keine gab ihr Angebot ab. Wir haben dann noch mal bei fünf Firmen nachgehakt, worauf eine Bietergemeinschaft auftrat, deren Angebotssumme aber 300 000 Euro über unserer Kostenschätzung lag“, berichtete Luksch.
Er machte deshalb dem Gemeindegremium den Vorschlag, die Ausschreibung aufzuheben und über den Winter die Gewerke getrennt auszuschreiben. Dieser Zeitpunkt sei sicher günstiger als bei der ersten Ausschreibung, weil die Firmen über den Winter ihre Auftragbücher noch nicht voll hätten.
„Nach der Schneeschmelze könnte dann mit dem Bau begonnen werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr schon im Naturbad schwimmen können.“ Ganz so optimistisch sahen es die beiden Bürgermeisterstellvertreter Kurt Zettl und Elke Proßer-Greß nicht. „Das Bad soll nicht um jeden Preis 2007 fertig werden. Lieber langsam, dafür aber sorgfältig.“
Schon fortgeschritten ist der Bau des Naturbad-Gebäudes mit Umkleiden, Duschen, Schließfächern, Kiosk und Lagerräumen. Es wurde in Holzrahmenbauweise von der Firma Dengler in Rinchnach erstellt. „Bisher sind wir 22 000 Euro unter der Kostenschätzung von rund 220 000 Euro“, konnte Luksch auch was Positives zum Naturbad berichten.
Noch ausstehende Gewerke wurden bei der Gemeinderatssitzung an die günstigsten Bieter vergeben. Die Flachdachabdichtung erledigt die Firma Friedl aus Passau, um die Malerarbeiten kümmert sich die Firma Ebner aus Spiegelau und die sanitären Einrichtungen montiert die ebenfalls ortsansässige Firma Peschl-Keilhofer.


Grafenauer Anzeiger vom 16.10.2006

Hausinger Eibl will auf dem Rachel hoch hinaus
Tankstellen-Betreiber tritt im Waldschmidthaus mit seiner Lebensgefährtin die Nachfolge des Ehepaars Genosko an -
von Michael Witte
Spiegelau. Ein Mann will es wieder einmal wissen - und dabei hoch hinaus: Kurt Eibl (42) aus Haus im Wald wird neuer Pächter im Waldschmidthaus auf dem Rachel. Dort, auf 1360 Metern, erfüllt er sich mit Lebensgefährtin Carolin Jungbauer (38) einen Traum: Er wird Hüttenwirt und will die Gastwirtschaft mit traditionellem Hütten-Flair zu einem Paradies auf hoher Erde machen.
Dass der Rachel ein schönes Fleckchen ist, weiß nicht nur Eibl, der als Tankstellen-Betreiber in Pfarrkirchen sein Geschäft macht. In der ZDF-Sendung „Lieblingsorte der Deutschen“ landete der Berg im Bayerischen Wald auf Platz eins in der Zuschauer-Gunst. Und jetzt zieht es auch Eibl ins Gebirge, dauerhaft. Denn der unkonventionelle 42-Jährige hat das Waldschmidthaus, das Wirtshaus auf dem Rachel, von Hans und Katharina Genosko gepachtet. 86 Jahre schenkten Mitglieder der Familie Genosko auf der Berghütte ein, jetzt kommt Kurt.
Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn Eibl wird nicht als Einzelkämpfer nach oben gehen - er nimmt seine Lebensgefährtin Carolin Jungbauer mit. Die erfolgreiche Bankerin, die bei einem Geldinstitut in Bad Birnbach arbeitet, macht zunächst eine Auszeit, nimmt sieben Monate unbezahlten Urlaub. Je nachdem wie die Aktien stehen, wird sie sogar ganz aus ihrem bisherigen Leben aussteigen - „nächsten Jahr wird das entschieden“, sagt Partner Eibl.
Der, ein gelernter Koch, hatte zunächst alleine die Idee vom Wirt in höheren Sphären. Als Fan guter Gastlichkeit auf österreichischen Hütten kam der begeisterte Skifahrer bei der Lektüre des Artikels im Grafenauer Anzeiger ins Träumen, in dem über den möglichen Verkauf des Waldschmidthauses berichtet wurde. Eibl dachte an seine erste Erbsensuppe bei Frau Genosko vor 33 Jahren, als er als Schüler beim Wandertag auf dem Rachel im Haus einkehrte. Dieser Duft strömte ihm in der Erinnerung wieder ins Hirn und verfestigte sich in einem Brief an die Hüttenwirte Genosko - seiner Freundin erzählte er freilich nichts davon. Ebenso wie von zwei Treffen auf dem Berg, bei denen sich Kaufmann Eibl und das Ehepaar Genosko über eine mögliche Pacht austauschten. „Beim dritten Mal wurde es dann konkret, und da war Carolin auch mit dabei.“
Am 26. September macht das Paar von unten mit dem Paar von oben gemeinsame Sache, der Pachtvertrag wurde unterzeichnet. Wobei Berggastronom-Neuling Eibl ganz klar feststellt, dass es sich bei dem Vertrag nicht um einen finalen Akt einer klassischen Geschäftsbeziehung handelt. „Das ist nicht so, dass hier der Pächter ist und da der Verpächter, der eine schiebt die Kohle rüber und Ende“, kleidet Eibl die Beziehung in flotte Worte. Nein, das Verhältnis von Jung zu Alt am Rachel sei ein „partnerschaftliches Miteinander“. Und: „Was die Menschen da aufgebaut haben, darauf möchten wir nicht verzichten“, schwärmt Eibl, dem das Ehepaar Genosko bereits signalisiert hat, dass man dem neuen Zweier-Team tatkräftig mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.
Natürlich will das Duo Eibl-Jungbauer auch eigene Akzente setzen, aber kein Schickimicki unterm Gipfel aufziehen, sondern urbayerische Gemütlichkeit mit deftigen Speisen auftischen - inksive Übernachtung mit starkem Frühstück, was zum Ende der Ära Genosko nicht mehr möglich war. Doch damit nicht genug: Hüttenwirt Eibl will auch romantische Sonnenaufgänge und heimelige Musikabende - natürlich mit traditionellen Akteuren - anbieten, ganz im Sinne einer „Wohlfühl-Atmosphäre“, die mit den neuen Betreibern ins Haus einziehen soll.
Damit ab April alles klappt - je nach Wetter und Schneelage will Eibl dann wiedereröffnen -, hat der Geschäftsmann kräftig investiert: „Einen Pickup habe ich schon bestellt“, freut sich Auto-Freund Eibl. Dazu werden die Zimmer aufgemöbelt, dem Waschraum spendiert er eine Doppeldusche. Parallel dazu wird er den neuen Service auf dem Rachel im Internet (www.waldschmidthaus.eu) präsentieren, denn Eibl setzt auch auf dieses Medium, obschon er vom Erfolg des Projekts per se überzeugt ist.
Nach seinen Wanderjahren mit Stationen in Berlin, Frankfurt und Pfarrkirchen kehrt der Hausinger zumindest für 200 Tage im Jahr in seine Heimat zurück. „Für mich schließt sich der Kreis“, sagte denn auch ein zufriedener Mensch, der diese Rückkehr indes nicht ohne neue Herausforderung angeht: Eibl hat nicht abgehoben, will aber stets hoch hinaus.


Grafenauer Anzeiger vom 25.9.2006
Ärger über späte Haushalt-Vorlage trübt Freude über die guten Zahlen
Grund für Verzögerung waren Rechnungsprüfer im Rathaus - Keine neuen Schulden
von Ursula Langesee
Spiegelau. Über zwei Stunden debattierte der Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend über den Haushalt 2006. Aber nicht, weil die Gemeindefinanzen so schlecht sind, sondern weil die Aufstellung viel zu spät vorgelegt wurde.
Gemeinderat Erhard Wawrzek (FW) zitierte aus der Gemeindeordnung, wonach der Haushalt einen Monat vor Beginn des Haushaltsjahres der Rechtsaufsicht vorgelegt werden müsse. „Wir sind elf Monate zu spät dran. Das ist nicht in Ordnung“, beschwerte er sich. Denn der Gemeinderat trage auch dafür die Verantwortung und könne belangt werden, wenn durch die Verzögerung irgendwelche Schäden entstünden. „Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?“
2. Bürgermeister Kurt Zettl (CSU) stellte darauf den Antrag, dass der Haushalt 2007 spätestens im März 2007 und der Haushalt 2008 im November 2007 vorgelegt werden müsse. Mit acht zu acht Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Erich Bachmann (SPD) beantragte dann, dass der Plan zum Gemeindeetat jedes Jahr bis Ende Mai fertig sein müsse. Dieser Antrag ging mit neun zu sieben Stimmen durch.
Zuvor hatten Bürgermeister Josef Luksch und Kämmerer Ludwig Friedl als Hauptgrund für die Verzögerung angegeben, dass ein halbes Jahr lang Rechnungsprüfer im Rathaus waren und dabei die Rechnungen von zwölf Jahren unter die Lupe nahmen. Friedl war für sie natürlich der Hauptansprechpartner. Außerdem sollte der Haushalt keine „Luftnummern“ enthalten, sondern konkrete Zahlen. Und die lägen, wie z.B. die Schlüsselzuweisungen, erst im April vor.
Der Haushaltsplan 2006 ist im Verwaltungshaushalt mit 5,2 Mio. Euro und im Vermögenshaushalt mit 2,0 Mio. Euro in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen.
Wesentliche Posten im Verwaltungshaushalt sind bei den Einnahmen der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer: 777 000 Euro, die Schlüsselzuweisungen: 1,35 Millionen Euro, die Gewerbesteuer (Hebesatz 305 %): 425 000 Euro, Grundsteuer A (320 %) und B (300 %): 326 300 Euro und die Kanalgebühren: 386 000 Euro. Bei den Ausgaben stehen an vorderster Stelle die Personalkosten einschließlich Ehrenämter, Saisonarbeiter, Ein-Euro-Kräfte und 10 000 Euro Deckungsreserve mit 1,108 Millionen Euro. Die Kreisumlage macht 1,025 Millionen Euro aus, die Schulverbandsumlage und Gastschulbeiträge 257 200 Euro.
Die Zuführung an den Vermögenshaushalt beträgt 602 100 Euro und ist damit mehr als doppelt so viel wie es mindestens sein müsste. Sehr positiv ist auch die freie Finanzspanne von 304 510 Euro. Der Schuldenstand zum 1. Januar 2006 betrug 2,945 Millionen Euro. Heuer sind keine Kreditaufnahmen vorgesehen, deshalb sinken die Schulden zum Ende des Haushaltsjahres durch die planmäßige Tilgung auf voraussichtlich 2,673 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt knapp 650 Euro und liegt damit 39 Euro unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeindegrößen. „Der Markt Röhrnbach ist noch besser dran, die haben eine Pro-Kopf-Verschuldung von 299 Euro. Das werden wir auch noch hinbekommen“, zeigte sich Bürgermeister Luksch zuversichtlich.
Für Investitionen wurden heuer 1,55 Millionen Euro eingeplant und im mittelfristigen Finanzplan bis 2009 sind 4,8 Millionen Euro vorgesehen.
Sorgenkinder sind allerdings die kostenrechnenden Einrichtungen Wasser, Kanal und Bestattungswesen. Beim Wasser fehlen 40 800 Euro zur Kostendeckung, beim Kanal wird ein Defizit von 20 700 Euro erwartet und beim Bestattungswesen „nur“ 6400 Euro nach über 38 000 Euro im Haushaltsjahr 2005. Diese Verbesserung ist bedingt durch die vielen Verlängerungen der Grabnutzungsrechte, die heuer anstehen.
Als „erfreulichen Haushalt, bei dem der Sparwille erkennbar sei“, bezeichnete Luksch den Etat 2006. Wawrzek fand die 425 000 Euro Gewerbesteuer „sehr befriedigend“ und nannte als „beste und sinnvollste Investition“ in den letzten Jahren das Gewerbegebiet Oberkreuzberg. Auch die Schlüsselzuweisung mit 3690 Euro pro Tag sei „erfreulich“.
Sein Parteikollege Ludwig Schopf kritisierte, dass der Flächennutzungsplan für das Industriegebiet Oberkreuzberg endlich festgestellt werden müsse, um die Grundstücke für Gewerbe und Industrie nutzbar machen zu können. Er vermisse einen diesbezüglichen Haushaltsansatz.
Die Abstimmung zur Haushaltssatzung ging 15 zu zwei aus. Die Gegenstimmen kamen von Erhard Wawrzek und Ludwig Schopf. Der Finanzplan 2005 mit 2009 wurde mit 13 zu vier Stimmen (Harald Frank, Ludwig Schopf, Erhard Wawrzek und Beate Rolli-Kordick) angenommen.


Grafenauer Anzeiger vom 25.9.2006

ZDF: Großer Rachel ist der Lieblingsberg der Deutschen  - Zugspitze beim Fernseh-Voting eindeutig geschlagen / von Andreas Nigl
Spiegelau. Er wurde zwar nur 40, in seiner - allerdings nicht offiziellen - Kategorie war er aber damit eindeutiger Sieger. Der Große Rachel hat am Freitagabend bei der ZDF-Veranstaltung „Unsere Besten - Die Lieblingsorte der Deutschen“ die Zugspitze geschlagen. Der höchste Berg Deutschlands wurde nur 50. Gesamtsieger wurde der Kölner Dom, knapp gefolgt vom Brandenburger Tor und der Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg. Unter den 150 Vorschlägen, über die die Zuschauer abstimmen konnten, war aber auch der Große Rachel. Und der hatte in der inoffiziellen „Bergwertung“ einen mächtigen Kontrahenten: Und zwar die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg. „Wir wollen herausfinden, welche Orte nicht nur zu den Aushängeschildern der Nation gehören, sondern auch in den Herzen der Bevölkerung ihren Platz haben“, erklärte ZDF-Kulturchef Peter Arens im Vorfeld der Abstimmung (PNP berichtete). In der 130-minütigen Show, die ab 21.15 Uhr von Johannes B. Kerner präsentiert wurde, sollte sich laut ZDF zeigen, was die Deutschen in ihrem eigenen Land wirklich schätzen und lieben. In wurden die Lieblingsorte der Nation vorgestellt. Zehn Plätze lagen letztlich zwischen Rachel und Zugspitze, rund 300 000 Einsendungen hatte das ZDF dem Ranking zugrunde gelegt. Dass „der beliebteste Berg Deutschland“ im Landkreis Freyung-Grafenau liegt, hat auch den Landkreis-Tourismuschef Christian Binder überrascht und sehr gefreut. „Das ist ein toller Erfolg für die Region.“ Und es beweise auch, dass das, was zwischen Rachel und Lusen passiere, von den Urlaubern akzeptiert werde. Die offensive Vermarktung des Konzeptes der Naturverjüngung, die vom Nationalpark verfolgt werde, zeige somit Erfolg.Sicher werde man den „Bergsieg“ werbemäßig nutzen. Zurzeit würden neue Unterkunftsverzeichnisse erstellt. „Da wird die Geschichte Erwähnung finden“. Auch Moderator Kerner machte indirekt Werbung für die Region. „Am Ende der Sendung haben Sie Orte auf ihrem Zettel, die sie unbedingt besuchen sollten", sagte er an das Millionenpublikum vor den Fernsehern gerichtet. Damit war auch der Rachel gemeint.


Grafenauer Anzeiger vom 12.9.2006

Kaiserwetter bei der Hiagstroas
Spiegelau (sto). Insgesamt 20 Anlaufstellen waren für die Besucher als attraktive Stationen bei der Hiagstroas eingerichtet und da das Wetter mitspielte, gab es heuer in Spiegelau nur strahlende Gesichter bei Besuchern wie Fieranten und Geschäftsleuten gleichermaßen.
Die Verbindung zu den einzelnen Veranstaltungspunkten hielt eine Bummelbahn aufrecht und die drei Waggons hinter der Lok waren schon deshalb immer voll besetzt, weil die Fahrt mit dem Zug durch Spiegelau kostenlos war. Der Spielmannszug Viechtach war mit 40 Mitgliedern angereist und sie imponierten nicht nur mit ihrer farbenfrohen Tracht in rot-grün, sie boten auch ein hervorragendes Repertoire traditioneller Spielmannsmusik. An den zahlreichen Ständen und Verkaufsbuden war für jeden Geschmack etwas dabei und auch die Schnäppchenjäger kamen auf dem Flohmarkt auf ihre Kosten. Für die Kleinen war besonders die Hüpfburg, eine Modellbauausstellung mit Benzin- und Elektrofahrzeugen sowie der Miniparcours zum kostenlosen Probefahren mit Kinderquads und Pocketbikes die Attraktion schlechthin. Sengzelten und Spezialitäten aus Bayern, Italien, Griechenland sogar aus Indien konnten die Besucher in oder vor den Spiegelauer Restaurants und an den offenen Verkaufsbuden verkosten.
Auch die Bastelfreunde kamen nicht zu kurz, Blumenschmuck und selbstgefertigte Puppen aus Stroh und ähnlichem Material wurden nicht nur bewundert sondern auch gekauft. Ein schöner sonniger Septembersonntag klang in den Abendstunden mit zufriedenen und froh gelaunten Besuchern in gemütlichen Sitzrunden hier und dort in Spiegelau aus. Die Hiagstroas war gut organisiert und vom Gewerbeverein Spiegelau mit ihren Verantwortlichen um Michael Schinabeck zu aller Zufriedenheit durchgeführt.


Grafenauer Anzeiger vom 11.9.2006

Eine gemischte Rocknacht im alten Sägewerk
„Rock in den Herbst“ bietet Chance für Nachwuchsbands aus der Region - Erlös wird gespendet
Spiegelau (bel). Einen großen Auftritt hatten Nachwuchsbands aus der Region am Wochenende in Spiegelau. Veranstalter Christian Balboo Bojko gab am Samstag jungen Bands die Chance, auf einer professionellen Bühne ihr Talent zu zeigen und das Sägewerksgelände zum Rocken zu bringen. „Mein Ziel ist es, neue junge Bands aus unserer Region zu fördern“, so Balboo. „Doch mittlerweile haben sie schon viele Auftritte gemeistert, dass man sie nicht mehr Nachwuchsbands titulieren kann“. Und das bestätigen die begeisterten Fans. Der 17-jährige Kevin Domani, der extra aus Eging am See nach Spiegelau gekommen ist um das Spektakel miterleben zu können, beschreibt die Veranstaltung als eine „Super Rocknacht“. Aber hinter dem knallgrünen Werbeflyer verbirgt sich auch viel Arbeit, die Privatveranstalter Christian Balboo Bojko zu erledigen hatte. „Die Vorbereitungen dauerten über drei Monate“, berichtet er. Allein mit sechs Freunden hat er das Festgelände „rockfertig“ gemacht. „Ich bin froh, dass ich so viele gute Freunde habe, die mir bei sämtlichen Arbeiten halfen. Es sind top qualifizierte Kräfte“, erklärt er. Um 19 Uhr 15 zupfte dann der erste Gitarrist von Hooray die Saiten seiner E-Gitarre und brachte Stimmung in die Menge. Die Band, Schüler des Gymnasiums Grafenau, spielten Independent Rock und eigene Songs. Nicht umsonst hieß es „Rock in den Herbst“, denn die Temperaturen ließen nicht vergessen, sich möglichst schnell einen wärmenden Platz an einem der Lagerfeuer zu suchen, als die Sonne am Horizont verschwunden war. Anschließend legte sich Night-rain mächtig ins Zeug. Die beste niederbayerische Schulnachwuchsband spielte 70er-Rock und überzeugte mit eigenen Songs. Die Mitglieder haben ihre Wurzeln ebenfalls im Gymnasium Grafenau. Nun brachte der Chef Balboo selbst die Gitarrenseiten zum Glühen. In der Band „Systema Encephale“, der besten Undergroundband 2004 in Hessen, unterstütze er mit seiner Gitarre die hervorragende Stimme von Sängerin Simone Huber. Abschließend zeigte die Biker Rock Band „Flashover“ ihr Können. Sie spielten Klassiker wie zum Beispiel Bon Jovi, AC/DC und Metallica und brachte das Publikum zum Mitsingen. Auch um das leibliche Wohl nahmen sich zahlreiche Helfer an. An der 15 Meter langen Bar konnten sich die Besucher ordentlich bedienen. Mit Würstl- und Steaksemmeln stillten die Besucher ihren Hunger. Der Gewinn aus „Rock in den Herbst“ wird den örtlichen Vereinen gespendet, so Balboo. Auf Grund der vielen begeisterten Zuschauer und dem Erfolg soll es „Rock in den Herbst“ im kommenden Jahr wieder geben.


Grafenauer Anzeiger vom 5.8.2006

Naturbad: Keine Firma will den Auftrag haben
Bisher keine Bewerbungen für die Landschaftsarbeiten
Spiegelau (hpd). Ein Kuriosum galt es im Rahmen des Bauvorhabens „Naturnahes Freibad“ im Gemeinderat zu beraten. Für die anstehenden Landschaftsarbeiten wurden 13 Firmen beworben, aber keine einzige gab zum Eröffnungstermin ein Angebot ab. Offensichtlich haben sich die Firmen personell kleiner geschrumpft und kommen jetzt der Auftragslage nicht mehr hinterher, so der Verdacht im Gemeindegremium. Eine neue Angebotsfrist wurde nun bis 7. August verlängert. Bürgermeister Luksch kündigte sogar an: „Wenn sich niemand meldet, dann bauen wir es halt selber!“ Elke Prosser-Greß kritisierte dazu, dass von der Planung bis zur Ausschreibung vielleicht einfach zu wenig Nachdruck gelegt worden sei. Immerhin müsse sich auch der Bewuchs erst noch bis zur Eröffnung entwickeln. Es gelte also keine weitere Zeit zu verlieren, wenn geplant bis 1. Juni nächsten Jahres die Wasserratten hier Einzug halten sollten.
Erhard Wawrzek merkte an, dass die Anlage des Bades noch in Details überdacht werden müsse, etwa in der Frage, ob im Freien eine Warmwasserdusche vorgesehen sei. Denn wenn die Badenden mit Schmutz und Sonnencreme auf der Haut das Wasser belasten, weil die kalte Dusche zuvor nicht angenommen wird, dann könnten hier große Probleme mit der Badequalität erwartet werden und noch weit aufwändigere Pflegemaßnahmen notwendig werden als in einem klassischen Freibad.

Sägehalle: Entscheidung soll bis Oktober fallen
Gemeinderat macht jetzt Nägel mit Köpfen
Spiegelau (hpd). In zwei Lager spaltet sich der Spiegelauer Gemeinderat in der Diskussion um Verbleib oder Abriss der ehemaligen Sortierhalle am Sägewerksgelände. Während ein Teil neue Dynamik in die Planung und Gestaltung des Geländes bringen will, indem auch mit einem Abriss die Voraussetzung dafür geschaffen wird, dass sich endlich etwas bewegen kann und muss, verweist die andere Hälfte darauf, dass ein Abriss keine Not habe, so lange keine besseren Alternativen realisierbar auf dem Tisch lägen.
Anton Seibold kritisierte die Berichterstattung zur Unterschriftenaktion für den Erhalt der Halle. Bei einzelnen Konzerten oder Veranstaltungen wäre es immer ein Leichtes, jeden Besucher als Unterstützer per Unterschrift zu gewinnen. Es sei aber gleichzeitig unfair, den Gemeinderäten vorzuwerfen, nicht auf jeder Veranstaltung gesammelt anzutreten und kritiklos jedes Interesse mitzutragen. Er selbst befand sich etwa im Krankenstand und fühle sich durch die öffentliche Anprangerung eines angeblichen Mangels an Interesse an der Sache persönlich angegriffen.
Dennoch führte Erhard Wawrzek an, dass der Gemeinderat natürlich auch selbst kritisch hinterfragen müsse, ob hier eine Entwicklung hin zum neuen Ortszentrum zu sehr verschleppt worden sei. Die Bevölkerung sage zu Recht, wenn man eh nichts besseres habe, könne man es ja auch so lassen wie es ist. Elke Prosser-Greß führte an, dass Planungen auf dem Papier müßig seien, solange kein Investor Visionen umzusetzen bereit sei. Und Ernst Ertl bemerkte, immerhin sei jetzt mit einigen Veranstaltungen schon mehr Leben am Gelände als zuvor.
Siegfried Klante entgegnete, dass es auf Dauer ohnehin fraglich sei, ob Veranstaltungen bis tief in die Nacht hinein hier weiter auf die Duldung der Anwohner zählen könnten. Ein „Remmidemmi-Platz“ dürfe es ohnehin nicht werden. Derzeit stelle sich die Situation aber so dar: „Eine Bretterbude, eine hässliche Halle und haufenweise Gerümpel; wer soll da investieren wollen?“ Auch Kurt Zettl merkte an, dass eine alte Halle und ein Volksfestplatz daneben nicht die besten Voraussetzungen für die Entwicklung einer neuen Ortsmitte wären. Bürgermeister Josef Luksch brachte die Idee ein, die ehemalige Sägehalle alternativ nutzbar zu machen und dann die Sortierhalle als Hemmschuh mitten drin zu entfernen. Zudem sollen über einen straffen Planungszeitraum bis Oktober endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, wie künftig mit Spiegelaus neuer Mitte verfahren werden soll, so der Beschluss des Gemeinderats.

Grafenauer Anzeiger vom 5.8.2006
Erste Hürde beim Naturfriedhof ist genommen

Spiegelauer Gemeinderat befürwortet Einrichtung generell - Über Satzung und Gestaltung muss entschieden werden
Spiegelau (hpd). „Können wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass auf einem Friedhof sich nicht Grab an Grab reiht, mit Einfassung, Kreuz und Gedenkstein, auf lange Zeit eine fest gegründete Stätte der Erinnerung an die Verstorbenen - sondern stattdessen Urnen aus Maisstärke unter einem Buchenhain oder am Rand einer Lichtung bewusst den Kreislauf des Lebens mit Vergehen schließen?“ Mit dieser Frage befasste sich der Spiegelauer Gemeinderat am Mittwoch in öffentlicher Sitzung.Ein entsprechender Antrag des Passauer Bestattungshauses Kasberger zielte darauf, in dem weitläufigen Gelände des neuen Spiegelauer Friedhofs einen Teil als naturnahen Waldfriedhof anzulegen (PNP berichtete). Wahrscheinlich verspüren die meisten Menschen eher ein Gefühl des Unwohlseins bei dem Gedanken eines namenlosen, erinnerungslosen Vergehens. Ganz so soll und kann es

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Auch Naturfriedhof hat eine Ordnung

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aber auch auf einem Naturfriedhof nicht sein. Zumindest kleine Namensschilder würden darauf hinweisen, wer hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat und auch eine Einteilung in „Parzellen“, wo welche Urne bestattet wurde. Auch ein Naturfriedhof hat seine Friedhofsordnung, hat seine festen Zeiten, bevor ein Grab aufgelassen werden und neu belegt werden kann, hat seine Gebührenordnung und muss nach Grundsätzen der Pietät angelegt und gepflegt sein. Ein naturnaher Waldfriedhof würde jedoch, so Anton Aschenbrenner, einer der Mitinitiatoren, dem wachsenden Wunsch vieler Menschen entgegen kommen, nach dem Tod wirklich den Kreis des Lebens zu schließen, in die Natur als natürliches Element zurück zu kehren. Zusätzlich ganz praktisch begründete Erhard Wawrzek seine Zustimmung zu dem Projekt: Er sehe durchaus Zukunft in dieser Art der Friedhofsanlage, es werde dadurch ja auch eine Möglichkeit geschaffen, mit weniger Aufwand eine würdevolle Grabstätte nutzen zu können, wo aufwendige Grabsteine und Grabpflege entfielen. Schließlich dürfe auch hier das Argument zählen, dass es durchaus Menschen gebe, die eine günstigere Alternative gerne bevorzugen würden.

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Bürgermeister sieht Vorteil für Finanzen

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Ein gewisses Unwohlsein konnte dagegen Ernst Ertl nicht verhehlen. Ihm laufe es kalt den Rücken runter, wenn die Gemeinde künftig mit dem Begriff „erster Naturfriedhof“ beworben würde. Elke Prosser-Gress entgegnete dem mit der Auffassung, dass es nach eigenen Erfahrungen weit mehr Menschen gebe, die eine Alternative ohne klassische Grabstätte suchen, als man meinen würde. Denen sollte man durchaus auch den Wunsch auf eine andere Art der Bestattung ermöglichen.
Bürgermeister Josef Luksch berichtete dazu, dass es aus Platzgründen keine Einwände gegen den Naturfriedhof gebe, da die noch frei bleibenden Kapazitäten auch weiter völlig für die Zukunft ausreichen würden. Aus finanzieller Sicht würde die bessere Auslastung des Geländes eher einen Vorteil für die Gemeindefinanzen darstellen. Die Frage nach der generellen Bereitschaft des Gemeinderats, einen Waldfriedhof zu befürworten - die konkrete Friedhofsgestaltung und Satzung würde dann erst zur Abstimmung ausgearbeitet - wurde schließlich mit 12 zu zwei Gegenstimmen bejaht.




Grafenauer Anzeiger vom 21.7.2006
Brunner schaltet Minister Huber ein
Spiegelau (an). Prompt reagiert hat gestern CSU-MdL Helmut Brunner, als er von der PNP über den Stellenabbau bei Riedel informiert wurde: „Wirtschaftsminister Erwin Huber wird sich in dieser Sache direkt an die österreichische Geschäftsführung wenden“, so Brunner eine halbe Stunde nach dem Telefonat. Brunner regte zusammen mit Landrat Muthmann auch ein Treffen der örtlichen Mandatsträger an, die mit der Nachtmann-Firmenleitung vor Ort Gespräche führen sollen.

 
Fast 100 Jahre war Nachtmann im Bayerischen Wald, dann kam Riedel
1834: Der Glasmacher Michael Nachtmann gründet das Unternehmen F.X. Nachtmann.
1900: Zacharias Frank übernimmt das Unternehmen und verlegt den Sitz nach Neustadt a.d. Waldnaab, wo sich auch heute noch die Firmenzentrale befindet.
1907: Frank erwirbt die Glasfabrik Riedlhütte, in der bereits seit 1452 Glas hergestellt wird.
1920: Das Unternehmen baut seinen Standort Riedlhütte aus und errichtet ein neues Werk in Amberg.
1945: Nachtmann baut die teilweise zerstörten Produktionsanlagen wieder neu auf.
1969: Das Unternehmen firmiert zur F.X. Nachtmann Bleikristallwerke KG und ändert zehn Jahre später seine Rechtsform in eine GmbH.
1983: Grundsteinlegung für das dritte, hochmoderne Bleikristallwerk in Weiden.
1990: Seniorchef Anton Frank verstirbt. Die Nachtmann-Gruppe erwirbt die traditionsreiche Kristallglasfabrik Spiegelau (gegründet 1521).
1991: Nachtmann gründet die Kristallglasfabrik Amberg GmbH.
1993: Aus der Firma Nachtmann AG wird die F.X. Nachtmann Crystal AG.
2004: Die Riedel Glas GmbH aus Kufstein/Österreich, gegründet 1756, übernimmt am 17. September für 50 Millionen Euro die Nachtmann AG mit 2000 Mitarbeitern. „Riedel Glass Works“ mit den Marken Riedel, Nachtmann und Spiegelau steigt damit zum viertgrößten Glashersteller Europas auf.
2005/2006: Mit 235 Mio. Euro Konzernumsatz ist 2005 das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr von Riedel Glas. Um Nachtmann aus der Verlustzone zu bringen, werden 250 Stellen gestrichen.  

„Jetzt können wir wirklich nur mehr auf den Tourismus setzen“
In den Glasstandorten Spiegelau und Riedlhütte mangelt es an Alternativen - „Abbau unternehmerische Entscheidung“ - Kommunalpolitik machtlos
Bürgermeister Josef Meininger, Riedlhütte: „Das ist ein dicker Hund! Wie lange dauert denn der Gesundschrumpfungsprozess noch? Uns bleibt nur noch der Tourismus. Das ist für mich eine Bestätigung, dass wir das Caravan- und Wellness-Camp in St. Oswald brauchen. Wo sollen die Arbeitsplätze noch herkommen?
MdL Helga Weinberger (CSU): „Ich kann mich in die Betroffenen sehr gut hineindenken, glaube aber, dass Herrn Riedel unsere Region nicht wirklich interessiert, sonst könnte er nicht solche Entscheidungen treffen. “ Harry Höcker, DGB-Ortskartellvorsitzender: „Das ist für die Region eine Katastrophe. Aber in der derzeitigen Situation ist die Gewerkschaft machtlos. Es zählen nur unternehmerische Aspekte. “ Bürgermeister Josef Luksch, Spiegelau: „Ich könnte weinen. Denn hinter jedem Arbeitsplatz, der verloren geht, stehen Familien. Außerdem verschwinden dadurch qualifizierte Ausbildungsplätze. Die KSS hat immer hervorragend ausgebildet. Heuer haben nur zwei der 19 Hauptschulabsolventen in Spiegelau einen Job, die restlichen 17 müssen weiter auf die Schule gehen. Dieser Personalabbau ist eine unternehmerische Entscheidung, darauf hat eine Gemeinde keinen Einfluss. Mit dem Abbau der Mundglasproduktion verschwindet auch eine alte Handwerkskunst. Hoffentlich bleibt der Standort erhalten.“ Landrat Alexander Muthmann: „Das ist eine bittere Entwicklung und sie zeigt erneut deutlich die Machtlosigkeit der Kommunalpolitik bei wirtschaftlichen Entscheidungen von Unternehmen. Ich hoffe nur, dass damit endlich das Ende des Personalabbaus in den Bayerwald-Glashütten erreicht ist.“

Bei Riedel werden 90 Stellen abgebaut
Bei der Kristallglasfabrik in Spiegelau müssen mindestens 40 Mitarbeiter gehen, bei Nachtmann in Riedlhütte jetzt 50
von Michael Witte
Spiegelau/Riedlhütte. Düstere Wolken bei strahlendem Sonnenschein: In den Riedel-Glashütten Spiegelau und Riedlhütte sollen bis zum 30. September dieses Jahres über 90 Arbeitsplätze gestrichen werden. Nach den Worten von Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann sollen in Spiegelau 40 bis 44 Stellen gestrichen werden, in Riedlhütte stehen knapp 50 Jobs auf der Streichliste. Dennoch erneuerten Vorstand Kaufmann und der Spiegelauer Geschäftsführer Gerald Mader das Bekenntnis des Eigentümers Georg Riedel zu den beiden Standorten im Bayerischen Wald, da an beiden Standorten investiert worden sei und noch weiter investiert werde.
Nachtmann in Riedlhütte und die Kristallglasfabrik Spiegelau in Spiegelau (KSS) gehören seit September 2004 zur Riedel-Firmengruppe aus Österreich. Am Montag erfuhr jetzt KSS-Betriebsratsvorsitzender Herbert Moosbauer vom erstmaligen Stellenabbau in der Produktion seit der Riedel-Übernahme. Zuvor waren in Spiegelau indes schon fast die komplette Verwaltung der Glasfabrik abgebaut und nach Neustadt an der Waldnaab verlegt worden. 45 Arbeitsplätze fielen weg.
„Jetzt müssen wir 40 Mitarbeiter in der Handfertigung abbauen, weil diese nicht kostendeckend gewesen ist - das hat sich über die Zeit gezeigt“, begründete Kaufmann einen Schnitt, der die jetzige Belegschaft von 105 Mitarbeitern dann fast auf die Hälfte reduziert. Das Defizit wolle der Vorstand nicht beziffern, nach Angabe des Betriebsratsvorsitzenden beträgt es 1,3 bis 1,5 Millionen Euro im Jahr. Bei diesen 60 KSS-Stellen in Spiegelau soll es dann aber auch bleiben, da gebe es kein Szenario für einen weiteren Personalabbau. „Da ist überhaupt nichts geplant“, verbat sich Kaufmann weitere Spekulationen.
Denn: Riedel investiere in Spiegelau in einen neuen so genannten Elektrohafen-Ofen für „einige hundert tausend Euro“ (Kaufmann), der den alten Gasofen ersetzen wird. „Dieser Ofen schafft die Voraussetzung für eine neue Chance“, sagte KSS-Geschäftsführer Mader. Am alten Ofen und seinen angeschlossenen Einheiten sind laut Mader 26 bis 28 Mitarbeiter tätig, am neuen werden es zwischen 12 bis 14 sein - also knapp die Hälfte.
„Wir müssen diesen Weg gehen“, betonten Kaufmann und Mader immer wieder bei einem Presse-Gespräch am Mittag, nachdem die Geschäftsleiter gestern zunächst den Betriebsrat und dann in einer Personalversammlung die Belegschaft informiert hatten. Bei den Mitarbeitern ist die Stimmung natürlich auf dem Tiefpunkt, dabei beginnt am kommenden Montag für die Hälfte des Personals der Betriebsurlaub - für einige wird es der letzte Betriebsurlaub bei der Kristallfabrik sein.
„Ursprünglich hatte die Geschäftsführung von 50 Kündigungen gesprochen, jetzt sollen es zwischen 40 und 45 werden“, sagte Betriebsratsvorsitzender Moosbauer, „da haben wir schon ein bisschen was erreicht.“ Noch mehr erreichen will Moosbauer und seine Betriebsratskollegen beim Sozialplan. Vorstand Kaufmann hatte zwar angekündigt, dass die betroffenen Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln sollen, für ein weiteres Jahr einen Teil ihres Lohns und Qualifizierungsangebote erhalten sollen. Doch die Details sind noch nicht klar, Moosbauer will darüber verhandeln.
Und die Auswahl werde nach sozialen Kriterien erfolgen, kündigte der Betriebsratsvorsitzende an - man werde die Liste der Geschäftsleitung für die Entlassungen daraufhin prüfen.
Diese Aufgabe hat in den nächsten Tagen auch der Betriebsrat in Riedlhütte vor Augen: Nach dem Abbau von 60 Arbeitsplätzen Anfang des Jahres müssen laut Kaufmann ebenfalls zum 30. September knapp 50 Angestellte gehen. Grund dafür ist nach den Worten von Vorstand Kaufmann, dass im Nachtmann-Werk in Weiden nach einer Neu-Investition die Gläser schon dort so behandelt werden, dass sie nicht mehr in Riedlhütte durchs Säurebad müssen. Und deshalb müssten im Bayerwald in den Abteilungen Säure, Transport, Nacharbeit und Service Kapazitäten abgebaut werden.
Aber auch an diesem Standort wurden und werden zwischen zwei und fünf Millionen Euro investiert. Denn: „Herrn Riedel liegt viel an den Standorten, und wir wollen die industrielle Fertigung dort auf jeden Fall fortsetzen“, sagte Kaufmann.


Grafenauer Anzeiger vom 18.7.2006

Drei Tage Wilder Westen im Bayerischen Wald
„Country Days und Western Nights“ in Palmberg mit Flohmarkt und Quartermile-Pferderennen
Spiegelau (pnp). Bei den „Country Days und Western Nights“ auf der Highlander Ranch in Spiegelau-Palmberg sind von Freitag, 28. Juli, bis Sonntag, 30. Juli, Cowboys und Indianer, Siedler, Goldsucher und Revolverhelden in ihrem Element.
Sie treffen sich zum Gedankenaustausch am Lagerfeuer und messen sich am 29. Juli ab 15 Uhr beim großen Quartermile Rennen. Gestartet wird in den Kategorien Warmblut (bis 150 cm Stockmaß), Warmblut über 150 cm Stockmaß und Kaltblut. Auch die musikalische Unterhaltung kommt auf der Highlander Ranch nicht zu kurz.
Zum Aufwärmen am Donnerstagabend ab 19 Uhr gibt es flotte Rhythmen, am Freitag spielt die „Mountain String Band“ ab 20 Uhr, und am Samstag sorgen die „Free Bears“ ab 20 Uhr im Westernstadl für Stimmung. Bei einem Country- und Westernflohmarkt am Samstag ab 13 Uhr kann Nützliches und Nostalgisches, Kunst und Krempel angeboten werden.
Es gibt auch wieder die Möglichkeit, an Ort und Stelle sein Zelt aufzuschlagen oder sich ein Tipi zu mieten. Anmeldung (für Quartermile-Rennen, Flohmarkt, Tipi-Übernachtung) und weitere Informationen beim Veranstalter Matthias Garhammer, Tel.  09928/1686 oder. 0170/5288505.

Grafenauer Anzeiger vom 17.7.2006
Pandurenfest: Großes Spektakel im Glasmacherort
Tausende Menschen feiern bei idealem Wetter die 21. Auflage des Historienspiels - Glanzvolle Pferdewagen
Spiegelau (mis). Was für ein Spektakel: Bei Kaiserwetter haben tausende Gäste gestern das Historienspiel um den Einzug des Freiherrn von der Trenck in Spiegelau gefeiert. Tausende säumten beim 21. Pandurenfest die Straßen und erlebten einen farbenfrohen Umzug mit festlich geschmückten Pferdewagen und hunderten Teilnehmern in historischen Gewändern. Bürgermeister Josef Luksch, der dem sagenumworbenen Trenck (Alexander Imm) samt dessen Pandurenkorps Gemeinde und Gold friedlich übergab, strahlte entsprechend übers ganze Gesicht. Denn bis in den Abend vergnügte sich das Volk beim urigen Markttreiben im Glasmacherort.

Pandurenlager erstmals mit Marionettentheater
Wohltuend friedliches Lagerleben unter freiem Himmel - Klingenbrunner Dorfblos’n spielt auf
Spiegelau (hh). Vor Jahrhunderten mag man gezittert und gebetet haben, als die Panduren mit ihren zerstörerischen Reitern vor den Orten auftauchten. Heutzutage wird ganz zwanglos gefeiert, bevor es in Spiegelau ans Plündern der Kassen geht. Das Pandurenlager am Vorabend des farbenprächtigen Historienspiels gehört zu den wohltuend erholsamen Fest-Terminen im Bayerwald. Die Musik lässt es noch zu, dass man sich nett unterhält, und das dunkle Pandurenbier schmeckt unter freiem Himmel noch mal so gut.
Ein farbenfroher Festzug mit Kutschen und Vereinen bildete auch heuer den Festauftakt. Die Hessensteinschützen Klingenbrunn feuerten ihr lautes Salut in den Himmel, und nach der Eröffnung durch Bürgermeister Josef Luksch übernahm die Klingenbrunner Dorfblos’n die musikalische Unterhaltung. Neu gab es heuer statt wilder Fechtkämpfe ein kleines Marionettentheater. Die Schlampuzen erfreuten vornehmlich die Kinder mit lustigen Figuren, ließen Greisen an Bändern gezogen artistische Tricks vorführen und ein Skelett beschwingt tanzen.
Aber auch für die Erwachsenen hatte die Minitruppe witzige und lehrreiche Geschichtchen aus dem Schatz früherer Mythen und Gegebenheiten im Programm.  

Skiclub geht auf´s Wasser: Kanutour auf der Molda Skiclub geht aufs Wasser: Kanutour auf der Moldau

Spiegelau (red). Der diesjährige Vereinsausflug des Skiclub Spiegelau führt die Skisportler aufs Wasser. Auf dem Programm steht eine Kanutour auf der oberen Moldau mit Zielhafen am Moldaustausee. Die Paddeltour dauert rund fünf Stunden. Für alle, die nicht an der Bootsfahrt teilnehmen möchten, besteht die Möglichkeit, zu baden oder eine Stadtbesichtigung in Krummau zu machen. Zum Abschluss des Ausflugs steht am Nachmittag ein gemeinsames Grillen am Seeufer an. Da nur 30 Bootsplätze zur Verfügung stehen, erfolgt die Anmeldung in der Reihenfolge des Eingangs. Kinder unter 14 Jahren können nur in Begleitung eines Elternteils an der Kanutour teilnehmen, Schwimmwesten werden gestellt, Kosten pro Boot 13 Euro.
Treffpunkt und Abfahrt ist Samstag, der 29. Juli um 8 Uhr am Igelbus-Parkplatz in Spiegelau. Anmeldung bitte mit Hinweis, bei welcher Gruppe (Kanu, Baden, Stadtbesichtigung) teilgenommen wird, bei Josef Erhard, Tel. 08553-815, Fax. 979381, E-Mail: Josef.Erhard@gmx.de.


Grafenauer Anzeiger vom 15.7.2006

Beim Spiegelauer Pandurenfest kann man morgen den Umzug doppelt sehen
Flohmarkt nicht an den Parkterrassen, sondern am ehemaligen Staatlichen Sägewerk statt
Spiegelau (red). Auch in diesem Jahr wird der Festzug beim Pandurenfest in Spiegelau den Festbesuchern zwei Mal präsentiert.
Folgender Ablauf ist vorgesehen: Aufstellung und Abmarsch vom Kurpark über die Neuhütterstraße, Schwarzachstraße, vorbei am P+R-Parkplatz über die Hauptstraße zum alten Rathaus. Nach der „Ortsübergabe“ Weitermarsch bis zum Kreisverkehr, von dort über Ludwig-Stangl-Weg und Sparkasse über die Hauptstraße zurück zum Podium beim alten Rathaus. Von dort dann über die Bahnhofstraße zurück zum Kurpark, bzw. Auflösung des Festzuges in der Bahnhofstraße. Natürlich findet auch heuer im Rahmen des Pandurenfestes wieder ein so genannter „Pandurenflohmarkt“ statt. Dieser findet dabei aber nicht - wie ursprünglich angekündigt - auf den Parkterrassen unterhalb der Gaststätte Hartl, sondern auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerkes statt.
Da die Ortsdurchfahrt von Spiegelau (Hauptstraße) morgen den ganzen Tag gesperrt bleibt, wird die Bevölkerung gebeten, soweit als möglich einen „autofreien Sonntag“ einzulegen; für auswärtige Besucher sind rund um das Zentrum mehrere Parkplätze ausgewiesen: - Nationalpark-Parkplätze an der Riedlhütter Straße (Zufahrt zum Nationalpark) - Parkplätze an der Grund- und Hauptschule Spiegelau und an der Mehrzweckhalle (über Waldschmidtstraße und Reithackerweg erreichbar) - Parkplätze am alten Sportplatz Spiegelau (über Schul- und Jahnstraße erreichbar) - Großparkplatz ÖPNV an der Konrad-Wilsdorf-Straße - Parkplatz - Nähe Bahnhof (über Konrad-Wilsdorf-Straße und Schwarzachstraße erreichbar) - Parkplätze an der Sportanlage Trossel bzw. am Waldspielpark (über Konrad-Wilsdorf-Straße, Schwarzachstaße, Bahnhofstraße, Neuhütter Straße und Trosselweg erreichbar).

Grafenauer Anzeiger vom 13.7.2006
Zum 21. Mal: Spiegelau wird von den Panduren friedlich erobert
Gemeinde als Ausrichter des Historik-Festes erwartet am Wochenende wieder zahlreiche Gäste - Schirmherr ist Franz Joseph Ulschmid
Spiegelau (re). Unter dem Motto „Die Panduren rücken an“ findet am kommenden Samstag und Sonntag in Spiegelau heuer bereits zum 21. Male das mittlerweile schon traditionelle Spiegelauer Pandurenfest statt.
Man schrieb das Jahr 1741, als der sagenumworbene Freiherr Franziskus von der Trenck ein rund 1000 Mann starkes Pandurenkorps aufstellte, das damals so gefürchtet war wie einst die schwarze Pest. 1742 fiel dieses kriegerische und plündernde Heer dann schließlich auch in Bayern ein, und selbst die entlegendsten Winkel des Bayerischen Waldes blieben dabei von Trenck und seinen schwarzen Panduren (persönliche Leibwache) damals nicht verschont. So wurde unter anderem auch Dießenstein im Grafenauer Land zur Ruine gemacht, und auf ihrem „Zug“ durch den Wald sollen die mit Krummsäbeln bewaffneten Reiter-Panduren auch in Spiegelau eingefallen sein.
Mit Unterstützung der Pandurendarsteller aus Waldmünchen dreht man dabei das Rad der Geschichte zurück und spielt bei diesem historischen Fest am Festsonntag heuer bereits zum 21. Male die Übergabe des Ortes nach, wie sie sich vor ca. 260 Jahren vielleicht abgespielt haben mag.
Beginn der eigentlichen Festlichkeiten ist aber bereits am Samstag um 16.30 Uhr, wenn - angeführt von Blasmusik - ein Festzug vom Parkplatz bei der Glasfabrik Spiegelau zum „Pandurenlager“ bei der Mehrzweckhalle zieht. Bürgermeister Josef Luksch eröffnet dort gegen 17 Uhr unter Salutschießen der Hessensteinschützen aus Klingenbrunn offiziell das diesjährige Pandurenfest.
Hieran schließt sich dann ein zwangloses Lagerleben an mit musikalischer Unterhaltung durch die Klingenbrunner Dorfblos’n, mit Pandurenschmaus, Pandurenbier und natürlich dem bekannten Pandurenwein von Weinbauer Josef Toifl. Dazwischen sorgen erstmals „Die Schlampuzen“ mit ihrer Marionettenshow bei ihren Auftritten auch immer wieder für Kurzweil.
Bis zum offiziellen Ende des Lagerlebens um 23 Uhr wird dann, jeweils zur vollen Stunde, der Spiegelauer Nachtwächter zu Ruhe und Ordnung rufen und die letzten Besucher an der Pandurenbar, wo es auch heuer wieder so köstliche Getränke wie „Pandurenblut“ oder „Liebestrank“ gibt, zur Heimkehr mahnen.
Den eigentlichen Höhepunkt des zweitägigen Festes erleben. aber die Besucher am Festsonntag: Um 10.45 Uhr wird zunächst Pfarrer Hubert Gerstl in der Pfarrkirche einen feierlichen Festgottesdienst zelebrieren, den der Männergesangverein Spiegelau musikalisch umrahmt. Angeführt von der Klingenbrunner Dorfblos’n und der Bürgerwehr aus Grafenau, zieht man anschließend über den Josef-Schuster-Steig und die Hauptstraße zum alten Rathaus. Zeitgleich setzt sich etwa gegen 11.40 Uhr vom Kurpark aus der Festzug in Richtung Ortsmitte in Bewegung. Angeführt auch diesmal wieder von einer Abordnung der Panduren aus Waldmünchen sowie den Fanfaren- und Spielmannszügen aus Landau/Isar, Teisnach und Beratzhausen, erreicht man über die Neuhütterstraße, Schwarzachstraße, Konrad-Wilsdorf-Straße (Großparkplatz) und Hauptstraße das alte Rathaus. Nach einer kurzen Ratssitzung sowie einem dreifachen Salut der Grafenauer Bürgerwehr ist für etwa 12.15 Uhr dann die Übergabe des Ortes Spiegelau durch den Hohen Rat von Spiegelau mit Bürgermeister Josef Luksch an der Spitze vorgesehen. Hierauf wird der Festzug mit Spielmannszügen, Reitern, Bürgerwehr, Trommlern und mitreisendem Volk durch den Ort fortgesetzt. Dabei bewegt sich der Festzug bis zum Kreisverkehr, und über den Ludwig-Stangl-Weg geht es schließlich über die Hauptstraße wieder zurück zum alten Rathaus, bzw. zur Bahnhofstraße, wo sich der Festzug auflöst.
Entlang der gesamten Hauptstraße beginnt danach ein historisches Markttreiben, bei dem die Besucher in uriger und gemütlicher Atmosphäre alte Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe und viele Stände erwartet. Angefangen vom Holzschuhmachen über Besenbinden bis hin zum Korbflechten wird dabei sicher für jeden am alten Handwerk Interessierten etwas dabei sein. Spinnräder drehen sich, Schnupftabak wird gerieben und auch die hohe Kunst des „Klöppelns“ kann man an diesem Tage hautnah miterleben.Den ganzen Nachmittag über sorgen verschiedene Auftritte der Blasmusik, der „Reisigen“ (Männergesangverein Spiegelau), sowie die Marionettenshow der „Schlampuzen“ für Kurzweil. Für die Kinder ist im „Pandurenlager“ ebenfalls wieder für Unterhaltung gesorgt, und für die ganz Kleinen gibt es im Pandurenzelt wieder ein Kasperltheater und lustige Geschichten.
Bestens bewährt und sicherlich auch heuer wieder einen Besuch wert ist außerdem der zwischenzeitlich auch schon traditionelle Panduren-Flohmarkt, der auf den Parkterrassen in Richtung Pfarrer-Schweikl-Straße stattfindet.
Und wer eventuell noch ein Mitbringsel von einem der zahlreichen Stände mit nach Hause nehmen möchte, kann dies am besten in einer eigens zum Fest aufgelegten Pandurentasche (Leinentasche) verstauen, die in fast allen Geschäften in Spiegelau erhältlich ist, und wird somit das ganze Jahr über an Pandurenfest erinnert, das diesmal wieder unter der Schirmherrschaft von Ehrenvorsitzendem Franz Joseph Ulschmid aus Waldmünchen steht.


Grafenauer Anzeiger vom 6.7.2006

Erstveröffentlichung im Schnapsmuseum
Kunstausstellung mit Hildegard Ruthardt , Martha Braumandl und Gisela Mück.
Spiegelau (hr). Unter dem Thema „Gemeinsame Erstveröffentlichung“ startet die Ausstellung von Bildern der Künstlerinnen Gisela Mück, Martha Braumandl und Hildegard Ruthardt im Schnapsmuseum in Spiegelau. Das Museums-Team mit Martina Stöckl und Daniela Moser kann somit für die nächsten Wochen wieder einmal Künstlerinnen aus der Region präsentieren.
Neben verschiedenen Motiven präsentiert Gisela Mück (Grafenau) ihr Lieblingsbild, einer Landschaft bei Sevilla. Die Vorlage für dieses Motiv entstand nach einer langen Autofahrt in den frühen Morgenstunden. Fasziniert vom Anblick der in der warmen Morgensonne liegenden Naturlandschaft prägte sie sich diese ein und hat sie im heimischen Atelier aus dem Gedächtnis in Aquarell nachgemalt.
Warme Farben wie Gelb, Orange und sehr helles Braun stehen bei Gisela Mück im Vordergrund und bilden die Grundlage nahezu jeden Bildes. Die aus Arfenreuth stammende und in Grafenau wohnende Künstlerin, Mutter von drei Kindern, liebt die Aquarelltechnik und bevorzugt als Motive Landschaften und Blumen. Malerische Dokumentation heimatlicher Motive wie der Waldgegend von Rachel und Lusen gehören zu ihren künstlerischen Zielen.
Die aus Grafenhütt stammende Martha Braumandl präsentiert neben Gemälden in Öl und Acryl ihr Lieblingsbild in Aquarell. Es ist das alte Wohnhaus ihrer Malfreundin Gisela Mück in Arfenreuth. Dieses heute nicht mehr existierende Haus hat sie vom ersten Anblick an inspiriert, mit viel Arbeit und Korrekturen hat sie die Existenz und das Leben des Hauses im Bild erhalten. Wie Martha Braumandl selbst sagt, ist sie von der Hinterglasmalerei zum Aquarell gekommen. Sie liebt die Landschaftsmalerei, zum Stilleben fühlt sie sich nicht hingezogen, kleine Bilder bevorzugt sie vor übergroßen Gemälden.
Ihre Anstöße und Motive sucht und fotografiert sie bei täglichen Wanderungen nicht nur in der Natur der näheren Grafenauer Umgebung sondern auch im Nationalparkgebiet des Rachels und des Lusens. Neben ihrem zweiten Hobby, dem Schießen mit dem Luftgewehr bei den Gemütlichkeitsschützen in Bärnstein, plant sie ein Bild der Kapelle zum Brudersbrunn.
Die in Großarmschlag wohnende Künstlerin Hildegard Ruthardt arbeitet gerne mit Öl, Kohle und Kreide, am liebsten jedoch verwendet sie ihren Aquarell-Farbkasten. Mit dieser Technik kann sie am ehesten ihre Vorstellungen verwirklichen. So entstand auch ihr Lieblingsbild einer typischen Darstellung der Toskana mit warmer Darstellung von Bäumen, Landschaft und einem Bauernhaus. Mit vielseitigen Motiven aus dem Bereich der Blumenwelt, Landschaften und Aktgemälden ergänzt sie die Ausstellung.
Die Ausstellung ist im Schnapsmuseum noch bis Ende September zu sehen.

Grafenauer Anzeiger vom 12.5.2006

„Tschernobyl ist noch immer nicht vorbei“
Evangelische und katholische Kirche, Nationalparkverwaltung und Bund Naturschutz erinnern an Reaktorunfall 1986
Spiegelau (ul). 20 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl gedachten am Mittwochabend in einem ökumenischen Gottesdienst im Spiegelauer Kurpark die evangelische und katholische Kirche, die Nationalparkverwaltung und der Bund Naturschutz der Opfer des GAUs in dem ukrainischen Atomkraftwerk.
„Schlof ned ei“, das wachrüttelnde Lied von Otto Öllinger und seinen Freunden Fredi Resch und Sepp Scholz zur aktuellen Bedrohung durch das AKW Temelin, leitete nicht zufällig den Gottesdienst ein. „Tschernobyl ist noch nicht vorbei“, betonten die Redner Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner, Gerhard Albrecht, 2. Vorsitzender des Bund Naturschutz Passau, Dekanin Dr. Edda Weise und Pfarrer Heinrich Blömecke vom Umweltreferat des Diözesanrates.
Ortspfarrer Hubert Gerstl begrüßte zur Gedenkfeier seinen evangelischen Amtskollegen Friedemann Kohler, Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, Dekan Heinrich Erhart, Bürgermeister Josef Luksch und 3. Landrat Helmut Behringer und sprach von der tödlichen und segensreichen Wirkung von Strahlung.
An den strahlend schönen 26. April 1986, den die Wolke von Tschernobyl so nachhaltig trübte, erinnerte sich Nationalparkchef Sinner. Durch die giftige Ladung, die auf den Bayerischen Wald niederging, sei das Gebiet noch heute höchst belastet.
An die „verehrte Trauergemeinde“ wandte sich Albrecht. Die direkten und indirekten Opfer von Tschernobyl seien Mahnung dafür, dass der Mensch die Atomkraft nicht beherrsche. Aber Atomkraft verlange absolute Fehlerfreiheit, deshalb könne 100 Kilometer entfernt von Ohu und Temelin und 20 Kilometer von einem möglichen Atommüllendlager in Saldenburg nur der Ausstieg aus der Atomenergie die Lösung sein, so der stv. BN-Vorsitzende.
„Christen müssen für das Leben eintreten und ein Umdenken einfordern. Wir müssen gute Haushalter unserer Erde sein“, verlangte Dekanin Dr. Weise eine „Technik mit Maß und Ziel“.
Nach Pfarrer Blömecke sei die „Natur ein Geschenk an uns Menschen und kein Produktionsstandort“. Deshalb müsse weitblickend mit ihr umgegangen werden. „Nicht das Profitdenken darf im Vordergrund stehen, sondern die langfristige Entscheidung.“
Die Feier gestalteten musikalisch der Kirchen- und Kinderchor Spiegelau und die Klingenbrunner Blechbläser. Die Kollekte ist für krebskranke Kinder im Krankenhaus Kiew.


Grafenauer Anzeiger vom 10.5.2006

Spiegelau verliert zum Herbst seine Hauptschule
Luksch: Umsprengelungsantrag nicht berücksichtigt  
von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Würfel im Schulstreit zwischen Spiegelau, St. Oswald-Riedlhütte und Neuschönau sind gefallen: Nach Mitteilung von Leitendem Regierungsschuldirektor Kurt Neudert Anfang der Woche an die Gemeinden werden zum Schuljahr 2006/2007 die Volksschulen Neuschönau, Riedlhütte und Spiegelau als Grund- und Hauptschulen aufgelöst. Es wird je eine Grundschule (Klassen 1 bis 4) in Neuschönau und in Spiegelau errichtet.
Der Sprengel der künftigen Grundschule Spiegelau umfasst die Gemeinde Spiegelau, die Orte Riedlhütte, Pronfelden und Reichenberg der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte sowie aus Eppenschlag die Orte Daxberg, Kohlstatt, Kraftmühle, Raumreuth, Reinhardsschlag, Waldeck und Wolfertschlag.
Als Grund für ihre Entscheidung zur Auflösung der Hauptschule in Spiegelau gibt die Regierung an, dass die Schule im kommenden Schuljahr voraussichtlich keine 7. und 8. Klassen hätte bilden können. So könne die gesetzliche Vorgabe, wonach die Hauptschule alle Jahrgangsstufen von 5 bis 9 anbieten müsse, nicht mehr erfüllt werden.
Die drei Gemeinden und der genannte Teil der Gemeinde Eppenschlag sollen zu einem gemeinsamen Hauptschulsprengel zusammengefasst werden. Im Gegenzug werden die künftigen Grundschulen Spiegelau und Neuschönau durch Teilbereiche aus der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte verstärkt. „Mit dieser Konzeption können mittelfristig drei Schulorte in den Gemeinden erhalten werden“, heißt es in dem Brief.
Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch erstaunte die schnelle Entscheidung der Regierung. „Wir haben am 4. Mai unseren Gemeinderatsbeschluss gefaxt (wir berichteten) und am gleichen Tag ist dieser Brief geschrieben worden. Unbeantwortet bleibt unser Antrag auf Umsprengelung der Hauptschule Spiegelau in die Propst-Seyberer-Schule Grafenau. Da werde ich bei Herrn Neudert nochmals nachfragen. “


Grafenauer Anzeiger vom 8.5.2006

Klingenbrunn vertritt Ghanas Farben
E-Jugend des TSV Klingenbrunn spielt bei der Mini-WM in Osterhofen für den afrikanischen WM-Neuling - von Franz Stockinger
Klingenbrunn. Unglaublicher Jubel herrschte nach der Auslosung zur Mini-WM bei der Fußballjugend in Klingenbrunn, aber auch bei den Verantwortlichen des TSV, bei Bürgermeister Josef Luksch, Schulleiter Karl-Heinz Reimeier und ganz besonders bei Pfarrer Johann Pöppel, als feststand, dass die E-Jugend das Turnier mitbestreiten darf, das Bayern 1 und der Bayerische Fußballverband gemeinsam für bayerische Jungfußballer ausrichten werden.
„Katsche“ Schwarzenbeck, der legendäre Vorstopper des FC Bayern München und der Nationalelf, hatte den Klingenbrunnern das Glückslos beschert. Sogleich traf man sich zum Mannschaftsfoto - und das natürlich mit der Nationalflagge von Ghana, denn dieses Land vertreten die Spieler bei der Vorrunde, die in Osterhofen am 27. Mai ab 15 Uhr im Stadtstadion ausgetragen wird.
Mit dem Mannschafts-Bild will man sich bei „Katsche“ Schwarzenbeck bedanken, damit er auch sehen kann, wen er aus der Lostrommel gezogen hat.
Trainer Josef Kaufmann war außer sich vor Freude, hatten sich doch über 800 E-Jugendmannschaften für das Turnier gemeldet und „ausgerecht unser Verein kommt zum Zug, da wir seit drei Jahren ganz intensiv einen Neuanfang mit unserer Jugend betreiben und so scheint es, dass wir für diese Arbeit belohnt wurden. Ich freue mich riesig für die Spieler der E-Jugend, bedauere aber gleichzeitig, dass nicht alle Jugendmannschaften des TSV dabei sein können,“ so seine Botschaft, die er innerhalb kürzester Zeit bei seinen Freunden verbreitet hatte.
Einen Nebeneffekt als Beitrag zur Allgemeinbildung hat diese Auslosung für die Jugendlichen obendrein. An der Info-Tafel des Vereinsheimes hängt bereits die Landkarte von Ghana, und sie wissen bereits, dass Accra, die Landeshauptstadt 5050 km vom Frankfurter Flughafen entfernt liegt, und der beste Fußballspieler dieses Landes Sammy Kuffour heißt, der lang beim FC Bayern gespielt hat.
Weiteres Interessante und Wissenswerte über dieses Land werden sich die Jungfußballer sicher über das Internet besorgen. „Ghana ist bei der WM sicherlich Außenseiter und unsere Jungfußballer sehe ich in derselben Rolle,“ sagte Eduard Wilhelm, der Vorstand des TSV Klingenbrunn, als er die Erfolgsaussichten seiner Mannschaft bewertete. „Hauptsache, wir sind dabei, wenn diese Mini-WM ausgetragen wird“, freute sich Kurt Moser jun., der in München in unmittelbarer Nachbarschaft zu Schwarzenbeck in einem Versicherungsbüro arbeitet. „Eine ganz tolle Sache ist das, und dabei denke ich in erster Linie an die Jugendspieler, aber auch an die verantwortlichen Betreuer und nicht zuletzt an unsere Gemeindebürger, die sicher alle für ein gutes Abschneiden bei diesem Turnier die Daumen drücken,“ äußerte sich Bürgermeister Josef Luksch.
Schulleiter Karl-Heinz Reimeier zeigte sich überrascht und so erfreut, dass er die Glücksbotschaft spontan in der 3. und 4. Klasse, wo die Spieler der E-Jugend die Schulbank drücken, verkündete. Beim Elterngespräch für die Erstkommunikanten konnte Pfarrer Johann Pöppel am Abend zwar keine Neuigkeit mehr verkünden, aber er strahlte über das ganze Gesicht, als er meinte, „a schöne G’schicht is des für die Klingenbrunner und i g’frei mi riesig für die Buam“.
Mit einem lachenden und weinenden Auge kommentierte indes Josef Kaufmann, der Trainer, das Losglück: „Ich konnte unser Glück kaum glauben. Gleichzeitig erfüllte mich auch etwas Wehmut, weil ich weiß, dass außer den elf Glücklichen noch einige Spieler in unserer Jugend berechtigt und befähigt wären, bei der Mini-WM mitzumachen. Ich darf jedoch nur elf Spieler für das Turnier benennen. Aber auch das ist Sport und hier wird deutlich, dass Charakter, Rücksichtnahme und Fairness nicht bloß schöne Schlagworte sein können, sondern hier klar erlebt und gelebt werden.“

Grafenauer Anzeiger vom 8.5.2006
Nordic Walker bekommen jetzt auch in der Gemeinde Spiegelau ihr eigenes Revier
Am 13. Mai wird der Park eröffnet - Neun Routen von leicht bis schwer - Klassifizierte Einteilung
Spiegelau (ul). Die Touristinformation und die Touristikgemeinschaft Spiegelau-Klingenbrun-Oberkreuzberg haben jetzt auch neun Routen als Nordic-Walking-Strecken ausgewiesen und zu einem „Park“ zusammengefasst. In allen drei Gemeindeteilen sind Startpunkte mit Infotafeln über das Wegenetz, Streckenbeschreibungen, Höhenprofile und Bodenbeschaffenheit (Fußweg, Asphalt, Waldweg) eingerichtet und einige der Routen lassen sich untereinander verbinden. In Spiegelau ist der Start in der Nähe des P+R-Parkplatzes, in Klingenbrunn beim Sportplatz und in Oberkreuzberg beim Dorfplatz. Die Hinweisschilder wurden in Abstimmung mit dem Naturpark konzipiert, bei drei Routen wurden die für die Nationalparkwege üblichen Tier- und Pflanzensymbole übernommen. „Wir haben uns bei der Einstufung der Schwierigkeitsgrade an die Richtlinien von GNFA und INWA, den Nordic-Walking-Verbänden gehalten. So haben wir eine Klassifizierung wie bei den Langlaufloipen“, erklärt Franz Treml, Vorsitzender der Touristikgemeinschaft.
Die meisten Routen sind als mittelschwer eingestuft mit Längen zwischen 6,6 und 10,7 Kilometern. „Leicht“ ist die 2300 Meter lange Übungsroute im Kurpark, ein Rundkurs mit vier Stationen für Einsteiger und zum Aufwärmen. „Schwer“ ist die Tour zum „Wagensonnriegel“ von Klingenbrunn aus - 12,3 Kilometer Länge und steile Anstiege.
Am Samstag, 13. Mai, wird der Nordic-Walking-Park „Walderlebnis Spiegelau“ um 10 Uhr eröffnet. Das Rahmenprogramm bietet Aktionen rund um das Thema Gesundheit, Schnupper-Nordic-Walking-Kurse und Musik im Zelt von der Band „Rainbow“.


Grafenauer Anzeiger vom 6.5.2006

Aus dem Gemeinderat Spiegelau
 Nichts einzuwenden hatte der Gemeinderat gegen das Vorhaben des Gewerbevereins Spiegelau, den Familiensonntag statt im Mai, wie im vergangenen Jahr, heuer auf den 18. Juni zu verschieben. Wann die verkaufsoffenen Sonntage abgehalten werden, ist nicht so wesentlich. Es dürfen nur nicht mehr als vier pro Jahr sein.

Nur als Information gedacht war , dass bei der Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn zahlreiche Anfragen wegen Gemeinde- , Vereins- und Schul-partnerschaften eingegangen seien. „Wir pflegen durch das Pandurenfest intensive Beziehungen mit Waldmünchen, auch ohne offizielle Partnerschaft. Damit sind wir im Moment ziemlich ausgelastet“, begründete Bürgermeister Luksch, warum Spiegelau keine weiteren Partnerschaften brauche.

 Bei der Kleinen Landesgartenschau 2007 in Waldkirchen hätte die Gemeinde die Möglichkeit zur Darstellung - über das Projekt „Himmelsstangen“ mit gläsernen Produkten aus der Kristallglasfabrik und mit Infoständen. „Wir sollten das Angebot schon annehmen, das ist eine verhältnismäßig billige Werbung für unseren Tourismusort“, meinte Gemeinderat Anton Seibold. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, in Kooperation mit der Kristallglasfabrik ein Beteiligungskonzept zu erstellen. Die Kosten dürfen 2000 Euro nicht übersteigen.

 Durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband wurde für die Wasserversorgung Spiegelau die Bilanz für das Haushaltsjahr 2004 erstellt. Die Bilanz schließt mit einer Summe von 2,003 Mio. Euro. Der Jahresverlust von 27 507 Euro hat sich gegenüber dem Jahr 2003 um 5000 Euro verringert. Gründe dafür waren weniger Personalkosten und mehr Abschreibungsmöglichkeiten.

 Luksch informierte, dass von 26. bis 29. Mai das Volksfest in Spiegelau stattfinde. Der Volksfestaufzug beginnt am 26. Mai um 17.30 Uhr mit einem Standkonzert bei der KSS, der Zug formiert sich um 18 Uhr.
Ein großes Ereignis für Spiegelau ist die Priesterweihe von Michael Weny aus der Pfarrer-Schweikl-Straße. Nach der Priesterweihe am Samstag, 24. Juni, im Passauer Dom kommt der Primiziant um 17 Uhr zurück nach Spiegelau, wo er an der Sparkasse empfangen wird und in einem Festzug über die Hauptstraße zur Kirche geleitet wird. Dort ist Dankgottesdienst mit anschließendem Stehempfang.
Am 25. Juni ist um 8.30 Aufstellung der Vereine zum Festzug, um 9 Uhr Abholung des Primizianten vom Elternhaus und Festzug zum Gottesdienst, der um 9.30 Uhr beginnt. Um 11 Uhr bewegt sich der Zug zur Mehrzweckhalle (Mittagessen und Nachmittagsprogramm). Um 17 Uhr ist Dankandacht mit Einzelsegnung.

 Gemeinderat Seibold wollte wissen, wie weit die Vorbereitungen für das Pandurenfest am 3. Juli-Wochenende schon gediehen seien. Luksch berichtete, dass eine Alternative zu den Fechtern gesucht werde, eventuell in Form eines Puppentheaters oder einer Theateraufführung und dass die Teilnahme der Waldmünchner Panduren fraglich sei, weil sie an diesem Wochenende selbst ein großes Fest hätten.

Eine ganze Liste von Schadensmeldungen hatte Gemeinderat Hermann Eisch für Oberkreuzberg: die Ortsdurchfahrt sei katastrophal, die Wanderwegeschilder teilweise nicht mehr lesbar, der Maschendrahtzaun am Kinderspielplatz und die Ruhebänke am Eidechsenweg kaputt. Auch keine Augenweiden seien desolate Lkws in Palmberg, das Jugendzentrum Flash und das Zankl-Haus. Bürgermeister Luksch kündigte an, dass die Gemeindestraßen nach Schäden untersucht und die Dachschäden an öffentlichen Gebäuden aufgenommen werden.

 Luksch dankte herzlich dem treuen Sitzungbesucher und Rama-Dama-Organisator Lothar Sommer, der im vierten Jahr das große Aufräumen in der Gemeinde organisiert hatte. Sommer freute sich, dass sich jedes Jahr mehr Vereine und Institutionen an dem Frühjahrsputz beteiligen würden. Heuer waren es 216.
Er dankte: Sparkasse, Gewerbeverein, KSS Spiegelau, Gemeinde, Aktivsport 2000, Caritas Wohnheim Rotbach, Feuerwehr Spiegelau und FFW-Jugend, EC Rachel Spiegelau, Gemütlichkeitsverein Palmberg, Jugendtreff „Flash“, Ski-Club, Nationalpark Junior Rangers, den Klassen 3 a, 4 b, 5, 7 und 8 der Volksschule, Männergesangsverein Oberkreuzberg, SPD Ortsverband Oberkreuzberg, Spvgg Oberkreuzberg mit ihrer Fußballjugend, Krieger- und Soldatenverein Oberkreuzberg, Schnupferverein Klingenbrunn, Feuerwehr und TSV Klingenbrunn, BRK Jugend und Liederkranz Klingenbrunn. (ul).

Grafenauer Anzeiger vom 16.3.2006

Aus dem Gemeinderat Spiegelau
 
Die vom Spiegelauer Gemeinderat in der Sitzung vom 14. September 2004 erlassene Verordnung über die Pflege von Grundstücken und deren Schutz vor Verwilderung wurde aufgehoben. Der Bayerische Gemeindetag hatte diese Maßnahme zuvor empfohlen. Laut Luksch hat die Gemeinde in Zukunft dennoch die Möglichkeit mittels des Landes Straf- und Verordnungsgesetzes gegen Verwilderungen von Grundstücken im Ortsbereich vorzugehen.

 Nach einer Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung von Niederbayern ist die Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Bayerischer Wald auch ohne die Zustimmung der Gemeinde Spiegelau rechtswirksam. Klagen gegen diesen Beschluss haben laut Bürgermeister Josef Luksch keine Aussicht auf Erfolg.   fri

D’Schwarzachtaler kommen auf DVD
Jahreshauptversammlung - Vereinschronik soll digitalisiert werden
Spiegelau (pnp). Zur Jahreshauptversammlung im Vereinslokal „Cafe Lilo“ versammelten sich vor kurzem die Mitglieder des Trachtenvereins D’Schwarzachtaler Spiegelau.
Nach der Begrüßung durch Vorsitzenden Franz Brunnbauer folgten die Berichte der Schriftführerin über die Aktivitäten des vergangenen Jahres: Maibaumaufstellen, Maiandachten, Fronleichnahmsprozession, Aufmarsch zum Volks- und Pandurenfest, Seminare sowie zahlreiche Aktivitäten für die Kinder. Anschließend zog die Kassiererin Bilanz und verwies auf eine gut gefüllte Kasse. Die Kassenprüfer bescheinigten eine korrekte Aufstellung, woraufhin eine Entlastung der Vorstandschaft erteilt wurde. Die Jugendleiterin kam ebenfalls zu Wort, ehe die Ehrung für „langjährige Schwarzachtaler“ erfolgte. Die Neuwahlen leitete 1. Bürgermeister Josef Luksch: 1. Vorstand ist zukünftig Hilde Herzog, als 2. Vorstand fungiert Marco Lindner. Für die Position der Schriftführerin wurde Christine Barthelmes bestellt. Als Kassier ist Stefan Trauner ernannt. Die neue Jugendleiterin ist Melanie Trs, sowie Zeugwart Max Schinabeck und Vortänzer Wolfgang Schraml. In ihrem abschließenden Bericht verwies die Baumsteftenlenz-Preisträgerin Hilde Herzog auf 127 aktuelle Mitglieder, den Internet-Eintrag auf www.bayerischer-waldgau.de und dass eine Vereins-Chronik auf DVD erarbeitet werden soll.
Schließlich wurden die bevorstehenden Termine angekündigt: 19. März Frühjahrsgauversammlung, nächste Kindertanzprobe am 22. März um 18 Uhr, 23. April das 28. Kinder- und Jugendtreffen in Bayrisch Eisenstein sowie Maibaumaufstellen unter Mithilfe der Ortsvereine.



Grafenauer Anzeiger vom 2.3.2006

„Nachtloipe bringt Schwung nach Spiegelau“
Anlage in Klingenbrunn offiziell eröffnet - Eigenleistung des Skiclubs: 20 000 Euro - Dank an die vielen Sponsoren  
von Franz Stockinger
Klingenbrunn. Wahrlich ein großer Tag für die Liebhaber des Skilanglaufs: In Klingenbrunn ging für sie endlich ein Traum in Erfüllung, die neue Nachtloipe macht jetzt endlich auch Training ohne Sonne möglich. Ein strahlender Sepp Erhard, der 1. Vorstand des SC Spiegelau, konnte zur offiziellen Eröffnung der Loipe seines Vereins - wegen des Schneechaos wurde der erste Termin verschoben - mehrere hundert Zuschauer begrüßen, darunter auch Schirmherrn Landrat Alexander Muthmann sowie Bürgermeister Josef Luksch, zahlreiche Gemeinderäte und viele Sponsoren.
Denn nur das Engagement viele privater Sponsoren haben dieses Projekt, das Erhard schon 1988 erstmals initiierte, nun Wirklichkeit werden lassen - Eder bedankte sich deshalb bei jedem einzelnen Förderer. Einen herzlichen Dank gab es auch für die Grundstücksbesitzer, die Familien Mandl, Augustin und Lippl, die der Nutzung für das Spuren der Loipe nun vertraglich zugestimmt haben. In seinem Dank vergaß Erhard auch seine tüchtigen Vereinskameraden Thomas Hilz, Josef Wanninger und Florian Haben nicht.
Durch die neue Nachtloipe erhofft sich der SC-Vorstand einen Schub für die Nachwuchsarbeit, die Förderung talentierter Kinder, die beim Skiclub oberste Priorität habe. Und dass diese Arbeit Früchte getragen habe, könne man mit einigen Namen dokumentieren. „Mit Sebastian Erhard hatten wir vor zwölf Jahren einen Bayerischen Vizemeister in der Langlaufstaffel, mit Daniel Herzog heuer einen frisch gebackenen Bayerischen Meister in der Schülerklasse, mit Johannes Vogl einen Bayerischen Meister in der Nordischen Kombination und mit Tobias Schreindl einen mehrmaligen niederbayerischen Meister im Crosslauf, Berglauf, Bahnlauf und Bayerischen Meister in der Mannschaftswertung Crosslauf“, listete Erhard auf.
Zum Schluss zitierte er sinngemäß aus der Rede des Landtagspräsidenten Alois Glück beim Neujahrsempfang in Waldkirchen. Glück hatte dort betont, dass alles, was in den Kommunen geplant werde, müsse daraufhin geprüft werden, was es für Familien und Kinder bringe. „Ich sage: Diese Nachtloipe kommt vielen Eltern und Kindern zugute. Sie ist eine sinnvolle Investition. Sie bringt Leben und Schwung in unsere Gemeinde und macht unser Dorf Klingenbrunn ein Stück lebens- und liebenswerter.“
Landrat Alexander Muthmann, selbst ein begeisterter Ausdauersportler, habe die Schirmherrschaft für die neue Anlage sehr gerne übernommen, sagte der Landrat in seinem Grußwort. Aber schon vorher sei ihm der Zuschuss vom Landkreis von der Intention her leicht gefallen, da in Klingenbrunn ein Projekt unterstützt werde, das der sportlichen Ertüchtigung und somit der Gesundheit der Landkreisbewohner diene. Bürgermeister Josef Luksch zollte der Vorstandschaft des SC Spiegelau seinen Respekt, der sich hartnäckig für die Nachtloipe eingesetzt und auch nicht locker gelassen habe. Der Bürgermeister wünschte allen Sportlern, die sich auf dem Gelände beim Wettkampf messen, viel Glück und Erfolg für deren sportlichen Ziele.
Zur offiziellen Eröffnung hatte Sparkassen-Direktor Erwin Bumberger noch ein passendes Geschenk dabei - einen Scheck über 2000 Euro. Diesen überreichte er an SC-Vorstand Erhard und freute sich als aktiver Langläufer, dass dieser Betrag allen Sportbegeisterten zugute komme.
Der Langlauf-Nachwuchs zeigte dann in einer von Sepp Erhard kommentierten Liveshow die einzelnen Techniken im Skilanglauf: Klassischer Stil (auch mit Doppelstock-Einsatz) und Skating. Die Zuschauer waren begeistert ob dieser gelungenen Vorführung der Nachwuchsläufer unter Karl Garhammer und Josef Vogl.
16 Mannschaften aus den Ortsvereinen von Klingenbrunn, Oberkreuzberg und Spiegelau kämpften zum Abschluss in einem Langlauf-Wettbewerb mit Hindernissen, den Josef Wanninger organisierte, um den Sieg. Dabei ging es aber in der Hauptsache um die Gaudi. Bei den Kindern siegten die „Unbesiegbaren“ vor dem „Dream Team“, den „FIFA Snowtigers“, dem „Zwergerl Aufstand“, den „Fatimastürmern“, den „Tollen Vier“, den „Wilden Fußballkerlen“, den „Hessensteinschützen“ und den „Schneeblümchen“.
Bei den Erwachsenen war das „Fun Team“ erfolgreich, vor dem „TSV Klingenbrunn“, dem „Lichterkranz Klingenbrunn“, den „MTB-Freunden“, dem „Spättrupp“, der „FFW“, und dem „S Power Team“.
Übrigens: Wer auf der B 85 in Höhe Gumpenreit Richtung Schönberg unterwegs ist, kann von dort aus die Flutlichtanlage in Klingenbrunn ausmachen - natürlich nur, wenn sie eingeschaltet ist.


Grafenauer Anzeiger vom 21.2.2006

Muslime kamen zum Schneeschaufeln
Hilfsorganisation „Humanity First“ bot sich als Arbeitstrupp in Spiegelau an
Spiegelau (ul). „Wir sind da - für Menschen, die Hilfe brauchen.“ Damit stellt sich der Verein „Humanity First Deutschland e.V. “ mit Sitz in Frankfurt im Internet vor. Die humanitäre Organisation mit ihren 500 überwiegend muslimischen Mitgliedern hilft Menschen, die unverschuldet durch Naturkatastrophen oder Kriege in Not geraten sind. Angesichts des Schneechaos in Ostbayern bot der Verein auch hier etwa 40 Gemeinden seine Hilfe beim Beseitigen der weißen Massen an - aber nur die Gemeinde Spiegelau im Bayerischen Wald sagte zu. 22 Muslime zwischen 17 und 25 Jahren schaufelten mit ihrem Vereinsvorsitzenden Mohammad Zubair einen ganzen Tag lang die Dächer der Volksschule und der Mehrzweckhalle frei.
„Am Anfang war uns der Schnee noch etwas fremd, aber es ging immer besser“, gibt Zubair zu. Die Gemeinde mit Bürgermeister Josef Luksch kümmerte sich um die Verpflegung dieser „tollen und fleißigen Leute“ und musste erst einmal umdisponieren. „Wir wollten Schweinebraten und Bier servieren, aber dann gab es Rinderbraten und Spezi“, erzählt Luksch. Dass der Speisesaal auch als Gebetsraum dienen konnte, rechnet Zubair den Spiegelauern sehr hoch an. „Wir haben hier neue Freunde gefunden“, sagt der Vorsitzende, der mit dem Hilfseinsatz auch das Bild der Muslime geraderücken will. „Menschen zu schaden und zu töten, entspricht nicht dem Islam, sondern sie zu retten und ihnen zu helfen.“ Bei einem Fußballspiel mit den Rachel-Lusen-Freizeitkickern im Sommer soll die „Schneeräum-Freundschaft“ gefestigt werden.


Grafenauer Anzeiger vom 16.2.2006


Einer von vielen helfenden Engeln
Spiegelau (mis). Stellvertretend für die vielen Helfer, die im Schnee-Chaos den Durchblick behielten, soll an dieser Stelle Günter Sellmayer (42) für seinen ehrenamtlichen Einsatz gewürdigt werden. Der Nationalpark-Ranger schaufelte in seiner freien Zeit seit Freitag permanent auf anderer Leute Dächern - für sein eigenes hatte er noch keine Zeit. „Das wollte ich heute vom Schnee befreien“, sagte der Oberkreuzberger gestern, „doch dann rief die Gemeinde wieder wegen eines Notfalls an.“ Pikanterweise führte das den mit Seil und Klettergurt ausgerüsteten Ranger zum Nationalpark-Kritiker Dr. Guntram Dürrschmidt - beim Arzt hatte geschmolzener Schnee am Morgen einen Weg ins Haus gefunden. Für Sellmayer indes kein Problem: „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun - wir müssen ja zusammenhelfen.“ Zusammen mit Helmut Koller aus Großarmschlag, der mit seiner Drehleiter den Ranger aufs Dach brachte und ihn dort sicherte, räumte Sellmayer die weißen Berge weg - der Hausbesitzer verfolgte das Geschehen am Boden und dankte ihm anschließend. Und: Spätestens im Sommer gibt’s ein Wiedersehen der Beiden: Sellmayer will Dürrschmidt dann die Schönheiten im Nationalpark zeigen.

Grafenauer Anzeiger vom 23.1.2006

Aus dem Gemeinderat Spiegelau
Bei der Bürgerversammlung in Spiegelau hatte Franz Treml jun. beantragt, einen Kontrolleur einzustellen, der darauf achte, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner nicht frei laufen lassen und die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigten. „Wegen ein paar Unvernünftiger einen Kontrolleur einstellen? Da gibt es wirklich Wichtigeres“, meinte dazu Gemeinderat Siegfried Klante. Ihm selbst seien beim Gassigehen mit seinem Hund im Kurpark noch keine frei laufenden Hunde untergekommen. Und wenn, dann sollen die, die sich daran stören, ruhig die Hundebesitzer darauf ansprechen und Zivilcourage beweisen. Einstimmig lehnte der Gemeinderat den Antrag auf einen Hundekontrolleur ab.
Ein weiterer Antrag bei der Bürgerversammlung in Klingenbrunn war, die Schule früher beginnen zu lassen. Die ersten Schüler seien bereits um 7.10 Uhr im Schulgebäude, der Unterricht beginne erst um kurz vor acht Uhr. Für diese Zeit sei eine Aufsicht nötig. In der Schulverbandssitzung mit Eppenschlag soll über diesen Vorschlag diskutiert werden, kündigte Bürgermeister Josef Luksch an.
Die „Villa H2O“, der Hochbehälter Klingenbrunn, braucht für die UV-Licht-Bestrahlung einen permanenten Stromanschluss. Die Netzherstellung darf nur die EON Bayern erledigen. Ein erstes Angebot, bei dem auch der Finkenweg und die Staatsstraße mit verkabelt werden sollen, belief sich auf 24 000 Euro - „zuviel“ urteilte die Gemeindeverwaltung. Ein neues Angebot - nur für den Stromanschluss des Hochbehälters - weist jetzt 18 631 Euro brutto aus. Es wurde einstimmig vom Gemeinderat angenommen.
Der Caritasverband der Diözese plant heuer für den Spiegelauer Kindergarten St. Johannes der Täufer Investitionen von 2350 Euro. Nach der abgeschlossenen Vereinbarung hat sich die Gemeinde mit 60 % der Kosten, also 1410 Euro, daran zu beteiligen.
Nach dem Desaster von Bad Reichenhall wollte Gemeinderat Erhard Wawrzek wissen, ob die Dachkonstruktionen der öffentlichen Gebäude in der Gemeinde auf Stabilität überprüft würden. Luksch sagte, dass er selbst alle per Sichtkontrolle getestet habe und die Schneehöhe nicht zu Bedenken Anlass gegeben hätte. Außerdem seien die Leimbinder in den Spiegelauer Hallen aus Vollholz und nicht nur Hohlkammerprofile wie in der Reichenhaller Eishalle.
Im Protokoll der letzten Gemeinderatssitzung mit Ltd. Forstdirektor Karl Friedrich Sinner vermissten Wawrzek im Namen seinen Fraktionskollegen Ludwig Schopf und Gemeinderat Hermann Eisch zwei Äußerungen, die sie zum zerstörten Schneiderweiher-Biotop und zu Schutzzonen gemacht hätten. Sie werden von der Verwaltung nachgetragen.
Bereits seit Beginn der 60-er Jahre besteht der Bebauungsplan für „Oberes Hochfeld-Braungarten“. Damals war der Bau eines riesigen Hotels vorgesehen gewesen, dann mal eine Feriensiedlung, nun soll daraus ein allgemeines Wohngebiet werden. Über die Änderung des Bebauungsplanes musste der Gemeinderat jetzt abstimmen.
„Die Gemeinde hat keine Schuld, dass die Pläne so lange in der Schublade schlummerten“, machte der Bürgermeister mit Blick auf die 40 Jahre „Planungszeit“ aufmerksam. Eine insgesamt verfahrene Situation mit unklaren Eigentumsverhältnissen und fehlenden Ansprechpartnern hätte das Verfahren so lange herausgezögert. Die Grundsatzbeschlüsse für dieses Verfahren stammten aus den Jahren 1998 bis 2000. Die Bürgerbeteiligung wurde durchgeführt und die Träger öffentlicher Belange informiert. Über deren Vorschläge und Bedenken beriet das Gremium und beauftragte das zuständige Architekturbüro, die Änderungen in den Plan einzuarbeiten. (ul)

Ungepflegte Loipen und Räummuffel:
Räte sorgen sich um Spiegelaus Image Befürchtung: Langläufer wandern ab
von Ursula Langesee
Spiegelau. „Wir haben keine Skilifte mehr, keine Eisbahn, uns bleiben nur die Loipen als Winterangebot für unsere Gäste. Deshalb sollten wir besser darauf achten“, regte 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß die Diskussion an.
Ein Loipenspurgerät, das immer wieder wegen der unterschiedlichsten Defekte ausfiel und personelle Schwierigkeiten hätten gerade in der Hochsaison über die Weihnachtsfeiertage dazu geführt, dass die über 300 Kilometer Loipen in und um die Gemeinde nicht „bestens präpariert“ waren, wie sie auf der Homepage angepriesen werden. „Die Loipen müssen höchste Priorität haben, sonst schaden wir uns selbst“, merkte auch Erhard Wawrzek an.
2. Bürgermeister Kurt Zettl kreidete an, dass für das kaputte Loipenspurgerät in der ganzen Zeit kein Ersatz gefunden wurde. „Viele Langläufer sind ins Langlaufzentrum Rosenau ausgewichen und fanden dort beste Bedingungen vor. Wir müssen uns nicht wundern, wenn diese Urlauber das nächste Mal gleich ein Quartier bei Rosenau suchen.“
Peter Hinterberger zweifelte gar, ob die Spiegelauer ihre Loipen überhaupt wollen. „Zur neuen Nachtloipe an der Fatima-Kapelle weist bis heute kein Schild“, kritisierte er. Harald Frank schlug vor, im Loipennetz Schwerpunkte zu setzen, um weniger Kilometer besser pflegen zu können.
Auch keine Werbung und zudem gefährlich seien ungeräumte Bürgersteige und Schnee, der ohne Rücksicht auf Passanten und Autos von Dächern geschaufelt werde. „Vom alten Friedhof bis zur Schule sind die Wege mal passierbar, mal nicht. Dann müssen die Schulkinder auf die Straße ausweichen“, schildert Siegfried Klante die gefährliche Situation. Es seien immer die gleichen Kandidaten, die sich ihrer Räum- und Streupflicht entziehen würden.
„Wir haben in letzter Zeit verstärkt Bürger angeschrieben“, erklärten Bürgermeister Josef Luksch und Geschäftsleiter Josef Schreiner. „Aber das geht nicht schnell genug. Es müssen kürzere Fristen her wie bei einer Abmahnung. Denn es ist Gefahr im Verzug und da muss eine Ersatzvornahme, wenn der Hausbesitzer nicht unverzüglich reagiert und räumt, auch rasch vorgenommen werden können“, drängte Wawrzek. „Wer einmal für den Räumdienst zahlen muss, der merkt es sich vielleicht“, hofft der Gemeinderat.
Ein stärkeres Durchgreifen der Gemeinde bei Räummuffeln hält auch Zettl für notwendig. „Sonst sind die, die immer brav räumen, die Dummen.“
 

 

 

 

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