Was über Spiegelau in der Zeitung steht
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Grafenauer Anzeiger vom 14. Dezember 2007
Bürgermeister bleibt weiter Beamter auf Zeit
Spiegelauer Gemeinderat ändert nicht den Status des Rathaus-Chefs - „Unkraut“ filmt im Naturfreibad
von Hermann Haydn
Spiegelau. Nächstes Jahr soll das neue Spiegelauer Freibad eröffnet werden. Der Gemeinderat diskutierte jetzt schon mal über Zeiten und Kosten für das kühle Nass mit dem besonderem Umweltfaktor. Außerdem ging es um die Stellung des 1. Bürgermeisters nach der nächsten Wahl. An seinem Status ändert sich nichts, er bleib hauptamtlich, also Beamter auf Zeit.
Die Gemeinderätin Elke Proßer-Greß hatte sich mit Kollegen bei vergleichbaren Freibädern informiert und berichtete darüber, wie es mit Eintrittszeiten und Entgelten beispielsweise in Grafenau oder Schönberg aussieht. Nach längerer Diskussion um Fünferlpreise, Behinderten-Rabatte, Frühschwimmer-Zeiten und Abendkarten soll nun eine Satzung erstellt werden. Größenordnungsmäßig soll sich der Eintritt für Kinder und Jugendliche bei 1,70 Euro, für Erwachsene bei 2,60 Euro bewegen. Es soll ab 17 Uhr möglich sein, zu günstigen Tarifen noch schnell mal ein paar Runden schwimmen zu können.
Morgens soll unbürokratisch für Frühschwimmer das Tor offen sein, und auch Behinderte erhalten entsprechende Rabatte. Die Öffnungszeiten werden etwa von 9 bis 19 Uhr angepeilt und können bei entsprechender Hitze ausgedehnt werden. Angedacht ist auch, dass als Dankeschön für die Geduld der Bevölkerung die Saisonkarten 2008 bis zur Bad-Eröffnung noch zum alten Preis aus den Vorjahren erhältlich sein soll.
Auch Schirme und Liegen soll es gegen Entgelt oder Pfand geben. Eine Beschattung für das Kinderbecken wurde für gut befunden, und der Kiosk nebst Minigolfbahn könnte auch von einem gewerblichen Betreiber geführt werden, so sich ein geeigneter Bewerber findet. Ansonsten geht Bürgermeister Josef Luksch davon aus, dass pünktlich in die Badesaison gestartet werden kann und auch die Naturbadanlage völlig chemiefrei funktionieren wird. Selbst die Umweltsendung „Unkraut“ habe sich schon für eine Reportage angesagt, und diese Besonderheit solle auch entsprechend vermarktet werden.
Zur Klärung stand auf Anfrage von Erhard Wawrzek an, ob der künftige 1. Bürgermeister wieder ehrenamtlich beauftragt werden könnte, würde dies seiner Meinung nach doch viel Geld sparen. Bürgermeister Luksch bezweifelte dies. Bei entsprechenden Arbeitsstunden und einer fairen Entlohnung würde auch der in ähnlicher Höhe bezahlt werden müssen, oder einfach nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Daran ändere auch nichts, wenn sich Wawrzek darauf berief, was in der Gemeindeordnung steht. Danach müsse auch dieser sich mit voller Kraft einsetzen - auch ehrenamtlich.
Dass sich Spiegelau mit so einer Regelung lächerlich machen würde, wenn selbst kleinere Gemeinden es sich leisten, ihren Bürgermeister als Beamten auf Zeit nötige Handlungsspielräume zu ermöglichen, sahen jedoch auch alle anderen Ratsmitglieder als gegeben. Der nächste Rathaus-Chef wird also hauptamtlich tätig sein - wie bisher.
Warum soll ein Stromanschluss für den neuen Festplatz neu Geld kosten, wenn doch am ehemaligen Sägewerk ohnehin einer da gewesen sein müsse?, so die Anfrage der Freien Wähler. Das Angebot der E.ON bezog sich jedoch nicht auf die Zuleitung, sondern auf die verschiedene Technik von Trafostation bis Verteilung und Zähler, die an so einem Platz nötig werden. Alte Technik war abgebaut worden und wäre eventuell auch gar nicht weiter verwendbar gewesen, so der Bürgermeister.
Der Golfplatz am Nationalpark hatte bereits zweimal angefragt, ob sich die Gemeinde mit Bürgschaft und Betreiber-Beteiligung finanziell engagieren könnte. Ein Rückangebot aus Spiegelau, jeweils die Hälfte des Gewünschten tragen zu können, war jedoch nicht beantwortet worden. Neue Gespräche sollen geführt werden, um das von den Gemeindefinanzen Mögliche und aus touristischer Sicht Sinnvolle heraus zu finden.
Eine gemeinsame Fahrt im Januar soll zu Industrie- und Gewerbegebieten führen, um dem Gemeinderat Informationen zu bieten, wie andere Kommunen diese für Investoren interessant machen. Das Metzgerland Wawrzek will hier sponsernd tätig werden. Als Ziele sind Osterhofen und Vilshofen angepeilt.
Unter „Anfragen“ gab es einen Hinweis von Elke Proßer-Greß, dass sowohl von älteren Jugendlichen als auch Eltern in Schulnähe und sogar in Bussen geraucht würde. Ein besseres Beispiel gegenüber den Kleineren möge hier angemahnt werden.
Unklarheit gab es auf eine Anfrage von Siegfried Klante bezüglich einer Aussage von Günther Keilwerth von der Regierung von Niederbayern, ob ein Gerät, das Wanderwege pflegt, aber nebenbei auch für Loipenspurung und Skaterpisten verwendet werden könnte, noch bezuschusst werden könnte.
Bürgermeister Luksch sah diese Aussage anders und stimmte dagegen. Es sei ein Versuch, jetzt noch schnell aus einer unklaren Aussage Kapital für einen Kauf zu schlagen, die entweder gar nicht zusätzlich benötigt würde oder so wie gewünscht nicht förderbar wäre. Dennoch stimmte der Rest der Räte dafür, der Aussage mit Förder-Wunsch nachzugehen, bevor Günther Keilwerth im Frühjahr aus seinem Amt scheidet.


Grafenauer Anzeiger vom 23. November 2007

Märchenbilder und meisterhaftes Glas / Susanne Zuda und Michael Schreiner stellen aus
Spiegelau. Mehr als gelungen war der Auftakt der Ausstellung „Faunus & Floria“ in der Tourist-Info: Weit mehr als 70 Gäste waren gekommen, um die Werke von Susanne Zuda und Michael Schreiner zu bewundern. Obwohl es sich um zwei vollkommen unterschiedliche Künstler mit verschiedenen Ausdrucksformen handelt, ergänzen sich die Bilder von Susanne Zuda und die Glasobjekte von Michael Schreiner optimal. „Ein Märchenhaus mit all den bunten Farben, den unterschiedlichsten und wohltuenden Formen und Gestalten“, beschrieb Laudator Karl Heinz Reimeier das Zuhause von Susanne Zuda und Michael Schreiner. Dieser Hort an Kreativität bringe den Betrachter dazu, in die Bilder und Objekte hinein zu hören. Zwar sind die Arbeiten höchst unterschiedlich, aber zu spüren sei bei beiden das große handwerkliche Können. Aus den Bildern von Susanne Zuda spricht die Liebe zur Natur und die Liebe zu Tieren, die wie in Fabeln oft für den Menschen stehen. „Sie übergibt ihr Innerstes an die Tiere als Fabelwesen, die es schon bei den alten griechischen Schriftstellern gab, wo die handelnden und sprechenden Tiere menschliche Fähigkeiten, aber auch menschliche Unzulänglichkeiten ausdrücken“, so Reimeier. Michael Schreiner ist mit Glas aufgewachsen. So war es für ihn nur ein logischer Schritt, die Ausbildung zum Glasgraveur und -designer an der Glasfachschule in Zwiesel zu machen. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Werbegrafiker. Vor einigen Jahren kehrte die Leidenschaft für die künstlerische Arbeit mit Glas zurück. Im Laufe der Zeit habe Michael Schreiner es geschafft, mit dem Glas so umgehen zu dürfen, wie er allein es will. Zu sehen sind in der Spiegelauer Tourist-Info Aquarellzeichnungen und Glasarbeiten in Hochschnitttechnik.   so


Grafenauer Anzeiger vom 17. November 2007

Rachel-Wirt im Höhenrausch - Eibl macht weiter . Neuer Pächter des Waldschmidthauses hat Vertrag um fünf Jahre verlängert - Großes Medienecho und positive Resonanz  von Michael Witte
Spiegelau. 210 Tage als Hüttenwirt auf dem Rachel: Kurt Eibl, der neue Pächter des Waldschmidthauses, zieht nach seiner ersten Saison auf dem Lieblingsberg der Deutschen eine fast rundum positive Bilanz. Viele Gäste, harmonische Zusammenarbeit mit Nationalpark, Bergwacht und Wald-Verein, ein grandioses Medien-Echo - diese Gründe haben ihn schon im Herbst dazu bewegt, den Pacht-Vertrag mit Inhaber Hans Genosko um fünf Jahre zu verlängern.
Aber wo viel Licht, ist auch Schatten, Selbstversorger passen dem Gastwirt nicht unbedingt ins Konzept. Aber weil Eibl auf dem Rachel weiter hoch hinaus will, wird er sich um diese Wehwehchen kümmern, um das Problem in konstruktiven Gesprächen mit allen Beteiligten zu lösen.
Das Waldschmidthaus ist zwar seit dem 4. November geschlossen, Eibl ist dennoch präsent. Via Mailbox teilt er potenziellen Gästen mit, dass noch in den Sternen stünde, ob das Haus erstmals nach langer Zeit wieder zwischen Weihnachten und Neujahr öffnen würde. Die Schneemassen auf dem Berg machen dem Wirt derzeit da noch einen Strich durch die Rechnung, „aber entschieden ist die Sache noch nicht“, sagt Eibl.
Der Hausinger, der auch in Pfarrkirchen eine Tankstelle betreibt, schwärmt von den tollen Tagen auf dem Berg, wenngleich er zugibt, dass er und seine Freundin Carolin Jungbauer zum Schluss die Tage gezählt haben. Aber nach 210 Tagen ohne einziges freies Wochenende, eigentlich ohne einen einzig richtig freien Tag, „dürfen wir uns jetzt auch auf unsere Freizeit freuen, regenerieren“.
Denn: Die Gäste rannten dem Paar sehr oft die Bude ein, an den Wochenenden wurden die 18 bis 26 Betten - je nachdem, wie viele Matratzen im Bettenlager ausgelegt wurden - mit Menschen gut gefüllt. Und im September hätte der Hüttenwirt von Freitag bis Sonntag auch mit 50 zusätzlichen Betten die Nachfrage nicht stillen können.
Auch für 2008 haben Naturfreunde schon jetzt den Berg gebucht, wobei Eibl zu 90 Prozent Familien und Gruppen in seiner Herberge begrüßt, Wanderer, die dort ihr Haupt niederlegen, machen den deutlich geringeren Teil aus. Den großen Bekanntheitsgrad seiner Hütte kann sich der Hausinger vor allem mit dem positiven Medien-Echo erklären: Das Waldschmidthaus wird als eine von nur vier deutschen Hütten auf der Bayern1-Homepage (Rucksackradio) empfohlen, ein Redakteur verfasste für die Frankfurter Rundschau eine große Reise-Reportage und Mitte Juni gab er zahlreichen wandernden Journalisten einer geführten Pressereise für eine Nacht Quartier.
Aber auch die Mundpropaganda brachte Gäste auf den Berg, nicht nur sein Kaiserschmarrn. Was Kurt Eibl natürlich freut, hatte man ihm dort ein schwieriges erstes Jahr auf dem Rachel vorhergesagt. Aber von Schäden und Unglücken an Haus und Inventar blieb der Hausherr verschont.
Besuch von der Polizei im Streifenwagen bekam er trotzdem, am 1. November. „Wir wollten nur mal sehen, ob wir mit unserem Streifenwagen hier hoch kommen“, sagten ihm die freundlichen Beamten, denn zuvor hatte der Nationalpark den holprigen und nur mit dem Allrad zu befahrenden Weg auf eigene Kosten gerichtet. „Die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark ist top“, lobt der Hüttenwirt die Hüter seines Umfelds.
Auch mit Vertretern von Wald-Verein oder Bergwacht ist die Zusammenarbeit hervorragend. „Die Bergmesse, das war ein Höhepunkt des Jahres“, erinnert sich Eibl. Und auch Besitzer Hans Genosko stand für seinen neuen Pächter allzeit mit Rat und Tat mit Leib’ und Seele zur Seite, „ein Anruf genügte“.
In diesem Sinne soll es im Frühjahr 2008 weitergehen, bis dahin will der Hüttenwirt auch das einzig wirklich echte Problem des Waldschmidthauses lösen: Menschen, die glauben, an den Tischen vor der Hütte ihre eigenen Speisen und Getränke verzehren zu können und dann noch mit dem Satz „Das war 30 Jahre hier so“ auf eine Art Gewohnheitsrecht pochen. „Ich bin kein Biergarten, und in die Dorfwirtschaft nehme ich auch nicht mein eigenes Essen mit“, sagt Eibl dazu. Und: Auf allen Tischen sei dazu ein dezenter Hinweis - in Deutsch und Tschechisch. Wenn Gäste nun den Anstand besäßen und zu einem Getränk von ihm die Wurstsemmel aus dem Rucksack essen, „dann sage ich ja nichts“. Aber beschimpfen lassen als Gastgeber - „das habe ich nicht nötig“.
99,9 Prozent aller Gäste sehen laut Eibl aber ein, dass der Gastwirt auch überleben muss, „die sich beschweren, das sind zwei Hände voll“. Für die hat indes Bürgermeister Josef Meininger aus St. Oswald-Riedlhütte, auch der 2. Vorstand des Wald-Vereins, Sektion Spiegelau großes Verständnis. „Es kann nicht sein, dass Wanderer auf dem Rachel keine Bank und keinen Tisch finden“, sagt Meininger. Doch der 2. Vorstand kann auch Wirt Eibl verstehen, ist froh, dass es auf dem Rachel wieder ein großes Angebot gibt.
Meininger will deshalb mit Eibl und Nationalpark sprechen, „um eine gemeinsame Lösung zu finden“. Kurt Eibl, der Teil-Aussteiger von unten, ist nach diesem für ihn und seine Partnerin so erfolgreichen Jahr in der neuen Höhenlage „jederzeit, gerne und bald“ zu diesem Gespräch bereit.


Grafenauer Anzeiger vom 16. November 2007

Ein Kulturabend mit Lyrik und Kabarett
Dichter Friedrich Brandl und Kabarettistin Tanja Friedl bei den Spiegelauer Kulturtagen
Spiegelau. Vergangenen Montag luden die Spiegelauer Kulturtage zu einem außergewöhnlichem kulturellen Abend in die Aula der Grundschule Spiegelau ein. Friedrich Brandl, der bekannte Schriftsteller und Dichter aus Amberg, und Tanja Friedl, Musikerin und Kabarettistin aus Langdorf, boten gemeinsam ein sehr abwechslungsreiches Programm. Trotz Schneegestöber kamen zahlreiche Kultur-Interessierte nach Spiegelau, was Organisator Karl-Heinz Reimeier sichtlich freute. Für ihn sei der große Anklang in der Bevölkerung ein Zeichen dafür, wie gut sich die im letzten Jahr ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe entwickelt habe.
Im ersten Teil des Abends gehörte die Aufmerksamkeit des Publikums ganz der Lesung von Friedrich Brandl. Er erzählte von seiner lyrischen Wanderung mit den Autoren Bernhard Setzwein und Harald Grill, die sie von Pilsen nach Amberg führte. Seine Gedanken auf diesem Weg verband Brandl geschickt mit eindringlichen Gedichten zu den unterschiedlichsten Themen - von kritischen Werken über die moderne Informationsgesellschaft bis hin zu einfühlsamen Liebesgedichten. Natürlich durften Auszüge aus dem bekannten Gedichtband „Meine Finga in deina Rindn“ nicht fehlen. Schließlich brachten diese eindrucksvollen Zeilen Reimeier auf die Idee den oberpfälzer Autor einzuladen.
Tanja Friedl stellte anschließend einen Ausschnitt aus ihrem Programm „i & sie“ vor. Die Musikerin aus Langdorf spielte bekannte Lieder von Annett Louisan, die dem Orginal täuschend ähnlich waren. Die Lieder und Texte haben es ihr angetan, so die Künstlerin. In ihrem Programm ergänzt sie diese jedoch mit kabarettistischen Erzählungen aus ihrem eigenen Alltag und interpretiert somit Annett Louisan auf eigene Art und Weise. Es geht um Gefühle im Allgemeinen, um Verliebtheit, Eifersucht und Trennung. Alles verpackt in amüsante Geschichten und rhythmische Lieder, die manch einen Zuhörer mitwippen ließen.
Friedrich Brandl rundete die Veranstaltung mit dem zweiten Teil seiner Lesung ab, in der er für das langsame und sorgfältige Betrachten der Dinge sowohl am Wegrand als auch im Leben plädierte. Kreisheimatpfleger Reimeier verabschiedete das Publikum und dankte für die Konzentration: „Wenn man sich konzentriert, hört man zwischenrein - und das tut gut.“
ml



Grafenauer Anzeiger vom 14. November 2007

Eine Eröffnung der leisen Art                                                                                              Foto
Spiegelauer Kulturtage am Sonntag mit „Der alte Wald geht - neuer Wald entsteht“ gestartet
Spiegelau. „Man kann die Spiegelauer Kulturtage mit Pauken und Trompeten eröffnen oder mit Harfen- und Saitenklängen - wir haben uns für die leisen Worte und stillen Bilder entschieden“, sagte Karl-Heinz Reimeier zum Auftakt der Kulturtage am Sonntagabend in der evangelischen Kirche in Spiegelau. Als bewusst „keinen leichten Einstieg“ wollte Reimeier den Abend unter dem Titel „Der alte Wald geht - neuer Wald entsteht“ verstanden wissen und verlangte von den Zuhörern und Zuschauern Geduld. Denn sowohl die Gedanken von ihm und Grafenaus Stadtpfarrer Kajetan Steinbeißer, verknüpft mit Bildern von Gunther Fruth aus Perlesreut ließen über die Natur intensiv nachdenken. Vor allem über die Beziehung des Menschen zum Wald, zu toten Bäumen, zu lebendigen Bäumen.
Steinbeißer forderte in seinem Beitrag zum Nach-Denken auf. „Vielleicht kommt der Mensch beim Nachdenken darauf, dass noch Hoffnung besteht - dass es noch Liebe gibt - und, dass der Glaube doch etwas bringt: Vertrauen, dass Gott der Schöpfer ist und die Menschen Verantwortung die Antwort des Menschen auf das Geschenk Gottes ist, das Denken heißt.“
Gunther Fruth nahm die Zuseher dann mit auf eine Reise in die Wälder um Finsterau, zeigte einfühlsame Momente von einer lebendigen Wildnis, aus verschiedenen Perspektiven, kontrastreich, einprägsam. Dabei zeigten seine schwarz-weiß Fotografien keineswegs nur zwei Pole, sondern auch die Schönheit der Vielfalt in diesem Wald.
Und Reimeier selbst erinnerte an seinen vielen Wanderungen auf die Berge, die ihm unter die Haut gehen und ihn bewegen. „Es bewegt, der Jungwuchs und das Sterben“. Und vielleicht sei deshalb die Sensibilität auf diesem Gebiet sehr hoch. Reimeier hat seine Eindrücke auch künstlerisch verarbeitet, in Texten und Gedichten, die übrigens zusammen mit den Bildern von Fruth in einem Buch erschienen sind. Ein prägnantes Beispiel daraus: „ich spaziere in der nacht zum berg - ich bilde mir ein ich sei auf meinem weg allein bis die weißen gestalten rundherum auf mich einreden - durcheinander zuerst und wirr allmählich aber wachsen worte aus den ästen deutlich verständlich: verweile mensch halt ein deinen schritt und nimm unsere seelen zum berggipfel mit dort gib sie dann frei frei dem nächtlichen wind übergib sie dem leben übergib sie geschwind“.
Zu diesen leisen Tönen passten ideal die ausgesuchten Musikstücke der Familienmusik Wolf aus Klingenbrunn, die zusammen mit Schülern der Spiegelauer Schule den Abend nicht nur musikalisch umrahmte, sondern ihm eine besondere Note verlieh. mis
 
Krönauer an der Spitze
Die Elternbeiratswahlen im Kindergarten St. Johannes
Spiegelau. Die Elternbeiratswahlen im Caritas-Kindergarten St. Johannes der Täufer in Spiegelau fanden in diesem Jahr in einer neuen Form statt. Bei Gruppenelternabenden, die in erster Linie der Information der Eltern dienten und auf denen die Vorhaben der nächsten Zeit vorgestellt wurden, sollten auch Kandidaten für den neuen Kindergartenbeirat geworben werden. Es fanden sich auch einige Elternteile, die sich für die Wahl zur Verfügung stellten. Die Wahl selber fand als Briefwahl statt, bei der ganztägig die Stimmenabgabe erfolgte und an der sich auch viele Eltern beteiligt haben. Bei der Stimmenauszählung wurden folgende Elternvertreter ermittelt: Andrea Döringer, Kathrin Friedl, Petra Hartl, Kurt Hobelsberger, Marion Krönauer, Tanja Schneider und Andrea Scholz. Das Amt der Vorsitzenden übernahm Marion Krönauer, Schriftführerin wurde Kathrin Friedl und die Kasse verwaltet Petra Hartl.
Bei der ersten Beiratssitzung die im Kindergarten statt fand, ging es in erster Linie um die Organisation der nächsten Veranstaltungen, nämlich St. Martin und den Spiegelauer Christkindlmarkt. Bei der Sitzung wurde aber sehr schnell deutlich, dass der Kindergartenbeirat hierin nicht seine Hauptaufgabe sieht, sondern sich auch in die Aktivitäten der Einrichtung einbringen möchte. Die Mitglieder des Beirates hoffen, hierfür auch viele Eltern gewinnen zu können und so die Bindung zu „ihrem“ Kindergarten noch weiter zu stärken. Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens freuen sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.
pnp


Grafenauer Anzeiger vom Samstag, 10. November 2007

...verweile mensch - halt ein deinen schritt ...
Spiegelauer Kulturtage beginnen am Sonntag (19 Uhr) in der evangelischen Kirche mit Betrachtungen zu: „Der alte Wald geht - neuer Wald entsteht“
von Karl-Heinz Reimeier
Spiegelau. Die unübersehbaren und unüberhörbaren Ereignisse der vergangenen Jahre in Sachen „Sterbender Wald“ sind vielen Menschen unter die Haut gegangen, gehen vielen Menschen im erweiterten Nationalparkgebiet heute noch unter die Haut. Viele Gespräche wurden geführt und diese haben den Fotografen Gunther Fruth, Stadtpfarrer Kajetan Steinbeißer und mich immer wieder dazu gebracht, über die Grenzbereiche zwischen Mensch und Natur, über den „Tod im Wald“ nachzudenken, auch mit dem Blick darauf, wie stark und mächtig sich der Mensch gegenüber der Natur vorkommt und wie gering die Schöpfung immer wieder geachtet wird.
Die zeitversetzte Wanderung macht es deutlich: Wir treten ein in den Wald, den wir kennen: Schlagwörter aus den Prospekten kommen uns in den Sinn und Bilder von dunklen Waldwogen, Urwaldriesen, rauschenden Wassern, grünen Wipfeln, Bergseen. Bilder vom „schönen“ Wald, die sich festsetzten und festsitzen, Bilder, mit denen bis heute Werbung für unsere Region betrieben wird.
Plötzlich ist alles anders - mitten auf dem Berg steht der Tod vor uns, greifbar und direkt. So weit das Auge reicht, ist alles - tot! Der Wald ist durchsichtig geworden. Immer wieder schieben sich die lieb gewordenen und vertrauten Wald-Bilder vor dieses dürre Wald-Skelett, möchten die Wirklichkeit verdrängen. Entsetzen pur - und das eigene Leben steht sterbend vor uns.
Nach langem Zögern und Warten, nach langer Besinnung kehrt das Leben in uns zurück - mit all’ seinen Konsequenzen: Der Baum - das bin ich, die Bäume - das sind wir. Und - wir sterben. Leben ist unweigerlich auch Sterben. Das macht uns unruhig - der Spiegel vor unserem Gesicht lacht hämisch. Wir können uns nicht entziehen, wir können vor dem Sterben nicht davonlaufen.
Und mit dem sterbenden Wald stürzen Anschauungen und Bilder in sich zusammen; es fällt der rauschende Wald - es fallen die Bilder uriger Holzhauer - es fallen die Lieder - es fällt die Romantik. Es purzeln aber auch ganz andere Begriffe wie Monokultur, Anpflanzung, Pflanzkolonne, Wirtschaftswald, Gewinnstreben und und und ...
Und nun haben wir zwei Möglichkeiten, uns zu orientieren: Wir können die Schuld irgendwo suchen, auch beim anderen Menschen, oder wir denken nach, gehen der Sache auf den Grund, suchen nach Ursachen, stellen vielleicht sogar Fragen an uns selbst.
Aus dem Sterben wächst die Hoffnung. Und dazu wird ein klein wenig Demut verlangt. Ein Mensch, der vor der Natur auf die Knie geht, sieht diese mit anderen, mit neuen Augen - sieht, wie sich die Natur erneuert, auf ihre Art, unbeeinflusst vom Menschen. Das Wachsen und Erneuern aus dem Gestorbenen ist ein neues Bild, ist eines der hoffnungsvollsten Bilder.
Die Natur wird sich bedanken für ihre wieder gewonnene Freiheit, Pflanzen werden sich hervorwagen, die sich lange zurückgezogen hatten und wir Menschen haben die Möglichkeit, wenn wir wollen, Wunder zu schauen. Und, wer weiß, vielleicht werden wir Menschen irgendwann einmal Freude haben an dieser für uns neuen Art von Natur.


Grafenauer Anzeiger vom Mittwoch, 07. November 2007

Wehr Spiegelau präsentiert musikalischen Herbststrauß
Bundessieger Manuel Wagner aus Grafenau ist mit dabei - eine Videoleinwand sorgt für Übersicht
Spiegelau. Es war im Jahr 2001, als der damalige Fremdenverkehrsverein Spiegelau letztmals seinen „Musikantenstadl“ in der Spiegelauer Mehrzweckhalle durchführte. Am kommenden Samstag präsentiert nun die Freiwillige Feuerwehr Spiegelau dort einen „Bunten musikalischen Herbststrauß“.
Der Kartenvorverkauf in der Tourist-Info Spiegelau, beim Schuhhaus Nachtmann und an der Tankstelle Hilpert in Spiegelau ist mittlerweile schon recht gut angelaufen, da aber in der zur „Music-Hall“ umfunktionierten Mehrzweckhalle rund 500 Personen Platz finden, ist es also auch für Kurzentschlossene kein Problem, an der Veranstaltung teilzunehmen.
So sind z.B. dabei die Original Oberkrainer Freunde um der Spiegelauer Christian Wistl, oder die Stuben- bzw. Familien-Musik Wolf aus Klingenbrunn-Bahnhof. Ein Stimmungs- und Unterhaltungsgarant ist auch die Klingenbrunner Dorfblos’n um ihren musikalischen Leiter Kurt Kufner. Und für etwas leisere Töne und damit Abwechslung im Programm sorgt sicherlich die Birkenfelder Musi aus Grafenau.
Zünftig wird es dann wieder, wenn die Gletscherfetzer unter anderem mit Sepp Scholz sowie die Bayernland Rebellen aus Mauth, bzw. Neuschönau ihre musikalische Visitenkarte abgeben - ein besonderer Höhepunkt des Abends verspricht der Auftritt von Manuel Wagner aus Grafenau zu werden, der mit seinem Akkorden beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den 1. Platz belegte.
Beginn ist am Samstag um 20 Uhr - Einlass in die Halle, bei freier Platzwahl wird ab 19 Uhr gewährt. Aber keine Sorge, auch wenn man nicht unbedingt mehr einen Platz in der „ersten Reihe“ ergattert, der Veranstalter - die Freiwillige Feuerwehr Spiegelau - hat sich auch hier etwas einfallen lassen. Der Abend wird zusätzlich auch auf eine große Videoleinwand neben der Bühne projeziert, so dass man alles genau mitverfolgen kann.   - re


Grafenauer Anzeiger vom Montag, 05. November 2007

Baumsteftenlenz-Preis für zwei Glosarer
Glaskünstler Klaus Büchler und der langjährige Betriebsleiter der Riedlhütter Glashütte Willi Steger als Preisträger
von Harald Sochor
Riedlhütte. Einfach machen sich die Ohetaler die Entscheidung, wer den Heimatpreis bekommt, ganz gewiss nicht. Deshalb genießt dieser Preis auch mittlerweile ein sehr hohes Ansehen, wie die alljährliche Gästeliste zeigt. Auch in diesem Jahr reisten Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet an, um den Ausgezeichneten im bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrheim in Riedlhütte die Ehre zu erweisen. Am vergangenen Freitag erhielten zwei Männer mit „Hüttenstaub zwischen den Zehen“ den Baumsteftenlenz-Heimatpreis des Heimatvereins D’Ohetaler: der Spiegelauer Glaskünstler Klaus Büchler und der langjährige Betriebsleiter der Riedlhütter Glashütte Willi Steger.
Viele Gemeinsamkeiten sah Laudator Karl-Heinz Reimeier bei Büchler und Steger: Beide stammen aus einfachen Arbeiterfamilien, haben Hüttenstaub zwischen den Zehen, haben die Glasfachschule in Zwiesel besucht, lieben die Kunst, arbeiten im Bayerischen Wald und haben viel für die Heimat getan. „Klaus Büchler ist ein herzlicher Mensch, bei dem man sich wohl fühlt.“ Der Schleifer, Graveur und Designer absolvierte seine Ausbildung im Bayerischen Wald und ging dann für eine Weile nach Lübeck. Dort konnte er sich persönlich weiter entwickeln. Der dortige Arbeitgeber war nämlich auf Sonderanfertigungen und Einzelstücke spezialisiert.
Schließlich kehrte Büchler wieder nach Spiegelau zurück, wo er seitdem lebt und arbeitet. Der „Al Capone“ der Glaskunst, wie ihn so mancher nennt, betreibt seit 1973 eine eigene Werkstatt, seit 2004 sind seine Werke außerdem in der eigenen Galerie zu bewundern. Klaus Büchler zeigt seine Heimatverbundenheit auch durch ehrenamtliches Engagement. So investiert er viel Zeit und Energie in seine Tätigkeit als Kulturwart des Bayerischen Waldvereins. Dem Nachwuchs in Sachen Glas hilft er als aktives Mitglied im Prüfungsausschuss der Glasfachschule ebenso wie seinen Künstlerkollegen im Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern e.V. oder im Kunstverein Wolfstein. Der sichtlich gerührte Klaus Büchler freute sich besonders, dass er den Preis zusammen mit Willi Steger erhalten hat und meinte angesichts der Auszeichnung, dass er wohl so manches richtig gemacht habe in seinem Leben. Ein Überraschungsredner würdigte anschließend Leben und Schaffen von Willi Steger: Lona Lipok trat als Drud auf die Bühne und verband damit die Festrede mit dem ehrenamtlichen Schaffen des Preisträgers. Willi Steger erlernte das Glasmachen vom Schleifen bis hin zum Design ebenfalls von der Pieke auf und führte als Technischer Betriebs- und Werkleiter der Firma Nachtmann das Werk in Riedlhütte. Zeitweise war das Werk sogar einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Darüber hinaus setzt er sich seit Jahrzehnten für die Glastradition, Brauchtum, Heimatliteratur, Geschichtsforschung, Kunst und Völkerverständigung ein. So publiziert Willi Steger regelmäßig zu Geschichte und Verfahren der Glasherstellung und gilt mittlerweile als ein führender Experte in Sachen Glaskunst. Vieles würde wohl angesichts des Strukturwandels in Vergessenheit geraten, würde er nicht immer wieder Schmankerl aus seinem riesigen Archiv für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Geschichten um den Glashüttengeist Durandl beispielsweise.
Der Nachwuchs liegt Willi Steger ebenfalls sehr am Herzen. So ist er Mitglied im Prüfungsausschuss der IHK Passau für die Berufe Glasmacher und Glasveredler und für den Beruf Industriemeister Glas und Optik, des weiteren ist er Mitglied des Kuratoriums der Glasfachschule Zwiesel.
Nachdem seit dem Mauerfall die Grenze zu den tschechischen Nachbarn wieder offen ist, setzt sich der Geehrte außerdem massiv für die Völkerverständigung und die Freundschaft zwischen Bayern und Böhmen ein. So war er maßgeblich daran beteiligt, dass alte Wallfahrtsorte in Böhmen, beispielsweise Gutwasser, wieder belebt werden und engagiert sich sehr stark im Karel-Klostermann-Verein.
Ein touristisches Highlight des Bayerischen Waldes geht übrigens ebenfalls auf eine Idee von Willi Steger zurück: die Glasstraße. Er hatte bereits eine rege Korrespondenz mit allen Beteiligten, etwa MdB Ernst Hinsken geführt, um den Reichtum an Glaskunst, wie er wohl nirgendwo sonst so dicht gesät ist wie im Bayerischen Wald, für den Tourismus zu erschließen. Verwirklicht wurde diese Idee allerdings erst Jahre später - mittlerweile wurde daraus ein absoluter Touristenmagnet.


An diesen Tagen dreht sich in Spiegelau alles um die Musik, Literatur und Kunst
Vom 11. bis 20. November in und um die Grundschule - Schüler-Workshops
Spiegelau. Um Literatur, Musik und Kunst drehen sich die „Spiegelauer Kulturtage“ vom 11. bis 20. November, veranstaltet von der Grundschule.
Sie beginnen am Sonntag, 11. November, um 19 Uhr in der Evangelisch-Lutherischen Kirche mit Betrachtungen zum Thema: „Der alte Wald geht - neuer Wald entsteht“. Damit beschäftigen sich Stadtpfarrer Kajetan Steinbeißer, Fotograf Gunther Fruth und Autor Karl-Heinz Reimeier. Zur Untermalung spielt die Familienmusik Wolf aus Klingenbrunn. Der Eintritt ist frei.
Am 12. und 13. November kommt der Schriftsteller und Dichter Friedrich Brandl aus Amberg zur schulinternen Lyrikwerkstatt für die vierten Klassen an die Grundschule.
„Friedrich Brandl für alle“ gibt es am 12. November um 19.30 Uhr in der Schulaula bei einer Lesung. Anschließend bringt Tanja Friedl aus Langdorf Ausschnitte aus ihrem Kabarett-Programm „i & sie“. Der Eintritt für diese Abendvorstellungen kostet vier Euro.
Für die Drittklässler ist vom 12. bis 16. November das kreative Gestalten mit Glas gedacht. Ihnen zur Seite steht der Spiegelauer Glaskünstler Klaus Büchler.
Am 16. November spielt das Marionettentheater Sonntag für alle Schüler das Märchen „Die Regentrude“ in der Mehrzweckhalle.
Eine Veranstaltung für alle ist der Chorabend am Freitag, 16. November, ab 19 Uhr in der Schulaula. „Chöre singen - Von daheim in die Welt und wieder zurück“ ist das Konzert überschrieben. Mitwirkende sind der Männergesangsverein Spiegelau unter Leitung von Josef Kreutner und die Eib’nschläger Sänger, dirigiert von Erich Töpfl. Außerdem sind Otto Öllinger und Karl-Heinz mit von der Partie.Der Eintritt ist frei.
Auf nach Taka-Tuka-Land geht es anlässlich von 100 Jahren Astrid Lindgren bei der Radionacht der zweiten Klassen der Grundschule.
Am Montag, 19. November, wird um 19 Uhr in der Touristinformation die Kunstausstellung „Faunus & Floria“ eröffnet. Dabei zeigt Susanne Zuda ihre farbenprächtigen Gemälde und ihr Mann Michael Schreiner präsentiert seine Glasobjekte. Laudator ist Karl-Heinz Reimeier. Für die musikalische Begleitung sorgt Fredi Resch.
Die letzte Veranstaltung der Spiegelauer Kulturtage ist am 20. November dem Baumsteftenlenz gewidmet. Um 19.30 Uhr beginnt bei freiem Eintritt in der Schulaula der Paul-Friedl-Abend mit Liedern und Geschichten und Auszügen aus dem Leben des Baumsteftenlenz. Durch die Veranstaltung der Waldvereinssektion Spiegelau führt Karl-Heinz Reimeier.pnp



Grafenauer Anzeiger vom Freitag, 27. Oktober 2007

SAXNDI...
...es hängt nicht immer nur auf eine Seite. Das zeigen jetzt auch die wieder hoffnungsvolleren Zukunftsaussichten für die Kristallglasfabrik. Wurde aber auch Zeit. Wer die Betriebsamkeit in der Glasfabrik gewohnt war, für den war es zuletzt nur noch schmerzlich, durch die geisterhaft stillen und leeren Hallen zu gehen. Freilich, für die entlassenen Arbeiter sind die neuen Nutzungen keine wirkliche Option. Nur die wenigsten werden eine neue Chance in der Glas-Forschung bekommen. Aber für die Gesamtentwicklung von Spiegelau sind diese Ansätze ein Signal. Jetzt kann sich der traditionsreiche Glasmacherort auf Technologien der Zukunft konzentrieren und zum „Silicon Valley“ für Glas werden.   Ursula Langesee

Firmen mieten sich bei KSS ein
Fa. Füller forscht mit Mini-Produktionslinie, Fa. Köck entwickelt neue Produktpalette
von Ursula Langesee
Spiegelau. Auch nach dem Rückgang der Handarbeit in der Kristallglasfabrik Spiegelau (KSS) ist der Ofen nicht ganz aus. Zwei Pächter wollen die leer gewordenen Hallen mit Leben füllen: das Maschinen- und Anlagenbauunternehmen Füller Glastechnologie mit einer Mini-Produktionslinie als Forschungsobjekt und Glasscherben Köck mit einer neuen Produktpalette.
Für die Firma Füller kommt das neue Raumangebot wie gerufen. Seit 2001 arbeitet sie mit dem Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung an der Universität Bayreuth in puncto anwendungsorientierte Forschung und Lehre zusammen. Eingebettet ist diese Kooperation in die Forschungsstelle „Werkstoffverbunde und oberflächenveredelte Produkte aus Glas (WOPAG)“.
Füller entwickelte bereits den Prototyp einer kleinen Schmelzwanne für die Uni, die auch als Test-Aggregat für Industriepartner diente. Nun soll in der Schmelzofenhalle der KSS eine Mini-Schmelzwanne mit einer hochautomatisierten Formungstechnologie installiert werden. Weder im Firmengebäude im Industriegebiet Oberkreuzberg noch an der Uni Bayreuth waren die Rahmenbedingungen dafür so ideal wie in der KSS. „Hier passt die Infrastruktur für unser Vorhaben“, sind sich Hermann und Alexandra Füller und Dr. Thorsten Gerdes von der Uni Bayreuth einig.
Die Zeit drängt, denn bereits Anfang nächsten Jahres soll eine in Spiegelau getestete Mini-Produktionslinie ihren Betrieb in Indien für hochspezialisierte Anzeigenbildschirme für die Luftfahrt aufnehmen. Die notwendigen Anpassungen der Glasrezeptur an die Bedingungen in dem vollelektrisch beheizten Schmelzsystem sowie die Optimierung der Formen für die Bildschirm-Komponenten sollen in der Testanlage erprobt werden und dadurch die Installation in Indien deutlich erleichtern.
„Ganz ohne neues Personal wird es bei dem neuen Test-Aggregat nicht gehen, denn es muss rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Wir werden ca. sechs erfahrene Glasmacher brauchen können“, sagt Alexandra Füller, die in ihrem Betrieb bislang 45 Mitarbeiter beschäftigen.
Sehr froh ist KSS-Geschäftsführer Gerald Mader über diese neue Nutzung. „Unsere beiden Geschäftsbereiche sind zwar vollkommen getrennt, aber wir können von neuen Technologien und Entwicklungen in der Glasherstellung und -veredelung nur profitieren. So sind bisher zum Beispiel die Beschichtungsmöglichkeiten für Geschenkartikel noch unbefriedigend und die Spülmaschinentauglichkeit unserer Gläser und Glasdekore noch entwicklungsfähig. Wenn wir da technische Innovationen nutzen können, sichern wir uns den Vorsprung am Markt.“
Der zweite Pächter ist Glaskünstler Erhard Köck. Er betreibt neben seinem Hüttenzangl in Riedlhütte die „Schatztruhe“ in Spiegelau (das frühere KSS-„Schmuckkästchen“) und will noch vor Weihnachten einen Ofen der Kristallglasfabrik nutzen, um eine neue Produktpalette zu entwickeln. Seine figuralen Skulpturen sollen eine neue Formensprache bekommen, größer und massiver werden. Auch Köck beabsichtigt die Anstellung eines zusätzlichen Glasmachers.
Für Bürgermeister Josef Luksch sind diese beiden Neunutzungen der Kristallglasfabrik das Beste, was dem Standort passieren kann. Denn nichts wäre schlimmer gewesen als eine neue Industriebrache nach dem schon vor Jahren stillgelegten Staatlichen Sägewerk. „Wir haben jahrzehntelang mit die schönsten Gläser der Welt produziert, warum sollen wir nicht die Tradition fortführen und jetzt in der Entwicklung neuer Glastechnologien eine Vorreiterrolle spielen?“
Er dankte den Firmen Füller und Köck für ihr Engagement und versprach jede Hilfe von Seiten seiner Verwaltung. Hilfe erhofft sich Luksch aber auch von der Staatsregierung, die durch den Strukturwandel eine Bringschuld habe.


Grafenauer Anzeiger vom Montag, 22. Oktober 2007

„Leit’ vo Klingabrunn“ lassen sich jetzt in Spiegelau ansehen
Ausstellungseröffnung im Schnapsmuseum Spiegelau
Spiegelau (sto). Die Idee zu dieser Ausstellung hatte der Gewerbeverein Spiegelau und so begrüßte Max Schinabeck sen. im Schnapsmuseum „Penninger“ Spiegelau zahlreiche Besucher, darunter natürlich viele Klingenbrunner. Er freute sich, dass neben Bürgermeister Josef Luksch auch einige Gemeinderäte ihr Interesse an dieser Ausstellung bekundeten. Sein Dank galt Hermann Beiler und Diedrich Denker, die über 500 Fotos gesichtet und eine Auswahl für ein Buch zusammengestellt haben. Dem Hause Penninger dankte er ebenfalls, denn für die nächsten sechs Wochen sind dort die Räume für diese Ausstellung reserviert.
Hermann Beiler stellte dann das Buch vor, das in Auszügen in vergrößerten Formaten an die Wände im Ausstellungsraum geheftet ist. Er überraschte die Gäste mit einer besonderen Idee. Das Buch kann für individuelle Wünsche noch erweitert werden, wenn jemand noch ein altes Familienfoto hat. Dieses Foto wird in das bestehende Buch sozusagen noch hineingearbeitet werden, so dass es für diesen Personenkreis eine ganz persönliche Note erhält. Die Klingenbrunner Musikanten und der Liederkranz bereicherten im Anschluss mit ihren Liedvorträgen die Ausstellungseröffnung und bekamen reichlich Beifall.
Der Gewerbeverein Spiegelau überraschte zum Schluss alle mit einer großzügigen Geste: Zum Freibier (aus der Klingenbrunner Brauerei Stangl) gab es noch Gebäck in Form von Brezeln, Semmeln, Salzstangerln und süßen „Striezei“, nach Omas Rezept.
Beim Anschauen der alten Fotos wurde in kleinen Gesprächsrunden viel gefragt und beantwortet. Es blieben aber auch viele Fragezeichen und einige Personen auf den Bildern bleiben wohl für immer anonym, weil sie keiner mehr identifizieren kann und dann fällt ein Satz, begleitet mit bedauerndem Achselzucken: „Des wissat da Oskar (Strasser Oskar), aba der is hoit nimma.“
Das Buch mit historischen fotografischen Aufnahmen aus dem vergangenen Jahrhundert gibt’s im Schnapsmuseum, der Eintritt zur Bilder-Schau ist frei.  


Lob für die Diakonin: „Auch du bist Licht der Welt“
Gabriela Neumann-Beiler feiert 25. Dienstjubiläum - Besonderer Kerzenleuchter von Pfarrerin Sonja Schuster
von Michael Witte
Spiegelau. Schlicht, stilvoll, schön: Mit einem festlichen Gottesdienst in einer vollen Martin-Luther-Kirche in Spiegelau hat gestern Diakonin Gabriela Neumann-Beiler ihr Jubiläum gefeiert, seit 25 Jahren wirkt die 47-jährige Spiegelauerin in ihrem Amt. Und das, ohne die „üblichen Gebrauchsspuren“, wie Pfarrerin Sonja Schuster in ihrer Predigt feststellte.
Doch nicht nur Gabriela Neumann-Beiler hatte am Sonntag Grund zur Freude. Mit ihr feierte die Rummelberger Diakoninnengemeinschaft ihr 25-jähriges Bestehen. In dieser Gemeinschaft wurde die gebürtige Spiegelauerin mit sechs anderen Frauen aus Bayern zur Diakonin qualifiziert.
Sonja Schuster blickte auf den Werdegang von Gabriela Neumann-Beiler zurück, die nach dem Examen 1987 ihre erste Stelle in Altdorf in der Kinder- und Jugendarbeit antrat. 1990 kehrte sie in den Bayerischen Wald zurück und arbeitete zunächst ehrenamtlich als Katechetin im Nebenamt für die Gemeinde. 2002 erhielt sie eine halbe Stelle, in dessen Rahmen sie Religionsunterricht gibt und seelsorgerisch für die Gemeinde wirkt. „In der Zeit der Vakanz der Pfarrstelle hast Du dich enorm eingebracht und das obwohl Du noch ein Bein in Deinem Geschäft haben musst. Die Gemeinde ist Dir auch dafür sehr dankbar“, sagte Sonja Schuster.
Die Pfarrerin schenkte der Diakonin einen besonderen Kerzenleuchter von Künstler Klaus Büchler und überreichte ihn mit Worten aus der Bergpredigt: „Auch du bist Licht der Welt. Und man zündet auch nicht ein Licht an und stellt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.“ Sonja Schuster verband diesem mit dem Wunsch, dass Gabriela Neumann-Beiler noch lange „das Licht Gottes in dieser Welt und besonders in unserer schönen, weitläufigen Gemeinde zum Leuchten bringen“ möge.
Auch Kirchenvorstand Ingmar Weiß und der katholische Dekan Heinrich Erhart gratulierten ihr zum Jubiläum: „Ihren Dienst haben Sie überzeugt und überzeugend geleistet“, beglückwünschte Erhart.


Grafenauer Anzeiger vom Freitag, 20. Oktober 2007

Sägegatter stößt beim Waldverein auf große Resonanz
Sägewerks-Besitzerin Waltraud Rothkopf zeigt Spiegelauer Waldverein die Sagwassersäge
Spiegelau (lr). Schon im vergangenen Jahr war der Waldverein der Sektion Spiegelau-Riedlhütte auf den Spuren der einst legendären Spiegelauer Waldbahn am Klingenbrunner Bahnhof unterwegs. Dieses Jahr wurde bei strahlendem Herbstwetter die ehemalige Waldbahnstrecke von Spiegelau nach Mauth und Finsterau erkundet. Einst war sie die größte Waldeisenbahn in West- und Mitteleuropa mit einem Streckennetz von 95 Kilometern Schmalspurgleisen (60 Zentimeter).
Von 1900 bis 1960, fast drei Generationen, sorgte sie in den Dörfern am Rachel und Lusen beim Streckenbau, Fahrdienst und Holzverladen für lohnende Arbeit: Es gibt kaum eine Familie in den Walddörfern, in der nicht jemand bei der Waldbahn beschäftigt war. Mit der Waldbahn konnte das Langholz von 9000 Hektar Wald aus den Südhängen am Rachel und Lusen an den Verladeplätzen in Spiegelau und Klingenbrunn-Bahnhof auf die Waggons der Reichs- und Bundesbahn verladen werden: Hintereinander gereiht, ergaben die insgesamt verladenen Waggons eine Strecke von Spiegelau nach München.
Der Waldverein machte sich auf den Weg, die heute im Gelände noch auffindbaren Spuren aufzusuchen. Besucht wurden der ehemalige Holzlagerplatz am Hammerwald, der Steinbruch für den Streckenbau und der Lagerplatz Aufschlägersäge. Am Marterl beim Parkplatz zum Tierfreigehege am Nationalpark erinnerten die Mitglieder an den tödlichen Unfall des Bremsers Schwiewagner aus Spiegelau in den 50er Jahren. Den Endpunkt erreichte der „Hauptstrang“ der Waldbahn am Reschbach bei der „Hackl-Reibe“ unterhalb des Freilichtmuseums in Finsterau.
Als Arbeitgeber bedeutsam waren auch die drei Schneidsägen am Hauptstrang der Waldbahn. Bis auf die Sagwassersäge nördlich von Neuschönau sind sie alle verschwunden. An der Sagwassersäge wurden noch bis vor wenigen Jahren Resonanzhölzer für den Bau von Musikinstrumenten geschnitten. Dort öffnete der Gruppe Sägewerks-Besitzerin Waltraud Rothkopf die Tür, so dass die Besuchergruppe den altertümlichen Sägegatter mit all den Einrichtungen, Maschinen und Werkzeugen für die Fertigung von Resonanzhölzer besichtigen konnte. In dem Gattergebäude ist nach dem Tod ihres Mannes Xaver vor drei Jahren nichts mehr verändert worden.
Geschnitten wurden die in den Hochlagen sorgsam ausgewählten, in sehr engen Jahresringen extrem langsam gewachsenen Fichten. Die Brettchen dieser Fichten ergaben die Resonanzkörper für Saiteninstrumente und für das Klavier. Durch ihre besondere Wirkung der Leitung des Schalls, bewirkten sie die Klangstärke dieser Musikinstrumente. Die Resonanzbrettchen wurden am Sägegatter nicht nur geschnitten, sondern nach den Vorgaben der Instrumentenbauer durch Hobeln und Leimen auch weiter verarbeitet.
Der gesamte Vorgang dieser früheren „Rothkopf-Resonanzholzfertigung“ ist heute noch bei einem Rundgang eindrucksvoll zu besichtigen. Nach speziellen Schablonen wurden diese Klangkörper für Saiteninstrumente und für das Klavier zurecht geschnitten und für den Versand gestapelt. Die Mitglieder des Waldvereins waren so begeistert, dass sie spontan auf die Idee kamen, dass die letzte noch verbliebene Schneidsäge am alten Hauptstrang der Spiegelauer Waldbahn als Museum hergerichtet werden sollte. Ein gut erhaltenes Gattergebäude und ein alter Sägegatter böten sich hierfür an. In einzigartiger Weise könnte so die Herstellung von Resonanzhölzer und Klangbrettchen für den Bau von Saiteninstrumenten anschaulich gezeigt werden.


Gewerkschafter nimmt kein Blatt vor den Mund: Standort wurde eiskalt rasiert
Für Christian Daiker, Gewerkschaftssekretär der IG BCE Bezirk Kelheim-Zwiesel, gibt’s trotz Schauglashütte kleine Erfolge in der KSS-Krise
Spiegelau (mis). Die Würfel sind gefallen, der Ofen ist aus: Wie Gewerkschaftssekretär Christian Daiker gestern per Pressemitteilung wissen ließ, wird die ruhmreiche Kristallglasfabrik (KSS) in Spiegelau nur mehr als Schauglashütte weiter geführt - „der Standort wurde eiskalt rasiert“. Dennoch bewertete er den erreichten Sozialplan als kleinen Erfolg, wenngleich für elf Mitarbeiter nur der Gang in eine Transfergesellschaft bleibt.
Ende August machte die Kunde von einer drohenden Schließung und massivem Arbeitsplatzabbau bei der KSS im Werk Spiegelau die Runde. Nach den ersten Informationen waren damals viele der gut 61 Arbeitsplätze bedroht. In der Zwischenzeit verhandelten die IG BCE und der Betriebsrat mit der KSS-Geschäftsleitung über einen Interessensausgleich und Sozialplan. „Doch dabei mussten wir schnell vom Ziel abrücken, dass der Produktionsstandort erhalten bleibt“, sagte Daiker auf Nachfrage. Neues Ziel von Gewerkschaft und Betriebsrats sei es dann gewesen, so viele Arbeitsplätze wie nur möglich zu erhalten.
Das gelang. „Durch Umverteilung auf andere Produktionsstandorte oder durch den Ersatz von Leiharbeitskräften - die zumindest einen Leiharbeitsvertrag haben - ist es gelungen, die Zahl der zu kündigenden Arbeitsplätze von 61 bzw. 30 auf 11 zu reduzieren“, heißt es dazu entsprechend in der Pressemeldung. Diese elf KSS-Mitarbeiter werden nach Aussage von Daiker zunächst in eine Transfergesellschaft gehen, wobei die KSS ihnen dafür ein Jahr lang zwischen 70 und 83 Prozent des letzten Bruttogehalts zahlt. Eine Klausel im Sozialplan stelle da sicher, das permanent geprüft werde, ob die Kollegen zu einem späteren Zeitpunkt wieder übernommen werden können.
In der Transfergesellschaft können sich die Glasmacher qualifizieren, aber wenn sie nach einem Jahr keine neue Stelle finden, „haben sie ein Problem“, sagt Daiker.
Ein wichtiges Anliegen von Gewerkschaft und Betriebsrat sei es bei den Verhandlungen gewesen, den Standort in Spiegelau und den Markennamen zu stärken. „Nach neuen Informationen soll nun aber auch der Verwaltungsstandort verlagert werden. Jedoch ist die Frage nach dem Verwaltungsstandort und auch der Marktpositionierung der einstiegen Nobelmarke KSS Spiegelau ein unternehmerische Entscheidung, die weder vom Betriebsrat noch von der IG BCE maßgeblich beeinflusst werden können“, lauten die abschließenden Sätze der Pressemitteilung.
Dennoch ist die Gewerkschaft weiter aktiv: „Wir werden uns für die Region und die Menschen einsetzen und appellieren an die Arbeitgeberseite, den elf Arbeitnehmern in der Transfergesellschaft eine neue Perspektive zu geben.“


Grafenauer Anzeiger vom Dienstag, 16. Oktober 2007

Drei-Gemeinden-Säule auf dem Rachel enthüllt
Das Gipfelkreuz gehört zu Frauenau, der höchste Punkt zu St. Oswald-Riedlhütte und das Wirtshaus zu Spiegelau
von Hermann Haydn
Spiegelau. Der Platz, an dem das Gipfelkreuz steht, gehört den Frauenauern, der höchste Punkt dagegen der Gemeinde St. Oswald-Riedlhüttern. Aber was wäre eine Bergtour ohne zünftige Einkehr in der Hütt‘n? Die steht auf Spiegelauer Grund. Nachdem kürzlich der Rachel vermessen und markiert wurde, steht jetzt fest: Jede der drei Gemeinden ist am anerkannt beliebtesten Wanderberg der Deutschen „spitze“ vertreten.
Deshalb gab es auch gleich gar keinen Grund zum Streiten, selbst wenn sich die Gipfelstürmer der drei Gemeinden seither gerne oben gegenseitig wohlwollend „aufzwicken“ mit den jeweiligen Besitzständen. Aber ohne Spiegelauer Hüttenweg käme eben niemand auf den Riedlhütter Gipfel mit Waldvereinskreuz auf Frauenauer Grund. Einig sind sie sich deshalb allesamt, dass der Rachel mit seinen 1453 Metern über Normalnull mindestens „das Höchste“ im Nationalparkgebiet ist, und immerhin der Berg im bayerisch-böhmischen Grenzgebirge nach dem Arber, auf dem man dem Himmel am zweitnächsten ist. Einen Tag der Freude und Begegnung feierten am Sonntag deshalb die Rachel-Anrainer mit der Enthüllung einer gemeinsamen, dreiseitigen Säule am Fuße des Waldschmidthauses, die neben den Gemeindewappen hinter Glas auch das Signet des Nationalparks trägt. Der Bürgermeister mit dem Kreuz-Grundstück, Herbert Schreiner, der mit dem höchsten Punkt, Josef Meininger sowie als Vertreter des Nationalparks Dr. Heiner Rall, der Freyunger Vermessungsamtsleiter Günther Freund und, spontan dazugeholt, der Spiegelauer Wanderfreund Erich Süß enthüllten die Säule.
Kurz drauf stieß dann auch der 2. Bürgermeister von Spiegelau, Kurt Zettl, zur Feier. Er hatte den steilen Anstieg sicherlich in Rekordzeit gemeistert, aber ganz gereicht hat es zum angesagten Termin dann doch nicht mehr.
Nicht Grenzen schaffen, sonder sie abbauen - das wolle man mit der Vermessungs-Aktion betonte Bürgermeister Meininger. Dazu trug die fröhliche Feier mit etwa 200 Gipfelstürmern bei herbstlichem Traumwetter bei. Das Pächterpaar Carolin & Kurt hatten auf Spiegelauer Hoheitsgebiet kulinarische Köstlichkeiten als nötige Stärkung vor dem dann noch 15-minütigen Gipfelsturm aufgefahren. Vor über 100 Jahren wurde das Gipfelkreuz aus Liebe zum Berg errichtet, erinnerte Dr. Heiner Rall. Heute stehe der Rachel zudem für die besonderen Tourismus-Qualitäten der Region und für die Inhalte des Naturschutzes. Eher wie die „Jungfrau zum Kinde“ gekommen fühlte sich dagegen der Frauenauer Bürgermeister Herbert Schreiner. Habe man doch an der Westseite des Berges gar nicht gewusst, dass man ganz oben noch eine Liegenschaft mit Top-Niveau besitze.


Diakonin Gabriela Neumann-Beiler feiert am Sonntag ihr 25. Dienstjubiläum
Gottesdienst um 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche, dann Empfang
Spiegelau (pnp). Zur Feier „25 Jahre Diakoninnen-Gemeinschaft Rummelsberg“ und dem 25. Dienstjubiläum von Diakonin Gabriele Neumann-Beiler wird am Sonntag, 21. Oktober, um 10 Uhr in die Martin-Luther-Kirche eingeladen. Danach folgt ein Empfang in der Touristinfo Spiegelau. Anschließend stehen ein geselliges Beisammensein, eine Wanderung auf dem „Seelensteig“ oder der Besuch in der Glasgalerie Büchler auf dem Programm.
Im Frühjahr 1982 beschloss die Synode in Weiden, das „Amt der Diakonin“ einzuführen. Im September startete dazu die Ausbildung in Rummelsberg bei Nürnberg. Aus ganz Bayern hatten sich über 100 Frauen beworben, aber nur sieben Frauen wurden aufgenommen. Zu diesen sieben Frauen gehörte Gabriele Neumann-Beiler. Im Laufe der Zeit hat die Gemeinschaft ihr Profil als geistliche Dienstgemeinschaft entwickelt und ist zu einer diakonischen Gemeinschaft gereift. Heute gehören ihr über 200 Frauen an.


Grafenauer Anzeiger vom Dienstag, 9. Oktober 2007

Wawrzek siedelt „Metzgerland“ in Vilshofen an
Spiegelauer Gemeinderat baut für fünf Millionen Euro Betrieb in Albersdorf - „Angebot aus Spiegelau unkalkulierbar“
von Michael Witte
Spiegelau. Neues Land fürs „Metzgerland“: Das Spiegelauer Unternehmen „Metzgerland Fleisch + Wurst Erhard Wawrzek“ wird seinen Betrieb teilweise aus Beiwald verlagern und für fünf Millionen Euro in Vilshofen-Albersdorf eine neue Betriebsstätte bauen. Firmen-Chef Wawrzek, in Personalunion auch Spiegelauer Gemeinderat, interessierte sich auch für ein Grundstück in seiner Heimatgemeinde, gab aber trotz eines deutlich günstigeren Quadratmeterpreises im Bayerwald den Donaustädtern den Zuschlag. „Für Günstlingswirtschaft stehe ich nicht zur Verfügung“, erklärt Wawrzek diesen Entschluss.
Erhard Wawrzeks Unternehmen haben Erfolg: In den Betrieben in Zwiesel und Spiegelau-Beiwald arbeiten 46 Menschen, darüber hinaus ist er der Boss eines Betriebs in Tschechien und mischt derzeit mit der Tiernahrungsfirma Napur diesen Markt auf.
Als engagierter Bürger und Anwalt für seine Gemeinde zeigt er sich immer wieder im Gemeinderat, schoss dort aber jüngst übers Ziel hinaus, als er Bürgermeister Josef Luksch ungebührendes Verhalten vorwarf und verlangte, das Sitzungs-Tonband in der Sitzung ablaufen zu lassen, um diesen Vorwurf beweisen zu lassen.
Doch diese Geschichte ist Vergangenheit, Zukunft ist der neue Betrieb. Schon vor zwei Jahren fragte Wawrzek bei „seiner“ Gemeinde wegen eines Grundstücks an, weil die Kapazitäten für Napur vorne und hinten nicht mehr ausreichten. Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch bietet Wawrzek daraufhin eine Fläche im Gewerbegebiet Oberkreuzberg-Süd an, zu einem günstigen Preis (8,50 Euro/m2) mit klaren Details bei Kosten für Wasser und Abwasser. Zur Frage der Erschließungsstraße teilt Luksch mit, dass die Gemeinde eine Zufahrt bauen werde und Wawrzek null Cent dafür bezahlen müsse. Eben weil sich nur ein Erwerber ansiedelt, fallen nach dem Baugesetzbuch keine Erschließungsbeiträge an.
Das Geschäft kommt im Oktober 2005 aber nicht zu Stande, weil Wawrzek statt eines Grundstückskaufs einen
-tausch mit einer seiner Flächen wünscht, der Gemeinderat dies aber ablehnt. Das Thema wird vertagt. Der Unternehmer informiert im Juni 2006 die Gemeinde, dass die Napur-Produktion nach Pfarrkirchen und Langwedel verlegt werden muss - wegen Kapazitäts-Engpässen. „Eine Rückverlagerung ist zur Zeit nicht beabsichtigt“, lässt Wawrzek die Gemeinde wissen.
Parallel dazu kündigt er aber an, dass fürs „Metzgerland“ mehr Platz von Nöten ist, die Pläne weitgehend fertig sind. Der Spanferkel-Betrieb benötigt eine 145 mal 80 Meter große Fläche und „entsprechende Erweiterungsflächen“ auf dem Erschließungsstandard „Industriegebiet“. Bürgermeister Luksch reagiert mit einem erneuten Angebot, wieder für Oberkreuzberg-Süd, wieder mit den Konditionen des ursprünglichen Napur-Angebots.
Der Unternehmer präzisiert daraufhin im Dezember ’06 seine Wünsche bei der Gemeinde: Er benötigt ein baureifes Industriegebiet ohne Emissionseinschränkung, ein 145 mal 80 Meter großes Grundstück auf einer Ebene, eine verbindlich greifbare Optionsfläche von 5000 Quadratmetern sowie „Grundstücks- und Erschließungsbeiträge, die der Konkurrenzsituation Rechnung tragen, und die einen möglichen Standortnachteil wenigstens zum Teil ausgleichen“.
Denn: Wawrzek sucht auch den Kontakt zu anderen Gemeinden, fragt in Offenberg, Zwiesel, Hofkirchen und Vilshofen wegen der Industrieansiedlung an. Die Qualität der Angebote ist in den Kommunen unterschiedlich, laut Wawrzek aber in allen Fällen besser als am heimischen Standort. „In Spiegelau mussten wir nachfragen, ob wir den Flächennutzungsplan bekommen - bei den anderen war der schon dabei“, nennt Wawrzek nur ein Beispiel. „Alle Unterlagen aus den anderen Kommunen waren komplett, die Angebote kalkulier- und vergleichbar.“
Die Sprache verschlägt es ihm beim Werben aus Vilshofen. „Das war ein Traum“, sagt der Spiegelauer Gemeinderat, der eine solche Art der Umgarnung noch nicht kennengelernt hat. Schon nach der ersten Anfrage meldet sich Bürgermeister Hans Gschwendtner bei ihm, teilt ihm mit, dass Gewerbeansiedlung Chefsache - also seine Sache - sei, eine Baugenehmigung bekomme Wawrzek eine Woche nach Antragseingang. Der Rathaus-Chef garniert den Flirt mit dem Satz: „Wenn Sie bauen, dann bauen Sie bei uns.“ Wawrzek ist baff.
Bevor er abschließend entscheidet, wendet er sich nochmals an den Oberkreuzberger Hausherren, Bürgermeister Luksch, schreibt ihm am 18. Juni nochmals eine Liste mit den nötigen Kriterien. Die Gemeinde-Antwort trifft zehn Tage später im „Metzgerland“ ein, mit Angaben über den Grundstückspreis (8,50 Euro/m2), Herstellungspreise für Wasser und Abwasser und dem Satz: „Erschließungsbeiträge nach dem BauGB fallen nicht an“.
Das Fass ist damit für Wawrzek übergelaufen: wieder für ihn keine klare Aussagen, wann, wie und wo die Erschließungsstraße gebaut werde und was sie kostet. Denn: Nach den Worten des Unternehmers und Gemeinderats hat Spiegelau eine Satzung, die unmissverständlich regelt, dass in diesem Fall er zahlen muss - auch wenn der Bürgermeister das Gegenteil behauptet. „Eine Satzung bricht jeden Notarvertrag“, sagt Wawrzek, der sich für seine Betriebsansiedlung daraufhin von Spiegelau abwendet. „Es wurden keine kalkulierbaren Angaben über Verkehrserschließung übermittelt,“ begründet er dies in einem Schreiben an Luksch.
Oder anders ausgedrückt: Luksch habe es nicht geschafft, die Straße für den neuen Betrieb - mit 20 neuen Arbeitsplätzen - zu bauen und die Kosten dafür auf den Tisch zu legen. Dessen Vorschlag, dass die Gemeinde die Erschließungsstraße baut und nichts berechnet, sei „Mauschelei“, die er nicht mitmacht. „Das Spiegelauer Angebot war und ist nicht vollständig - basta.“
Der von Wawrzek gescholtene Bürgermeister Luksch kann das Tamtam indes nicht verstehen. Seiner Meinung nach verstößt er mit seinem Angebot nicht gegen eine Satzung. Und er habe dem Bauwilligen nach seiner Ansicht klar zu verstehen gegeben, dass für diese Straße keine Gebühren anfallen. „Mir gegenüber hat er aber nie die Befürchtung geäußert, dass für die Erschließungsstraße Beiträge zu zahlen seien.“
Sei es wie es sei, das „Metzgerland“ wird in Vilshofen-Albersdorf eine neue Heimstatt finden, der Vilshofener Stadtrat hat den Grundstückverkauf mit 20:0 Stimmen beschlossen. 2008 soll die Halle stehen, 35 Mitarbeiter werden dort Wurstwaren für den Einzelhandel produzieren, einige davon werden vom Standort Beiwald kommen. Und das, obschon Unternehmer Wawrzek in Albersdorf nach eigener Angabe mehr als 100 000 Euro für das Gesamt-Paket zahlt als in Spiegelau - der Grund kostet dort rund 20 Euro/m2.


SAXNDI...
...die Sache ist pikant: Fleisch-Unternehmer Erhard Wawrzek aus Spiegelau, gleichzeitig Gemeinderat, kehrt mit einem seiner Unternehmen der Heimat den Rücken und investiert an einem anderen Standort fünf Millionen Euro. Und das vor den Kommunalwahlen.
Keine Frage: Das ist ein Verlust für das von Holz- und Glasindustrie gebeutelte Spiegelau - 20 neue Arbeitsplätze hätten dem Ort gut zu Gesicht gestanden. Aber darf das ein Gemeinderat? Ja, er darf, schließlich wir leben in einem freien Land. Unternehmer Wawrzek hat sich für den Standort Vilshofen entschieden, weil seine Heimat nicht alle gewünschten Produkte lieferte. Er hat im Glasmacherort nach eigener Aussage gebittet und gebettelt, um ein Angebot mit allen Kosten - also für Grundstück, Wasser, Kanal und Straße. Von der Donau kam dies prompt und charmant, serviert noch dazu vom Bürgermeister auf einem Silbertablett.
Sein Spiegelauer Kollege gab es Wawrzek nicht, weil der die Erschließungsstraße aus dem Gemeindesäckel zahlen wollte. Das wiederum glaubt ihm der Unternehmer bis heute nicht, denn: Wenn einer ein Grundstück kauft, sei es nun im Bau- oder Gewerbegebiet, muss er für die Erschließung zahlen. Warum sollte das ausgerechnet bei ihm anders sein, bei einem Gemeinderat der Opposition?
Nein, Wawrzek wollte sich nicht auf das Spielchen einlassen, dass die Gemeinde Spiegelau zwar zunächst die Straße zahlt, aber den Unternehmer möglicherweise doch später zur Kasse bittet. Dem Gemeinderat Wawrzek liegt genau so ein Fall vor: Rund 400 000 Mark musste da ein Grundstückbesitzer nachträglich für „seine“ Erschließungsstraße aufbringen.
So will der Unternehmer nicht wirtschaften. Er überweist jetzt an Vilshofen über 100 000 Euro mehr für sein Projekt - bestimmt nicht aus Spaß an der Freud’. Sondern weil alle Menü-Zutaten fein säuberlich vor ihm liegen - da verschmäht auch ein Fleisch-Fan mal das Filet.    Michael Witte



Grafenauer Anzeiger vom Donnerstag, 27. September 2007

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Für das Bauvorhaben „Netto-Markt am alten Sportplatz“ fasste der Gemeinderat mit 8 zu 6 Stimmen den Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes und mit 9 zu 5 Stimmen den Satzungsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes. Vorher waren die Bedenken, Anregungen und Einwendungen aus der Bürgerbeteiligung und Fachstellenanhörung verlesen und behandelt worden. Zum Teil wurde wiederholt, was bereits bei der vorgezogenen Bürgerbeteiligung zur Sprache gekommen und bei der Gemeinderatssitzung Anfang Juli diskutiert worden war.
Die Kernpunkte: Die Verkaufsfläche des Marktes darf 850 Quadratmeter nicht überschreiten. Der Betreiber des Marktes muss auf eigene Kosten eine Erschließungsstraße zur Hauptstraße bauen. Deren Zufahrt wird wegen der besseren Sichtverhältnisse in Richtung Osten verschoben. Auf der Hauptstraße wird eine Linksabbiegespur eingerichtet. Die Rücknahme der Friedhofsmauer ist nicht nötig. Der Markt kann nicht über die Jahnstraße angefahren werden. Aus Rücksicht auf die Anlieger ist die Anlieferung zwischen 10 Uhr abends und sechs Uhr früh nicht erlaubt, ebenso wenig das Schneeräumen. Der Räumschnee darf nicht auf dem Restgrundstück abgeladen werden. An der Jahnstraße werden sieben Parkplätze für Friedhofsbesucher geschaffen.Der Markt ist nicht mehr in einem allgemeinen Wohngebiet, sondern in einem Mischgebiet. Nach dem Lärmschutz-Gutachten kommt es nur an einem Punkt, nämlich in der Kapelle des Caritas-Wohnheims zu einer Lärmüberschreitung von einem Dezibel.
Gemeinderat Erhard Wawrzek fand es nicht fair, Bedenken gegen den Markt vom Tisch zu wischen und einfach ein „MI“ statt des bisherigen „WA“ auszuweisen. Außerdem kritisierte er, dass die Umsiedlung des Netto-Marktes genehmigt werde, bevor ein Einzelhandels-Gutachten überhaupt dessen Notwendigkeit bestätigen würde.
Kurt Zettl fragte an, ob eine Förderung für einen Kreisel an der Kreuzung Konrad-Wilsdorf- und Hauptstraße möglich sei. Nach einem Gespräch von Bürgermeister Josef Luksch bei der Regierung von Niederbayern sei die Städtebauförderung für eine Förderung aus den Mitteln des Stadtumbau West originär nicht zuständig.

 Für die Fernüberwachung der Hochbehälter in der Gemeinde und der Anlagen des Zweckverbands Rachelwasser wurde das Angebot vergeben. Der günstige Anbieter erledigt das Gewerk für 65 978 Euro netto, der teuerste hatte dafür 106 488 Euro in Rechnung gestellt. Den Zuschlag bekam die Firma Aquatech aus Regen.

 Die SPD-Fraktion im Gemeinderat will eine Änderung bei den Verbandsräten des Zweckverbands Klärwerk Spiegelau vornehmen. Den Posten von Gemeinderat Günter Schmid (SPD) soll der aus der CSU-Fraktion ausgeschiedene freie Gemeinderat Anton Seibold übernehmen. „Dieser Posten steht den freien Wählern zu“, legte Wawrzek sein Veto ein. „Seibold muss der Fraktion beitreten oder eine Fraktionsgemeinschaft bilden.“ Weil dieser Tagesordnungspunkt von der rechtlichen Seite her einer Klärung bedarf, wurde er zurückgestellt.   ul


Wie kann Spiegelau zum weltweiten Klimaschutz beitragen?
ÜPG-Gemeinderat Harald Frank beantragt die Nutzung alternativer Treibstoffe, Sonne und Holz - In Öko-Region dazu verpflichtet
Spiegelau (ul). Durch ihre Lage in der Öko-Region Bayerischer Wald und im ökologisch sensiblen Nahbereich zum Nationalpark sei nach Auffassung von ÜPG-Gemeinderat und Diplom-Forstwirt Harald Frank die Gemeinde Spiegelau besonders dazu verpflichtet, ihren Beitrag zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen zu leisten und damit der Klimaerwärmung entgegen zu wirken.
Deshalb hat er bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Folgendes beantragt: Bei neuen Fahrzeugen und Maschinen soll geprüft werden, ob deren Antriebe den Kohlenstoff-Haushalt nicht negativ beeinträchtigen; ebenso soll geprüft werden, ob der vorhandene Fuhrpark auf alternative Treibstoffe umgerüstet werden könnte. Alle vorhandenen Gemeinde-Fahrzeuge werden auf biologisch abbaubare Hydrauliköle umgerüstet. Bei der Anschaffung bzw. dem Bau von Gemeindeeinrichtungen wird möglichst auf Holz zurückgegriffen, da es der einzige Roh- bzw. Baustoff ist, der einen positiven Beitrag zum Kohlenstoff-Haushalt leistet. Die Nutzung von Sonnenenergie wird von der Gemeinde unterstützt. Geeignete gemeindeeigene Dächer werden mit Photovoltaikanlagen bestückt. Neu zu erstellende Straßenbeleuchtungen werden mit Sonnenkollektoren betrieben.
Bemerkungen zu den einzelnen Punkten machte Bürgermeister Josef Luksch. Bei den Bauhof-Fahrzeugen sei der Versuch mit Biodiesel fehlgeschlagen. In kalten Wintern sprangen die Fahrzeuge nicht an, die Fahrer klagten über Übelkeit, weil Dämpfe in die Fahrerkabine gelangten, der Kraftstoffverbrauch war sehr viel höher und die Kraftstoffleitung nahmen Schaden. Weiter stellten die Bauhof-Leute fest, dass Biohydrauliköl sehr aggressiv sei und die Schläuche zerfresse.
Was sich Luksch vorstellen könne, sei die Umstellung auf Rapsöl. Zwar sei die nächste Tankstelle in Kirchdorf, der Liter koste aber derzeit nur 77 Cent und es ließe sich sicher ein Vorrat anlegen. Bei der Umrüstung eines Lkw auf den nachwachsenden Treibstoff müsse man mit 3000 Euro Kosten rechnen.
Für Photovoltaikanlagen sieht der Bürgermeister nicht so viele geeignete Flächen. Bei den Straßenbeleuchtungen wäre er dankbar für Vorschläge zu neuen Techniken. Die Verwendung von Holz sei auch in seinem Sinne, wie der Bau des Holz-Betriebsgebäudes am neuen Naturbad zeige.
Frank zeigte noch mehr Vorteile von Holz auf. Dass es eine äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit besitzt, erklärte er mit einem Versuch. Danach ist eine 15 Zentimeter starke Massivholzwand von einer Seite mit 1000 Grad befeuert worden. Trotzdem war die Temperatur auf der anderen Seite noch so niedrig, dass die Wand mit bloßer Hand angefasst werden konnte. Das sei auch der Grund, warum die meisten Häuser in kälteren Gegenden (z.B. Kanada, Skandinavien) aus Holz gebaut seien.
Aber Holz könne noch mehr. Es lasse sich sehr leicht be- und verarbeiten und sei durch seine Flexibilität sehr stabil. Es überstehe Erschütterungen z.B. durch Erdbeben, während Steinbauten zusammenbrechen. Holz warnt vor dem Einsturz durch lautes Knacken. So bleibt immer noch Zeit, das Gebäude zu verlassen. „Wäre diese Eigenschaft beim Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall bekannt gewesen, wäre die Katastrophe glimpflicher ausgegangen“, sagt Frank.
Und Holz erlaube das umweltfreundliche Recycling. Wenn es als Holzbauwerk nicht mehr benötigt wird, kann es in anderen Bereichen verwendet werden. Am Ende nutzt es der umweltfreundlichen Energiegewinnung, denn beim Verbrennen werden nur pflanzlich gebundene Kohlenstoffe freigesetzt.
Zum Schluss machte Gemeinderat Erhard Wawrzek seinem Kollegen ein Kompliment. „Es war ein Genuss, zuzuhören und mal ein anderes Thema.“


An Ort und Stelle machte sich der Gemeinderat Spiegelau ein Bild von der Naturbad-Baustelle. 
Im Spiegelauer Naturbad ist noch alles im Fluss
Gemeinderat besichtigt Baustelle - Parkplätze reichen bei erwartetem Gästezulauf nicht mehr aus
Spiegelau (ul). Der Baustelle Naturbad hat der Gemeinderat mit dem örtlichen Bauleiter Architekt Heinrich Scholz einen Besuch abgestattet. Noch leuchtet das Grün nur als Folienfarbe im bis zu 2,50 Meter tiefen und 25 Meter langen Schwimmerbecken mit flachem Nichtschwimmer-Bereich und im darüber gelegenen Kleinkinderpool. Ein Bachlauf verbindet die beiden Wasserstellen. Aber das Gelände wird heuer noch bepflanzt und der Rasen angesät, die Bauarbeiten sind im vollen Gange.
Die Hauptverbindungswege sind gepflastert, sonst dominiert Holz. »Unsere Zielgruppe sind Familien. Und für die soll das Bad möglichst benutzerfreundlich werden. Deshalb sind die Hauptwege gepflastert, damit sich ein Kinderwagen oder Rollstuhl besser darauf schieben lassen«, erklärt Bürgermeister Josef Luksch.
Durch drei Reinigungsstufen bleibt das Wasser klar und keimfrei, auch ohne Chemie. Dafür sorgen Schilf und Unterwasserpflanzen, ein Tropfkörper (Beriesler) und ein Schwallwasserbehälter. Die Fußbodenheizung im Schwimmerbecken wird durch Solarenergie betrieben, dafür sind auf dem Dach des Betriebsgebäudes mit Kasse, Imbiss, Umkleiden, Duschen und Schließfächern Solarabsorbermatten installiert.
Als Lärmschutz für die Anlieger wurden Wälle aufgeschüttet. Dahinter wird das Naturbad-Gelände ringsum mit einem Stahlmattenzaun umgeben.
Die Möglichkeit, Beachvolleyball zu spielen, ist auch im Naturbad wieder gegeben. Ebenso wird die Minigolf-Anlage bespielbar gemacht. Sie ist aber vom Bad-Gelände vollständig abgetrennt, damit sie auch wenn das Wetter nicht zum Schwimmen einlädt, genutzt werden kann. In dem Zusammenhang soll der Eintrittspreis-Dschungel durchforstet werden, kündigte Luksch an. Elf verschiedene Tarife allein fürs Bad seien einfach zu viel.
Gemeinderat Peter Hinterberger riet, die teilweise steilen Liegeflächen zu entschärfen. »Sonst bekommen wir das Problem wie im Waldkirchner Bad. Da geht dir kein Gast hin, wenn er ständig vom Badetuch rutscht. « Über den Humusauftrag sei eine Korrektur noch möglich, meinte dazu der Bürgermeister.
Eine Ausweitung der gepflasterten Fläche beim Haupteingang schlug Siegfried Klante vor. Dann wäre mehr Platz für Tische, Stühle und Schirme für den Imbiss.
Er hält auch mehr Parkplätze für notwendig. »Wir möchten ja, dass jetzt mehr Gäste in das neue Bad kommen. Da reichen die vorhandenen Parkmöglichkeiten nicht aus. « Die nicht mehr genutzte Fläche bei der früheren Eisbahn sei seiner Ansicht nach für Parkplätze geeignet.
Luksch könnte sich auch die Stelle zwischen dem Anwesen Franz Treml und der Waldschmidtstraße vorstellen. Hier müsste der Bewuchs entfernt und schräge Parkplätze entlang der Straße geschaffen werden. In einem Gespräch mit der Planungsfirma Plafog soll über diese Möglichkeiten beraten werden und über sinnvolles, raumsparendes Parken auf der bisherigen Fläche gegenüber dem Naturbad-Gelände.


Grafenauer Anzeiger vom Donnerstag, 20. September 2007

Diamanten sind die Schmuckstücke im Café
Johanna Wenzel ist Deutschlands einzige Diamantschleiferin - Am 1. Januar Betrieb von Eltern übernommen
von Julian Scheuchenzuber
Spiegelau. Ein Café und eine Diamantschleiferei unter einem Dach - eine ungewöhnliche Vorstellung für die meisten. „Eine tolle Kombination“ für die 43-jährige Betreiberin Johanna Wenzel aus Spiegelau.
„Wir wollen es unseren Kunden so bequem wie möglich machen und durch das Café entsteht eine sehr lockere Atmosphäre. Ergänzend bieten wir auch noch kleine Schmankerl an“, erzählt Johanna Wenzel. Obwohl das Café bereits seit 36 Jahren besteht, ist der Juwelierbetrieb, der erst 13 Jahre später hinzukam, mittlerweile das Hauptstandbein. Schmuckstücke von Marken wie „Bunz“ oder „Fabergé“ gehören genauso zum Angebot wie die Eigenkreationen, auf die Johanna Wenzel besonders stolz ist.
Das Interesse für die kostbaren Steine entwickelte die gelernte Gemologin (abgeleitet vom lateinischen Wort für Edelstein „Gemma“), Diamantgutachterin und Perlen-Sachver-ständige durch die Vorliebe ihres Vaters Hans Wenzel für Schmuck und Antiquitäten. Das Diamantenschleifen lernte sie einst von ihrem jetzigen Lebensgefährten Paul Görg, mit dem sie auch ihr Geschäft betreibt. „Erschwinglich sind die edlen Steine eigentlich für jedermann“, sagt Wenzel. Angefangen bei kleinen Steinen für nur fünf Euro, gibt es nach oben keine Grenzen. Wobei zu bemerken ist, dass ausschließlich hochwertige Schmuckdiamanten verwendet werden.
Werbung macht Johanna Wenzel so gut wie keine. Durch Mundpropaganda hat sie mittlerweile allerdings schon Kunden in ganz Deutschland, der Schweiz, Amerika Südafrika und Uruguay. „Am meisten freut es mich jedoch, dass wir in letzter Zeit sehr viele Kunden hier aus der Region haben“, ergänzt sie. Den Betrieb hat sie Anfang des Jahres von ihren Eltern, die immer noch aktiv mithelfen, übernommen und seitdem sogar schon einen großen Erfolg verbucht - die Auszeichnung „1A-Juwelier“ von dem Verlag „Markt Intern“.
Mittlerweile wurde sogar das Bayerische Fernsehen auf „Schmuck-Café Wenzel“ aufmerksam. Am vergangenen Sonntag drehte Stefan Bank im Auftrag vom BR einen Beitrag für die Sendung „Schlemmerreisen“, der demnächst ausgestrahlt wird. Gekocht wurde aus diesem Anlass eine Schwammerlsuppe. Die Möglichkeit, die neue Kollektion aus dem Hause Wenzel zu betrachten, hat man da schon etwas eher: Vom 19. bis 21. Oktober wird es im Bürgerspital in Plattling eine Ausstellung mit allen neuen Schmuckstücken geben, worauf sich die Chefin mit am meisten freut: „Mit dieser Veranstaltung wollen wir unsere bisherigen Erfolge feiern und ich hoffe, dass es so weiter geht.“



Grafenauer Anzeiger vom Freitag, 14. September 2007

Stockbauer-Stiftung jetzt staatlich anerkannt
Früherer Zahnarzt vermachte der Gemeinde Spiegelau Millionen-Vermögen für soziale Zwecke
Spiegelau (ul). Nun ist es amtlich: Die Regierung von Niederbayern hat die „Dr. Ludwig-und- Johanna-Stockbauer-Stiftung“ mit Sitz in Spiegelau als rechtsfähige örtliche Stiftung des öffentlichen Rechts staatlich anerkannt. Sie ist damit eine von sieben Stiftungen im Landkreis.
Der Stiftungszweck ist die „Förderung der Allgemeinheit auf materiellem, geistigem und sittlichem Gebiet“. Das bedeutet insbesondere die Förderung des Heimatgedankens, der Jugendhilfe, der Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens, des Wohlfahrtswesens und des Sports in der Gemeinde Spiegelau. Der Erblasser Dr. Ludwig Stockbauer, der lange in Spiegelau als Zahnarzt gearbeitet hatte und auch nach seinem Umzug nach Passau der Gemeinde immer verbunden blieb, war heuer im Januar kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben. In seinem Testament vermachte er der Gemeinde über seine Stiftung den Löwenanteil an seinem Vermögen - ein siebenstelliger Betrag (PNP berichtete). Testamentsvollstrecker ist der Passauer Notar Dr. Wolfgang Reimann. Seine Aufgabe ist es, das für die Stiftung relevante Vermögen Stockbauers aufzulisten und der Gemeinde zu übergeben. Stiftungsvorsitzender ist jeweils der 1. Bürgermeister der Gemeinde, also Josef Luksch.
Der nächste Schritt ist jetzt, einen Stiftungsbeirat zu benennen. Das soll bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 19. September geschehen.


Grafenauer Anzeiger vom Mittwoch, 12. September 2007
Spiegelauer machen Handwerkern den Hof
Eine neue Idee einer neuen Koalition: „Handwerkerhof soll neues Leben in die Glasfabrik und in den Ort bringen“
von Michael Witte
Spiegelau. Neue Koalition, neue Idee. CSU, Freie Wähler und Überparteiliche Gemeinschaft aus Spiegelau haben aus Sorge um die wirtschaftliche Lage im Glasmacherort nachgedacht und zu einer gemeinsamer Idee zusammengefunden: In der KSS soll ein „Handwerkerhof“ entstehen, in dem junge Menschen einen Ort für ihre Künste finden sollen. „Spätestens in einem Jahr ist die Hütte voll“, kündigte Siegfried Klante (CSU) jetzt bei einem Pressegespräch an, bei dem die Koalition ihren Plan vorstellte.
Tristesse dominierte in der vergangenen Woche das wirtschaftliche Leben in Spiegelau: Bei der Kristallglasfabrik (KSS), jener ruhmreichen Glashütte, wurde verkündet, dass mindestens 20 Arbeitsplätze gestrichen werden, die Mundglas-Produktion nach 500 Jahren eingestellt werde. Doch die Koalitionäre wollen nicht mit ansehen, wie in ihrer Gemeinde der Ofen ausgeht, sondern „die Zukunft gestalten“, wie es der Spiegelauer JU-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Roth formulierte.
„Uns treibt die Sorge um unseren Ort um“, assistierte ihm Klante. Und deshalb spricht sich die Gruppe für ein Bündnis zwischen KSS und Gemeinde aus, aus dem der „Handwerkerhof“ wachsen soll. Die Idee ist folgende: Junge Handwerker, die zwar auf eigenen Beinen stehen wollen, aber nicht gleich einen großen Betrieb eröffnen können, sollen in einer Halle der KSS eine erste Heimstatt finden. Der Clou: Die Miete zahlt in den ersten sechs Monaten die Gemeinde, so dass die jungen Betriebe sich zuerst ohne größeren Druck entwickeln können. „Das wäre Wirtschaftsförderung“, sagte Erhard Wawrzek (Freie), der überdies auch auf die Synergie-Effekte des möglichen „Handwerkerhofes“ verweist. Würden viele Handwerksbetriebe zusammen unter einem Dach arbeiten, könnten Maschinen untereinander getauscht, eine einzige Verwaltung genutzt oder gemeinsame Kontakte aufgebaut werden. Zudem könnten sich die Jung-Unternehmer in einem fruchtbaren Dialog austauschen.
Allerdings erwarte die Koalition von den neuen Betrieben im Erfolgsfall - wovon alle ausgehen -, dass sie sich aus dem Handwerkerhof nicht in eine andere Gemeinde verabschieden, sondern am Ort im gemeindeeigenen Gewerbegebiet ihre Geschäfte fortsetzen. „Dazu müssen wir aber Gewerbegebiete haben“, fordert JU-Vorsitzender Roth, der im gleichen Atemzug bemängelt, dass die Gemeinde bei diesem Punkt in den vergangenen Jahren nicht konsequent agiert habe - aber das soll jetzt anders werden.
„Ursprünglich hatten wir so etwas auch im ehemaligen Staatlichen Sägewerk vor“, sagte Klante. Man sei aber von diesen Plänen abgerückt, da neben einem „Handwerkerhof“ dort auch eine Veranstaltungshalle entstehen sollte. Doch die Koalition hat die Pläne getrennt - Kultur zum Sägewerk, Handwerk zur KSS. „Das passt viel besser, das Handwerk ist in der Glashütte zu Hause“, sagte Klante.
Und dieser Entwurf hat auch Vorzüge für die KSS. In einem ersten Gespräch mit Geschäftsführer Gerald Mader habe man die Lage sondiert und sei auf Wohlwollen gestoßen. Nach den Worten von Klante wünscht sich die Glasfabrik einen zusätzlichen Anziehungspunkt für die neue Schauglashütte, die dort nach dem Wegfall der Mundglas-Fertigung entstehen soll. Im Klartext: Wenn Menschen den Handwerkern im „Handwerkerhof“ der KSS über die Schulter schauen dürfen, könnte sich das Unternehmen noch stärker mit der Idee anfreunden.
Von Seiten der Spiegelauer Koalition gibt’s indes auch eine Bedingung: Soll der „Handwerkerhof“ wahr werden, „brauchen wir einen langfristigen Mietvertrag“, sagte Harald Frank (ÜPG). Zehn Jahre mindestens, noch besser wären 15 Jahre, „wir brauchen Perspektiven“. Ob sich die Idee „Handwerkerhof“ umsetzen lässt, wird sich nach Angaben der Koalition in den kommenden Wochen zeigen. Ganz klar dahinter stünde nämlich ein Vorsatz: „Wir wollen gestalten, statt verwalten“, sagte Roth.
Dieser Maxime folgt auch eine zweite Idee: ein überdachter Waldspielplatz auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks. Das Wort „Indoorhalle“ wollen die Koalitionäre dabei nicht in den Mund nehmen, aber im Prinzip handelt es sich um ein Angebot für schlechtes Wetter. Gemeinsam mit dem Nationalpark, der nach den Worten von Klante diesem Projekt positiv gegenübersteht, soll dort etwas Neues, Langfristiges für Kinder aufgebaut werden. Nicht zuletzt, um dem Tourismus in der Gemeinde einen neuen Impuls zu geben.
„Wir haben Holz, Glas und den Rachel in unserer Gemeinde. Mit diesen Pfunden müssen wir wuchern“, empfahl JU-Vorsitzender Roth. Auch um von mehreren Quellen Fördergelder anzuzapfen. Denn: Es reiche laut Klante nicht, 30 000 Euro irgendwo für den Tourismus auszugeben. „Das ist ein guter Anfang, aber es reicht nicht.“



Grafenauer Anzeiger vom Samstag, 10. September 2007

Geheimnissen unserer Denkmäler auf der Spur   (Foto 1)   (Foto 2 vom 11.9.2007)
Freyung-Grafenau (pnp).
Acht Stationen wurden im Landkreis beim gestrigen Tag des offenen Denkmals den Besuchern geboten - acht mal Gelegenheit, Einblicke zu erhaschen, die man bei einem normalen Besuch so vielleicht nicht bekommen hätte. Und das mögen sich auch die mehreren hundert Besucher gedacht haben, die diese Gelegenheit beim Schopfe packten. Eine dieser Stationen war die evangelische Martin-Luther-Kirche in Spiegelau. Um 10 Uhr feierte die dortige Kirchengemeinde einen Gottesdienst mit Abendmahl. Hoch hinaus ging es dann um 11 Uhr - eine Turmbesteigung stand auf dem Programm. Anfangs blickten manche Besucher etwas skeptisch, so wie Helmi Krampe und Christian Ueberham (siehe Foto). Je höher es dann hinaufging, desto sicherer wurden jedoch die Schritte. „Wir kommen jedes Jahr zum Tag der offenen Denkmäler“, so eine andere Teilnehmerin. Sie schätze besonders die fundierten Erläuterungen in den Führungen vor Ort. Diese gab es auch in Spiegelau. Die Besucher erfuhren beispielsweise, dass am Reformationstag 1901 die Martin-Luther-Kirche vom damaligen Dekan Koch aus Regensburg eingeweiht wurde. Er hatte zu diesem Festtag den Kirchenchor aus Regensburg mitgebracht. Der „evangelische Verein“ wurde 1900 gegründet, mit dem Ziel, eine geistliche Heimat für die Protestanten in Spiegelau zu gründen. Treibende Kraft waren die evangelischen Unternehmer und Angestellten, allen voran der Vorsitzende Jean Emil Porst, Geschäftsführer der Holzstoff- und Pappenfabrik Wildberger.

Spiegelauer Hiagstroas brachte viele auf die Beine
Verkaufsoffener Sonntag mit 21 Anlaufstellen - Bummelzug, Kutsche und Handytaxi verbanden die einzelnen Orte
Spiegelau (tm). Auch zur 12. „Hiagstroas“ mit verkaufsoffenen Geschäften am Sonntag ließ sich der Gewerbeverein für seine Besucher ein reichhaltiges Programm einfallen. Der Aufwand wurde belohnt. Gäste aus Nah und Fern kamen in den Glasmacherort.
An 21 Veranstaltungsorten in und um Spiegelau, konnten sich die Besucher unterhalten oder einkaufen. Mit der Bummelbahn, dem kostenlosen Handy-Taxi oder mit einer Kutsche konnten sich die Besucher von einem „Event“ zum anderen chauffieren lassen. Auch für die Kleinen wurde gesorgt. Eine Springburg war aufgebaut, das Spielmobil des Kreisjugendrings machte Station, Vorführungen im Einradfahren ließ viele staunen. Bei der 12. Spiegelauer Hiagstroas waren dabei: Antik-Cafe Wenzel, Gemeinde Spiegelau, Cafe Würzbauer, Schuhhaus Nachtmann, Schreibwaren Moser, Bäckerei Damböck, Sparkasse Spiegelau, Schatztruhe Köck, Glaszentrum Spiegelau, Bistro in der Glasfabrik, Seltmann Weiden Shop, Blumen Weber, Schnapsmuseum Penninger, Einrichtungshaus Halser, Schreibwaren Döringer, Hotel-Cafe Lilo, Restaurant Roma, Heibo Bauspezi, Bäckerei Schinabeck, Haustechnik Apfelbacher, Edeka aktivmarkt, Brunner Reinhold, Reinigungstechnik Blöchinger, Schreinerei Hobelsberger, Translift Helmut Koller und ein Flohmarkt.


Grafenauer Anzeiger vom Samstag, 7. September 2007

Der großen Feier folgt die bittere Wahrheit
Bundestagspräsident Norbert Lammert besucht vormittags die KSS, nachmittags protestieren Arbeiter gegen Stellenabbau
von Michael Witte
Spiegelau. Ein Tatort, zwei Welten: Gestern Vormittag hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Kristallglasfabrik Spiegelau (KSS) besucht. Dabei war der geplante Stellenabbau in diesem Traditionsunternehmen - mindestens 20 von 60 Mitarbeitern müssen gehen - nicht mehr als eine Randnotiz. Heftig ging es dagegen am Nachmittag zur Sache: Bei einer Kundgebung der Gewerkschaft IB BCE vor der KSS protestierten alle Redner gegen die Unternehmenspolitik und warfen der Geschäftsleitung Versagen vor. Aber: „Wir lassen uns das jetzt nicht mehr gefallen und werden uns wehren“, sagte KSS-Betriebsratsvorsitzender Kurt Brunner.
Es regnet Bindfäden, aber das ist egal. Und die Glasbläser produzieren eifrig Gläser, und auch ihnen ist er egal - der hohe Gast aus Berlin. Stumm und konzentriert nehmen sie kaum Notiz von Bundestagspräsident Lammert, der mit hochkarätigem Gefolge aus Politik und Wirtschaft die Kristallglasfabrik Spiegelau besucht. Und der den Menschen, die hinter ihm stehen, nicht aus der Seele spricht, wenn er sagt: „Der Strukturwandel hat an anderen Stellen in Deutschland viel heftiger zugeschlagen.“
Er komme aus dem Ruhrgebiet, in der der Bergbau einst die Region geprägt, 600 000 Menschen Arbeit gegeben habe. Und heute: Gerade mal noch 30 000 Arbeitsplätze böte dieser Industriezweig und 2018 würde die letzte Tonne Kohle gefördert. So könne er zwar die Anliegen der Menschen im Bayerischen Wald nachvollziehen, aber Ruhr und Bayerwald unterscheide ja nun, dass die Glasproduktion nicht zu einem festen Datum eingestellt werde. Und deshalb habe die Glasindustrie „eine stolze Zukunft vor sich“ - dafür gibt es weder Applaus von den Arbeitern hinter ihm, noch von der Prominenz vor ihm, die Lammerts Rede bei Geschnetzeltem und Semmelknödel verfolgt.
Bürgermeister Josef Luksch und Landrat Alexander Muthmann streifen in ihren kurzen Reden zwar das Thema Arbeitsplatzabbau, ins Detail geht aber keiner. KSS-Betriebsratsvorsitzender Kurt Brunner nutzt die Gunst der Stunde, überreicht dem Bundestagspräsidenten einen Brief mit den Sorgen und Nöten der Mitarbeiter - aber auch dies wird nur zur Kenntnis genommen. Und KSS-Geschäftsführer Gerald Mader preist während des Mittagessens sogar den Gästen die großen handwerklichen Künste der Glasbläser an, die sich geradezu stoisch ihrem Werkstoff und ihrer Arbeit widmen.
Betroffenheit zeigen die Politiker erst nach dem offiziellen Teil: „Das ist ein schlimmer Schlag“, sagt Landrat Muthmann. „Das ist sehr hart für die Betroffenen“, formuliert Günther Keilwerth von der Wirtschaftsförderung bei der Regierung in Landshut. Und: „Für Spiegelau ist das ein großer Aderlass“, meint MdL Helmut Brunner. Den prominenten Gast von Brunners christlicher Schwesterpartei erreichen diese Worte nicht mehr: Nach dem Eintrag ins Goldene Buch, das Bürgermeister Luksch am KSS-Ausgang postiert hat, geht’s für Lammert und Reisegruppe weiter Richtung Passau.
Konkret und bitter wird es für die Mitarbeiter dann am Nachmittag: Bei einer Betriebsversammlung kündigt Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann an, dass mindestens 20 Mitarbeiter ihren Hut nehmen müssen, die Mundglasfertigung eingestellt und stattdessen eine Schauglashütte am ruhmreichen Glasbläser-Standort Spiegelau entstehen wird. „Die industrielle Mundglas-Produktion ist von der Kostensituation nicht mehr tragbar“, sagt Kaufmann auf Anfrage dieser Zeitung. Aber gerade dies ziehen die Redner bei der Protest-Demo nur eine halbe Stunde nach der Betriebsversammlung stark in Zweifel.
„Riedel kann seine Gläser für 50 bis 60 Euro verkaufen“, sagt Christian Daiker von der Gewerkschaft IB BCE vor rund 100 Demonstranten. Und damit spricht er einen wunden Punkt an, den fast alle Redner aufgreifen. Dem österreichischen Unternehmer, der 2004 Nachtmann und damit auch die KSS übernommen hat, wird vorgeworfen, die Marke Spiegelau zu Gunsten der Marke Riedel geopfert zu haben. Riedels vollmundige Ankündigung bei der Übernahme, die einst profitable KSS zum „Ferrari der Firmengruppe“ zu machen, habe sich als Worthülse entpuppt. „Statt Ferrari sind wird heute nur noch ein Dreirad“, sagt ein völlig frustrierter Mitarbeiter.
Daiker kritisiert aber auch das seiner Ansicht nach miserable Marketing und eine völlig verfehlte Preispolitik für die Mundglas-Produkte aus Spiegelau. „Diese Industrie möchte die Geschäftsführung hier einstampfen.“ Und: Im KSS-Werksverkauf würden fast nur Waren von Leonardo und Riedel angeboten - „das ist eine Sauerei“. Die Gewerkschaft will jetzt kämpfen. Mindestziel sei, „alle unterzubringen“. Denn es könne nicht sein, dass etwa in Riedlhütte 30 Leiharbeiter tätig seien und die Arbeiter aus Spiegelau auf der Straße stünden. „Es wird schwierig, aber wir werden kämpfen.“
Extrem kämpferisch stellt sich dann Bürgermeister Luksch vor die Leute. Und das bei strömendem Regen - im Vergleich zu allen anderen Rednern - nicht unter einem Partyzelt, sondern unter freiem Himmel. Luksch fordert zu kühlem Kopf auf („Lasst die gelben Zettel daheim“), spricht aber selbst mit zunehmender Redezeit mit immer größerer Intensität: Wenn im Speckgürtel von München ein Unternehmen huste, käme sofort der Wirtschaftsminister. „Warum ist das bei uns nicht so?“ Niederbayern ende nicht an der Donau, sondern gehe bis zum Rachel, verlangt der Bürgermeister Taten statt Worte. Aber das ist vielleicht wieder eine andere Welt.

 
SAXNDI. . .
. . .so a scheene Leich. Hochkarätig die Teilnehmer - Bundestagspräsident, MdB, MdL, Vertreter der Regierung von Niederbayern, zahlreiche Politiker. Die Gästeliste war dem Anlass angemessen - denn mit dem Stellenabbau bei der KSS wurde ein weiterer Schritt zum Ende der handgearbeiteten Glasproduktion in unserer Region gemacht. Auf den außenstehenden Betrachter wirkte die Szene schon makaber - vorne die Hochkaräter, die sich an Geschnetzeltem, Bier und Semmelknödel laben, im Hintergrund werkeln die Glasbläser, von denen 20 ihren Arbeitsplatz in Bälde verlieren werden. Eine Schauglashütte soll entstehen - eine Schauglashütte wurde an diesem Vormittag vorgeführt. Das Leben schreibt oft die komischsten Geschichten. Das hat es im Falle dieses Besuchstermins auch getan. Die Glasstraße wollte Lammert bereisen, auf Einladung des Tourismusverbandes Ostbayern Land, Leute und Wirtschaft kennenlernen. In Spiegelau hatte er dazu die passende Gelegenheit - wenn auch im negativen Sinn.
Ach ja, ein paar tröstende Worte hatte er auch noch im Gepäck. Er komme aus einer Region, die jahrzehntelang vom Kohlebergbau geprägt sei. Diese Region habe in kurzer Zeit eine gesamte Schlüsselindustrie verloren. Da habe es der Bayerische Wald ja noch gut erwischt - die Glasproduktion gehe weiter, die Arbeitslosenzahl stetig zurück. Wer in diesem Augenblick in die Gesichter der Anwesenden schaute, der konnte an den Reaktionen erkennen - dass mancher, gelinde gesagt, ob dieser Worte doch etwas überrascht war. Aber auch sie machten gute Miene zum komischen Spiel. Was wäre die Alternative zu dieser Veranstaltung gewesen? Abzusagen und einen Bogen um die KSS zu machen? Wohl kaum. Denn das wäre dann wohl als Feigheit vor dem Feind ausgelegt worden. Wie gesagt, das Leben schreibt die komischsten Geschichten. Und vielleicht sogar bald eine neue: Was in dem Brief steht, den Lammert vom Betriebsratsvorsitzenden überreicht bekam, können wir uns denken. Ob und wie er reagieren wird wohl nicht.    Andreas Nigl


Grafenauer Anzeiger vom Samstag, 1. September 2007
Krise bei der KSS: „Bestenfalls bleibt Schauhütte“
Gewerkschaft befürchtet massiven Personalabbau - Nachtmann-Vorstand: Es gibt Konzept - Demo am Donnerstag
 von Michael Witte
Spiegelau. Noch schweigen die Beteiligten der Kristallglasfabrik Spiegelau (KSS), nur einer deutet an, wohin die Reise bei der traditionsreichen Glashütte wahrscheinlich gehen wird: Gewerkschaftssekretär Christian Daiker von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie für den Bezirk Kelheim-Zwiesel spricht von massivem Arbeitsplatzabbau. „Und wir haben keine Signale, dass das anders sein wird“, sagte der Gewerkschafter auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir befürchten, dass bestenfalls eine Schauhütte erhalten bleibt“, hieß es gestern in einer Medieninformation der Gewerkschaft. Und deshalb wird am kommenden Donnerstag um 15 Uhr vor dem Werk am Sparkassenplatz eine Kundgebung stattfinden - nach der Betriebsversammlung und nach dem Besuch von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).
Der Berliner Parlaments-Chef reist just an diesem Tag in den Glasmacherort, besucht die Kristallglasfabrik. Bis 12.40 Uhr sieht das Programm den Besuch von Lammert vor, der vom Tourismusverband Ostbayern zu einer Reise entlang der Glasstraße eingeladen wurde. Gut eine Stunde später werden dann die Angestellten und Arbeiter über die neue Situation von Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann informiert, der derzeit noch keine Aussagen treffen will. „Wir werden erst unsere Mitarbeiter informieren“, sagt Kaufmann, danach die Öffentlichkeit.
Was genau in Spiegelau passieren wird, dazu gibt es laut Kaufmann Konzepte, die derzeit mit der Gemeinde besprochen werden. Dabei ginge es darum, wie der Glasmacher-Standort weiter erhalten bleiben könne. „Aber Konzepte sind Konzepte“, sagt Kaufmann. Sicherlich würde - wenn eines der Konzepte umgesetzt würde - das den einen oder anderen Arbeitsplatz kosten, aber Details will er erst dem Personal vorstellen, „das ist unser Stil“. Kaufmann schätzt, dass in 14 Tagen oder drei Wochen die Konzepte spruchreif würden. Aber wie gesagt: Erst wird intern geredet, dann nach außen.
Bürgermeister Josef Luksch will sich zum derzeitigen Stand der Dinge auch nicht äußern. „Kein Kommentar“, lautet die einzige Antwort, die er auf alle Fragen zur Zukunft der KSS gibt, in der schon im vergangenen Jahr 40 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren haben. Derzeit sind noch 61 Mitarbeiter dort beschäftigt. Bis zum kommenden Donnerstag habe man sich eine Schweigepflicht auferlegt, Unternehmen als auch die Gemeinde - Luksch hält sich daran. Indes: „Wenn mich die Gewerkschaft darum bittet, auf der Kundgebung zu sprechen, werde ich etwas sagen.“
Die Stimmung im Betrieb ist - wie sich jeder vorstellen kann - derzeit nicht gut. „Es kehrt keine Ruhe ein“, beschreibt KSS-Betriebsratsvorsitzender Kurt Brunner. Wie es weitergeht, darüber wurde Brunner und seine Betriebsratskollegen noch nicht von der Geschäftsleitung unterrichtet. Und deshalb hütet er sich auch vor Aussagen für die nächsten Monate: „Ich möchte keine Vermutungen in die Welt setzen.“
Deutlich wird allein Christian Daiker von der Gewerkschaft: Er befürchtet einen massiven Stellenabbau bei der Kristallglasfabrik und die Aufgabe der industriellen Produktion am Standort Spiegelau. Zu einer Werkschließung wird es nach seinen Worten wohl nicht kommen. Aber was es bedeute, wenn nur noch wenige in der ruhmreichen Hütte arbeiten würden, könne sich jeder selbst ausmalen. Den Begriff „Schauhütte“ vermeidet Daiker, Tags darauf ist dieser aber in einer Medieninformation der Gewerkschaft zu lesen. „Wir befürchten, dass bestenfalls eine Schauhütte erhalten bleibt.“
Zu den näheren Gründen für die düstere Entwicklung des Betriebs wird Daiker am kommenden Donnerstag aus Sicht der Gewerkschaft Position beziehen. Nur so viel: „Es wäre mehr möglich gewesen.“ Ziel müsse es daher für die Arbeitnehmervertreter sein, „alle Leute in den anderen Werken unterzubringen“. Nach Informationen dieser Zeitung steht dem Nachtmann-Werk in Riedlhütte keine Hiobsbotschaft wie in Spiegelau bevor. Die KSS wurde 1990 von der Nachtmann-Gruppe erworben, sie gehört damit ebenso wie das Unternehmen in Riedlhütte seit 2004 zur Riedel-Firmengruppe aus Österreich. Im vergangenen Jahr hatte die KSS fast zur gleichen Zeit - das Geschäftsjahr dauert immer von Juni bis Juni - angekündigt, etwa 40 Mitarbeiter abzubauen.
In dieser Größenordnung wurden Angestellte dann auch in eine so genannte Transfer-Gesellschaft überführt, die sie vor der drohenden Arbeitslosigkeit ein Jahr schützt. Riedel hat im vergangenen Jahr in die KSS investiert, in einen neuen Glasofen. KSS-Geschäftsführer Gerald Mader hatte dies als „eine neue Chance“ bezeichnet.


SAXNDI. . .
. . ., „das haben wir kommen gesehen. Riedel übernimmt KSS nur, um einen Konkurrenten weniger zu haben, lässt ihn ausbluten, nach wenigen Jahren ist die Marke dann verschwunden.“ Nicht wenige Mahner malten vor Jahren dieses Szenario an die Wand. Und im gleichen Wimpernschlag wurden die Österreicher nicht müde, dies weit von sich zu weisen. Wem soll man nun glauben, wer behält Recht? Eine Frage, die sich in den nächsten Wochen sicher beantworten lässt. Im Interesse der über 60 Angestellten, im Interesse der Region - wollen wir hoffen, dass es dieses Mal anders ausgehen wird, wie wir wohl alle vermuten.    Andreas Nigl


Glasproduktion in Spiegelau vor dem Aus? Gewerkschaft: „Wir befürchten, dass bestenfalls eine Schauhütte bleibt“ -
Firma will sich am Donnerstag äußern / von Michael Witte
Spiegelau. Die traditionsreiche Kristallglasfabrik Spiegelau (KSS) steht angeblich vor einem radikalen Umbau: Wo einst über 500 Menschen Arbeit fanden, droht nach Informationen der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie erneut ein massiver Abbau der derzeit noch 61 Arbeitsplätze. „Wir befürchten, das bestenfalls eine Schauhütte erhalten bleibt“, heißt es in einem Schreiben, mit dem die Gewerkschaft gleichzeitig zu einer Protestkundgebung am kommenden Donnerstag nach Spiegelau einlädt. 2004 hatte die österreichische Riedel-Gruppe die Nachtmann-Gruppe, zu der seit 1990 auch die KSS gehört, mit dem Versprechen übernommen, in die Standorte zu investieren. Das geschah zwar, aber an den Standorten Spiegelau und Riedlhütte wurde auch Personal abgebaut - 2006 mussten an beiden Produktionsstätten etwa 90 Nachtmänner gehen. „Wir fordern den Riedel-Konzern dazu auf, die Traditionsmarke KSS Spiegelau im Rahmen der Markenpolitik als Premiummarke zu etablieren und das Produkt am Markt zu platzieren. Unserer Einschätzung nach wird hierfür zu wenig unternommen, was auch zum Personalabbau im Jahr 2006 geführt hat“, ist im Gewerkschafts-Schreiben zu lesen. Am kommenden Donnerstag wollen sich Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann und Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch zum Stand der Dinge äußern - nach einer Betriebsversammlung. Just also an dem Tag, an dem Bundestagspräsident Norbert Lammert die Kristallglasfabrik im Rahmen seiner touristischen Reise entlang der Glasstraße besuchen will.


Grafenauer Anzeiger vom Freitag, 31. August 2007

In acht Tagen startet die Spiegelauer Hiagstroas
Gewerbeverein hat heuer 31 Attraktionen an 21 erlebnisreichen Haltestellen auf die Beine gestellt
S
piegelau (pnp). Mit insgesamt 31 Attraktionen an 21 erlebnisreichen Haltestellen kann der Gewerbeverein Spiegelau als Veranstalter der 12. Hiagstroas am Sonntag, 9. September, aufwarten. Das kulinarische und kulturelle sowie das spielerische wie auch musikalische Angebot verspricht ein unterhaltsames Familienerlebnis.
„Geroast“ werden kann an diesem verkaufsoffenen Sonntag ab 11 Uhr entweder zu Fuß, mit der Bummelbahn oder mit dem kostenlosen „Handy-Taxi“. Die Geschäfte haben von 13 bis 17 Uhr geöffnet und die Spiegelauer Gasthäuser bieten bayerische, italienische und indische Hiagstroas-Schmankerl an, dazu spielt fast überall Live-Musik und ein reichhaltiges Kinderprogramm ist um den ganzen Parcours geboten. Ausgangspunkt der Erlebnisreise durch den Glasmacherort ist nach dem Programm des Gewerbevereins das Café Wenzel, sie zieht sich durch den ganzen Ort bis zum Rathaus. Bei der Mehrzweckhalle lädt der Soldaten- und Kriegerverein ein. Dort wird das 100-jährige Gründungsfest gefeiert und mit Kaffee und Kuchen sowie musikalischer Unterhaltung aufgewartet.
Der schon traditionelle Flohmarkt hat seinen Stammplatz auf dem Vergolderriegel, dazu können sich noch Verkäufer bei Herbert Süß unter Tel.  08553/2783 anmelden. Das Glücksrad wird gedreht, und der Spielmannszug der Feuerwehr Regen spielt für die Gäste auf.
Interessant für die Natur-Badegäste von morgen ist bestimmt die Besichtigung der Baustelle des Naturbades. Ebenso informiert ein Klärwärter über die Baufortschritte des neuen Klärwerkes, und an beiden Baustellen ist ab 14 Uhr zur Stellungnahme ein Bürgermeister vor Ort.
Zudem wird in die evangelische Kirche eingeladen, wo an diesem Sonntag zum „Tag des Offenen Denkmals“ ab 12 bis 15 Uhr zu jeder vollen Stunde eine Führung zur Geschichte der Kirche angeboten wird. Ab 11 Uhr kann sogar der Turm bestiegen werden, und eine Bilderausstellung zur Geschichte der Martin-Luther-Kirche wird gezeigt. Und auch das Rathaus hat seine Pforten geöffnet. Die Dienstleistungsbereiche sind von 12 bis 17 Uhr besetzt und Interessierte können sich über den Bauhof oder die Wasserversorgung informieren. Für Hausbesitzer ist bestimmt die neueste Heiztechnik mit Pellets sehenswert oder die Vorführung mit Hochdruckreinigern, Nass- und Trockensaugern. Sekro-Garagentore, Möbel, Schmuck, Gemälde, Edelsteine und Mineralien und herbstliches Gebinde sowie eine Blumen-Tombola sind bei der Hiagstroas zu bewundern. Ebenso sind Aktionen zum Schulanfang im Programm. Einen sportlichen Höhepunkt versprechen die Einrad- und Hochradvorführungen. Kreative Gäste sind bei der „Hundertwasser-Mal-Aktion“ willkommen, und beim Bastel-Seminar werden Kniffe und Schliffe für Dekorationen gezeigt. Aus Glasscherben werden Schätze fabriziert, und beim Kristallmarkt können Gläser zu Schnäppchenpreisen erworben werden.


Bahn-Funkmasten: Spiegelau sendet keine Signale
Gemeinde will noch immer nicht die Standorte der Bahn akzeptieren - „Sind Ortsbild verpflichtet“
von Michael Witte
Spiegelau. Der Zug ist noch immer nicht auf dem Gleis: Weil sich der Spiegelauer Gemeinderat noch nicht entschieden hat, ob und wo er neue, hohe Masten für den Betriebsfunk der Deutschen Bahn AG zulassen will, muss das Eisenbahn-Unternehmen weiter warten. Einen Beschluss gab es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates dennoch: Das Gremium sprach sich gegen die Stimme von Erhard Wawrzek dafür aus, dass Bürgermeister Josef Luksch nochmals mit den Vertretern der Bahn sprechen und verhandeln soll.
Seit Dezember vergangenen Jahres dauert nun schon das zähe Ringen zwischen der Bahn eigenen DB Telematik GmbH und der Gemeinde Spiegelau. Längs der gesamten Waldbahn-Strecke von Zwiesel nach Grafenau sollen neue Sender für einen verbesserten Betriebsfunks der Bahn sorgen. In Grafenau wurden nach knapper Diskussion im Stadtrat drei Standorte für Masten gefunden: am Waldrand hinter dem Bahnübergang Schwarzmaierstraße, nördlich der Firma Sedlbauer im Gewerbegebiet Reismühle und im Wald zwischen der Hundeschule und Spiegelau.
Weniger flott geht’s dagegen im Glasmacherort, weil dort die von der Bahn favorisierten 25 bis 30 Meter hohen Masten arge Bauchschmerzen verursachen. Zwei davon sollen es auf Spiegelauer Gemeindegebiet sein, einer in Klingenbrunn-Bahnhof, ein zweiter in der Neuhütter Straße, am Kurpark. Dies teilte Mitte August Frank Byczynski von der DB Telematik in einem Mail mit, die der Bürgermeister jetzt dem Gemeinderat vortrug. „Gleichzeitig möchte ich nochmals klar zum Ausdruck bringen, dass die von Ihnen vorgeschlagenen Alternativstandorte ... von unserer Funknetzplanung überprüft wurden und für eine lückenlose Funkversorgung nicht geeignet sind“, heißt es weiter in der Mail. Laut Byczynski ist der Spielraum für geeignete Standorte sehr eng, alle Varianten wurden im Vorfeld durchgerechnet und berücksichtigt, „so dass Sie von einem optimalen, funktechnischen und zugleich auch wirtschaftlichen Lösungsansatz ausgehen können“.
Doch das sieht der Bürgermeister anders: Zwar wolle er im Gemeinderat nicht mehr grundsätzlich über das Thema Mobilfunk diskutieren, aber: „Wir sind ja dem Ortsbild verpflichtet.“ Außerdem ist DB Telematik nach seinen Worten der Gemeinde immer noch eine Antwort schuldig, warum die Antenne für den Bahn-Betriebsfunk nicht am Schornstein der Kristallglasfabrik angeschraubt werden kann. Außerdem ist Luksch nicht klar, warum das Mobilfunknetz anderer Anbieter auf der ganzen Fahrt von Zwiesel nach Grafenau funktioniere und die Bahn-Antennen nicht an bereits bestehende Mobilfunk-Masten angebracht werden können. „Wir wollen die Bahn nicht verprellen, aber wir werden erneut darüber reden“, sagte der Bürgermeister. Der Gemeinderat folgte diesem Plan.
Als einziger stimmte Erhard Wawrzek gegen diese Vorgehensweise: „Die Sicherheit der Bahn liegt mir am Herzen und deshalb würde ich davon abraten, die Bahn zu blockieren“, sagte der Gemeinderat.

Rathaus in Spiegelau heute ganztägig geschlossen
Spiegelau (pnp). Das Rathaus der Gemeinde Spiegelau ist heute wegen eines Betriebsausfluges geschlossen. Die Tourismus-Information ist zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet, heute von 8 bis 15 Uhr.

SAXNDI. . .
...
,Spiegelau wehrt sich: Noch immer wollen Bürgermeister und Teile des Gemeinderates nicht akzeptieren, dass die Bahn teilweise 30 Meter hohe Beton-Masten in ihrer schönen Gemeinde aufstellen wird. Damit der Betriebsfunk besser klappt.
Das ist zwar löblich, da wohl kaum jemand einen solchen Funkturm neben seinem Schlafzimmer haben will. Und die schlanken Litfaßsäulen werden eher abstoßende Blicke auf sich ziehen - schön ist eben ’was anderes.
Aber über kurz oder lang wird Spiegelau die Himmelsstangen nicht verhindern können - sie kann den Zug aufhalten, stoppen kann sie ihn nicht, weil die Bahn die Anlagen letztlich per Gesetz durchdrücken kann. Das wollen die Eisenbahner aber (noch) nicht.
Und deshalb zielt der Vorwurf ins Leere, die Waldbahn sei in Gefahr, wenn Spiegelau nun nicht endlich Ja sage. Die Waldbahn wird - wenn überhaupt - von anderen vom Gleis genommen. Nicht von Spiegelauern, die sich um ihren schönen Ort sorgen.    Michael Witte


Grafenauer Anzeiger vom Montag, 23. August 2007

Spiegelau-Riedlhütte gestaltet Zukunftsmusik  Fünf Gruppen der Pfarrei testen neues Gotteslob für deutschsprachige Bistümer von November bis Pfingsten 2008
Spiegelau-Riedlhütte (ul/iop). Als eine von fünf Pfarreien im Bistum Passau ist Spiegelau-Riedlhütte von der Diözesanleitung ausgewählt worden, von November bis Pfingsten 2008 Zukunftsmusik zu singen und zu spielen. Denn ein neues Gotteslob wird für die deutschsprachigen Bistümer in Deutschland, Österreich und der Schweiz konzipiert.
Das bisherige Gesangs- und Gebetbuch der Katholiken wurde 1975 herausgegeben und in Anhängen weiterentwickelt. Doch es hat sich viel in den über 30 Jahren im kirchlichen Leben getan. Dem wollen die Bischofskonferenzen auch beim Gotteslob Rechnung tragen. Für die Neuauflage haben die Bischöfe ihren Kollegen Friedhelm Hofmann aus Würzburg beauftragt. Dessen Arbeitsgruppe habe 2500 Lieder gesichtet und 500 vorgeschlagen. „In den allgemeinen Teil können aber nur 300 Lieder aufgenommen werden. Zusätzlich gibt es aber für jedes Bistum wieder einen eigenen Diözesanteil“, erklärt Hofmann.
Für die lateinische Messe soll ebenso Platz sein wie für moderne Lieder, allerdings keine Eintagsfliegen. Zeitgemäßer und bunt gestaltet, soll das Gotteslob ein „Buch zum Hausgebrauch“ werden, so der Würzburger Bischof. Deshalb würden Texte für Hausgottesdienste (zum Advent oder zu Weihnachten) aufgenommen und grundsätzliche Fragen zu Sakramenten, Liturgie und Glauben beantwortet.
Diözesanbeauftragter für Passau ist Domkapitular Dr. Michael Bär. Er hat als Probanden fünf Stadt- und Landpfarreien in unterschiedlichen Größen ausgewählt. Darunter auch Spiegelau-Riedlhütte mit seinen rund 3000 Gläubigen. „Vermutlich fiel auf uns die Wahl, weil ich 15 Jahre Liturgiebeauf-tragter des Dekanats Grafenau war, einige Chöre leite und mehrere Rundfunkgottesdienste aus unseren Kirchen übertragen wurden“, sagt Pfarrer Hubert Gerstl.
Trotz aller Ehre, die das Mitwirken am neuen Gotteslob bedeutet, er sieht auch die Mehrbelastung. „Jedes neue Lied muss einstudiert und von fünf Testgruppen beurteilt werden, welche die so genannte Steuerungsgruppe mit mir und Gemeindereferent Otto Öllinger erst benennen muss.“
Zu diesen Gruppen zählen die Gottesdienstgemeinde, fünf bis zehn Familien mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren, 20 bis 30 aktive Gemeindemitglieder ab 14 Jahren, theologisch-pastorale Experten (keine „Ruheständler“) und Experten der Kirchenmusik (Chorleiter, Organisten - keine Aushilfen und Vertretungen). In „Befragungswellen“ werden dann die Meinungen und Beurteilungen zu den einzelnen Liedern und Gebeten - passend zu Advent/Weihnachten, Fastenzeit, Ostern, Pfingsten, Eucharistie und „Allgemein“ eingeholt. Das kann ein englisches Weihnachtslied sein, ein griechischer Psalm, ein lateinischer Choral oder ein spanischer Osterhymnus. Also auch die Internationalität des katholischen Glaubens wird bei dem neuen Gotteslob stärker berücksichtigt.
Allerdings muss nicht alles, was neu ist, unbedingt besser sein. Das hat Pfarrer Gerstl in einer Probestunde mit dem Kirchenmusikreferenten der Diözese, Hans-Walter Schmitz, feststellen müssen. „Dieses ‘Gloria‘ war zu schwer. Das geht an den Leuten vorbei. Es wird von uns sicher nicht fürs neue Gotteslob vorgeschlagen“.


Grafenauer Anzeiger vom Montag, 16. Juli 2007                                                                     zum Bericht

Pandurenfest: Trenck erstmals ein Spiegelauer - Großes Spektakel im Glasmacherort − Manfred Scholz jr. glänzt in der Rolle des Trenck − Farbenfroher Umzug Spiegelau (mis).
„Herr, wir sind ein gar armer Fleck inmitten des Großen Walds, und unsere Fluren ernähren nur schwerlich unsere Familien. Seid barmherzig und verschont unsere Liegenschaften, auch wenn die gefordert’ Summe nicht vollständig ist, ich fleh’ Euch an“: Mit diesen Worten konnte Ortsbürgermeister Josef Luksch im Historienspiel beim Pandurenfest am gestrigen Sonntag wieder einmal den „gefürchteten“ Freiherr Franziskus von der Trenck beknien, seinen Ort zu verschonen. Nur diesmal war ein entscheidendes Detail anders: Zum ersten Mal, in der 22. Auflage, kamen die Panduren-Darsteller komplett aus Spiegelau und nicht mehr − wie die Jahre zuvor − aus Waldmünchen. Manfred Scholz jr. schlüpfte in die Rolle des Trencks und spielte seinen Part vor tausenden Zuschauern sehr souverän. Auch Siegfried Klante als Panduren-Hauptmann mischte die Szene kräftig auf und zeigte mit seinen 24 Kollegen und Kolleginnen, die von Schneiderin Karin Trauner in prachtvolle Gewänder gehüllt worden waren, eine tolle Premiere. Ins Bild passte da auch ein farbenfroher Umzug mit rund 250 Beteiligten und glanzvollen Pferdewagen.


Grafenauer Anzeiger vom Mittwoch, 11. Juli 2007

Gemeinde Spiegelau macht jetzt den Weg für neuen und größeren Netto-Markt frei
Bauantrag genehmigt - Bedenken wegen steiler Zufahrtsstraße - Ein Kreisel wäre die Lösung
Spiegelau (ul).
Der Netto-Markt will sich vergrößern und zieht deshalb auf das Gelände des alten Sportplatzes in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Lebensmitteldiscountern Edeka und Norma, zum alten Friedhof und zur stark befahrenen Hauptstraße.
Das Gemeindegremium befasste sich in der jüngsten Sitzung mit der Änderung des Flächennutzungsplanes, den Bemerkungen aus der vorgezogenen Bürgerbeteiligung und dem Bebauungsplan.
Den meisten Diskussionsstoff bot dabei die Verkehrsführung. Das Staatliche Bauamt Passau teilte mit, dass die Zufahrt über die Jahnstraße nicht geeignet sei, deshalb sei die Zufahrt nur über die Staatsstraße 2132 (Hauptstraße) möglich. Dazu sieht die Planung eine Linksabbiegespur in Richtung Zwiesel vor. Über eine steile Straße, die der Investor auf eigene Kosten anlegen muss, kommen Kunden und Zulieferer zum Lebensmittelmarkt. „Es ist keine Rede davon, dass die Friedhofsmauer zurückgenommen und Gräber verlegt werden müssen, um den Bau realisieren zu können“, reagierte Bürgermeister Josef Luksch auf kursierende Gerüchte in der Gemeinde.
Das Problem an der Stelle ist allerdings die 14-prozentige Steigung an der Zufahrtsstraße. Die will der Bauwerber dadurch mildern, dass er das Gelände bis zu zwei Meter abgraben lässt. „Das ist im Winter immer noch zu steil, da haut jedes Auto ab“, befürchten Erhard Wawrzek, Kurt Zettl und Harald Frank. „Hier könnte sich ein neuer Unfallschwerpunkt bilden.“
Gemeinderat Ernst Ertl, Polizist in Grafenau, brachte das Beispiel Grafenau, wo selbst an der steilen Rosenauer Straße mit vier Lebensmittelmarkt-Zufahrten und regem Schüleraufkommen sich in all den Jahren erst ein Unfall ereignet hätte. „Und da gibt es keine extra Abbiegespur.“
Peter Hinterberger hält die Planung für „unverantwortlich“. Die Abbiegespur sei viel zu kurz, die Kreuzung nicht einsehbar. Sein Partei-Kollege Alois Loibl machte den Vorschlag, an der Stelle einen Kreisel zu bauen. Damit käme der Verkehr nicht ins Stocken.
Siegfried Klante beantragte, die Errichtung eines Kreisels zwischen Konrad-Wilsdorf-Straße und der Hauptstraße. Das Vorhaben soll mit der Städtebauförderung und dem Staatlichen Bauamt erörtert werden. Mehrheitlich wurde der Antrag gebilligt. Ebenso erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen zum Bauantrag. „Um die Investition zu beschleunigen, kann dies schon vor dem Satzungsbeschluss erfolgen. Das war beim Umzug des Norma-Marktes ebenso“, erklärte dazu der Bürgermeister.
Allerdings muss sich die Rosengarten GmbH aus Bad Birnbach als Bauwerber an einige Vorgaben halten. Die Verkaufsfläche darf 850 Quadratmeter nicht überschreiten, auf dem Satteldach dürfen keine Mobilfunk-Antennen errichtet werden, ein Lärmschutzgutachten muss angefertigt werden, zwischen 10 Uhr abends und sechs Uhr früh darf der Markt nicht beliefert werden, auch das Schneeräumen ist nicht erlaubt. In der Jahnstraße soll von der Schulstraße aus nur mehr die Zufahrt zu sieben neu zu errichtenden Parkplätzen für Friedhofsbesucher möglich sein. Der Rest soll für Kraftfahrzeuge gesperrt werden, damit die Jahnstraße nicht als Schleichweg genutzt werden kann.
13 Gemeinderäte plädierten dafür, ein Einzelhandelsgutachten erstellen zu lassen. Es soll darüber informieren, welche Branchen für die Entwicklung des Ortes notwendig sind. „Wir brauchen so ein Gutachten für die Zukunft, sonst tappen wir direkt im Dunkeln“, argumentierte Klante. Luksch will jetzt prüfen lassen, ob vielleicht über den Stadtumbau West eine Förderung möglich ist.


Grafenauer Anzeiger vom Dienstag, 10. Juli 2007
Premiere für 25 »echte« Spiegelauer Panduren
Zum Fest erstmals eine eigene Truppe gebildet - »Ausspähen« am Samstag und »Vorrücken« am Sonntag geprobt
von Ursula Langesee.
Spiegelau. »Andreas, du tauchst links vom Kreuz auf, Erich auf der rechten Seite und Jan nähert sich vom Pilz her«, gibt Panduren-Offizier Siegfried Klante einigen der Panduren-Darsteller Anweisungen auf den grünen Kurpark-Wiesen. Denn die idyllische Landschaft mit sanften Hügeln und Weihern ist heuer erstmals Schauplatz für das historische Lagerleben und das Warten auf die Panduren (PNP berichtete).
In einer Szene soll bei Einbruch der Dunkelheit nachgestellt werden, wie eine Vorhut des Pandurenobristen Franz Freiherr von der Trenck (gespielt von Manfred Scholz jun. ) die Lage erkundet und dem Hohen Rat von Spiegelau unter Führung von Bürgermeister Josef Luksch erste Bedingungen zur Übernahme des Ortes stellt.
Sechs Panduren sollen auf ihren Pferden einen großen Ring bilden, der sich langsam zuzieht. Dazu taucht einer nach dem anderen auf, bis die Wache auf dem Turm aufmerksam wird und das Lager alarmiert. Langsam und abwartend nähern sich die Reiter, bauen die Spannung mit jedem Schritt auf. »Die Bedrohung muss wirken. Ihr dürft nicht zu schnell sein«, schärft Klante den Panduren ein.
Er selbst wird mit dem Pandurenführer zum Hohen Rat reiten, wo sie ihre Forderungen überbringen - in der Sprache des 18. Jahrhunderts, also ohne »O. K. « oder »Boss«. Da sich der Rat eine längere Bedenkzeit erbittet, folgt die Fortsetzung der Geschichte beim Pandurenfest am Sonntag gegen 12 Uhr.
Erstmals rücken die Panduren dann ausschließlich in Spiegelauer Besetzung an, ohne Unterstützung von Waldmünchen. Das sind dann 18 Reiter und Reiterinnen, sechs Schwarze Panduren (Trencks Leibwache) und eine Marketenderin zu Fuß. Nur elf davon waren schon in den letzten Jahren dabei, für den großen Rest mussten die Kostüme, Kappen, schwarzen Perücken, Bärte, Waffen und Schuhe gefertigt und beschafft werden. »Aus dem Internet hatten wir Beschreibungen, wie die Panduren ausgesehen haben«, erzählt Klante.
An die Einzelteile zu kommen, war gar nicht so einfach. Flohmärkte wurden nach Säbeln abgeklappert, als Grundlage für die pelzummantelten schwarzen Kappen extrabreite Hüte bestellt, einige Schneiderinnen aus Spiegelau beauftragt und ein Kostümverleih in Eggenfelden »geplündert«.
In voller Pracht sind die Panduren dann am Sonntag beim großen Festzug durch Spiegelau mit Spielmannszügen, Bürgerwehr, Trommlern und mitreisendem Volk zu sehen. Im Zentrum schlagen sie ihr Lager auf und haben am Nachmittag unter anderem als Neuerung das Prangerstehen von zwei, drei Personen geplant. Um 16 Uhr ist der Spuk vorbei: die Panduren rücken ab und suchen weitere Orte im Bayerischen Wald heim - so weit die historische Überlieferung.
Tatsächlich werden die Pferde in die Anhänger verladen, Säbel und Umhänge verstaut und der Ausklang des Pandurenfestes in »zivil« mitgefeiert.
Spiegelauer PandurenManfred Scholz jun. (Obrist Franz Freiherr von der Trenck), Margot Scholz (Braut des Obristen) Siegfried Klante (Panduren-Offizier), Paul Wettengel (Träger der Pandurenfahne), Florian Klante, Karl-Heinz Roth, Johannes Mock, Christof Süß, Johannes Stamm, Michael Schmalzbauer (alle von der JU Spiegelau-Riedlhütte als Schwarze Panduren, Leibwache Trencks), Wolfgang Strohmeier, Florian Resch, Ines Klante, Gerhard und Stefan Neumann, Jan Thomsen, Anja Blendinger, Regina Schiller, Florian Ertl, Erich und Andreas Roth, Max Maier (Reiterpanduren), Gerda Zwislsberger, Andrea Frisch und Traudl Strohmeier (Marktetenderinnen)


Grafenauer Anzeiger vom 25.6.2007

Krux mit dem Schmutzwasser: Wer liefert was?
Aus dem Spiegelauer Gemeinderat: Globalberechnung stößt auf Kritik der Gemeinderäte
Spiegelau (hpd). Eigentlich gab es zur letzten Gemeinderatssitzung nur einen öffentlichen Programmpunkt: Verabschiedung des Haushaltsplans für das Jahr 2007. Aber ein unerledigter „Rest“ aus vorheriger Sitzung und eine Information zur Frage der Aufteilung von Investitions- und laufenden Kosten im Zweckverband Abwasser ließ die Emotionen und den zeitlichen Bedarf doch wieder erheblich „anschwellen“. Recht zackig konnte der Haushaltsplan vorgelegt und einstimmig gebilligt werden. Kämmerer Ludwig Friedl listete erwartete Einnahmen und Ausgaben auf, die Entwicklung von Vermögen und Schulden und wie die Entwicklung der kommenden Jahre eingeschätzt wird. Der Gesamthaushalt soll sich nach dieser Planung auf ein Volumen von 8 721 700 Euro belaufen und steigt damit zum Vorjahr um etwas mehr als 1,5 Millionen Euro an. Die Summe teilt sich in 5 630 200 Euro im Verwaltungshaushalt und in 3 091 500 Euro im Vermögenshaushalt. Ein Plus bei den Finanzen darf sich Spiegelau beim Gemeindeanteil aus der Einkommenssteuer und Umsatzsteuer erwarten. Die Schlüsselzuweisungen stiegen um 176 640 Euro. Ein deutliches erwartetes Plus von fast 200 000 Euro bei der Gewerbesteuer wurde als Lohn für eine konsequente Wirtschaftspolitik in der Gemeinde verbucht und auch bei der Grundsteuer werden Mehreinnahmen erwartet. Dazu kommen Einnahmen aus kommunalen Aufgabenbereichen wie Kanal, Wasser und Bestattungswesen, wo jedoch nicht kostendeckend gearbeitet wird. Ausgegeben werden die Gelder des Verwaltungshaushalts zum größten Teil für Personalkosten, zudem für Umlagen, Zinsen, Schulen, Kindergärten. Insbesondere bei den letzten beiden Punkten errechneten sich Erhöhungen, die sich aus dem neuen Kindertagesstättengesetz und aus der verstärkten Busbeförderung in Richtung Riedlhütte ergeben.
Teilweise müssen die Haushaltszahlen nach Prognosen erstellt werden, so bei der Steuerentwicklung. Im Haushaltsplan wurde vorsichtshalber etwa bei der Gewerbesteuerschätzung ein etwas niedrigerer Wert angesetzt, um lieber etwas Spielraum zu gewinnen, statt später bei nach unten korrigierten reellen Werten Haushaltslöcher zu riskieren. Etwas „Luft“ wird es für die Gemeindefinanzen auch bei der Solidarumlage geben, wenn der Freistaat stufenweise steigend hier die Zahlungen übernimmt, was heuer immerhin 50 Prozent ausmacht, bevor 2008 auch die verbleibenden gut 30 000 Euro wegfallen.
Kämmerer Ludwig Friedl verwies darauf, dass Spiegelau in den Jahren 1995 bis 2006 eine gute Million Euro an Solidarumlage aufbringen musste. Erfreuliches konnte er auch zur Entwicklung der Zinsbelastung im Verwaltungshaushalt vermelden, wo die Belastung erfolgreich mit einer konsequenten Schuldenpolitik gesenkt werden konnte. Allerdings kehrt eine vorgesehene Neuverschuldung diesen Trend in nächster Zeit wieder um, so seine Befürchtung. Werden alle einmaligen Einnahmen und Ausgaben gegengerechnet und die ordentlichen Tilgungsausgaben abgezogen, bleiben im Finanzplan 2007 so 610 400 Euro als freie Finanzspanne übrig.
Sorgenkinder des Haushalts bleiben die kommunalen Aufgaben. Sowohl beim Bestattungswesen als auch bei Wasser und Kanal wird nicht kostendeckend gearbeitet. Dennoch will sich die Gemeinde einen nötigen Investitionsspielraum erhalten und nimmt eine Neuverschuldung von 2 672 996 Euro auf 2 815 780 Euro in Kauf, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 687,95 Euro bedeutet.
Bei der anschließenden Diskussion wurde die Planung allgemein als „nicht unerfreulich“ beurteilt, nachdem sich insbesondere die Einnahmesituation deutlich verbessert gezeigt hat. Als ein vorrangiges Ziel soll deshalb in die Tourismusförderung investiert werden, wofür zusammen mit den Betrieben eine nennenswerte Summe aufgebracht werden soll. Die Gemeinde will ihr Engagement hier um 30 000 Euro aufstocken. Einige Fragen gab es aus dem Gemeindegremium zu Details. Der Haushaltsplan ist jedoch - wie der Name schon sagt - ohnehin zunächst „nur“ eine „Zielvorlage“, die sich anhand der konkreten Zahlen im Jahresverlauf erst beweisen muss. Immerhin: Die Zahlen stehen nicht schlecht, weshalb die Haushaltsplanung auch einstimmig befürwortet wurde.
Viel Kopfzerbrechen gab es dagegen nach den Ausführungen des Diplomingenieurs Jörg Kornstädt von der Regensburger EBB, die für die Planung der neuen Kläranlage verantwortlich zeichnet. Er hatte eine Präsentation dabei, die verdeutlichen sollte, welche Faktoren in die Berechnung der Kostenanteile einfließen, die für die Gemeinden Spiegelau und St.Oswald-Riedlhütte in Bezug auf Investitionskosten und Unterhaltskosten entstehen werden.
Nun kann dafür nicht einfach die jeweilige Einwohnerzahl heran gezogen werden, denn auch Urlauber, Tagesgäste, Betriebe oder Zukunftsinvestitionen können sich in theoretische und praktische Schmutzwassermengen einrechnen. Relativ unstrittig war die Größenordnung, auf die die maximalen Klärkapazitäten ausgelegt wurden. Diskutabel ist dagegen, wenn statt realen 3418 Einwohnern Kapazitäten für 7500 „Einwohnergleichwerte“ geschaffen wurden, wie sich diese Maximalzahl konkret auf die beiden Zweckverbandsgemeinden dividieren lassen. Denn nicht jeder hat die gleichen Gästebetten und dazu die entsprechende Auslastung. Nach Spiegelau kommen vielleicht mehr Tagesausflügler; und benutzen diese dann hier auch die Gaststättentoiletten? Wie viel Wasser wird beim Schlachten eines Mastbullen wie stark belastet?
Aus dieser Vorlage hatte Jörg Kornstädt zwar bereits eine diffizile Prozentberechnung erstellt, die relativ nahe an früheren Kostenteilungsprozentsätzen der beiden Zweckverbandspartner heran kam, aber er hatte dennoch nicht die Diskussionsbereitschaft der Spiegelauer Räte miteinbezogen. Dort wurden insbesondere die Zahlen zu Tagesgästen oder Schülerzahlen und Glashüttenmitarbeitern als kritisch beurteilt, da diese entweder als fiktiv überhöht beurteilt oder es als unzulässige Doppelzählung gesehen wird, wenn ein Spiegelauer Schüler in Spiegelau in die Schule geht und beim „pinkeln“ in das gleiche Kanalnetz dennoch zu einer Veränderung in der Verteilungsprozentzahl beitragen könnte.
Nach derzeitiger Berechnung würde die niedrigere echte Einwohnerzahl von Spiegelau sogar höher belastet werden als die höhere in St. Oswald-Riedlhütte. Da jedoch beispielsweise auch zum Wasserbedarf in Metzgereibetrieben keine wirklich verlässlichen Zahlen vorlagen, drehte sich die Diskussion lediglich um die individuelle Bewertung von realistisch oder unrealistisch und musste deshalb als nicht klärbar auf einen späteren Zeitpunkt vertagt werden.
Kornstädt wurde beauftragt, mehrere Rechenbeispiele zu erstellen, wie sich mit veränderten Parametern der Prozentsatz der Gemeindebeteiligungen verändern würde. Dabei stellen sich die Meinungen im Spiegelauer Gemeinderat derzeit so dar: Erhard Wawrzek geht davon aus, dass statt einer geschätzten 46/54-Gewichtung zu Ungunsten Spiegelaus eine Kostenbeteiligung zu „halb-halb“ rechnerisch realistisch wäre. Um Prozentpunkte hin oder her bis ins letzte Detail zu streiten hält Siegfried Klante nicht für sinnvoll, allerdings müssen seiner Meinung nach die Zahlen so transparent gemacht werden, dass sie dem mehr oder weniger betroffenen Bürger auch erklärt werden können.


Grafenauer Anzeiger vom 16.6.2007

Spiegelau feiert vier Tage
Startschuss mit Platzkonzert und Umzug - Morgen Kindernachmittag
Spiegelau (pnp). Mit einem Standkonzert der „Klingenbrunner Dorfblos‘n“ um 17.30 Uhr ist gestern das Volksfest gestartet. Um 18 Uhr formierte sich der Festzug der Vereine und Behörden zum Festzelt, wo Bürgermeister Josef Luksch das erste Fass Bier angezapft hat.
Am heutigen Samstag ist ab 14 Uhr der Vergnügungspark geöffnet, um 18 Uhr beginnt der Festzeltbetrieb. Ab 19.30 Uhr unterhält die Partyband „Picollos“.
Der Haupttag beim Volksfest ist der Sonntag. Flohmarktfreunde kommen als Erste auf ihre Kosten, wenn ab 8 Uhr die Stände auf dem Volksfestplatz aufgebaut werden. Politisch brisant wird es um 10.30 Uhr im Festzelt, wenn SPD-Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Landesvorsitzender der Bayern-SPD, Florian Pronold, beim politischen Frühschoppen Klartext redet. Ein besonderes „Schmankerl“ für die Kinder sind die ermäßigten Preise an den Fahrgeschäften.


AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Die vorgezogene Bürgerbeteiligung und Fachstellenanhörung zur Änderung des Flächennutzungsplanes für die Ansiedlung des Verbrauchermarktes „Netto“ auf dem alten Sportplatz war Tagesordnungspunkt 1 bei der jüngsten Sitzung. Aber der Punkt wurde abgesetzt, weil die Planungsunterlagen nicht vollständig vorlagen. Das Absetzen hatte Gemeinderat Erhard Wawrzek beantragt, mit acht zu sieben Stimmen ging sein Antrag durch.
 Die Firma Stratebau aus Grafenau erhielt als günstigste Bieterin mit knapp über 224 000 Euro den Auftrag für das Sanieren und Ausbessern folgender Straßen: Bahnhofstraße, Neuhütter Straße, Auf der List, Waldschmidtstraße (Kreuzung bei Hotel Waldfrieden), Bürgersteig der Riedlhütter Straße, Jahnstraße, Reithackerweg (alle in Spiegelau), Ortsausfahrt Augrub und Kreuzbergstraße in Oberkreuzberg. Die Gemeinde erhielt für das Deckenbauprogramm eine Förderung aus dem Schneekatastrophenfonds von 86 000 Euro, die heuer noch verbaut werden müssen.
 Nicht behandelt wurde auf Antrag von Erhard Wawrzek die Rechtsstellung des künftigen Bürgermeisters - ob hauptamtlich oder nebenamtlich. Mit elf zu vier Stimmen wurde der Punkt abgesetzt.
Für das Säubern der Gemeinde, das Lothar Sommer zwei Mal pro Jahr organisiert, dankte Bürgermeister Luksch herzlich. Im Frühjahr hatten 232 Personen 980 Kilo Müll gesammelt.
 Zum Thema „Gehweg nach Beiwald“ informierte Luksch, dass ein reiner Gehweg nicht förderfähig sei, höchstens die Errichtung eines Radwegs, für den aber mindestens 1,50 Meter Breite notwendig seien.
 Ludwig Schopf und Wawrzek kritisierten, dass an manchen Stellen in der Gemeinde das Gras zu hoch wachse. Ganz schlimm sei es im Kurpark. „Das ist für einen Tourismusort kein schöner Anblick“, monierten sie. Luksch sagte, dass auf Bitten des Gewerbevereins für die Veranstaltung „Im greana, greana Gros“ noch nicht gemäht worden sei. Nun sei die Veranstaltung abgesagt worden. So stehe einer Rasur nichts mehr im Wege.    (ul).



Grafenauer Anzeiger vom 26.4.2007

Auch Stralsunder wollen am Rachel übernachten
Neue Hüttenwirte Carolin Jungbauer und Kurt Eibl laden auf Deutschlands beliebtestem Berg zur Einkehr ein /
von Michael Witte
Rachel. Punktlandung: Wie geplant haben Carolin Jungbauer (37) und Kurt Eibl (42) am Gründonnerstag das Waldschmidthaus auf dem 1453 hohen Rachel wieder eröffnet. Nach nur einer Woche Modernisierung von frühmorgens bis in die tiefe Nacht wollen die frisch gebackenen Wirtsleute dort urbayerische Herzlichkeit in urigem Ambiente bieten. Die Philosophie scheint anzukommen, vor allem an den Wochenenden sind die Nächte hoch auf dem Gipfel heiß begehrt.
Das Paar ist angekommen: Der Hausinger Eibl managt seine Tankstelle in Pfarrkirchen zwar noch immer, aber nur in Teilzeit. Carolin Jungbauer, seine Lebensgefährtin, ist schon einen Schritt weiter: Nach 20 Jahren als Vermögensberaterin sagte sie ihrer Bank im Rottal Servus, um als Hüttenwirtin auf dem Rachel „eine neue Herausforderung“ anzugehen. „Es war eine wunderschöne Zeit, aber wenn es am schönsten ist, soll man gehen“, sagt sie - sie ging.
Und welche Herausforderung einen auf einem Berg erwartet, merkte das Duo schnell. Denn: Bei der Renovierung mussten Menschen und Materialien mühsam über den steinigen, holprigen Weg zum Waldschmidthaus gebracht werden. Jedes Mal 30 Minuten mit dem Allrad von der Hütte bis zum Gfäll-Parkplatz - was des Wanders Freud‘, ist des Renovierers Leid.
Doch mit dem Ergebnis sind die Beiden höchst zufrieden: eine urige Gaststube für 40 Leute, einen Wintergarten für 30 Gäste, dazu sechs Doppelzimmer und ein Bettenlager für sechs Personen. Alles frisch bezogen, hier und da ein dezenter Farbtupfer wie ein uralter Postkarten-Automat, den Charakter des Hauses nicht umgekrempelt, sondern „eine bayerische Wohlfühl-Atmosphäre in den tiefsten Tiefen des Nationalparks“, schwärmt Eibl. Das größte Kompliment für die gelungene Renovierung machte Carolin Jungbauer übrigens die Besitzerin Käthe Genosko selbst: „Du hast es so eingerichtet, wie ich mir das immer vorgestellt habe“, lobte sie die langjährige Hüttenwirtin. Umgekehrt sparen die Pächter aber auch nicht mit Dank für ihre Vorgänger Hans und Käthe Genosko: „Ohne die hätten wir das nicht geschafft.“
Ganz besonders stolz stellt der Chef im Waldschmidthaus den neuen Komfort der Hütte vor: richtige Toiletten und Doppelduschen mit warmen Wasser. Noch in der vergangenen Saison gab’s in der Hütte nur Plumpsklos und fließend Kaltes, Übernachten ging gar nicht. Doch die Zeiten sind passé: Nach fast 20 Jahren können Wanderer jetzt wieder unter dem Rachel-Gipfel schlafen.
Zuvor wird das Duo Eibl-Jungbauer seinen Gästen ein herzhaftes Drei-Gänge-Menü servieren. Der gelernte Koch Eibl tischt da nur aus der bayerischen Schmankerlküche auf, „dann steht einem gelungenen Abend nichts mehr im Weg“. Und wenn Not am Mann ist, packt der Wirt auch die Steirische aus.
Das Konzept kommt an: Für sein neues Zuhause - Eibl und Jungbauer haben natürlich auch ihr Privat-Zimmer am Rachel - hat der umtriebige Geschäftsmann kräftig die Werbetrommel gerührt, selbst vom Alpenverein aus Stralsund gab’s eine Anfrage, denn auch Nordlichter interessieren sich für die neue Herzlichkeit im Waldschmidthaus. Mitten im Nationalpark sollen beim Zwei-Mann-Frau-Team Jungbauer-Eibl aber auch Firmen- oder Privatfeiern zünftig über die Bühne gehen - „wir sind bereit.“


Grafenauer Anzeiger vom 23.4.2007

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Bisher musste ein Bauwerber ans Vermessungsamt Freyung, wenn er einen Kataster-Auszug für sein Grundstück brauchte. Nun kann er die Pläne aus dem Liegenschaftskataster direkt bei der Gemeinde anfordern. „Wir sollten diesen Bürgerservice anbieten“, schlug Bürgermeister Josef Luksch vor. Der Gemeinderat war einmütig seiner Meinung.

 Schon sehr lange läuft das Vorhaben von Florian Mach, an der Bergstraße in Klingenbrunn Ferienhäuser zu errichten. Bei seiner Sitzung im Oktober hatte der Gemeinderat einen Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan gefasst. Der war aber vom Landratsamt in dieser Form nicht genehmigt worden. In der Zwischenzeit hatte das Architekturbüro Heinrich Scholz die Planunterlagen zeichnerisch abgeändert. Nun musste der Gemeinderat erneut die Änderung des Flächennutzungsplanes durch Deckblatt Nr. 8 feststellen,was er ohne Gegenstimme tat.

 Der Gewerbeverein Spiegelau mit seinem Vorsitzenden Michael Schinabeck hatte beantragt, die Termine zweier verkaufsoffener Sonntag zu ändern. Der Familiensonntag „Im greana, greana Gros“ soll jetzt immer am Sonntag nach Fronleichnam sein, heuer fällt er auf den 10. Juni. Weil der Volksfestsonntag vom TSV Spiegelau nicht als verkaufsoffen benötigt wird, will der Gewerbeverein am 5. August die Geschäfte offen halten, weil an diesem Tag zwei Firmen Jubiläen feiern: die Firma Heibo das 20. und Schuh Nachtmann das 50. Die beiden anderen der erlaubten vier verkaufsoffenen Sonntage sind der zum Pandurenfest (dritter Sonntag im Juli) und zur Hiagstroas (erster Sonntag im September).

 Die Gewinn- und Verlustrechnung zur Wasserversorgung Spiegelau schließt für das Jahr 2005 mit 2,109 Millionen Euro. Den Verlust stellte der Kommunale Prüfungsverband mit 14 059 Euro fest.

 Der Bürgermeister dankte dem Soldaten- und Kriegerverein Klingenbrunn, der in Eigenregie das Kriegerdenkmal hergerichtet habe.

 Die Urne von Ludwig Stockbauer, der der Gemeinde eine Stiftung in Millionenhöhe vermacht habe (PNP berichtete), wird am 4. Mai um 16 Uhr im alten Spiegelauer Friedhof im Familiengrab der Stockbauers beigesetzt. Die Trauerfeier für den großen Gönner der Gemeinde soll einen „würdigen, großen Rahmen bekommen“, kündigte Luksch an.

 2. Bürgermeister Kurt Zettl wollte wissen, ob der Haushalt 2007 fristgerecht - also bis Ende Mai - vorgelegt werden könne. „Wir versuchen, was möglich ist“, sagte Luksch, denn Geschäftsleiter Josef Schreiner sei sechs Wochen ausgefallen. Die Finanzausschusssitzung soll auf jeden Fall im Mai sein.
Außerdem interessierte Zettl, wann der Zweckverband Klärwerk das nächste Mal tage und wann die Abwassergebühren-Bescheide an die Bürger verschickt würden. „Die Sitzung ist im Mai, da wird auch die Grundlage zur Satzung behandelt“, antwortete der Bürgermeister.

 Gemeinderat Erhard Wawrzek störte sich daran, dass der Bürgermeister im Gemeinderat Einladungen zur Maikundgebung des DGB am 1. Mai in Spiegelau habe verteilen lassen. Vor allem der dabei vorgesehene „Demonstrationszug“ stieß ihm als Arbeitgeber sauer auf. „Dann sollte der, gegen den demonstriert wird, auch Aufrufe verteilen dürfen“, regte er sich auf. Wawrzek sieht die Neutralität verletzt und will die Sache rechtlich prüfen lassen.    (ul).


Sitzen Badegäste wieder auf dem Trockenen?
Arbeiten für Naturbad spät begonnen - Bürgermeister Luksch rechnet mit der Eröffnung erst im Spätsommer von Ursula Langesee
Spiegelau. Badegäste für das neue Naturbad in Spiegelau werden auch heuer weitgehend auf dem Trockenen sitzen - bereits in der zweiten Saison. Der Grund: Erst nach Ostern hatte die Baufirma Zankl aus Viechtach mit den Arbeiten begonnen. Die Grasnarbe wird abgeschoben, Baumwurzeln entfernt, das Gelände für die Naturbad-Anlage vorbereitet, das Nichtschwimmerbecken wird ausgehoben, beim bisherigen Schwimmerbecken wurden die Umläufe entfernt.
Dennoch meinte Bürgermeister Josef Luksch auf Anfrage von Gemeinderat Siegfried Klante bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates: „Vom Zeitablauf sind wir sehr gut dabei.“ Dass nicht früher mit den Arbeiten begonnen worden sei, läge daran, so Luksch, dass Baufirmen vor Ostern keine Arbeiter einstellen. „Mit der Eröffnung im Juni, die wir anvisiert hatten, wird‘s wohl nichts werden“, sagte der Bürgermeister. „Wahrscheinlich ist die Fertigstellung bis zum Spätsommer.“
Klante fand es schade, dass so viel Zeit ungenutzt verstrichen sei und nun dem Tourismus eine weitere Freibad-Saison fehle. „Wenn wir wenigstens im Juli und August eröffnen könnten, selbst wenn noch nicht alles vollständig ist“, drängte Klante. Er bat darum, mit allen Mitteln den Bau vorwärts zu bringen, selbst wenn es ein paar Euro mehr koste.
In dem Zusammenhang fragte 3. Bürgermeister Elke Proßer-Greß, ob wenigstens die Minigolf-Anlage am Freibad benutzt werden könne. Luksch verneinte, weil das Spiel auf der Baustelle zu gefährlich sei und außerdem keine Möglichkeit für den Kartenverkauf und die Schläger-Ausgabe bestünde.
Für das Naturbad sind 1,162 Millionen Euro vorgesehen. Der Auftrag der Firma Zankl beläuft sich allein auf fast 808 000 Euro. Dazu gibt es über Leader plus einen Zuschuss von 568 814 Euro, als Eigenanteil bleiben der Gemeinde 593 000 Euro.



 

Grafenauer Anzeiger vom 17.3.2007
AUS DEM SPIEGELAUER GEMEINDERAT
Schnell erledigt war der Bericht des Bürgermeisters Josef Luksch, wonach am Landratsamt geprüft worden ist, dass das Gewerbe- und Industriegebiet Oberkreuzberg-Süd voll als solches nutzbar ist. Erhard Wawrzek kritisierte dazu, dass dagegen die Zufahrtsfrage völlig ungeklärt sei. Der Bürgermeister verwies darauf, dass dies bei Vergaben erst zu klären sei. Ein Problem, so Luksch, sei es jedoch, das Gebiet anhand der bestehenden Beschilderung problemlos zu finden. Schwere Laster müssten gelegentlich erst in Spiegelau kompliziert wenden, um in Richtung Oberkreuzberg gelotst werden zu können. Bei Rückfragen beim Straßenbauamt wurden Wege aufgezeigt, die zu verbessern seien, was entweder neue Schilder an bestehenden Pfosten oder Schilder mit neuen Pfosten bedeuten kann. Auf den Schildern stünde jedoch kein Platz mehr zur Verfügung. Siegfried Klante kritisierte, dass auch Spiegelau selbst anhand der Schilder im Bereich B 533 und B 85 schwer zu finden sei. Das hängt damit zusammen, dass der Glasmacherort nicht in das Fernzielverzeichnis gehört und so nicht eigens aufgelistet wird. Anton Seibold berichtete von verärgerten Urlaubern, die einen weiteren Weg als nötig in Kauf nehmen hätten müssen, weil die Strecke über Oberkreuzberg so schlecht zu finden sei. Auch hier will der Bürgermeister in Rücksprache mit dem Straßenbauamt über neue Schilder nachdenken.
 Der Baufachmarkt Heibo in Spiegelau feiert sein 20-jähriges Jubiläum und möchte deswegen am 5. August einen Jubiläumssonntag veranstalten. Da die vier verkaufsoffenen Sonntagstermine in der Gemeinde bereits vergeben sind, konnte der Rat nur über einen so genannten Schausonntag abstimmen, der so einstimmig ermöglicht werden konnte.
 Bei den Kindergärten ist die Gemeinde zu einer Defizitdeckung von 60 Prozent verpflichtet. Bürgermeister Luksch berichtete, dass die Oberkreuzberger Einrichtung im vergangenen Jahr sogar mit einem kleinen Überschuss wirtschaften konnte, beim Klingenbrunner Haus wird mit 5020 Euro Defizit zu rechnen sein, wovon die Gemeinde 3012 Euro zu tragen hat. Das liegt etwa an schlechten Standards bei der Wärmeisolierung und damit höheren Heizkosten, aber auch an Buchungszahlen und damit der Einkommenssituation. Peter Hinterberger fragte nach, ob es denn dann nicht sinnvoll sei, Sanierungsmaßnahmen einzuleiten und eventuell dafür Förderprogramme für langfristige Sparpotenziale zu nutzen. Ludwig Schopf schätzte, dass sinnvolle Maßnahmen jedoch bereits in einer Höhe von 100 000 bis 150 000 Euro lägen. Ein Problem dabei ist aber die Frage nach dem Träger, der eigentlich dafür verantwortlich wäre. Die Diözese habe jedoch vor kurzer Zeit deutlich durchblicken lassen, dass sie sich aus der Finanzierung solcher Aufgaben weitgehend zurück ziehen wolle, so der Bürgermeister. Es sei der Eindruck entstanden, der Kirche wäre es lieber, die Gemeinden würden Aufgaben wie soziale Trägerschaften selbst übernehmen. So lange hier aber keine Klärung wirklich statt gefunden habe, müsse man zunächst den Träger weiter selbst in der Verantwortung sehen.
 Bürgermeister Luksch informierte über statistische Zahlen aus der Gemeinde bezüglich Gewerbean- und Abmeldungen. Im Jahr 2006 gab es ein Plus an Anmeldungen. Im Januar meldeten sich acht Gewerbetreibende an, drei um und neun ab. Im Februar gab es eine An- und fünf Abmeldungen, und im März ist bisher eine Anmeldung ergangen.
 Für das Spiegelauer Naturfreibad wurden Fliesenarbeiten an die Grafenauer Firma Eder und Bodenbelagsarbeiten an die Klingenbrunner Firma Häusler als jeweils günstigste Bieter vergeben. Hermann Eisch erinnerte daran, dass an der Oberkreuzberger Friedhofsmauer dringend etwas getan werden müsse, ebenso nötig sei es auch in Spiegelau, so Anton Seibold. Auf seine Nachfrage nach dem Stand der Haushaltsplanung musste Bürgermeister Luksch berichten, dass wegen angespannter Personallage und Krankenstand der geplante Termin kaum zu halten sein werde.
Siegfried Klante brachte eine Kritik aus der Bevölkerung in die Diskussion ein, bei der es um die Zukunftswerkstatt zum Ortsumbau West in Spiegelau ging. Manche hätten sich zu wenig informiert und geladen gefühlt und würden selbst auch gerne noch Ideen einbringen. Auch der Gemeinderat selbst hätte zum Ablauf besser benachrichtigt werden sollen. Bei 62 Vereinen im Gemeindegebiet, so Luksch, hätten die Macher des beauftragten Büros sinnvolle Beteiligungsbeschränkungen vorgeschlagen, um den Prozess auch produktiv zu gestalten. Allerdings sollte nicht der Eindruck entstehen, 40 Beteiligte hätten sich schon was ausgemacht. Ideen werden weiter gerne als Diskussionsgrundlage für künftige Entscheidungen angenommen und sollten möglichst bis Ende März bei ihm eingereicht werden, damit sich der zeitliche Horizont nicht neuerlich zu stark in die Länge zieht.    hpd


Frauenbund Spiegelau unter bewährter Führung
Jahreshauptversammlung - Elke Döringer Vorsitzende, Martha Greindl Stellvertreterin
Spiegelau (has). „Der Frauenbund ist eine starke Gemeinschaft“, stellte die 1. Vorsitzende Elke Döringer bei der Jahreshauptversammlung im „Café Lilo“ fest. Döringer konnte 41 Mitglieder und ganz besonders Pfarrer Hubert Gerstl begrüßen. Ein Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte, dass der Verein wieder ganz mobil war. Ein Höhepunkt sei die viertägige Reise ins Lavental gewesen, die ihr Reiseleiter Pfarrer Gerstl organisiert hatte. Der Tagesausflug nach Salzburg mit Stadtführung war ebenfalls ein Erlebnis. Besonders hervorgehoben wurden die Alten-, Kranken- und Geburtstagsbesuche. Renate Hasbach als Schatzmeisterin konnte trotz vieler Spenden, unter anderem an die Kirche und für die Primiz von Michael Weny, sowie einiger Anschaffungen einen positiven Kassenbericht vorlegen. Vor den Neuwahlen bedankte sich die Vorsitzende bei ihrem Führungsteam und bat um „Entlastung“. Die Schriftführerin Johanna Wenzl legte aus persönlichen Gründen ihr Amt nieder und wünschte dem Verein für die Zukunft gutes Gelingen. Den neuen Vorstand bilden: Elke Döringer als 1. Vorsitzende, Martha Greindl als ihre Stellvertreterin, Renate Hasbach ist Schatzmeisterin, neue Schriftführerin ist Marianne Schmid, Hausfrauen-Abgeordnete ist Resi Aderer, Landfrauen-Abgeordnete ist Ursula Ohland, Beisitzer sind: Anni Scholz, Elfriede Geier, Rosa Angerer und Hannelore Genosko. Pfarrer Gerstl bedankte sich für die geleisteten Spenden und hob den unermüdlichen Einsatz und Fleiß des Frauenbundes hervor. Im Ausblick auf dieses Jahr kündigte die 1.Vorsitzende Döringer unter anderem den Jahresausflug nach „Schabs“ in Südtirol vom 29. April bis 2. Mai an. Der Tagesausflug geht nach Regensburg mit einer Schifffahrt zum Kloster Weltenburg.


Grafenauer Anzeiger vom 12.3.2007

Spiegelau erbt ein Millionenvermögen
Nachlass des früheren Zahnarztes Stockbauer wird eine Stiftung für Jugendliche, Sportler und in Not Geratene von Ursula Langesee
Spiegelau. Eine große unerwartete Erbschaft hat die Gemeinde gemacht. Dr. Ludwig Stockbauer, der lange Zeit in Spiegelau als Zahnarzt gearbeitet hatte, war am 21. Januar kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben und hatte der Gemeinde neben einem entfernten Verwandten und der Wörlen-Stiftung in Passau den Löwenanteil seines Vermögens als Stiftung vermacht. „Es ist ein siebenstelliger Betrag, also mindestens eine Million Euro“, weiß Bürgermeister Josef Luksch bisher nur. Der genaue Wert der Immobilien, der Wertpapiere und Anlagen, des Kontos in Davos und im Bank-Safe Nr. 406 wird noch von Testamentsvollstrecker Notar Prof. Dr. Wolfgang Reimann in Passau ermittelt. Dann wird die Satzung für die „Dr. Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Stiftung“ mit Sitz in Spiegelau entworfen und muss von der Regierung von Niederbayern genehmigt werden. Stiftungsvorsitzender ist jeweils der 1. Bürgermeister der Gemeinde. Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Jugend, der Kindergärten und des Sports und Hilfe für unschuldig in Not Geratene. Diese Zielgruppen werden jährlich mit den Erlösen aus dem Stiftungsvermögen durch Vermietung, Verpachtung, Zinsen etc. unterstützt. Im Gegenzug ist die Gemeinde verpflichtet, den Namen des Stifters dauerhaft zu erhalten, sich um die Pflege des Familiengrabes im alten Spiegelauer Friedhof anzunehmen und die Verwaltung der Stiftung zu übernehmen. „Ich könnte mir vorstellen, das neue Naturbad nach Dr. Stockbauer zu benennen oder Straßen und Plätze in der Gemeinde“, wirft Luksch schon mal einen Blick in die Zukunft. Dass gerade Spiegelau diese Erbschaft bekommt, ist wohl auf Grund der starken emotionalen Bindung Dr. Stockbauers zur Gemeinde. Er ist zwar nicht in Spiegelau geboren, wohnte aber bis in die 60-er Jahre in dem Glasmacherort, bevor er mit seiner Frau Johanna nach Passau-Grubweg zog. Auch von Passau aus ließ das Ehepaar Stockbauer den Kontakt zu Spiegelau nicht abreißen. Unversehrt erhalten ist auch noch immer das Stockbauer‘sche Haus mit dem markanten Krüppelwalmdach, das direkt an der Hauptstraße steht. Eine Aktennotiz von 1987 vermerkt, dass Dr. Ludwig Stockbauer mit dem damaligen Bürgermeister Hans Stadler über eine Stiftung gesprochen hatte. Das Paar hatte keine direkten Nachkommen und wollte seinen Nachlass nicht dem Freistaat Bayern überlassen. 20 Jahre später wurde jetzt die Gemeinde überraschend tatsächlich Erbin.



Grafenauer Anzeiger vom 9.3.2007

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Bei der Ausschreibung der Hauptarbeiten für das neue Naturbad haben 14 Interessenten die Unterlagen angefordert, sechs davon gaben dann auch ein Angebot ab. Die günstigste Bieterin mit einer Gesamtsumme von 807 803 Euro war die Firma Josef Zankl aus Viechtach. Sie lag mit ihrem Preis 14,5 Prozent unter dem zweitgünstigsten Bieter. Mit den Arbeiten soll so bald wie möglich begonnen werden.
 Zu den Ortsstraßen Am Rindlberg und Auenweg hatten die Freien Wähler im Gemeinderat einen Antrag gestellt. Nach den Angaben von Bürgermeister Josef Luksch koste jeder Wendehammer im Auenweg 15 000 Euro netto. Verbindet man die Straßen, komme man auf 50 bis 60 000 Euro (ohne Grunderwerb). An zusätzlicher Fläche werden 900 Quadratmeter nötig. Am Rindlberg sei die Situation wegen der bergigen Lage schwierig. Zudem müsse erst eine Grundstücksfrage geklärt werden. Gemeinderat Harald Frank fragte, warum es immer Teer sein müsse. Ein Ausbau als Forstweg käme mit 50 Euro pro laufendem Meter wesentlich günstiger. Dazu meinte Luksch, dass der Schneepflug fahren muss und der Unterhalt bei einem Forstweg aufwändiger sei. Das Gremium einigte sich, für den Auenweg eine Anliegerversammlung einzuberufen und für die Straße Am Rindlberg in Erfahrung zu bringen, ob für das Grundstück Abgabebereitschaft bestehe und was das Vorhaben koste.
 2. Bürgermeister Kurt Zettl hatte beantragt, dass der Gehweg zwischen Spiegelau und Beiwald auf die Tagesordnung gesetzt wird. Die Pläne für diesen Bau waren 2001 fallengelassen worden, weil eine Million Euro dafür nötig gewesen wären, für die es keinerlei Fördermittel gab. Luksch hatte auf eine alternative Wegstrecke über den Gartenweg und das Baugebiet Hochwiesen gehofft, aber zwei Anlieger sind nicht abgabewillig. „Wir müssten einen Bebauungsplan erstellen und eine Besitzeinweisung machen. Das kommt uns aber sicher genau so teuer wie die Berechnung von 2001“, erklärte der Rathaus-Chef.
Zettl schlug vor, wegen einer Förderung nochmal anzuklopfen. „Der Straßenverkehr hat seit 2001 wieder zugenommen. Vielleicht gibt es neue Möglichkeiten.“ Luksch nahm den Vorschlag auf und will den Plan erneut dem Straßenbauamt vorlegen und nach Zuschüssen fragen, eventuell über das neue Leader-Programm ab 2008 oder über den Stadtumbau West. Als Übergangslösung schlug Alois Loibl vor, an der Staatsstraße ein Hinweisschild anzubringen, dass der Fußweg nach Spiegelau über Palmberg und Reuteck verlaufe.    ul

Ein Prozent Differenz: Klärwerk-Umlage fast gleich
7500 Einwohner-Gleichwerte: Spiegelau 53, 87 Prozent (statt 55 %), Riedlhütte 46,13 Prozent (statt 45 %)
von Ursula Langesee
Spiegelau. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung hat Bürgermeister Josef Luksch dem Gremium die Einwohner-Gleichwerte für das Klärwerk Spiegelau vorgestellt, die vom Ingenieurbüro EBB in Regensburg ermittelt worden waren. Danach bemisst sich u.a. der neue Umlage-Schlüssel, den die Zweckverbandsmitglieder Spiegelau und Riedlhütte zu zahlen haben. Bisher betrug der Anteil Spiegelaus 55 Prozent und der von Riedlhütte 45 Prozent (PNP berichtete). Die neue Berechnung geht von 7500 Einwohner-Gleichwerten aus. Die verteilen sich so, dass auf Spiegelau künftig 53,87 Prozent und auf Riedlhütte 46,13 Prozent entfallen würden. „Einwohner-Gleichwerte sind nicht identisch mit Einwohnerzahlen“, schickte Luksch, der gleichzeitig 1. Vorsitzender des Zweckverbands Klärwerk ist, seiner Erläuterung voraus. Bei den Gleichwerten werde weit mehr berücksichtigt als die Kanaleinleitungen der 1411 Spiegelauer und der 1655 Riedlhüttler. Industriebetriebe, Metzgereien, Brauereien seien Produzenten von großen und zuweilen stark belasteten Abwassermengen und fallen damit stärker ins Gewicht. Tagesbesucher und ihre „Hinterlassenschaften“ in der Gemeinde müssen ins Kalkül gezogen werden, dann Zweitwohnsitze, Baugebiete und sonstige Reserven für die Entwicklung der Ortschaft. „Die Kapazität des Klärwerks darf nicht zu knapp bemessen sein, denn die Reinigungsvorschriften fürs Abwasser werden sich in Zukunft sicher noch mehr verschärfen“, machte der Bürgermeister aufmerksam. „Nicht, dass wir das soeben für 4,3 Millionen Euro sanierte Klärwerk in der Steinklamm in ein paar Jahren schon wieder erweitern müssen.“ Skeptisch wegen der von der EBB aufgeführten Zahlen waren die Gemeinderäte bei den beiden Posten „Tagesgäste“ und „sonstige Reserven“. Diese beruhen nämlich nur auf Schätzungen. „Warum haben wir mit 450 so viel mehr Tagesgäste als Riedlhütte mit 150?“, war eine Frage. „Weil wir an einer Hauptdurchgangsstraße liegen, das Waldspielgelände haben, den großen P+R-Parkplatz und einen größeren Werksverkauf in der Kristallglasfabrik“, versuchte Luksch die Zahlendifferenz zu erklären. Harald Frank interessierte, warum die Tagesgäste zu 50 Prozent gerechnet werden, weil sie ja nur ein paar Stunden im Ort sind, die Zweitwohnsitze, die ja auch sehr häufig vakant seien, aber voll. Man müsse die Berechnungen auf die Spitzenbelastung abstimmen, antwortete Luksch. 2. Bürgermeister Kurt Zettl schlug vor, vom tatsächlichen, nachweisbaren Verbrauch auszugehen und die Baulücken und Reserven jetzt noch nicht zu berücksichtigen. „Warum sollen wir dafür jetzt schon bezahlen, obwohl noch kein einziges Haus steht?“ Erhard Wawrzek merkte an, dass jeder Prozentpunkt mehr auch bedeute, 43 000 Euro mehr auf die Bürger verteilen zu müssen - gemessen an der Investitionssumme für das Klärwerk von 4,3 Millionen Euro. „Die Entscheidung, wie viel die Bürger künftig zahlen müssen, steht jetzt an und die dürfen wir uns nicht leicht machen.“ Seiner Meinung nach seien die Reserven mit 700 Einwohner-Gleichwerten für Spiegelau und 301 für Riedlhütte zu hoch bemessen. „Nach meiner Berechnung komm‘ ich auf 50 Prozent Umlage für jede Gemeinde.“ Weil noch Klärungsbedarf zu den Berechnungen des Ingenieurbüros besteht, schlug Luksch vor, Bernd Strathmeyer und Josef Kornstädt von der EBB zu einer der nächsten Sitzungen einzuladen. Der Vorschlag fand allgemeine Zustimmung.


Grafenauer Anzeiger vom 6.3.2007

Tourismus: 18 412 Euro Umlage zu viel bezahlt
Vergleich mit Meldescheinen von 2003 bis 2005 zeigt Differenzen bei gewerblichen Vermietern - Neue Satzung gefordert von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Rechnungsprüfungsausschuss mit Vorsitzendem Anton Seibold, Kämmerer Ludwig Friedl und Touristinfo-Leiterin Theresa Resch haben für die Jahre 2003 bis 2005 in mühevoller Kleinarbeit herausgefunden, was auf Grund falsch angegebener Übernachtungszahlen (PNP berichtete) zu viel an den Zweckverband Nationalparkgemeinden (ZV), den Tourismusverband Ostbayern (TVO) und als Bettenzehnerl an den Landkreis bezahlt worden war. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die Zahlen vorgestellt. Es sind exakt 18 412,51 Euro über Soll, 11 965 Euro bei den privaten Vermietern, 6447 Euro bei den gewerblichen.
Wobei das Plus bei den gewerblichen Vermietern (ab neun Betten) den Gemeinderäten besonders sauer aufstieß. Denn diese melden ihre Übernachtungen direkt dem Statistischen Landesamt. Wegen des Datenschutzes hat die Gemeinde aber keinerlei Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt dieser Meldungen zu überprüfen.
„Ob jemand aus Dummheit, Rachsucht, Bosheit oder Schlamperei mehr Gäste angibt als tatsächlich da waren, darauf haben wir leider überhaupt keinen Einfluss“, sagte Bürgermeister Josef Luksch. Die Krux ist, dass sich die Umlagen, die die Gemeinde an den ZV, den TVO und als Bettenzehnerl leistet, an den Übernachtungszahlen orientieren. Für die Umlage an den ZV wird ein Mittelwert zwischen den Meldungen ans Statistische Landesamt und den Meldescheinen genommen, der Beitrag für den TVO berechnet sich aus Grundbeitrag, Einwohner-Komponente und Anteil an den Übernachtungszahlen. Das Bettenzehnerl macht zehn Cent pro Übernachtung aus. Es fällt aber nach einem Beschluss des Gemeinderates ab 2008 weg.
„Wir können doch nicht auf teilweise fiktive Meldungen gehen. Dann müssen die Satzungen geändert werden, wonach sich die Umlagen berechnen“, schlug Erhard Wawrzek vor. Mit dem Zweckverband Nationalparkgemeinden als kleine Organisation sei eine Satzungsänderung schneller zu schaffen als mit dem großen TVO, gab Elke Proßer-Greß zu bedenken. „Wir müssen mit den Touristikern in anderen Gemeinden reden, denn das Problem haben sicher nicht nur wir. Wenn wir gemeinsam auftreten, dann lässt sich so eine Neuordnung der Umlagen beim TVO eher durchsetzen als im Alleingang.“
Mehrheitlich fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Neuordnung der Umlagen auf der Basis der tatsächlich vorliegenden Übernachtungen nach Meldescheinen zu fordern.
Der Gemeinderat wollte auch wissen, wie sich die Kur-karten-Kontrolleure bewährten. Sie werden über den Zweckverband Sport und Erholung Grafenau für 80 Stunden angefordert. 2004/2005 kostete der Kontrolleur 634 Euro, 2006 kamen 1481 Euro zusammen. „Das ist gut angelegtes Geld“, bemerkte Luksch. Der Erfolg bestehe darin, dass durch das Aufkreuzen der Kontrolleure Aufklärungsarbeit zur Meldepraxis geleistet werde und dadurch mehr Meldescheine abgegeben werden. „Das hat nichts mit Ausspionieren zu tun. Wenn die Vermieter ein gutes Gewissen haben, dürften sie mit den Kontrolleuren kein Problem haben“, betonte der Bürgermeister.


Grafenauer Anzeiger vom 5.3.2007
SAXNDI...
...das war eine Sache, die sich wirklich lohnte. Bei der Zukunftswerkstatt haben über 40 von 1411 Spiegelauern gezeigt, dass ihnen die Entwicklung ihrer Gemeinde nicht egal ist. Und das mit einer Energie, einer Freude am Gestalten und einer Ausdauer, die wirklich ihresgleichen sucht. „Das war ein sehr guter Start, machen‘S weiter so“, gab Moderator Friedrich den „Zukunftsmachern“ auf den Weg. Denn jetzt beginnt der schwierigere Teil. Jetzt muss der Funke dieses Tages auf die restlichen 1371 Spiegelauer überspringen, sie zum Mittragen der Projekte bewegen. Die Arbeitsgruppen dürfen nicht müde werden, sich weiter zu engagieren, ihre Ideen voranzutreiben und sich immer wieder bei Treffen auszutauschen. Die Zukunftswerkstatt ist keine Eintagsfliege, kein einmaliger „Event“. Sie war die Initialzündung für die gemeinsame Sache „Zukunft“ in der Gemeinde, für die alle an einem Strang ziehen müssen, damit sie nicht über den Tisch gezogen werden.    Ursula Langesee

Laufen auf Glas und Holz hauen im Späneturm
Über 40 Spiegelauer erarbeiteten bei Zukunftswerkstatt des „Stadtumbau West“ Projekte - Rasche Umsetzung nötig von Ursula Langesee

Spiegelau. Eine Eislaufbahn aus Glas, ein wetterfestes Waldspielgelände, ein Autokino in der Sortierhalle... Ein Sammelsurium realisierbarer Ideen und kleiner Finessen brachte die „Zukunftswerkstatt“ mit über 40 Spiegelauern. Den ganzen Samstag über hatten sie sich in den vier Arbeitsgruppen Tourismus, Veranstaltungen, Lebensqualität und Wirtschaft Gedanken über die Weiterentwicklung ihrer Gemeinde gemacht. Unterstützt wurde dieser Prozess von Architekt Josef Rott und Moderator Dr. Ernst Christian Friedrich im Rahmen des „Stadtumbau West“.
Um die Zukunftssicherung des Ortes ganz allgemein ging es am Vormittag. Auf was Spiegelau bauen kann, sind die Säulen Natur, Glas und Holz. Davon ausgehend kann ein gutes Klima für Investitionen geschaffen werden. „Aber das braucht ein Wir-Gefühl, das sich entwickeln muss. Auch wenn es intern Probleme gibt, nach außen müssen die Spiegelauer geschlossen auftreten“, sagte Rott. Dann könne die Gemeinde mit ihren Ideen an andere herantreten, sie mit ins Boot holen und Akzeptanz für ihre Projekte finden.
Konkreter waren am Nachmittag die Vorschläge der vier Arbeitsgruppen für die Zukunft des früheren Staatlichen Sägewerks und es waren so viele, dass die Wände im Begrüßungsraum der Touristinformation für die vielen Flip-Charts kaum ausreichten. Erfreulicherweise gab es viele Parallelen bei den Ergebnissen.
Für die Arbeitsgruppe Veranstaltungen sprach Christian Balboo Bojko. Sie hatte für die Sägehalle, die Sortierhalle, den Späneturm und das Gelände unterschiedliche Nutzungen vorgesehen. In der Sägehalle könnten Musikveranstaltungen, ein Kino, Proberäume und eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Staatl. Sägewerks eine Heimat finden. Die Sortierhalle könnte im Sommer als „Drive in“-Autokino genutzt werden.
Für das Gelände hatte Kurt Hobelsberger die Idee, ein Amphitheater zu schaffen, in dem auch das Reiterlager beim Pandurenfest aufgeschlagen wird. Unter dem Motto „Spiegelau stellt sich vor“ schweben Hobelsberger Prominenten-Langlaufwettbewerbe ums Gelände , Promi-Tauziehen u.ä. vor.
Das Areal bietet weiter Platz für regionale Messen wie „Essen aus dem Bayerwald“, wo sich die gesamte Gastronomie der Region präsentieren soll. Bei einem Festplatz ist die AG „Veranstaltungen“ skeptisch. Der ist ihrer Meinung nach wegen der Lärmbelästigung besser am Ortsrand aufgehoben.
Im Turm könnten Ausstellungen und ein Holzhauersymposium abgehalten, ein Jugendzentrum eingerichtet, Klettermöglichkeiten geschaffen und als krönender Abschluss ein Café unter der Glaskuppel mit Panoramablick über Spiegelau ein Anziehungspunkt werden.
Die Ergebnisse der AG Tourismus präsentierte Hans Damböck. Eine wirkliche Innovation und ein Alleinstellungsmerkmal wäre ein „gläserner Festplatz“, der das Schlittschuhlaufen auf Glas erlaube. Als Ergänzung zu dem „Outdoor“-Hochseil-Klettergarten in Schönberg könnte das Innere des Späneturms bei schlechtem Wetter zum Klettern genutzt werden. Überhaupt biete sich das Areal als Sportzentrum für Nordic Walking, Langlauf, Inline Skaten und Mountainbiken an.
Nach dem Sport wäre eine Sauna-Landschaft mit verschiedenen, aber nicht aufwändig gebauten Hütten ein gutes Angebot. Ein Wirtshaus - „wo man auch eine stinknormale Leberknödelsuppe essen kann“ - mit einem angegliederten Biergarten wäre für die Sägehalle eine mögliche Nutzung. Kulturell könnte sich die AG Tourismus Hoagartn und die Präsentaton verschiedener Handwerktechniken vorstellen. Auch eine Wohnbebauung auf dem autofreien Gelände und betreutes Wohnen schließt die AG nicht aus.
Die AG Lebensqualität, deren Ideen von Antje Laux vorgestellt wurden, hat sich für einen Festplatz vor der Sortierhalle entschieden. Auf dem Festplatz könnten Open-Air-Konzerte, Märkte und das Pandurenlager abgehalten werden, im Winter ist er Eisplatz. Die Sägehalle soll als „Bürgerhalle“ genutzt werden für Bälle, Hochzeiten, Konzerte mit Catering-Service. Die kleine Halle im Anschluss könnte ein Schlechtwetterspielplatz werden, ein Waldspielgelände innen mit etwas ortsspezifisch besonderem, nämlich einer Murmelbahn aus Glas. Ein Blockheizkraftwerk soll die Energie liefern.
Weitere Vorschläge, die Moderator Friedrich zusammenfasste, waren ein Handwerkerhof, eine Bibliothek im (Bücher)Turm und das Einbeziehen des Paul-Friedl-Geburtshauses. Nicht nur „Action“, sondern auch Ruhe wünschte sich Josef Wanninger für das Sägewerk-Areal: „Ein Dorfwirtshaus mit Weiher, ein Dorfplatz, rundherum Handwerker und Läden und das alles autofrei - das wäre eine runde Sache.“
Bürgermeister Josef Luksch, Josef Rott und Dr. Ernst C. Friedrich dankten am Schluss für die vielen guten Ideen und die konstruktive Zusammenarbeit. Jetzt werden diese ganzen Anregungen dokumentiert, dem Gemeinderat, dem Plankreis und der Regierung vorgelegt und auf Realisierung überprüft. Um die Gebäude auf dem Sägewerkgelände nicht weiter dem Verfall preis zu geben, muss schnell gehandelt werden. Friedrich rechnet noch heuer mit festen Plänen für die Säge- und Sortierhalle und deren Umsetzung in ein bis zwei Jahren.


Grafenauer Anzeiger vom 5.2.2007

SAXNDI...
...das ist ein schwerer Schlag für die Tourismusgemeinde Spiegelau: die Erkenntnis, als Feriendestination nicht tatsächlich top zu sein, sondern nur auf Grund geschönter Zahlen. Es ist nur ein kleiner Trost, aber Spiegelau ist damit nicht alleine. Auch in Grafenau waren jahrelang die Übernachtungszahlen zu hoch geschätzt worden. Dadurch wurden allein an den Tourismusverband Ostbayern in 16 Jahren ca. 64 000 Euro zu viel abgeführt. Eine stolze Zahl! Konkrete Zahlen wurden im Spiegelauer Gemeinderat noch nicht genannt, aber nur mit ein paar „Peanuts“ wird der Glasmacherort nicht davon kommen. Das zu viel gezahlte Geld ist zwar nicht direkt verloren, weil es wieder touristischen Einrichtungen zu Gute kam, aber Grafenau und Spiegelau hätten das Geld auch „zuhause“ gut nutzen können. Doch vorbei ist vorbei. Als Erkenntnis bleibt: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Jetzt muss die Gemeinde mit den tatsächlichen Zahlen in die Zukunft denken und mit nachhaltigen Konzepten den Tourismus zu einer stabilen Einnahmequelle machen.
Ursula Langesee

Wir müssen nur erreichen, dass Gäste zufrieden sind
Gemeinde bei Übernachtungszahlen auf Niveau von 1970/72 - Jahrelang Tourismuszahlen geschönt - Neue Konzepte von Ursula Langesee
Spiegelau. So erfolgreich wie jahrelang angenommen, ist die Gemeinde als Tourismusort nicht. Der Grund: die Übernachtungszahlen waren über 28 Jahre lang geschätzt worden und lagen weit über der tatsächlichen Belegung. Jetzt, wo die Daten nachprüfbar ermittelt werden, ist der Rückgang immens.
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, die das Thema Touristik als Haupttagesordnungspunkt hatte, brachte die neue Touristinfo-Leiterin Theresa Resch die Zahlen auf den Tisch. Demnach waren die Übernachtungen bei den gewerblichen Vermietern im Vergleich 2005/2006 um 7,5 Prozent auf 154 626 zurückgegangen, bei den privaten gab es gar einen Rückgang von 69 Prozent auf 18 202 Übernachtungen.
Verbunden mit den geschönten Zahlen sind die höheren Zahllasten für das Bettenzehnerl, den Beitrag zum Tourismusverband Ostbayern und zum Zweckverband der Nationalparkgemeinden, weil diese auf Basis der Übernachtungszahlen festgelegt werden. „Diese falschen Zahlen waren Grundlage für unsere Gemeindepolitik. Das hat richtig Geld gekostet. So wurden zum Beispiel für 1992 100 000 Übernachtungen angegeben. So viele Gäste hätten ja nicht einmal Platz gehabt. Hier hat der Gemeinderat versagt. Er hat die Verwaltung ungenügend kontrolliert“, wetterte Gemeinderat Erhard Wawrzek.
Hermann Eisch wehrte diesen Vorwurf ab: „Wir haben die Zahlen glauben müssen. Wir konnten ja nicht selbst von Tür zu Tür gehen und nachfragen.“ Auf jeden Fall habe man nach der Bereinigung der Zahlen bei den Übernachtungen das Niveau von 1970/72 erreicht, sagte Bürgermeister Josef Luksch. „Die fetten Jahre nach der Wiedervereinigung sind da nicht dabei.“
Auch wenn diese Erkenntnis schmerzt, dass die Gemeinde touristisch nicht so stark war wie angenommen, als weiterer Weg bleibt nur der Blick in die Zukunft. Und da war sich der Gemeinderat einig, dass noch einige Aufgaben zu erledigen sind. So zeigt die Altersstruktur, dass 27 000 Übernachtungen die 51- bis 60-Jährigen stellen, aber nur 2486 Übernachtungen die 21- bis 30-Jährigen. Die meisten Gäste kommen aus Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
Um neue (Stamm)-Gäste zu bekommen, müssten nach Siegfried Klantes Worten nicht neue Attraktionen geschaffen, sondern die bestehenden verbessert und strukturiert werden. „Wir müssen unsere Wanderwege besser miteinander verbinden und kennzeichnen, wie lange und wie schwer sie zu begehen sind, ob sie kinderwagen- und rollstuhlgerecht sind, ob es Möglichkeiten zur Einkehr gibt. Wir müssen viel stärker mit unserem Hausberg, den Rachel werben. Der Waldspielplatz wird extrem gut angenommen, ebenso der Kurpark und die Kneippanlage. Aber derartiges müssten wir auch bei Schlechtwetter bieten können. Der Nordic Walking Park ist noch ausbaufähig und mit dem Naturbad lässt sich in Richtung ‘Gesund baden‘ und ‘Wellness‘ einiges bewegen“, brachte er ein Bündel von Vorschlägen.
„Wir müssen ‘nur‘ erreichen, dass die Gäste zufrieden wegfahren, dann kommen sie auch wieder“, fasste Seibold die Tourismus-Philosophie in einem Satz zusammen. Aber wie? Klassifizierungen sind eine Möglichkeit. Doch von den 99 Ferienwohnungen sind bisher nur 26 mit dem Gütesiegel versehen. Im Herbst ist die nächste Chance und Theresa Resch appellierte an die Vermieter, daran teilzunehmen.
Von Seiten der Gemeinde und der Touristinformation sind die vordringlichsten Aufgaben in diesem Jahr die Neukonzeption des Internet-Auftritts und des Ortsprospekts, die möglichst aus einem Guss sein sollen. Außerdem soll das Beschilderungssystem überarbeitet werden. Nach dem Muster in Zwiesel sind es Edelstahlrohre mit einer Glaskugel an der Spitze, an der die Wegweiser angebracht werden. „500 Euro kostet ein Wegweiser ohne die Befestigungen“, stellte Resch eine erste Kostenrechnung vor. 25 bis 30 Stück sind in der ganzen Gemeinde nötig. In dem Zusammenhang werden auch die Ortsbegrüßungstafeln einheitlich gestaltet. Über die genaue Umsetzung soll auch bei der Zukunftswerkstatt zum Stadtumbau West gesprochen werden.
Einstimmig wurde beschlossen, dass sich bis Ende Februar der Wirtschafts- und Tourismus-Ausschuss trifft und über die angesprochenen Themen zur Verbesserung des Tourismus in Spiegelau unterhält.

Aus dem Gemeinderat Spiegelau
 Im Zusammenhang mit der Vorstellung der Tourismuszahlen (siehe Seite 32), ging es auch um einige schwarze Schafe unter den Vermietern, die es mit dem Ausfüllen der Meldescheine nicht so genau nähmen. Ein Indiz dafür, dass mehrere Leute unter einem Dach wohnen, ist der Wasserverbrauch. Bürgermeister Josef Luksch brachte das Beispiel, dass ein Gast pro Tag 700 Liter Wasser hätte verbrauchen müssen, weil ja keine weiteren Urlauber gemeldet waren. Gemeinderat Siegfried Klante wollte daraufhin wissen, ob dieser deutlich höhere Wasserverbrauch nicht als Beweis verwertbar wäre, dass mehr Urlauber beherbergt als gemeldet wurden. Nach Auskunft der Rechtsaufsicht am Landratsamt sei aber der Wasserverbrauch kein hinreichendes Indiz, sagte Luksch. Die Verwaltung werde aber aktiv und schicke den Wasserwart zu den entsprechenden Häusern, denn es könnte auch ein Wasserrohrbruch vorliegen. „Die Meldemoral hat sich dann wesentlich verbessert“, konnte der Bürgermeister berichten. 2. Bürgermeister Kurt Zettl schlug vor, die Gästekarte attraktiver zu machen, so dass die Urlauber verstärkt danach fragen und eine weitere Kontrolle über die Nutzung der Einrichtungen möglich wird.
 Peter Hinterberger kritisierte, dass im DSV-Magazin bei der Auflistung der bedeutendsten Loipen keine einzige im Bayerischen Wald genannt sei. „Dabei kann man bei uns 90 Kilometer ohne Straßenüberquerung laufen. Dass da der Tourismusverband Ostbayern nicht auf die Barrikaden geht?“, wunderte sich Hinterberger. Touristinfo-Leiterin Theresa Resch hat sich erkundigt und herausgefunden, dass eine Loipen-Zertifizierung 6000 Euro für 20 Kilometer kosten würde.
 Drei Straßenlampen mehr auf dem Fußweg Klingenbrunn-Ochsenberg zur Staatsstraße, den viele Schulkinder nutzen, würde nach einem Angebot von der E.ON Bayern über 7500 Euro kosten. Um die Kosten zu senken, will Bürgermeister Luksch weiter mit dem Stromanbieter verhandeln und die Reduzierung auf zwei Lampen vorschlagen, ohne dass die Sicherheit der Kinder darunter leidet.
 E.ON, die zweite: Liane Blob am St. Magdalena-Weg in Oberkreuzberg hatte telefonisch mitgeteilt, dass zu ihrem Anwesen die Straßenbeleuchtung erweitert werden soll. Nach dem Angebot der E.ON würde die Versetzung um 15 Meter fast 1720 Euro kosten. „Wenn wir einen Strahler mit Bewegungsmelder direkt am Haus von Frau Blob montieren und den Stromanschluss zahlen, kämen wir wesentlich billiger davon“, schlug Luksch vor. Der Gemeinderat war auch dafür, Frau Blob diese Idee zu unterbreiten.
 In einem Schreiben weist die Deutsch Bahn AG darauf hin, dass sie ab 2008 am Bahnhof die Weichen 2 und 4 (zwischen Haltestelle und Firma Heibo) abbaut. Sie sind seit Januar 1998 entbehrlich geworden. In einer Antwort weist die Verwaltung darauf hin, dass der Kreuzungspunkt Spiegelau erhalten bleiben und der unansehnliche Bahnhof attraktiv gestaltet werden soll.    (ul).


Grafenauer Anzeiger vom 27.1.2007

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Der Gemeinderat hat einstimmig als Ergänzung zur Friedhofsgebührensatzung die Gebühren für die Naturbestattungen im Trauerwald beschlossen. Ein anonymes Urnengrab auf der Wiese kostet 100 Euro, ein halbanonymes 150 Euro, ein Urnengrabplatz an einer Lichtung 250 Euro, ein anonymes Urnengrab an einem bestehenden Gemeinschaftsbaum 500 Euro, ein halbanonymes Urnengrab an einem bestehenden Gemeinschaftsbaum 600 Euro. Diese Preise gelten jeweils für zehn Jahre. Auf 50 Jahre ausgelegt sind ein Familienbaum bis zu vier Urnen (ohne Baum) für 2500 Euro, ein Familienbau bis zu zwölf Urnen (ohne Baum) für 7500 Euro und ein Familienfelsen bis zu zwölf Urnen für 5000 Euro. Dazu erklärte Bürgermeister Josef Luksch, dass von diesen Gebühren 40 Prozent an die Gemeinde gehen, der Rest an die Firma Kasberger.
 Die neue Marketing-Offensive des Tourismusverbandes Ostbayern (TVO) für den Bayerischen Wald will die Gemeinde auch mittragen. Dafür soll laut Kreistag ein Drittel des „Bettenzehnerls“ verwendet werden. Für Spiegelau bedeutet das ca. 3000 Euro. Zwei Drittel aus dem „Bettenzehnerl“ - fast 6950 Euro - wurden bisher im Landkreis für touristische Zwecke eingesetzt. Auf der Basis der Übernachtungszahlen 2005 hat der Landkreis aus allen Gemeinden für 2006/2007 60 000 Euro zur Verfügung. Allein ein Drittel davon soll für Prospekte wie Loipenführer, Sommerfreizeitkarte und Wanderkarte eingesetzt werden. Der zweitgrößte Posten ist der Internet-Auftritt mit 15 000 Euro. „Ich weiß nicht, ob die Landkreiswerbung so großen Erfolg hat. Man wählt sich ja als Urlaubsziel eine Region aus und nicht einen Landkreis“, sagte Luksch. Auch Ludwig Schopf assistierte, dass die 6950 Euro in der Gemeinde eingesetzt, mehr Früchte bringen werden.So wurde beschlossen, sich zwar an der TVO-Marketing-Offensive mit den 3000 Euro zu beteiligen, die restlichen zwei Drittel des „Bettenzehnerls“ aber in der eigenen Gemeinde zu verwenden.

 Bürgermeister Luksch bedankte sich bei den Feuerwehrkräften für ihren Einsatz während des Orkans „Kyrill“. „Die Bäume von der Straße zu holen, während der Sturm noch tobte, war mehr als gefährlich.“ An gemeindlichen Einrichtungen hätten sich die Schäden in Grenzen gehalten. Nur der Schlauchturm in Klingenbrunn und der Aussichtsturm in Oberkreuzberg hätten ein paar „Blessuren“ abbekommen.   ul



Grafenauer Anzeiger vom 24.1.2007

Spiegelau kämpft um seine Grenzpolizeistation
Weiterbestand ist höchst gefährdet - Resolution an Innenministerium verfasst - Außenstelle der PI Grafenau möglich
von Ursula Langesee.
Spiegelau. Mit einer unangenehmen Nachricht musste Bürgermeister Josef Luksch den Gemeinderat bei der Sitzung am Montagabend konfrontieren: Der Weiterbestand der Grenzpolizeistation Spiegelau (GPS) mit ihren elf Planstellen ist höchst gefährdet.
Das habe er aus Gesprächen mit Mandatsträgern und aus Presseveröffentlichungen zur Zukunft der Polizeistationen in Neureichenau und Haidmühle erfahren. Hintergrund für die Auflösung sei die Umsetzung des Schengener Abkommens durch Tschechien. Dadurch werde die Grenzpolizei angeblich überflüssig und soll mit der Landpolizei vereinigt werden.
»Augenscheinlich ist geplant, die Landpolizei für den Altlandkreis Grafenau vollständig in Grafenau zu stationieren. Eine Lösung könnte sein, die bisherige Grenzpolizeistation Spiegelau als Außenstelle der Polizeiinspektion Grafenau zu erhalten«, hat es Luksch in einer Resolution formuliert, die nach der einmütigen Zustimmung des Gemeinderats den örtlichen Abgeordneten im Innenministerium und dem zuständigen Polizeipräsidium zugehen wird.
Für den Erhalt der Grenzpolizeistation zumindest als Außenstelle führte der Bürgermeister mehrere Gründe an. Er fürchtet, dass sich bei einer Auflösung die innere Sicherheit der Gemeinde erheblich verschlechtert. 2005 seien fast 220 Straftaten, rund 140 Verkehrsunfälle und zahllose Ordnungswidrigkeiten zu bearbeiten gewesen. »Ein Wegfall der örtlichen Präsenz der Polizei würde sich äußerst negativ auf bekannte Sicherheitsrisiken wie regelmäßige Rockveranstaltungen, Großveranstaltungen und die Schulwegsicherheit auswirken«, sagt Luksch.
Bleibt die GPS Außenstelle, dann könnte von Grafenau aus wesentlich schneller Schutz und Hilfe gewährt werden als dies bei der jetzigen Vertretung durch die Grenzpolizei Mauth möglich ist.
Als weiteren Gesichtspunkt nannte der Bürgermeister die finanzielle Komponente. Das Polizeigebäude in Spiegelau ist grundlegend saniert und für die nächsten zehn bis 15 Jahre voll funktionstüchtig. Für den Bereich der Polizeiinspektion Grafenau soll ein vollständig neues Gebäude errichtet werden (PNP berichtete). »Diese erheblichen Steuermittel sind aus unserer Sicht nicht notwendig. Außerdem fallen zusätzliche Kosten an, wenn der Streifendienst zwischen Spiegelau und Grafenau pendeln muss. « Luksch betont in diesem Zusammenhang, dass der Erhalt der GPS Spiegelau aus »blankem, purem Eigeninteresse« erfolge und nicht gegen die Stadt Grafenau gerichtet sei. Grafenaus Bürgermeister Helmut Peter habe er von diesen Plänen schon unterrichtet.
Nicht zuletzt sei der infrastrukturelle Effekt für die Gemeinde nicht zu vernachlässigen. Spiegelau hat in den vergangenen Jahren neben der Nationalparkverwaltung vier Forstämter, das Staatliche Sägewerk und seine Hauptschule verloren. »Jede weitere Schließung öffentlicher Einrichtungen würde die viel gepriesene Stärkung des ländlichen Raumes zur Karikatur werden lassen«, schließt der Rathaus-Chef seine Ausführungen.
Die Resolution wird jetzt umgehend weitergeleitet, denn bereits am 22. Februar sollen die Bürgermeister Informationen über die neuen Polizeistrukturen bekommen. »Aber dann ist es für unseren Protest wahrscheinlich zu spät«, fürchtet Luksch.


Grafenauer Anzeiger vom 19.1.2007

Sägewerk-Areal muss bis April ein Gesicht bekommen
Gemeinderat setzt bei Sondersitzung Frist für Grobplanung mit Sägehalle als Zentrum - Aufschwung für Wirtschaft?  von Ursula Langesee
Spiegelau. In puncto Sägewerk-Gelände machte der Gemeinderat endlich Nägel mit Köpfen. Einstimmig legte er fest, dass man sich bis 2. April um einen Grobentwurf für die künftige Nutzung des brachliegenden Industrie-Areals bemühe.
Diesem Beschluss war am Dienstagabend ein zweistündiger Meinungsaustausch vorausgegangen. Die Gemeinderatsfraktionen CSU, Freie Wähler und der Gemeinderat ÜPG hatten eine Sondersitzung unter anderem zu den Themen „Städtebauförderung“ und „Wirtschaftliche Entwicklung Spiegelau-Mitte“ beantragt.
2003 hat die Gemeinde das Gelände des Staatlichen Sägewerks gekauft und damit, so Gemeinderat Siegfried Klante, eine „Jahrhundertchance“ bekommen, um in dem kilometerlangen Straßendorf eine Ortsmitte zu schaffen. Doch wie stellt man‘s am besten an? Von was soll die Initialzündung ausgehen? Von der Wirtschaft oder dem Tourismus? Und was hat Vorrang - Arbeitsplätze oder Freizeitgestaltung?
Das waren die Fragen, die das Gemeindegremium umtrieben. Fest steht, dass die Nutzung des Geländes durch eine Indoor-Anlage und ein Vier-Sterne-Hotel weggebrochen ist, weil sich dafür keine Betreiber und Interessenten fanden. Jetzt ist die alte Sägehalle mit ihrem sehenswerten Dachstuhl und dem sächsischen Fachwerk das Objekt der Begierde. „Hier soll eine Festhalle der anderen Art entstehen, keine zweite Mehrzweckhalle, wie wir sie schon haben“, räumt Bürgermeister Josef Luksch der Umwidmung der Sägehalle Priorität ein. Gedacht ist an eine möglichst vielseitige Nutzung, vergleichbar mit dem „KuK“ in Schönberg, mit einer Küche für Catering-Service und eventuell einem festen Restaurant, das angemietet werden kann.
Spiegelau braucht auch einen Festplatz. Denn wenn, wie beabsichtigt, der Netto-Markt auf dem Alten Sportplatz neu baut, dann fällt dieser Platz für das Volksfest weg. Idealerweise könnte der Festplatz entlang der Sägehalle verlaufen, dann könnte die Festhalle gleich als „Bierzelt“ genutzt werden.
„Wir reden nur über Freizeitgestaltung, aber nicht darüber, von wo Wirtschaftskraft ausgehen könnte. Wir müssen die neue Spiegelauer Mitte als Initialzündung für unsere wirtschaftliche Entwicklung sehen“, mahnte Gemeinderat Erhard Wawrzek und hatte ein paar Zahlen parat. „1982 waren wir noch die viertgrößte Gemeinde im Landkreis, jetzt sind wir auf Platz sechs abgerutscht. Seit dieser Zeit haben wir 650 Arbeitsplätze verloren. Damit ziehen auch die Menschen weg. Jedes Jahr verlieren wir 30 Einwohner. Der Schlüssel zum Erfolg sind Arbeitsplätze, dann lösen sich alle anderen Probleme von selbst. “
Klante hatte ein paar Ideen, wie auch die Wirtschaftskraft am Sägewerk-Gelände einziehen könnte. „Wir brauchen ein Ärztehaus, wo Allgemeinärzte, Zahnärzte und Fachärzte ihre Praxen haben. Das zieht Patienten an und damit auch Kunden für kleine Geschäfte, die sich hier ansiedeln könnten.“ Spiegelaus großes Plus seien ja die Parkplätze in unmittelbarer Nähe. Nach Klantes Vorstellung könnte auch der Wochenmarkt wiederbelebt werden. Und in der Sägehalle müsste eine feste Gastronomie eingerichtet werden als Anlaufstelle auch für Urlauber, wenn sie vom nahe gelegenen Waldspielgelände oder dem Kurpark kommen.
Den Optimismus musste Luksch ein wenig dämpfen. „Wir bieten uns seit eineinhalb Jahren als Arbeitsplatz für Jungärzte auf den Vermittlungslisten der kassenärztlichen Vereinigungen an. Bisher ohne Erfolg. Das flache Land ist für Berufseinsteiger wohl eher unattraktiv.“
„Woher sollen Investoren auch kommen? Wir haben bis jetzt keine spruchreifen Ideen, keine Pläne und noch keinerlei Werbung für dieses Areal gemacht“, kritisierte 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß. Sie drängte darauf, endlich eine Präsentationsmappe zu erstellen, in der die Schokoladenseiten Spiegelaus aufgeführt seien.
Gemeinderat Anton Seibold beantragte, dass bis April mit einem Stadtplaner die ersten Gespräche geführt werden müssen. Luksch wies darauf hin, dass für das erste März-Wochenende die „Zukunftswerkstatt“ als Voraussetzung für die Fördermittel aus dem Stadtumbau West stattfinden wird. Dazu sind alle Spiegelauer eingeladen, ihre Ideen für die Zukunft ihrer Gemeinde einzubringen. Der Bürgermeister will versuchen, schon im Februar die Moderatoren der „Zukunftswerkstatt“, Regierungsbaumeister und Architekt Josef Rott und Unternehmensberater Dr. Ernst Friedrich, zu einem Gespräch mit dem Gemeinderat einzuladen. Anfang April soll dann die Grobplanung für das Sägewerk-Gelände stehen.


Grafenauer Anzeiger vom 10.1.2007

Spiegel mit Kleeblatt als Glücksbringer
Beim 2. Termin für Neujahrsempfang hatten Spiegelauer gutes Wetter
Spiegelau (pnp). Traditionell ist der Neujahrsempfang der Gemeinde auch direkt am Neujahrstag. Aber in diesem noch jungen Jahr 2007 hatte das Wetter nicht so mitgespielt, und der Empfang musste auf den 7. Januar verlegt werden.
Bei trockenem Wetter trafen sich am romantisch beleuchteten Platz am Spiegaluer Vergolderriegel Feriengäste und Einheimische. Wärmen konnten sich die Besucher dort an aufgestellten Schwedenfeuern, an Glühwein und Jagatee.
Die Böllerschützen aus Klingenbrunn schossen mit einem dreifachen Salut das neue Jahr an. Bürgermeister Josef Luksch bedankte sich bei allen freiwilligen Helfern, die unentgeltlich arbeiteten sowie bei den großzügigen Spendern. In einem kurzen Rückblick erinnerte er an die Großereignisse der vergangenen zwölf Monate, wie die Schneekatastrophe, die Weltmeisterschaft sowie den Papstbesuch. Er bat auch im Jahr 2007 um Toleranz und Nächstenliebe unter Bürgern und Nachbarn.
Und weil kleine Geschenke bekanntlich die Freundschaft erhalten, verteilte Kaminkehrer Johannes Ebner als „Glücksbringer“ runde Taschenspiegel, auf deren Rückseite ein Kleeblatt und das Wappen der Gemeinde Spiegelau abgebildet ist.
Musikalisch wurden die zahlreichen Gäste von der „Klingenbrunner Dorfblos‘n“ unter der Leitung von Kurt Kufner unterhalten. Der Reinerlös aus dem Neujahrsempfang ist für die Stiftung „Kinderklinik Ostbayern (KUNO)“.


Grafenauer Anzeiger vom 4.1.2007

Irdische Probleme behindern Blick in die Sterne
Astronomische Vereinigung auf der Suche nach neuem Standort - Eigentümer will nicht mehr verpachten
von Ursula Langesee
Spiegelau. Eigentlich rechnen sie in Lichtjahren und die Objekte ihrer Begierde sind im wahrsten Sinne des Wortes abgehoben. Doch jetzt muss sich die Astronomische Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald e.V. mit ihren 48 Mitgliedern mit ganz irdischen Dingen beschäftigen. Sie ist auf der Suche nach einer neuen Heimat.
Bis zum Frühjahr 2006 betrieb der 1999 in Regen gegründete Verein eine Sternwarte im Industriegebiet Oberkreuzberg, auf dem Grundstück der Schwester des 2. Vorsitzenden Günther Stumpp aus Spiegelau. Doch der Platz musste aufgegeben werden. In der Nähe fand sich ein neuer Standort. Für eine 32 Quadratmeter große Sternwarte in Holzrahmenbauweise mit separatem Beobachtungsraum und abfahrbarem 16 Quadratmeter großen Pultdach hatte die Gemeinde schon die Baugenehmigung erteilt. „Es war alles geritzt, aber nun machte unser Verpächter einen Rückzieher, weil er, falls das Industriegebiet Oberkreuzberg erweitert wird, das Grundstück verkaufen möchte“, sagt Günther Stumpp.
Die Anforderungen, die Sternforscher an ein ideales Gelände für ihr Hobby stellen, sind nicht allzu hoch. „Ideal ist eine Höhenlage von etwa 1000 Metern, weil die Inversionsschichten, welche die Sicht trüben können, darunter liegen. Grundsätzlich sollte es halt möglichst dunkel sein und die Rundumsicht erlauben“, beschreibt der 2. Vorsitzende den optimalen Platz. Von der Infrastruktur her sind die Astronomen anspruchslos. „Wir brauchen nur Strom, keinen Wasser- und Kanalanschluss.“ Die Sternwarte war auch eine zusätzliche touristische Attraktion in der Gemeinde. Das Angebot, ferne Galaxien mit dem Teleskop ganz nah vors Auge zu bekommen und die professionellen Erklärungen, lockten viele Interessierte an.
Grundsätzlich ist das Sterne-beobachten natürlich auch ohne feste Warte möglich. „Aber die Geräte immer auf- und abzubauen, ist kein geringer Aufwand. Meine Ausrüstung wiegt allein 100 Kilo“, bringt der Hobby-Astronom ein gewichtiges Argument.
Da hatte er es vor 20 Jahren noch leichter. Schon immer hatten ihn die „Flecken“ am Himmel interessiert. Zum näheren Erforschen musste ihm jedoch ein gutes Fernglas genügen. „Ein Acht-Zoll-Spiegelteleskop für 7000, 8000 Mark war für mich unerschwinglich“, erzählt Stumpp. Mehr Wissen über die Sterne eignete er sich unter anderem über die handgezeichneten Sternenkarten von Pfarrer Detlef Block an.
Lange Zeit war Stumpp beim Sternebeobachten allein. Über das Internet fand er dann Zugang zu Gleichgesinnten und jeder Menge Informationen zu seinem Hobby. Unter „www.astro-bayerwald.de“ hat die Astronomische Vereinigung eine eigene Homepage angelegt. Ihre Mitglieder kommen nicht nur aus dem Bayerischen Wald, sondern auch aus Deggendorf, Passau und sogar Köln. Jeden zweiten Freitag im Monat ist Stammtisch in Rinchnach.
„Wenn wir längere Zeit keinen neuen Platz für eine Sternwarte finden, besteht natürlich auch die Gefahr, dass Mitglieder abfallen“, befürchtet Stumpp. Aber er gibt die Hoffnung nicht auf. Wann sich allerdings ein geeigneter Platz findet, steht bislang noch in den Sternen.

 

 

 

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