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Grafenauer
Anzeiger vom 14. Dezember 2007 Bürgermeister bleibt weiter Beamter auf Zeit Spiegelauer Gemeinderat ändert nicht den Status des Rathaus-Chefs - „Unkraut“ filmt im Naturfreibad von Hermann Haydn Spiegelau.
Nächstes Jahr soll das neue Spiegelauer Freibad eröffnet werden. Der
Gemeinderat diskutierte jetzt schon mal über Zeiten und Kosten für das
kühle Nass mit dem besonderem Umweltfaktor. Außerdem ging es um die
Stellung des 1. Bürgermeisters nach der nächsten Wahl. An seinem Status
ändert sich nichts, er bleib hauptamtlich, also Beamter auf Zeit. Die
Gemeinderätin Elke Proßer-Greß hatte sich mit Kollegen bei
vergleichbaren Freibädern informiert und berichtete darüber, wie es mit
Eintrittszeiten und Entgelten beispielsweise in Grafenau oder Schönberg
aussieht. Nach längerer Diskussion um Fünferlpreise,
Behinderten-Rabatte, Frühschwimmer-Zeiten und Abendkarten soll nun eine
Satzung erstellt werden. Größenordnungsmäßig soll sich der Eintritt für
Kinder und Jugendliche bei 1,70 Euro, für Erwachsene bei 2,60 Euro
bewegen. Es soll ab 17 Uhr möglich sein, zu günstigen Tarifen noch
schnell mal ein paar Runden schwimmen zu können. Morgens soll
unbürokratisch für Frühschwimmer das Tor offen sein, und auch
Behinderte erhalten entsprechende Rabatte. Die Öffnungszeiten werden
etwa von 9 bis 19 Uhr angepeilt und können bei entsprechender Hitze
ausgedehnt werden. Angedacht ist auch, dass als Dankeschön für die
Geduld der Bevölkerung die Saisonkarten 2008 bis zur Bad-Eröffnung noch
zum alten Preis aus den Vorjahren erhältlich sein soll. Auch
Schirme und Liegen soll es gegen Entgelt oder Pfand geben. Eine
Beschattung für das Kinderbecken wurde für gut befunden, und der Kiosk
nebst Minigolfbahn könnte auch von einem gewerblichen Betreiber geführt
werden, so sich ein geeigneter Bewerber findet. Ansonsten geht
Bürgermeister Josef Luksch davon aus, dass pünktlich in die Badesaison
gestartet werden kann und auch die Naturbadanlage völlig chemiefrei
funktionieren wird. Selbst die Umweltsendung „Unkraut“ habe sich schon
für eine Reportage angesagt, und diese Besonderheit solle auch
entsprechend vermarktet werden. Zur Klärung stand auf Anfrage von
Erhard Wawrzek an, ob der künftige 1. Bürgermeister wieder ehrenamtlich
beauftragt werden könnte, würde dies seiner Meinung nach doch viel Geld
sparen. Bürgermeister Luksch bezweifelte dies. Bei entsprechenden
Arbeitsstunden und einer fairen Entlohnung würde auch der in ähnlicher
Höhe bezahlt werden müssen, oder einfach nicht im erforderlichen Umfang
zur Verfügung stehen. Daran ändere auch nichts, wenn sich Wawrzek
darauf berief, was in der Gemeindeordnung steht. Danach müsse auch
dieser sich mit voller Kraft einsetzen - auch ehrenamtlich. Dass
sich Spiegelau mit so einer Regelung lächerlich machen würde, wenn
selbst kleinere Gemeinden es sich leisten, ihren Bürgermeister als
Beamten auf Zeit nötige Handlungsspielräume zu ermöglichen, sahen
jedoch auch alle anderen Ratsmitglieder als gegeben. Der nächste
Rathaus-Chef wird also hauptamtlich tätig sein - wie bisher. Warum
soll ein Stromanschluss für den neuen Festplatz neu Geld kosten, wenn
doch am ehemaligen Sägewerk ohnehin einer da gewesen sein müsse?, so
die Anfrage der Freien Wähler. Das Angebot der E.ON bezog sich jedoch
nicht auf die Zuleitung, sondern auf die verschiedene Technik von
Trafostation bis Verteilung und Zähler, die an so einem Platz nötig
werden. Alte Technik war abgebaut worden und wäre eventuell auch gar
nicht weiter verwendbar gewesen, so der Bürgermeister. Der Golfplatz
am Nationalpark hatte bereits zweimal angefragt, ob sich die Gemeinde
mit Bürgschaft und Betreiber-Beteiligung finanziell engagieren könnte.
Ein Rückangebot aus Spiegelau, jeweils die Hälfte des Gewünschten
tragen zu können, war jedoch nicht beantwortet worden. Neue Gespräche
sollen geführt werden, um das von den Gemeindefinanzen Mögliche und aus
touristischer Sicht Sinnvolle heraus zu finden. Eine gemeinsame
Fahrt im Januar soll zu Industrie- und Gewerbegebieten führen, um dem
Gemeinderat Informationen zu bieten, wie andere Kommunen diese für
Investoren interessant machen. Das Metzgerland Wawrzek will hier
sponsernd tätig werden. Als Ziele sind Osterhofen und Vilshofen
angepeilt. Unter „Anfragen“ gab es einen Hinweis von Elke
Proßer-Greß, dass sowohl von älteren Jugendlichen als auch Eltern in
Schulnähe und sogar in Bussen geraucht würde. Ein besseres Beispiel
gegenüber den Kleineren möge hier angemahnt werden. Unklarheit gab
es auf eine Anfrage von Siegfried Klante bezüglich einer Aussage von
Günther Keilwerth von der Regierung von Niederbayern, ob ein Gerät, das
Wanderwege pflegt, aber nebenbei auch für Loipenspurung und
Skaterpisten verwendet werden könnte, noch bezuschusst werden könnte. Bürgermeister
Luksch sah diese Aussage anders und stimmte dagegen. Es sei ein
Versuch, jetzt noch schnell aus einer unklaren Aussage Kapital für
einen Kauf zu schlagen, die entweder gar nicht zusätzlich benötigt
würde oder so wie gewünscht nicht förderbar wäre. Dennoch stimmte der
Rest der Räte dafür, der Aussage mit Förder-Wunsch nachzugehen, bevor
Günther Keilwerth im Frühjahr aus seinem Amt scheidet.
Grafenauer
Anzeiger vom 23. November 2007 Märchenbilder und meisterhaftes Glas / Susanne Zuda und Michael Schreiner stellen aus Spiegelau.
Mehr als gelungen war der Auftakt der Ausstellung „Faunus & Floria“
in der Tourist-Info: Weit mehr als 70 Gäste waren gekommen, um die
Werke von Susanne Zuda und Michael Schreiner zu bewundern. Obwohl es
sich um zwei vollkommen unterschiedliche Künstler mit verschiedenen
Ausdrucksformen handelt, ergänzen sich die Bilder von Susanne Zuda und
die Glasobjekte von Michael Schreiner optimal. „Ein Märchenhaus mit all
den bunten Farben, den unterschiedlichsten und wohltuenden Formen und
Gestalten“, beschrieb Laudator Karl Heinz Reimeier das Zuhause von
Susanne Zuda und Michael Schreiner. Dieser Hort an Kreativität bringe
den Betrachter dazu, in die Bilder und Objekte hinein zu hören. Zwar
sind die Arbeiten höchst unterschiedlich, aber zu spüren sei bei beiden
das große handwerkliche Können. Aus den Bildern von Susanne Zuda
spricht die Liebe zur Natur und die Liebe zu Tieren, die wie in Fabeln
oft für den Menschen stehen. „Sie übergibt ihr Innerstes an die Tiere
als Fabelwesen, die es schon bei den alten griechischen Schriftstellern
gab, wo die handelnden und sprechenden Tiere menschliche Fähigkeiten,
aber auch menschliche Unzulänglichkeiten ausdrücken“, so Reimeier.
Michael Schreiner ist mit Glas aufgewachsen. So war es für ihn nur ein
logischer Schritt, die Ausbildung zum Glasgraveur und -designer an der
Glasfachschule in Zwiesel zu machen. Anschließend absolvierte er eine
Ausbildung zum Werbegrafiker. Vor einigen Jahren kehrte die
Leidenschaft für die künstlerische Arbeit mit Glas zurück. Im Laufe der
Zeit habe Michael Schreiner es geschafft, mit dem Glas so umgehen zu
dürfen, wie er allein es will. Zu sehen sind in der Spiegelauer
Tourist-Info Aquarellzeichnungen und Glasarbeiten in
Hochschnitttechnik. so
Grafenauer
Anzeiger vom 17. November 2007 Rachel-Wirt
im Höhenrausch - Eibl macht weiter . Neuer Pächter des
Waldschmidthauses hat Vertrag um fünf Jahre verlängert - Großes
Medienecho und positive Resonanz von Michael Witte Spiegelau.
210 Tage als Hüttenwirt auf dem Rachel: Kurt Eibl, der neue Pächter des
Waldschmidthauses, zieht nach seiner ersten Saison auf dem
Lieblingsberg der Deutschen eine fast rundum positive Bilanz. Viele
Gäste, harmonische Zusammenarbeit mit Nationalpark, Bergwacht und
Wald-Verein, ein grandioses Medien-Echo - diese Gründe haben ihn schon
im Herbst dazu bewegt, den Pacht-Vertrag mit Inhaber Hans Genosko um
fünf Jahre zu verlängern. Aber wo viel Licht, ist auch Schatten,
Selbstversorger passen dem Gastwirt nicht unbedingt ins Konzept. Aber
weil Eibl auf dem Rachel weiter hoch hinaus will, wird er sich um diese
Wehwehchen kümmern, um das Problem in konstruktiven Gesprächen mit
allen Beteiligten zu lösen. Das Waldschmidthaus ist zwar seit dem 4.
November geschlossen, Eibl ist dennoch präsent. Via Mailbox teilt er
potenziellen Gästen mit, dass noch in den Sternen stünde, ob das Haus
erstmals nach langer Zeit wieder zwischen Weihnachten und Neujahr
öffnen würde. Die Schneemassen auf dem Berg machen dem Wirt derzeit da
noch einen Strich durch die Rechnung, „aber entschieden ist die Sache
noch nicht“, sagt Eibl. Der Hausinger, der auch in Pfarrkirchen
eine Tankstelle betreibt, schwärmt von den tollen Tagen auf dem Berg,
wenngleich er zugibt, dass er und seine Freundin Carolin Jungbauer zum
Schluss die Tage gezählt haben. Aber nach 210 Tagen ohne einziges
freies Wochenende, eigentlich ohne einen einzig richtig freien Tag,
„dürfen wir uns jetzt auch auf unsere Freizeit freuen, regenerieren“. Denn:
Die Gäste rannten dem Paar sehr oft die Bude ein, an den Wochenenden
wurden die 18 bis 26 Betten - je nachdem, wie viele Matratzen im
Bettenlager ausgelegt wurden - mit Menschen gut gefüllt. Und im
September hätte der Hüttenwirt von Freitag bis Sonntag auch mit 50
zusätzlichen Betten die Nachfrage nicht stillen können. Auch für
2008 haben Naturfreunde schon jetzt den Berg gebucht, wobei Eibl zu 90
Prozent Familien und Gruppen in seiner Herberge begrüßt, Wanderer, die
dort ihr Haupt niederlegen, machen den deutlich geringeren Teil aus.
Den großen Bekanntheitsgrad seiner Hütte kann sich der Hausinger vor
allem mit dem positiven Medien-Echo erklären: Das Waldschmidthaus wird
als eine von nur vier deutschen Hütten auf der Bayern1-Homepage
(Rucksackradio) empfohlen, ein Redakteur verfasste für die Frankfurter
Rundschau eine große Reise-Reportage und Mitte Juni gab er zahlreichen
wandernden Journalisten einer geführten Pressereise für eine Nacht
Quartier. Aber auch die Mundpropaganda brachte Gäste auf den Berg,
nicht nur sein Kaiserschmarrn. Was Kurt Eibl natürlich freut, hatte man
ihm dort ein schwieriges erstes Jahr auf dem Rachel vorhergesagt. Aber
von Schäden und Unglücken an Haus und Inventar blieb der Hausherr
verschont. Besuch von der Polizei im Streifenwagen bekam er
trotzdem, am 1. November. „Wir wollten nur mal sehen, ob wir mit
unserem Streifenwagen hier hoch kommen“, sagten ihm die freundlichen
Beamten, denn zuvor hatte der Nationalpark den holprigen und nur mit
dem Allrad zu befahrenden Weg auf eigene Kosten gerichtet. „Die
Zusammenarbeit mit dem Nationalpark ist top“, lobt der Hüttenwirt die
Hüter seines Umfelds. Auch mit Vertretern von Wald-Verein oder
Bergwacht ist die Zusammenarbeit hervorragend. „Die Bergmesse, das war
ein Höhepunkt des Jahres“, erinnert sich Eibl. Und auch Besitzer Hans
Genosko stand für seinen neuen Pächter allzeit mit Rat und Tat mit
Leib’ und Seele zur Seite, „ein Anruf genügte“. In diesem Sinne
soll es im Frühjahr 2008 weitergehen, bis dahin will der Hüttenwirt
auch das einzig wirklich echte Problem des Waldschmidthauses lösen:
Menschen, die glauben, an den Tischen vor der Hütte ihre eigenen
Speisen und Getränke verzehren zu können und dann noch mit dem Satz
„Das war 30 Jahre hier so“ auf eine Art Gewohnheitsrecht pochen. „Ich
bin kein Biergarten, und in die Dorfwirtschaft nehme ich auch nicht
mein eigenes Essen mit“, sagt Eibl dazu. Und: Auf allen Tischen sei
dazu ein dezenter Hinweis - in Deutsch und Tschechisch. Wenn Gäste nun
den Anstand besäßen und zu einem Getränk von ihm die Wurstsemmel aus
dem Rucksack essen, „dann sage ich ja nichts“. Aber beschimpfen lassen
als Gastgeber - „das habe ich nicht nötig“. 99,9 Prozent aller Gäste
sehen laut Eibl aber ein, dass der Gastwirt auch überleben muss, „die
sich beschweren, das sind zwei Hände voll“. Für die hat indes
Bürgermeister Josef Meininger aus St. Oswald-Riedlhütte, auch der 2.
Vorstand des Wald-Vereins, Sektion Spiegelau großes Verständnis. „Es
kann nicht sein, dass Wanderer auf dem Rachel keine Bank und keinen
Tisch finden“, sagt Meininger. Doch der 2. Vorstand kann auch Wirt Eibl
verstehen, ist froh, dass es auf dem Rachel wieder ein großes Angebot
gibt. Meininger will deshalb mit Eibl und Nationalpark sprechen,
„um eine gemeinsame Lösung zu finden“. Kurt Eibl, der Teil-Aussteiger
von unten, ist nach diesem für ihn und seine Partnerin so erfolgreichen
Jahr in der neuen Höhenlage „jederzeit, gerne und bald“ zu diesem
Gespräch bereit.
Grafenauer
Anzeiger vom 16. November 2007 Ein Kulturabend mit Lyrik und Kabarett Dichter Friedrich Brandl und Kabarettistin Tanja Friedl bei den Spiegelauer Kulturtagen Spiegelau.
Vergangenen Montag luden die Spiegelauer Kulturtage zu einem
außergewöhnlichem kulturellen Abend in die Aula der Grundschule
Spiegelau ein. Friedrich Brandl, der bekannte Schriftsteller und
Dichter aus Amberg, und Tanja Friedl, Musikerin und Kabarettistin aus
Langdorf, boten gemeinsam ein sehr abwechslungsreiches Programm. Trotz
Schneegestöber kamen zahlreiche Kultur-Interessierte nach Spiegelau,
was Organisator Karl-Heinz Reimeier sichtlich freute. Für ihn sei der
große Anklang in der Bevölkerung ein Zeichen dafür, wie gut sich die im
letzten Jahr ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe entwickelt habe. Im
ersten Teil des Abends gehörte die Aufmerksamkeit des Publikums ganz
der Lesung von Friedrich Brandl. Er erzählte von seiner lyrischen
Wanderung mit den Autoren Bernhard Setzwein und Harald Grill, die sie
von Pilsen nach Amberg führte. Seine Gedanken auf diesem Weg verband
Brandl geschickt mit eindringlichen Gedichten zu den
unterschiedlichsten Themen - von kritischen Werken über die moderne
Informationsgesellschaft bis hin zu einfühlsamen Liebesgedichten.
Natürlich durften Auszüge aus dem bekannten Gedichtband „Meine Finga in
deina Rindn“ nicht fehlen. Schließlich brachten diese eindrucksvollen
Zeilen Reimeier auf die Idee den oberpfälzer Autor einzuladen. Tanja
Friedl stellte anschließend einen Ausschnitt aus ihrem Programm „i
& sie“ vor. Die Musikerin aus Langdorf spielte bekannte Lieder von
Annett Louisan, die dem Orginal täuschend ähnlich waren. Die Lieder und
Texte haben es ihr angetan, so die Künstlerin. In ihrem Programm
ergänzt sie diese jedoch mit kabarettistischen Erzählungen aus ihrem
eigenen Alltag und interpretiert somit Annett Louisan auf eigene Art
und Weise. Es geht um Gefühle im Allgemeinen, um Verliebtheit,
Eifersucht und Trennung. Alles verpackt in amüsante Geschichten und
rhythmische Lieder, die manch einen Zuhörer mitwippen ließen. Friedrich
Brandl rundete die Veranstaltung mit dem zweiten Teil seiner Lesung ab,
in der er für das langsame und sorgfältige Betrachten der Dinge sowohl
am Wegrand als auch im Leben plädierte. Kreisheimatpfleger Reimeier
verabschiedete das Publikum und dankte für die Konzentration: „Wenn man
sich konzentriert, hört man zwischenrein - und das tut gut.“ ml
Grafenauer
Anzeiger vom 14. November 2007 Eine
Eröffnung der leisen Art
Foto Spiegelauer Kulturtage am Sonntag mit „Der alte Wald geht - neuer Wald entsteht“ gestartet Spiegelau.
„Man kann die Spiegelauer Kulturtage mit Pauken und Trompeten eröffnen
oder mit Harfen- und Saitenklängen - wir haben uns für die leisen Worte
und stillen Bilder entschieden“, sagte Karl-Heinz Reimeier zum Auftakt
der Kulturtage am Sonntagabend in der evangelischen Kirche in
Spiegelau. Als bewusst „keinen leichten Einstieg“ wollte Reimeier den
Abend unter dem Titel „Der alte Wald geht - neuer Wald entsteht“
verstanden wissen und verlangte von den Zuhörern und Zuschauern Geduld.
Denn sowohl die Gedanken von ihm und Grafenaus Stadtpfarrer Kajetan
Steinbeißer, verknüpft mit Bildern von Gunther Fruth aus Perlesreut
ließen über die Natur intensiv nachdenken. Vor allem über die Beziehung
des Menschen zum Wald, zu toten Bäumen, zu lebendigen Bäumen. Steinbeißer
forderte in seinem Beitrag zum Nach-Denken auf. „Vielleicht kommt der
Mensch beim Nachdenken darauf, dass noch Hoffnung besteht - dass es
noch Liebe gibt - und, dass der Glaube doch etwas bringt: Vertrauen,
dass Gott der Schöpfer ist und die Menschen Verantwortung die Antwort
des Menschen auf das Geschenk Gottes ist, das Denken heißt.“ Gunther
Fruth nahm die Zuseher dann mit auf eine Reise in die Wälder um
Finsterau, zeigte einfühlsame Momente von einer lebendigen Wildnis, aus
verschiedenen Perspektiven, kontrastreich, einprägsam. Dabei zeigten
seine schwarz-weiß Fotografien keineswegs nur zwei Pole, sondern auch
die Schönheit der Vielfalt in diesem Wald. Und Reimeier selbst
erinnerte an seinen vielen Wanderungen auf die Berge, die ihm unter die
Haut gehen und ihn bewegen. „Es bewegt, der Jungwuchs und das Sterben“.
Und vielleicht sei deshalb die Sensibilität auf diesem Gebiet sehr
hoch. Reimeier hat seine Eindrücke auch künstlerisch verarbeitet, in
Texten und Gedichten, die übrigens zusammen mit den Bildern von Fruth
in einem Buch erschienen sind. Ein prägnantes Beispiel daraus: „ich
spaziere in der nacht zum berg - ich bilde mir ein ich sei auf meinem
weg allein bis die weißen gestalten rundherum auf mich einreden -
durcheinander zuerst und wirr allmählich aber wachsen worte aus den
ästen deutlich verständlich: verweile mensch halt ein deinen schritt
und nimm unsere seelen zum berggipfel mit dort gib sie dann frei frei
dem nächtlichen wind übergib sie dem leben übergib sie geschwind“. Zu
diesen leisen Tönen passten ideal die ausgesuchten Musikstücke der
Familienmusik Wolf aus Klingenbrunn, die zusammen mit Schülern der
Spiegelauer Schule den Abend nicht nur musikalisch umrahmte, sondern
ihm eine besondere Note verlieh. mis Krönauer an der Spitze Die Elternbeiratswahlen im Kindergarten St. Johannes Spiegelau.
Die Elternbeiratswahlen im Caritas-Kindergarten St. Johannes der Täufer
in Spiegelau fanden in diesem Jahr in einer neuen Form statt. Bei
Gruppenelternabenden, die in erster Linie der Information der Eltern
dienten und auf denen die Vorhaben der nächsten Zeit vorgestellt
wurden, sollten auch Kandidaten für den neuen Kindergartenbeirat
geworben werden. Es fanden sich auch einige Elternteile, die sich für
die Wahl zur Verfügung stellten. Die Wahl selber fand als Briefwahl
statt, bei der ganztägig die Stimmenabgabe erfolgte und an der sich
auch viele Eltern beteiligt haben. Bei der Stimmenauszählung wurden
folgende Elternvertreter ermittelt: Andrea Döringer, Kathrin Friedl,
Petra Hartl, Kurt Hobelsberger, Marion Krönauer, Tanja Schneider und
Andrea Scholz. Das Amt der Vorsitzenden übernahm Marion Krönauer,
Schriftführerin wurde Kathrin Friedl und die Kasse verwaltet Petra
Hartl. Bei der ersten Beiratssitzung die im Kindergarten statt
fand, ging es in erster Linie um die Organisation der nächsten
Veranstaltungen, nämlich St. Martin und den Spiegelauer
Christkindlmarkt. Bei der Sitzung wurde aber sehr schnell deutlich,
dass der Kindergartenbeirat hierin nicht seine Hauptaufgabe sieht,
sondern sich auch in die Aktivitäten der Einrichtung einbringen möchte.
Die Mitglieder des Beirates hoffen, hierfür auch viele Eltern gewinnen
zu können und so die Bindung zu „ihrem“ Kindergarten noch weiter zu
stärken. Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens freuen sich auf eine
fruchtbare Zusammenarbeit. pnp
Grafenauer
Anzeiger vom Samstag, 10. November 2007 ...verweile mensch - halt ein deinen schritt ... Spiegelauer
Kulturtage beginnen am Sonntag (19 Uhr) in der evangelischen Kirche mit
Betrachtungen zu: „Der alte Wald geht - neuer Wald entsteht“ von Karl-Heinz Reimeier Spiegelau.
Die unübersehbaren und unüberhörbaren Ereignisse der vergangenen Jahre
in Sachen „Sterbender Wald“ sind vielen Menschen unter die Haut
gegangen, gehen vielen Menschen im erweiterten Nationalparkgebiet heute
noch unter die Haut. Viele Gespräche wurden geführt und diese haben den
Fotografen Gunther Fruth, Stadtpfarrer Kajetan Steinbeißer und mich
immer wieder dazu gebracht, über die Grenzbereiche zwischen Mensch und
Natur, über den „Tod im Wald“ nachzudenken, auch mit dem Blick darauf,
wie stark und mächtig sich der Mensch gegenüber der Natur vorkommt und
wie gering die Schöpfung immer wieder geachtet wird. Die
zeitversetzte Wanderung macht es deutlich: Wir treten ein in den Wald,
den wir kennen: Schlagwörter aus den Prospekten kommen uns in den Sinn
und Bilder von dunklen Waldwogen, Urwaldriesen, rauschenden Wassern,
grünen Wipfeln, Bergseen. Bilder vom „schönen“ Wald, die sich
festsetzten und festsitzen, Bilder, mit denen bis heute Werbung für
unsere Region betrieben wird. Plötzlich ist alles anders - mitten
auf dem Berg steht der Tod vor uns, greifbar und direkt. So weit das
Auge reicht, ist alles - tot! Der Wald ist durchsichtig geworden. Immer
wieder schieben sich die lieb gewordenen und vertrauten Wald-Bilder vor
dieses dürre Wald-Skelett, möchten die Wirklichkeit verdrängen.
Entsetzen pur - und das eigene Leben steht sterbend vor uns. Nach
langem Zögern und Warten, nach langer Besinnung kehrt das Leben in uns
zurück - mit all’ seinen Konsequenzen: Der Baum - das bin ich, die
Bäume - das sind wir. Und - wir sterben. Leben ist unweigerlich auch
Sterben. Das macht uns unruhig - der Spiegel vor unserem Gesicht lacht
hämisch. Wir können uns nicht entziehen, wir können vor dem Sterben
nicht davonlaufen. Und mit dem sterbenden Wald stürzen Anschauungen
und Bilder in sich zusammen; es fällt der rauschende Wald - es fallen
die Bilder uriger Holzhauer - es fallen die Lieder - es fällt die
Romantik. Es purzeln aber auch ganz andere Begriffe wie Monokultur,
Anpflanzung, Pflanzkolonne, Wirtschaftswald, Gewinnstreben und und und
... Und nun haben wir zwei Möglichkeiten, uns zu orientieren: Wir
können die Schuld irgendwo suchen, auch beim anderen Menschen, oder wir
denken nach, gehen der Sache auf den Grund, suchen nach Ursachen,
stellen vielleicht sogar Fragen an uns selbst. Aus dem Sterben
wächst die Hoffnung. Und dazu wird ein klein wenig Demut verlangt. Ein
Mensch, der vor der Natur auf die Knie geht, sieht diese mit anderen,
mit neuen Augen - sieht, wie sich die Natur erneuert, auf ihre Art,
unbeeinflusst vom Menschen. Das Wachsen und Erneuern aus dem
Gestorbenen ist ein neues Bild, ist eines der hoffnungsvollsten Bilder. Die
Natur wird sich bedanken für ihre wieder gewonnene Freiheit, Pflanzen
werden sich hervorwagen, die sich lange zurückgezogen hatten und wir
Menschen haben die Möglichkeit, wenn wir wollen, Wunder zu schauen.
Und, wer weiß, vielleicht werden wir Menschen irgendwann einmal Freude
haben an dieser für uns neuen Art von Natur.
Grafenauer
Anzeiger vom Mittwoch, 07. November 2007 Wehr Spiegelau präsentiert musikalischen Herbststrauß Bundessieger Manuel Wagner aus Grafenau ist mit dabei - eine Videoleinwand sorgt für Übersicht Spiegelau.
Es war im Jahr 2001, als der damalige Fremdenverkehrsverein Spiegelau
letztmals seinen „Musikantenstadl“ in der Spiegelauer Mehrzweckhalle
durchführte. Am kommenden Samstag präsentiert nun die Freiwillige
Feuerwehr Spiegelau dort einen „Bunten musikalischen Herbststrauß“. Der
Kartenvorverkauf in der Tourist-Info Spiegelau, beim Schuhhaus
Nachtmann und an der Tankstelle Hilpert in Spiegelau ist mittlerweile
schon recht gut angelaufen, da aber in der zur „Music-Hall“
umfunktionierten Mehrzweckhalle rund 500 Personen Platz finden, ist es
also auch für Kurzentschlossene kein Problem, an der Veranstaltung
teilzunehmen. So sind z.B. dabei die Original Oberkrainer Freunde
um der Spiegelauer Christian Wistl, oder die Stuben- bzw.
Familien-Musik Wolf aus Klingenbrunn-Bahnhof. Ein Stimmungs- und
Unterhaltungsgarant ist auch die Klingenbrunner Dorfblos’n um ihren
musikalischen Leiter Kurt Kufner. Und für etwas leisere Töne und damit
Abwechslung im Programm sorgt sicherlich die Birkenfelder Musi aus
Grafenau. Zünftig wird es dann wieder, wenn die Gletscherfetzer
unter anderem mit Sepp Scholz sowie die Bayernland Rebellen aus Mauth,
bzw. Neuschönau ihre musikalische Visitenkarte abgeben - ein besonderer
Höhepunkt des Abends verspricht der Auftritt von Manuel Wagner aus
Grafenau zu werden, der mit seinem Akkorden beim Bundeswettbewerb
„Jugend musiziert“ den 1. Platz belegte. Beginn ist am Samstag um 20
Uhr - Einlass in die Halle, bei freier Platzwahl wird ab 19 Uhr
gewährt. Aber keine Sorge, auch wenn man nicht unbedingt mehr einen
Platz in der „ersten Reihe“ ergattert, der Veranstalter - die
Freiwillige Feuerwehr Spiegelau - hat sich auch hier etwas einfallen
lassen. Der Abend wird zusätzlich auch auf eine große Videoleinwand
neben der Bühne projeziert, so dass man alles genau mitverfolgen
kann. - re
Grafenauer
Anzeiger vom Montag, 05. November 2007 Baumsteftenlenz-Preis für zwei Glosarer Glaskünstler Klaus Büchler und der langjährige Betriebsleiter der Riedlhütter Glashütte Willi Steger als Preisträger von Harald Sochor Riedlhütte.
Einfach machen sich die Ohetaler die Entscheidung, wer den Heimatpreis
bekommt, ganz gewiss nicht. Deshalb genießt dieser Preis auch
mittlerweile ein sehr hohes Ansehen, wie die alljährliche Gästeliste
zeigt. Auch in diesem Jahr reisten Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet
an, um den Ausgezeichneten im bis auf den letzten Platz gefüllten
Pfarrheim in Riedlhütte die Ehre zu erweisen. Am vergangenen Freitag
erhielten zwei Männer mit „Hüttenstaub zwischen den Zehen“ den
Baumsteftenlenz-Heimatpreis des Heimatvereins D’Ohetaler: der
Spiegelauer Glaskünstler Klaus Büchler und der langjährige
Betriebsleiter der Riedlhütter Glashütte Willi Steger. Viele
Gemeinsamkeiten sah Laudator Karl-Heinz Reimeier bei Büchler und
Steger: Beide stammen aus einfachen Arbeiterfamilien, haben Hüttenstaub
zwischen den Zehen, haben die Glasfachschule in Zwiesel besucht, lieben
die Kunst, arbeiten im Bayerischen Wald und haben viel für die Heimat
getan. „Klaus Büchler ist ein herzlicher Mensch, bei dem man sich wohl
fühlt.“ Der Schleifer, Graveur und Designer absolvierte seine
Ausbildung im Bayerischen Wald und ging dann für eine Weile nach
Lübeck. Dort konnte er sich persönlich weiter entwickeln. Der dortige
Arbeitgeber war nämlich auf Sonderanfertigungen und Einzelstücke
spezialisiert. Schließlich kehrte Büchler wieder nach Spiegelau
zurück, wo er seitdem lebt und arbeitet. Der „Al Capone“ der Glaskunst,
wie ihn so mancher nennt, betreibt seit 1973 eine eigene Werkstatt,
seit 2004 sind seine Werke außerdem in der eigenen Galerie zu
bewundern. Klaus Büchler zeigt seine Heimatverbundenheit auch durch
ehrenamtliches Engagement. So investiert er viel Zeit und Energie in
seine Tätigkeit als Kulturwart des Bayerischen Waldvereins. Dem
Nachwuchs in Sachen Glas hilft er als aktives Mitglied im
Prüfungsausschuss der Glasfachschule ebenso wie seinen Künstlerkollegen
im Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern e.V. oder im
Kunstverein Wolfstein. Der sichtlich gerührte Klaus Büchler freute sich
besonders, dass er den Preis zusammen mit Willi Steger erhalten hat und
meinte angesichts der Auszeichnung, dass er wohl so manches richtig
gemacht habe in seinem Leben. Ein Überraschungsredner würdigte
anschließend Leben und Schaffen von Willi Steger: Lona Lipok trat als
Drud auf die Bühne und verband damit die Festrede mit dem
ehrenamtlichen Schaffen des Preisträgers. Willi Steger erlernte das
Glasmachen vom Schleifen bis hin zum Design ebenfalls von der Pieke auf
und führte als Technischer Betriebs- und Werkleiter der Firma Nachtmann
das Werk in Riedlhütte. Zeitweise war das Werk sogar einer der größten
Arbeitgeber im Landkreis. Darüber hinaus setzt er sich seit Jahrzehnten
für die Glastradition, Brauchtum, Heimatliteratur, Geschichtsforschung,
Kunst und Völkerverständigung ein. So publiziert Willi Steger
regelmäßig zu Geschichte und Verfahren der Glasherstellung und gilt
mittlerweile als ein führender Experte in Sachen Glaskunst. Vieles
würde wohl angesichts des Strukturwandels in Vergessenheit geraten,
würde er nicht immer wieder Schmankerl aus seinem riesigen Archiv für
die Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Geschichten um den
Glashüttengeist Durandl beispielsweise. Der Nachwuchs liegt Willi
Steger ebenfalls sehr am Herzen. So ist er Mitglied im
Prüfungsausschuss der IHK Passau für die Berufe Glasmacher und
Glasveredler und für den Beruf Industriemeister Glas und Optik, des
weiteren ist er Mitglied des Kuratoriums der Glasfachschule Zwiesel. Nachdem
seit dem Mauerfall die Grenze zu den tschechischen Nachbarn wieder
offen ist, setzt sich der Geehrte außerdem massiv für die
Völkerverständigung und die Freundschaft zwischen Bayern und Böhmen
ein. So war er maßgeblich daran beteiligt, dass alte Wallfahrtsorte in
Böhmen, beispielsweise Gutwasser, wieder belebt werden und engagiert
sich sehr stark im Karel-Klostermann-Verein. Ein touristisches
Highlight des Bayerischen Waldes geht übrigens ebenfalls auf eine Idee
von Willi Steger zurück: die Glasstraße. Er hatte bereits eine rege
Korrespondenz mit allen Beteiligten, etwa MdB Ernst Hinsken geführt, um
den Reichtum an Glaskunst, wie er wohl nirgendwo sonst so dicht gesät
ist wie im Bayerischen Wald, für den Tourismus zu erschließen.
Verwirklicht wurde diese Idee allerdings erst Jahre später -
mittlerweile wurde daraus ein absoluter Touristenmagnet.
An diesen Tagen dreht sich in Spiegelau alles um die Musik, Literatur und Kunst Vom 11. bis 20. November in und um die Grundschule - Schüler-Workshops Spiegelau.
Um Literatur, Musik und Kunst drehen sich die „Spiegelauer Kulturtage“
vom 11. bis 20. November, veranstaltet von der Grundschule. Sie
beginnen am Sonntag, 11. November, um 19 Uhr in der
Evangelisch-Lutherischen Kirche mit Betrachtungen zum Thema: „Der alte
Wald geht - neuer Wald entsteht“. Damit beschäftigen sich Stadtpfarrer
Kajetan Steinbeißer, Fotograf Gunther Fruth und Autor Karl-Heinz
Reimeier. Zur Untermalung spielt die Familienmusik Wolf aus
Klingenbrunn. Der Eintritt ist frei. Am 12. und 13. November kommt
der Schriftsteller und Dichter Friedrich Brandl aus Amberg zur
schulinternen Lyrikwerkstatt für die vierten Klassen an die Grundschule. „Friedrich
Brandl für alle“ gibt es am 12. November um 19.30 Uhr in der Schulaula
bei einer Lesung. Anschließend bringt Tanja Friedl aus Langdorf
Ausschnitte aus ihrem Kabarett-Programm „i & sie“. Der Eintritt für
diese Abendvorstellungen kostet vier Euro. Für die Drittklässler
ist vom 12. bis 16. November das kreative Gestalten mit Glas gedacht.
Ihnen zur Seite steht der Spiegelauer Glaskünstler Klaus Büchler. Am 16. November spielt das Marionettentheater Sonntag für alle Schüler das Märchen „Die Regentrude“ in der Mehrzweckhalle. Eine
Veranstaltung für alle ist der Chorabend am Freitag, 16. November, ab
19 Uhr in der Schulaula. „Chöre singen - Von daheim in die Welt und
wieder zurück“ ist das Konzert überschrieben. Mitwirkende sind der
Männergesangsverein Spiegelau unter Leitung von Josef Kreutner und die
Eib’nschläger Sänger, dirigiert von Erich Töpfl. Außerdem sind Otto
Öllinger und Karl-Heinz mit von der Partie.Der Eintritt ist frei. Auf
nach Taka-Tuka-Land geht es anlässlich von 100 Jahren Astrid Lindgren
bei der Radionacht der zweiten Klassen der Grundschule. Am Montag,
19. November, wird um 19 Uhr in der Touristinformation die
Kunstausstellung „Faunus & Floria“ eröffnet. Dabei zeigt Susanne
Zuda ihre farbenprächtigen Gemälde und ihr Mann Michael Schreiner
präsentiert seine Glasobjekte. Laudator ist Karl-Heinz Reimeier. Für
die musikalische Begleitung sorgt Fredi Resch. Die letzte
Veranstaltung der Spiegelauer Kulturtage ist am 20. November dem
Baumsteftenlenz gewidmet. Um 19.30 Uhr beginnt bei freiem Eintritt in
der Schulaula der Paul-Friedl-Abend mit Liedern und Geschichten und
Auszügen aus dem Leben des Baumsteftenlenz. Durch die Veranstaltung der
Waldvereinssektion Spiegelau führt Karl-Heinz Reimeier.pnp
Grafenauer
Anzeiger vom Freitag, 27. Oktober 2007 SAXNDI... ...es
hängt nicht immer nur auf eine Seite. Das zeigen jetzt auch die wieder
hoffnungsvolleren Zukunftsaussichten für die Kristallglasfabrik. Wurde
aber auch Zeit. Wer die Betriebsamkeit in der Glasfabrik gewohnt war,
für den war es zuletzt nur noch schmerzlich, durch die geisterhaft
stillen und leeren Hallen zu gehen. Freilich, für die entlassenen
Arbeiter sind die neuen Nutzungen keine wirkliche Option. Nur die
wenigsten werden eine neue Chance in der Glas-Forschung bekommen. Aber
für die Gesamtentwicklung von Spiegelau sind diese Ansätze ein Signal.
Jetzt kann sich der traditionsreiche Glasmacherort auf Technologien der
Zukunft konzentrieren und zum „Silicon Valley“ für Glas
werden. Ursula Langesee
Firmen mieten sich bei KSS ein Fa. Füller forscht mit Mini-Produktionslinie, Fa. Köck entwickelt neue Produktpalette von Ursula Langesee Spiegelau.
Auch nach dem Rückgang der Handarbeit in der Kristallglasfabrik
Spiegelau (KSS) ist der Ofen nicht ganz aus. Zwei Pächter wollen die
leer gewordenen Hallen mit Leben füllen: das Maschinen- und
Anlagenbauunternehmen Füller Glastechnologie mit einer
Mini-Produktionslinie als Forschungsobjekt und Glasscherben Köck mit
einer neuen Produktpalette. Für die Firma Füller kommt das neue
Raumangebot wie gerufen. Seit 2001 arbeitet sie mit dem Lehrstuhl für
Werkstoffverarbeitung an der Universität Bayreuth in puncto
anwendungsorientierte Forschung und Lehre zusammen. Eingebettet ist
diese Kooperation in die Forschungsstelle „Werkstoffverbunde und
oberflächenveredelte Produkte aus Glas (WOPAG)“. Füller
entwickelte bereits den Prototyp einer kleinen Schmelzwanne für die
Uni, die auch als Test-Aggregat für Industriepartner diente. Nun soll
in der Schmelzofenhalle der KSS eine Mini-Schmelzwanne mit einer
hochautomatisierten Formungstechnologie installiert werden. Weder im
Firmengebäude im Industriegebiet Oberkreuzberg noch an der Uni Bayreuth
waren die Rahmenbedingungen dafür so ideal wie in der KSS. „Hier passt
die Infrastruktur für unser Vorhaben“, sind sich Hermann und Alexandra
Füller und Dr. Thorsten Gerdes von der Uni Bayreuth einig. Die
Zeit drängt, denn bereits Anfang nächsten Jahres soll eine in Spiegelau
getestete Mini-Produktionslinie ihren Betrieb in Indien für
hochspezialisierte Anzeigenbildschirme für die Luftfahrt aufnehmen. Die
notwendigen Anpassungen der Glasrezeptur an die Bedingungen in dem
vollelektrisch beheizten Schmelzsystem sowie die Optimierung der Formen
für die Bildschirm-Komponenten sollen in der Testanlage erprobt werden
und dadurch die Installation in Indien deutlich erleichtern. „Ganz
ohne neues Personal wird es bei dem neuen Test-Aggregat nicht gehen,
denn es muss rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Wir werden ca. sechs
erfahrene Glasmacher brauchen können“, sagt Alexandra Füller, die in
ihrem Betrieb bislang 45 Mitarbeiter beschäftigen. Sehr froh ist
KSS-Geschäftsführer Gerald Mader über diese neue Nutzung. „Unsere
beiden Geschäftsbereiche sind zwar vollkommen getrennt, aber wir können
von neuen Technologien und Entwicklungen in der Glasherstellung und
-veredelung nur profitieren. So sind bisher zum Beispiel die
Beschichtungsmöglichkeiten für Geschenkartikel noch unbefriedigend und
die Spülmaschinentauglichkeit unserer Gläser und Glasdekore noch
entwicklungsfähig. Wenn wir da technische Innovationen nutzen können,
sichern wir uns den Vorsprung am Markt.“ Der zweite Pächter ist
Glaskünstler Erhard Köck. Er betreibt neben seinem Hüttenzangl in
Riedlhütte die „Schatztruhe“ in Spiegelau (das frühere
KSS-„Schmuckkästchen“) und will noch vor Weihnachten einen Ofen der
Kristallglasfabrik nutzen, um eine neue Produktpalette zu entwickeln.
Seine figuralen Skulpturen sollen eine neue Formensprache bekommen,
größer und massiver werden. Auch Köck beabsichtigt die Anstellung eines
zusätzlichen Glasmachers. Für Bürgermeister Josef Luksch sind
diese beiden Neunutzungen der Kristallglasfabrik das Beste, was dem
Standort passieren kann. Denn nichts wäre schlimmer gewesen als eine
neue Industriebrache nach dem schon vor Jahren stillgelegten
Staatlichen Sägewerk. „Wir haben jahrzehntelang mit die schönsten
Gläser der Welt produziert, warum sollen wir nicht die Tradition
fortführen und jetzt in der Entwicklung neuer Glastechnologien eine
Vorreiterrolle spielen?“ Er dankte den Firmen Füller und Köck für
ihr Engagement und versprach jede Hilfe von Seiten seiner Verwaltung.
Hilfe erhofft sich Luksch aber auch von der Staatsregierung, die durch
den Strukturwandel eine Bringschuld habe.
Grafenauer
Anzeiger vom Montag, 22. Oktober 2007 „Leit’ vo Klingabrunn“ lassen sich jetzt in Spiegelau ansehen Ausstellungseröffnung im Schnapsmuseum Spiegelau Spiegelau
(sto). Die Idee zu dieser Ausstellung hatte der Gewerbeverein Spiegelau
und so begrüßte Max Schinabeck sen. im Schnapsmuseum „Penninger“
Spiegelau zahlreiche Besucher, darunter natürlich viele Klingenbrunner.
Er freute sich, dass neben Bürgermeister Josef Luksch auch einige
Gemeinderäte ihr Interesse an dieser Ausstellung bekundeten. Sein Dank
galt Hermann Beiler und Diedrich Denker, die über 500 Fotos gesichtet
und eine Auswahl für ein Buch zusammengestellt haben. Dem Hause
Penninger dankte er ebenfalls, denn für die nächsten sechs Wochen sind
dort die Räume für diese Ausstellung reserviert. Hermann Beiler
stellte dann das Buch vor, das in Auszügen in vergrößerten Formaten an
die Wände im Ausstellungsraum geheftet ist. Er überraschte die Gäste
mit einer besonderen Idee. Das Buch kann für individuelle Wünsche noch
erweitert werden, wenn jemand noch ein altes Familienfoto hat. Dieses
Foto wird in das bestehende Buch sozusagen noch hineingearbeitet
werden, so dass es für diesen Personenkreis eine ganz persönliche Note
erhält. Die Klingenbrunner Musikanten und der Liederkranz bereicherten
im Anschluss mit ihren Liedvorträgen die Ausstellungseröffnung und
bekamen reichlich Beifall. Der Gewerbeverein Spiegelau überraschte
zum Schluss alle mit einer großzügigen Geste: Zum Freibier (aus der
Klingenbrunner Brauerei Stangl) gab es noch Gebäck in Form von Brezeln,
Semmeln, Salzstangerln und süßen „Striezei“, nach Omas Rezept. Beim
Anschauen der alten Fotos wurde in kleinen Gesprächsrunden viel gefragt
und beantwortet. Es blieben aber auch viele Fragezeichen und einige
Personen auf den Bildern bleiben wohl für immer anonym, weil sie keiner
mehr identifizieren kann und dann fällt ein Satz, begleitet mit
bedauerndem Achselzucken: „Des wissat da Oskar (Strasser Oskar), aba
der is hoit nimma.“ Das Buch mit historischen fotografischen
Aufnahmen aus dem vergangenen Jahrhundert gibt’s im Schnapsmuseum, der
Eintritt zur Bilder-Schau ist frei.
Lob für die Diakonin: „Auch du bist Licht der Welt“ Gabriela Neumann-Beiler feiert 25. Dienstjubiläum - Besonderer Kerzenleuchter von Pfarrerin Sonja Schuster von Michael Witte Spiegelau.
Schlicht, stilvoll, schön: Mit einem festlichen Gottesdienst in einer
vollen Martin-Luther-Kirche in Spiegelau hat gestern Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler ihr Jubiläum gefeiert, seit 25 Jahren wirkt die
47-jährige Spiegelauerin in ihrem Amt. Und das, ohne die „üblichen
Gebrauchsspuren“, wie Pfarrerin Sonja Schuster in ihrer Predigt
feststellte. Doch nicht nur Gabriela Neumann-Beiler hatte am Sonntag
Grund zur Freude. Mit ihr feierte die Rummelberger
Diakoninnengemeinschaft ihr 25-jähriges Bestehen. In dieser
Gemeinschaft wurde die gebürtige Spiegelauerin mit sechs anderen Frauen
aus Bayern zur Diakonin qualifiziert. Sonja Schuster blickte auf den
Werdegang von Gabriela Neumann-Beiler zurück, die nach dem Examen 1987
ihre erste Stelle in Altdorf in der Kinder- und Jugendarbeit antrat.
1990 kehrte sie in den Bayerischen Wald zurück und arbeitete zunächst
ehrenamtlich als Katechetin im Nebenamt für die Gemeinde. 2002 erhielt
sie eine halbe Stelle, in dessen Rahmen sie Religionsunterricht gibt
und seelsorgerisch für die Gemeinde wirkt. „In der Zeit der Vakanz der
Pfarrstelle hast Du dich enorm eingebracht und das obwohl Du noch ein
Bein in Deinem Geschäft haben musst. Die Gemeinde ist Dir auch dafür
sehr dankbar“, sagte Sonja Schuster. Die Pfarrerin schenkte der
Diakonin einen besonderen Kerzenleuchter von Künstler Klaus Büchler und
überreichte ihn mit Worten aus der Bergpredigt: „Auch du bist Licht der
Welt. Und man zündet auch nicht ein Licht an und stellt es unter einen
Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im
Hause sind.“ Sonja Schuster verband diesem mit dem Wunsch, dass
Gabriela Neumann-Beiler noch lange „das Licht Gottes in dieser Welt und
besonders in unserer schönen, weitläufigen Gemeinde zum Leuchten
bringen“ möge. Auch Kirchenvorstand Ingmar Weiß und der katholische
Dekan Heinrich Erhart gratulierten ihr zum Jubiläum: „Ihren Dienst
haben Sie überzeugt und überzeugend geleistet“, beglückwünschte Erhart.
Grafenauer
Anzeiger vom Freitag, 20. Oktober 2007 Sägegatter stößt beim Waldverein auf große Resonanz Sägewerks-Besitzerin Waltraud Rothkopf zeigt Spiegelauer Waldverein die Sagwassersäge Spiegelau
(lr). Schon im vergangenen Jahr war der Waldverein der Sektion
Spiegelau-Riedlhütte auf den Spuren der einst legendären Spiegelauer
Waldbahn am Klingenbrunner Bahnhof unterwegs. Dieses Jahr wurde bei
strahlendem Herbstwetter die ehemalige Waldbahnstrecke von Spiegelau
nach Mauth und Finsterau erkundet. Einst war sie die größte
Waldeisenbahn in West- und Mitteleuropa mit einem Streckennetz von 95
Kilometern Schmalspurgleisen (60 Zentimeter). Von 1900 bis 1960,
fast drei Generationen, sorgte sie in den Dörfern am Rachel und Lusen
beim Streckenbau, Fahrdienst und Holzverladen für lohnende Arbeit: Es
gibt kaum eine Familie in den Walddörfern, in der nicht jemand bei der
Waldbahn beschäftigt war. Mit der Waldbahn konnte das Langholz von 9000
Hektar Wald aus den Südhängen am Rachel und Lusen an den Verladeplätzen
in Spiegelau und Klingenbrunn-Bahnhof auf die Waggons der Reichs- und
Bundesbahn verladen werden: Hintereinander gereiht, ergaben die
insgesamt verladenen Waggons eine Strecke von Spiegelau nach München. Der
Waldverein machte sich auf den Weg, die heute im Gelände noch
auffindbaren Spuren aufzusuchen. Besucht wurden der ehemalige
Holzlagerplatz am Hammerwald, der Steinbruch für den Streckenbau und
der Lagerplatz Aufschlägersäge. Am Marterl beim Parkplatz zum
Tierfreigehege am Nationalpark erinnerten die Mitglieder an den
tödlichen Unfall des Bremsers Schwiewagner aus Spiegelau in den 50er
Jahren. Den Endpunkt erreichte der „Hauptstrang“ der Waldbahn am
Reschbach bei der „Hackl-Reibe“ unterhalb des Freilichtmuseums in
Finsterau. Als Arbeitgeber bedeutsam waren auch die drei
Schneidsägen am Hauptstrang der Waldbahn. Bis auf die Sagwassersäge
nördlich von Neuschönau sind sie alle verschwunden. An der
Sagwassersäge wurden noch bis vor wenigen Jahren Resonanzhölzer für den
Bau von Musikinstrumenten geschnitten. Dort öffnete der Gruppe
Sägewerks-Besitzerin Waltraud Rothkopf die Tür, so dass die
Besuchergruppe den altertümlichen Sägegatter mit all den Einrichtungen,
Maschinen und Werkzeugen für die Fertigung von Resonanzhölzer
besichtigen konnte. In dem Gattergebäude ist nach dem Tod ihres Mannes
Xaver vor drei Jahren nichts mehr verändert worden. Geschnitten
wurden die in den Hochlagen sorgsam ausgewählten, in sehr engen
Jahresringen extrem langsam gewachsenen Fichten. Die Brettchen dieser
Fichten ergaben die Resonanzkörper für Saiteninstrumente und für das
Klavier. Durch ihre besondere Wirkung der Leitung des Schalls,
bewirkten sie die Klangstärke dieser Musikinstrumente. Die
Resonanzbrettchen wurden am Sägegatter nicht nur geschnitten, sondern
nach den Vorgaben der Instrumentenbauer durch Hobeln und Leimen auch
weiter verarbeitet. Der gesamte Vorgang dieser früheren
„Rothkopf-Resonanzholzfertigung“ ist heute noch bei einem Rundgang
eindrucksvoll zu besichtigen. Nach speziellen Schablonen wurden diese
Klangkörper für Saiteninstrumente und für das Klavier zurecht
geschnitten und für den Versand gestapelt. Die Mitglieder des
Waldvereins waren so begeistert, dass sie spontan auf die Idee kamen,
dass die letzte noch verbliebene Schneidsäge am alten Hauptstrang der
Spiegelauer Waldbahn als Museum hergerichtet werden sollte. Ein gut
erhaltenes Gattergebäude und ein alter Sägegatter böten sich hierfür
an. In einzigartiger Weise könnte so die Herstellung von Resonanzhölzer
und Klangbrettchen für den Bau von Saiteninstrumenten anschaulich
gezeigt werden.
Gewerkschafter nimmt kein Blatt vor den Mund: Standort wurde eiskalt rasiert Für
Christian Daiker, Gewerkschaftssekretär der IG BCE Bezirk
Kelheim-Zwiesel, gibt’s trotz Schauglashütte kleine Erfolge in der
KSS-Krise Spiegelau (mis). Die Würfel sind gefallen, der Ofen
ist aus: Wie Gewerkschaftssekretär Christian Daiker gestern per
Pressemitteilung wissen ließ, wird die ruhmreiche Kristallglasfabrik
(KSS) in Spiegelau nur mehr als Schauglashütte weiter geführt - „der
Standort wurde eiskalt rasiert“. Dennoch bewertete er den erreichten
Sozialplan als kleinen Erfolg, wenngleich für elf Mitarbeiter nur der
Gang in eine Transfergesellschaft bleibt. Ende August machte die
Kunde von einer drohenden Schließung und massivem Arbeitsplatzabbau bei
der KSS im Werk Spiegelau die Runde. Nach den ersten Informationen
waren damals viele der gut 61 Arbeitsplätze bedroht. In der
Zwischenzeit verhandelten die IG BCE und der Betriebsrat mit der
KSS-Geschäftsleitung über einen Interessensausgleich und Sozialplan.
„Doch dabei mussten wir schnell vom Ziel abrücken, dass der
Produktionsstandort erhalten bleibt“, sagte Daiker auf Nachfrage. Neues
Ziel von Gewerkschaft und Betriebsrats sei es dann gewesen, so viele
Arbeitsplätze wie nur möglich zu erhalten. Das gelang. „Durch
Umverteilung auf andere Produktionsstandorte oder durch den Ersatz von
Leiharbeitskräften - die zumindest einen Leiharbeitsvertrag haben - ist
es gelungen, die Zahl der zu kündigenden Arbeitsplätze von 61 bzw. 30
auf 11 zu reduzieren“, heißt es dazu entsprechend in der Pressemeldung.
Diese elf KSS-Mitarbeiter werden nach Aussage von Daiker zunächst in
eine Transfergesellschaft gehen, wobei die KSS ihnen dafür ein Jahr
lang zwischen 70 und 83 Prozent des letzten Bruttogehalts zahlt. Eine
Klausel im Sozialplan stelle da sicher, das permanent geprüft werde, ob
die Kollegen zu einem späteren Zeitpunkt wieder übernommen werden
können. In der Transfergesellschaft können sich die Glasmacher
qualifizieren, aber wenn sie nach einem Jahr keine neue Stelle finden,
„haben sie ein Problem“, sagt Daiker. Ein wichtiges Anliegen von
Gewerkschaft und Betriebsrat sei es bei den Verhandlungen gewesen, den
Standort in Spiegelau und den Markennamen zu stärken. „Nach neuen
Informationen soll nun aber auch der Verwaltungsstandort verlagert
werden. Jedoch ist die Frage nach dem Verwaltungsstandort und auch der
Marktpositionierung der einstiegen Nobelmarke KSS Spiegelau ein
unternehmerische Entscheidung, die weder vom Betriebsrat noch von der
IG BCE maßgeblich beeinflusst werden können“, lauten die abschließenden
Sätze der Pressemitteilung. Dennoch ist die Gewerkschaft weiter
aktiv: „Wir werden uns für die Region und die Menschen einsetzen und
appellieren an die Arbeitgeberseite, den elf Arbeitnehmern in der
Transfergesellschaft eine neue Perspektive zu geben.“
Grafenauer
Anzeiger vom Dienstag, 16. Oktober 2007 Drei-Gemeinden-Säule auf dem Rachel enthüllt Das Gipfelkreuz gehört zu Frauenau, der höchste Punkt zu St. Oswald-Riedlhütte und das Wirtshaus zu Spiegelau von Hermann Haydn Spiegelau.
Der Platz, an dem das Gipfelkreuz steht, gehört den Frauenauern, der
höchste Punkt dagegen der Gemeinde St. Oswald-Riedlhüttern. Aber was
wäre eine Bergtour ohne zünftige Einkehr in der Hütt‘n? Die steht auf
Spiegelauer Grund. Nachdem kürzlich der Rachel vermessen und markiert
wurde, steht jetzt fest: Jede der drei Gemeinden ist am anerkannt
beliebtesten Wanderberg der Deutschen „spitze“ vertreten. Deshalb
gab es auch gleich gar keinen Grund zum Streiten, selbst wenn sich die
Gipfelstürmer der drei Gemeinden seither gerne oben gegenseitig
wohlwollend „aufzwicken“ mit den jeweiligen Besitzständen. Aber ohne
Spiegelauer Hüttenweg käme eben niemand auf den Riedlhütter Gipfel mit
Waldvereinskreuz auf Frauenauer Grund. Einig sind sie sich deshalb
allesamt, dass der Rachel mit seinen 1453 Metern über Normalnull
mindestens „das Höchste“ im Nationalparkgebiet ist, und immerhin der
Berg im bayerisch-böhmischen Grenzgebirge nach dem Arber, auf dem man
dem Himmel am zweitnächsten ist. Einen Tag der Freude und Begegnung
feierten am Sonntag deshalb die Rachel-Anrainer mit der Enthüllung
einer gemeinsamen, dreiseitigen Säule am Fuße des Waldschmidthauses,
die neben den Gemeindewappen hinter Glas auch das Signet des
Nationalparks trägt. Der Bürgermeister mit dem Kreuz-Grundstück,
Herbert Schreiner, der mit dem höchsten Punkt, Josef Meininger sowie
als Vertreter des Nationalparks Dr. Heiner Rall, der Freyunger
Vermessungsamtsleiter Günther Freund und, spontan dazugeholt, der
Spiegelauer Wanderfreund Erich Süß enthüllten die Säule. Kurz drauf
stieß dann auch der 2. Bürgermeister von Spiegelau, Kurt Zettl, zur
Feier. Er hatte den steilen Anstieg sicherlich in Rekordzeit
gemeistert, aber ganz gereicht hat es zum angesagten Termin dann doch
nicht mehr. Nicht Grenzen schaffen, sonder sie abbauen - das wolle
man mit der Vermessungs-Aktion betonte Bürgermeister Meininger. Dazu
trug die fröhliche Feier mit etwa 200 Gipfelstürmern bei herbstlichem
Traumwetter bei. Das Pächterpaar Carolin & Kurt hatten auf
Spiegelauer Hoheitsgebiet kulinarische Köstlichkeiten als nötige
Stärkung vor dem dann noch 15-minütigen Gipfelsturm aufgefahren. Vor
über 100 Jahren wurde das Gipfelkreuz aus Liebe zum Berg errichtet,
erinnerte Dr. Heiner Rall. Heute stehe der Rachel zudem für die
besonderen Tourismus-Qualitäten der Region und für die Inhalte des
Naturschutzes. Eher wie die „Jungfrau zum Kinde“ gekommen fühlte sich
dagegen der Frauenauer Bürgermeister Herbert Schreiner. Habe man doch
an der Westseite des Berges gar nicht gewusst, dass man ganz oben noch
eine Liegenschaft mit Top-Niveau besitze.
Diakonin Gabriela Neumann-Beiler feiert am Sonntag ihr 25. Dienstjubiläum Gottesdienst um 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche, dann Empfang Spiegelau
(pnp). Zur Feier „25 Jahre Diakoninnen-Gemeinschaft Rummelsberg“ und
dem 25. Dienstjubiläum von Diakonin Gabriele Neumann-Beiler wird am
Sonntag, 21. Oktober, um 10 Uhr in die Martin-Luther-Kirche eingeladen.
Danach folgt ein Empfang in der Touristinfo Spiegelau. Anschließend
stehen ein geselliges Beisammensein, eine Wanderung auf dem
„Seelensteig“ oder der Besuch in der Glasgalerie Büchler auf dem
Programm. Im Frühjahr 1982 beschloss die Synode in Weiden, das
„Amt der Diakonin“ einzuführen. Im September startete dazu die
Ausbildung in Rummelsberg bei Nürnberg. Aus ganz Bayern hatten sich
über 100 Frauen beworben, aber nur sieben Frauen wurden aufgenommen. Zu
diesen sieben Frauen gehörte Gabriele Neumann-Beiler. Im Laufe der Zeit
hat die Gemeinschaft ihr Profil als geistliche Dienstgemeinschaft
entwickelt und ist zu einer diakonischen Gemeinschaft gereift. Heute
gehören ihr über 200 Frauen an.
Grafenauer
Anzeiger vom Dienstag, 9. Oktober 2007 Wawrzek siedelt „Metzgerland“ in Vilshofen an Spiegelauer Gemeinderat baut für fünf Millionen Euro Betrieb in Albersdorf - „Angebot aus Spiegelau unkalkulierbar“ von Michael Witte Spiegelau.
Neues Land fürs „Metzgerland“: Das Spiegelauer Unternehmen „Metzgerland
Fleisch + Wurst Erhard Wawrzek“ wird seinen Betrieb teilweise aus
Beiwald verlagern und für fünf Millionen Euro in Vilshofen-Albersdorf
eine neue Betriebsstätte bauen. Firmen-Chef Wawrzek, in Personalunion
auch Spiegelauer Gemeinderat, interessierte sich auch für ein
Grundstück in seiner Heimatgemeinde, gab aber trotz eines deutlich
günstigeren Quadratmeterpreises im Bayerwald den Donaustädtern den
Zuschlag. „Für Günstlingswirtschaft stehe ich nicht zur Verfügung“,
erklärt Wawrzek diesen Entschluss. Erhard Wawrzeks Unternehmen haben
Erfolg: In den Betrieben in Zwiesel und Spiegelau-Beiwald arbeiten 46
Menschen, darüber hinaus ist er der Boss eines Betriebs in Tschechien
und mischt derzeit mit der Tiernahrungsfirma Napur diesen Markt auf. Als
engagierter Bürger und Anwalt für seine Gemeinde zeigt er sich immer
wieder im Gemeinderat, schoss dort aber jüngst übers Ziel hinaus, als
er Bürgermeister Josef Luksch ungebührendes Verhalten vorwarf und
verlangte, das Sitzungs-Tonband in der Sitzung ablaufen zu lassen, um
diesen Vorwurf beweisen zu lassen. Doch diese Geschichte ist
Vergangenheit, Zukunft ist der neue Betrieb. Schon vor zwei Jahren
fragte Wawrzek bei „seiner“ Gemeinde wegen eines Grundstücks an, weil
die Kapazitäten für Napur vorne und hinten nicht mehr ausreichten.
Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch bietet Wawrzek daraufhin eine
Fläche im Gewerbegebiet Oberkreuzberg-Süd an, zu einem günstigen Preis
(8,50 Euro/m2) mit klaren Details bei Kosten für Wasser und Abwasser.
Zur Frage der Erschließungsstraße teilt Luksch mit, dass die Gemeinde
eine Zufahrt bauen werde und Wawrzek null Cent dafür bezahlen müsse.
Eben weil sich nur ein Erwerber ansiedelt, fallen nach dem
Baugesetzbuch keine Erschließungsbeiträge an. Das Geschäft kommt im Oktober 2005 aber nicht zu Stande, weil Wawrzek statt eines Grundstückskaufs einen -tausch
mit einer seiner Flächen wünscht, der Gemeinderat dies aber ablehnt.
Das Thema wird vertagt. Der Unternehmer informiert im Juni 2006 die
Gemeinde, dass die Napur-Produktion nach Pfarrkirchen und Langwedel
verlegt werden muss - wegen Kapazitäts-Engpässen. „Eine Rückverlagerung
ist zur Zeit nicht beabsichtigt“, lässt Wawrzek die Gemeinde wissen. Parallel
dazu kündigt er aber an, dass fürs „Metzgerland“ mehr Platz von Nöten
ist, die Pläne weitgehend fertig sind. Der Spanferkel-Betrieb benötigt
eine 145 mal 80 Meter große Fläche und „entsprechende
Erweiterungsflächen“ auf dem Erschließungsstandard „Industriegebiet“.
Bürgermeister Luksch reagiert mit einem erneuten Angebot, wieder für
Oberkreuzberg-Süd, wieder mit den Konditionen des ursprünglichen
Napur-Angebots. Der Unternehmer präzisiert daraufhin im Dezember
’06 seine Wünsche bei der Gemeinde: Er benötigt ein baureifes
Industriegebiet ohne Emissionseinschränkung, ein 145 mal 80 Meter
großes Grundstück auf einer Ebene, eine verbindlich greifbare
Optionsfläche von 5000 Quadratmetern sowie „Grundstücks- und
Erschließungsbeiträge, die der Konkurrenzsituation Rechnung tragen, und
die einen möglichen Standortnachteil wenigstens zum Teil ausgleichen“. Denn:
Wawrzek sucht auch den Kontakt zu anderen Gemeinden, fragt in
Offenberg, Zwiesel, Hofkirchen und Vilshofen wegen der
Industrieansiedlung an. Die Qualität der Angebote ist in den Kommunen
unterschiedlich, laut Wawrzek aber in allen Fällen besser als am
heimischen Standort. „In Spiegelau mussten wir nachfragen, ob wir den
Flächennutzungsplan bekommen - bei den anderen war der schon dabei“,
nennt Wawrzek nur ein Beispiel. „Alle Unterlagen aus den anderen
Kommunen waren komplett, die Angebote kalkulier- und vergleichbar.“ Die
Sprache verschlägt es ihm beim Werben aus Vilshofen. „Das war ein
Traum“, sagt der Spiegelauer Gemeinderat, der eine solche Art der
Umgarnung noch nicht kennengelernt hat. Schon nach der ersten Anfrage
meldet sich Bürgermeister Hans Gschwendtner bei ihm, teilt ihm mit,
dass Gewerbeansiedlung Chefsache - also seine Sache - sei, eine
Baugenehmigung bekomme Wawrzek eine Woche nach Antragseingang. Der
Rathaus-Chef garniert den Flirt mit dem Satz: „Wenn Sie bauen, dann
bauen Sie bei uns.“ Wawrzek ist baff. Bevor er abschließend
entscheidet, wendet er sich nochmals an den Oberkreuzberger Hausherren,
Bürgermeister Luksch, schreibt ihm am 18. Juni nochmals eine Liste mit
den nötigen Kriterien. Die Gemeinde-Antwort trifft zehn Tage später im
„Metzgerland“ ein, mit Angaben über den Grundstückspreis (8,50
Euro/m2), Herstellungspreise für Wasser und Abwasser und dem Satz:
„Erschließungsbeiträge nach dem BauGB fallen nicht an“. Das Fass
ist damit für Wawrzek übergelaufen: wieder für ihn keine klare
Aussagen, wann, wie und wo die Erschließungsstraße gebaut werde und was
sie kostet. Denn: Nach den Worten des Unternehmers und Gemeinderats hat
Spiegelau eine Satzung, die unmissverständlich regelt, dass in diesem
Fall er zahlen muss - auch wenn der Bürgermeister das Gegenteil
behauptet. „Eine Satzung bricht jeden Notarvertrag“, sagt Wawrzek, der
sich für seine Betriebsansiedlung daraufhin von Spiegelau abwendet. „Es
wurden keine kalkulierbaren Angaben über Verkehrserschließung
übermittelt,“ begründet er dies in einem Schreiben an Luksch. Oder
anders ausgedrückt: Luksch habe es nicht geschafft, die Straße für den
neuen Betrieb - mit 20 neuen Arbeitsplätzen - zu bauen und die Kosten
dafür auf den Tisch zu legen. Dessen Vorschlag, dass die Gemeinde die
Erschließungsstraße baut und nichts berechnet, sei „Mauschelei“, die er
nicht mitmacht. „Das Spiegelauer Angebot war und ist nicht vollständig
- basta.“ Der von Wawrzek gescholtene Bürgermeister Luksch kann das
Tamtam indes nicht verstehen. Seiner Meinung nach verstößt er mit
seinem Angebot nicht gegen eine Satzung. Und er habe dem Bauwilligen
nach seiner Ansicht klar zu verstehen gegeben, dass für diese Straße
keine Gebühren anfallen. „Mir gegenüber hat er aber nie die Befürchtung
geäußert, dass für die Erschließungsstraße Beiträge zu zahlen seien.“ Sei
es wie es sei, das „Metzgerland“ wird in Vilshofen-Albersdorf eine neue
Heimstatt finden, der Vilshofener Stadtrat hat den Grundstückverkauf
mit 20:0 Stimmen beschlossen. 2008 soll die Halle stehen, 35
Mitarbeiter werden dort Wurstwaren für den Einzelhandel produzieren,
einige davon werden vom Standort Beiwald kommen. Und das, obschon
Unternehmer Wawrzek in Albersdorf nach eigener Angabe mehr als 100 000
Euro für das Gesamt-Paket zahlt als in Spiegelau - der Grund kostet
dort rund 20 Euro/m2.
SAXNDI... ...die
Sache ist pikant: Fleisch-Unternehmer Erhard Wawrzek aus Spiegelau,
gleichzeitig Gemeinderat, kehrt mit einem seiner Unternehmen der Heimat
den Rücken und investiert an einem anderen Standort fünf Millionen
Euro. Und das vor den Kommunalwahlen. Keine Frage: Das ist ein
Verlust für das von Holz- und Glasindustrie gebeutelte Spiegelau - 20
neue Arbeitsplätze hätten dem Ort gut zu Gesicht gestanden. Aber darf
das ein Gemeinderat? Ja, er darf, schließlich wir leben in einem freien
Land. Unternehmer Wawrzek hat sich für den Standort Vilshofen
entschieden, weil seine Heimat nicht alle gewünschten Produkte
lieferte. Er hat im Glasmacherort nach eigener Aussage gebittet und
gebettelt, um ein Angebot mit allen Kosten - also für Grundstück,
Wasser, Kanal und Straße. Von der Donau kam dies prompt und charmant,
serviert noch dazu vom Bürgermeister auf einem Silbertablett. Sein
Spiegelauer Kollege gab es Wawrzek nicht, weil der die
Erschließungsstraße aus dem Gemeindesäckel zahlen wollte. Das wiederum
glaubt ihm der Unternehmer bis heute nicht, denn: Wenn einer ein
Grundstück kauft, sei es nun im Bau- oder Gewerbegebiet, muss er für
die Erschließung zahlen. Warum sollte das ausgerechnet bei ihm anders
sein, bei einem Gemeinderat der Opposition? Nein, Wawrzek wollte
sich nicht auf das Spielchen einlassen, dass die Gemeinde Spiegelau
zwar zunächst die Straße zahlt, aber den Unternehmer möglicherweise
doch später zur Kasse bittet. Dem Gemeinderat Wawrzek liegt genau so
ein Fall vor: Rund 400 000 Mark musste da ein Grundstückbesitzer
nachträglich für „seine“ Erschließungsstraße aufbringen. So will der
Unternehmer nicht wirtschaften. Er überweist jetzt an Vilshofen über
100 000 Euro mehr für sein Projekt - bestimmt nicht aus Spaß an der
Freud’. Sondern weil alle Menü-Zutaten fein säuberlich vor ihm liegen -
da verschmäht auch ein Fleisch-Fan mal das Filet.
Michael Witte
Grafenauer
Anzeiger vom Donnerstag, 27. September 2007 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Für
das Bauvorhaben „Netto-Markt am alten Sportplatz“ fasste der
Gemeinderat mit 8 zu 6 Stimmen den Feststellungsbeschluss zur Änderung
des Flächennutzungsplanes und mit 9 zu 5 Stimmen den Satzungsbeschluss
zur Aufstellung des Bebauungsplanes. Vorher waren die Bedenken,
Anregungen und Einwendungen aus der Bürgerbeteiligung und
Fachstellenanhörung verlesen und behandelt worden. Zum Teil wurde
wiederholt, was bereits bei der vorgezogenen Bürgerbeteiligung zur
Sprache gekommen und bei der Gemeinderatssitzung Anfang Juli diskutiert
worden war. Die Kernpunkte: Die Verkaufsfläche des Marktes darf
850 Quadratmeter nicht überschreiten. Der Betreiber des Marktes muss
auf eigene Kosten eine Erschließungsstraße zur Hauptstraße bauen. Deren
Zufahrt wird wegen der besseren Sichtverhältnisse in Richtung Osten
verschoben. Auf der Hauptstraße wird eine Linksabbiegespur
eingerichtet. Die Rücknahme der Friedhofsmauer ist nicht nötig. Der
Markt kann nicht über die Jahnstraße angefahren werden. Aus Rücksicht
auf die Anlieger ist die Anlieferung zwischen 10 Uhr abends und sechs
Uhr früh nicht erlaubt, ebenso wenig das Schneeräumen. Der Räumschnee
darf nicht auf dem Restgrundstück abgeladen werden. An der Jahnstraße
werden sieben Parkplätze für Friedhofsbesucher geschaffen.Der Markt ist
nicht mehr in einem allgemeinen Wohngebiet, sondern in einem
Mischgebiet. Nach dem Lärmschutz-Gutachten kommt es nur an einem Punkt,
nämlich in der Kapelle des Caritas-Wohnheims zu einer
Lärmüberschreitung von einem Dezibel. Gemeinderat Erhard Wawrzek
fand es nicht fair, Bedenken gegen den Markt vom Tisch zu wischen und
einfach ein „MI“ statt des bisherigen „WA“ auszuweisen. Außerdem
kritisierte er, dass die Umsiedlung des Netto-Marktes genehmigt werde,
bevor ein Einzelhandels-Gutachten überhaupt dessen Notwendigkeit
bestätigen würde. Kurt Zettl fragte an, ob eine Förderung für einen
Kreisel an der Kreuzung Konrad-Wilsdorf- und Hauptstraße möglich sei.
Nach einem Gespräch von Bürgermeister Josef Luksch bei der Regierung
von Niederbayern sei die Städtebauförderung für eine Förderung aus den
Mitteln des Stadtumbau West originär nicht zuständig.
Für
die Fernüberwachung der Hochbehälter in der Gemeinde und der Anlagen
des Zweckverbands Rachelwasser wurde das Angebot vergeben. Der günstige
Anbieter erledigt das Gewerk für 65 978 Euro netto, der teuerste hatte
dafür 106 488 Euro in Rechnung gestellt. Den Zuschlag bekam die Firma
Aquatech aus Regen.
Die SPD-Fraktion im Gemeinderat will
eine Änderung bei den Verbandsräten des Zweckverbands Klärwerk
Spiegelau vornehmen. Den Posten von Gemeinderat Günter Schmid (SPD)
soll der aus der CSU-Fraktion ausgeschiedene freie Gemeinderat Anton
Seibold übernehmen. „Dieser Posten steht den freien Wählern zu“, legte
Wawrzek sein Veto ein. „Seibold muss der Fraktion beitreten oder eine
Fraktionsgemeinschaft bilden.“ Weil dieser Tagesordnungspunkt von der
rechtlichen Seite her einer Klärung bedarf, wurde er
zurückgestellt. ul
Wie kann Spiegelau zum weltweiten Klimaschutz beitragen? ÜPG-Gemeinderat Harald Frank beantragt die Nutzung alternativer Treibstoffe, Sonne und Holz - In Öko-Region dazu verpflichtet Spiegelau
(ul). Durch ihre Lage in der Öko-Region Bayerischer Wald und im
ökologisch sensiblen Nahbereich zum Nationalpark sei nach Auffassung
von ÜPG-Gemeinderat und Diplom-Forstwirt Harald Frank die Gemeinde
Spiegelau besonders dazu verpflichtet, ihren Beitrag zur Reduzierung
der Kohlenstoffemissionen zu leisten und damit der Klimaerwärmung
entgegen zu wirken. Deshalb hat er bei der jüngsten
Gemeinderatssitzung Folgendes beantragt: Bei neuen Fahrzeugen und
Maschinen soll geprüft werden, ob deren Antriebe den
Kohlenstoff-Haushalt nicht negativ beeinträchtigen; ebenso soll geprüft
werden, ob der vorhandene Fuhrpark auf alternative Treibstoffe
umgerüstet werden könnte. Alle vorhandenen Gemeinde-Fahrzeuge werden
auf biologisch abbaubare Hydrauliköle umgerüstet. Bei der Anschaffung
bzw. dem Bau von Gemeindeeinrichtungen wird möglichst auf Holz
zurückgegriffen, da es der einzige Roh- bzw. Baustoff ist, der einen
positiven Beitrag zum Kohlenstoff-Haushalt leistet. Die Nutzung von
Sonnenenergie wird von der Gemeinde unterstützt. Geeignete
gemeindeeigene Dächer werden mit Photovoltaikanlagen bestückt. Neu zu
erstellende Straßenbeleuchtungen werden mit Sonnenkollektoren
betrieben. Bemerkungen zu den einzelnen Punkten machte
Bürgermeister Josef Luksch. Bei den Bauhof-Fahrzeugen sei der Versuch
mit Biodiesel fehlgeschlagen. In kalten Wintern sprangen die Fahrzeuge
nicht an, die Fahrer klagten über Übelkeit, weil Dämpfe in die
Fahrerkabine gelangten, der Kraftstoffverbrauch war sehr viel höher und
die Kraftstoffleitung nahmen Schaden. Weiter stellten die Bauhof-Leute
fest, dass Biohydrauliköl sehr aggressiv sei und die Schläuche
zerfresse. Was sich Luksch vorstellen könne, sei die Umstellung
auf Rapsöl. Zwar sei die nächste Tankstelle in Kirchdorf, der Liter
koste aber derzeit nur 77 Cent und es ließe sich sicher ein Vorrat
anlegen. Bei der Umrüstung eines Lkw auf den nachwachsenden Treibstoff
müsse man mit 3000 Euro Kosten rechnen. Für Photovoltaikanlagen
sieht der Bürgermeister nicht so viele geeignete Flächen. Bei den
Straßenbeleuchtungen wäre er dankbar für Vorschläge zu neuen Techniken.
Die Verwendung von Holz sei auch in seinem Sinne, wie der Bau des
Holz-Betriebsgebäudes am neuen Naturbad zeige. Frank zeigte noch
mehr Vorteile von Holz auf. Dass es eine äußerst geringe
Wärmeleitfähigkeit besitzt, erklärte er mit einem Versuch. Danach ist
eine 15 Zentimeter starke Massivholzwand von einer Seite mit 1000 Grad
befeuert worden. Trotzdem war die Temperatur auf der anderen Seite noch
so niedrig, dass die Wand mit bloßer Hand angefasst werden konnte. Das
sei auch der Grund, warum die meisten Häuser in kälteren Gegenden (z.B.
Kanada, Skandinavien) aus Holz gebaut seien. Aber Holz könne noch
mehr. Es lasse sich sehr leicht be- und verarbeiten und sei durch seine
Flexibilität sehr stabil. Es überstehe Erschütterungen z.B. durch
Erdbeben, während Steinbauten zusammenbrechen. Holz warnt vor dem
Einsturz durch lautes Knacken. So bleibt immer noch Zeit, das Gebäude
zu verlassen. „Wäre diese Eigenschaft beim Einsturz der Eissporthalle
in Bad Reichenhall bekannt gewesen, wäre die Katastrophe glimpflicher
ausgegangen“, sagt Frank. Und Holz erlaube das umweltfreundliche
Recycling. Wenn es als Holzbauwerk nicht mehr benötigt wird, kann es in
anderen Bereichen verwendet werden. Am Ende nutzt es der
umweltfreundlichen Energiegewinnung, denn beim Verbrennen werden nur
pflanzlich gebundene Kohlenstoffe freigesetzt. Zum Schluss machte
Gemeinderat Erhard Wawrzek seinem Kollegen ein Kompliment. „Es war ein
Genuss, zuzuhören und mal ein anderes Thema.“
An Ort und Stelle machte sich der Gemeinderat Spiegelau ein Bild von der Naturbad-Baustelle. Im Spiegelauer Naturbad ist noch alles im Fluss Gemeinderat besichtigt Baustelle - Parkplätze reichen bei erwartetem Gästezulauf nicht mehr aus Spiegelau
(ul). Der Baustelle Naturbad hat der Gemeinderat mit dem örtlichen
Bauleiter Architekt Heinrich Scholz einen Besuch abgestattet. Noch
leuchtet das Grün nur als Folienfarbe im bis zu 2,50 Meter tiefen und
25 Meter langen Schwimmerbecken mit flachem Nichtschwimmer-Bereich und
im darüber gelegenen Kleinkinderpool. Ein Bachlauf verbindet die beiden
Wasserstellen. Aber das Gelände wird heuer noch bepflanzt und der Rasen
angesät, die Bauarbeiten sind im vollen Gange. Die
Hauptverbindungswege sind gepflastert, sonst dominiert Holz. »Unsere
Zielgruppe sind Familien. Und für die soll das Bad möglichst
benutzerfreundlich werden. Deshalb sind die Hauptwege gepflastert,
damit sich ein Kinderwagen oder Rollstuhl besser darauf schieben
lassen«, erklärt Bürgermeister Josef Luksch. Durch drei
Reinigungsstufen bleibt das Wasser klar und keimfrei, auch ohne Chemie.
Dafür sorgen Schilf und Unterwasserpflanzen, ein Tropfkörper
(Beriesler) und ein Schwallwasserbehälter. Die Fußbodenheizung im
Schwimmerbecken wird durch Solarenergie betrieben, dafür sind auf dem
Dach des Betriebsgebäudes mit Kasse, Imbiss, Umkleiden, Duschen und
Schließfächern Solarabsorbermatten installiert. Als Lärmschutz für
die Anlieger wurden Wälle aufgeschüttet. Dahinter wird das
Naturbad-Gelände ringsum mit einem Stahlmattenzaun umgeben. Die
Möglichkeit, Beachvolleyball zu spielen, ist auch im Naturbad wieder
gegeben. Ebenso wird die Minigolf-Anlage bespielbar gemacht. Sie ist
aber vom Bad-Gelände vollständig abgetrennt, damit sie auch wenn das
Wetter nicht zum Schwimmen einlädt, genutzt werden kann. In dem
Zusammenhang soll der Eintrittspreis-Dschungel durchforstet werden,
kündigte Luksch an. Elf verschiedene Tarife allein fürs Bad seien
einfach zu viel. Gemeinderat Peter Hinterberger riet, die
teilweise steilen Liegeflächen zu entschärfen. »Sonst bekommen wir das
Problem wie im Waldkirchner Bad. Da geht dir kein Gast hin, wenn er
ständig vom Badetuch rutscht. « Über den Humusauftrag sei eine
Korrektur noch möglich, meinte dazu der Bürgermeister. Eine
Ausweitung der gepflasterten Fläche beim Haupteingang schlug Siegfried
Klante vor. Dann wäre mehr Platz für Tische, Stühle und Schirme für den
Imbiss. Er hält auch mehr Parkplätze für notwendig. »Wir möchten
ja, dass jetzt mehr Gäste in das neue Bad kommen. Da reichen die
vorhandenen Parkmöglichkeiten nicht aus. « Die nicht mehr genutzte
Fläche bei der früheren Eisbahn sei seiner Ansicht nach für Parkplätze
geeignet. Luksch könnte sich auch die Stelle zwischen dem Anwesen
Franz Treml und der Waldschmidtstraße vorstellen. Hier müsste der
Bewuchs entfernt und schräge Parkplätze entlang der Straße geschaffen
werden. In einem Gespräch mit der Planungsfirma Plafog soll über diese
Möglichkeiten beraten werden und über sinnvolles, raumsparendes Parken
auf der bisherigen Fläche gegenüber dem Naturbad-Gelände.
Grafenauer
Anzeiger vom Donnerstag, 20. September 2007 Diamanten sind die Schmuckstücke im Café Johanna Wenzel ist Deutschlands einzige Diamantschleiferin - Am 1. Januar Betrieb von Eltern übernommenvon Julian Scheuchenzuber Spiegelau.
Ein Café und eine Diamantschleiferei unter einem Dach - eine
ungewöhnliche Vorstellung für die meisten. „Eine tolle Kombination“ für
die 43-jährige Betreiberin Johanna Wenzel aus Spiegelau. „Wir
wollen es unseren Kunden so bequem wie möglich machen und durch das
Café entsteht eine sehr lockere Atmosphäre. Ergänzend bieten wir auch
noch kleine Schmankerl an“, erzählt Johanna Wenzel. Obwohl das Café
bereits seit 36 Jahren besteht, ist der Juwelierbetrieb, der erst 13
Jahre später hinzukam, mittlerweile das Hauptstandbein. Schmuckstücke
von Marken wie „Bunz“ oder „Fabergé“ gehören genauso zum Angebot wie
die Eigenkreationen, auf die Johanna Wenzel besonders stolz ist. Das
Interesse für die kostbaren Steine entwickelte die gelernte Gemologin
(abgeleitet vom lateinischen Wort für Edelstein „Gemma“),
Diamantgutachterin und Perlen-Sachver-ständige durch die Vorliebe ihres
Vaters Hans Wenzel für Schmuck und Antiquitäten. Das Diamantenschleifen
lernte sie einst von ihrem jetzigen Lebensgefährten Paul Görg, mit dem
sie auch ihr Geschäft betreibt. „Erschwinglich sind die edlen Steine
eigentlich für jedermann“, sagt Wenzel. Angefangen bei kleinen Steinen
für nur fünf Euro, gibt es nach oben keine Grenzen. Wobei zu bemerken
ist, dass ausschließlich hochwertige Schmuckdiamanten verwendet werden.
Werbung macht Johanna Wenzel so gut wie keine. Durch Mundpropaganda
hat sie mittlerweile allerdings schon Kunden in ganz Deutschland, der
Schweiz, Amerika Südafrika und Uruguay. „Am meisten freut es mich
jedoch, dass wir in letzter Zeit sehr viele Kunden hier aus der Region
haben“, ergänzt sie. Den Betrieb hat sie Anfang des Jahres von ihren
Eltern, die immer noch aktiv mithelfen, übernommen und seitdem sogar
schon einen großen Erfolg verbucht - die Auszeichnung „1A-Juwelier“ von
dem Verlag „Markt Intern“. Mittlerweile wurde sogar das Bayerische
Fernsehen auf „Schmuck-Café Wenzel“ aufmerksam. Am vergangenen Sonntag
drehte Stefan Bank im Auftrag vom BR einen Beitrag für die Sendung
„Schlemmerreisen“, der demnächst ausgestrahlt wird. Gekocht wurde aus
diesem Anlass eine Schwammerlsuppe. Die Möglichkeit, die neue
Kollektion aus dem Hause Wenzel zu betrachten, hat man da schon etwas
eher: Vom 19. bis 21. Oktober wird es im Bürgerspital in Plattling eine
Ausstellung mit allen neuen Schmuckstücken geben, worauf sich die
Chefin mit am meisten freut: „Mit dieser Veranstaltung wollen wir
unsere bisherigen Erfolge feiern und ich hoffe, dass es so weiter
geht.“
Grafenauer
Anzeiger vom Freitag, 14. September 2007 Stockbauer-Stiftung jetzt staatlich anerkannt Früherer Zahnarzt vermachte der Gemeinde Spiegelau Millionen-Vermögen für soziale Zwecke Spiegelau
(ul). Nun ist es amtlich: Die Regierung von Niederbayern hat die „Dr.
Ludwig-und- Johanna-Stockbauer-Stiftung“ mit Sitz in Spiegelau als
rechtsfähige örtliche Stiftung des öffentlichen Rechts staatlich
anerkannt. Sie ist damit eine von sieben Stiftungen im Landkreis. Der
Stiftungszweck ist die „Förderung der Allgemeinheit auf materiellem,
geistigem und sittlichem Gebiet“. Das bedeutet insbesondere die
Förderung des Heimatgedankens, der Jugendhilfe, der Altenhilfe, des
öffentlichen Gesundheitswesens, des Wohlfahrtswesens und des Sports in
der Gemeinde Spiegelau. Der Erblasser Dr. Ludwig Stockbauer, der lange
in Spiegelau als Zahnarzt gearbeitet hatte und auch nach seinem Umzug
nach Passau der Gemeinde immer verbunden blieb, war heuer im Januar
kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben. In seinem Testament
vermachte er der Gemeinde über seine Stiftung den Löwenanteil an seinem
Vermögen - ein siebenstelliger Betrag (PNP berichtete).
Testamentsvollstrecker ist der Passauer Notar Dr. Wolfgang Reimann.
Seine Aufgabe ist es, das für die Stiftung relevante Vermögen
Stockbauers aufzulisten und der Gemeinde zu übergeben.
Stiftungsvorsitzender ist jeweils der 1. Bürgermeister der Gemeinde,
also Josef Luksch. Der nächste Schritt ist jetzt, einen
Stiftungsbeirat zu benennen. Das soll bei der nächsten
Gemeinderatssitzung am 19. September geschehen.
Grafenauer
Anzeiger vom Mittwoch, 12. September 2007 Spiegelauer machen Handwerkern den Hof Eine neue Idee einer neuen Koalition: „Handwerkerhof soll neues Leben in die Glasfabrik und in den Ort bringen“ von Michael Witte Spiegelau.
Neue Koalition, neue Idee. CSU, Freie Wähler und Überparteiliche
Gemeinschaft aus Spiegelau haben aus Sorge um die wirtschaftliche Lage
im Glasmacherort nachgedacht und zu einer gemeinsamer Idee
zusammengefunden: In der KSS soll ein „Handwerkerhof“ entstehen, in dem
junge Menschen einen Ort für ihre Künste finden sollen. „Spätestens in
einem Jahr ist die Hütte voll“, kündigte Siegfried Klante (CSU) jetzt
bei einem Pressegespräch an, bei dem die Koalition ihren Plan
vorstellte. Tristesse dominierte in der vergangenen Woche das
wirtschaftliche Leben in Spiegelau: Bei der Kristallglasfabrik (KSS),
jener ruhmreichen Glashütte, wurde verkündet, dass mindestens 20
Arbeitsplätze gestrichen werden, die Mundglas-Produktion nach 500
Jahren eingestellt werde. Doch die Koalitionäre wollen nicht mit
ansehen, wie in ihrer Gemeinde der Ofen ausgeht, sondern „die Zukunft
gestalten“, wie es der Spiegelauer JU-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Roth
formulierte. „Uns treibt die Sorge um unseren Ort um“, assistierte
ihm Klante. Und deshalb spricht sich die Gruppe für ein Bündnis
zwischen KSS und Gemeinde aus, aus dem der „Handwerkerhof“ wachsen
soll. Die Idee ist folgende: Junge Handwerker, die zwar auf eigenen
Beinen stehen wollen, aber nicht gleich einen großen Betrieb eröffnen
können, sollen in einer Halle der KSS eine erste Heimstatt finden. Der
Clou: Die Miete zahlt in den ersten sechs Monaten die Gemeinde, so dass
die jungen Betriebe sich zuerst ohne größeren Druck entwickeln können.
„Das wäre Wirtschaftsförderung“, sagte Erhard Wawrzek (Freie), der
überdies auch auf die Synergie-Effekte des möglichen „Handwerkerhofes“
verweist. Würden viele Handwerksbetriebe zusammen unter einem Dach
arbeiten, könnten Maschinen untereinander getauscht, eine einzige
Verwaltung genutzt oder gemeinsame Kontakte aufgebaut werden. Zudem
könnten sich die Jung-Unternehmer in einem fruchtbaren Dialog
austauschen. Allerdings erwarte die Koalition von den neuen
Betrieben im Erfolgsfall - wovon alle ausgehen -, dass sie sich aus dem
Handwerkerhof nicht in eine andere Gemeinde verabschieden, sondern am
Ort im gemeindeeigenen Gewerbegebiet ihre Geschäfte fortsetzen. „Dazu
müssen wir aber Gewerbegebiete haben“, fordert JU-Vorsitzender Roth,
der im gleichen Atemzug bemängelt, dass die Gemeinde bei diesem Punkt
in den vergangenen Jahren nicht konsequent agiert habe - aber das soll
jetzt anders werden. „Ursprünglich hatten wir so etwas auch im
ehemaligen Staatlichen Sägewerk vor“, sagte Klante. Man sei aber von
diesen Plänen abgerückt, da neben einem „Handwerkerhof“ dort auch eine
Veranstaltungshalle entstehen sollte. Doch die Koalition hat die Pläne
getrennt - Kultur zum Sägewerk, Handwerk zur KSS. „Das passt viel
besser, das Handwerk ist in der Glashütte zu Hause“, sagte Klante. Und
dieser Entwurf hat auch Vorzüge für die KSS. In einem ersten Gespräch
mit Geschäftsführer Gerald Mader habe man die Lage sondiert und sei auf
Wohlwollen gestoßen. Nach den Worten von Klante wünscht sich die
Glasfabrik einen zusätzlichen Anziehungspunkt für die neue
Schauglashütte, die dort nach dem Wegfall der Mundglas-Fertigung
entstehen soll. Im Klartext: Wenn Menschen den Handwerkern im
„Handwerkerhof“ der KSS über die Schulter schauen dürfen, könnte sich
das Unternehmen noch stärker mit der Idee anfreunden. Von Seiten
der Spiegelauer Koalition gibt’s indes auch eine Bedingung: Soll der
„Handwerkerhof“ wahr werden, „brauchen wir einen langfristigen
Mietvertrag“, sagte Harald Frank (ÜPG). Zehn Jahre mindestens, noch
besser wären 15 Jahre, „wir brauchen Perspektiven“. Ob sich die Idee
„Handwerkerhof“ umsetzen lässt, wird sich nach Angaben der Koalition in
den kommenden Wochen zeigen. Ganz klar dahinter stünde nämlich ein
Vorsatz: „Wir wollen gestalten, statt verwalten“, sagte Roth. Dieser
Maxime folgt auch eine zweite Idee: ein überdachter Waldspielplatz auf
dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks. Das Wort
„Indoorhalle“ wollen die Koalitionäre dabei nicht in den Mund nehmen,
aber im Prinzip handelt es sich um ein Angebot für schlechtes Wetter.
Gemeinsam mit dem Nationalpark, der nach den Worten von Klante diesem
Projekt positiv gegenübersteht, soll dort etwas Neues, Langfristiges
für Kinder aufgebaut werden. Nicht zuletzt, um dem Tourismus in der
Gemeinde einen neuen Impuls zu geben. „Wir haben Holz, Glas und
den Rachel in unserer Gemeinde. Mit diesen Pfunden müssen wir wuchern“,
empfahl JU-Vorsitzender Roth. Auch um von mehreren Quellen Fördergelder
anzuzapfen. Denn: Es reiche laut Klante nicht, 30 000 Euro irgendwo für
den Tourismus auszugeben. „Das ist ein guter Anfang, aber es reicht
nicht.“
Grafenauer
Anzeiger vom Samstag, 10. September 2007 Geheimnissen unserer Denkmäler auf der Spur (Foto 1) (Foto 2 vom 11.9.2007) Freyung-Grafenau (pnp). Acht
Stationen wurden im Landkreis beim gestrigen Tag des offenen Denkmals
den Besuchern geboten - acht mal Gelegenheit, Einblicke zu erhaschen,
die man bei einem normalen Besuch so vielleicht nicht bekommen hätte.
Und das mögen sich auch die mehreren hundert Besucher gedacht haben,
die diese Gelegenheit beim Schopfe packten. Eine dieser Stationen war
die evangelische Martin-Luther-Kirche in Spiegelau. Um 10 Uhr feierte
die dortige Kirchengemeinde einen Gottesdienst mit Abendmahl. Hoch
hinaus ging es dann um 11 Uhr - eine Turmbesteigung stand auf dem
Programm. Anfangs blickten manche Besucher etwas skeptisch, so wie
Helmi Krampe und Christian Ueberham (siehe Foto). Je höher es dann
hinaufging, desto sicherer wurden jedoch die Schritte. „Wir kommen
jedes Jahr zum Tag der offenen Denkmäler“, so eine andere Teilnehmerin.
Sie schätze besonders die fundierten Erläuterungen in den Führungen vor
Ort. Diese gab es auch in Spiegelau. Die Besucher erfuhren
beispielsweise, dass am Reformationstag 1901 die Martin-Luther-Kirche
vom damaligen Dekan Koch aus Regensburg eingeweiht wurde. Er hatte zu
diesem Festtag den Kirchenchor aus Regensburg mitgebracht. Der
„evangelische Verein“ wurde 1900 gegründet, mit dem Ziel, eine
geistliche Heimat für die Protestanten in Spiegelau zu gründen.
Treibende Kraft waren die evangelischen Unternehmer und Angestellten,
allen voran der Vorsitzende Jean Emil Porst, Geschäftsführer der
Holzstoff- und Pappenfabrik Wildberger.
Spiegelauer Hiagstroas brachte viele auf die Beine Verkaufsoffener Sonntag mit 21 Anlaufstellen - Bummelzug, Kutsche und Handytaxi verbanden die einzelnen Orte Spiegelau
(tm). Auch zur 12. „Hiagstroas“ mit verkaufsoffenen Geschäften am
Sonntag ließ sich der Gewerbeverein für seine Besucher ein
reichhaltiges Programm einfallen. Der Aufwand wurde belohnt. Gäste aus
Nah und Fern kamen in den Glasmacherort. An 21 Veranstaltungsorten
in und um Spiegelau, konnten sich die Besucher unterhalten oder
einkaufen. Mit der Bummelbahn, dem kostenlosen Handy-Taxi oder mit
einer Kutsche konnten sich die Besucher von einem „Event“ zum anderen
chauffieren lassen. Auch für die Kleinen wurde gesorgt. Eine Springburg
war aufgebaut, das Spielmobil des Kreisjugendrings machte Station,
Vorführungen im Einradfahren ließ viele staunen. Bei der 12.
Spiegelauer Hiagstroas waren dabei: Antik-Cafe Wenzel, Gemeinde
Spiegelau, Cafe Würzbauer, Schuhhaus Nachtmann, Schreibwaren Moser,
Bäckerei Damböck, Sparkasse Spiegelau, Schatztruhe Köck, Glaszentrum
Spiegelau, Bistro in der Glasfabrik, Seltmann Weiden Shop, Blumen
Weber, Schnapsmuseum Penninger, Einrichtungshaus Halser, Schreibwaren
Döringer, Hotel-Cafe Lilo, Restaurant Roma, Heibo Bauspezi, Bäckerei
Schinabeck, Haustechnik Apfelbacher, Edeka aktivmarkt, Brunner
Reinhold, Reinigungstechnik Blöchinger, Schreinerei Hobelsberger,
Translift Helmut Koller und ein Flohmarkt.
Grafenauer
Anzeiger vom Samstag, 7. September 2007 Der großen Feier folgt die bittere Wahrheit Bundestagspräsident Norbert Lammert besucht vormittags die KSS, nachmittags protestieren Arbeiter gegen Stellenabbau von Michael Witte Spiegelau.
Ein Tatort, zwei Welten: Gestern Vormittag hat Bundestagspräsident
Norbert Lammert (CDU) die Kristallglasfabrik Spiegelau (KSS) besucht.
Dabei war der geplante Stellenabbau in diesem Traditionsunternehmen -
mindestens 20 von 60 Mitarbeitern müssen gehen - nicht mehr als eine
Randnotiz. Heftig ging es dagegen am Nachmittag zur Sache: Bei einer
Kundgebung der Gewerkschaft IB BCE vor der KSS protestierten alle
Redner gegen die Unternehmenspolitik und warfen der Geschäftsleitung
Versagen vor. Aber: „Wir lassen uns das jetzt nicht mehr gefallen und
werden uns wehren“, sagte KSS-Betriebsratsvorsitzender Kurt Brunner. Es
regnet Bindfäden, aber das ist egal. Und die Glasbläser produzieren
eifrig Gläser, und auch ihnen ist er egal - der hohe Gast aus Berlin.
Stumm und konzentriert nehmen sie kaum Notiz von Bundestagspräsident
Lammert, der mit hochkarätigem Gefolge aus Politik und Wirtschaft die
Kristallglasfabrik Spiegelau besucht. Und der den Menschen, die hinter
ihm stehen, nicht aus der Seele spricht, wenn er sagt: „Der
Strukturwandel hat an anderen Stellen in Deutschland viel heftiger
zugeschlagen.“ Er komme aus dem Ruhrgebiet, in der der Bergbau
einst die Region geprägt, 600 000 Menschen Arbeit gegeben habe. Und
heute: Gerade mal noch 30 000 Arbeitsplätze böte dieser Industriezweig
und 2018 würde die letzte Tonne Kohle gefördert. So könne er zwar die
Anliegen der Menschen im Bayerischen Wald nachvollziehen, aber Ruhr und
Bayerwald unterscheide ja nun, dass die Glasproduktion nicht zu einem
festen Datum eingestellt werde. Und deshalb habe die Glasindustrie
„eine stolze Zukunft vor sich“ - dafür gibt es weder Applaus von den
Arbeitern hinter ihm, noch von der Prominenz vor ihm, die Lammerts Rede
bei Geschnetzeltem und Semmelknödel verfolgt. Bürgermeister Josef
Luksch und Landrat Alexander Muthmann streifen in ihren kurzen Reden
zwar das Thema Arbeitsplatzabbau, ins Detail geht aber keiner.
KSS-Betriebsratsvorsitzender Kurt Brunner nutzt die Gunst der Stunde,
überreicht dem Bundestagspräsidenten einen Brief mit den Sorgen und
Nöten der Mitarbeiter - aber auch dies wird nur zur Kenntnis genommen.
Und KSS-Geschäftsführer Gerald Mader preist während des Mittagessens
sogar den Gästen die großen handwerklichen Künste der Glasbläser an,
die sich geradezu stoisch ihrem Werkstoff und ihrer Arbeit widmen. Betroffenheit
zeigen die Politiker erst nach dem offiziellen Teil: „Das ist ein
schlimmer Schlag“, sagt Landrat Muthmann. „Das ist sehr hart für die
Betroffenen“, formuliert Günther Keilwerth von der Wirtschaftsförderung
bei der Regierung in Landshut. Und: „Für Spiegelau ist das ein großer
Aderlass“, meint MdL Helmut Brunner. Den prominenten Gast von Brunners
christlicher Schwesterpartei erreichen diese Worte nicht mehr: Nach dem
Eintrag ins Goldene Buch, das Bürgermeister Luksch am KSS-Ausgang
postiert hat, geht’s für Lammert und Reisegruppe weiter Richtung Passau. Konkret
und bitter wird es für die Mitarbeiter dann am Nachmittag: Bei einer
Betriebsversammlung kündigt Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann an, dass
mindestens 20 Mitarbeiter ihren Hut nehmen müssen, die
Mundglasfertigung eingestellt und stattdessen eine Schauglashütte am
ruhmreichen Glasbläser-Standort Spiegelau entstehen wird. „Die
industrielle Mundglas-Produktion ist von der Kostensituation nicht mehr
tragbar“, sagt Kaufmann auf Anfrage dieser Zeitung. Aber gerade dies
ziehen die Redner bei der Protest-Demo nur eine halbe Stunde nach der
Betriebsversammlung stark in Zweifel. „Riedel kann seine Gläser für
50 bis 60 Euro verkaufen“, sagt Christian Daiker von der Gewerkschaft
IB BCE vor rund 100 Demonstranten. Und damit spricht er einen wunden
Punkt an, den fast alle Redner aufgreifen. Dem österreichischen
Unternehmer, der 2004 Nachtmann und damit auch die KSS übernommen hat,
wird vorgeworfen, die Marke Spiegelau zu Gunsten der Marke Riedel
geopfert zu haben. Riedels vollmundige Ankündigung bei der Übernahme,
die einst profitable KSS zum „Ferrari der Firmengruppe“ zu machen, habe
sich als Worthülse entpuppt. „Statt Ferrari sind wird heute nur noch
ein Dreirad“, sagt ein völlig frustrierter Mitarbeiter. Daiker
kritisiert aber auch das seiner Ansicht nach miserable Marketing und
eine völlig verfehlte Preispolitik für die Mundglas-Produkte aus
Spiegelau. „Diese Industrie möchte die Geschäftsführung hier
einstampfen.“ Und: Im KSS-Werksverkauf würden fast nur Waren von
Leonardo und Riedel angeboten - „das ist eine Sauerei“. Die
Gewerkschaft will jetzt kämpfen. Mindestziel sei, „alle
unterzubringen“. Denn es könne nicht sein, dass etwa in Riedlhütte 30
Leiharbeiter tätig seien und die Arbeiter aus Spiegelau auf der Straße
stünden. „Es wird schwierig, aber wir werden kämpfen.“ Extrem
kämpferisch stellt sich dann Bürgermeister Luksch vor die Leute. Und
das bei strömendem Regen - im Vergleich zu allen anderen Rednern -
nicht unter einem Partyzelt, sondern unter freiem Himmel. Luksch
fordert zu kühlem Kopf auf („Lasst die gelben Zettel daheim“), spricht
aber selbst mit zunehmender Redezeit mit immer größerer Intensität:
Wenn im Speckgürtel von München ein Unternehmen huste, käme sofort der
Wirtschaftsminister. „Warum ist das bei uns nicht so?“ Niederbayern
ende nicht an der Donau, sondern gehe bis zum Rachel, verlangt der
Bürgermeister Taten statt Worte. Aber das ist vielleicht wieder eine
andere Welt.
SAXNDI. . . .
. .so a scheene Leich. Hochkarätig die Teilnehmer -
Bundestagspräsident, MdB, MdL, Vertreter der Regierung von
Niederbayern, zahlreiche Politiker. Die Gästeliste war dem Anlass
angemessen - denn mit dem Stellenabbau bei der KSS wurde ein weiterer
Schritt zum Ende der handgearbeiteten Glasproduktion in unserer Region
gemacht. Auf den außenstehenden Betrachter wirkte die Szene schon
makaber - vorne die Hochkaräter, die sich an Geschnetzeltem, Bier und
Semmelknödel laben, im Hintergrund werkeln die Glasbläser, von denen 20
ihren Arbeitsplatz in Bälde verlieren werden. Eine Schauglashütte soll
entstehen - eine Schauglashütte wurde an diesem Vormittag vorgeführt.
Das Leben schreibt oft die komischsten Geschichten. Das hat es im Falle
dieses Besuchstermins auch getan. Die Glasstraße wollte Lammert
bereisen, auf Einladung des Tourismusverbandes Ostbayern Land, Leute
und Wirtschaft kennenlernen. In Spiegelau hatte er dazu die passende
Gelegenheit - wenn auch im negativen Sinn. Ach ja, ein paar
tröstende Worte hatte er auch noch im Gepäck. Er komme aus einer
Region, die jahrzehntelang vom Kohlebergbau geprägt sei. Diese Region
habe in kurzer Zeit eine gesamte Schlüsselindustrie verloren. Da habe
es der Bayerische Wald ja noch gut erwischt - die Glasproduktion gehe
weiter, die Arbeitslosenzahl stetig zurück. Wer in diesem Augenblick in
die Gesichter der Anwesenden schaute, der konnte an den Reaktionen
erkennen - dass mancher, gelinde gesagt, ob dieser Worte doch etwas
überrascht war. Aber auch sie machten gute Miene zum komischen Spiel.
Was wäre die Alternative zu dieser Veranstaltung gewesen? Abzusagen und
einen Bogen um die KSS zu machen? Wohl kaum. Denn das wäre dann wohl
als Feigheit vor dem Feind ausgelegt worden. Wie gesagt, das Leben
schreibt die komischsten Geschichten. Und vielleicht sogar bald eine
neue: Was in dem Brief steht, den Lammert vom Betriebsratsvorsitzenden
überreicht bekam, können wir uns denken. Ob und wie er reagieren wird
wohl nicht. Andreas Nigl
Grafenauer
Anzeiger vom Samstag, 1. September 2007 Krise bei der KSS: „Bestenfalls bleibt Schauhütte“ Gewerkschaft befürchtet massiven Personalabbau - Nachtmann-Vorstand: Es gibt Konzept - Demo am Donnerstag von Michael Witte Spiegelau.
Noch schweigen die Beteiligten der Kristallglasfabrik Spiegelau (KSS),
nur einer deutet an, wohin die Reise bei der traditionsreichen
Glashütte wahrscheinlich gehen wird: Gewerkschaftssekretär Christian
Daiker von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie für den
Bezirk Kelheim-Zwiesel spricht von massivem Arbeitsplatzabbau. „Und wir
haben keine Signale, dass das anders sein wird“, sagte der
Gewerkschafter auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir befürchten, dass
bestenfalls eine Schauhütte erhalten bleibt“, hieß es gestern in einer
Medieninformation der Gewerkschaft. Und deshalb wird am kommenden
Donnerstag um 15 Uhr vor dem Werk am Sparkassenplatz eine Kundgebung
stattfinden - nach der Betriebsversammlung und nach dem Besuch von
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Der Berliner
Parlaments-Chef reist just an diesem Tag in den Glasmacherort, besucht
die Kristallglasfabrik. Bis 12.40 Uhr sieht das Programm den Besuch von
Lammert vor, der vom Tourismusverband Ostbayern zu einer Reise entlang
der Glasstraße eingeladen wurde. Gut eine Stunde später werden dann die
Angestellten und Arbeiter über die neue Situation von
Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann informiert, der derzeit noch keine
Aussagen treffen will. „Wir werden erst unsere Mitarbeiter
informieren“, sagt Kaufmann, danach die Öffentlichkeit. Was genau in
Spiegelau passieren wird, dazu gibt es laut Kaufmann Konzepte, die
derzeit mit der Gemeinde besprochen werden. Dabei ginge es darum, wie
der Glasmacher-Standort weiter erhalten bleiben könne. „Aber Konzepte
sind Konzepte“, sagt Kaufmann. Sicherlich würde - wenn eines der
Konzepte umgesetzt würde - das den einen oder anderen Arbeitsplatz
kosten, aber Details will er erst dem Personal vorstellen, „das ist
unser Stil“. Kaufmann schätzt, dass in 14 Tagen oder drei Wochen die
Konzepte spruchreif würden. Aber wie gesagt: Erst wird intern geredet,
dann nach außen. Bürgermeister Josef Luksch will sich zum
derzeitigen Stand der Dinge auch nicht äußern. „Kein Kommentar“, lautet
die einzige Antwort, die er auf alle Fragen zur Zukunft der KSS gibt,
in der schon im vergangenen Jahr 40 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz
verloren haben. Derzeit sind noch 61 Mitarbeiter dort beschäftigt. Bis
zum kommenden Donnerstag habe man sich eine Schweigepflicht auferlegt,
Unternehmen als auch die Gemeinde - Luksch hält sich daran. Indes:
„Wenn mich die Gewerkschaft darum bittet, auf der Kundgebung zu
sprechen, werde ich etwas sagen.“ Die Stimmung im Betrieb ist - wie
sich jeder vorstellen kann - derzeit nicht gut. „Es kehrt keine Ruhe
ein“, beschreibt KSS-Betriebsratsvorsitzender Kurt Brunner. Wie es
weitergeht, darüber wurde Brunner und seine Betriebsratskollegen noch
nicht von der Geschäftsleitung unterrichtet. Und deshalb hütet er sich
auch vor Aussagen für die nächsten Monate: „Ich möchte keine
Vermutungen in die Welt setzen.“ Deutlich wird allein Christian
Daiker von der Gewerkschaft: Er befürchtet einen massiven Stellenabbau
bei der Kristallglasfabrik und die Aufgabe der industriellen Produktion
am Standort Spiegelau. Zu einer Werkschließung wird es nach seinen
Worten wohl nicht kommen. Aber was es bedeute, wenn nur noch wenige in
der ruhmreichen Hütte arbeiten würden, könne sich jeder selbst
ausmalen. Den Begriff „Schauhütte“ vermeidet Daiker, Tags darauf ist
dieser aber in einer Medieninformation der Gewerkschaft zu lesen. „Wir
befürchten, dass bestenfalls eine Schauhütte erhalten bleibt.“ Zu
den näheren Gründen für die düstere Entwicklung des Betriebs wird
Daiker am kommenden Donnerstag aus Sicht der Gewerkschaft Position
beziehen. Nur so viel: „Es wäre mehr möglich gewesen.“ Ziel müsse es
daher für die Arbeitnehmervertreter sein, „alle Leute in den anderen
Werken unterzubringen“. Nach Informationen dieser Zeitung steht dem
Nachtmann-Werk in Riedlhütte keine Hiobsbotschaft wie in Spiegelau
bevor. Die KSS wurde 1990 von der Nachtmann-Gruppe erworben, sie gehört
damit ebenso wie das Unternehmen in Riedlhütte seit 2004 zur
Riedel-Firmengruppe aus Österreich. Im vergangenen Jahr hatte die KSS
fast zur gleichen Zeit - das Geschäftsjahr dauert immer von Juni bis
Juni - angekündigt, etwa 40 Mitarbeiter abzubauen. In dieser
Größenordnung wurden Angestellte dann auch in eine so genannte
Transfer-Gesellschaft überführt, die sie vor der drohenden
Arbeitslosigkeit ein Jahr schützt. Riedel hat im vergangenen Jahr in
die KSS investiert, in einen neuen Glasofen. KSS-Geschäftsführer Gerald
Mader hatte dies als „eine neue Chance“ bezeichnet.
SAXNDI. . . .
. ., „das haben wir kommen gesehen. Riedel übernimmt KSS nur, um einen
Konkurrenten weniger zu haben, lässt ihn ausbluten, nach wenigen Jahren
ist die Marke dann verschwunden.“ Nicht wenige Mahner malten vor Jahren
dieses Szenario an die Wand. Und im gleichen Wimpernschlag wurden die
Österreicher nicht müde, dies weit von sich zu weisen. Wem soll man nun
glauben, wer behält Recht? Eine Frage, die sich in den nächsten Wochen
sicher beantworten lässt. Im Interesse der über 60 Angestellten, im
Interesse der Region - wollen wir hoffen, dass es dieses Mal anders
ausgehen wird, wie wir wohl alle vermuten. Andreas
Nigl
Glasproduktion in Spiegelau vor dem Aus? Gewerkschaft: „Wir befürchten, dass bestenfalls eine Schauhütte bleibt“ - Firma will sich am Donnerstag äußern / von Michael Witte Spiegelau.
Die traditionsreiche Kristallglasfabrik Spiegelau (KSS) steht angeblich
vor einem radikalen Umbau: Wo einst über 500 Menschen Arbeit fanden,
droht nach Informationen der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
erneut ein massiver Abbau der derzeit noch 61 Arbeitsplätze. „Wir
befürchten, das bestenfalls eine Schauhütte erhalten bleibt“, heißt es
in einem Schreiben, mit dem die Gewerkschaft gleichzeitig zu einer
Protestkundgebung am kommenden Donnerstag nach Spiegelau einlädt. 2004
hatte die österreichische Riedel-Gruppe die Nachtmann-Gruppe, zu der
seit 1990 auch die KSS gehört, mit dem Versprechen übernommen, in die
Standorte zu investieren. Das geschah zwar, aber an den Standorten
Spiegelau und Riedlhütte wurde auch Personal abgebaut - 2006 mussten an
beiden Produktionsstätten etwa 90 Nachtmänner gehen. „Wir fordern den
Riedel-Konzern dazu auf, die Traditionsmarke KSS Spiegelau im Rahmen
der Markenpolitik als Premiummarke zu etablieren und das Produkt am
Markt zu platzieren. Unserer Einschätzung nach wird hierfür zu wenig
unternommen, was auch zum Personalabbau im Jahr 2006 geführt hat“, ist
im Gewerkschafts-Schreiben zu lesen. Am kommenden Donnerstag wollen
sich Nachtmann-Vorstand Alois Kaufmann und Spiegelaus Bürgermeister
Josef Luksch zum Stand der Dinge äußern - nach einer
Betriebsversammlung. Just also an dem Tag, an dem Bundestagspräsident
Norbert Lammert die Kristallglasfabrik im Rahmen seiner touristischen
Reise entlang der Glasstraße besuchen will.
Grafenauer
Anzeiger vom Freitag, 31. August 2007 In acht Tagen startet die Spiegelauer Hiagstroas Gewerbeverein hat heuer 31 Attraktionen an 21 erlebnisreichen Haltestellen auf die Beine gestellt Spiegelau
(pnp). Mit insgesamt 31 Attraktionen an 21 erlebnisreichen Haltestellen
kann der Gewerbeverein Spiegelau als Veranstalter der 12. Hiagstroas am
Sonntag, 9. September, aufwarten. Das kulinarische und kulturelle sowie
das spielerische wie auch musikalische Angebot verspricht ein
unterhaltsames Familienerlebnis. „Geroast“ werden kann an diesem
verkaufsoffenen Sonntag ab 11 Uhr entweder zu Fuß, mit der Bummelbahn
oder mit dem kostenlosen „Handy-Taxi“. Die Geschäfte haben von 13 bis
17 Uhr geöffnet und die Spiegelauer Gasthäuser bieten bayerische,
italienische und indische Hiagstroas-Schmankerl an, dazu spielt fast
überall Live-Musik und ein reichhaltiges Kinderprogramm ist um den
ganzen Parcours geboten. Ausgangspunkt der Erlebnisreise durch den
Glasmacherort ist nach dem Programm des Gewerbevereins das Café Wenzel,
sie zieht sich durch den ganzen Ort bis zum Rathaus. Bei der
Mehrzweckhalle lädt der Soldaten- und Kriegerverein ein. Dort wird das
100-jährige Gründungsfest gefeiert und mit Kaffee und Kuchen sowie
musikalischer Unterhaltung aufgewartet. Der schon traditionelle
Flohmarkt hat seinen Stammplatz auf dem Vergolderriegel, dazu können
sich noch Verkäufer bei Herbert Süß unter Tel. 08553/2783
anmelden. Das Glücksrad wird gedreht, und der Spielmannszug der
Feuerwehr Regen spielt für die Gäste auf. Interessant für die
Natur-Badegäste von morgen ist bestimmt die Besichtigung der Baustelle
des Naturbades. Ebenso informiert ein Klärwärter über die
Baufortschritte des neuen Klärwerkes, und an beiden Baustellen ist ab
14 Uhr zur Stellungnahme ein Bürgermeister vor Ort. Zudem wird in
die evangelische Kirche eingeladen, wo an diesem Sonntag zum „Tag des
Offenen Denkmals“ ab 12 bis 15 Uhr zu jeder vollen Stunde eine Führung
zur Geschichte der Kirche angeboten wird. Ab 11 Uhr kann sogar der Turm
bestiegen werden, und eine Bilderausstellung zur Geschichte der
Martin-Luther-Kirche wird gezeigt. Und auch das Rathaus hat seine
Pforten geöffnet. Die Dienstleistungsbereiche sind von 12 bis 17 Uhr
besetzt und Interessierte können sich über den Bauhof oder die
Wasserversorgung informieren. Für Hausbesitzer ist bestimmt die neueste
Heiztechnik mit Pellets sehenswert oder die Vorführung mit
Hochdruckreinigern, Nass- und Trockensaugern. Sekro-Garagentore, Möbel,
Schmuck, Gemälde, Edelsteine und Mineralien und herbstliches Gebinde
sowie eine Blumen-Tombola sind bei der Hiagstroas zu bewundern. Ebenso
sind Aktionen zum Schulanfang im Programm. Einen sportlichen Höhepunkt
versprechen die Einrad- und Hochradvorführungen. Kreative Gäste sind
bei der „Hundertwasser-Mal-Aktion“ willkommen, und beim Bastel-Seminar
werden Kniffe und Schliffe für Dekorationen gezeigt. Aus Glasscherben
werden Schätze fabriziert, und beim Kristallmarkt können Gläser zu
Schnäppchenpreisen erworben werden.
Bahn-Funkmasten: Spiegelau sendet keine Signale Gemeinde will noch immer nicht die Standorte der Bahn akzeptieren - „Sind Ortsbild verpflichtet“ von Michael Witte Spiegelau.
Der Zug ist noch immer nicht auf dem Gleis: Weil sich der Spiegelauer
Gemeinderat noch nicht entschieden hat, ob und wo er neue, hohe Masten
für den Betriebsfunk der Deutschen Bahn AG zulassen will, muss das
Eisenbahn-Unternehmen weiter warten. Einen Beschluss gab es in der
jüngsten Sitzung des Gemeinderates dennoch: Das Gremium sprach sich
gegen die Stimme von Erhard Wawrzek dafür aus, dass Bürgermeister Josef
Luksch nochmals mit den Vertretern der Bahn sprechen und verhandeln
soll. Seit Dezember vergangenen Jahres dauert nun schon das zähe
Ringen zwischen der Bahn eigenen DB Telematik GmbH und der Gemeinde
Spiegelau. Längs der gesamten Waldbahn-Strecke von Zwiesel nach
Grafenau sollen neue Sender für einen verbesserten Betriebsfunks der
Bahn sorgen. In Grafenau wurden nach knapper Diskussion im Stadtrat
drei Standorte für Masten gefunden: am Waldrand hinter dem Bahnübergang
Schwarzmaierstraße, nördlich der Firma Sedlbauer im Gewerbegebiet
Reismühle und im Wald zwischen der Hundeschule und Spiegelau. Weniger
flott geht’s dagegen im Glasmacherort, weil dort die von der Bahn
favorisierten 25 bis 30 Meter hohen Masten arge Bauchschmerzen
verursachen. Zwei davon sollen es auf Spiegelauer Gemeindegebiet sein,
einer in Klingenbrunn-Bahnhof, ein zweiter in der Neuhütter Straße, am
Kurpark. Dies teilte Mitte August Frank Byczynski von der DB Telematik
in einem Mail mit, die der Bürgermeister jetzt dem Gemeinderat vortrug.
„Gleichzeitig möchte ich nochmals klar zum Ausdruck bringen, dass die
von Ihnen vorgeschlagenen Alternativstandorte ... von unserer
Funknetzplanung überprüft wurden und für eine lückenlose Funkversorgung
nicht geeignet sind“, heißt es weiter in der Mail. Laut Byczynski ist
der Spielraum für geeignete Standorte sehr eng, alle Varianten wurden
im Vorfeld durchgerechnet und berücksichtigt, „so dass Sie von einem
optimalen, funktechnischen und zugleich auch wirtschaftlichen
Lösungsansatz ausgehen können“. Doch das sieht der Bürgermeister
anders: Zwar wolle er im Gemeinderat nicht mehr grundsätzlich über das
Thema Mobilfunk diskutieren, aber: „Wir sind ja dem Ortsbild
verpflichtet.“ Außerdem ist DB Telematik nach seinen Worten der
Gemeinde immer noch eine Antwort schuldig, warum die Antenne für den
Bahn-Betriebsfunk nicht am Schornstein der Kristallglasfabrik
angeschraubt werden kann. Außerdem ist Luksch nicht klar, warum das
Mobilfunknetz anderer Anbieter auf der ganzen Fahrt von Zwiesel nach
Grafenau funktioniere und die Bahn-Antennen nicht an bereits bestehende
Mobilfunk-Masten angebracht werden können. „Wir wollen die Bahn nicht
verprellen, aber wir werden erneut darüber reden“, sagte der
Bürgermeister. Der Gemeinderat folgte diesem Plan. Als einziger
stimmte Erhard Wawrzek gegen diese Vorgehensweise: „Die Sicherheit der
Bahn liegt mir am Herzen und deshalb würde ich davon abraten, die Bahn
zu blockieren“, sagte der Gemeinderat.
Rathaus in Spiegelau heute ganztägig geschlossen Spiegelau
(pnp). Das Rathaus der Gemeinde Spiegelau ist heute wegen eines
Betriebsausfluges geschlossen. Die Tourismus-Information ist zu den
üblichen Geschäftszeiten geöffnet, heute von 8 bis 15 Uhr.
SAXNDI. . . ... ,Spiegelau
wehrt sich: Noch immer wollen Bürgermeister und Teile des Gemeinderates
nicht akzeptieren, dass die Bahn teilweise 30 Meter hohe Beton-Masten
in ihrer schönen Gemeinde aufstellen wird. Damit der Betriebsfunk
besser klappt. Das ist zwar löblich, da wohl kaum jemand einen
solchen Funkturm neben seinem Schlafzimmer haben will. Und die
schlanken Litfaßsäulen werden eher abstoßende Blicke auf sich ziehen -
schön ist eben ’was anderes. Aber über kurz oder lang wird
Spiegelau die Himmelsstangen nicht verhindern können - sie kann den Zug
aufhalten, stoppen kann sie ihn nicht, weil die Bahn die Anlagen
letztlich per Gesetz durchdrücken kann. Das wollen die Eisenbahner aber
(noch) nicht. Und deshalb zielt der Vorwurf ins Leere, die
Waldbahn sei in Gefahr, wenn Spiegelau nun nicht endlich Ja sage. Die
Waldbahn wird - wenn überhaupt - von anderen vom Gleis genommen. Nicht
von Spiegelauern, die sich um ihren schönen Ort
sorgen. Michael Witte
Grafenauer
Anzeiger vom Montag, 23. August 2007 Spiegelau-Riedlhütte
gestaltet Zukunftsmusik Fünf Gruppen der Pfarrei testen neues
Gotteslob für deutschsprachige Bistümer von November bis Pfingsten 2008
Spiegelau-Riedlhütte (ul/iop). Als eine von fünf Pfarreien
im Bistum Passau ist Spiegelau-Riedlhütte von der Diözesanleitung
ausgewählt worden, von November bis Pfingsten 2008 Zukunftsmusik zu
singen und zu spielen. Denn ein neues Gotteslob wird für die
deutschsprachigen Bistümer in Deutschland, Österreich und der Schweiz
konzipiert. Das bisherige Gesangs- und Gebetbuch der Katholiken
wurde 1975 herausgegeben und in Anhängen weiterentwickelt. Doch es hat
sich viel in den über 30 Jahren im kirchlichen Leben getan. Dem wollen
die Bischofskonferenzen auch beim Gotteslob Rechnung tragen. Für die
Neuauflage haben die Bischöfe ihren Kollegen Friedhelm Hofmann aus
Würzburg beauftragt. Dessen Arbeitsgruppe habe 2500 Lieder gesichtet
und 500 vorgeschlagen. „In den allgemeinen Teil können aber nur 300
Lieder aufgenommen werden. Zusätzlich gibt es aber für jedes Bistum
wieder einen eigenen Diözesanteil“, erklärt Hofmann. Für die
lateinische Messe soll ebenso Platz sein wie für moderne Lieder,
allerdings keine Eintagsfliegen. Zeitgemäßer und bunt gestaltet, soll
das Gotteslob ein „Buch zum Hausgebrauch“ werden, so der Würzburger
Bischof. Deshalb würden Texte für Hausgottesdienste (zum Advent oder zu
Weihnachten) aufgenommen und grundsätzliche Fragen zu Sakramenten,
Liturgie und Glauben beantwortet. Diözesanbeauftragter für Passau
ist Domkapitular Dr. Michael Bär. Er hat als Probanden fünf Stadt- und
Landpfarreien in unterschiedlichen Größen ausgewählt. Darunter auch
Spiegelau-Riedlhütte mit seinen rund 3000 Gläubigen. „Vermutlich fiel
auf uns die Wahl, weil ich 15 Jahre Liturgiebeauf-tragter des Dekanats
Grafenau war, einige Chöre leite und mehrere Rundfunkgottesdienste aus
unseren Kirchen übertragen wurden“, sagt Pfarrer Hubert Gerstl. Trotz
aller Ehre, die das Mitwirken am neuen Gotteslob bedeutet, er sieht
auch die Mehrbelastung. „Jedes neue Lied muss einstudiert und von fünf
Testgruppen beurteilt werden, welche die so genannte Steuerungsgruppe
mit mir und Gemeindereferent Otto Öllinger erst benennen muss.“ Zu
diesen Gruppen zählen die Gottesdienstgemeinde, fünf bis zehn Familien
mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren, 20 bis 30 aktive
Gemeindemitglieder ab 14 Jahren, theologisch-pastorale Experten (keine
„Ruheständler“) und Experten der Kirchenmusik (Chorleiter, Organisten -
keine Aushilfen und Vertretungen). In „Befragungswellen“ werden dann
die Meinungen und Beurteilungen zu den einzelnen Liedern und Gebeten -
passend zu Advent/Weihnachten, Fastenzeit, Ostern, Pfingsten,
Eucharistie und „Allgemein“ eingeholt. Das kann ein englisches
Weihnachtslied sein, ein griechischer Psalm, ein lateinischer Choral
oder ein spanischer Osterhymnus. Also auch die Internationalität des
katholischen Glaubens wird bei dem neuen Gotteslob stärker
berücksichtigt. Allerdings muss nicht alles, was neu ist,
unbedingt besser sein. Das hat Pfarrer Gerstl in einer Probestunde mit
dem Kirchenmusikreferenten der Diözese, Hans-Walter Schmitz,
feststellen müssen. „Dieses ‘Gloria‘ war zu schwer. Das geht an den
Leuten vorbei. Es wird von uns sicher nicht fürs neue Gotteslob
vorgeschlagen“.
Grafenauer
Anzeiger vom Montag, 16. Juli 2007
zum Bericht Pandurenfest:
Trenck erstmals ein Spiegelauer - Großes Spektakel im Glasmacherort −
Manfred Scholz jr. glänzt in der Rolle des Trenck − Farbenfroher Umzug
Spiegelau (mis). „Herr, wir sind ein gar armer Fleck
inmitten des Großen Walds, und unsere Fluren ernähren nur schwerlich
unsere Familien. Seid barmherzig und verschont unsere Liegenschaften,
auch wenn die gefordert’ Summe nicht vollständig ist, ich fleh’ Euch
an“: Mit diesen Worten konnte Ortsbürgermeister Josef Luksch im
Historienspiel beim Pandurenfest am gestrigen Sonntag wieder einmal den
„gefürchteten“ Freiherr Franziskus von der Trenck beknien, seinen Ort
zu verschonen. Nur diesmal war ein entscheidendes Detail anders: Zum
ersten Mal, in der 22. Auflage, kamen die Panduren-Darsteller komplett
aus Spiegelau und nicht mehr − wie die Jahre zuvor − aus Waldmünchen.
Manfred Scholz jr. schlüpfte in die Rolle des Trencks und spielte
seinen Part vor tausenden Zuschauern sehr souverän. Auch Siegfried
Klante als Panduren-Hauptmann mischte die Szene kräftig auf und zeigte
mit seinen 24 Kollegen und Kolleginnen, die von Schneiderin Karin
Trauner in prachtvolle Gewänder gehüllt worden waren, eine tolle
Premiere. Ins Bild passte da auch ein farbenfroher Umzug mit rund 250
Beteiligten und glanzvollen Pferdewagen.
Grafenauer Anzeiger vom Mittwoch, 11. Juli 2007 Gemeinde Spiegelau macht jetzt den Weg für neuen und größeren Netto-Markt frei Bauantrag genehmigt - Bedenken wegen steiler Zufahrtsstraße - Ein Kreisel wäre die Lösung Spiegelau (ul). Der
Netto-Markt will sich vergrößern und zieht deshalb auf das Gelände des
alten Sportplatzes in unmittelbarer Nachbarschaft zu den
Lebensmitteldiscountern Edeka und Norma, zum alten Friedhof und zur
stark befahrenen Hauptstraße. Das Gemeindegremium befasste sich in
der jüngsten Sitzung mit der Änderung des Flächennutzungsplanes, den
Bemerkungen aus der vorgezogenen Bürgerbeteiligung und dem
Bebauungsplan. Den meisten Diskussionsstoff bot dabei die
Verkehrsführung. Das Staatliche Bauamt Passau teilte mit, dass die
Zufahrt über die Jahnstraße nicht geeignet sei, deshalb sei die Zufahrt
nur über die Staatsstraße 2132 (Hauptstraße) möglich. Dazu sieht die
Planung eine Linksabbiegespur in Richtung Zwiesel vor. Über eine steile
Straße, die der Investor auf eigene Kosten anlegen muss, kommen Kunden
und Zulieferer zum Lebensmittelmarkt. „Es ist keine Rede davon, dass
die Friedhofsmauer zurückgenommen und Gräber verlegt werden müssen, um
den Bau realisieren zu können“, reagierte Bürgermeister Josef Luksch
auf kursierende Gerüchte in der Gemeinde. Das Problem an der Stelle
ist allerdings die 14-prozentige Steigung an der Zufahrtsstraße. Die
will der Bauwerber dadurch mildern, dass er das Gelände bis zu zwei
Meter abgraben lässt. „Das ist im Winter immer noch zu steil, da haut
jedes Auto ab“, befürchten Erhard Wawrzek, Kurt Zettl und Harald Frank.
„Hier könnte sich ein neuer Unfallschwerpunkt bilden.“ Gemeinderat
Ernst Ertl, Polizist in Grafenau, brachte das Beispiel Grafenau, wo
selbst an der steilen Rosenauer Straße mit vier
Lebensmittelmarkt-Zufahrten und regem Schüleraufkommen sich in all den
Jahren erst ein Unfall ereignet hätte. „Und da gibt es keine extra
Abbiegespur.“ Peter Hinterberger hält die Planung für
„unverantwortlich“. Die Abbiegespur sei viel zu kurz, die Kreuzung
nicht einsehbar. Sein Partei-Kollege Alois Loibl machte den Vorschlag,
an der Stelle einen Kreisel zu bauen. Damit käme der Verkehr nicht ins
Stocken. Siegfried Klante beantragte, die Errichtung eines
Kreisels zwischen Konrad-Wilsdorf-Straße und der Hauptstraße. Das
Vorhaben soll mit der Städtebauförderung und dem Staatlichen Bauamt
erörtert werden. Mehrheitlich wurde der Antrag gebilligt. Ebenso
erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen zum Bauantrag. „Um die
Investition zu beschleunigen, kann dies schon vor dem Satzungsbeschluss
erfolgen. Das war beim Umzug des Norma-Marktes ebenso“, erklärte dazu
der Bürgermeister. Allerdings muss sich die Rosengarten GmbH aus Bad
Birnbach als Bauwerber an einige Vorgaben halten. Die Verkaufsfläche
darf 850 Quadratmeter nicht überschreiten, auf dem Satteldach dürfen
keine Mobilfunk-Antennen errichtet werden, ein Lärmschutzgutachten muss
angefertigt werden, zwischen 10 Uhr abends und sechs Uhr früh darf der
Markt nicht beliefert werden, auch das Schneeräumen ist nicht erlaubt.
In der Jahnstraße soll von der Schulstraße aus nur mehr die Zufahrt zu
sieben neu zu errichtenden Parkplätzen für Friedhofsbesucher möglich
sein. Der Rest soll für Kraftfahrzeuge gesperrt werden, damit die
Jahnstraße nicht als Schleichweg genutzt werden kann. 13
Gemeinderäte plädierten dafür, ein Einzelhandelsgutachten erstellen zu
lassen. Es soll darüber informieren, welche Branchen für die
Entwicklung des Ortes notwendig sind. „Wir brauchen so ein Gutachten
für die Zukunft, sonst tappen wir direkt im Dunkeln“, argumentierte
Klante. Luksch will jetzt prüfen lassen, ob vielleicht über den
Stadtumbau West eine Förderung möglich ist.
Grafenauer Anzeiger vom Dienstag, 10. Juli 2007 Premiere für 25 »echte« Spiegelauer Panduren Zum Fest erstmals eine eigene Truppe gebildet - »Ausspähen« am Samstag und »Vorrücken« am Sonntag geprobt von Ursula Langesee. Spiegelau.
»Andreas, du tauchst links vom Kreuz auf, Erich auf der rechten Seite
und Jan nähert sich vom Pilz her«, gibt Panduren-Offizier Siegfried
Klante einigen der Panduren-Darsteller Anweisungen auf den grünen
Kurpark-Wiesen. Denn die idyllische Landschaft mit sanften Hügeln und
Weihern ist heuer erstmals Schauplatz für das historische Lagerleben
und das Warten auf die Panduren (PNP berichtete). In einer Szene
soll bei Einbruch der Dunkelheit nachgestellt werden, wie eine Vorhut
des Pandurenobristen Franz Freiherr von der Trenck (gespielt von
Manfred Scholz jun. ) die Lage erkundet und dem Hohen Rat von Spiegelau
unter Führung von Bürgermeister Josef Luksch erste Bedingungen zur
Übernahme des Ortes stellt. Sechs Panduren sollen auf ihren
Pferden einen großen Ring bilden, der sich langsam zuzieht. Dazu taucht
einer nach dem anderen auf, bis die Wache auf dem Turm aufmerksam wird
und das Lager alarmiert. Langsam und abwartend nähern sich die Reiter,
bauen die Spannung mit jedem Schritt auf. »Die Bedrohung muss wirken.
Ihr dürft nicht zu schnell sein«, schärft Klante den Panduren ein. Er
selbst wird mit dem Pandurenführer zum Hohen Rat reiten, wo sie ihre
Forderungen überbringen - in der Sprache des 18. Jahrhunderts, also
ohne »O. K. « oder »Boss«. Da sich der Rat eine längere Bedenkzeit
erbittet, folgt die Fortsetzung der Geschichte beim Pandurenfest am
Sonntag gegen 12 Uhr. Erstmals rücken die Panduren dann
ausschließlich in Spiegelauer Besetzung an, ohne Unterstützung von
Waldmünchen. Das sind dann 18 Reiter und Reiterinnen, sechs Schwarze
Panduren (Trencks Leibwache) und eine Marketenderin zu Fuß. Nur elf
davon waren schon in den letzten Jahren dabei, für den großen Rest
mussten die Kostüme, Kappen, schwarzen Perücken, Bärte, Waffen und
Schuhe gefertigt und beschafft werden. »Aus dem Internet hatten wir
Beschreibungen, wie die Panduren ausgesehen haben«, erzählt Klante. An
die Einzelteile zu kommen, war gar nicht so einfach. Flohmärkte wurden
nach Säbeln abgeklappert, als Grundlage für die pelzummantelten
schwarzen Kappen extrabreite Hüte bestellt, einige Schneiderinnen aus
Spiegelau beauftragt und ein Kostümverleih in Eggenfelden »geplündert«.
In voller Pracht sind die Panduren dann am Sonntag beim großen
Festzug durch Spiegelau mit Spielmannszügen, Bürgerwehr, Trommlern und
mitreisendem Volk zu sehen. Im Zentrum schlagen sie ihr Lager auf und
haben am Nachmittag unter anderem als Neuerung das Prangerstehen von
zwei, drei Personen geplant. Um 16 Uhr ist der Spuk vorbei: die
Panduren rücken ab und suchen weitere Orte im Bayerischen Wald heim -
so weit die historische Überlieferung. Tatsächlich werden die
Pferde in die Anhänger verladen, Säbel und Umhänge verstaut und der
Ausklang des Pandurenfestes in »zivil« mitgefeiert. Spiegelauer
PandurenManfred Scholz jun. (Obrist Franz Freiherr von der Trenck),
Margot Scholz (Braut des Obristen) Siegfried Klante
(Panduren-Offizier), Paul Wettengel (Träger der Pandurenfahne), Florian
Klante, Karl-Heinz Roth, Johannes Mock, Christof Süß, Johannes Stamm,
Michael Schmalzbauer (alle von der JU Spiegelau-Riedlhütte als Schwarze
Panduren, Leibwache Trencks), Wolfgang Strohmeier, Florian Resch, Ines
Klante, Gerhard und Stefan Neumann, Jan Thomsen, Anja Blendinger,
Regina Schiller, Florian Ertl, Erich und Andreas Roth, Max Maier
(Reiterpanduren), Gerda Zwislsberger, Andrea Frisch und Traudl
Strohmeier (Marktetenderinnen)
Grafenauer Anzeiger
vom 25.6.2007 Krux mit dem Schmutzwasser: Wer liefert was? Aus dem Spiegelauer Gemeinderat: Globalberechnung stößt auf Kritik der Gemeinderäte Spiegelau
(hpd). Eigentlich gab es zur letzten Gemeinderatssitzung nur einen
öffentlichen Programmpunkt: Verabschiedung des Haushaltsplans für das
Jahr 2007. Aber ein unerledigter „Rest“ aus vorheriger Sitzung und eine
Information zur Frage der Aufteilung von Investitions- und laufenden
Kosten im Zweckverband Abwasser ließ die Emotionen und den zeitlichen
Bedarf doch wieder erheblich „anschwellen“. Recht zackig konnte der
Haushaltsplan vorgelegt und einstimmig gebilligt werden. Kämmerer
Ludwig Friedl listete erwartete Einnahmen und Ausgaben auf, die
Entwicklung von Vermögen und Schulden und wie die Entwicklung der
kommenden Jahre eingeschätzt wird. Der Gesamthaushalt soll sich nach
dieser Planung auf ein Volumen von 8 721 700 Euro belaufen und steigt
damit zum Vorjahr um etwas mehr als 1,5 Millionen Euro an. Die Summe
teilt sich in 5 630 200 Euro im Verwaltungshaushalt und in 3 091 500
Euro im Vermögenshaushalt. Ein Plus bei den Finanzen darf sich
Spiegelau beim Gemeindeanteil aus der Einkommenssteuer und Umsatzsteuer
erwarten. Die Schlüsselzuweisungen stiegen um 176 640 Euro. Ein
deutliches erwartetes Plus von fast 200 000 Euro bei der Gewerbesteuer
wurde als Lohn für eine konsequente Wirtschaftspolitik in der Gemeinde
verbucht und auch bei der Grundsteuer werden Mehreinnahmen erwartet.
Dazu kommen Einnahmen aus kommunalen Aufgabenbereichen wie Kanal,
Wasser und Bestattungswesen, wo jedoch nicht kostendeckend gearbeitet
wird. Ausgegeben werden die Gelder des Verwaltungshaushalts zum größten
Teil für Personalkosten, zudem für Umlagen, Zinsen, Schulen,
Kindergärten. Insbesondere bei den letzten beiden Punkten errechneten
sich Erhöhungen, die sich aus dem neuen Kindertagesstättengesetz und
aus der verstärkten Busbeförderung in Richtung Riedlhütte ergeben. Teilweise
müssen die Haushaltszahlen nach Prognosen erstellt werden, so bei der
Steuerentwicklung. Im Haushaltsplan wurde vorsichtshalber etwa bei der
Gewerbesteuerschätzung ein etwas niedrigerer Wert angesetzt, um lieber
etwas Spielraum zu gewinnen, statt später bei nach unten korrigierten
reellen Werten Haushaltslöcher zu riskieren. Etwas „Luft“ wird es für
die Gemeindefinanzen auch bei der Solidarumlage geben, wenn der
Freistaat stufenweise steigend hier die Zahlungen übernimmt, was heuer
immerhin 50 Prozent ausmacht, bevor 2008 auch die verbleibenden gut 30
000 Euro wegfallen. Kämmerer Ludwig Friedl verwies darauf, dass
Spiegelau in den Jahren 1995 bis 2006 eine gute Million Euro an
Solidarumlage aufbringen musste. Erfreuliches konnte er auch zur
Entwicklung der Zinsbelastung im Verwaltungshaushalt vermelden, wo die
Belastung erfolgreich mit einer konsequenten Schuldenpolitik gesenkt
werden konnte. Allerdings kehrt eine vorgesehene Neuverschuldung diesen
Trend in nächster Zeit wieder um, so seine Befürchtung. Werden alle
einmaligen Einnahmen und Ausgaben gegengerechnet und die ordentlichen
Tilgungsausgaben abgezogen, bleiben im Finanzplan 2007 so 610 400 Euro
als freie Finanzspanne übrig. Sorgenkinder des Haushalts bleiben die
kommunalen Aufgaben. Sowohl beim Bestattungswesen als auch bei Wasser
und Kanal wird nicht kostendeckend gearbeitet. Dennoch will sich die
Gemeinde einen nötigen Investitionsspielraum erhalten und nimmt eine
Neuverschuldung von 2 672 996 Euro auf 2 815 780 Euro in Kauf, was eine
Pro-Kopf-Verschuldung von 687,95 Euro bedeutet. Bei der
anschließenden Diskussion wurde die Planung allgemein als „nicht
unerfreulich“ beurteilt, nachdem sich insbesondere die
Einnahmesituation deutlich verbessert gezeigt hat. Als ein vorrangiges
Ziel soll deshalb in die Tourismusförderung investiert werden, wofür
zusammen mit den Betrieben eine nennenswerte Summe aufgebracht werden
soll. Die Gemeinde will ihr Engagement hier um 30 000 Euro aufstocken.
Einige Fragen gab es aus dem Gemeindegremium zu Details. Der
Haushaltsplan ist jedoch - wie der Name schon sagt - ohnehin zunächst
„nur“ eine „Zielvorlage“, die sich anhand der konkreten Zahlen im
Jahresverlauf erst beweisen muss. Immerhin: Die Zahlen stehen nicht
schlecht, weshalb die Haushaltsplanung auch einstimmig befürwortet
wurde. Viel Kopfzerbrechen gab es dagegen nach den Ausführungen des
Diplomingenieurs Jörg Kornstädt von der Regensburger EBB, die für die
Planung der neuen Kläranlage verantwortlich zeichnet. Er hatte eine
Präsentation dabei, die verdeutlichen sollte, welche Faktoren in die
Berechnung der Kostenanteile einfließen, die für die Gemeinden
Spiegelau und St.Oswald-Riedlhütte in Bezug auf Investitionskosten und
Unterhaltskosten entstehen werden. Nun kann dafür nicht einfach die
jeweilige Einwohnerzahl heran gezogen werden, denn auch Urlauber,
Tagesgäste, Betriebe oder Zukunftsinvestitionen können sich in
theoretische und praktische Schmutzwassermengen einrechnen. Relativ
unstrittig war die Größenordnung, auf die die maximalen Klärkapazitäten
ausgelegt wurden. Diskutabel ist dagegen, wenn statt realen 3418
Einwohnern Kapazitäten für 7500 „Einwohnergleichwerte“ geschaffen
wurden, wie sich diese Maximalzahl konkret auf die beiden
Zweckverbandsgemeinden dividieren lassen. Denn nicht jeder hat die
gleichen Gästebetten und dazu die entsprechende Auslastung. Nach
Spiegelau kommen vielleicht mehr Tagesausflügler; und benutzen diese
dann hier auch die Gaststättentoiletten? Wie viel Wasser wird beim
Schlachten eines Mastbullen wie stark belastet? Aus dieser Vorlage
hatte Jörg Kornstädt zwar bereits eine diffizile Prozentberechnung
erstellt, die relativ nahe an früheren Kostenteilungsprozentsätzen der
beiden Zweckverbandspartner heran kam, aber er hatte dennoch nicht die
Diskussionsbereitschaft der Spiegelauer Räte miteinbezogen. Dort wurden
insbesondere die Zahlen zu Tagesgästen oder Schülerzahlen und
Glashüttenmitarbeitern als kritisch beurteilt, da diese entweder als
fiktiv überhöht beurteilt oder es als unzulässige Doppelzählung gesehen
wird, wenn ein Spiegelauer Schüler in Spiegelau in die Schule geht und
beim „pinkeln“ in das gleiche Kanalnetz dennoch zu einer Veränderung in
der Verteilungsprozentzahl beitragen könnte. Nach derzeitiger
Berechnung würde die niedrigere echte Einwohnerzahl von Spiegelau sogar
höher belastet werden als die höhere in St. Oswald-Riedlhütte. Da
jedoch beispielsweise auch zum Wasserbedarf in Metzgereibetrieben keine
wirklich verlässlichen Zahlen vorlagen, drehte sich die Diskussion
lediglich um die individuelle Bewertung von realistisch oder
unrealistisch und musste deshalb als nicht klärbar auf einen späteren
Zeitpunkt vertagt werden. Kornstädt wurde beauftragt, mehrere
Rechenbeispiele zu erstellen, wie sich mit veränderten Parametern der
Prozentsatz der Gemeindebeteiligungen verändern würde. Dabei stellen
sich die Meinungen im Spiegelauer Gemeinderat derzeit so dar: Erhard
Wawrzek geht davon aus, dass statt einer geschätzten 46/54-Gewichtung
zu Ungunsten Spiegelaus eine Kostenbeteiligung zu „halb-halb“
rechnerisch realistisch wäre. Um Prozentpunkte hin oder her bis ins
letzte Detail zu streiten hält Siegfried Klante nicht für sinnvoll,
allerdings müssen seiner Meinung nach die Zahlen so transparent gemacht
werden, dass sie dem mehr oder weniger betroffenen Bürger auch erklärt
werden können.
Grafenauer Anzeiger
vom 16.6.2007 Spiegelau feiert vier Tage Startschuss mit Platzkonzert und Umzug - Morgen Kindernachmittag Spiegelau
(pnp). Mit einem Standkonzert der „Klingenbrunner Dorfblos‘n“ um 17.30
Uhr ist gestern das Volksfest gestartet. Um 18 Uhr formierte sich der
Festzug der Vereine und Behörden zum Festzelt, wo Bürgermeister Josef
Luksch das erste Fass Bier angezapft hat. Am heutigen Samstag ist
ab 14 Uhr der Vergnügungspark geöffnet, um 18 Uhr beginnt der
Festzeltbetrieb. Ab 19.30 Uhr unterhält die Partyband „Picollos“. Der
Haupttag beim Volksfest ist der Sonntag. Flohmarktfreunde kommen als
Erste auf ihre Kosten, wenn ab 8 Uhr die Stände auf dem Volksfestplatz
aufgebaut werden. Politisch brisant wird es um 10.30 Uhr im Festzelt,
wenn SPD-Bundestagsabgeordneter und stellvertretender
Landesvorsitzender der Bayern-SPD, Florian Pronold, beim politischen
Frühschoppen Klartext redet. Ein besonderes „Schmankerl“ für die Kinder
sind die ermäßigten Preise an den Fahrgeschäften.
AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Die
vorgezogene Bürgerbeteiligung und Fachstellenanhörung zur Änderung des
Flächennutzungsplanes für die Ansiedlung des Verbrauchermarktes „Netto“
auf dem alten Sportplatz war Tagesordnungspunkt 1 bei der jüngsten
Sitzung. Aber der Punkt wurde abgesetzt, weil die Planungsunterlagen
nicht vollständig vorlagen. Das Absetzen hatte Gemeinderat Erhard
Wawrzek beantragt, mit acht zu sieben Stimmen ging sein Antrag durch. Die
Firma Stratebau aus Grafenau erhielt als günstigste Bieterin mit knapp
über 224 000 Euro den Auftrag für das Sanieren und Ausbessern folgender
Straßen: Bahnhofstraße, Neuhütter Straße, Auf der List,
Waldschmidtstraße (Kreuzung bei Hotel Waldfrieden), Bürgersteig der
Riedlhütter Straße, Jahnstraße, Reithackerweg (alle in Spiegelau),
Ortsausfahrt Augrub und Kreuzbergstraße in Oberkreuzberg. Die Gemeinde
erhielt für das Deckenbauprogramm eine Förderung aus dem
Schneekatastrophenfonds von 86 000 Euro, die heuer noch verbaut werden
müssen. Nicht behandelt wurde auf Antrag von Erhard Wawrzek
die Rechtsstellung des künftigen Bürgermeisters - ob hauptamtlich oder
nebenamtlich. Mit elf zu vier Stimmen wurde der Punkt abgesetzt. Für
das Säubern der Gemeinde, das Lothar Sommer zwei Mal pro Jahr
organisiert, dankte Bürgermeister Luksch herzlich. Im Frühjahr hatten
232 Personen 980 Kilo Müll gesammelt. Zum Thema „Gehweg nach
Beiwald“ informierte Luksch, dass ein reiner Gehweg nicht förderfähig
sei, höchstens die Errichtung eines Radwegs, für den aber mindestens
1,50 Meter Breite notwendig seien. Ludwig Schopf und Wawrzek
kritisierten, dass an manchen Stellen in der Gemeinde das Gras zu hoch
wachse. Ganz schlimm sei es im Kurpark. „Das ist für einen Tourismusort
kein schöner Anblick“, monierten sie. Luksch sagte, dass auf Bitten des
Gewerbevereins für die Veranstaltung „Im greana, greana Gros“ noch
nicht gemäht worden sei. Nun sei die Veranstaltung abgesagt worden. So
stehe einer Rasur nichts mehr im Wege. (ul).
Grafenauer Anzeiger
vom 26.4.2007 Auch Stralsunder wollen am Rachel übernachten Neue Hüttenwirte Carolin Jungbauer und Kurt Eibl laden auf Deutschlands beliebtestem Berg zur Einkehr ein / von Michael Witte Rachel.
Punktlandung: Wie geplant haben Carolin Jungbauer (37) und Kurt Eibl
(42) am Gründonnerstag das Waldschmidthaus auf dem 1453 hohen Rachel
wieder eröffnet. Nach nur einer Woche Modernisierung von frühmorgens
bis in die tiefe Nacht wollen die frisch gebackenen Wirtsleute dort
urbayerische Herzlichkeit in urigem Ambiente bieten. Die Philosophie
scheint anzukommen, vor allem an den Wochenenden sind die Nächte hoch
auf dem Gipfel heiß begehrt. Das Paar ist angekommen: Der Hausinger
Eibl managt seine Tankstelle in Pfarrkirchen zwar noch immer, aber nur
in Teilzeit. Carolin Jungbauer, seine Lebensgefährtin, ist schon einen
Schritt weiter: Nach 20 Jahren als Vermögensberaterin sagte sie ihrer
Bank im Rottal Servus, um als Hüttenwirtin auf dem Rachel „eine neue
Herausforderung“ anzugehen. „Es war eine wunderschöne Zeit, aber wenn
es am schönsten ist, soll man gehen“, sagt sie - sie ging. Und
welche Herausforderung einen auf einem Berg erwartet, merkte das Duo
schnell. Denn: Bei der Renovierung mussten Menschen und Materialien
mühsam über den steinigen, holprigen Weg zum Waldschmidthaus gebracht
werden. Jedes Mal 30 Minuten mit dem Allrad von der Hütte bis zum
Gfäll-Parkplatz - was des Wanders Freud‘, ist des Renovierers Leid. Doch
mit dem Ergebnis sind die Beiden höchst zufrieden: eine urige Gaststube
für 40 Leute, einen Wintergarten für 30 Gäste, dazu sechs Doppelzimmer
und ein Bettenlager für sechs Personen. Alles frisch bezogen, hier und
da ein dezenter Farbtupfer wie ein uralter Postkarten-Automat, den
Charakter des Hauses nicht umgekrempelt, sondern „eine bayerische
Wohlfühl-Atmosphäre in den tiefsten Tiefen des Nationalparks“, schwärmt
Eibl. Das größte Kompliment für die gelungene Renovierung machte
Carolin Jungbauer übrigens die Besitzerin Käthe Genosko selbst: „Du
hast es so eingerichtet, wie ich mir das immer vorgestellt habe“, lobte
sie die langjährige Hüttenwirtin. Umgekehrt sparen die Pächter aber
auch nicht mit Dank für ihre Vorgänger Hans und Käthe Genosko: „Ohne
die hätten wir das nicht geschafft.“ Ganz besonders stolz stellt der
Chef im Waldschmidthaus den neuen Komfort der Hütte vor: richtige
Toiletten und Doppelduschen mit warmen Wasser. Noch in der vergangenen
Saison gab’s in der Hütte nur Plumpsklos und fließend Kaltes,
Übernachten ging gar nicht. Doch die Zeiten sind passé: Nach fast 20
Jahren können Wanderer jetzt wieder unter dem Rachel-Gipfel schlafen. Zuvor
wird das Duo Eibl-Jungbauer seinen Gästen ein herzhaftes
Drei-Gänge-Menü servieren. Der gelernte Koch Eibl tischt da nur aus der
bayerischen Schmankerlküche auf, „dann steht einem gelungenen Abend
nichts mehr im Weg“. Und wenn Not am Mann ist, packt der Wirt auch die
Steirische aus. Das Konzept kommt an: Für sein neues Zuhause - Eibl
und Jungbauer haben natürlich auch ihr Privat-Zimmer am Rachel - hat
der umtriebige Geschäftsmann kräftig die Werbetrommel gerührt, selbst
vom Alpenverein aus Stralsund gab’s eine Anfrage, denn auch Nordlichter
interessieren sich für die neue Herzlichkeit im Waldschmidthaus. Mitten
im Nationalpark sollen beim Zwei-Mann-Frau-Team Jungbauer-Eibl aber
auch Firmen- oder Privatfeiern zünftig über die Bühne gehen - „wir sind
bereit.“
Grafenauer Anzeiger
vom 23.4.2007 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Bisher
musste ein Bauwerber ans Vermessungsamt Freyung, wenn er einen
Kataster-Auszug für sein Grundstück brauchte. Nun kann er die Pläne aus
dem Liegenschaftskataster direkt bei der Gemeinde anfordern. „Wir
sollten diesen Bürgerservice anbieten“, schlug Bürgermeister Josef
Luksch vor. Der Gemeinderat war einmütig seiner Meinung.
Schon
sehr lange läuft das Vorhaben von Florian Mach, an der Bergstraße in
Klingenbrunn Ferienhäuser zu errichten. Bei seiner Sitzung im Oktober
hatte der Gemeinderat einen Feststellungsbeschluss zur Änderung des
Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan gefasst. Der war
aber vom Landratsamt in dieser Form nicht genehmigt worden. In der
Zwischenzeit hatte das Architekturbüro Heinrich Scholz die
Planunterlagen zeichnerisch abgeändert. Nun musste der Gemeinderat
erneut die Änderung des Flächennutzungsplanes durch Deckblatt Nr. 8
feststellen,was er ohne Gegenstimme tat.
Der
Gewerbeverein Spiegelau mit seinem Vorsitzenden Michael Schinabeck
hatte beantragt, die Termine zweier verkaufsoffener Sonntag zu ändern.
Der Familiensonntag „Im greana, greana Gros“ soll jetzt immer am
Sonntag nach Fronleichnam sein, heuer fällt er auf den 10. Juni. Weil
der Volksfestsonntag vom TSV Spiegelau nicht als verkaufsoffen benötigt
wird, will der Gewerbeverein am 5. August die Geschäfte offen halten,
weil an diesem Tag zwei Firmen Jubiläen feiern: die Firma Heibo das 20.
und Schuh Nachtmann das 50. Die beiden anderen der erlaubten vier
verkaufsoffenen Sonntage sind der zum Pandurenfest (dritter Sonntag im
Juli) und zur Hiagstroas (erster Sonntag im September).
Die
Gewinn- und Verlustrechnung zur Wasserversorgung Spiegelau schließt für
das Jahr 2005 mit 2,109 Millionen Euro. Den Verlust stellte der
Kommunale Prüfungsverband mit 14 059 Euro fest.
Der
Bürgermeister dankte dem Soldaten- und Kriegerverein Klingenbrunn, der
in Eigenregie das Kriegerdenkmal hergerichtet habe.
Die
Urne von Ludwig Stockbauer, der der Gemeinde eine Stiftung in
Millionenhöhe vermacht habe (PNP berichtete), wird am 4. Mai um 16 Uhr
im alten Spiegelauer Friedhof im Familiengrab der Stockbauers
beigesetzt. Die Trauerfeier für den großen Gönner der Gemeinde soll
einen „würdigen, großen Rahmen bekommen“, kündigte Luksch an.
2.
Bürgermeister Kurt Zettl wollte wissen, ob der Haushalt 2007
fristgerecht - also bis Ende Mai - vorgelegt werden könne. „Wir
versuchen, was möglich ist“, sagte Luksch, denn Geschäftsleiter Josef
Schreiner sei sechs Wochen ausgefallen. Die Finanzausschusssitzung soll
auf jeden Fall im Mai sein. Außerdem interessierte Zettl, wann der
Zweckverband Klärwerk das nächste Mal tage und wann die
Abwassergebühren-Bescheide an die Bürger verschickt würden. „Die
Sitzung ist im Mai, da wird auch die Grundlage zur Satzung behandelt“,
antwortete der Bürgermeister.
Gemeinderat Erhard Wawrzek
störte sich daran, dass der Bürgermeister im Gemeinderat Einladungen
zur Maikundgebung des DGB am 1. Mai in Spiegelau habe verteilen lassen.
Vor allem der dabei vorgesehene „Demonstrationszug“ stieß ihm als
Arbeitgeber sauer auf. „Dann sollte der, gegen den demonstriert wird,
auch Aufrufe verteilen dürfen“, regte er sich auf. Wawrzek sieht die
Neutralität verletzt und will die Sache rechtlich prüfen
lassen. (ul).
Sitzen Badegäste wieder auf dem Trockenen? Arbeiten für Naturbad spät begonnen - Bürgermeister Luksch rechnet mit der Eröffnung erst im Spätsommer von Ursula Langesee Spiegelau.
Badegäste für das neue Naturbad in Spiegelau werden auch heuer
weitgehend auf dem Trockenen sitzen - bereits in der zweiten Saison.
Der Grund: Erst nach Ostern hatte die Baufirma Zankl aus Viechtach mit
den Arbeiten begonnen. Die Grasnarbe wird abgeschoben, Baumwurzeln
entfernt, das Gelände für die Naturbad-Anlage vorbereitet, das
Nichtschwimmerbecken wird ausgehoben, beim bisherigen Schwimmerbecken
wurden die Umläufe entfernt. Dennoch meinte Bürgermeister Josef
Luksch auf Anfrage von Gemeinderat Siegfried Klante bei der jüngsten
Sitzung des Gemeinderates: „Vom Zeitablauf sind wir sehr gut dabei.“
Dass nicht früher mit den Arbeiten begonnen worden sei, läge daran, so
Luksch, dass Baufirmen vor Ostern keine Arbeiter einstellen. „Mit der
Eröffnung im Juni, die wir anvisiert hatten, wird‘s wohl nichts
werden“, sagte der Bürgermeister. „Wahrscheinlich ist die
Fertigstellung bis zum Spätsommer.“ Klante fand es schade, dass so
viel Zeit ungenutzt verstrichen sei und nun dem Tourismus eine weitere
Freibad-Saison fehle. „Wenn wir wenigstens im Juli und August eröffnen
könnten, selbst wenn noch nicht alles vollständig ist“, drängte Klante.
Er bat darum, mit allen Mitteln den Bau vorwärts zu bringen, selbst
wenn es ein paar Euro mehr koste. In dem Zusammenhang fragte 3.
Bürgermeister Elke Proßer-Greß, ob wenigstens die Minigolf-Anlage am
Freibad benutzt werden könne. Luksch verneinte, weil das Spiel auf der
Baustelle zu gefährlich sei und außerdem keine Möglichkeit für den
Kartenverkauf und die Schläger-Ausgabe bestünde. Für das Naturbad
sind 1,162 Millionen Euro vorgesehen. Der Auftrag der Firma Zankl
beläuft sich allein auf fast 808 000 Euro. Dazu gibt es über Leader
plus einen Zuschuss von 568 814 Euro, als Eigenanteil bleiben der
Gemeinde 593 000 Euro.
Grafenauer Anzeiger
vom 17.3.2007 AUS DEM SPIEGELAUER GEMEINDERAT Schnell
erledigt war der Bericht des Bürgermeisters Josef Luksch, wonach am
Landratsamt geprüft worden ist, dass das Gewerbe- und Industriegebiet
Oberkreuzberg-Süd voll als solches nutzbar ist. Erhard Wawrzek
kritisierte dazu, dass dagegen die Zufahrtsfrage völlig ungeklärt sei.
Der Bürgermeister verwies darauf, dass dies bei Vergaben erst zu klären
sei. Ein Problem, so Luksch, sei es jedoch, das Gebiet anhand der
bestehenden Beschilderung problemlos zu finden. Schwere Laster müssten
gelegentlich erst in Spiegelau kompliziert wenden, um in Richtung
Oberkreuzberg gelotst werden zu können. Bei Rückfragen beim
Straßenbauamt wurden Wege aufgezeigt, die zu verbessern seien, was
entweder neue Schilder an bestehenden Pfosten oder Schilder mit neuen
Pfosten bedeuten kann. Auf den Schildern stünde jedoch kein Platz mehr
zur Verfügung. Siegfried Klante kritisierte, dass auch Spiegelau selbst
anhand der Schilder im Bereich B 533 und B 85 schwer zu finden sei. Das
hängt damit zusammen, dass der Glasmacherort nicht in das
Fernzielverzeichnis gehört und so nicht eigens aufgelistet wird. Anton
Seibold berichtete von verärgerten Urlaubern, die einen weiteren Weg
als nötig in Kauf nehmen hätten müssen, weil die Strecke über
Oberkreuzberg so schlecht zu finden sei. Auch hier will der
Bürgermeister in Rücksprache mit dem Straßenbauamt über neue Schilder
nachdenken. Der Baufachmarkt Heibo in Spiegelau feiert sein
20-jähriges Jubiläum und möchte deswegen am 5. August einen
Jubiläumssonntag veranstalten. Da die vier verkaufsoffenen
Sonntagstermine in der Gemeinde bereits vergeben sind, konnte der Rat
nur über einen so genannten Schausonntag abstimmen, der so einstimmig
ermöglicht werden konnte. Bei den Kindergärten ist die
Gemeinde zu einer Defizitdeckung von 60 Prozent verpflichtet.
Bürgermeister Luksch berichtete, dass die Oberkreuzberger Einrichtung
im vergangenen Jahr sogar mit einem kleinen Überschuss wirtschaften
konnte, beim Klingenbrunner Haus wird mit 5020 Euro Defizit zu rechnen
sein, wovon die Gemeinde 3012 Euro zu tragen hat. Das liegt etwa an
schlechten Standards bei der Wärmeisolierung und damit höheren
Heizkosten, aber auch an Buchungszahlen und damit der
Einkommenssituation. Peter Hinterberger fragte nach, ob es denn dann
nicht sinnvoll sei, Sanierungsmaßnahmen einzuleiten und eventuell dafür
Förderprogramme für langfristige Sparpotenziale zu nutzen. Ludwig
Schopf schätzte, dass sinnvolle Maßnahmen jedoch bereits in einer Höhe
von 100 000 bis 150 000 Euro lägen. Ein Problem dabei ist aber die
Frage nach dem Träger, der eigentlich dafür verantwortlich wäre. Die
Diözese habe jedoch vor kurzer Zeit deutlich durchblicken lassen, dass
sie sich aus der Finanzierung solcher Aufgaben weitgehend zurück ziehen
wolle, so der Bürgermeister. Es sei der Eindruck entstanden, der Kirche
wäre es lieber, die Gemeinden würden Aufgaben wie soziale
Trägerschaften selbst übernehmen. So lange hier aber keine Klärung
wirklich statt gefunden habe, müsse man zunächst den Träger weiter
selbst in der Verantwortung sehen. Bürgermeister Luksch
informierte über statistische Zahlen aus der Gemeinde bezüglich
Gewerbean- und Abmeldungen. Im Jahr 2006 gab es ein Plus an
Anmeldungen. Im Januar meldeten sich acht Gewerbetreibende an, drei um
und neun ab. Im Februar gab es eine An- und fünf Abmeldungen, und im
März ist bisher eine Anmeldung ergangen. Für das Spiegelauer
Naturfreibad wurden Fliesenarbeiten an die Grafenauer Firma Eder und
Bodenbelagsarbeiten an die Klingenbrunner Firma Häusler als jeweils
günstigste Bieter vergeben. Hermann Eisch erinnerte daran, dass an der
Oberkreuzberger Friedhofsmauer dringend etwas getan werden müsse,
ebenso nötig sei es auch in Spiegelau, so Anton Seibold. Auf seine
Nachfrage nach dem Stand der Haushaltsplanung musste Bürgermeister
Luksch berichten, dass wegen angespannter Personallage und Krankenstand
der geplante Termin kaum zu halten sein werde. Siegfried Klante
brachte eine Kritik aus der Bevölkerung in die Diskussion ein, bei der
es um die Zukunftswerkstatt zum Ortsumbau West in Spiegelau ging.
Manche hätten sich zu wenig informiert und geladen gefühlt und würden
selbst auch gerne noch Ideen einbringen. Auch der Gemeinderat selbst
hätte zum Ablauf besser benachrichtigt werden sollen. Bei 62 Vereinen
im Gemeindegebiet, so Luksch, hätten die Macher des beauftragten Büros
sinnvolle Beteiligungsbeschränkungen vorgeschlagen, um den Prozess auch
produktiv zu gestalten. Allerdings sollte nicht der Eindruck entstehen,
40 Beteiligte hätten sich schon was ausgemacht. Ideen werden weiter
gerne als Diskussionsgrundlage für künftige Entscheidungen angenommen
und sollten möglichst bis Ende März bei ihm eingereicht werden, damit
sich der zeitliche Horizont nicht neuerlich zu stark in die Länge
zieht. hpd
Frauenbund Spiegelau unter bewährter Führung Jahreshauptversammlung - Elke Döringer Vorsitzende, Martha Greindl Stellvertreterin Spiegelau
(has). „Der Frauenbund ist eine starke Gemeinschaft“, stellte die 1.
Vorsitzende Elke Döringer bei der Jahreshauptversammlung im „Café Lilo“
fest. Döringer konnte 41 Mitglieder und ganz besonders Pfarrer Hubert
Gerstl begrüßen. Ein Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte, dass der
Verein wieder ganz mobil war. Ein Höhepunkt sei die viertägige Reise
ins Lavental gewesen, die ihr Reiseleiter Pfarrer Gerstl organisiert
hatte. Der Tagesausflug nach Salzburg mit Stadtführung war ebenfalls
ein Erlebnis. Besonders hervorgehoben wurden die Alten-, Kranken- und
Geburtstagsbesuche. Renate Hasbach als Schatzmeisterin konnte trotz
vieler Spenden, unter anderem an die Kirche und für die Primiz von
Michael Weny, sowie einiger Anschaffungen einen positiven Kassenbericht
vorlegen. Vor den Neuwahlen bedankte sich die Vorsitzende bei ihrem
Führungsteam und bat um „Entlastung“. Die Schriftführerin Johanna Wenzl
legte aus persönlichen Gründen ihr Amt nieder und wünschte dem Verein
für die Zukunft gutes Gelingen. Den neuen Vorstand bilden: Elke
Döringer als 1. Vorsitzende, Martha Greindl als ihre Stellvertreterin,
Renate Hasbach ist Schatzmeisterin, neue Schriftführerin ist Marianne
Schmid, Hausfrauen-Abgeordnete ist Resi Aderer, Landfrauen-Abgeordnete
ist Ursula Ohland, Beisitzer sind: Anni Scholz, Elfriede Geier, Rosa
Angerer und Hannelore Genosko. Pfarrer Gerstl bedankte sich für die
geleisteten Spenden und hob den unermüdlichen Einsatz und Fleiß des
Frauenbundes hervor. Im Ausblick auf dieses Jahr kündigte die
1.Vorsitzende Döringer unter anderem den Jahresausflug nach „Schabs“ in
Südtirol vom 29. April bis 2. Mai an. Der Tagesausflug geht nach
Regensburg mit einer Schifffahrt zum Kloster Weltenburg.
Grafenauer Anzeiger
vom 12.3.2007 Spiegelau erbt ein Millionenvermögen Nachlass des früheren Zahnarztes Stockbauer wird eine Stiftung für Jugendliche, Sportler und in Not Geratene von Ursula Langesee Spiegelau.
Eine große unerwartete Erbschaft hat die Gemeinde gemacht. Dr. Ludwig
Stockbauer, der lange Zeit in Spiegelau als Zahnarzt gearbeitet hatte,
war am 21. Januar kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben und hatte
der Gemeinde neben einem entfernten Verwandten und der Wörlen-Stiftung
in Passau den Löwenanteil seines Vermögens als Stiftung vermacht. „Es
ist ein siebenstelliger Betrag, also mindestens eine Million Euro“,
weiß Bürgermeister Josef Luksch bisher nur. Der genaue Wert der
Immobilien, der Wertpapiere und Anlagen, des Kontos in Davos und im
Bank-Safe Nr. 406 wird noch von Testamentsvollstrecker Notar Prof. Dr.
Wolfgang Reimann in Passau ermittelt. Dann wird die Satzung für die
„Dr. Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Stiftung“ mit Sitz in Spiegelau
entworfen und muss von der Regierung von Niederbayern genehmigt werden.
Stiftungsvorsitzender ist jeweils der 1. Bürgermeister der Gemeinde.
Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Jugend, der Kindergärten
und des Sports und Hilfe für unschuldig in Not Geratene. Diese
Zielgruppen werden jährlich mit den Erlösen aus dem Stiftungsvermögen
durch Vermietung, Verpachtung, Zinsen etc. unterstützt. Im Gegenzug ist
die Gemeinde verpflichtet, den Namen des Stifters dauerhaft zu
erhalten, sich um die Pflege des Familiengrabes im alten Spiegelauer
Friedhof anzunehmen und die Verwaltung der Stiftung zu übernehmen. „Ich
könnte mir vorstellen, das neue Naturbad nach Dr. Stockbauer zu
benennen oder Straßen und Plätze in der Gemeinde“, wirft Luksch schon
mal einen Blick in die Zukunft. Dass gerade Spiegelau diese Erbschaft
bekommt, ist wohl auf Grund der starken emotionalen Bindung Dr.
Stockbauers zur Gemeinde. Er ist zwar nicht in Spiegelau geboren,
wohnte aber bis in die 60-er Jahre in dem Glasmacherort, bevor er mit
seiner Frau Johanna nach Passau-Grubweg zog. Auch von Passau aus ließ
das Ehepaar Stockbauer den Kontakt zu Spiegelau nicht abreißen.
Unversehrt erhalten ist auch noch immer das Stockbauer‘sche Haus mit
dem markanten Krüppelwalmdach, das direkt an der Hauptstraße steht.
Eine Aktennotiz von 1987 vermerkt, dass Dr. Ludwig Stockbauer mit dem
damaligen Bürgermeister Hans Stadler über eine Stiftung gesprochen
hatte. Das Paar hatte keine direkten Nachkommen und wollte seinen
Nachlass nicht dem Freistaat Bayern überlassen. 20 Jahre später wurde
jetzt die Gemeinde überraschend tatsächlich Erbin.
Grafenauer Anzeiger
vom 9.3.2007 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Bei
der Ausschreibung der Hauptarbeiten für das neue Naturbad haben 14
Interessenten die Unterlagen angefordert, sechs davon gaben dann auch
ein Angebot ab. Die günstigste Bieterin mit einer Gesamtsumme von 807
803 Euro war die Firma Josef Zankl aus Viechtach. Sie lag mit ihrem
Preis 14,5 Prozent unter dem zweitgünstigsten Bieter. Mit den Arbeiten
soll so bald wie möglich begonnen werden. Zu den Ortsstraßen
Am Rindlberg und Auenweg hatten die Freien Wähler im Gemeinderat einen
Antrag gestellt. Nach den Angaben von Bürgermeister Josef Luksch koste
jeder Wendehammer im Auenweg 15 000 Euro netto. Verbindet man die
Straßen, komme man auf 50 bis 60 000 Euro (ohne Grunderwerb). An
zusätzlicher Fläche werden 900 Quadratmeter nötig. Am Rindlberg sei die
Situation wegen der bergigen Lage schwierig. Zudem müsse erst eine
Grundstücksfrage geklärt werden. Gemeinderat Harald Frank fragte, warum
es immer Teer sein müsse. Ein Ausbau als Forstweg käme mit 50 Euro pro
laufendem Meter wesentlich günstiger. Dazu meinte Luksch, dass der
Schneepflug fahren muss und der Unterhalt bei einem Forstweg
aufwändiger sei. Das Gremium einigte sich, für den Auenweg eine
Anliegerversammlung einzuberufen und für die Straße Am Rindlberg in
Erfahrung zu bringen, ob für das Grundstück Abgabebereitschaft bestehe
und was das Vorhaben koste. 2. Bürgermeister Kurt Zettl hatte
beantragt, dass der Gehweg zwischen Spiegelau und Beiwald auf die
Tagesordnung gesetzt wird. Die Pläne für diesen Bau waren 2001
fallengelassen worden, weil eine Million Euro dafür nötig gewesen
wären, für die es keinerlei Fördermittel gab. Luksch hatte auf eine
alternative Wegstrecke über den Gartenweg und das Baugebiet Hochwiesen
gehofft, aber zwei Anlieger sind nicht abgabewillig. „Wir müssten einen
Bebauungsplan erstellen und eine Besitzeinweisung machen. Das kommt uns
aber sicher genau so teuer wie die Berechnung von 2001“, erklärte der
Rathaus-Chef. Zettl schlug vor, wegen einer Förderung nochmal
anzuklopfen. „Der Straßenverkehr hat seit 2001 wieder zugenommen.
Vielleicht gibt es neue Möglichkeiten.“ Luksch nahm den Vorschlag auf
und will den Plan erneut dem Straßenbauamt vorlegen und nach Zuschüssen
fragen, eventuell über das neue Leader-Programm ab 2008 oder über den
Stadtumbau West. Als Übergangslösung schlug Alois Loibl vor, an der
Staatsstraße ein Hinweisschild anzubringen, dass der Fußweg nach
Spiegelau über Palmberg und Reuteck verlaufe. ul
Ein Prozent Differenz: Klärwerk-Umlage fast gleich 7500 Einwohner-Gleichwerte: Spiegelau 53, 87 Prozent (statt 55 %), Riedlhütte 46,13 Prozent (statt 45 %) von Ursula Langesee Spiegelau.
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung hat Bürgermeister Josef Luksch dem
Gremium die Einwohner-Gleichwerte für das Klärwerk Spiegelau
vorgestellt, die vom Ingenieurbüro EBB in Regensburg ermittelt worden
waren. Danach bemisst sich u.a. der neue Umlage-Schlüssel, den die
Zweckverbandsmitglieder Spiegelau und Riedlhütte zu zahlen haben.
Bisher betrug der Anteil Spiegelaus 55 Prozent und der von Riedlhütte
45 Prozent (PNP berichtete). Die neue Berechnung geht von 7500
Einwohner-Gleichwerten aus. Die verteilen sich so, dass auf Spiegelau
künftig 53,87 Prozent und auf Riedlhütte 46,13 Prozent entfallen
würden. „Einwohner-Gleichwerte sind nicht identisch mit
Einwohnerzahlen“, schickte Luksch, der gleichzeitig 1. Vorsitzender des
Zweckverbands Klärwerk ist, seiner Erläuterung voraus. Bei den
Gleichwerten werde weit mehr berücksichtigt als die Kanaleinleitungen
der 1411 Spiegelauer und der 1655 Riedlhüttler. Industriebetriebe,
Metzgereien, Brauereien seien Produzenten von großen und zuweilen stark
belasteten Abwassermengen und fallen damit stärker ins Gewicht.
Tagesbesucher und ihre „Hinterlassenschaften“ in der Gemeinde müssen
ins Kalkül gezogen werden, dann Zweitwohnsitze, Baugebiete und sonstige
Reserven für die Entwicklung der Ortschaft. „Die Kapazität des
Klärwerks darf nicht zu knapp bemessen sein, denn die
Reinigungsvorschriften fürs Abwasser werden sich in Zukunft sicher noch
mehr verschärfen“, machte der Bürgermeister aufmerksam. „Nicht, dass
wir das soeben für 4,3 Millionen Euro sanierte Klärwerk in der
Steinklamm in ein paar Jahren schon wieder erweitern müssen.“ Skeptisch
wegen der von der EBB aufgeführten Zahlen waren die Gemeinderäte bei
den beiden Posten „Tagesgäste“ und „sonstige Reserven“. Diese beruhen
nämlich nur auf Schätzungen. „Warum haben wir mit 450 so viel mehr
Tagesgäste als Riedlhütte mit 150?“, war eine Frage. „Weil wir an einer
Hauptdurchgangsstraße liegen, das Waldspielgelände haben, den großen
P+R-Parkplatz und einen größeren Werksverkauf in der
Kristallglasfabrik“, versuchte Luksch die Zahlendifferenz zu erklären.
Harald Frank interessierte, warum die Tagesgäste zu 50 Prozent
gerechnet werden, weil sie ja nur ein paar Stunden im Ort sind, die
Zweitwohnsitze, die ja auch sehr häufig vakant seien, aber voll. Man
müsse die Berechnungen auf die Spitzenbelastung abstimmen, antwortete
Luksch. 2. Bürgermeister Kurt Zettl schlug vor, vom tatsächlichen,
nachweisbaren Verbrauch auszugehen und die Baulücken und Reserven jetzt
noch nicht zu berücksichtigen. „Warum sollen wir dafür jetzt schon
bezahlen, obwohl noch kein einziges Haus steht?“ Erhard Wawrzek merkte
an, dass jeder Prozentpunkt mehr auch bedeute, 43 000 Euro mehr auf die
Bürger verteilen zu müssen - gemessen an der Investitionssumme für das
Klärwerk von 4,3 Millionen Euro. „Die Entscheidung, wie viel die Bürger
künftig zahlen müssen, steht jetzt an und die dürfen wir uns nicht
leicht machen.“ Seiner Meinung nach seien die Reserven mit 700
Einwohner-Gleichwerten für Spiegelau und 301 für Riedlhütte zu hoch
bemessen. „Nach meiner Berechnung komm‘ ich auf 50 Prozent Umlage für
jede Gemeinde.“ Weil noch Klärungsbedarf zu den Berechnungen des
Ingenieurbüros besteht, schlug Luksch vor, Bernd Strathmeyer und Josef
Kornstädt von der EBB zu einer der nächsten Sitzungen einzuladen. Der
Vorschlag fand allgemeine Zustimmung.
Grafenauer Anzeiger
vom 6.3.2007 Tourismus: 18 412 Euro Umlage zu viel bezahlt Vergleich
mit Meldescheinen von 2003 bis 2005 zeigt Differenzen bei gewerblichen
Vermietern - Neue Satzung gefordert von Ursula Langesee Spiegelau.
Der Rechnungsprüfungsausschuss mit Vorsitzendem Anton Seibold, Kämmerer
Ludwig Friedl und Touristinfo-Leiterin Theresa Resch haben für die
Jahre 2003 bis 2005 in mühevoller Kleinarbeit herausgefunden, was auf
Grund falsch angegebener Übernachtungszahlen (PNP berichtete) zu viel
an den Zweckverband Nationalparkgemeinden (ZV), den Tourismusverband
Ostbayern (TVO) und als Bettenzehnerl an den Landkreis bezahlt worden
war. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die Zahlen
vorgestellt. Es sind exakt 18 412,51 Euro über Soll, 11 965 Euro bei
den privaten Vermietern, 6447 Euro bei den gewerblichen. Wobei das
Plus bei den gewerblichen Vermietern (ab neun Betten) den Gemeinderäten
besonders sauer aufstieß. Denn diese melden ihre Übernachtungen direkt
dem Statistischen Landesamt. Wegen des Datenschutzes hat die Gemeinde
aber keinerlei Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt dieser Meldungen zu
überprüfen. „Ob jemand aus Dummheit, Rachsucht, Bosheit oder
Schlamperei mehr Gäste angibt als tatsächlich da waren, darauf haben
wir leider überhaupt keinen Einfluss“, sagte Bürgermeister Josef
Luksch. Die Krux ist, dass sich die Umlagen, die die Gemeinde an den
ZV, den TVO und als Bettenzehnerl leistet, an den Übernachtungszahlen
orientieren. Für die Umlage an den ZV wird ein Mittelwert zwischen den
Meldungen ans Statistische Landesamt und den Meldescheinen genommen,
der Beitrag für den TVO berechnet sich aus Grundbeitrag,
Einwohner-Komponente und Anteil an den Übernachtungszahlen. Das
Bettenzehnerl macht zehn Cent pro Übernachtung aus. Es fällt aber nach
einem Beschluss des Gemeinderates ab 2008 weg. „Wir können doch
nicht auf teilweise fiktive Meldungen gehen. Dann müssen die Satzungen
geändert werden, wonach sich die Umlagen berechnen“, schlug Erhard
Wawrzek vor. Mit dem Zweckverband Nationalparkgemeinden als kleine
Organisation sei eine Satzungsänderung schneller zu schaffen als mit
dem großen TVO, gab Elke Proßer-Greß zu bedenken. „Wir müssen mit den
Touristikern in anderen Gemeinden reden, denn das Problem haben sicher
nicht nur wir. Wenn wir gemeinsam auftreten, dann lässt sich so eine
Neuordnung der Umlagen beim TVO eher durchsetzen als im Alleingang.“ Mehrheitlich
fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Neuordnung der Umlagen auf
der Basis der tatsächlich vorliegenden Übernachtungen nach
Meldescheinen zu fordern. Der Gemeinderat wollte auch wissen, wie
sich die Kur-karten-Kontrolleure bewährten. Sie werden über den
Zweckverband Sport und Erholung Grafenau für 80 Stunden angefordert.
2004/2005 kostete der Kontrolleur 634 Euro, 2006 kamen 1481 Euro
zusammen. „Das ist gut angelegtes Geld“, bemerkte Luksch. Der Erfolg
bestehe darin, dass durch das Aufkreuzen der Kontrolleure
Aufklärungsarbeit zur Meldepraxis geleistet werde und dadurch mehr
Meldescheine abgegeben werden. „Das hat nichts mit Ausspionieren zu
tun. Wenn die Vermieter ein gutes Gewissen haben, dürften sie mit den
Kontrolleuren kein Problem haben“, betonte der Bürgermeister.
Grafenauer Anzeiger
vom 5.3.2007 SAXNDI... ...das
war eine Sache, die sich wirklich lohnte. Bei der Zukunftswerkstatt
haben über 40 von 1411 Spiegelauern gezeigt, dass ihnen die Entwicklung
ihrer Gemeinde nicht egal ist. Und das mit einer Energie, einer Freude
am Gestalten und einer Ausdauer, die wirklich ihresgleichen sucht. „Das
war ein sehr guter Start, machen‘S weiter so“, gab Moderator Friedrich
den „Zukunftsmachern“ auf den Weg. Denn jetzt beginnt der schwierigere
Teil. Jetzt muss der Funke dieses Tages auf die restlichen 1371
Spiegelauer überspringen, sie zum Mittragen der Projekte bewegen. Die
Arbeitsgruppen dürfen nicht müde werden, sich weiter zu engagieren,
ihre Ideen voranzutreiben und sich immer wieder bei Treffen
auszutauschen. Die Zukunftswerkstatt ist keine Eintagsfliege, kein
einmaliger „Event“. Sie war die Initialzündung für die gemeinsame Sache
„Zukunft“ in der Gemeinde, für die alle an einem Strang ziehen müssen,
damit sie nicht über den Tisch gezogen werden. Ursula
Langesee
Laufen auf Glas und Holz hauen im Späneturm Über
40 Spiegelauer erarbeiteten bei Zukunftswerkstatt des „Stadtumbau West“
Projekte - Rasche Umsetzung nötig von Ursula Langesee Spiegelau.
Eine Eislaufbahn aus Glas, ein wetterfestes Waldspielgelände, ein
Autokino in der Sortierhalle... Ein Sammelsurium realisierbarer Ideen
und kleiner Finessen brachte die „Zukunftswerkstatt“ mit über 40
Spiegelauern. Den ganzen Samstag über hatten sie sich in den vier
Arbeitsgruppen Tourismus, Veranstaltungen, Lebensqualität und
Wirtschaft Gedanken über die Weiterentwicklung ihrer Gemeinde gemacht.
Unterstützt wurde dieser Prozess von Architekt Josef Rott und Moderator
Dr. Ernst Christian Friedrich im Rahmen des „Stadtumbau West“. Um
die Zukunftssicherung des Ortes ganz allgemein ging es am Vormittag.
Auf was Spiegelau bauen kann, sind die Säulen Natur, Glas und Holz.
Davon ausgehend kann ein gutes Klima für Investitionen geschaffen
werden. „Aber das braucht ein Wir-Gefühl, das sich entwickeln muss.
Auch wenn es intern Probleme gibt, nach außen müssen die Spiegelauer
geschlossen auftreten“, sagte Rott. Dann könne die Gemeinde mit ihren
Ideen an andere herantreten, sie mit ins Boot holen und Akzeptanz für
ihre Projekte finden. Konkreter waren am Nachmittag die Vorschläge
der vier Arbeitsgruppen für die Zukunft des früheren Staatlichen
Sägewerks und es waren so viele, dass die Wände im Begrüßungsraum der
Touristinformation für die vielen Flip-Charts kaum ausreichten.
Erfreulicherweise gab es viele Parallelen bei den Ergebnissen. Für
die Arbeitsgruppe Veranstaltungen sprach Christian Balboo Bojko. Sie
hatte für die Sägehalle, die Sortierhalle, den Späneturm und das
Gelände unterschiedliche Nutzungen vorgesehen. In der Sägehalle könnten
Musikveranstaltungen, ein Kino, Proberäume und eine ständige
Ausstellung über die Geschichte des Staatl. Sägewerks eine Heimat
finden. Die Sortierhalle könnte im Sommer als „Drive in“-Autokino
genutzt werden. Für das Gelände hatte Kurt Hobelsberger die Idee,
ein Amphitheater zu schaffen, in dem auch das Reiterlager beim
Pandurenfest aufgeschlagen wird. Unter dem Motto „Spiegelau stellt sich
vor“ schweben Hobelsberger Prominenten-Langlaufwettbewerbe ums Gelände
, Promi-Tauziehen u.ä. vor. Das Areal bietet weiter Platz für
regionale Messen wie „Essen aus dem Bayerwald“, wo sich die gesamte
Gastronomie der Region präsentieren soll. Bei einem Festplatz ist die
AG „Veranstaltungen“ skeptisch. Der ist ihrer Meinung nach wegen der
Lärmbelästigung besser am Ortsrand aufgehoben. Im Turm könnten
Ausstellungen und ein Holzhauersymposium abgehalten, ein Jugendzentrum
eingerichtet, Klettermöglichkeiten geschaffen und als krönender
Abschluss ein Café unter der Glaskuppel mit Panoramablick über
Spiegelau ein Anziehungspunkt werden. Die Ergebnisse der AG
Tourismus präsentierte Hans Damböck. Eine wirkliche Innovation und ein
Alleinstellungsmerkmal wäre ein „gläserner Festplatz“, der das
Schlittschuhlaufen auf Glas erlaube. Als Ergänzung zu dem
„Outdoor“-Hochseil-Klettergarten in Schönberg könnte das Innere des
Späneturms bei schlechtem Wetter zum Klettern genutzt werden. Überhaupt
biete sich das Areal als Sportzentrum für Nordic Walking, Langlauf,
Inline Skaten und Mountainbiken an. Nach dem Sport wäre eine
Sauna-Landschaft mit verschiedenen, aber nicht aufwändig gebauten
Hütten ein gutes Angebot. Ein Wirtshaus - „wo man auch eine
stinknormale Leberknödelsuppe essen kann“ - mit einem angegliederten
Biergarten wäre für die Sägehalle eine mögliche Nutzung. Kulturell
könnte sich die AG Tourismus Hoagartn und die Präsentaton verschiedener
Handwerktechniken vorstellen. Auch eine Wohnbebauung auf dem autofreien
Gelände und betreutes Wohnen schließt die AG nicht aus. Die AG
Lebensqualität, deren Ideen von Antje Laux vorgestellt wurden, hat sich
für einen Festplatz vor der Sortierhalle entschieden. Auf dem Festplatz
könnten Open-Air-Konzerte, Märkte und das Pandurenlager abgehalten
werden, im Winter ist er Eisplatz. Die Sägehalle soll als „Bürgerhalle“
genutzt werden für Bälle, Hochzeiten, Konzerte mit Catering-Service.
Die kleine Halle im Anschluss könnte ein Schlechtwetterspielplatz
werden, ein Waldspielgelände innen mit etwas ortsspezifisch besonderem,
nämlich einer Murmelbahn aus Glas. Ein Blockheizkraftwerk soll die
Energie liefern. Weitere Vorschläge, die Moderator Friedrich
zusammenfasste, waren ein Handwerkerhof, eine Bibliothek im
(Bücher)Turm und das Einbeziehen des Paul-Friedl-Geburtshauses. Nicht
nur „Action“, sondern auch Ruhe wünschte sich Josef Wanninger für das
Sägewerk-Areal: „Ein Dorfwirtshaus mit Weiher, ein Dorfplatz, rundherum
Handwerker und Läden und das alles autofrei - das wäre eine runde
Sache.“ Bürgermeister Josef Luksch, Josef Rott und Dr. Ernst C.
Friedrich dankten am Schluss für die vielen guten Ideen und die
konstruktive Zusammenarbeit. Jetzt werden diese ganzen Anregungen
dokumentiert, dem Gemeinderat, dem Plankreis und der Regierung
vorgelegt und auf Realisierung überprüft. Um die Gebäude auf dem
Sägewerkgelände nicht weiter dem Verfall preis zu geben, muss schnell
gehandelt werden. Friedrich rechnet noch heuer mit festen Plänen für
die Säge- und Sortierhalle und deren Umsetzung in ein bis zwei Jahren.
Grafenauer Anzeiger
vom 5.2.2007 SAXNDI... ...das
ist ein schwerer Schlag für die Tourismusgemeinde Spiegelau: die
Erkenntnis, als Feriendestination nicht tatsächlich top zu sein,
sondern nur auf Grund geschönter Zahlen. Es ist nur ein kleiner Trost,
aber Spiegelau ist damit nicht alleine. Auch in Grafenau waren
jahrelang die Übernachtungszahlen zu hoch geschätzt worden. Dadurch
wurden allein an den Tourismusverband Ostbayern in 16 Jahren ca. 64 000
Euro zu viel abgeführt. Eine stolze Zahl! Konkrete Zahlen wurden im
Spiegelauer Gemeinderat noch nicht genannt, aber nur mit ein paar
„Peanuts“ wird der Glasmacherort nicht davon kommen. Das zu viel
gezahlte Geld ist zwar nicht direkt verloren, weil es wieder
touristischen Einrichtungen zu Gute kam, aber Grafenau und Spiegelau
hätten das Geld auch „zuhause“ gut nutzen können. Doch vorbei ist
vorbei. Als Erkenntnis bleibt: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist
besser.“ Jetzt muss die Gemeinde mit den tatsächlichen Zahlen in die
Zukunft denken und mit nachhaltigen Konzepten den Tourismus zu einer
stabilen Einnahmequelle machen. Ursula Langesee
Wir müssen nur erreichen, dass Gäste zufrieden sind Gemeinde bei Übernachtungszahlen auf Niveau von 1970/72 - Jahrelang Tourismuszahlen geschönt - Neue Konzepte von Ursula Langesee Spiegelau.
So erfolgreich wie jahrelang angenommen, ist die Gemeinde als
Tourismusort nicht. Der Grund: die Übernachtungszahlen waren über 28
Jahre lang geschätzt worden und lagen weit über der tatsächlichen
Belegung. Jetzt, wo die Daten nachprüfbar ermittelt werden, ist der
Rückgang immens. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, die das
Thema Touristik als Haupttagesordnungspunkt hatte, brachte die neue
Touristinfo-Leiterin Theresa Resch die Zahlen auf den Tisch. Demnach
waren die Übernachtungen bei den gewerblichen Vermietern im Vergleich
2005/2006 um 7,5 Prozent auf 154 626 zurückgegangen, bei den privaten
gab es gar einen Rückgang von 69 Prozent auf 18 202 Übernachtungen. Verbunden
mit den geschönten Zahlen sind die höheren Zahllasten für das
Bettenzehnerl, den Beitrag zum Tourismusverband Ostbayern und zum
Zweckverband der Nationalparkgemeinden, weil diese auf Basis der
Übernachtungszahlen festgelegt werden. „Diese falschen Zahlen waren
Grundlage für unsere Gemeindepolitik. Das hat richtig Geld gekostet. So
wurden zum Beispiel für 1992 100 000 Übernachtungen angegeben. So viele
Gäste hätten ja nicht einmal Platz gehabt. Hier hat der Gemeinderat
versagt. Er hat die Verwaltung ungenügend kontrolliert“, wetterte
Gemeinderat Erhard Wawrzek. Hermann Eisch wehrte diesen Vorwurf
ab: „Wir haben die Zahlen glauben müssen. Wir konnten ja nicht selbst
von Tür zu Tür gehen und nachfragen.“ Auf jeden Fall habe man nach der
Bereinigung der Zahlen bei den Übernachtungen das Niveau von 1970/72
erreicht, sagte Bürgermeister Josef Luksch. „Die fetten Jahre nach der
Wiedervereinigung sind da nicht dabei.“ Auch wenn diese Erkenntnis
schmerzt, dass die Gemeinde touristisch nicht so stark war wie
angenommen, als weiterer Weg bleibt nur der Blick in die Zukunft. Und
da war sich der Gemeinderat einig, dass noch einige Aufgaben zu
erledigen sind. So zeigt die Altersstruktur, dass 27 000 Übernachtungen
die 51- bis 60-Jährigen stellen, aber nur 2486 Übernachtungen die 21-
bis 30-Jährigen. Die meisten Gäste kommen aus Bayern, gefolgt von
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Um neue (Stamm)-Gäste zu
bekommen, müssten nach Siegfried Klantes Worten nicht neue Attraktionen
geschaffen, sondern die bestehenden verbessert und strukturiert werden.
„Wir müssen unsere Wanderwege besser miteinander verbinden und
kennzeichnen, wie lange und wie schwer sie zu begehen sind, ob sie
kinderwagen- und rollstuhlgerecht sind, ob es Möglichkeiten zur Einkehr
gibt. Wir müssen viel stärker mit unserem Hausberg, den Rachel werben.
Der Waldspielplatz wird extrem gut angenommen, ebenso der Kurpark und
die Kneippanlage. Aber derartiges müssten wir auch bei Schlechtwetter
bieten können. Der Nordic Walking Park ist noch ausbaufähig und mit dem
Naturbad lässt sich in Richtung ‘Gesund baden‘ und ‘Wellness‘ einiges
bewegen“, brachte er ein Bündel von Vorschlägen. „Wir müssen ‘nur‘
erreichen, dass die Gäste zufrieden wegfahren, dann kommen sie auch
wieder“, fasste Seibold die Tourismus-Philosophie in einem Satz
zusammen. Aber wie? Klassifizierungen sind eine Möglichkeit. Doch von
den 99 Ferienwohnungen sind bisher nur 26 mit dem Gütesiegel versehen.
Im Herbst ist die nächste Chance und Theresa Resch appellierte an die
Vermieter, daran teilzunehmen. Von Seiten der Gemeinde und der
Touristinformation sind die vordringlichsten Aufgaben in diesem Jahr
die Neukonzeption des Internet-Auftritts und des Ortsprospekts, die
möglichst aus einem Guss sein sollen. Außerdem soll das
Beschilderungssystem überarbeitet werden. Nach dem Muster in Zwiesel
sind es Edelstahlrohre mit einer Glaskugel an der Spitze, an der die
Wegweiser angebracht werden. „500 Euro kostet ein Wegweiser ohne die
Befestigungen“, stellte Resch eine erste Kostenrechnung vor. 25 bis 30
Stück sind in der ganzen Gemeinde nötig. In dem Zusammenhang werden
auch die Ortsbegrüßungstafeln einheitlich gestaltet. Über die genaue
Umsetzung soll auch bei der Zukunftswerkstatt zum Stadtumbau West
gesprochen werden. Einstimmig wurde beschlossen, dass sich bis
Ende Februar der Wirtschafts- und Tourismus-Ausschuss trifft und über
die angesprochenen Themen zur Verbesserung des Tourismus in Spiegelau
unterhält.
Aus dem Gemeinderat Spiegelau Im
Zusammenhang mit der Vorstellung der Tourismuszahlen (siehe Seite 32),
ging es auch um einige schwarze Schafe unter den Vermietern, die es mit
dem Ausfüllen der Meldescheine nicht so genau nähmen. Ein Indiz dafür,
dass mehrere Leute unter einem Dach wohnen, ist der Wasserverbrauch.
Bürgermeister Josef Luksch brachte das Beispiel, dass ein Gast pro Tag
700 Liter Wasser hätte verbrauchen müssen, weil ja keine weiteren
Urlauber gemeldet waren. Gemeinderat Siegfried Klante wollte daraufhin
wissen, ob dieser deutlich höhere Wasserverbrauch nicht als Beweis
verwertbar wäre, dass mehr Urlauber beherbergt als gemeldet wurden.
Nach Auskunft der Rechtsaufsicht am Landratsamt sei aber der
Wasserverbrauch kein hinreichendes Indiz, sagte Luksch. Die Verwaltung
werde aber aktiv und schicke den Wasserwart zu den entsprechenden
Häusern, denn es könnte auch ein Wasserrohrbruch vorliegen. „Die
Meldemoral hat sich dann wesentlich verbessert“, konnte der
Bürgermeister berichten. 2. Bürgermeister Kurt Zettl schlug vor, die
Gästekarte attraktiver zu machen, so dass die Urlauber verstärkt danach
fragen und eine weitere Kontrolle über die Nutzung der Einrichtungen
möglich wird. Peter Hinterberger kritisierte, dass im
DSV-Magazin bei der Auflistung der bedeutendsten Loipen keine einzige
im Bayerischen Wald genannt sei. „Dabei kann man bei uns 90 Kilometer
ohne Straßenüberquerung laufen. Dass da der Tourismusverband Ostbayern
nicht auf die Barrikaden geht?“, wunderte sich Hinterberger.
Touristinfo-Leiterin Theresa Resch hat sich erkundigt und
herausgefunden, dass eine Loipen-Zertifizierung 6000 Euro für 20
Kilometer kosten würde. Drei Straßenlampen mehr auf dem
Fußweg Klingenbrunn-Ochsenberg zur Staatsstraße, den viele Schulkinder
nutzen, würde nach einem Angebot von der E.ON Bayern über 7500 Euro
kosten. Um die Kosten zu senken, will Bürgermeister Luksch weiter mit
dem Stromanbieter verhandeln und die Reduzierung auf zwei Lampen
vorschlagen, ohne dass die Sicherheit der Kinder darunter leidet. E.ON,
die zweite: Liane Blob am St. Magdalena-Weg in Oberkreuzberg hatte
telefonisch mitgeteilt, dass zu ihrem Anwesen die Straßenbeleuchtung
erweitert werden soll. Nach dem Angebot der E.ON würde die Versetzung
um 15 Meter fast 1720 Euro kosten. „Wenn wir einen Strahler mit
Bewegungsmelder direkt am Haus von Frau Blob montieren und den
Stromanschluss zahlen, kämen wir wesentlich billiger davon“, schlug
Luksch vor. Der Gemeinderat war auch dafür, Frau Blob diese Idee zu
unterbreiten. In einem Schreiben weist die Deutsch Bahn AG
darauf hin, dass sie ab 2008 am Bahnhof die Weichen 2 und 4 (zwischen
Haltestelle und Firma Heibo) abbaut. Sie sind seit Januar 1998
entbehrlich geworden. In einer Antwort weist die Verwaltung darauf hin,
dass der Kreuzungspunkt Spiegelau erhalten bleiben und der
unansehnliche Bahnhof attraktiv gestaltet werden
soll. (ul).
Grafenauer Anzeiger
vom 27.1.2007 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Der
Gemeinderat hat einstimmig als Ergänzung zur Friedhofsgebührensatzung
die Gebühren für die Naturbestattungen im Trauerwald beschlossen. Ein
anonymes Urnengrab auf der Wiese kostet 100 Euro, ein halbanonymes 150
Euro, ein Urnengrabplatz an einer Lichtung 250 Euro, ein anonymes
Urnengrab an einem bestehenden Gemeinschaftsbaum 500 Euro, ein
halbanonymes Urnengrab an einem bestehenden Gemeinschaftsbaum 600 Euro.
Diese Preise gelten jeweils für zehn Jahre. Auf 50 Jahre ausgelegt sind
ein Familienbaum bis zu vier Urnen (ohne Baum) für 2500 Euro, ein
Familienbau bis zu zwölf Urnen (ohne Baum) für 7500 Euro und ein
Familienfelsen bis zu zwölf Urnen für 5000 Euro. Dazu erklärte
Bürgermeister Josef Luksch, dass von diesen Gebühren 40 Prozent an die
Gemeinde gehen, der Rest an die Firma Kasberger. Die neue
Marketing-Offensive des Tourismusverbandes Ostbayern (TVO) für den
Bayerischen Wald will die Gemeinde auch mittragen. Dafür soll laut
Kreistag ein Drittel des „Bettenzehnerls“ verwendet werden. Für
Spiegelau bedeutet das ca. 3000 Euro. Zwei Drittel aus dem
„Bettenzehnerl“ - fast 6950 Euro - wurden bisher im Landkreis für
touristische Zwecke eingesetzt. Auf der Basis der Übernachtungszahlen
2005 hat der Landkreis aus allen Gemeinden für 2006/2007 60 000 Euro
zur Verfügung. Allein ein Drittel davon soll für Prospekte wie
Loipenführer, Sommerfreizeitkarte und Wanderkarte eingesetzt werden.
Der zweitgrößte Posten ist der Internet-Auftritt mit 15 000 Euro. „Ich
weiß nicht, ob die Landkreiswerbung so großen Erfolg hat. Man wählt
sich ja als Urlaubsziel eine Region aus und nicht einen Landkreis“,
sagte Luksch. Auch Ludwig Schopf assistierte, dass die 6950 Euro in der
Gemeinde eingesetzt, mehr Früchte bringen werden.So wurde beschlossen,
sich zwar an der TVO-Marketing-Offensive mit den 3000 Euro zu
beteiligen, die restlichen zwei Drittel des „Bettenzehnerls“ aber in
der eigenen Gemeinde zu verwenden.
Bürgermeister Luksch
bedankte sich bei den Feuerwehrkräften für ihren Einsatz während des
Orkans „Kyrill“. „Die Bäume von der Straße zu holen, während der Sturm
noch tobte, war mehr als gefährlich.“ An gemeindlichen Einrichtungen
hätten sich die Schäden in Grenzen gehalten. Nur der Schlauchturm in
Klingenbrunn und der Aussichtsturm in Oberkreuzberg hätten ein paar
„Blessuren“ abbekommen. ul
Grafenauer Anzeiger
vom 24.1.2007 Spiegelau kämpft um seine Grenzpolizeistation Weiterbestand ist höchst gefährdet - Resolution an Innenministerium verfasst - Außenstelle der PI Grafenau möglich von Ursula Langesee. Spiegelau.
Mit einer unangenehmen Nachricht musste Bürgermeister Josef Luksch den
Gemeinderat bei der Sitzung am Montagabend konfrontieren: Der
Weiterbestand der Grenzpolizeistation Spiegelau (GPS) mit ihren elf
Planstellen ist höchst gefährdet. Das habe er aus Gesprächen mit
Mandatsträgern und aus Presseveröffentlichungen zur Zukunft der
Polizeistationen in Neureichenau und Haidmühle erfahren. Hintergrund
für die Auflösung sei die Umsetzung des Schengener Abkommens durch
Tschechien. Dadurch werde die Grenzpolizei angeblich überflüssig und
soll mit der Landpolizei vereinigt werden. »Augenscheinlich ist
geplant, die Landpolizei für den Altlandkreis Grafenau vollständig in
Grafenau zu stationieren. Eine Lösung könnte sein, die bisherige
Grenzpolizeistation Spiegelau als Außenstelle der Polizeiinspektion
Grafenau zu erhalten«, hat es Luksch in einer Resolution formuliert,
die nach der einmütigen Zustimmung des Gemeinderats den örtlichen
Abgeordneten im Innenministerium und dem zuständigen Polizeipräsidium
zugehen wird. Für den Erhalt der Grenzpolizeistation zumindest als
Außenstelle führte der Bürgermeister mehrere Gründe an. Er fürchtet,
dass sich bei einer Auflösung die innere Sicherheit der Gemeinde
erheblich verschlechtert. 2005 seien fast 220 Straftaten, rund 140
Verkehrsunfälle und zahllose Ordnungswidrigkeiten zu bearbeiten
gewesen. »Ein Wegfall der örtlichen Präsenz der Polizei würde sich
äußerst negativ auf bekannte Sicherheitsrisiken wie regelmäßige
Rockveranstaltungen, Großveranstaltungen und die Schulwegsicherheit
auswirken«, sagt Luksch. Bleibt die GPS Außenstelle, dann könnte
von Grafenau aus wesentlich schneller Schutz und Hilfe gewährt werden
als dies bei der jetzigen Vertretung durch die Grenzpolizei Mauth
möglich ist. Als weiteren Gesichtspunkt nannte der Bürgermeister
die finanzielle Komponente. Das Polizeigebäude in Spiegelau ist
grundlegend saniert und für die nächsten zehn bis 15 Jahre voll
funktionstüchtig. Für den Bereich der Polizeiinspektion Grafenau soll
ein vollständig neues Gebäude errichtet werden (PNP berichtete). »Diese
erheblichen Steuermittel sind aus unserer Sicht nicht notwendig.
Außerdem fallen zusätzliche Kosten an, wenn der Streifendienst zwischen
Spiegelau und Grafenau pendeln muss. « Luksch betont in diesem
Zusammenhang, dass der Erhalt der GPS Spiegelau aus »blankem, purem
Eigeninteresse« erfolge und nicht gegen die Stadt Grafenau gerichtet
sei. Grafenaus Bürgermeister Helmut Peter habe er von diesen Plänen
schon unterrichtet. Nicht zuletzt sei der infrastrukturelle Effekt
für die Gemeinde nicht zu vernachlässigen. Spiegelau hat in den
vergangenen Jahren neben der Nationalparkverwaltung vier Forstämter,
das Staatliche Sägewerk und seine Hauptschule verloren. »Jede weitere
Schließung öffentlicher Einrichtungen würde die viel gepriesene
Stärkung des ländlichen Raumes zur Karikatur werden lassen«, schließt
der Rathaus-Chef seine Ausführungen. Die Resolution wird jetzt
umgehend weitergeleitet, denn bereits am 22. Februar sollen die
Bürgermeister Informationen über die neuen Polizeistrukturen bekommen.
»Aber dann ist es für unseren Protest wahrscheinlich zu spät«, fürchtet
Luksch.
Grafenauer Anzeiger
vom 19.1.2007 Sägewerk-Areal muss bis April ein Gesicht bekommen Gemeinderat
setzt bei Sondersitzung Frist für Grobplanung mit Sägehalle als Zentrum
- Aufschwung für Wirtschaft? von Ursula Langesee Spiegelau. In
puncto Sägewerk-Gelände machte der Gemeinderat endlich Nägel mit
Köpfen. Einstimmig legte er fest, dass man sich bis 2. April um einen
Grobentwurf für die künftige Nutzung des brachliegenden
Industrie-Areals bemühe. Diesem Beschluss war am Dienstagabend ein
zweistündiger Meinungsaustausch vorausgegangen. Die
Gemeinderatsfraktionen CSU, Freie Wähler und der Gemeinderat ÜPG hatten
eine Sondersitzung unter anderem zu den Themen „Städtebauförderung“ und
„Wirtschaftliche Entwicklung Spiegelau-Mitte“ beantragt. 2003 hat
die Gemeinde das Gelände des Staatlichen Sägewerks gekauft und damit,
so Gemeinderat Siegfried Klante, eine „Jahrhundertchance“ bekommen, um
in dem kilometerlangen Straßendorf eine Ortsmitte zu schaffen. Doch wie
stellt man‘s am besten an? Von was soll die Initialzündung ausgehen?
Von der Wirtschaft oder dem Tourismus? Und was hat Vorrang -
Arbeitsplätze oder Freizeitgestaltung? Das waren die Fragen, die
das Gemeindegremium umtrieben. Fest steht, dass die Nutzung des
Geländes durch eine Indoor-Anlage und ein Vier-Sterne-Hotel
weggebrochen ist, weil sich dafür keine Betreiber und Interessenten
fanden. Jetzt ist die alte Sägehalle mit ihrem sehenswerten Dachstuhl
und dem sächsischen Fachwerk das Objekt der Begierde. „Hier soll eine
Festhalle der anderen Art entstehen, keine zweite Mehrzweckhalle, wie
wir sie schon haben“, räumt Bürgermeister Josef Luksch der Umwidmung
der Sägehalle Priorität ein. Gedacht ist an eine möglichst vielseitige
Nutzung, vergleichbar mit dem „KuK“ in Schönberg, mit einer Küche für
Catering-Service und eventuell einem festen Restaurant, das angemietet
werden kann. Spiegelau braucht auch einen Festplatz. Denn wenn, wie
beabsichtigt, der Netto-Markt auf dem Alten Sportplatz neu baut, dann
fällt dieser Platz für das Volksfest weg. Idealerweise könnte der
Festplatz entlang der Sägehalle verlaufen, dann könnte die Festhalle
gleich als „Bierzelt“ genutzt werden. „Wir reden nur über
Freizeitgestaltung, aber nicht darüber, von wo Wirtschaftskraft
ausgehen könnte. Wir müssen die neue Spiegelauer Mitte als
Initialzündung für unsere wirtschaftliche Entwicklung sehen“, mahnte
Gemeinderat Erhard Wawrzek und hatte ein paar Zahlen parat. „1982 waren
wir noch die viertgrößte Gemeinde im Landkreis, jetzt sind wir auf
Platz sechs abgerutscht. Seit dieser Zeit haben wir 650 Arbeitsplätze
verloren. Damit ziehen auch die Menschen weg. Jedes Jahr verlieren wir
30 Einwohner. Der Schlüssel zum Erfolg sind Arbeitsplätze, dann lösen
sich alle anderen Probleme von selbst. “ Klante hatte ein paar
Ideen, wie auch die Wirtschaftskraft am Sägewerk-Gelände einziehen
könnte. „Wir brauchen ein Ärztehaus, wo Allgemeinärzte, Zahnärzte und
Fachärzte ihre Praxen haben. Das zieht Patienten an und damit auch
Kunden für kleine Geschäfte, die sich hier ansiedeln könnten.“
Spiegelaus großes Plus seien ja die Parkplätze in unmittelbarer Nähe.
Nach Klantes Vorstellung könnte auch der Wochenmarkt wiederbelebt
werden. Und in der Sägehalle müsste eine feste Gastronomie eingerichtet
werden als Anlaufstelle auch für Urlauber, wenn sie vom nahe gelegenen
Waldspielgelände oder dem Kurpark kommen. Den Optimismus musste
Luksch ein wenig dämpfen. „Wir bieten uns seit eineinhalb Jahren als
Arbeitsplatz für Jungärzte auf den Vermittlungslisten der
kassenärztlichen Vereinigungen an. Bisher ohne Erfolg. Das flache Land
ist für Berufseinsteiger wohl eher unattraktiv.“ „Woher sollen
Investoren auch kommen? Wir haben bis jetzt keine spruchreifen Ideen,
keine Pläne und noch keinerlei Werbung für dieses Areal gemacht“,
kritisierte 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß. Sie drängte darauf,
endlich eine Präsentationsmappe zu erstellen, in der die
Schokoladenseiten Spiegelaus aufgeführt seien. Gemeinderat Anton
Seibold beantragte, dass bis April mit einem Stadtplaner die ersten
Gespräche geführt werden müssen. Luksch wies darauf hin, dass für das
erste März-Wochenende die „Zukunftswerkstatt“ als Voraussetzung für die
Fördermittel aus dem Stadtumbau West stattfinden wird. Dazu sind alle
Spiegelauer eingeladen, ihre Ideen für die Zukunft ihrer Gemeinde
einzubringen. Der Bürgermeister will versuchen, schon im Februar die
Moderatoren der „Zukunftswerkstatt“, Regierungsbaumeister und Architekt
Josef Rott und Unternehmensberater Dr. Ernst Friedrich, zu einem
Gespräch mit dem Gemeinderat einzuladen. Anfang April soll dann die
Grobplanung für das Sägewerk-Gelände stehen.
Grafenauer Anzeiger
vom 10.1.2007 Spiegel mit Kleeblatt als Glücksbringer Beim 2. Termin für Neujahrsempfang hatten Spiegelauer gutes Wetter Spiegelau
(pnp). Traditionell ist der Neujahrsempfang der Gemeinde auch direkt am
Neujahrstag. Aber in diesem noch jungen Jahr 2007 hatte das Wetter
nicht so mitgespielt, und der Empfang musste auf den 7. Januar verlegt
werden. Bei trockenem Wetter trafen sich am romantisch beleuchteten
Platz am Spiegaluer Vergolderriegel Feriengäste und Einheimische.
Wärmen konnten sich die Besucher dort an aufgestellten Schwedenfeuern,
an Glühwein und Jagatee. Die Böllerschützen aus Klingenbrunn
schossen mit einem dreifachen Salut das neue Jahr an. Bürgermeister
Josef Luksch bedankte sich bei allen freiwilligen Helfern, die
unentgeltlich arbeiteten sowie bei den großzügigen Spendern. In einem
kurzen Rückblick erinnerte er an die Großereignisse der vergangenen
zwölf Monate, wie die Schneekatastrophe, die Weltmeisterschaft sowie
den Papstbesuch. Er bat auch im Jahr 2007 um Toleranz und Nächstenliebe
unter Bürgern und Nachbarn. Und weil kleine Geschenke bekanntlich
die Freundschaft erhalten, verteilte Kaminkehrer Johannes Ebner als
„Glücksbringer“ runde Taschenspiegel, auf deren Rückseite ein Kleeblatt
und das Wappen der Gemeinde Spiegelau abgebildet ist. Musikalisch
wurden die zahlreichen Gäste von der „Klingenbrunner Dorfblos‘n“ unter
der Leitung von Kurt Kufner unterhalten. Der Reinerlös aus dem
Neujahrsempfang ist für die Stiftung „Kinderklinik Ostbayern (KUNO)“.
Grafenauer Anzeiger
vom 4.1.2007 Irdische Probleme behindern Blick in die Sterne Astronomische Vereinigung auf der Suche nach neuem Standort - Eigentümer will nicht mehr verpachten von Ursula Langesee Spiegelau.
Eigentlich rechnen sie in Lichtjahren und die Objekte ihrer Begierde
sind im wahrsten Sinne des Wortes abgehoben. Doch jetzt muss sich die
Astronomische Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald e.V. mit ihren 48
Mitgliedern mit ganz irdischen Dingen beschäftigen. Sie ist auf der
Suche nach einer neuen Heimat. Bis zum Frühjahr 2006 betrieb der
1999 in Regen gegründete Verein eine Sternwarte im Industriegebiet
Oberkreuzberg, auf dem Grundstück der Schwester des 2. Vorsitzenden
Günther Stumpp aus Spiegelau. Doch der Platz musste aufgegeben werden.
In der Nähe fand sich ein neuer Standort. Für eine 32 Quadratmeter
große Sternwarte in Holzrahmenbauweise mit separatem Beobachtungsraum
und abfahrbarem 16 Quadratmeter großen Pultdach hatte die Gemeinde
schon die Baugenehmigung erteilt. „Es war alles geritzt, aber nun
machte unser Verpächter einen Rückzieher, weil er, falls das
Industriegebiet Oberkreuzberg erweitert wird, das Grundstück verkaufen
möchte“, sagt Günther Stumpp. Die Anforderungen, die Sternforscher
an ein ideales Gelände für ihr Hobby stellen, sind nicht allzu hoch.
„Ideal ist eine Höhenlage von etwa 1000 Metern, weil die
Inversionsschichten, welche die Sicht trüben können, darunter liegen.
Grundsätzlich sollte es halt möglichst dunkel sein und die Rundumsicht
erlauben“, beschreibt der 2. Vorsitzende den optimalen Platz. Von der
Infrastruktur her sind die Astronomen anspruchslos. „Wir brauchen nur
Strom, keinen Wasser- und Kanalanschluss.“ Die Sternwarte war auch eine
zusätzliche touristische Attraktion in der Gemeinde. Das Angebot, ferne
Galaxien mit dem Teleskop ganz nah vors Auge zu bekommen und die
professionellen Erklärungen, lockten viele Interessierte an. Grundsätzlich
ist das Sterne-beobachten natürlich auch ohne feste Warte möglich.
„Aber die Geräte immer auf- und abzubauen, ist kein geringer Aufwand.
Meine Ausrüstung wiegt allein 100 Kilo“, bringt der Hobby-Astronom ein
gewichtiges Argument. Da hatte er es vor 20 Jahren noch leichter.
Schon immer hatten ihn die „Flecken“ am Himmel interessiert. Zum
näheren Erforschen musste ihm jedoch ein gutes Fernglas genügen. „Ein
Acht-Zoll-Spiegelteleskop für 7000, 8000 Mark war für mich
unerschwinglich“, erzählt Stumpp. Mehr Wissen über die Sterne eignete
er sich unter anderem über die handgezeichneten Sternenkarten von
Pfarrer Detlef Block an. Lange Zeit war Stumpp beim Sternebeobachten
allein. Über das Internet fand er dann Zugang zu Gleichgesinnten und
jeder Menge Informationen zu seinem Hobby. Unter
„www.astro-bayerwald.de“ hat die Astronomische Vereinigung eine eigene
Homepage angelegt. Ihre Mitglieder kommen nicht nur aus dem Bayerischen
Wald, sondern auch aus Deggendorf, Passau und sogar Köln. Jeden zweiten
Freitag im Monat ist Stammtisch in Rinchnach. „Wenn wir längere
Zeit keinen neuen Platz für eine Sternwarte finden, besteht natürlich
auch die Gefahr, dass Mitglieder abfallen“, befürchtet Stumpp. Aber er
gibt die Hoffnung nicht auf. Wann sich allerdings ein geeigneter Platz
findet, steht bislang noch in den Sternen.
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