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Grafenauer Anzeiger vom 19. Dezember 2008
Adventliche Besinnung in der Martin-Luther-Kirche
Karl-Heinz Reimeier, Familienmusik Wolf, Michael und Beate Kordick als Mitwirkende
Adventliche Besinnung in der Martin-Luther-Kirche
Spiegelau. Mit Kerzenschein und einer ruhigen, anheimelnden und feierlichen Atmosphäre, wurden die Besucher, die zur „adventlichen Besinnung“ in die Martin-Luther-Kirche kamen, empfangen. Nach der Begrüßung durch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler stimmte Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier mit den Worten „Advent is owa aa die Zeit der Hoffnung. Hoffnung darauf, dass vielleicht heit do herinn a Gemeinschaft entsteht, a Verbindung zwischen dem oan und dem andern, a Verbindung zwischen den Musikern und euch - mit olle ghör ma heit zamm“ ein. Und so war es in der darauf folgenden Zeit dann auch. Die Besucher ließen sich einfangen von den gesungenen und musikalisch vorgetragenen Weisen der Musiker. Mit dabei waren die Familienmusik Wolf vom Klingenbrunner Bahnhof mit der Harfe, Hackbrett, Flöte, Gitarre, Kontrabass, Geige und ihrem Dreigesang. Michael und Beate Kordick aus Palmberg mit der Diakonischen und Gitarre sorgten ebenfalls für unterhaltsame Klänge. Beate Kordick war mit ihrer Gitarre dann mit Gabriela Neumann-Beiler auf ihrer Mandoline noch einmal zu hören, die für diesen Abend extra noch einige Stücke eingeübt hatten. Ruhig wurde es dann in der Kirche, als Karl-Heinz Reimeier seine Gedanken vortrug. Seine Worte, und auch die Musik, machten nachdenklich, ließen nachsinnen über unser Leben und unsere Gefühle, unseren Umgang mit unseren Nächsten und der Gesellschaft. Zum Schluss, nach dem Segen, sangen alle noch gemeinsam das Lied „Es wird scho glei dumpa“ und damit niemand mit Hunger heimgehen musste, gab es noch selbstgemachte Lebkuchen. - pnp



Grafenauer Anzeiger vom 12. Dezember 2008

Kinderlärm: Bolzplatz wird aus der Siedlung verlegt
Anwohner in Klingenbrunn-West wehren sich gegen Spielplatz in einer freien Bauparzelle
Spiegelau. An einer freien Bauparzelle im Baugebiet „Am Sonnenhügel“ in Klingenbrunn-West hat sich ein Streit entzündet. Anwohner wehren sich, dass aus dieser Freifläche ein Bolz- bzw. Spielplatz für Kinder wird und haben dies in einem Schreiben an den Gemeinderat formuliert. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen,waren auch einige der Betroffenen persönlich bei der Sitzung.
Bürgermeister Josef Luksch sagte einleitend, dass die Gemeinde keinerlei Beschlüsse gefasst habe, dieses Grundstück in einen Bolz- oder Spielplatz umzuwandeln. Um das Spielen zu verhindern, könne man nur ein Verbotsschild aufstellen, die Einhaltung des Verbotes aber nicht selbst überwachen und auch keine Haftung übernehmen. Überhaupt wurmte ihn die ganze Sache gewaltig. „Sind wir in Deutschland schon so weit, dass Kinder nicht mehr in der Nähe ihres Heims spielen dürfen?Ist es Lärm, wenn ein Kind schreit?“, fragte er in die Menge.
Ludwig Schopf schlug vor, im unteren Bereich des Wohngebiets ein Grundstück als Spielmöglichkeit anzupachten, wo Kindergeschrei die Anwohner nicht mehr stören kann, weil sie 30, 40 Meter davon entfernt sind.
Auch Ernst Ertl fand es „mehr als traurig“ und „lächerlich“, dass Kinder nicht mehr draußen spielen dürfen. „Aber keiner regt sich auf, wenn ein Hund bellt.“
Karlheinz Roth sah den Nachholbedarf für eine ortsnahe Spielmöglichkeit in dem jungen Baugebiet. Der nächste Spielplatz sei am anderen Ende des Dorfes und der Weg dorthin wegen der vielbefahrenen Straße Klingenbrunn-Frauenau viel zu gefährlich. Auch Erhard Wawrzek wies auf ein Versäumnis der Gemeinde hin. „In diesem Baugebiet ist für Kinder nichts vorgesehen worden. Die Leute wollen nicht mehr als den üblichen Standard“, warb er um Verständnis für die Anwohner.
„Müssen wir in einer Siedlung, wo 18 Häuser stehen, ein Reservat für Kinder machen, damit diese spielen können?“, entrüstete sich Luksch weiter. Elke Proßer-Greß warb um Verständnis. „Es sind da oben besondere Umstände. Die Leute erwarten, dass wir handeln. Aber wir sollten uns nicht in Privatstreitigkeiten mischen.“ Schopf erklärte, dass der Bolzplatz nicht eingezäunt werde und kein Getto für Kinder werde, sondern ihnen gehören solle. „In anderen Gemeinden gibt‘s 10 000 Euro fürs Hinziehen und der Spielplatz ist schon da“, brachte er ein weiteres Argument, dass der Gemeinderat handeln müsse.
Mit zwei Gegenstimmen (Luksch und Ertl) wurde beschlossen, ein Grundstück in Siedlungsnähe anzupachten, auf dem die Kinder spielen können. - ul

AUFGSCHNAPPT
Zur großen Überraschung kamen fast 50 Kinder, um magische Geschichten in der Gemeinde- und Pfarrbücherei in Spiegelau zu hören. Mit einem Adventslied führte Diakonin Gabriela Neumann-Beiler in das Thema ein. In einem übergroßen Adventskalender waren viele Überraschungen versteckt, angefangen von Mini-Handschuhen, einem Kaleidoskop bis zu einem Herz aus Edelstein. Passend dazu wurden magische Geschichten erzählt. Die Kinder merkten gleich, dass man keinen Zauberstab wie Harry Potter benötige, um für das Gute zu kämpfen, sondern nur die Liebe zu den Nächsten. Aufmerksam sein für das Leid von Menschen und dann helfen, die Ungerechtigkeit in seinem näheren Umfeld zu erkennen und zu reagieren, dies waren die Zauberformeln, um Gutes zu tun. Fleißige Helferinnen des Büchereiteams hatten einen Basteltisch vorbereitet, an dem die Kinder schöne Sterne basteln konnten. Und für das leibliche Wohl war mit selbstgebackenen Plätzchen und Kinderpunsch gesorgt. Eine magische Überraschung war dann noch, als Pascal Fechter mit seiner Gitarre und Sophia Bauer mit ihrer Geige, die in Spiegelau in die Grundschule gehen, Weihnachtslieder spielten und sangen.

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 Zumindest in diesem Winter gibt es keinen überörtlichen Hinweis an der B 85 zwischen Regen und Spiegelau auf die Nachtloipe in Klingenbrunn. Gemeinderat Josef Wanninger hatte diesen Hinweis angeregt und die Spiegelauer Verwaltung hatte die Anbringung eines entsprechenden Hinweisschildes Ende Oktober beim Landratsamt Regen beantragt. Dies teilte nun mit, dass in Übereinstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Passau Klingenbrunn mit der amtlichen gelben Wegweisung ausreichend beschildert und deshalb ein zusätzlicher Hinweis auf eine touristische Einrichtung nicht erforderlich sei. Es schlug vor, an der Kreuzung Kreisstraße REG 5/FRG 24 ein Hinweisschild anzubringen. „Da sind die Autofahrer ja schon mittendrin. Da ist es schade ums Schild“, kommentierte Bürgermeister Josef Luksch den Vorschlag. Wanninger warf ein, dass es entlang der B 11 nur so von Hinweisschildern auf touristische Einrichtungen wimmeln würde, und bat die Verwaltung, weiter um den Dialog mit dem Landratsamt.

 Für eine Geschwindigkeitsbeschränkung beim Anwesen Frauenauer Straße 5 bei Klingenbrunn (Bushaltestelle) sieht das Landratsamt keinen Anlass. Gemeinderat Ludwig Schopf drängt bereits seit drei Jahren, hier die vor allem für Kinder gefährliche Situation zu entschärfen. Zur Begründung gab das Landratsamt in einem Schreiben an die Gemeinde an, dass die Polizeiinspektion Grafenau am 24. Oktober von 7 bis 9 Uhr morgens eine Geschwindigkeitsüberwachung durchgeführt habe und dabei nur Geschwindigkeiten zwischen 50 km/h und 86 km/h bei erlaubten 100 km/h gemessen worden seien. Nun soll die Stelle ein weiteres Jahr beobachtet und gelegentlich überwacht werden. Der Bürgermeister wird beim Landratsamt nachhaken, warum es hier Schwierigkeiten mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung gebe.

 In der Hochstraße in Klingenbrunn muss eine Straßenlampe für 906 Euro versetzt werden.

 Der Förderverein Freibad Spiegelau mit seinem Vorsitzenden Alfred Schwarz hat sich aufgelöst, weil der Verein seinen Zweck erfüllt hat. Das Vereinsvermögen von ca. 820 Euro ist an die Gemeinde überwiesen worden mit dem Zweck, es für Spielgeräte im neuen Naturbad zu verwenden. Der Gemeinderat bedankte sich für das Geld.

 Durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband sind der Jahresabschluss und die Bilanz 2007 für die Wasserversorgungsanlage Spiegelau erstellt worden. Luksch trug die wichtigsten Zahlen daraus vor. Danach stelle sich die Ertragslage mit einem Verlust von 56 034 Euro deutlich schlechter als 2006 dar. Vor allem durch den niedrigeren Wasserverbrauch seien die Betriebserträge um 13 Prozent auf 223 000 Euro zurückgegangen. Die betrieblichen Kosten wurden um 16 000 Euro mehr, verursacht durch höhere Material-, Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen.
Dazu erklärte der Bürgermeister, dass es einige Rohrbrüche gegeben habe, die oft mit großen zeitlichem Aufwand hätten gesucht werden müssen und dass das eigene Personal manche Leitungsumschlüsse vorgenommen habe. Aktuell würden täglich 100 Kubikmeter Wasser irgendwo in Klingenbrunn versickern und man wisse nicht wo. Die höhen Materialkosten seien bedingt durch die Entsäuerungsanlagen und erhöhte Stromkosten durch die UV-Anlagen zur Entkeimung des Wassers. Der Jahresabschluss wurde mit einer Bilanzsumme von 2,547 635 Mio. Euro festgestellt.

 Zur Mülltrennung am alten Friedhof in Spiegelau hatte Karlheinz Roth eine Aussprache angeregt. Fakt ist, dass manche Bürger es dort mit der Mülltrennung nicht so genau nehmen und dadurch die Allgemeinheit für die Entsorgung jedes Jahr an die 10 000 Euro zahlen muss, die wieder auf die Friedhofsgebühren umgelegt werden. Roth schlug vor, die Container klarer zu beschildern und schriftlich darauf hinzuweisen, was rein darf und was nicht. „Wir können‘s probieren“, meinte Luksch dazu. „Mit einer Videoüberwachung wär‘s sicher schnell zu Ende. Aber ob das rechtlich zulässig wäre, ist eine andere Sache“, so Hobelsberger.

 Roth bat auch, sich mit der Plakatierung und den Reklameflächen in der Gemeinde zu beschäftigen, denn in einem Tourismusort sei der erste Eindruck entscheidend. Er schlug vor, Wahlwerbung an wenigen Orten zu bündeln und das dadurch gesparte Geld lieber für gemeinnützige Zwecke zu verwenden. Außerdem sollte die Werbung an Lichtmasten verboten werden. Darauf ging Luksch ein. Er wolle in Zukunft darauf hinweisen, dass Werbung nicht an Lichtmasten angebracht werde, weil ohnehin öffentliche Anschlagflächen vorhanden seien. Um die Wahlwerbung zu besprechen wolle man sich rechtzeitig vor der Bundestags- und Europawahl 2009 zusammensetzen.

 Damit der Tourismusverband Ostbayern die erfolgreiche Imageoffensive Bayerischer Wald weitere drei Jahre betreiben kann, hat auch die Gemeinde Spiegelau ihre Beteiligung zugesichert. Sie muss für 2009 bis 2011 jährlich 4809 Euro plus Mehrwertsteuer zahlen. Im Gegenzug soll TVO-Marketingleiter Alexander Anetsberger eingeladen werden, um zu erklären, für was das Geld verwendet werde und zum gleichen Termin Landkreis-Tourismusreferent Ernst Kandlbinder. Bürgermeister Luksch will versuchen, gleich im Januar einen gemeinsamen Termin zu finden.

 Elke Proßer-Greß dankte allen, die zum Gelingen des BR-Winterzaubers, einer „Vorzeige-Veranstaltung“ beigetragen hätten.  - ul



Grafenauer Anzeiger vom 2. Dezember 2008

Winterzauber war jeden Cent wert
5000 Besucher bei Bayern 1-Programm am 1. Advent in Spiegelau - 1000 Euro für „Bürger helfen Bürger“ erspielt  / von Ursula Langesee
Spiegelau. Alles andere als eine Zauberei war der „Winterzauber“ am Sonntag Nachmittag in Spiegelau: reale 5000 Besucher aus der Region, vom Rottal bis hinauf in die Oberpfalz kamen zur Sortierhalle im früheren Sägewerksgelände, um live das Bayern 1-Programm mitzuerleben. Höhepunkt war der Blockflötenchor, der 1000 Euro für „Bürger helfen Bürgern“, der Lebensmittelausgabe der Gemeinden Spiegelau und St. Oswald-Riedlhütte, erspielte.
Selbst die Macher der Radiosendung waren mehr als überrascht über diese Resonanz. „Normal“ seien um die 1500 Besucher. Doch in Spiegelau drängten bereits ab 14 Uhr die Massen in die Sortierhalle und der Strom riss bis zum Ende des Programms, das in Ausschnitten live gesendet wurde, nicht mehr ab. Die Versorgungsstände waren belagert, bis es nichts mehr zu holen gab und auch die Anbieter von Nicht-Essbarem profitierten von den vielen Besuchern. Selbst Kritiker mussten einsehen, dass die 6000 Euro, die der Gemeinde der „Winterzauber“ kostete, jeden Cent wert waren.
Auf der Bühne führte Moderator Rüdiger Nowak durch das informative und unterhaltsame Programm. In rascher Folge wechselten sich heimische Vereine und Chöre mit der Italo-Popband von Bayern 1, „I dolci signori“, und dem Comedy-Star Toni Lauerer ab. Die Kindergruppe des Trachtenvereins d‘Schwarzachtaler stimmte mit einem kleinen Krippenspiel auf den „Winterzauber“ ein, BR-Korrespondentin Heidi Wolf berichtete über ihre Arbeit, als plötzlich ein Höllenlärm zu vernehmen war.
Die Wolfauslasser aus Oberkreuzberg mit ihrem „Ober-Wolf“ Günter Loibl zogen auf die Bühne: g‘standene Mannsbilder mit bis zu 40 Kilo schweren Glocken ebenso wie Kinder im Grundschulalter. Sie brachten mit ihren Kraft raubenden Bewegungen die Bühne zum Vibrieren. Da taten die ruhigen Töne italienischer Weihnachtslieder der „dolci signori“, englischen Texten vom Chor „Singflut“ und Melodien aus dem Bayerischen Wald, dargebracht vom Liederkranz Klingenbrunn unter der Leitung von Kurt Kufner, den Ohren wieder sehr wohl.
Toni Lauerer brachte mit seinen Geschichten rund um Weihnachten in der Familie die Besucher herzlich zum Lachen. Günther Sellmayer, Ranger beim Nationalpark, stellte seine lebendige Krippe mit Esel und Schafen vor und die Forschungsarbeit mit besenderten Luchsen. Vor der Halle warteten vier Panduren mit ihrem Anführer Freiherr von der Trenck, alias Manfred Scholz jun. , auf ihren Pferden. Dazu berichtete Bürgermeister Josef Luksch vom alljährlichen Pandurenfest.
Höhepunkt des Nachmittags war die Suche nach dem „größten Blockflötenchor Bayerns“. Über 300 Flötenspieler waren nach Spiegelau gekommen und spielten - überraschend harmonisch - miteinander „Ihr Kinderlein kommet“. Pro Flöte zahlten die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken, vertreten durch Wolfgang Eckert, den Vorstandsvorsitzenden der VR Bank Regen und den Spiegelauer Geschäftsstellenleiter Michael Blöchinger, einen Euro - großzügig aufgerundet auf 1000 Euro. Den Scheck bekam Waltraud Madl, Initiatorin von „Bürger helfen Bürger“, einer Lebensmittelausgabestelle für Bedürftige.
Zum Auftakt des Adventsmarktes am Samstag Abend mit mehreren hundert Besuchern kam die FFW Klingenbrunn mit Nikolaus und Kramperln und sang der MGV Spiegelau unter Leitung von Josef Kreutner.

SAXNDI. . .
...das war eine grandiose Vorstellung der Spiegelauer und ihrer Gäste aus Nah und Fern. Am Sonntag schien es nur diesen einen Magneten für den Nachmittagsausflug zu geben. Den Adventsmarkt vom Platz am Vergolderriegel ins Sägewerk-Gelände zu verlegen, war eine gute Entscheidung und die schon so oft zum Abriss verurteilte Sortierhalle Gold wert. Obwohl bei dem trockenen Wetter kein Dach über dem Kopf nötig gewesen wäre, war es doch heimeliger, gemütlicher und für die Akteure auf der Bühne angenehmer als unter freiem Himmel.
Die 6000 Euro für die Veranstaltung waren gut angelegtes Geld. 1000 Euro flossen ja durch die Spende für „Bürger helfen Bürger“ quasi wieder in die Gemeinde zurück und der Rest kommt mehrfach durch die riesige Außenwirkung wieder herein.
Schon gestern erreichten Theresa Resch, Leiterin der Touristinformation Spiegelau, etliche Anrufe von Interessierten, die sich nach Winterangeboten erkundigten. Der Winterzauber beginnt zu wirken.   Ursula Langesee



Grafenauer Anzeiger vom 1. Dezember 2008
Wenn das gläserne Herz der Region zerspringt
Der Kinofilm „Der letzte Hafen“ über die heimische Glasindustrie ist jetzt auch als DVD erhältlich
Spiegelau. Es war Absicht, dass die DVD „Der letzte Hafen“ ausgerechnet in Spiegelau vorgestellt wurde, nachdem die Turbulenzen der vergangenen Jahre in und um die dortige Kristallglasfabrik nicht gerade von Hoffnung für die gesamte Belegschaft begleitet waren. So fielen die ersten Einbrüche genau mit dem Ende der Dreharbeiten des Filmes zusammen, so dass die im Film immer wieder hoffnungsvoll durchklingenden Aussprüche und Gedanken aus den Interviews ein jähes Ende fanden. Und so war es schon verständlich, dass am Schluss der Vorstellung Unverständnis, Trauer und Beklemmung spürbar in der Luft lagen. „Es ist an der Zeit, dass man den Film als DVD mit nach Hause nehmen und am heimischen Fernsehgerät sich bewusst nochmals vor Augen führen kann, mit welch gekonnten Detailaufnahmen Stimmungen und Atmosphären eingefangen wurden“, so ein Gast. Um zu sehen, mit welcher Feinfühligkeit dem Glasmacher, dem Formenmacher, dem Maler, dem Graveur und Schleifer die Möglichkeit gegeben wurde, sich selbst in den Film einzubringen und in ehrlichen Aussagen die tiefe Grundstimmung zu verleihen. Die Glasarche ist es, die als überwältigendes Beispiel für die Möglichkeiten, Glas und Kunst zu vereinen, die originelle Verbindung schafft zwischen den einzelnen Glashütten in Riedlhütte, Spiegelau, Frauenau, Zwiesel und Theresienthal. Und im Mittelpunkt immer wieder die Frauen und Männer in den Glashütten mit ihrem Wissen und Können, ihren Gefühlen und Hoffnungen. Der Verein „Waldzeit“ steht nicht nur hinter dem Film, sondern auch hinter der Veranstaltung und Petra Jehl begrüßte die überraschend große Zahl von interessierten Besuchern in der Aula der Grundschule Spiegelau und freute sich, die DVD einem fachkundigen Publikum vorstellen zu können. Ihr Dank galt der Schulleitung, welche die Aula für diese Veranstaltung zur Verfügung stellte. Besonders bedankte sie sich aber bei Hermann Beiler, der die technischen Voraussetzungen schuf, um den Film überhaupt vorführen zu können. Katharina Eisch-Angus, die zusammen mit Klaus Hernitschek den Film herstellte, gab in ihrer Einführung Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Films, wobei ganz schnell zu spüren war, mit welchem Engagement sie hinter diesem Projekt steht und mit welchem Grundwissen die Dreharbeiten durchgeführt wurden. Es handelt sich bei dem Film um „Großes europäisches Dokumentar-Kino“, sagte Sebastian Muhr bei der Vorstellung auf dem Europa-Filmfest in München und dabei kann man ihm nur zustimmen, genau so, wie man dem Satz nichts entgegen halten kann, der am Schluss des Films dem Zuschauen arg unter die Haut geht: „Mit dem Glas stirbt Kultur.“ Und dieser Satz bleibt noch lange nach der Vorstellung haften.  - rei

Blumen als kleiner Dank
Luksch überreicht Ex-MdL Weinberger Präsent
Spiegelau. Mit einem Strauß Blumen sowie einem großen Danke, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft, hat sich Spiegelaus 1.Bürgermeister Josef Luksch bei der langjährigen Landtagsabgeordneten Helga Weinberger für die stete Unterstützung der Gemeinde Spiegelau in den vergangenen Jahren bedankt. „Als Abgeordnete des Landtages von 2003 hattest du als Mitglied des Ausschusses für Kommunale Fragen und Innere Sicherheit für die Anliegen der Gemeinde Spiegelau stets ein offenes Ohr“, so Luksch. „Ging es um den Stadtumbau-West, die Winterdienstpauschale, verschiedene Grundstücksangelegenheiten oder um sogenannte LEADER-Projekte, bzw. Programme - bei Helga Weinberger fanden wir stets einen kompetenten und verlässlichen Ansprechpartner, der sich unserer Sorgen und Nöte angenommen hat. Und dafür nochmals ein herzliches Vergelt’s Gott im Namen der Gemeinde Spiegelau.“  - re

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Gemeinderat Erhard Wawrzek erinnerte Bürgermeister Josef Luksch erneut an das Protokoll aus dem Juli letzten Jahres und dem „verschwundenen“ Einzelhandelsgutachten. Laut einem Zeitungsartikel und den Aufzeichnungen eines Zuhörers sei bekannt, so Wawrzek, dass damals 13 Gemeinderäte für ein Gutachten stimmten. „Es wurde damals kein Gutachten mehr durchgeführt, da der Bau schon zu weit fortgeschritten war“, argumentierte Luksch. Außerdem wäre damals kein Gutachten beschlossen, sondern nur darüber diskutiert worden. Geschäftsleiter Josef Schreiner ergänzte, dass damals in der darauf folgenden Sitzung beschlossen wurde, zukünftig Einzelhandelsgutachten durchzuführen. Luksch versprach aber die Angelegenheit noch einmal zu überprüfen.
„Der Dreck wird leider nicht weniger“, muss Lothar Sommer nach seiner diesjährigen Rama-Dama-Aktion feststellen. In einem Brief berichtete er den Gemeinderäten vom Erfolg des Müllsammelns. Jeweils im April und Oktober trafen sich eine Vielzahl an Vereinen und Einzelpersonen, um ihre Gemeinde von insgesamt einer Tonne Abfall zu befreien. Luksch dankte allen ehrenamtlichen Helfern mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“.
 Der neue Jugendbeauftragte Günther Nama berichtete von seinen Treffen mit den einzelnen Gruppen in der Gemeinde. Es haben sich eine Reihe von Jugendlichen gefunden, die das ehemalige Jugendzentrum „Flash“ wieder eröffnen wollen (PNP berichtete). Nama warnt aber vor einer schnellen Zusage: „Ich habe ein ungutes Gefühl, wenn man da jemanden hinein lässt.“ Für ihn stelle sich die Frage, ob ein Betreiben des Jugendzentrums im alten Feuerwehrhaus in der Ortsmitte baulich überhaupt noch möglich sei. Mit der Bitte einen Sachverständigen zur Überprüfung zu beauftragen, gab Nama sein Anliegen an die Gemeinderäte und den Bürgermeister weiter. Luksch versprach den Bautechniker des Landratsamtes bis zur nächsten Sitzung um eine Stellungnahme zu bitten. Dann wolle man den Jugendtreff offiziell auf die Tagesordnung stellen und versuchen, eine Lösung zu finden. - apo


Grafenauer Anzeiger vom 18. Oktober 2008

„Herbststrauß“ mit 200 Gästen
Felix Hobelsberger (5) erlebte als Moderator sein Debüt
Spiegelau. Hat es im vergangenen Jahr beim musikalischen Herbststrauß der Feuerwehr Spiegelau schon geschneit, so passte sich heuer die Natur mit ihrer Farbenpracht dem bunten Programm in der Mehrzweckhalle an. Die rund 200 Besucher, darunter nur fünf Urlauber, durften einen Herbststrauß vom Feinsten erleben, den die Feuerwehr perfekt organisiert hatte. Unter großem Eifer hatten die Feuerwehrmänner die Mehrzweckhalle in einen gemütlichen Musikantenstadl umfunktioniert, es gab eine Trachten- und eine Schmuckausstellung und die Bühne war mit Blumen prächtig geschmückt. Einmal mehr als hervorragender Moderator erwies sich 1.Vorsitzender Kurt Hobelsberger, der mit 3.Bürgermeister Peter Hinterberger durch das Programm führte. Unterstützung bekamen die beiden vom jüngsten Moderator in der Gegend, nämlich von Felix Hobelsberger, dem fünfjährigen Sohn des Feuerwehrvorstandes. Ohne Scheu vor dem Mikrofon, bzw. der großen Kulisse, trug Felix seinen Part vor und Peter Hinterberger meinte danach treffend: „Die Zeiten des jungen Florian Silbereisen sind vorbei - wir präsentieren Ihnen hier einen noch jüngeren, nämlich seinen Nachfolger Felix Hobelsberger“. Musikalisch war an diesem Abend für jeden Geschmack etwas dabei - so kamen z.B. die Freunde gepflegter Blasmusik bei den Klängen der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen voll auf ihre Kosten und auch die Familienmusik Wolf aus Klingenbrunn-Bahnhof zeigte, wie perfekt die fünf Familienmitglieder ihre Instrumente beherrschen. Ruhig zu bleiben, fällt schwer, wenn Manuel Wagner aus Grafenhütt auftritt. Wenn er in die Tasten seines Akkordeons greift, dann juckt es anderen Musikern selbst in den Fingern. Und so wie er diese über die Tasten fliegen lässt, weiß man, warum er Landes- bzw. Bundessieger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ geworden ist.
Alte Bekannte gaben danach wieder ihre Visitenkarte in Spiegelau ab - nämlich das Gold-Steig Duo aus Mauth (früher in großer Formation mit den Bayernland-Rebellen unterwegs), die ebenso wie die Hüttenfetzer und die Ziachspatz`n die Halle förmlich zum Kochen brachten.
Zum ersten Mal in Spiegelau dabei waren die Nickl-Deandl aus Zenting, die erst kürzlich bei ihrem Auftritt beim Bayerischen Rundfunk sich überregional einen Namen machten. Die Geschwister Ingrid und Irmgard bewiesen, dass man mit einem gut vorgetragenen Gesang sich auch der Aufmerksamkeit der Zuhörer in einer großen Halle sicher sein kann. Viel zu schnell war nach rund vier Stunden der Spiegelauer Herbststrauß „verwelkt“ - sprich vorbei, der Abend war aber noch lange nicht zu Ende. „Mit der Besucherzahl insgesamt sind wir zufrieden“, zog Hobelsberger Bilanz, „aber es ist schade, dass nur fünf Urlauber dabei waren. Auch wegen unserer Feriengäste haben wir den ‘Herbststrauß‘ im Termin vorverlegt.“  re


AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Der Bauantrag des Ehepaares Heinz-Peter und Rosemarie Schubardt in Oberkreuzberg auf Erweiterung einer Garage und Errichtung einer Windkraftturbine wurde bereits in der letzten Sitzung vom 16. September behandelt. Der Gemeinderat kam damals zu keinem Entschluss, da noch weitere Unterlagen zum Bau der Turbine angefordert wurden. Die Schreiben lagen Bürgermeister Josef Luksch nun vor. Demnach sind Windkraftturbinen in einem Wohngebiet zulässig, da sie unter anderem keine Geräusche verursachen. Der dazu notwendige Generator wird in einem fest umbauten Raum untergebracht. Der Antragsteller hat die Nachbarn befragt und stieß auf keine negative Resonanz. Mit einer Gegenstimme entschied der Gemeinderat den Bau einer Windkraftturbine positiv.
Die Anwohner an der Reutecker Straße 18 und 18c hatten sich mit einem Anliegen an den Gemeinderat gewandt. Die Straßenbeleuchtung in diesem Bereich solle um eine Lampe erweitert werden. Nach dem Angebot der E.ON Bayern liegen die Kosten dafür bei knapp 880 Euro. Für Bürgermeister Luksch entsprechen die Abstände den Lampen an dieser Stelle, so wie der fast 700 restlichen im Gemeindegebiet. „Wir können nicht vor jeder Haustür eine Lampe aufstellen“, ergänzt Luksch. Für Gemeinderat Kurt Hobelsberger liegt der Fall ähnlich, nachdem er sich die Situation in der Reutecker Straße angeschaut hat. „Es ist nicht notwendig, denn die jetzige Beleuchtung ist vollkommen ausreichend.“ Mit der Gegenstimme von Peter Hinterberger wurde der Antrag der Anwohner abgelehnt.
Im Gemeindeteil Althütte werden neue Bauflächen ausgewiesen. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat den Antrag der Grundstückeigentümer Süß und Eder. Nach der Verlegung des neuen Schmutzwasserkanals sollen vier bis fünf Bauparzellen rechts und links der Straße ausgeschrieben werden. Die entsprechenden Abzweiger des Kanals wurden beim Bau damals auf Wunsch des Bürgermeister schon verlegt, „um die neu geteerte Straße später nicht wieder aufzureißen“. Das Verfahren zur Bauleitplanung geht nun weiter ans Landratsamt.
Der Haushalt der Gemeinde Spiegelau für das Jahr 2008 wurde vom Landratsamt geprüft. Lob gab es für die Höhe der Zuführung an den Vermögenshaushalt von 982 000 Euro (die Mindestzuführung liegt bei 239 000) und die freie Finanzspanne von 778 000 Euro. Im Ausschöpfen der Einnahmemöglichkeiten liege die Gemeinde unter dem Landkreis- und dem Landesdurchschnitt und besitze noch Reserven, so das Schreiben des Landratsamtes. Die Schulden in diesem Haushaltsjahr vergrößern sich um über eine Million Euro auf nun rund 3 902 000 Euro, die mit den umfangreichen Investitionen in Verbindung stehen. „Es besteht für die Gemeinde keine akute Gefährdung der Leistungsfähigkeit, jedoch ist sie weiterhin zur strikten Disziplin angehalten“, las Luksch die letzten Zeilen des Schreibens vor.
Im Rahmen des Kindergartenbedarfsplans wurde für Kinder unter drei Jahren ein Gewichtungsfaktor von zwei für das gesamte Kindergartenjahr einstimmig festgelegt. Derzeit gibt es 15 Kinder unter drei Jahren in der Gemeinde, von denen zehn regelmäßig im Kindergarten sind, berichtete Geschäftsleiter Josef Schreiner.
Dem Antrag von Christian Bojko, die Natureisanlage in Mühlberg am 18.Oktober für eine Jubiläumsfeier zu nutzen, wurde zugestimmt.
Die Straßenlampe in der Hohe-Tann-Straße vor dem Kindergarten wird für 454 Euro von der Parkplatzmitte ins Grüne versetzt. Grund sei laut Luksch die bessere Schneeräumung im Winter.
Der Bewilligungsbescheid für das neue Fahrzeug der Feuerwehr Spiegelau ist angekommen. Als nächster Schritt erfolgt die öffentliche Ausschreibung.
Der Weihnachtsmarkt in Spiegelau wird auch heuer wieder stattfinden - allerdings nicht mehr durch die Organisation der Tourismusgemeinschaft und des Gewerbevereins, sondern durch einen privaten Veranstalter aus Frauenau. Außerdem ist der Radiosender Bayern 1 mit dem „Winterzauber“ zu Gast in Spiegelau.
Die Verwirklichung des neuen Loipenkonzepts läuft derzeit auf Hochtouren. Die Grundstücksverhandlungen sind bis auf den Bereich Althütte abgeschlossen. Die Beschilderung wird ebenfalls eingerichtet, „auch wenn wir im Moment noch keine Schilder für die Ewigkeit schaffen“, erklärte Gemeinderat Josef Wanninger. Denn die Zeit sitzt der Gemeinde im Nacken. Auch das neue Pflegegerät für Winterwanderwege wartet noch auf einen Bewilligungsbescheid, um einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn einzuleiten und das Gerät auszuschreiben.
Elke Proßer-Greß gab die Bitte der Spiegelauer Einrichtung „Bürger helfen Bürger“ an das Gremium weiter. Mit einer Spende von 20 Euro könne jeder Gemeinderat beitragen, dass für Kinder aus hilfsbedürftigen Familien ein Weihnachtsgeschenk gekauft werde.
Den Anträgen von Erhard Wawrzek zu einer Abwassersatzung und einem Lageplan für das Gewerbegebiet Oberkreuzberg wurde einstimmig zugestimmt.
Für die Neugestaltung der Rathaus-Homepage sind mittlerweile bereits 13 Angebote eingetroffen. In ihrem Stil soll sich der neue Auftritt der Touristik-Homepage von Spiegelau angleichen.
Die „Helfer vor Ort“ haben nach drei Infoveranstaltungen über 30 Personen gefunden, die mitmachen wollen. Auf die Gemeinde kommen, laut Luksch, nun noch Kosten wegen der Kleidungsausrüstung der Helfer zu.
apo



Grafenauer Anzeiger vom 20. September 2008
Gemeinderat Spiegelau stimmt für verbessertes Loipensystem
Problematische Abschnitte aufgegeben - Nachtloipe muss die ganze Woche über illuminiert sein

Spiegelau. Der Gemeinderat hat mit einstimmigen Beschlüssen das neue Loipenkonzept auf den Weg gebracht. Gemeinderat Josef Wanninger, zugleich Referent für Ehrenamt und Sport, hat zuvor Ergebnisse zur Verbesserung des Loipensystems vorgestellt. Sie wurden zusammen mit der Nationalparkverwaltung, Forstrevierleitern, Loipengerätfahrer Christian Stadler, der Touristinformation und rund 20 Bürgern, die zu einer Informationsveranstaltung gekommen waren, erarbeitet.
Ausgangslage war, dass Spiegelau zwar ein 50 Kilometer langes Loipennetz hat, das aber teilweise bei wenig Schnee wegen des schlechten Untergrundes nicht zu befahren ist. Deshalb wurde überlegt, die Trassen so zu legen, dass sie schneesicher sind. Problematische Verbindungen werden verlegt oder aufgelassen.
Verlegt wird die Loipe um Althütte von der freien Flur auf die Forststraße. Der Forst hat nichts dagegen. Allerdings gibt es die Einschränkung, dass die Loipe wegen der Holznutzung erst ab 24. Dezember von den Langläufern befahren werden kann. Im Klingenbrunner Wald soll der oft sehr feuchte Hohlweg entlang des Schneiderbaches wegfallen, die Loipe über die Geißbergstraße zum früheren Hackingergelände und über eine Forststraße zum Kurpark führen. „Die Nationalparkverwaltung ist mit dieser Streckenführung einverstanden, denn sie ist nicht viel länger als die ursprüngliche“, sagte Wanninger. Die Nutzung sei „mit dem ersten Schnee“ möglich.
Aufgelassen wird die Langdorfer und Mühlberger Loipe. „Hier gibt es viele Feldraine und bei Sonnenschein apert sie schnell aus“, erklärte der Sportreferent.
Die Loipe in Oberkreuzberg ist kaum nutzbar, weil sie viel zu steil ist, aber die Gastronomie braucht eine Loipe vor Ort. Deshalb soll es zwischen dem Hochbehälter und der Kirche eine kleinere Übungsloipe geben, deren genauer Verlauf noch festgelegt wird.
Der Gemeinderat war sich einig, dass die wichtigsten Trassen, vor allem das Hauptloipensystem im Nationalpark, noch vor dem Winter in Stand gesetzt werden müssten. „Da ist einiges zu tun. Es muss gemulcht werden, junge Buchenäste legen sich in die Strecke und einzelne Bäume müssen entnommen werden. Ein großes Problem ist streckenweise das Wasser“, sagte Wanninger.
Die Bauhofleute der Gemeinde, der Loipengerätfahrer und Revierleiter Manfred Kaatz müssen dazu gemeinsam die Strecken abgehen. Auch der Nationalpark hat seine Mithilfe zugesagt. Bürgermeister Lukschs Frage, ob verrohrt werden dürfe, bejahte Wanninger. Auch soll ein Plan erstellt werden, wann welche Loipe gespurt werden muss.
Um besser auf das Loipenzentrum mit Nachtloipe in Klingenbrunn hinzuweisen, stellt sich Wanninger eine bessere Beschilderung vor. So sollen große Schilder bereits an der B 85 darauf hinweisen, an Ort und Stelle dann Begrüßungstafeln, eine Übersichtstafel zu den Streckenführungen und ein Luftbild, um den Verlauf der Loipen aus der Vogelperspektive erfassen zu können. Damit auch sportlich ambitionierte Langläufer auf ihre Kosten kommen, wird eine zusätzlich Spur um den Schlittenhang geführt. So haben sie eine rasante Abfahrt und einen steilen Anstieg. „Das wäre eine sinnvolle Geschichte zur Abrundung des Angebots. Allerdings wurden bislang noch keine Grundstücksgespräche geführt“, machte Wanninger seine Gemeinderatskollegen aufmerksam.
Ganz wichtig sei, dass die Nachtloipe durchgehend montags bis freitags von 17 bis 20 Uhr beleuchtet werde. „Das kostet den ganzen Winter über nicht mehr als 500 Euro“, so der Referent. In dieser Zeit müsse die Loipe dann aber auch wirklich befahrbar sein und notfalls vor dem Nachtbetrieb nochmals gespurt werden. Energieverschwendung sei es dagegen, am Wochenende die Trasse zu illuminieren. „Da laufen ohnehin alle tagsüber.“
Eine unerlässliche Sache schnitt Kurt Zettl an. „Wir brauchen unbedingt ein neues Loipenspurgerät, auch ohne Förderung.“ Zuvor hatte der Bürgermeister auf Anfrage berichtet, dass der Förderantrag bei der Regierung eingereicht worden sei, aber noch keine Bewilligung vorliege. Angebote von Herstellerfirmen seien auch eingeholt worden. Eine weitere Aussprache gab es dazu im öffentlichen Teil nicht. ul



Grafenauer Anzeiger vom 19. September 2008
AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Die Kosten für die Kanalerneuerung in der Hangstraße liegen jetzt vor. 160 000 Euro brutto würde das Stück bis zum Regenüberlaufbecken der Abwasseranlage Palmberg kosten. Nach Information von Bürgermeister Josef Luksch lassen sich die Kosten minimieren, wenn am Ende der Hangstraße ein zusätzlicher Ableiter als zweiter Kanal zum Regenüberlaufbecken gebaut wird. Auch wenn es dann zu keinen Abflussproblemen mehr kommen kann, sollen die Anlieger darauf hingewiesen werden, dass sich durch eine Satzung ohnehin verpflichtet sind, Rückstauklappen einzubauen.

 Fast 9800 Besucher wurden in der ersten Saison des Naturbades gezählt. 276 Mal sei die Familienkarte verkauft und die Abendkarte für Jugendliche und Erwachsene sei sehr gut angenommen worden. Einnahmen von 18 313 Euro habe diese Freizeiteinrichtung gebracht, nannte Luksch ein paar „sehr zufriedenstellende“ Zahlen. Peter Hinterberger erwähnte, dass sich Badegäste ärgerten, weil das Warmduschen extra 50 Cent koste. „Kann man die Gebühr mal weglassen?“, wollte er von der Verwaltung wissen. Kämmerer Ludwig Friedl bezweifelte dies. „Wenn es nichts kostet, dann läuft das warme Wasser ununterbrochen und das wird teuer, denn da heizen wir ganz normal mit Strom und nicht über Solar.“ Josef Wanninger schlug vor, sich zu einer Art „Manöverkritik“ zu treffen, wo all diese Themen - auch die Beschilderung und Werbung für das Naturbad - besprochen werden sollen.

 Schon vor längerer Zeit hatte Florian Macht aus Klingenbrunn einen Bauantrag für acht kleine Ferienwohnungen und ein Betriebsleitergebäude in Klingenbrunn gestellt. Aber es gab Verzögerungen bei der Aufstellung des „Sondergebietes Ferienhaus“. Nun soll vorerst nur das Betriebsleitergebäude mit Garage gebaut werden. Diesem Vorhaben stimmte der Gemeinderat unisono zu.

 Um die Zeit bis zur Auszahlung der Zuschüsse von 938 000 Euro für die Kanalbaumaßnahmen Klingenbrunn und Althütte finanziell überbrücken zu können, stimmte der Gemeinderat der Aufnahme eines Darlehens über eine Million Euro zu. Es soll die Möglichkeit der Sondertilgung bieten und maximal fünf Jahre laufen. Die Verwaltung wurde beauftragt, Angebote bei verschiedenen Banken einzuholen.

Karlheinz Roth, Josef Wanninger und Elke Proßer-Greß hatten die Idee zu einem Stockbauer-Preis und einer Stockbauer-Medaille, die an den großen Gönner der Gemeinde, Ludwig Stockbauer, erinnern soll. (Geld)preiswürdig seien nach ihren Vorstellungen Personen, die schon sehr lange ein Ehrenamt bekleideten und Sportler mit herausragenden Leistungen. Die Medaille sei ideell zu sehen. Damit könnte zum Beispiel der Aufstieg von Eisschützen oder einer Kinder-Fußballmannschaft belohnt werden. Zusammen mit der Ausschüttung des Ertrages aus der Ludwig-Stockbauer-Stiftung könnten diese Auszeichnungen überreicht werden.
In diesem Zusammenhang wollte Wanninger vom Stiftungsvorsitzenden Luksch wissen, wann über die Verwendung der Gelder entschieden werde. „Ludwig Stockbauer ist zwar im Januar 2007 verstorben, wir haben die Stiftung aber erst im Januar 2008 übereignet bekommen. Demnächst wird aber eine Stiftungssitzung einberufen“, kündigte Luksch an.

 Apropos Stockbauer: Erhard Wawrzek findet den Anblick der Böschung am Dr.-Stockbauer-Platz (Volksfestplatz) nicht schön. „Habt Ihr keinen Humus mehr?“, fragte er den Bürgermeister. Dieser werde laufend gestohlen, außerdem seien keine Schönheitsmaßnahmen eingeplant gewesen, antwortete Luksch. „So kann‘s aber nicht bleiben“, gab sich Wawrzek nicht zufrieden und bot an, Humus von der Baumaßnahme seiner Tochter in Vilshofen abzuzweigen.

 Dringend sanierungsbedürftig sei das Leichenhaus in Spiegelau, bemerkte Proßer-Greß. Bevor konkrete Maßnahmen feststehen, könnte eine Holzverkleidung über den Winter die schlimmsten Stellen verdecken, schlug Geschäftsleiter Josef Schreiner vor.
ul


Grafenauer Anzeiger vom 17. September 2008
Ein Klingenbrunner Urgestein feiert heute seinen 80. Geburtstag
Max Hilz sen. hat sein Unternehmen quasi aus dem Nichts aufgebaut - Noch heute täglich im Büro - Fliegerei als Leidenschaft
Klingenbrunn. In der Firma Hilz gibt es heute Grund zu feiern: der Seniorchef wird 80 Jahre alt. Geboren wurde Maximilian Karl Hilz am 17. September 1928. Mit seinen Eltern (der Vater war staatlicher Forstverwalter), verlebte er eine glückliche Kindheit in Klingenbrunn. In Passau besuchte er später die Oberrealschule, lernte Segelfliegen und wurde schließlich 1944 als 16-Jähriger für Hitlers letztes Aufgebot zum Kampfpiloten ausgebildet. Wie so viele andere, kam der junge Max Hilz dann aber zum „Erdeinsatz“ an die Ostfront. Er geriet er schließlich in russische Kriegsgefangenschaft und wurde nach Karelien verbracht. Dort mussten die Kriegsgefangenen für eine Papierfabrik arbeiten. Erst im Sommer 1947 kehrte Max Hilz nach Klingenbrunn zurück. Sein Vater war noch in den letzten Kriegstagen gefallen und so stand er jetzt mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester allein da. Auf Wunsch seines verstorbenen Vaters sollte auch Max Forstmann werden. Deshalb musste er aber zunächst, auch wenn er inzwischen 19 Jahre alt war, wieder die Schulbank drücken. Schließlich machte er seinen Abschluss und versuchte auch wirklich, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Aber es war eine schlechte Zeit, der Forst hatte mehr Beamte, als er brauchte, da zunächst die Beamten aus den ehemaligen Ostgebieten versorgt werden mussten. Aber irgendwie musste Max Hilz Geld verdienen, denn von der kleinen Pension der Mutter konnten drei Personen nicht leben.
Er begann die Holzarbeit, versuchte nach Südafrika auszuwandern, begann zunächst mit Tierfellen und später mit Schleifholz zu handeln. Er kaufte einen alten LKW mit Holzgasantrieb, stellte Leute an und konnte auf diese Weise zum Familieneinkommen beitragen. Der Aufschwung im Bauwesen brachte Max Hilz zu der Idee, ein Fuhrunternehmen zu gründen. Aus dem inzwischen ersparten Geld erwarb er einen Borgward Diesel-Kipper-LKW, mit dem er für Bauunternehmen in ganz Deutschland Transporte jeder Art erledigte. Schließlich begann ihn das Bauwesen immer mehr zu interessieren und er fing neben der Arbeit ein Fernstudium als Bauingenieur an, das er 1956 abschließen konnte.Inzwischen lief das „Wirtschaftswunder“ auf Hochtouren und Max Hilz kaufte die stärksten und modernsten Baumaschinen und konnte nun auch dementsprechende Aufträge ausführen. Inzwischen war er bereits zum zweiten Mal verheiratet und sein ältester Sohn, den er ebenfalls Maximilian taufen ließ, war geboren. Nachdem die Mutter das Forsthaus räumen musste, baute er ein Haus für sie und die Schwester in Klingenbrunn und später eines für sich in Spiegelau auf der List. Endlich meldete er als Bauingenieur ein Bauunternehmen an und konnte damit an entsprechende lukrative Aufträge herankommen. Seine Stärke war es, immer die besten Maschinen einsetzen zu können; er hatte auch die richtigen Leute, die damit umgehen konnten. Und natürlich beherrschte er sein Handwerk und erwarb sich einen guten Ruf bei den Auftraggebern. Auch verfügte er über den Mut und den „richtigen Riecher“, den man als Unternehmer braucht. Der Bundesstraßen- und Autobahnbau, der Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals und viele andere Großprojekte ließen die Firma schnell wachsen. Über 400 Arbeiter und Angestellte verdienten in den besten Zeiten bei Max Hilz ihr Brot. Der Fuhrpark umfasste über 100 Baumaschinen und -fahrzeuge, die er größtenteils selbst bei den Herstellern in der ganzen Welt, selbst in Japan und den USA gekauft hatte, darunter die damals größte Laderaupe, die CAT 983 von Caterpillar. Sogar eine eigene Beton- und Teermischanlage gehörte zum Unternehmen. Inzwischen war Max Hilz zum dritten Mal verheiratet und bekam noch zwei Söhne. Der älteste Sohn hatte inzwischen, wie sollte es anders sein, Bauwesen studiert und trat 1983 in die Firma ein. Schon als Kind war er auf vielen Baustellen zu sehen und lernte den Beruf wirklich von der Pike auf. 1993 übernahm er die Firma. Sein altes Hobby, das Fliegen, lässt Max Hilz nicht ruhen. Schon im Jahr 1970 machte er den Privat-Pilotenschein und kaufte ein viersitziges Sportflugzeug, mit dem er privat und geschäftlich unterwegs ist. Zwei Bücher hat er über sein Leben und seine Erlebnisse geschrieben. Drei Söhne und vier Enkel bedeuten für ihn die Zukunft. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin, Edith Klar, in seinem Haus in Spiegelau. Noch mit 80 Jahren kann man den Senior jeden Tag im Büro der Firma antreffen, wo er immer gern gesehen ist.
hb

Grafenauer Anzeiger vom 16. September 2008
Bei der Hiagstroas war Warmes Trumpf - Besonders am Nachmittag kamen viele zufriedene Besucher zu den im ganzen Ort verteilten 19 Stationen  
Von Franz Stockinger
Spiegelau. Thema Nummer 1 am letzten Sonntag bei der Hiagstroas war die eisige Kälte, die der Wind immer wieder durch die Straßen und Plätze wehte. Der Gewerbeverein Spiegelau hatte an diesem Tag ein interessantes Programm zusammengestellt und Besucher nicht nur aus Spiegelau fanden an den einzelnen Standorten Informatives, Unterhaltsames oder auch Kulinarisches. Der kostenlose Hiagstroasbus, das Fahrradtaxi oder auch die Bummelbahn brachten die Leute zu den einzelnen Stationen, denn die waren ja über ganz Spiegelau verstreut, vom Café Wenzel (kreative Schmuckgegenstände) bis zu Möbel Halser in Pronfelden, zum Flohmarkt am alten Sägewerksgelände oder den Attraktionen bei Bauspezi Heibo am Bahnhof. Zum Essen und Trinken gab es genug und alte bäuerliche Tradition mit Brotbacken im Holzofen (Max Schinabeck sen.) oder Krauthobeln und -eintreten weckten bei den Älteren Erinnerungen an die eigene Kindheit. Der Spiegelauer Trachtenverein mit seiner Vorsitzenden Hilde Herzog gab sich hier redlich Mühe und bekam dafür reichlich Beifall. In den Schreibgeschäften Elke Döringer und Ingrid Moser wuselten die Schulanfänger, denn heute wird es für die Erstklässler ernst. An der Sparkasse informierte die Passauer Neue Presse/Grafenauer Anzeiger über das Zeitungsgeschäft. Daneben war ein Informationsstand der Schreinerei Hobelsberger und rechts davon der Sengzeltenbackofen der Firma Kraft. Gleich gegenüber bot Ingrid Stadler Selbstgestricktes und Bastelarbeiten an. Glaskunst als Unikate wurden bewundert und gekauft an der Schatztruhe von „Glasscherben Köck“. In der Kristallglasfabrik und im Seltmann-Shop auf der anderen Straßenseite holte sich mancher sein Glas- oder Porzellanschnäppchen. Dekorationen mit Blumenschmuck wurden bestaunt am Blumenladen Weber und etwas weiter bei Möbel Halser konnte man sich stärken mit Brotaufstrichen und einem Glaserl „Toiflwein“. Dort wurde auch sehenswerte, sportliche Kunst dargeboten und zwar von den Ein- und Hochradfahrern aus Riedlhütte - Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 15 Jahren. Katharina Bildl (15) trainiert die Truppe und jetzt fiebert die ganze Mannschaft dem 3. Oktober entgegen, weil dann in Riedlhütte der „1. Gerd-Pinker-Einrad-Cup“ ausgetragen wird. Auf dem Edeka-Gelände stellte die Fa. Georg Apfelbacher moderne Heiztechnik vor, Reinhold Brunner bot neueste Technik bei Garagentoren an und die BRK-Bereitschaft Spiegelau informierte über ihr neues Rettungssystem und gab Tipps zur Ersten Hilfe.
Auch die Kinder kamen nicht zu kurz. Sie vergnügten sich in zwei Hüpfburgen und wer sich schminken lassen wollte, bekam bei der Bäckerei Schinabeck das Aussehen einer Blume oder eines possierlichen Tierchens verpasst.. Die Sitzgelegenheiten im Freien wurden kaum genutzt, da es den Leuten einfach zu kalt war. Das Drumherum um die Spiegelauer Hiagstroas gefiel dennoch, weil sich die meisten Besucher warm angezogen hatten. Der Gewerbeverein Spiegelau zeigte sich zufrieden und wird die Tradition der Hiagstroas auf alle Fälle beibehalten.


Grafenauer Anzeiger vom 13. September 2008
M-U-T-Kapitäne bleiben auf Erfolgskurs
Zum 20. Jubiläum Dank und Lob für die Firmengründer Schopf und Lendner
Oberkreuzberg. Mit über 220 Gästen feierte gestern das Unternehmen Metallumformtechnik M-U-T sein 20. Jubiläum. Übereinstimmend lobten die Festredner den Wagemut der beiden Gründer Ludwig Schopf und Erhard Lendner vor 20 Jahren und die positive Entwicklung des Betriebes.
Mit 18 Mitarbeitern haben die beiden 1988 mit der Herstellung abgastechnischer Produkte begonnen. Nun stehen 90 Mitarbeiter bei M-U-T in Lohn und Brot und allein im Zuliefergeschäft hat sich die Teilevielfalt auf über 6500 Artikel ausgeweitet.
Mit der Segnung des Betriebes im Industriegebiet Oberkreuzberg dankten Pfarrer Johann Pöppel und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler Gott für die vergangenen 20 Jahre und erbaten seinen Schutz für alle Beschäftigten auch in Zukunft. Dann wurde zur Firmenbesichtigung eingeladen. Ludwig Schopf, Erhard Lendner und Holger Lendner - mit Birgit Schopf-Gaisbauer designierter Nachfolger der Gründerväter - führten durch die Hallen, die ständig erweitert oder neu gebaut werden mussten, um mit der kontinnuierlich wachsenden Produktivität von M-U-T Schritt halten zu können.
Im Festzelt begrüßten Schopf und Lendner ihre Gäste. Dr. Jürgen Weber, Ltd. Regierungsdirektor in der Wirtschaftsabteilung der Regierung von Niederbayern, der wie sein Vorgänger, Abteilungsdirektor a.D. Günther Keilwerth, gerne nach Oberkreuzberg gekommen ist, sprach von einem „ Vorzeigeunternehmen für den strukturschwachen Raum“. M-U-T habe Arbeitsplätze geschaffen und nach dem Niedergang der Glasindustrie eine wichtige, neue Branche angesiedelt. „Eine starke Kundenorientierung, ein hohes Maß an Flexibilität, Fantasie und Risikobereitschaft sind hier vorhanden. Hier stimmt die Stimmung“, lobte der Regierungsdirektor Geschäftsführung und Mitarbeiter und versprach weiterhin wirtschaftliche Unterstützung. „Des mirk i ma“, nahm Schopf diese Ankündigung gerne zur Kenntnis.
MdL Helga Weinberger verglich die Firmengründer mit Kapitänen im Weltmeer. „Sie haben Mut bewiesen, als sie sich vor 20 Jahren auf die Reise begeben haben“, sagte sie zu Schopf und Lendner. Mit Partnerfirmen in Osteuropa und Asien seien sie „global player“, trotzdem blieben sie ihren Wurzeln treu. Mit unternehmerischem Weitblick hätten sie auf die Ausbildung von bislang 29 jungen Leuten gesetzt. „Nur so können wir uns hier gegen die Ballungszentren in Niederbayern behaupten“, sagte Weinberger. Sie wünschte ihnen, dass ihr Schiff noch lange auf Erfolgskurs bleibe.
„Erfolg ist ein Geschenk, eingepackt in harte Arbeit“, zitierte Landrat Ludwig Lankl den Aphoristiker Ernst Ferstl. Diese harte Arbeit hätten auch die M-U-T-Chefs auf sich genommen. Er beglückwünschte sie dazu, dass sie in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord eilen konnten. Aus der Kunstmappe des Landkreises überreichte Lankl das Bild „Vogelfrei“ von Gretel Eisch.
Dem mittlerweile größten Arbeitgeber in der Gemeinde gratulierte Bürgermeister Josef Luksch herzlich zum 20. Geburtstag. Die Buchstaben M, U und T würden für ein Unternehmen mit Tatkraft stehen, für tatkräftige Unternehmensmitarbeiter und mutmachende unternehmerische Tätigkeit. Er überreichte das Gemeindewappen und Körbe, gefüllt mit „Gesundem“, an Schopf und Lendner. „Verlieren Sie nicht den Mut“, wünschte Wilhelm Wimmer, Handwerkskammer-Vizepräsident. IHK-Innovationsberater Heinz Traub lobte die schon jetzt getroffene Nachfolgeregelung, damit sich der Betrieb reibungslos weiterentwickeln könne. Anschließend wurden treue Mitarbeiter geehrt (Bericht folgt). ul



Grafenauer Anzeiger vom 11. September 2008

Auch der „Grafenauer Anzeiger“ roast in den Hiagst
Geschäftsstelle und Redaktion sind am Sonntag in Spiegelau bei der 13. Auflage mit einem Stand vertreten - insgesamt 31 Attraktionen im ganzen Ort
Spiegelau. Für die 13. Auflage der Spiegelauer „Hiagstroas“ entlang von 19 Stationen zwischen dem Antik-Café Wenzel und dem Einrichtungshaus Halser am Sonntag, 14. September, hat der Gewerbeverein Spiegelau e. V. wieder ein interessantes Programm mit 31 Attraktionen auf die Beine gestellt. Auch der Grafenauer Anzeiger wird mit einem Stand an der Sparkasse vertreten sein. Hier gibt es Informatives rund um die Zeitung. Die Hiagstroas startet um 11 Uhr, von 13 bis 17 Uhr sind auch die Geschäfte geöffnet. „Groast“ werden kann entweder zu Fuß, mit dem Fahrradtaxi, genannt Faxi, mit der Bummelbahn oder mit dem kostenlosen Hiagstroas-Bus. Bei diesem Familienerlebnis kommen auch die kleinen Gäste nicht zu kurz: So laden beim Glaszentrum eine Piratenhüpfburg und bei der Bäckerei Schinabeck eine Springburg zum Toben ein, eine Schminkecke für Kinder ist aufgebaut und Kunstwerke aus Luftballons werden modelliert. Um sich auf den Ernst des Lebens einzustellen, sind für die Schulanfänger Aktionen bei Schreibwaren Döringer und Moser geplant, und für Leseratten hat die Bücherei im Sägewerk ihre Pforten geöffnet. Ein sportlicher Höhepunkt werden bestimmt die Vorführungen der Ein- und Hochradler beim Einrichtungshaus Halser seine Künste zeigen. Im Sägewerksgelände findet ein Flohmarkt statt. Anmeldungen dafür bei Herbert Süß unter Tel.  08553/2783. Informatives erhalten die Besucher am Stand des Grafenauer Anzeigers an der Sparkasse sowie von der BRK Bereitschaft Spiegelau am Edeka-Aktivmarkt. Zudem können Interessierte das sanierte Klärwerk am Eingang zur Steinklamm beim „Tag der offenen Tür“ besichtigen. Offene Tore gibt es auch beim Fitnessstudio Vitado . Die Tombola des Gewerbevereins mit attraktiven Preisen hat wiederum seinen Platz an der Sparkasse und hier ist der 1. Preis eine Spielekonsole. Des Weiteren kann man sein Glück am Glücksrad bei Heibo Bauspezi versuchen. Auch das Glaszentrum hat Tür und Tor geöffnet und lädt zum Kristallmarkt mit Tombola ein. Musikalisch unterhalten hier die „Blue Flames“ die Gäste. Blumiges und Dekoratives erwartet die Besucher bei Blumen Weber, bei der Blumentombola gibt es duftige Preise zu gewinnen. Auch die Gaumen der Hiagstroaser werden mit Schmankerln aus Italien, Indien und aus Bayern verwöhnt. Holzofenbrot und Sengzelten werden gebacken, Fische gegrillt und der Trachtenverein zeigt, wie anno dazumal Weißkraut eingehobelt und eingestampft wurde. Moderne Heiz- und Reinigungstechnik sowie Autopflege werden von Fachkräften vorgestellt, Schmuck in allen Variationen kann im Antik-Café Wenzel bewundert werden. Bei einer weiteren Aktion kann man den Glaskünstlern bei der Schatztruhe Köck über die Schultern schauen, die aus Glasscherben Unikate fabrizieren, edles Glas wird beim Kristallmarkt angeboten und ein Porzellan-Schnäppchenmarkt lädt zu einem Besuch ein.
pnp


Grafenauer Anzeiger vom 9. August 2008
Eintauchen in die „Glaswelten“

Ausstellung von Erhard und Florian Köck in der Touristinfo Spiegelau
Spiegelau. Mehr als 100 Geschäftsfreunde und Bekannte kamen zur Eröffnung der Ausstellung „Glaswelten“ in der Touristinformation Spiegelau. Die Künstler Erhard und Florian Köck, Vater und Sohn, stellten neu kreierte Glasbilder, sowie Holz- und Glasskulpturen vor. Bürgermeister Josef Luksch begrüßte die Gäste und wünschte den beiden Köcks weiterhin viel Erfolg. In seiner Laudatio sprach Dipl. Ing. Bernd Köck an, dass das Schöne, das Besondere und das Eigene an der Kunst sei, dass jeder darin sehen kann und soll, was man selbst sehen möchte. „Diese Auffassung findet sich auch bei den Ausstellungsobjekten wieder. Ganz bewusst wird darauf verzichtet, dem Betrachter bereits durch den Titel einen möglichen künstlerischen Inhalt des Werkes zu offenbaren. Die eigene Vorstellungskraft wird in den Mittelpunkt gestellt“, sagte Bernd Köck.
pnp
Die Ausstellung ist bis 31. Oktober in der Touristinfo Spiegelau zu sehen. Geöffnet von Montag bis Donerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 15.30 Uhr und Samstag von 9 bis 11 Uhr.

Loipennetz auf dem Prüfstand  Qualität soll vor Quantität gehen
Spiegelau. Josef Wanninger, Gemeinderat und Referent für Ehrenamt und Sport, hat sich zusammen mit den Ratskollegen Karlheinz Roth und Peter Hinterberger und Theresa Resch von der Touristinformation mit dem Loipennetz der Gemeinde beschäftigt und Verbesserungen erarbeitet. Diese stellte er dem Gemeinderat bei der jüngsten Sitzung vor.
„30 Prozent der 43 500 Übernachtungen haben wir von Dezember bis März, genauso viele wie von Juni bis August. Das zeigt schon den Stellenwert, den der Winterurlaub und damit das Langlaufen genießt“, leitete Wanninger das Thema ein. Das Problem: es wird wärmer. Unter 650 Metern Höhelage wird Langlaufen nicht mehr möglich sein. „Wir haben das Glück, dass unsere Loipen zwischen 700 und 820 Metern Höhe verlaufen und wir haben kalte Tallagen“, bemerkte der Referent. Trotzdem sind die Schneemengen oft so gering, dass es schwierig wird, die Trassen gut zu präparieren.. „Am besten wäre es, wenn wir den Langlauf auf die Forststraßen bringen könnten, denn darauf lässt sich auch bei wenig Schnee spuren“, schlug Wanninger vor. Generell müsse Qualität vor Quantität gehen. „Was nützt ein 50-Kilometer-Loipennetz, wenn es teilweise nicht zu fahren ist?“
Ein paar problematische Stellen griff der Gemeinderat heraus. So gebe es bei der Loipe Althütte nach Aussage von Loipengerätfahrer Christian Stadler einige sehr steile und schräge Strecken. Eine längere Loipenführung um Althütte könnte Abhilfe schaffen. Im Klingenbrunner Wald müssten tiefe Stellen in den Loipen beseitigt und Feuchtstücke aufgegeben werden. Dafür könnte der Kurs über die Geißbergstraße verlaufen. Bei der Bayerwald-Loipe sei der Ausgang zur Martinwiese sehr feucht. Eine Umlegung auf den Waldweg erscheine sinnvoll. Eine generelle Überlegung sei der Rundkurs Beiwald-Holzhammer-Oberkreuzberg wert. Soll er aufgegeben, oder verlegt und zusammengeführt werden? Allein der Transport des Loipengerätes sei aufwendig.
Zur Nachtloipe in Klingenbrunn sagte Wanninger, dass sie mit elf Strahlern eines der besten Beleuchtungssysteme habe. Doch nur wenig weise auf sie hin . Hier müssten mehr Wegweiser und Infotafeln angebracht werden. Ein weiteres Problem sei der Parkplatz, der entweder eisig sei oder mit Pfützen übersät. Bei der Streckenführung sollte es auch eine längere Trasse zum Bergauflaufen für die Sportler geben. „Mein Wunsch wäre es, mal kleine Rennen veranstalten zu können, Sanitärräume und die Möglichkeit, sich einen Kaffee kaufen zu können“, sagte Wanninger abschließend. ul

Spechtfest zur 30-Jahr-Feier des Waldspielgeländes

Spiegelau. Das Waldspielgelände bei Spiegelau feiert dieser Tage seinen 30. Geburtstag. Dazu laden 3. Bürgermeister Peter Hinterberger und Bildungsreferent Lukas Laux von der Nationalparkverwaltung am Sonntag, 17. August, alle kleinen und großen Gäste ein, um miteinander ein fröhliches Waldfest zu erleben. Gefeiert wird aber nicht nur das 30. Jubiläum des Waldspielgeländes, sondern auch der „Specht“ als neues Symbol-Tier der Gemeinde Spiegelau. Richtig „spechtig“ geht es zu, wenn ab 13.30 Uhr die Gemeinde Spiegelau, die Nationalparkverwaltung und der Verein WaldZeit e.V. ein großes Spechtfest veranstalten. Ab 14.15 Uhr stimmen Michael Hausburg und Frank Rebitscheck mit ihrem Mitmachkonzert „Wer klopft denn da?“ erst einmal richtig auf das Thema Specht ein. Beim anschließenden Spechtquiz kann überprüft werden, was man selber alles über die „Zimmerer des Waldes“ weiß. Besonders für Kinder werden viele Aktivitäten angeboten: Beim Spechtophon-Bau mit anschließendem Singen und Musizieren mit Balboo oder bei der Spechtolympiade können sie sich so richtig austoben. Ruhiger wird es dann im geheimnisvollen Rindenkobel, wo Elisabeth Neumann-Haberlik ab 15.30 Uhr Märchen vorliest. Am Grillplatz sorgt der EC Edelweiß mit Schmankerln vom Holzkohlegrill, gekühlten Getränken sowie Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl. Ausklingen lassen Michael Hausburg und Frank Rebitscheck das Fest ab 17 Uhr mit ihrem zweiten Programmpunkt, der „Musikalischen Vogelkunde“, das bereits zur Eröffnung des Naturerlebnispfades Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeisterte.



Grafenauer Anzeiger vom 8. August 2008
AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU

Seit der Schneekatastrophe 2006 ist es Bürgermeister Josef Luksch ein Anliegen, ein Katastrophenfall-Management zu entwickeln. Der Rettungsassistent Alfred Peterhansl informierte den Gemeinderat über den derzeitigen Stand. Danach zählen zu den festen Mitgliedern des Krisenstabes alle drei Bürgermeister, die Kommandanten der Gemeindefeuerwehren, die Rettungsassistenten Peterhansl, Andreas Friedl und Thomas Büchler und die Verwaltung. Als weitere Helfer werden Rettungssanitäter, Krankenschwestern, Köche, Techniker etc. aktiviert.
In Alarmübungen werden verschiedene Szenarien angenommen und genau analysiert. Einstimmig gab der Gemeinderat der Verwaltung den Auftrag, weitere Vorarbeiten für das Katastrophenfall-Management ausführen zu können.
Luksch sagte allen freiwilligen Helfern und Organisatoren des Pandurenfestes „herzlichen Dank“. Gemeinderat Josef Wanninger bestätigte, dass wohl keine anderes Ereignis in Spiegelau eine so große Außenwirkung erziele als das Pandurenfest. Allerdings bedürfe es einer Grunderneuerung und dafür müssten bereits im September die Planungen beginnen. Damit befasst solle nicht nur der Festausschuss sein, sondern die Bitte gehe an alle Gemeindebürger, sich hier mit Ideen einzubringen.
Das Gerätehaus der Feuerwehr Klingenbrunn muss vergrößert werden, damit das LF 8/6 und das Mehrzweckfahrzeug gemeinsam untergestellt werden können. Durch die Vergrößerung des Tores fällt der Raum für die Spinde weg. Deshalb bekommt das Gerätehaus einen Anbau in Richtung Dorfplatz. Hotelier Max Stadler als Anlieger hat nichts dagegen, wenn die Arbeiten nicht gerade zur Hochsaison seines Betriebes über die Bühne gehen. 120 000 Euro müssen für den Umbau in den Haushalt eingestellt werden, es gibt 20 000 Euro Zuschusspauschale. Bei der Sitzung fasste der Gemeinderat nur den Grundsatzbeschluss, diesem Anbau zuzustimmen. Dieser fiel einstimmig aus.
Nach dem Antrag der Freien Wähler soll das alljährliche Deckenbauprogramm bereits im Winter und nicht , wie bisher, von April bis Juni ausgeschrieben werden, weil dann günstigere Preise erzielt werden könnten. Das Gremium war dafür.
 Karlheinz Roth war aufgefallen, dass nur das alte Schild „beheiztes Freibad“ auf das neue Naturbad hinweise. Das müsste so schnell wie möglich ersetzt werden. Auch an den Ortseingängen sollten große Hinweistafeln auf das Naturbad aufgestellt werden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Saison über noch gute Fotos vom Naturbad für Flyer und Plakate gesammelt werden. Außerdem müsse noch überlegt werden, ob es einen Namen bekäme und ein bestimmtes Logo. Nachgeliefert wird die Badeverordnung für das Naturbad. Darauf hatte Kurt Hobelsberger aufmerksam gemacht.
„Mittelalterlich“ nannte Wanninger den Belegungsplan in der Mehrzweckhalle. Den will er in seiner Eigenschaft als Sportreferent des Gemeinderates zusammen mit Geschäftsleiter Josef Schreiner und Veranstaltern überarbeiten.
Roth fragte nach dem Sachstand zur Wiederbelebung des Jugendtreffs im alten Spiegelauer Feuerwehrhaus. Luksch berichtete, dass sich schon Jugendliche gemeldet hätten, die ihn weiterführen würden, aber nur wenige seien über 18. Zusammen mit Kreisjugendpfleger Franz Throner sollen demnächst die Räume begutachtet werden.

Generalsanierung des Klärwerks Spiegelau abgeschlossen Projekt kostet 4,8 Millionen Euro - Umbau bei laufendem Betrieb - Morgen Einweihungsfeier
Spiegelau. Die Generalsanierung des Klärwerks Spiegelau ist dreidreiviertel Jahre nach dem ersten Spatenstich abgeschlossen. Morgen lädt der Zweckverband Klärwerk Spiegelau mit den Mitgliedsgemeinden Spiegelau und Riedlhütte ab 10 Uhr zur Einweihung der Anlage oberhalb der Steinklamm ein. Zur Geschichte: 1969 wurde das Klärwerk gebaut, 1981 seine Sanierung beschlossen. Doch mit der Umsetzung konnte erst im November 2004 begonnen werden, als nach einem Rechtsstreit mit einem Anlieger das Verwaltungsgericht München die Rechtmäßigkeit des Bauvorhabens bestätigte. 4,8 Millionen Euro kostet das aufwändige Projekt mit einer Ausbaugröße für 7500 Einwohner. Es erlaubt bei trockenem Wetter einen Zulauf von 33 Litern Abwasser pro Sekunde und bei Regen maximal 60 Liter pro Sekunde. Wegen der hohen Gewässergüte und der ökologische sensiblen Situation durch den Stausee Großarmschlag wird der Nachschutz besonders groß geschrieben. Deshalb wurde im Klärwerk eine Phosphat-Eliminierung notwendig. Damit die direkten Anwohner und die Bewohner des Neuhammer Weges nicht durch den Geruch belästigt werden, wurden alle Becken eingehaust, die Luft wird abgesaugt und gefiltert. Die besondere Schwierigkeit bei der Generalsanierung der Kläranlage war die Tatsache, dass sie bei laufendem Betrieb passieren musste. Fördertechnisch läuft der Bau unter dem Begriff „Generalsanierung“ - deshalb gibt es nur 500 000 Euro Zuschuss - letztendlich ist es aber ein vollständiger Neubau. Mit der Planung und Bauleitung war die EBB-Ingenieurgesellschaft mbH in Regensburg beauftragt, die Genehmigungen erteilten das Wasserwirtschaftsamt Passau und das Landratsamt Freyung-Grafenau. Circa 35 Firmen (mit Subunternehmen) waren an dem Bau beteiligt. Viele kommen davon aus der Region, wie die Firmen Stich, Keilhofer & Peschl, Ebner und Harant aus Spiegelau, die Firmen Kloiber und Duschl aus Freyung, die Fa. Hackl aus Mauth, die Fa. Straßer aus Hunding, die Firma Zernsauer aus Neukirchen v. Wald und die Firma Neulinger aus Obernzell. Um die Kläranlage kümmern sich die Ver- und Entsorger Erich Bachmann und Werner Schwankl. Die Kläranlage im Überblick: Betriebsgebäude: Büro und E-Raum (Zentrale der Anlage), Laborraum (Messung und Auswertung von Proben, Eigenüberwachung). Rechengebäude: Sanierung und räumliche Ergänzung des Bestands. Vorraum mit Zulaufschacht, Gerinne und Probenahme, Rechenraum mit Feinsiebrechen (mechanische Entfernung von Grobstoffen bis vier Millimeter und Rechengutwäsche), Containerraum für das Rechengut, Installationskeller für die Betriebswasseranlage. Sandfanggebäude: Rundsandfang, belüftet, Durchmesser: 3,50 Meter, mit Schwimmstoffabzug. Sandwäsche mit Sandentwässerung (Auswaschung bis auf weniger als drei Prozent organischer Reststoff), Sandmenge: ca. zehn Kubikmeter pro Jahr. Belebungsbecken: Vorschacht mit Zulauf vom Sandfang und Rücklaufstrom aus dem Nachklärbecken, Ablaufkammern, Belebungsbecken 1 und 2 mit je 1200 Kubikmeter Nutzvolumen. Belebtschlammverfahren mit gemeinsamer Schlammstabilisierung. Eintrag des erforderlichen Sauerstoffs mittels feinblasiger Druckluft an der Beckensohle. Beckengröße: je 14,6 mal 14,6 Meter, Wassertiefe: 5,60 Meter. Nachklärbecken: Rundbecken mit 19 Meter Durchmesser, mittlere Wassertiefe: mindestens 4,50 Meter, 1250 Kubikmeter Volumen. Zulauf vom Belebungsbecken über Dükerleitung ins zentrale Mittelbauwerk. Ablauf des gereinigten Wassers im Wasserspielbereich, am Beckenaußenrand. Räumerbrücke mit nachgeschlepptem Bodenschlamm-Räumschild, Schwimmschlammabzug im Wasserspiegelbereich. Messhaus: Ablaufmessung mit Dreiecksmesswehr, Messung berührungslos zum Wasserspiegel mittels Echolot. Messung von pH-Wert und Temperatur, Probenahme mit automatischem Probenehmer. Maschinenhaus: Das alte Vorklärbecken wurde in Keller-Betriebsräume und Behälter umgebaut. Das Erdgeschoß mit Betriebs- und Funktionsräumen wurde neu aufgebaut. Rücklaufschlamm-Pumpwerk mit zwei Drehflügelpumpen, drei Druckluftgebläse mit maximal 800 Kubikmeter pro Stunde effektive Luftmenge, Fäkal-Annahmeschacht mit 13 Kubikmeter Inhalt, Überschuss-Schlamm-Eindicker mit ca. 23 Kubikmeter Inhalt, Förderung des eingedickten Überschussschlamms in die Schlammstapelbehälter. Steuerwarte und E-Anlagen für die Verbraucher und Funktionen der gesamten biologischen Stufe und Schlammbehandlung, Werk- und Betriebsräume für hydraulische Einrichtungen und Funktionen, Phosphatfällung ( Tankinhalt: zehn Kubikmeter, Durchmesser: drei Meter) mit Hydraulik- und Steuereinrichtungen für bedarfsgerechte Fällmittel-Dosiermengen in den Zulauf von Belebung und Nachklärung. Kalksiloanlage mit Feinkalk-Trockengut-Dosiereinrichtung mit hydraulischer Kalkeinspülung, Siloinhalt: 40 Kubikmeter Kalkhydrat, Durchmesser: 3,20 Meter. Schlammstapelbehälter: Drei Kammern mit je 650 Kubikmeter Nutzvolumen.


Grafenauer Anzeiger vom 7. August 2008

Neuverschuldung trübt Freude über mehr Geld
Haushalt weist 755 000 Euro freie Finanzspanne auf - Schulden steigen auf fast vier Millionen Euro - Einstimmiger Beschluss
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Mehr Investitionen, gute Steuereinnahmen, eine komfortable freie Finanzspanne, aber auch eine hohe Neuverschuldung und die kostenrechnenden Einrichtungen als „Sorgenkinder“ kennzeichnen den Haushalt 2008. Einstimmig billigte der Gemeinderat den Haushaltsentwurf, den der Finanzausschuss so empfohlen hatte. Auch die Finanzplanung 2007 bis 2011 wurde einmütig angenommen. Kämmerer Ludwig Friedl trug das Zahlenwerk vor. Es schließt im Verwaltungshaushalt mit 6 006 700 Euro und im Vermögenshaushalt mit 4 068 600 Euro. Der Gesamthaushalt hat ein Volumen von 10  075 300 Euro (Haushalt 2007: 8 721 700 Euro). Der Gemeindeanteil am Lohn- und Einkommensteueraufkommen beträgt mit 1 028 669 Euro um 51 184 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Dafür gibt es zwei der Schlüsselzuweisung um 2,5 Prozent oder 38 344 Euro weniger.
Bei den Gewerbesteuereinnahmen rechnet Friedl mit ca. 700 000 Euro, in den Haushalt eingestellt hat er vorsichtshalber aber nur 660 000 Euro. Um die 600 000 Euro werden sich die Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten Jahren einpendeln. „Doch durch die Unternehmensteuerreform und den stockenden Konjunkturaufschwung sind Einnahmeausfälle zu befürchten“, warnt er vor allzu hohen Erwartungen. Weil die Umlagekraftzahlen gestiegen sind, erhöht sich die Kreisumlage um 147 212,65 Euro (14,89 %). Nicht mehr zu zahlen ist die Solidarumlage. Dafür wendete die Gemeinde Spiegelau von 1995 bis 2007 1 041 730,27 Euro auf. Die Zuführung an den Vermögenshaushalt beträgt 981 500 Euro. Die Mindestzuführung beläuft sich auf 238 200 Euro. Als freie Finanzspanne verbleiben 755 000 Euro. Für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen sind im Vermögenshaushalt 3,496 Mio. Euro eingeplant. 53 000 Euro dienen als Rücklage. Fast um 200 000 Euro übersteigt der Kassenkredit in Höhe von 1,2 Mio. Euro ein Sechstel der im Verwaltungshaushalt veranschlagten Einnahmen und widerspricht damit der Sollbestimmung. Kämmerer Friedl sieht darin kein Problem: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass bedingt durch größere Investitionsmaßnahmen und die schleppende Auszahlung staatlicher Mittel immer mehr Geld zur Verstärkung der Kasse nötig wird. Außerdem ist die Genehmigungspflicht beim Überschreiten der Höchstgrenze entfallen.“ Was ihn wirklich beunruhigt, sind die Deckungslücken bei den kostenrechnenden Einrichtungen und die Entwicklung der Schulden. So erwartet er bei der Abwasserbeseitigung für das Haushaltsjahr 2008 einen Fehlbetrag von 73 400 Euro. Bei der Wasserversorgung ist der Fehlbetrag vermutlich noch höher, nämlich 103 600 Euro (Deckungsgrad 71,84 %). Mit einer Verbesserung der Ertragslage sei durch die laufenden Investitionen und die damit verbundene Erhöhung der kalkulatorischen Kosten sowie dem geänderten Verhalten des Verbrauchers mit stetig sinkendem Wasserverbrauch bis 2011 nicht zu rechnen. Die kalkulatorischen Kosten sind inzwischen auf 174 500 Euro angewachsen. 2007 lag der Fehlbetrag beim Bestattungswesen noch bei 48 415 Euro. Heuer reduziert er sich auf 21 000 Euro, weil die Gemeinde mit Einnahmen durch Verlängerungen der Grabnutzungsrechte und durch den Trauerwald rechnen kann. Das entspricht einem Deckungsgrad von 84,32 %. Friedl rät dazu, bei den kostenrechnenden Einrichtungen in den nächsten Jahren eine Gebührenanpassung vorzunehmen. „Auf Dauer können wir uns hier keine Unterdeckung erlauben“, machte er den Gemeinderat aufmerksam. Zum 1.Januar 2008 hatte die Gemeinde 2,807 Mio. Euro Schulden. Heuer steigt die Verschuldung voraussichtlich auf 3,925 Mio. Euro. Darin enthalten ist ein Übergrückungsdarlehen in Höhe der zu erwartenden Zuschüsse von 938 000 Euro für die Kanalbaumaßnahmen in Klingenbrunn und Althütte, die voraussichtlich erst ab 2009 ausbezahlt werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt nach dem Einwohnerstand vom 30. Juni 2007 977 Euro (Landesdurchschnitt: 680 Euro).Um die bedenkliche Nettokreditaufnahme von 1,117 Mio. Euro zu begrenzen, müssen verschiedenen Maßnahmen auf spätere Haushaltsjahre verschoben werden. Generell mahnte Friedl auch weiterhin ein sparsames Wirtschaften an, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten. Dazu zähle auch weiterhin, dass die Gemeinde auf freiwillige Leistungen verzeichten solle, damit sie sich ganz auf ihre Pflichtaufgaben und anstehende Investitionen konzentrieren könne.
Stimmen zum Haushalt
2. Bürgermeister Kurt Zettl (CSU): „Im Großen und Ganzen kann man mit dem Haushalt zufrieden sein. Nur sollte die Kanalbaumaßnahme in Althütte nicht verschoben werden. Den Anwohnern wurde die Fertigstellung zugesichert.“ Josef Wanninger (FW): „Dem Haushalt kann man zustimmen. Nur im August sind zwei Drittel des Jahres gelaufen. Der Haushalt muss im ersten Quartal des Jahres diskutiert werden. Die Ausschreibungen zu den Deckensanierungen sollten im Winter gemacht werden, da gibt es bessere Preise.“ Karlheinz Roth (CSU): „Ich kann auch zustimmen, aber der Haushalt wurde zu spät vorgelegt, da gibt es keine großen Spielräume mehr. “ Erhard Wawrzek (FW): „Beim Vermögenshaushalt sollte man dort investieren, wo es die meisten Zuschüsse gibt. Die guten Steuereinnahmen sind erfreulich.“ Bürgermeister Josef Luksch (SPD): „Natürlich wäre es wünschenswert, bei den kostenrechnenden Einrichtungen einmal eine Pattsituation zu erreichen. Doch ich bin dagegen, Ausgaben durch höhere Einnahmen abzugleichen.Wir sind bei den Grundsteuern teils erheblich unter dem Landesdurchschnitt, ebenso bei der Gewerbesteuer mit 305 %. Das kann auch ein Wettbewerbsvorteil sein. So hat sich ein Dienstleistungsbetrieb, der jährlich 20 000 Euro Gewerbesteuer zahlt, wegen des günstigeren Hebesatzes bei uns angesiedelt. Wie die Einnahmen durch den Trauerwald beweisen, darf man sich neuen Bestattungsformen nicht verschließen. Die hohen Investitionen in die Wasserversorgung, etwa durch die Fernwirktechnik, sparen auch wieder Geld, weil die Funktionstüchtigkeit der Pumpanlagen zentral überwacht werden kann und so Fahrkosten wegfallen. Beim Abwasser sind wir an die strengen Auflagen von Land, Bund und EU gebunden. Nach der Kläranlage Spiegelau blüht uns das gleiche Prozedere bei der Anlage Augrub, die 1980 in Betrieb ging. Dafür gibt es aber keinen Cent Zuschuss.“ Zum Ende der Sitzung beantragte Zettl, dass der Haushalt 2009 spätestens im März 2009 und der Haushalt 2010 im Januar 2010 vorzuliegen habe. Alle bis auf Luksch stimmten zu.


Grafenauer Anzeiger vom 2. August 2008

Der Weg wächst unter euren Füßen
Abschied von 52 Viertklässlern von der Grundschule Spiegelau in der Mehrzweckhalle
Von Franz Stockinger
Spiegelau. Das Motto zur Abschlussfeier der vierten Klassen machte neben den Schulkindern auch die Eltern und Großeltern nachdenklich. Um neue Wege zu begehen, braucht man Mut, Kraft und auch Selbstbewusstsein und all dies wünschte der Rektor der Grundschule den Kindern aus 4 a und 4 b. Zunächst aber richtete Karl-Heinz Reimeier sein Grußwort an die Schüler, Eltern und Großeltern, namentlich an Bürgermeister Josef Luksch, Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, Pfarrer Johann Pöppel und dem früheren Schulleiter Anton Seibold. Viele kleine Handgriffe sind während eines Schuljahres angefallen und da tut es gut, sich auf verlässliche Leute stützen zu können.
Er dankte vor allem der Gemeinde für die stets gute und reibungslose Zusammenarbeit mit Bürgermeister Luksch an der Spitze, dem Elternbeirat mit Anja Thamm, dem Hausmeisterehepaar Kornelia und Konrad Graf, Mittagsbetreuerin Andrea Weber, dem Reinigungspersonal und allen Schulbusfahrern. Mit einem kurzen Grußwort überraschte Bürgermeister Luksch die Festversammlung und vor allem die Schulabgänger der vierten Klasse. Er holte sie alle zu einem „Geheimtreffen“ in die Ecke der MZH und erfragte Einiges zu den bevorstehenden Ferien. Dann schenkte er jedem Kind eine Zehnerkarte für das Freibad in Spiegelau und noch ganz ungläubig betrachteten sie ihr Geschenk, als sie zurück auf ihre Plätze gingen. Maria Denk bedankte sich als Elternbeiratsmitglied anstelle der 1. Vorsitzenden Anja Thamm besonders bei allen Lehrern für die Zuwendung und geleistete Arbeit der vergangenen vier Jahre und wünschte der vierten Klasse Kraft, Selbstvertauen und Glück für die weitere Schulzeit. „Heute ist ein Wendepunkt nicht nur für euch, liebe Kinder der vierten Klassen, auch eure Eltern schauen zurück auf vier Jahre, in denen ihr Lustiges, manch Trauriges erfahren habt. Der Grundstock des Lernens in Mathe, Deutsch und in den musischen Fächern ist nun in euch gelegt und nun müsst ihr anwenden, was ihr bisher gelernt habt. Ein Glücksbringer soll euch dabei begleiten. Es ist ein Marienkäfer mit einer Botschaft, die euch an die Grundschule Spiegelau erinnern wird: Der Weg wächst unter euren Füßen.“ Beate Wandtner wird die Grundschule Spiegelau in Richtung Neuschönau verlassen. Ein Präsent vom Elternbeirat und Rektor Reimeier wurden der sympathischen Grundschullehrerin mit auf den Weg gegeben. Die Klasse 2b mit Klasslehrer Hans Lenz verabschiedete die vierten Jahrgangsklassen mit einem kurzen, aber eindrucksvollen „Alles Gute für die Zukunft“, das die Schüler als Buchstabenband in die Höhe hielten. Auch die Klassensprecher Nicole Pater (4a) und Philipp Wilhelm (4b) machten ihre Sache sehr gut. In ihrer Abschlussrede richteten sie den Dank an alle Lehrer, an die Eltern, an die Gemeinde Spiegelau und vergaßen auch ihren Hausmeister Konrad nicht. Eine Abschlussfeier wird natürlich erst zur Feier, wenn der gebührende Rahmen gesetzt ist. Der Schulchor (Karl-Heinz Reimeier) und das Schulorchester (Claudia Wolf) beeindruckten hier und besonders mit dem Abschlusslied „Amazing grace“, in das alle Schüler und Gäste bei der letzten Strophe mit einstimmen durften.


Meditative Wanderung am Seelensteig
Evangelisch-Lutherische Kirche lud dazu ein
Spiegelau. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Grafenau und der Nationalpark luden kürzlich zu einer meditativen Wanderung ein zum Thema „ Der alte Wald geht - der neue Wald entsteht“.
Fast 50 Gäste und Einheimische folgten der Einladung, bei der es entlang des Seelensteiges ging. Nationalparkranger Günter Sellmayer informierte über den Wald und die Entstehung des Seelensteiges. Kurkantor Rainer Timmermann hatte passende Lieder zur Natur aus dem Gesangbuch herausgesucht, die gemeinsam gesungen wurden. Für den meditativen Teil sorgte Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, die nachdenkliche Gedichte von Karl-Heinz Reimeier, Fjodor M. Dostojewskij, Lothar Zenetti usw. vorlas, aber auch Schöpfungspsalme.
Bei einer Pause am höchsten Punkt des Seelensteiges mit einem Glas Wein hörten die Teilnehmer eine fantasievoll ausgeschmückte Nacherzählung der Schöpfungsgeschichte.
bei


Grafenauer Anzeiger vom 29. Juli 2008

Balsam für die Seele - Meditativer Abendgottesdienst in Spiegelau
Spiegelau. Vor kurzem fand in der Martin-Luther-Kirche in Spiegelau wieder ein meditativer Abendgottesdienst statt. Das Thema des Gottesdienstes war: Psalmen. Psalmen begleiten die Menschen schon seit Jahrtausenden. Die Psalmen könnte man das älteste Gesangbuch des Volkes Gottes nennen. Martin Luther nannte die Psalmen die „kleine Biblia“. Diakonin Gabriela Neumann-Beiler verlas verschiedenste Psalmen, die hauptsächlich auf König David zurückzuführen waren. Danach hatten die Besucher Zeit, diese Zeilen auf sich wirken zu lassen. Marie-José Mulder-van Osch (Akkordeon) spielte einfühlsam meditative Stücke u. a. von Erik Satie, Astor Piazolla, W. A. Mozart vor. Kurorganist Daniel Debrow untermalte kunstvoll mit Orgelmeditationen das Abendmahl und die Fürbitten mit Werken von Josef Rheinberger, Cesar Franck, Johannes Brahms usw. In diesem Zusammenhang wurden die Termine der nächsten Abendgottesdienste bekanntgegeben - und zwar am 14. September, 19. Oktober und 16. November jeweils um 19 Uhr . Am heutigen Dienstag findet um 19 Uhr eine Meditative Wanderung am Seelensteig in Spiegelau zum Thema „Der alte Wald geht - der neue Wald entsteht“ mit Nationalparkranger Günter Sellmeyer, Kurorganist Rainer Timmermann, Diakonin Gabriela Neumann-Beiler statt. Ausgangspunkt ist das Park&Ride-Gelände. Am 2. August ist um 19.30 Uhr ein Konzert für Orgel und Querflöte in der Spiegelauer Martin-Luther-Kirche mit Kurorganist Rainer Timmermann und Lydia Hellweg-Timmermann.
Am 3. August beginnt um 10 Uhr beim Kurparkpavillon in Grafenau der „Gottesdienst im Grünen“ mit Pfarrerin Sonja Schuster. Er wird begleitet von den Grafenauer Blechbläsern.
pnp


Grafenauer Anzeiger vom 24. Juli 2008
Den Bedürftigen unter die Arme greifen

Lebensmittelausgabe „Bürger helfen Bürgern“ für Spiegelau und St. Oswald-Riedlhütte wird eingeweiht
Spiegelau. 350 Euro im Monat oder sogar noch weniger. Wer mit diesem Nettoeinkommen auskommen muss, der dreht jeden Cent dreimal um. Gespart wird oft am Notwendigsten: dem täglichen Essen. Um diesen Menschen zu helfen, gibt es die Lebensmittelausgabestelle „Bürger helfen Bürgern“ (BhB) in den Gemeinden Spiegelau und St. Oswald-Riedlhütte. Am vergangenen Dienstag wurde die offizielle Einweihung in der Zivildienstschule in Spiegelau gefeiert. „Der eine trage des anderen Last“, mit dem Zitat aus der Bibel eröffnete Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die kurze Andacht. Zusammen mit Pfarrer Hubert Gerstl überbrachte sie den kirchlichen Segen. „Es sollen nicht die Kühlschränke gesegnet werden, sondern die Menschen die dazu beigetragen haben, das Projekt zu verwirklichen. Aber auch die Menschen die herkommen, mit der Bitte um die Gaben“, ergänzte Gerstl. Die Gemeinden Spiegelau und St. Oswald-Riedlhütte hatten großen Anteil an der Verwirklichung des Projekts. So stieß Initiatorin Waltraud Madl auf offene Ohren bei den beiden Bürgermeistern und wurde tatkräftig mit Geldspenden und Sachspenden unterstützt. Einen Raum in der Zivildienstschule stellte Josef Luksch der Ausgabestelle kostenlos zur Verfügung, der anschließend in Eigenregie innerhalb einer Woche komplett saniert wurde. Erst wenige Monate alt, aber die Bewohner der beiden Gemeinden nehmen die Hilfe gerne an. 54 Personen sind es inzwischen und die Zahl steigt jeden Freitag - Ausgabe von 14-16 Uhr - mehr an. Fast ein Dutzend an Geschäften aus Riedlhütte, St. Oswald und Spiegelau unterstützen die Aktion wöchentlich mit Lebensmitteln und Sachspenden. Im Zuge der Einweihungsfeier überbrachte Bürgermeister Luksch eine Spende der Stockbauer-Stiftung in Höhe von 1500 Euro, die jährlich an die Einrichtung geht. Gemeinde-Referent Otto Öllinger umrahmte die Feier mit der Gitarre und übergab im Anschluss eine Spende von 200 Euro, die aus dem Jubiläumskonzert im vergangenen Herbst in Riedlhütte stammen. „Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende, denn wir kämpfen jeden Freitag darum alle zu verköstigen. Sogar der eine Euro den jeder Bedürftige zahlt, wird sofort wieder investiert“, sagt Madl. Davon werden Lebensmittel wie Nudeln oder Zucker gekauft, die lange haltbar und nur selten bei den Spenden der Geschäfte dabei sind.
apo


Grafenauer Anzeiger vom 21. Juli 2008
Tausende wollten die Panduren sehen
Auch in der 23. Auflage war das Spiegelauer Spektakel ein Publikumsmagnet
Spiegelau. „Hofft mit mir, dass Trenk die Geißel Gottes an uns vorüberziehen wird“, rief Bürgermeister Josef Luksch seinem Volk zu. Doch alles bitten half nichts, denn die gefürchteten Panduren verschonten den Glasmacherort auch dieses Jahr nicht. Zusammen mit einer Geisel und dem goldenen Schatz führten die 25 Panduren, mit ihrem Obristen Franziskus Freiherr von der Trenck, ihren Triumphzug durch den Ort fort. Tausende Besucher säumten die Straßen am gestrigen Sonntag und sahen einen farbenfrohen Umzug mit feierlich geschmückten Pferdewägen und hunderten Teilnehmern in historischen Gewändern. Spielmannszüge, Reiter, Bürgerwehr, Trommler und das mitreisende Volk zogen gleich zweimal an den Zuschauern vorüber, ehe sie sich unter die Menge mischten. Bis in den späten Nachmittag genossen die vielen Besucher das Markttreiben mit alten Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben, sahen Aufführungen von Gauklern, Sängern und Fechtgruppen oder schlenderten über den historischen Panduren-Flohmarkt. Wie schon im letzten Jahr bestand die Gruppe der Panduren aus einheimischen Darstellern, deren prachtvolle Gewänder von Karin Trauner geschneidert wurden. Den blutrünstigen Trenk mimte Manfred Scholz jr., der mit seinem Hauptmann alias Gerhard Neumann den Ort eroberte. Ihr Lager hatten die Panduren bereits am Vortag in der Mitte des Ortes aufgeschlagen. Bürgermeister Luksch hatte zuvor das 23. Spiegelauer Pandurenfest mit Salutschüssen eröffnet. Bei zwanglosem historischem Lagerleben wurden bis in die Abendstunden verschiedene Pandurenspezialitäten mit Bier und Wein verzehrt.
apo


Grafenauer Anzeiger vom 19. Juli 2008
SAXNDI. . .
. . ., die Säbel fürs Duell lagen im Sitzungssaal schon bereit, wenn sie auch für das nahende Pandurenfest gedacht waren. Aber wozu auf Feinde warten wenn man sich auch selbst bekriegen kann. Dazu krame man einfach tief in den Kisten der gegenseitigen Vorwürfe, füttere diese mit einem Wust an - vom Anderen - unerledigten Pflichtaufgaben auf und garniere das ganze mit einer persönlichen Note und einem taktisch klugen Prozedere. Dann kann man sich herrlich über Themen streiten, die andere Gemeinderäte lieber diskutieren, beraten , beschließen und umsetzen. Mehrheit ist dort Mehrheit. Vernünftige Mehrheiten setzen sich dort ohnehin durch und politisch motivierte bekommen hier wie dort eben später die Quittung. Die Frage, ob Spiegelau mit Referaten und Referenten effektiver zu seinen Zielen kommt, ist ohnehin nur eine kleine Nadelspitze in einem mächtig kratzenden Strohhaufen. Was mit Protokollen eigentlich dazu gedacht war, den aktuellen Sachstand transparenter zu machen, entpuppt sich bei der laufenden Sitzung als gerne genutztes zeitaufwändiges Verwirrspiel. Das Ziel höherer Effektivität durch zeitnahe Entscheidungsfindung wird zum Instrument für politisch oder persönlich motivierte Schnellschüsse umfunktioniert - von allen Seiten. Die eigentlich mit der Umsetzung getrauten Verwaltung schüttelt dazu frustriert den Kopf. Dann bleibt in einer Sitzung wie in einem Bericht auch kein Platz mehr für das, was wirklich Sache wäre. Und wenn im sandigen Morast der gegenseitigen Vorwürfe die Zahnräder eines Gemeindemotors erst richtig schön festsitzen, dann hebt einer beide Hände und würgt ihn breit grinsend noch endgültig ab. Im Englischen bedeutet der Ursprung des „Antrags zur Geschäftsordnung“ eigentlich mit „point of order“ eine Rückkehr zu einem Punkt, von dem aus gemeinsam als richtig erachtete Regeln ganz kultiviert wieder als gültig gesetzt werden. Aber hier wurde das Instrument auch nur als versuchte Maßregelung missbraucht, die in einer verzwickten Sackgasse nur eine neue Labyrinthmauer hochzieht. Effektiv weiter kommt Spiegelau so auf Dauer nicht.    Hermann Haydn 


Eine Sitzungspause zum Abkühlen
Streit um Einrichtung von Referaten sorgt im Spiegelauer Gemeinderat für einen Eklat
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Mit dem entschuldigenden Hinweis, sie habe noch einen wichtigen persönlichen Termin, verließ Elke Proßer-Greß (SPD) die Spiegelauer Gemeinderatssitzung vorzeitig während des öffentlichen Teils. Vorhergegangen waren turbulente Szenen zum Antrag von FW-Fraktionssprecher Erhard Wawrzek, ob Spiegelau Sachreferate erhalten solle und mit wem sie zu besetzen seien. Mit geschäftspolitischen Haken und Ösen sowie persönlich gefärbten Attacken sorgte das Gremium so für den Eklat einer klärenden Sitzungsunterbrechung. Anschließend ging es mit einer Rätin weniger und einem kritisch amüsierten Publikum relativ sachlich weiter. Bereits im Vorfeld der Auseinandersetzung verlief diese Sitzung entgegen der relativ kurz und klar strukturierten Tagesordnung mit einem parallel verzettelnden Wust an Anträgen zur Dringlichkeit und Nachfragen sowie auch Zwischenrufen und abgewürgten Redebeiträgen. Nachdem die Fraktionen aus CSU und FW als Mehrheit gegenüber Bürgermeister Josef Luksch und die SPD-Fraktion durchgesetzt hatte, dass zu jeder Sitzung ein Bericht zum Vollzug der Gemeindeordnung und Geschäftsordnung abgelegt werden muss, wird nun quasi der gesamte Diskussionsbedarf vergangener Sitzungen jeweils erneut in die laufende Sitzung mit hinüber transportiert. Anträge zu Feuerwehrautos, die nicht auf dem Plan stehen, stehen müssten oder stehen hätten sollen und Dringlichkeiten zu Förderanträgen sind genug zu entdecken oder Straßenbaumaßnahmen, Loipenbeschilderungskonzepte oder auch Räumdienstvergaben wollen hier zusätzlich oder neuerlich beraten werden. Etwa eineinhalb Stunden zog sich das „gemeinschaftliche Aufkochen“ mit teils persönlich angreifender Note, bevor überhaupt zur anstehenden Tagesordnung übergegangen hätte werden können. Beispiel: Karlheinz Roth von der CSU fragte an, wie es denn nun mit dem Förderantrag zum Pflegegerät für Winterwanderwege stehe. Hier ist zwar zu berichten, dass der Antrag gestellt ist. Es folgt die weitere Frage, ob denn bei der Regierung dann mal nachgebohrt worden sei, was nun Sache sei. Darauf die Antwort, dass dafür angesichts vieler Termine des Bürgermeisters noch keine Zeit gewesen sei aber so schnell wie möglich erfolgen solle. Daraufhin stellt Roth den Antrag, dass der Bürgermeister dann eben einen Stellvertreter damit beauftragen solle. Erhard Wawrzek ergänzt mit Zitaten und Richtlinien aus Geschäftsordnungen, wem der Bürgermeister noch wie und wozu entsprechende Kompetenzen und Zuständigkeiten erteilen könne, während Luksch darauf verweist, dass seine Stellvertreter doch auch ganztags berufstätig seien und nicht problemlos für Nachfragestunden ins Rathaus zu zitieren wären. Es geht um bereits montierte Beamer, längst beauftragte Rollläden oder neue Tische für eine U-Form im Beratungssaal, bevor mit der Frage nach Sachreferaten für die Gemeinde Spiegelau der Kessel endgültig überkocht. Auch hierzu gab es wiederum eine Vorgeschichte, wonach dieses Thema in der vorherigen Sitzung zu beraten vergessen worden sei, nachdem es die Fraktionenmehrheit jenseits der SPD bereits durchgesetzt hatte, dass diese für Spiegelau geschaffen werden sollten. Also unterbreitete FW-Fraktionssprecher Wawrzek den Vorschlag aus CSU und FW, welche Referate zu schaffen seien und für welche bereits konkrete Namen zu Vertretern genannt seien. Dies rief wiederum den Diskussionsbedarf bei Elke Proßer-Greß auf den Plan, die feststellen wollte, dass sie es nicht als sinnvoll erachte, ein Referatssystem zusätzlich dazu einzuführen, dass sie sich als Gemeinderätin ohnehin als Ansprechpartnerin für alle Bürger und alle Sachfragen verstehe und der Informationsfluss auch so oder über intensivere Ausschussarbeit zu bewerkstelligen sei. Sie sehe diesen Punkt also eher als eine bloße „Machtdemonstration“ der großen Fraktion. Nach der besagt langen Einleitungsdiskussionsrunde mit permanenten Schlagabtauschen frage sie sich schon: „Haben wir überhaupt noch die Gemeinde im Blick?“ Gemeinschaftlich hatte die SPD-Fraktion deshalb zuvor schon beraten, keine Referate übernehmen zu wollen, wozu Wawrzek zuvor auch schon den verlesenen „Stiefel auf der Brust“ parat hatte, dann würden die Mehrheitsfraktionen eben zur nächsten Sitzung auch diese Referate selbst noch besetzen. Wawrzek konterte zusätzlich damit, dass das Referatesystem auch in anderen Gemeinden gut funktioniere, um die Effektivität in den Gemeindeabläufen zu steigern und brachte dazu den Vorwurf an, in der Verwaltung bleibe zu viel liegen und hunderte Beschlüsse seien in der Vergangenheit nicht vollzogen worden. Dagegen verwahrte sich wiederum Bürgermeister Luksch und im weiteren Verlauf der Diskussion schwankte der Ton im Gremium gerade zwischen ihm und Erhard Wawrzek vom kollegialen „Du“ zum persönlich distanzierten „Sie“ um. Nach dem Hinweis Josef Wanningers, er verstehe nicht, warum die Diskussion so emotionalisiert ablaufen müsse und der Kritik, dass ja gerade deshalb im Gremium so viel Unordnung herrsche, weil ständig jeder meine, sich um alles umfassendst kümmern zu müssen sowie nach dem Hinweis Roths, dass es ja seine Motivation sei, die Gemeinde vorwärts zu bringen, war wieder genug Ruhe eingekehrt, um einen Kompromissvorschlag anzugehen, jetzt die drei Referate mit den genannten Namen zu besetzen und dann noch einmal Gespräche zu führen. Da jedoch dann die SPD-Fraktion konsequenter Weise zur Ablehnung des Referatesystems auch die Kandidaten ablehnte, wertete dies wiederum Wawrzek als negativen Misstrauensantrag gegenüber den Kandidaten und forderte zur gebotenen Einstimmigkeit auf. Die folgende Einlassung durch Elke Proßer-Greß, sie würde sich ihr demokratisches Verständnis nicht verbieten lassen, würgte Wawrzek zusätzlich mit einem Antrag zur Geschäftsordnung ab, was wiederum zur Erinnerung an den wichtigen persönlichen Entschuldigungsgrund und das Verlassen der Sitzung bei Gemeinderätin führte. An dieser Stelle unterbrach Bürgermeister Luksch die Sitzung zum klärenden Gespräch mit Fraktionssprecher Wawrzek. Anschließend konnte der Gemeinderat dezimiert weiter tagen. Die Referate sind somit teilvorvergeben und werden im August offiziell weiter besetzt und bekannt gegeben. Die Frage nach dem Jugendbeauftragten wird damit verbunden und wurde verschoben.


Auch heuer kommen die Panduren wieder zweimal vorbei
Hin- und Rückweg beim Spiegelauer Spektakel sind identisch
S
piegelau. Auch in diesem Jahr wird der Festzug beim Pandurenfest in Spiegelau den Festbesuchern zweimal präsentiert. Die Festzugfolge sieht dabei folgenden Ablauf vor:
Nach der Aufstellung und Abmarsch vom Kurpark geht es über die Neuhütterstraße, Schwarzachstraße, vorbei am P+R Parkplatz über Hauptstraße zum alten Rathaus. Nach der „Ortsübergabe“ steht der Weitermarsch bis zum Kreisverkehr auf dem Programm, von dort geht es über Ludwig-Stangl-Weg und Sparkasse über die Hauptstraße zurück zum
Podium beim alten Rathaus. Von dort wird dann über die Bahnhofstraße zurück zum Kurpark marschiert, beziehungsweise es steht die Auflösung des Festzuges in der Bahnhofstraße auf dem Programm.
Die Teilnehmer, sowohl Reiterpanduren, Gespanne, Fußpanduren und „Fußvolk“ mischen sich anschließend unter die Menge.
In diesem Zusammenhang weist der Veranstalter noch einmal darauf hin, dass während des Pandurenfestes am morgigen Sonntag die Ortsdurchfahrt von Spiegelau den ganzen Tag gesperrt bleibt. Deshalb wird die einheimische Bevölkerung gebeten, soweit als möglich eventuell einen „autofreien Sonntag“ einzulegen.
Für die auswärtigen Besucher der Veranstaltung sind rund um das Zentrum mehrere Parkplätze ausgewiesen:

Nationalpark-Parkplätze an der Riedlhütter Straße (Zufahrt zum Nationalpark)
Parkplätze an der Grund- und Hauptschule Spiegelau und an der Mehrzweckhalle (über Waldschmidtstraße und Reithackerweg erreichbar)
Parkplätze am alten Sportplatz Spiegelau (über Schul- und Jahnstraße erreichbar)
Großparkplatz ÖPNV an der Konrad-Wilsdorf-Straße
Parkplatz - Nähe Bahnhof (über K.-Wilsdorf-Straße und Schwarzachstraße erreichbar)
Parkplätze an der Sportanlage Trossel bzw. am Waldspielpark (über K.-Wilsdorf-Straße, Schwarzachstaße, Bahnhofstraße, Neuhütter Straße und Trosselweg erreichbar)
Parkplätze am Ludwig-Stangl-Weg (Nähe Fitness-Studio) Die Parkplätze sind gut ausgeschildert, außerdem stehen Ordner bereit. Auch bei den Igel-Bus Fahrplänen kommt es laut Veranstalter zu Änderungen.
Die Rachelbusse verkehren wie gewohnt vom P+R Parkplatz aus.
Beim „Racheldiensthütten-“ und „Finsteraubus“ ändert sich jeweils der Abfahrtsort.
Für diese beiden Busse wurde
an der Riedlhütterstraße eine sogenannte Bedarfshaltestelle eingerichtet, die Halte- bzw. Abfahrtsstellen am P+R Parkplatz, beim Bahnhof und der Glashütte
entfallen. An den Einsatzzeiten der Busse selbst ändert sich
nichts.                                           - re

 
Eine kleine Wassermusik. . .
Spiegelau. Kann man mit Wasser Musik machen? Jens, Johannes und Michael (von links) aus der Klasse 2 b schnappten sich zwei Flaschen, füllten sie unterschiedlich mit Wasser und bliesen drauf los. Für Mozarts „kleine Nachtmusik“ reichte es zwar nicht ganz, dafür ließen die drei „alle meine Entchen“ entstehen. Hintergrund der Aktion war der Wassertag an der Grundschule in Spiegelau. Zusammen mit dem Nationalpark drehte sich alles um das Thema „WasSerleben 2008 - Wasser mit allen Sinnen erleben“. Zusammen mit seinem sechsköpfigen Team baute Bildungsreferent Lukas Laux verschiedene Stationen auf. Als Höhepunkt des Tages bekamen die Kinder eine eigene Trinkwasserbar für ihre Schule. Mit dem Erlös des ökumenischen Waldgottesdienstes, der im Frühjahr von Nationalpark, evangelischer und katholischer Kirche veranstaltet wurde, konnte ein Tisch, Wasserkaraffen und Becher gekauft werden.
apo/F.: Poschinger


Grafenauer Anzeiger vom 18. Juli 2008
Am Wochenende reiten die Panduren wieder
23. Pandurenfest am 19. und 20. Juli in Spiegelau - Lagerleben - Flohmarkt
Spiegelau. Fest im Veranstaltungskalender verankert ist seit jeher das Pandurenfest, das am Wochenende im Glasmacherort veranstaltet wird. Schirmherr ist Franz Joseph Ulschmid aus Waldmünchen. Das historische Fest, das die Zeit anno 1742 noch einmal aufleben lässt, prägt rot bewandete Reiter, angeführt vom berüchtigten Pandurenoberist Freiherr von der Trenck. Die Truppen haben damals in Bayern ganze Landstriche verwüstet, und auch in Spiegelau rückten sie ein. Bereits zum 23. Male wird die Übergabe des Ortes nachgespielt. Der Auftakt zu diesem zweitägigen Fest erfolgt am Samstag, 19. Juli, 16.30 Uhr, mit einem Festzug vom Parkplatz bei der Glasfabrik Spiegelau mit Blasmusik zum Festplatz bei der Mehrzweckhalle. Mit einem Salutschießen der Hessensteinschützen Klingenbrunn und einer Begrüßung durch Bürgermeister Josef Luksch wird um 17 Uhr das Pandurenfest offiziell eröffnet. Unter dem Motto: „Wir warten auf die Panduren“ wird ab 17.30 Uhr zum zwanglosen Lagerleben eingeladen und musikalisch unterhält die „Klingenbrunner Dorfblos´n“ das Geschehen. Dazu werden verschiedene Pandurenspezialitäten, Pandurenbier und Pandurenwein kredenzt und die Gauklergruppe Dopo Domani sowie die Fechtgruppe Romantica ziehen durch das Lager. Bei Einbruch der Dunkelheit beginnt das Reiterspektakel, wenn die Reiterpanduren, eine Vorhut des Pandurenoberst Franziskus Freiherr v. d. Trenck, anrücken. Den Höhepunkt des zweitägigen Festes erleben die Besucher am Festsonntag, der um 10.45 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche eingeleitet wird und vom Männergesangsverein Spiegelau begleitet wird. Für Sammler und Trödler ist bestimmt der historische Panduren-Flohmarkt interessant, der ab 8 Uhr aufgebaut ist, zudem wird zum historischen Markttreiben mit alten Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben eingeladen. Angeführt von der Klingenbrunner Dorfblos´n und der Bürgerwehr zieht man schließlich zum Rathaus. Die Panduren verlassen den Kurpark um 11.40 Uhr, bevor sie wieder mit Fanfaren- und Spielmannszügen aus Blaibach, Landau a. d. Isar und Viechtach anrücken. Nach einer kurzen Ratssitzung sowie dem dreifachen Salut der Grafenauer Bürgerwehr erfolgt gegen 12.15 Uhr die friedliche Übergabe des Ortes Spiegelau durch den Hohen Rat von Spiegelau mit Bürgermeister Josef Luksch, an den Obristen Trenck. Anschließend zieht wieder ein farbenprächtiger Festzug mit Spielmannszügen, Reitern, Bürgerwehr, Trommlern und dem mitreisenden Volk durch den Ort. Das Pandurenlager ist heuer erstmals beim ehemaligen Gelände des Gasthauses „Zur Post“ für Gäste und Teilnehmer aufgebaut. Historische Aufführungen der Pandurenreiter, Gaukler, Fechtgruppen sowie Sänger und Blaskapellen versprechen einen unterhaltsamen Nachmittag, ehe sich die Panduren dann gegen 16 Uhr zurück ziehen. Auch an die Kinder wurde gedacht, für sie gibt es am Sonntag ein eigenes Kinderprogramm.
be


Grafenauer Anzeiger vom 14. Juli 2008

Meditative Wanderung am Rachel
Evangelisch-Lutherische Gemeinde lud ein - Jodler gelernt
Spiegelau. Zu einer meditativen Wanderung auf den Rachel mit einem Gottesdienst an der Rachelkapelle hat die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde eingeladen. Die Wanderer begleiteten Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier und Nationalpark-Ranger Günter Sellmayer. Den Gottesdienst gestalteten mit der Diakonin Jonas Sellmayer, Simon Schreiner und Reimeier. Mit dem Psalm 104 dankten die Gläubigen Gott für die wunderschöne Natur, die im Nationalpark sich selbst überlassen werde. Aus der Bergpredigt hatte die Diakonin den Text „Vom Tun des göttlichen Willens“ ausgewählt.
Ein Gedanke galt auch dem Kreuz - sichtbar an der Kapelle und auf dem Gipfel - das von Anfang an Symbol der Kirche gewesen ist und und die Christen in seinen Bann gezogen hat. Dem Gekreuzigten besonders verbunden, war der Heilige Franz von Assisi. Das Leben des großen Kirchenerneuerers des 13. Jahrhunderts beleuchtete Neumann-Beiler näher.
Sellmayer erzählte aus der Geschichte des Bayerischen Waldes, die Erschließung, die Säumer, die ersten Glashütten, von „goldenen Käfern“, die Geld in die Region brachten, von der Aufforstung und der hitzigen Borkenkäfer-Diskussion heutzutage. Reimeier trug selbst verfasste Lyrik zum Thema vor und lernte den Teilnehmern Jodler, die sie am Waldschmidthaus und am Rachelsee erklingen ließen.

Prost aufs Pandurenbier
Spiegelau. Zum 23. Mal findet in Spiegelau am kommenden Wochenende das traditionelle Pandurenfest statt. Hierzu braut die Brauerei Stangl in Klingenbrunn jedes Jahr ein dunkles Festbier mit 12 Prozent Stammwürze ein. Von der „Bekömmlichkeit“ dieses „Nahrungsmittels“ überzeugte sich jetzt der Veranstaltungsausschuss mit Bürgermeister Josef Luksch an der Spitze und Hermine Mandl, Chefin der Brauerei, ließ es sich natürlich nicht nehmen, den „Hohen Rat von Spiegelau“ mit 2.Bürgermeister. Kurt Zettl, Erich Bachmann, Kurt Hobelsberger und Thomas Robl noch zu einer Brotzeit einzuladen. Mit dabei waren hier auch der Juniorchef der Brauerei Stangl, Simon Mandl, sowie Bräumeister Veicht und von Seiten der Gemeinde Kämmerer Ludwig Friedl und die Leiterin der Tourist-Info Theresa Resch.In gemütlicher Runde saß man noch einige Zeit beisammen, wobei es an Anekdoten aus den vergangenen 22 Jahren nicht mangelte.


Grafenauer Anzeiger vom 24. Juni 2008

Riedel - der Stellenabbau geht weiter
Schlechter Absatz: Spiegelau verliert wohlmöglich 13, Frauenau 20 und Riedlhütte 30 Arbeitsplätze
Von Christina Hackl / und Ursula Langesee.
Spiegelau/Riedlhütte. Der Stellenabbau in der Glasindustrie geht in die nächste Runde. Die schlechten Nachrichten kommen dieses Mal aus den Riedel-Werken in Spiegelau, Riedlhütte und Frauenau. Über 60 Arbeitsplätze sollen dort in der nächsten Zeit einer Rationalisierungsmaßnahme zum Opfer fallen.
Die Gerüchteküche brodelt seit Tagen in den traditionellen Glasmacherorten. Von Werksschließungen ist die Rede, von massivem Stellenabbau und Kurzarbeit. Auf PNP-Nachfrage hat gestern Alois Kaufmann, Geschäftsführer in allen drei Werken, dazu Stellung bezogen.
In Spiegelau habe man beschlossen, die Handfertigung in der Kristallglasfabrik mit derzeit noch 13 Mitarbeitern einzustellen. Bleiben sollen am Standort Spiegelau Lager und Verkauf. Rund 30 Arbeitsplätze werden nach Angaben Kaufmanns am Standort Riedlhütte wegfallen. In dem Werk, in dem derzeit 249 Mitarbeiter beschäftigt sind, soll in der Handfertigung künftig die Nachtschicht wegfallen.
In Frauenau sollen demnach rund 20 der bisher 185 Arbeitsplätze wegfallen. Außerdem schließt Kaufmann nicht aus, dass für das Werk Kurzarbeit angeordnet wird. »Wir reparieren im Frauenauer Werk eine der Wannen und installieren neue Maschinen. Diesen Zeitraum werden wir dafür nutzen, um Überkapazitäten in dem Werk abzubauen«, so Kaufmann. Ob, wann und wie lange Kurzarbeit angeordnet werde, stehe noch nicht fest.
»Es handelt sich bei all diesen Rationalisierungsmaßnahmen um absolute Notwendigkeiten«, sagt Alois Kaufmann. Als Gründe nennt er den schwachen Dollar, die gestiegenen Energiekosten und die geringe Kaufkraft. »Der Aufschwung in Deutschland hat die Branche mit Produkten wie Glas oder Porzellan immer noch nicht erreicht, es gibt nach wie vor eine merkliche Kaufzurückhaltung«, so Kaufmann.
Trotz der Probleme halte Riedel an den Standorten Riedlhütte und Frauenau fest. »Seit der Übernahme der Nachtmann-Gruppe 2004 hat das Unternehmen Riedel mehrere Millionen Euro in diese Standorte gesteckt. Die derzeitige Situation am Markt zwingt uns zu den geplanten Streichungen«, so Kaufmann weiter.
Für Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch kommen die Hiobsbotschaft vom Ende der Handfertigung in der Kristallglasfabrik (KSS) nicht überraschend. Schließlich sei jetzt genau das eingetreten, was sich bei der Übernahme der KSS durch die Firma Riedel im Herbst 2004 angedeutet habe: von den damals 360 Arbeitsplätzen in den Werken Spiegelau und Frauenau sollen 200 abgebaut werden.
»Uns trifft‘s besonders hart, denn wir haben ohnehin nicht mehr viele Beschäftigte. Jetzt wird noch geprüft, wer in welchem Bereich entbehrlich ist. Anfang Juli wird es dann wohl Betriebsversammlungen in Spiegelau und in Riedlhütte geben«, sagt KSS-Betriebsratsvorsitzender Kurt Brunner.
Schon seit einiger Zeit werden die Gebäude der Kristallglasfabrik anders genutzt. Seit Oktober 2007 arbeitet das Maschinen- und Anlagenbauunternehmen Füller Glastechnologie mit einer Mini-Produktionslinie als Forschungsobjekt in der Schmelzofenhalle und beschäftigt sechs Glasmacher. Glaskünstler Erhard Köck, der in Riedlhütte das »Hüttenzangl« und in Spiegelau die »Schatztruhe« (das frühere KSS-»Schmuckkästchen«) betreibt, nutzt einen weiteren Hafen für seine Schauglas-Vorführungen. Ehemalige Lagerräume der KSS hat Logopädin Elke Halser in eine Praxis umgewandelt. Der Rest dient als Lagerfläche für Glas und den Werksverkauf.


Grafenauer Anzeiger vom 21. Juni 2008
Kreuzweg im Bildband
Klingenbrunn. Anlässlich der 80-jährigen Weihefeier der Klingenbrunner Pfarrkirche wurde ein Bildband des Kreuzweges herausgegeben. Diakonin Gabriele Neumann-Beiler und der katholische Pfarrer Johann Pöppel von Klingenbrunn haben das Buch mit dem Titel „Kreuzweg in der Pfarrkirche Maria Hilfe der Christen in Klingenbrunn“ gestaltet. Zu jeder Station des Kreuzwegs finden sich noch Texte zur Meditation und ein kurzes Gebet. Passend zum Weihefest wurden genau 80 Stück produziert, wobei das erste Exemplar an Altbischof Franz Xaver Eder ging. Dieser war zum Gottesdienst am vergangenen Sonntag nach Klingenbrunn gekommen. Nach der Festmesse wurden bereits die Hälfte der 96-seitigen Bücher an die Besucher verkauft. Die restlichen Exemplare können im Pfarrbüro Oberkreuzberg oder in den Schreibwarenläden von Spiegelau zum Preis von 19,80 Euro erworben werden. Der Reinerlös kommt der Renovierung der Klingenbrunner Kirche zu Gute.


Grafenauer Anzeiger vom 14. Juni 2008

Kreuzweg Klingenbrunn gibt es jetzt als Buch
Bildband wird zum 80. Weihetag vorgestellt
Spiegelau/Klingenbrunn. Der Gewerbeverein Spiegelau hat ein neues Buch mit dem Titel: „Kreuzweg in der Pfarrkirche Maria Hilfe der Christen in Klingenbrunn“ heraus gegeben. Es handelt sich dabei um einen 96-seitigen Bildband mit großformatigen Fotos, des von dem Münchner Kunstmaler Hans Hufer geschaffenen Kreuzwegs in der Pfarrkirche. Gabriela Neumann-Beiler und Pfarrer Johann Pöppel haben Texte zur Meditation verfasst.
Der Band wird anschließend an den Festgottesdienst am morgigen Sonntag anlässlich des 80. Weihetags der Pfarrkirche vorgestellt.
Der Reinerlös aus dem Buchverkauf (Stückpreis 19,80 Euro) ist für die Renovierung der Pfarrkirche gedacht.
pnp

Volksfestauftakt mit trockenen Füßen
Spiegelau. Ein Novum war gestern Abend beim Volksfestauftakt in Spiegelau, dass die Sonne schien und die Festgäste - darunter MdL Helmut Brunner und Landrat Ludwig Lankl - trockenen Fußes über den neuen Volksfestplatz am Gelände des früheren Staatlichen Sägewerkes ins Bierzelt gehen konnten. Dort zapfte Bürgermeister Josef Luksch zu den Klängen der „Klingenbrunner Dorfblos‘n“mit drei Schlägen das erste Fass Bier an. Das vom TSV Spiegelau organisierte Volksfest dauert bis Montag. Morgen um 10 Uhr kommt MdL Monika Hohlmeier zum politischen Frühschoppen.
ul



Grafenauer Anzeiger vom 10. Juni 2008

Monika Hohlmeier kommt zum Volksfest nach Spiegelau
Erstmals auf dem neuen Festplatz im Sägewerk-Gelände - Fanmeile für Fußball-Fans
S
piegelau. Erstmals am neuen Festplatz an der Sortierhalle auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks ist ab kommenden Freitag, 13. Juni, das 58. Spiegelauer Volksfest, organisiert vom TSV. Als Ehrengast für den politischen Früschoppen am Familiensonntag hat der CSU-Ortsverband die CSU-Landtagsabgeordnete Monika Hohlmeier eingeladen. Das Fest beginnt am Freitag um 17.30 Uhr mit einem Standkonzert mit der „Klingenbrunner Dorfblosn“ vor der Sparkasse. Gegen 18 Uhr formiert sich der Festzug mit den Ehrengästen. Er zieht über die Hauptstraße direkt ins Bierzelt, wo Bürgermeister Josef Luksch das erste Fass anzapfen wird. Sein Können unter Beweis gestellt hat das Gemeindeoberhaupt aber schon bei der Bierprobe im Vereinslokal Trossel. Nach nur einem kräftigen Schlag konnte er vermelden: „Azapft is“. Am Samstag ist ab 14 Uhr der Vergnügungspark geöffnet und für die Kinder gibt es beim Kindernachmittag bei den Fahrgeschäften ermäßigte Preise. Ab 18 Uhr ist wieder Festzeltbetrieb. Dabei sorgt die Münchner Party- und Showband „Apollos“ für Stimmung und Unterhaltung. Traditioneller Haupttag beim Spiegelauer Volksfest ist der Sonntag, der „Tag der Familie“. Ab 8 Uhr kommen die Flohmarktfreunde auf ihre Kosten. Sie können ohne Voranmeldung und Platzgebühren unterhalb der Sortierhalle ihre Stände aufbauen. Ab 10 Uhr spricht dann im Bierzelt zum politischen Frühschoppen die CSU-Landtagsabgeordnete und frühere Kultusministerin Monika Hohlmeier. Zur gleichen Zeit beginnt auch der Beratungstag zum Thema „Energiesparen“. Der Mittagstisch und die musikalische Unterhaltung mit der Blaskapelle Schönbrunn schließen sich ab 12 Uhr an. Ab 14 Uhr ist der Vergnügungspark geöffnet und ab 16 Uhr sorgt die Gruppe „Waidler-Sound“ für gute Stimmung . Zum Festausklang am Montag, 16. Juni, sind ab 14 Uhr die Senioren der Gemeinde (ab 65 Jahren) ins Festzelt geladen. Musikalisch umrahmt wird dieser Nachmittag von „Kurt & Sepp“, ehe man es am Abend ab 19.30 Uhr zum Spitzensound der Partyband „Turnaround“ nochmals so richtig krachen lässt. Um die Festfreude so richtig genießen zu können, bietet der TSV Spiegelau über einen Taxi-Unternehmer an jedem Volksfesttag ab 22 Uhr einen Heimfahrdienst bis Grafenau, Schönberg und Eppenschlag an. Treffpunkt dazu ist am alten Feuerwehrhaus an der Einfahrt zum Festgelände.
Als besonderes Schmankerl hat man sich darüber hinaus entschlossen, während der Volksfestzeit für die Fußballfans zur EM 2008 eine Fanmeile zu installieren. Auf einer neun Quadratmeter großen Projektionsfläche sind in der Sortierhalle alle Fußballbegegnungen zu sehen. Dort sind auch ein Ausschank und eine Bar aufgebaut. Mit der Bewirtung wird ab ca. 17 Uhr begonnen.
Noch bevor das Volksfest am Freitag beginnt, hat das „public viewing“ am Donnerstag, 12. Juni, seine Bewährungsprobe zu bestehen. Dann kommt es um 18 Uhr zum zweiten Match der deutschen Nationalmannschaft gegen Kroatien und um 20.45 Uhr spielt Österreich gegen Polen.
re/ul


Straßenarbeiten bei Frauenau gehen weiter
Firma will Ausfallzeit nach Baustopp aufholen
Spiegelau/Frauenau. Wie das Staatliche Bauamt in Passau berichtet, sind die Bauarbeiten auf der Staatsstraße 2132 südlich von Frauenau wieder in vollem Umfang aufgenommen werden.
Nach dem Baustopp im Bereich eines Feuchtbiotops Mitte Mai und dem zwischenzeitlich erlassenen Ausnahmebescheid zur Inanspruchnahme dieser Fläche, hoffen das Bauamt und die ausführende Firma, diese Ausfallzeit wieder aufzuholen. Zwei am Rande des Baufeldes angesiedelte Ameisenhügel sind vergangene Woche durch zusätzliche Schutzmaßnahmen abgesichert worden. Nachdem die Bauarbeiten am 14. Mai in der Mitte des Baufeldes wegen einer Feuchtfläche ausgesetzt wurden, disponierte man die bereitstehenden Baugeräte um. In dem Bescheid vom 29. Mai hat das Landratsamt Regen der Inanspruchnahme des Feuchtbiotops zugestimmt, so dass zwischenzeitlich der Baubetrieb wieder auf die gesamte Baustelle ausgedehnt werden konnte. Ab dieser Woche wird deshalb der Mittelabschnitt der Ausbaustrecke im Bereich der kurvigen alten Staatsstraße, den Schwerpunkt der Arbeiten bilden. In Anbetracht der kurzen Bauzeit wurde mit der Baufirma schon vorab eine Sechstagewoche vereinbart. Ausgehend von der großen Verkehrsbedeutung des Straßenzuges und den durch die Sperrung erforderlichen Umwege, ist es weiterhin oberstes Ziel, die neue Straße vor dem kommenden Winter in Betrieb zu nehmen.
Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke ist inzwischen in enger Abstimmung mit den Gemeinden Frauenau und Spiegelau sowie der Polizei weiter optimiert worden. Dabei soll frühzeitig auf die Erreichbarkeit der beiden Gemeinden und der in der Nähe der Baumaßnahmen ansässigen Gastronomie hingewiesen werden.
pnp

Der Luxus eines Kamins
Einblicke ins Bürgermeisterzimmer - Teil 6: Spiegelau
Spiegelau. Die Möglichkeit bei einem lodernden Kaminfeuer zu arbeiten, hat wohl nur Bürgermeister Josef Luksch aus Spiegelau. Nach einigen Pannen mit dem defekten Abzug bleibt der Kamin jedoch erstmal aus und wird demnächst mit frischen Birken-Zweigen dekoriert. Auf einer kleine Anhöhe in der Konrad-Wilsdorf-Straße findet man das Zimmer von Luksch. Von außen gleicht es mehr einem Gästehaus und das war es auch bis 1998. Frisch renoviert, zog der Bürgermeister in das schönste und eines der größten Zimmer des Hauses ein, das ehemalige Restaurant im Erdgeschoß. „Das große Büro ist sehr schön, bringt aber auch Probleme mit sich. Denn wer viel Platz hat, braucht nicht immer aufzuräumen“, sagt Luksch schmunzelnd. Die Gestaltung seines Zimmers ist dem Gemeindeoberhaupt sehr wichtig und so findet man nicht nur viele Pflanzen - die alle von ihm gegossen werden - sondern auch Bilder und Mitbringsel, mit denen er etwas Persönliches verbindet: Ein Halstuch und eine Identitätskarte vom Papstbesuch in Altötting vor zwei Jahren, eine Südafrika-Flagge von Besuchern im Nationalpark, die im Pflanzentopf steckt und ein modernes Bild von Susanne Zuda, das er auf der Ausstellung im Verkehrsamt gesehen hat. Eine Erinnerung aus seinem alten Amtszimmer in der Dorfmitte von Spiegelau, hängt ganz hinten versteckt im Eck. Es ist ein Nudelholz, das seine Sekretärin von dort mitgenommen hat und ihn damit nach dem Umzug überraschte. Verbunden mit den Worten: „Heb’s dir auf, dann hast was, wenn mal jemand frech wird.“
apo



Grafenauer Anzeiger vom 9. Juni 2008

Bei der Naturbad-Feier wurde es nass
Trotz Regen kamen am Samstag viele Gäste zur Eröffnung - Neuer Magnet für die ländliche Region
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Wasser unten, Wasser von oben: Das nasse Element spielte am Samstag bei der Eröffnung und Einweihung des Naturbades in Spiegelau die Hauptrolle. Aber der Freude über das endlich abgeschlossene Projekt tat dies keinen Abbruch. Sehr viele potenzielle Badegäste kamen zum Tag der offenen Tür und zum gleichzeitig stattfindenden Fest des Kindergartens St. Johannes der Täufer. Keiner wagte jedoch den Sprung ins 21 Grad warme Wasser.
„Pack die Badehose ein...“Dieser Schlager lag Diakonin Gabriela Neumann-Beiler auf den Lippen, als sie zusammen mit Pfarrer Hubert Gerstl alle segnete, die am Zustandekommen des Naturbades beteiligt waren und die sich künftig daran erfreuen werden. „Das Bad dient der Erfrischung, Entspannung und der körperlichen Ertüchtigung. Aber der Sport sollte nicht übertrieben werden, sonst zeigt er seine dunklen Seiten. Auch hier gilt es, das richtige Maß zu finden, dann ist es in Gottes Sinn“, brachte die Diakonin auch ein paar nachdenkliche Sätze.
Bürgermeister Josef Luksch begrüßte unter den Gästen die Landtagsabgeordneten Helga Weinberger und Helmut Brunner, Bezirksrat Max Brandl, Landrat Ludwig Lankl, Altbürgermeister Hans Stadler, alte und neue Gemeinderäte, Nachbar-Bürgermeister Helmut Vogl, Architekt Heinrich Scholz, Werner Weny vom Amt für Ländliche Entwicklung, die frühere Regionalmanagerin Stefanie Frank (geb. Vornehm), ihre Nachfolgerin Simone Hödl und Glaskünstler Erhard Köck.
Luksch erinnerte an den Werdegang des Naturbades, für das er 2001 die ersten Entwürfe machte, nachdem aus dem alten Freibad immer neue Hiobsbotschaften von allen möglichen Defekten und unglaublichen Wasserverlusten kamen. Architekt Scholz sei zunächst „sehr skeptisch“ und dann „Feuer und Flamme“ für das Projekt gewesen. Mühsam sei die Suche nach Zuschüssen gewesen. In Stefanie Vornehm und Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner habe aber die Gemeinde, so Luksch, sehr gute und engagierte Fürsprecher für das Naturbad gefunden, so dass das 1,2-Mio-Euro-Projekt über Leader plus finanziert werden konnte.
Auch im Gemeinderat habe es etliche Hürden zu überwinden gegeben. „Der Durchbruch kam vor drei Jahren mit dem mit 20 000 Euro dotierten E.ON-Umweltpreis, den wir für das Naturbad, das bis dahin nur auf dem Papier existierte, verliehen bekamen“, freute sich der Bürgermeister und dankte E.ON-Kommunalbetreuer Franz Josef Bloier. Unter 200 Bewerbern seien damals elf ausgewählt worden, darunter Spiegelau.
Luksch zeigte sich erleichtert, dass es während der Bauzeit zu keinen Unfällen und schweren Verletzungen gekommen sei und dankte der Planungsfirma Plafog und den beteiligten Firmen,der Rathausverwaltung und dem Bauhof, dem Förderverein Freibad für die Hand- und Spanndienste, der früheren 3. Bürgermeisterin Elke Proßer-Greß, die sich um umfassende Informationen rund um Naturbäder gekümmert hatte, dem Organisationstrio der Eröffnungsfeier, Proßer-Greß, Erich Bachmann und Kurt Hobelsberger, das nicht nur geredet, sondern gehandelt habe und Kindergartenleiterin Edith Döringer für ihre Bereitschaft, die Feier mit Leben zu füllen.
MdL Weinberger beglückwünschte die Gemeinde zu ihrem Mut, in Zeiten schmaler Haushaltskassen dieses „Mehr an Lebensqualität“ zu verwirklichen, das nicht nur Spiegelau selbst, sondern die gesamte Region ein Stück anziehender mache. Ohne Chemie sei dieses Bad „ökologische Wellness für Mensch, Tier und Natur“, so die CSU-Landtagsabgeordnete. Diese innovativen Initiativen stärkten den ländlichen Raum und würden deshalb über Leader plus gefördert. Von 2000 bis 2006 habe der Freistaat 1265 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 143 Mio. Euro mit 70 Mio. Euro unterstützt.
„Bei uns steht die Naherholung an erster Stelle und das ist ein weiterer Magnet“, freute sich auch Landrat Lankl über das erste Naturbad in seinem Landkreis.
Ganz persönliche Erinnerungen wie der erste Kuss und die erste Zigarette auf einer Bank im alten Freibad waren es, was Architekt Scholz mit dazu veranlasste, diese Freizeiteinrichtung nicht sterben zu lassen. Er dankte seinem Mitarbeiter Andreas Köck für die Realisierung des Projekts.
Dann ging es ins trockene Festzelt, wo ein deftiger Sterz auf die Ehrengäste wartete.


Grafenauer Anzeiger vom 6. Juni 2008

Ab in die Fluten: Naturbad öffnet
Einweihung morgen ab 13 Uhr - Freier Eintritt am Samstag
Spiegelau. Es ist soweit: Morgen öffnet das Naturbad Spiegelau mit einer Wassertemperatur von ca. 21 Grad. Bei einem „Tag der offenen Tür“ ist bei freiem Eintritt Gelegenheit, die neue Einrichtung der Gemeinde zu erkunden.
Der Festakt beginnt um 13 Uhr direkt auf dem Naturbadgelände. Bürgermeister Josef Luksch wird das erste Naturbad in der Region vorstellen, bei dem ganz auf Chemie verzichtet wird und dessen Wasser über Solaranlagen gewärmt werden kann. Weitere Ansprachen der Ehrengäste, darunter Landrat Ludwig Lankl, folgen. Geweiht wird die Anlage von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler. Nach einer Besichtigungstour sind die Ehrengäste zum Mittagessen ins Festzelt eingeladen. Christian Balboo Bojko und seine Freunde begleiten die Eröffnung mit Jazzmusik.
Daran schließt sich das Fest des Spiegelauer Kindergartens an, der mit Spielen und Mitmachaktionen unterhält.
ul

Grafenauer Anzeiger vom 31. Mai 2008

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Die Stromversorgung für die Kleinkläranlage Althütte kostet die Kommune 3949,06 Euro, für die Pumpstation muss die Gemeinde weitere 1647,67 Euro auf den Tisch legen. Die Stromversorgung für die Pumpstation Reinhardschlag kostet 2865,52 Euro.

 Für die maschinentechnische Ausstattung in der Kläranlage Althütte gingen vier Angebote ein, das günstigste umfasst 25620,70 Euro, für die elektrotechnische Ausrüstung wurden zwei Angebote eingereicht, das günstigste beläuft sich auf 14 168,59 Euro.
 Für den Umbau des Unterstellgebäudes am Friedhof Oberkreuzberg investiert die Gemeinde für Zimmer- und Holzbauarbeiten 8899,86 Euro, das Dach kostet 3902,61 Euro. Genutzt wird das Gebäude für die Kanone des Krieger- und Soldatenvereins und als Gerätekammer für den Totengräber. Diese wird nun ein Stockwerk höher untergebracht, zudem kann das Gebäude dann auch als Unterstellraum für das Loipengerät genutzt werden.
so

Grafenauer Anzeiger vom 30. Mai 2008

Ins Spiegelauer Naturbad geht‘s ab 1,40 Euro
Gebührensatzung festgelegt - Sägehalle kostet zwischen 1,7 und 3,7 Mio.  Von Harald Sochor.
Spiegelau. Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung des Spiegelauer Gemeinderates war zweifellos das Naturbad, das am Samstag kommender Woche seine Pforten öffnet. Unter anderem wurden die Details zur Eröffnung besprochen und eine Gebührensatzung verabschiedet.
Bei den Gebühren orientiert sich Spiegelau an den Schönberger Tarifen. Der Satzungsvorschlag wurde vom Gemeinderat nach einer Änderung einstimmig verabschiedet. Erwachsene zahlen 2,60 Euro (mit Gästekarte 2,40), Kinder Jugendliche und Schwerbehinderte 1,70 Euro (mit Gästekarte 1,40 Euro), mit Ferienpass einen Euro. Die Saisonkarte kostet für Erwachsene 46 Euro, für Kinder 31 Euro, die 10er Karte 22, beziehungsweise 14,50 Euro. Nachdem der Preis für die Familienkarte auf 6,50 Euro gesenkt wurde, wird auch die Saisonkarte entsprechend abgesenkt. Des weiteren gibt es ermäßigte Abendkarten. Minigolf kostet zwei Euro, mit Gästekarte 1,80 Euro und mit Ferienpass einen Euro.
Eingeweiht wird das Naturbad Spiegelau am 7. Juni mit einem offiziellen Festakt. Als Rahmenprogramm findet gleichzeitig das Sommerfest des Kindergartens im Naturbad statt. Beantragt wurde, dass das Naturbad durch den Bauausschuß besichtigt wird und die Bauabnahme durch einen unabhängigen Sachverständigen erfolgt. Grund: In einigen Bereichen sehen einige Gemeinderäte Baumängel. Josef Luksch schlug vor, daß der Bauausschuß das Bad mit dem Architekten besichtigt und die eventuellen Mängel bespricht. Unabhängig davon wurde bereits vom Gemeindeunfallversicherungsverband ein unabhängiges Büro eingeschaltet, das verschiedene Punkte abklärt. Der Gemeinderat billigte dieses Vorgehen einstimmig.
In Sachen alte Sägehalle teilte Bürgermeister Josef Luksch die Kosten für zwei Ausbau-Varianten mit. Sollte die Sägehalle als Festhalle mit Bühne, entsprechender Technik und Bestuhlung zum öffentlichen Veranstaltungsraum ausgebaut werden, würde das die Gemeinde 3,7 Millionen Euro kosten. Eine abgespeckte Fassung, in der nur Statik, sanitäre Anlagen und Stromanschlüsse ausgebaut und errichtet werden, würde immer noch rund 1,7 Millionen Euro kosten. Mit diesem Thema will sich der Gemeinderat in einer eigenen Sitzung beschäftigen.
Die Errichtung eines Buswartehäuschens am Dorfplatz in Oberkreuzberg stand ebenfalls auf der Tagesordnung, nachdem ein Antrag mit Unterschriftsliste eingegangen war. Rund 20 Kinder warten in Oberkreuzberg auf den Schulbus. Zwar gibt es keinen Durchgangsverkehr, allerdings beeinträchtigen viele parkende Kastenwägen möglicherweise die Sicherheit der Kinder.
Bürgermeister Luksch schlug vor, zum einen längerfristiges Parken in diesem Bereich zu unterbinden und eventuell ein Vordach für die wartenden Kinder zu errichten. Mit zwei Gegenstimmen wurde dieser Punkt an den Bauausschuss verwiesen.
Bereits im Dezember 2007 hatte die Feuerwehr Spiegelau einen Ersatz für das 1982 gebaute Löschfahrzeug beantragt, weil es erhebliche Mängel aufweise. Mehrere Defekte schränken die Wehr erheblich ein, außerdem ist es unmöglich, bestimmte Ersatzteile zu bekommen. Die Reparaturkosten würden sich für das Fahrzeug mit einem Restwert von circa 6000 Euro auf rund 21 500 Euro belaufen. Josef Luksch informierte den Gemeinderat darüber, dass ein neues Fahrzeug etwa 258 000 Euro kostet.
Aus aktuellem Anlass ging es um die Bahnlinie Grafenau-Zwiesel. Um die Zukunft der umweltfreundlichen Alternative zum Auto zu sichern, beantragt der Gemeinderat einstimmig die Einführung des einstündigen Taktes auf der Strecke zwischen Grafenau und Zwiesel. So soll vor allem Pendlern und Schülern eine Alternative angeboten werden.
Die Jahresrechnung 2007 schloss mit einem Volumen von mehr als 8,4 Mio. Euro, davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt rund 5,7 Mio. Euro und auf den Vermögenshaushalt etwa 2,7 Mio. Euro.
Ein Antrag auf die Änderung der Verordnung über die Reinigung der öffentlichen Straßen und Sicherung der Gehwege im Winter wurde nach ausführlicher Diskussion zurück gestellt. Mit drei Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat, die Verwaltung zu beauftragen, zunächst einmal die Kosten für einen Räumtag zu ermitteln, bevor erneut darüber befunden wird.


Grafenauer Anzeiger vom 27. Mai 2008
SAXNDI...
...des war a saubere Sach‘ beim Firework Open Air in Spiegelau. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der neue Festplatz und die alte Sortierhalle wirkten nach dem zweitägigen Open Air fast wie frisch gekehrt. Die Organisatoren der Feuerwehr Spiegelau trauten ihren Augen nicht. Kaum eine Kippe lag am Boden, keine Scherben, kein Papier. Fast alles wurde von den überwiegend jugendlichen Besuchern dorthin gebracht, wo es hin sollte - zu den Müllbehältern. „Größten Respekt“ zollt Vorsitzender Kurt Hobelsberger den braven Müllvermeidern, die bei der ersten Veranstaltung am neuen Festplatz gleich ein glänzendes Exempel statuierten. Mal sehen, ob das Volksfest auch so eine saubere Sach‘ wird.   Ursula Langesee

Zwei Tage rockte es in der Sortierhalle
Fire Work Open Air mit 1500 Besuchern - „Wipe out“ top, „Donnervögel“ flop - Neue Cocktailbar kam gut an Von Gregor Wolf
Spiegelau. Bereits zum fünften Mal richtete die Freiwillige Feuerwehr Spiegelau vergangenes Wochenende das Firework Open Air in der Sortierhalle aus. Dieses Jahr gab es sogar zwei Veranstaltungstage: Die „Donnervögel“ wollten am Freitag 700 Besucher hören, samstags lockte „Wipe Out“ 800 Besucher nach Spiegelau. Die Mannen und Frauen um Hauptorganisator und 1. Vorsitzenden der FFW, Kurt Hobelsberger, schafften wieder optimale Rahmenbedingungen für ein langes Partywochenende. Die ehemalige Sortierhalle des Sägewerks wurde aufwändig dekoriert und mit einer langen Bar ausgestattet, bei der es heuer zum ersten Mal auch Cocktails gab. Im Außenbereich befand sich neben Essensständen und der Pilsbar auch eine Großbildleinwand, auf der die Auftritte der Bands übertragen wurden. Am Freitag waren dies die „Donnervögel“. Der Auftritt der eigentlich renommierten Band überzeugte dann allerdings nicht. Man hatte den Eindruck, die Luft sei so langsam raus bei der neunköpfigen Formation, die alles andere als Energie von der Bühne ausstrahlte. Ganz anders dann das musikalische Rahmenprogramm am Samstag. Die Rock- und Partycoverband „Wipe Out“, die sich gerade auf ihrer Jubiläumstour zum 20-Jährigen befindet, glänzte auf voller Linie. Sie bot ein ausgewogenes Programm aus rockigen und ruhigeren Nummern, deutschen und englischsprachigen Interpreten, älteren und topaktuellen Partyhits, gepaart mit ihrem ersten eigenen Song „Scheena Dog“ in niederbayerischer Mundart. Das letzte Lied kündigte Gitarrist Matthias Krause dann mit den Worten an: „Jetzt ist es soweit, dass es soweit ist. Die größte Schnulzn kommt zum Schluss“. Gemeint war der Song „Time of my Life“ aus dem Filmklassiker „Dirty Dancing“. Insgesamt zufrieden zeigte sich am Ende der Organisator Kurt Hobelsberger. „Angesichts des etwas ungünstigen Termins, parallel mit dem nur wenige Kilometer entfernten Volksfest in Schönberg, sind wird durchaus sehr zufrieden. Auch die Zusammenarbeit mit den Motoraddays gleich nebenan hat gut funktioniert, auch wenn wir uns von dieser Seite etwas mehr Besucherzulauf erwartet hätten,“ so Hobelsberger.
Es sei einfach schwierig, für zwei Tage viele Leute zu mobilisieren, erklärt Hobelsberger weiter, auch deswegen wird das Open Air nächstes Jahr wohl wieder eine eintägige Veranstaltung werden. „Was hingegen wirklich eingeschlagen hat, waren die Cocktailbar und ‘Wipe Out‘. Die waren einfach spitzenmäßig, das hat man auch von den Leuten gehört.“ Am Ende betonte Hobelsberger noch die tolle Zusammenarbeit aller freiwilligen Helfer und Firmen aus Spiegelau. gw


Gute Gefühle im Glasmacherort
In Spiegelau drehte sich bei den Motorrad Days vier Tage fast alles um Menschen und Maschinen - 4000 Teilnehmer ,Von Michael Witte
Spiegelau. Lauter strahlende Gesichter hat am Samstag der Glasmacherort erlebt, denn an diesem Tag herrschte sowohl bei Organisatoren als auch bei den nach Veranstalterangaben 4000 Teilnehmern der 1. Motorrad Days Spiegelau eitel Sonnenschein. Fantastische Biker-Touren durch den wunderbar sonnenüberfluteten Bayerischen Wald, ein zündender Gottesdienst mit Motorrad-Weihe in Klingenbrunn und ein vielfältiges Rahmenprogramm auf dem Festplatz bei der alten Sägehalle machten bei allen Lust auf mehr. Indes: Die Bilanz der beiden Haupt-Organisatoren Franz Treml und Hans Schopf, die mit vielen fleißigen Helfern die Days auf die Bahn gebracht hatten, fiel durchwachsen aus. Der Grund: das miese Wetter zu Beginn der Motorrad-Tage am Donnerstag. „Es sind weniger Gäste gekommen als erwartet“, musste denn auch das Duo eingestehen, aber beide strahlten trotzdem Optimismus pur aus. „Wir sind zufrieden, denn das Fest war eine glänzende Werbung für die Region“, sagten Treml und Schopf unisono. Da sahen die Mitfahrer der geführten Touren genauso. „Mann, habt ihr hier schöne Kurven“, zeigte sich etwa ein fränkischer Biker am Samstag begeistert von den Möglichkeiten, die er bei einer 250 Kilometer langen Tour durch den Bayerischen Wald genießen durfte. Diese führte von Spiegelau über Zwiesel bis nach Lam und über Bad Kötzting, Viechtach, Metten, Ruhmannsfelden und Rinchnach zurück nach Klingenbrunn, wo es die Motorradvagabunden zwischen Sportplatz und Fatima-Kapelle hübsch für ihre Gäste angerichtet hatten. Am Nachmittag zelebrierten dort Pfarrer Johannes Pöppel und die evangelische Diakonin Gabriela Neumann-Beiler einen ökumenischen Gottesdienst, der von der Gruppe „Nightrain“ begleitet und mit dem Dylan-Reißer „Knockin' on Heaven's Door“ stilgerecht eröffnet wurde - da stampften die rund 500 Motorradfahrer gleich alle im Rhythmus mit. Auch in der Predigt der Diakonin ging's um „good vibrations“, als Gabriela Neumann-Beiler über die „geilen Gefühle“ der Biker sprach, die mit Tempo 200 über die Autobahn rauschen, sich mit ihren Gefährten schräg in die Kurven legen oder einfach nur mit dem Klang und dem Vibrieren des Motors die große Freiheit spüren. Wohlgleich könne für den Motorradfahrer alles in einer Sekunde auf die andere vorbei sein. Aber: „Gott hat uns den freien Willen gegeben wie wir fahren - normal oder wie eine Wildsau.“ Und so gab sie den Bikern anlehnend an die Zehn Gebote zehn goldene Regeln mit in die Saison. Danach solle man sein Stahlross nicht als Ersatzgott ansehen, nicht damit prahlen, Pausen bei längeren Fahrten einlegen, nicht töten, nicht risikoreich fahren, mit Fehlern der Anderen rechnen, nicht schneller fahren als der Schutzengel fliegen kann, Maschine und sich selbst fit halten sowie die Landschaft genießen und achten. Als äußeres Zeichen dieser goldenen Regeln gingen nach dem Gottesdienst Pöppel und Neumann-Beiler von Motorrad zu Motorrad und segneten die Maschinen. In einem großen Corso ging’s dann am frühen Abend zurück von Klingenbrunn zum Festgelände nach Spiegelau, wobei es sich die Diakonin nicht nehmen ließ, als Sozia auf der BMW von Organisator Franz Treml ins Festgelände einzufahren. Dort hatten an allen vier Tagen die führenden Händler Niederbayerns aktuelle Motorräder, Tuningteile und Zubehör präsentiert. Als besonderer Clou wurde dabei Samstagabend die neue Honda CB 1000 R vorgestellt - auch dabei hatten viele Biker gute Gefühle.


Grafenauer Anzeiger vom 26. Mai 2008
Wald-Vereinssektion Spiegelau wurde 120
Nachbarsektionen und Ehrengäste gratulierten - Bei Wanderungen Gemeinde kennengelernt
Spiegelau.Vor 120 Jahren wurde die Sektion Spiegelau des Bayerischen Wald-Vereins gegründet. Zusammen mit vielen anderen Sektionen und einer Reihe von Ehrengästen gab es in der Mehrzweckhalle eine kleine Feier. Kaplan Michael Weny zelebrierte eine beeindruckende Messe, die von der „Klingenbrunner Dorfblosn“ feierlich umrahmt wurde. 1883 wurde der Bayerische Wald-Verein gegründet, mit inzwischen 22 000 Mitgliedern und einer weit über 60 Sektionen umgfassenden Organisation, die sich unter anderem für Natur- und Landschaftsschutz, Kultur- und Brauchtumspflege und die Förderung des Tourismus einsetzt. Schon fünf Jahre später entstand auch in Spiegelau eine Sektion, die mittlerweile 375 Mitglieder hat. In den 120 Jahren ihres Bestehens kümmerte sie sich besonders auch um ihren Hausberg, den Rachel. Sie errichtete dort bereits 1909 eine Schutzhütte und baute diese zum jetzigen Waldschmidt-Haus aus. Leider musste man dieses Haus aus Kostengründen bereits 1912 versteigern. Das 1905 am Gipfel installierte Kreuz wurde 1946 zerstört, konnte aber 1951 wieder erneuert werden. Auch um die berühmte Rachelkapelle kümmerte man sich stets. Mehrmals wurden beide Einrichtungen saniert, zuletzt 1995 und 1998.
„Wir stehen für Heimat, Tradition, Kultur und Volkstum. Gemeinsam mit der ganzen Bevölkerung stellen wir uns gerne und mit voller Kraft weiterhin unseren Aufgaben“, so der Sektionsvorsitzende Josef Hamberger. In seiner Predigt beschäftigte sich der gebürtige Spiegelauer Kaplan Michael Weny mit dem Begriff „Heimat“. Sie sei mehr als nur ein Name auf der Landkarte. Heimat liebe man, und sie sei dort, wo das Herz schlage. Gerade der Waldler schätze seine Heimat und besinge sie in vielen Liedern. Dieser Bezug zur Heimat werde ganz besonders durch den Bayerischen Wald-Verein hergestellt. „Der Bayerische Wald-Verein lebt Heimat“, bestätigte auch Landrat Ludwig Lankl und genau so sehe er auch eine seiner Aufgaben als Landrat. Der Sektion Spiegelau wünschte Lankl für die Zukunft weiterhin viel Erfolg. Der Gesamtverein mit seinen 22 000 Mitgliedern feiere heuer sein 125-jähriges Bestehen und stehe von der Gründung bis heute zu seiner Heimat, erwähnte der Präsident des Bayerischen Wald-Vereins und Regens Landrat, Heinz Wölfl. Bürgermeister Josef Luksch lobte die Sektion Spiegelau für deren stets selbstverständlichen ehrenamtlichen Einsatz für eine Vielzahl von Zielen, die der Gemeinde Spiegelau immer zu Gute gekommen seien. Viel Beifall gab es für eine Bildschau über Naturschönheiten des Bayerischen Waldes. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurden die Gäste zum Kennenlernen von Spiegelau und seiner näheren Umgebung aufgefordert. Eine ganze Reihe von Wanderführern stand bereit, um die Gäste auf verschiedensten Touren rund um Spiegelau zu führen. Im Angebot standen eine Wanderung durch die Steinklamm, zum Seelensteig im Nationalpark, über den Trauerwald und den Kurpark und ein Besuch des Goldwaschplatzes bei Riedlhütte. Auch das Thema „Borkenkäfer und andere Katastrophen“ wurde bestens angenommen. Selbst der Bürgermeister stellte sich als „Wanderführer“ zur Verfügung. Er führte eine ansehnliche Gruppe durch den Ort und zum neu errichteten Naturbad, wo er Idee und Aufbau dieses Projekts erklärte.


Grafenauer Anzeiger vom 17. Mai 2008

Ökumene in der Natur
Gottesdienst auf Waldwiese des Waldspielgeländes
Spiegelau. Unter dem Motto „Gottes Geist ist grenzenlos“ fand am letzten Wochenende der ökumenische Pfingstgottesdienst auf der Waldwiese des Waldspielgeländes in Spiegelau statt, zu dem der Nationalpark zusammen mit der katholischen Pfarrgemeinde Spiegelau und der evangelischen Kirchengemeinde Grafenau eingeladen hatten. Über 150 Personen beider Konfessionen nutzten das schöne Wetter um in der freien Natur die Botschaft des Pfingstereignisses zu hören. Dass sich der heilige Geist nicht einschränken lässt, weder auf einen bestimmten Ort, noch für eine bestimmte Personengruppe zeigte Pfarrer Hubert Gerstl in seiner Pfingstpredigt auf und befürwortete damit das Anliegen der Ökumene. Neben ihm wurde der Gottesdienst von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, Pfarrerin Sonja Schuster und Maria Öllinger gestaltet. Auch die Junior-Ranger des Nationalparks beteiligten sich, indem sie verschiedene Symbole, die den heiligen Geist verkörpern, zum Altar trugen und dazu passende Fürbitten vorlasen. Speziell beim Friedensgruß wurde dann noch einmal der Bogen zwischen Natur und Kirche gespannt, indem sich die Anwesenden gegenseitig Naturgegenstände weiterschenkten, die sie zu Beginn des Gottesdienstes bekommen hatten. Besonders gut angenommen wurde auch die musikalische Gestaltung durch Sabine Deubler (Querflöte) und Otto Öllinger (Gitarre), der mit den Anwesenden zu Beginn des Gottesdienstes gekonnt die Lieder einübte und diese sogar dazu animierte, im Kanon und in verschiedenen Tonlagen zu singen. Ein Bläserduo umklammerte den Gottesdienst und gab noch ein Stück von Bach zum Besten. Danach waren wegen dem kühlen Wind dann doch einige Anwesende froh, sich noch ein bisschen am Lagerfeuer aufwärmen zu können. Die Begeisterung für den Gottesdienst löste bei den Verantwortlichen besondere Freude aus und man könne sich durchaus vorstellen, nächstes Jahr wieder einen ökumenischen Gottesdienst im Freien zu organisieren. Im Zuge der Kampagne „WasSerleben“, die vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz ausgerufen wurde, kommt die Kollekte von 85 Euro der Grundschule Spiegelau zu gute, die damit eine „Wasserbar“ einrichten wird. In dieser können die Kinder dann in der Pause kostenlos Wasser trinken.
pnp



Grafenauer Anzeiger vom 28. April 2008

SAXNDI . . .
. . ., die Mängel-Liste ist lang, die Lothar Hopfner seiner Gemeinde Spiegelau ins Stammbuch geschrieben hat. Absichtlich hat er seinen Brief an Bürgermeister und Fraktionssprecher erst nach der Kommunalwahl losgeschickt, obwohl dieser vor der Wahl vielleicht sicher für mehr Unruhe gesorgt hätte.
Für den kommenden Urnengang hat Hopfner in seinem Schreiben aber schon vorsorglich einen guten Tipp parat: „Nachdem im Herbst wieder eine Wahl ansteht, sollte man die oftmals nichtssagende Wahlpropaganda mit den immer lachenden Politikern an kurzfristig aufgestellten und schnell wieder zu entfernenden Plakatwänden aus Brettern anbringen. Der Wähler hätte dann einen besseren Gesamtüberblick und der Ort wäre wieder etwas schöner.“ Auch wenn Bürgermeister Josef Luksch den Aspekt der immer lachenden Politiker mit der Frage „Was sollen wir den tun? Weinen?“ quittierte, ist das Grund-Problem damit noch nicht aus der Welt.
Aber warum nicht einen Schritt weiter gehen, bei der nächsten Kommunalwahl ganz auf Plakate verzichten und das Geld für die Jugend spenden. Damit würde man etwas sagen, einige vielleicht sogar: „Wow.“ Michael Witte


Von Plakaten, Parkern und Präservativen
Gemeinderat Spiegelau befasst sich mit Problemen, die von einem Bürger notiert werden
Von Michael Witte

Spiegelau. Zu viel Lärm, zu viel Müll, zu wenig Einsatz der Gemeindeverwaltung: In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Spiegelau hat Bürgermeister Josef Luksch einen Brief von Lothar Hopfner verlesen, der in einem dreiseitigen Schreiben auf Mängel hinweist, die seiner Meinung nach „ohne große Kosten und Mühen“ abgestellt werden könnten. Der Gemeinderat diskutierte alle Hopfnerschen Kritikpunkte und will mit dem Bürger, „der sich große Mühe“ gemacht hat, in einer der nächsten Sitzungen nochmals intensiv sprechen.
Die Aspekte von Lothar Hopfner und die Reaktionen im Gemeinderat im Detail:

 Der Lärm: „Ein großes Ärgernis entsteht durch die verschiedenen Lärmquellen in Spiegelau und den angrenzenden Orten. Obwohl der Gemeinderat eine Lärmschutz-Verordnung erlassen hat, hält sich kaum jemand an die vorgegebenen Ruhezeiten. Bis in die Dämmerungszeit wird gehämmert, geschliffen, gemäht und mit der Motorsäge gearbeitet, selbst an Sonn- und Feiertagen“, schreibt Hopfner. Auffallend sei, dass die Rücksichtslosigkeit vom Ortszentrum nach außen zunehme, da helfe auch kein freundliches Ansprechen. Und deshalb ersuche er die Gemeinde, hier informativ und konsequent tätig zu werden.
Bürgermeister Luksch sagte dazu, dass die Gemeinde nochmals im „Glasmacher“ über die Verordnung aufklären und an die Einsicht appellieren könne, „einen rumschicken können wir aber nicht“ - das wären ja „Stasi-Methoden“. Erhard Wawrzek bezeichnete die Lärmschutz-Verordnung als Grund allen Übels und plädierte dafür, diese zu kippen oder zumindest zu überarbeiten. Denn: Mit der Verordnung stelle sich die Gemeinde selbst ein Bein, da im neuen Naturfreibad, das in einem Wohngebiet liegt, an Sonntagen zwischen zwölf und zwei ja bestimmt was los und dort mehr Lärm als per Verordnung erlaubt entstünde. Dazu fragte Geschäftsleiter Josef Schreiner in die Runde, ob johlendes Kindergeschrei in einer öffentlichen Badeanstalt „vermeidbarer Lärm“ im Sinne der Verordnung sei? Das Lärm-Problem wurde dann nicht weiter diskutiert, über die Verordnung soll aber in der nächsten Sitzung erneut debattiert werden.

 Das Verbrennen von Müll: „Eine Unsitte ist das Verbrennen von Müll (dem Geruch nach auch manchmal Plastik). Selbst Papier und Pappe werden manchmal verbrannt, obwohl diese kostenlos entsorgt werden können“, teilte Hopfner mit. Auch ob dieser Kritik will der Bürgermeister erneut an die Vernunft der Bürger appellieren - die privaten Feuerchen im Garten freilich nicht verbieten. Denn: Nicht jeder habe eine Fahrmöglichkeit, um seine Abfälle zum Recyclinghof in Augrub zu bringen. Und einen Kontrolleur durch die Gegend schicken, der Missetäter ermittelt, das könne und wolle die Gemeinde nun auch nicht.

 Das Recycling am alten Friedhof: „Eine Blamage ist auch die mögliche Mülltrennung im alten Friedhof. Vielleicht sollte die Gemeindeverwaltung einmal das Procedere mit einer klaren Anleitung und Beschilderung überdenken. Ich kenne keinen Friedhof, wo das so schief läuft wie bei uns“, bemängelte Hopfner. Der Spiegelauer kritisierte auch, dass hinter sein Familiengrab ständig Abfall geworfen werde - „selbst Präservative lagen schon dort“. Und deshalb bittet er, die dort aufgestellte Bank, „die wohl der Grund ist“, zu entfernen. Zu diesem unschönen Müll-Thema sagte der Bürgermeister, dass man im Gemeinderat schon oft über dieses Problem beraten, aber nicht habe abstellen können. Und: Im Jahr fielen dort teilweise über 10 000 Euro Recyclingkosten an, weil dort auch schon Matratzen entsorgt worden seien. Letztlich, und das müsse allen Bürgern klar sein, würden aber die Grab-Besitzer und in letzter Konsequenz alle Bürger dafür zahlen.
Zur Bitte von Hopfner, die Sitzbank abzubauen, meinte der Rathaus-Chef, dass es sehr wohl bekannt sei, dass diese verschwiegene Örtchen am Ende des Friedhofs auch anders genutzt werde, als nur dort zu rasten. Und deshalb wird das Sitzmöbel jetzt versetzt, an einen „besser einsehbaren Ort“.

 Die Plakatflut: „Hässlich sind auch die wild angebrachten Plakate für Veranstaltungen aller Art an Masten, Zäunen, Wänden usw. Eine gemeindliche Regelung mit günstig platzierten Plakatierungsflächen würde die Plakatflut konzentrieren. Geregelt werden sollte auch die Flut von Reklametafeln werden. Die Mischung von Reklame und z.B offiziellen Straßenschildern ist für den Fremden verwirrend“, schreibt Hopfner. Diesem Thema will sich die Gemeinde nach den Worten von Luksch nochmals annehmen, wenngleich es für die gemeindlichen Plakatflächen eigentlich eine klare Regel gibt: Ein Drittel steht für öffentliche Infos bereit, der Rest für private. Schwierig sei aber teilweise, den wilden Plakatierern auf die Schliche zu kommen, denn von den großflächigen Anzeigen könne man kaum eindeutig auf denjenigen schließen, der fürs Plakate-Kleben letztlich zuständig sei. Und: Reklame-Tafeln unter einem Quadratmeter Größe, etwa für weiter entfernte Baumärkte oder Fast-Food-Restaurants, sind laut Bayerischer Bauordnung genehmigungsfrei - „die Gemeinde hat da keinen Einfluss“.

 Das Mähen im Kurpark: „Ein weiteres Ärgernis ist das oftmalige Mähen im Kurpark. Kaum fangen die Blumen an zu blühen, werden sie brutal niedergemäht. Die gemähte Wiese gleicht dann mehr einem Acker“, zeichnet Hopfner in seinem Brief ein trübes Bild vom Ökosystem Kurpark. Ob sich die Lage dort verändert, ist jetzt noch offen, denn im Kurpark soll jetzt eine Privat-Firma ran - bislang schnitt die Gemeinde das Gras. Im nicht-öffentlichen Teil sollte über ein Angebot einer Firma entschieden werden, den Zuschlag erhielt sich aber nicht. Denn: Die Gemeinde will noch ein zweites Angebot einholen. Deutlich wurde aber der Wunsch, dass aus dem Kurpark-Grün keine Rasen-Landschaft auf Golfplatz-Niveau werden soll, sondern eine naturnahe Wiese.

 Das wilde Parken: „Obwohl im ausgebauten Ortszentrum genügend Parkplätze angeboten werden, wird immer wieder rücksichtslos auf dem Gehsteig geparkt. Die Fußgänger müssen dann auf die gefährliche Straße ausweichen. Ein paar Anzeigen würden Wunder wirken“, glaubt Hopfner. Bürgermeister Luksch meinte dagegen, dass der Spielraum der Gemeinde hier auch sehr knapp sei. „Ich kann ja nicht dauernd die Hauptstraße ’rauf und ’runter fahren.“ Bliebe letzten Endes nur die Variante einer Kommunalen Parküberwachung, „was aber ein Witz wäre“. Auch die anderen Gemeinderäte hatten keine Idee, wie man diesem Problem Herr werden könnte.
Aber: Die Kritik von Bürger Hopfner soll nicht zu den Akten gelegt werden, sondern in den kommenden Sitzungen weiter verfolgt werden. Denn neben diesen Punkten bemängelte Hopfner auch noch seiner Ansicht nach unprofessionelles Loipen-Spuren, einen Schilderwald, wildes Parken am Kurpark und „das verunglückte Waldbahndenkmal“.


Grafenauer Anzeiger vom 25. April 2008

„Spiegelau, eine saubere Gemeinde“
Spiegelau. Zum 11. Mal startete vor kurzem die von Lothar Sommer aus Beiwald vor sechs Jahren ins Leben gerufene Aktion „Spiegelau, eine saubere Gemeinde“. Und wieder waren, wie schon bei den voraus gegangenen Müllsammeltagen, viele Gruppierungen aus allen Bereichen der Gemeinde bemüht, die Straßen, Wege und Plätze vom gedankenlos weggeworfenen Unrat zu befreien. Angefangen von den Kleinsten aus den Kindergärten und der Schule bis zu den Vereinsmitgliedern und Privatpersonen, viele waren wieder beteiligt und einige werden noch Nacharbeit leisten. Die notwendigen Utensilien, die verdiente Brotzeit und die Entsorgung gehören auch zur Aktion, und hier stehen immer zahlreiche Sponsoren bereit. dd


Volksfestplatz: Das Vergnügen kann kommen
Gemeinderat Spiegelau stimmt für Zuschuss-Antrag und damit vorerst für den Erhalt der Sortierhalle
Von Michael Witte
Spiegelau. Nach einer intensiven Debatte in öffentlicher aber auch in nicht-öffentlicher Sitzung hat der Spiegelauer Gemeinderat jetzt hinter verschlossenen Türen entschieden, dass ein Zuschuss-Antrag für den Bau des Volksfestplatzes auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks gestellt wird. Damit können nach den Worten von Bürgermeister Josef Luksch heute die Arbeiten auf dem Platz beginnen, wenn der Zuschussgeber, die Regierung von Niederbayern, dem ebenfalls beantragten, vorzeitigen Maßnahmenbeginn zustimmt. Davon geht Luksch freilich aus, somit würde Platz geschaffen für das Motorrad-Treffen und das Volksfest.
Im Grunde genommen drehte sich die Diskussion im Gemeinderat aber nicht so sehr um den Volksfestplatz, sondern vielmehr um die Sortierhalle. Denn: Die Regierung hatte nach den Worten von Bürgermeister Luksch den Zuschuss von 80 Prozent nur in Aussicht gestellt, wenn die Sortierhalle vorerst erhalten bleibt. Der Gemeinderat hatte indes im vergangenen Jahr entschieden, diesen „90 mal 15 langen Schlauch“ (Harald Frank, ÜPG) im Zuge der Renovierung der Sägehalle abzureißen. Luksch machte aber klar, dass es beim Abriss keine 40 000 oder 45 000 Euro Zuschuss für den Volksfestplatz geben würde. „Ohne städtebauliches Erfordernis darf man die Halle nicht abreißen“, konkretisierte der Rathaus-Chef. Indes: Ein Ja zum Volkfestplatz-Zuschuss bedeute nicht ein Nein für alle Ewigkeit zum Sortierhallen-Abriss.
„Mit einem solchen Beschluss würden wir uns nicht prostituieren.“ Und wenn das Sägewerks-Gelände anders genutzt werde und die Sortierhalle weichen müsse, ja dann werde man im Falle der Not den Zuschuss eben wieder zurückzahlen müssen. 2. Bürgermeister Kurt Zettl sah das alles anders: Zwar sei er nicht gegen den Volksfestplatz, beileibe auch nicht gegen einen Zuschuss, aber Fesseln wolle er sich dafür von der Regierung nicht anlegen lassen - „ich lasse mich nicht drängen, von mir aus können die ihren Zuschuss behalten“.
Dass der Faktor Zeit durchaus ein Zünglein an der Waage spielte, darauf wies Kämmerer Ludwig Friedl hin: „Es pressiert.“ Denn wenn man jetzt nicht zustimme, wäre das Motorradtreffen als auch das Volksfest ernsthaft gefährdet. Doch die Kritiker ließen Luksch keine Ruhe: Warum denn die Regierung den Zuschuss mit dem Nicht-Abriss der Sortierhalle verknüpfe, wollten Frank und Zettl mehrfach wissen. „Ich verstehe das nicht, will da einer von der Regierung seinen Wohnwagen reinstellen?“, sagte Frank.
In der öffentlichen Sitzung gab Bürgermeister beiden keine für sie zufriedenstellende Antwort, nicht-öffentlich stimmte der Gemeinderat dem Zuschuss-Antrag dann zu. Da die Gemeinde die Arbeiten schon ausgeschrieben hatte, kann die Baufirma bei genehmigtem vorzeitigem Baubeginn direkt loslegen.
Freuen dürfte dieser Entscheid die Spiegelauer Fußball-Fans. Denn: Die Sortierhalle wird nach dem jetzigen Beschluss Bestandteil des Festplatzes und beim Volksfest für die parallel stattfindende Europameisterschaft als „Fanmeile“ genutzt - mit Großbildleinwand, Buden und allem Pipapo.
Wie es hingegen mit dem Umbau der Sägehalle in einen attraktiven Veranstaltungsort weitergeht, ist nach der jüngsten Sitzung noch offen. Bürgermeister Luksch informierte, dass er heute eine Kostenschätzung erhalten werde. Aber: „Da werden wir uns schrecken“, ließ Luksch nichts Gutes erahnen. Damit könnte die Befürchtung von Erhard Wawrzek wahr werden, der mehrmals meinte, dass „wir uns die Sägehalle nicht leisten können, da bluten wir aus“. 


Spiegelau unterstützt den Ausbau
Spiegelau. Auf Antrag von Kurt Zettl, Erhard Wawrzek, Peter Hinterberger und Ludwig Schopf hat sich der Gemeinderat Spiegelau in seiner jüngsten Sitzung für den Ausbau der Straße nach Frauenau in der geplanten Form ausgesprochen. Die vier hatten eine Resolution beantragt, heraus kam ein klares Bekenntnis des Gremiums. Einstimmig unterstützt der Gemeinderat den Straßenausbau, und dies werde man das Bauamt in einem Brief auch wissen lassen.
mis

SAXNDI. . .

. . ., zum zweiten Mal hat der Gemeinderat Spiegelau in nicht-öffentlicher Sitzung einen Beschluss über die Zukunft des Staatlichen Sägewerks getroffen. Ja ist die Zukunft des Spiegelauer Zukunfts-Geländes, von dem sich einige Gemeinderäte wahre Wunderdinge versprechen, so geheim, dass über sie hinter verschlossenen Türen verhandelt werden muss? Ist sie natürlich nicht.
Bürgermeister Luksch sagt, er hätte darüber öffentlich abstimmen lassen wollen, es sei aber nicht Wunsch des Gremiums gewesen, weil einige Gemeinderäte noch höchst brisante, nicht-öffentliche Informationen benötigt hätten. Damit ist Luksch nur zum Teil aus dem Schneider, denn als Vorsitzender hätte er die Sitzung kurz nicht-öffentlich machen, und dann die Zuhörer wieder in den Raum zur Abstimmung bitten können. Das tat er nicht.
Das eigentlich Problematische ist aber die Unsitte - nicht nur in Spiegelau -, wichtige und interessante Themen ans Ende einer Sitzung zu platzieren. Zeitungsmacher lernen, dass das Wichtigste an den Anfang gehört, in vielen Gemeinderäten ist das anders. Mit diesem Verhalten gewinnt man nicht das Interesse der Bürger an seiner Arbeit. Bei der Sitzung in Spiegelau harrten sieben Zuhörer geschlagene dreieinhalb Stunden aus, um dann nicht zu wissen, ob es dort heuer ein Volksfest geben wird. Schade.    Michael Witte



Grafenauer Anzeiger vom 10. April 2008

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Als Schöffen beim Landgericht Passau stellen sich aus der Gemeinde Birgit Haban, Annemarie Blöchinger und Alfred Resch zur Verfügung. Der Gemeinderat stimmte unisono zu.

 Die Feuerwehr Klingenbrunn wählte ihre Kommandanten neu. In seinem Amt bestätigt wurde Josef Kern, sein neuer Stellvertreter ist Stefan Schopf. Er muss nun noch binnen eines Jahres die Ausbildung zum Gruppenführer/Kommandanten machen. Der Gemeinderat bestätigte ohne Gegenstimme die Kandidatenwahl.
 15 Firmen haben für das Bauvorhaben Kanalbau Althütte ihre Angebote abgegeben. Die günstigste Bieterin war die Firma H & T Baugesellschaft in Ruhmannsfelden. Sie erledigt die Arbeiten für 453 682 Euro. Das sind 10 000 Euro mehr, als die Kostenschätzung der Verwaltung vorgesehen hatte. Der teuerste Bieter hätte 732 000 Euro verlangt. „Wie kann es sein, dass die H & T schon ihren Bagger da oben stehen hat, wenn wir jetzt erst den Auftrag erteilen?“, fühlte sich Gemeinderat Erhard Wawrzek übergangen. Bürgermeister Josef Luksch stellte klar, dass noch kein Bauvertrag unterzeichnet worden sei, aber die Firma die geprüften Ergebnisse aus der Submission natürlich kenne. „Die wollen so schnell wie möglich anfangen und bringen deshalb ihre Maschinen in Stellung.“ Der Gemeinderat war einstimmig für die Vergabe an die Firma H &T.
 Bei der Ausschreibung zum Kanalbau für die Ortsteile westlich von Klingenbrunn war von 14 Betrieben bei der Submission die Ruhmannsfeldener Firma wieder die günstigste, mit einem Angebotspreis von 560 842 Euro. Das teuerste Unternehmen hätte 927 000 Euro verlangt.
 Durch den Ausbau der Staatsstraße südlich von Frauenau wäre der Weiler Flanitzhütte nur mehr aus der Luft zu erreichen. Deshalb baut das Straßenbauamt eine Brücke über die Flanitz und übergibt sie der Gemeinde nach Beendigung des Straßenausbaus kostenfrei. Die Brücke wird dann aber nur mehr als Wander- und Radweg benutzt, ein Pfosten hindert Pkw am Durchfahren. Der alte Steg, über den bisher der Wanderweg führt, wird abgebrochen. Der einzige Beitrag, den die Gemeinde leisten muss, ist, den Grund für die 100 Meter öffentliche Fahrbahn bereit zu stellen.

 Für die Erschließung des Gewerbegebietes Oberkreuzberg-West hatten 14 Firmen ein Angebot abgegeben. Die Submission brachte ein sehr knappes Ergebnis. Die Firma Ohneis aus Straubing erledigt den Auftrag für 288 366 Euro brutto, die Firma Bachl aus Deching war nur um 2457 Euro teuerer.
 An der Abwasseranlage Palmberg-Hangstraße gibt es bei starkem Regen Rückstauprobleme. Eine Kamera-Untersuchung soll an den Tag bringen, wo die Schwachstellen sind. Von vier Bietern ist die Firma Kuchler aus Teisnach mit einer Angebotssumme von 2677 Euro am günstigsten. Der Gemeinderat stimmte der Vergabe zu.
 Der Caritas-Kindergarten Spiegelau braucht dringend neue Fenster. Für die Ausführung in Kunststoff variieren die Angebote von vier verschiedenen Firmen zwischen 18 480 und 20 709 Euro. Werden die Fenster in Holz-Alu gefertigt kommen Aufschläge von 130 bis 162 Prozent dazu. Weil nach der Vereinbarung mit dem Caritas-Verband die Gemeinde 60 Prozent der Investitionskosten trägt - also ca. 10 000 Euro - braucht es die Zustimmung des Gemeinderats. Bis auf Harald Frank waren alle dafür.
 Der Haushaltsplan des Caritas-Kindergartens Klingenbrunn weist ein Defizit von 1700 Euro auf. Auf die Gemeinde entfallen nach der Vereinbarung mit der Caritas 1020 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Übernahme der Kosten zu.
 Nachträglich wurde von der Verwaltung die Zustimmung des Gemeinderates zur Vergabe der Pumpentechnik-Installation ins Naturbad an die Firma Bähr in Horgenzell zum Preis von 64 458 Euro eingeholt.
 Erhard Wawrzek wollte wissen, bis wann der Haushalt 2008 vorliege. Nach Absprache mit Kämmerer Ludwig Friedl wird es wohl Mitte bis Ende Mai werden. Er beantragte, dass bei der nächsten Sitzung Ende April die Übernachtungszahlen der letzten fünf Jahre und die Einnahmen und Ausgaben im Tourismus vorgestellt werden. ul


Stockbauer-Nachlass der Gemeinde übergeben
Testamentsvollstrecker Prof. Dr. Reimann spricht von einem Stiftungsvermögen von 2,556 Euro Mio. Euro / Von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit dem Gedenken an zwei verstorbene Spiegelauer begann die jüngste Gemeinderatssitzung. Das Gremium erhob sich zur Schweigeminute für Ehrenbürgerin Schwester Hildegard, die 30 Jahre lang den Kindergarten in Spiegelau geleitet hatte und dann zurück ins Kloster nach Obernzell ging. „In Spiegelau, das war sicher ihre glücklichste Zeit“, sagte Bürgermeister Josef Luksch.
Die schönste Zeit seines Lebens hatte wohl auch Dr. Ludwig Stockbauer hier verbracht. Denn der frühere Zahnarzt, der fast 90-jährig im Januar 2007 in Passau starb, war der Gemeinde so verbunden, dass er ihr nach seinem Tode fast sein gesamtes Erbe hinterließ, das in die Dr. Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Stiftung floss. Prof. Dr. Wolfgang Reimann kam als Testamentsvollstrecker zur Sitzung und übergab den Nachlass mit einem Nettovermögen von 2,556 Mio. Euro (davon sind 1,8 Mio. Euro Bargeld) und die Stiftungsurkunde förmlich an die Erbin, die Dr. Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Stiftung mit ihrem Stiftungsvorstand Bürgermeister Josef Luksch und den Stiftungsbeiräten Kurt Zettl, Alois Loibl, Beate Rolli-Kordick und Elke Prosser-Greß. Aus den Erträgen des Stiftungsvermögens - jährlich zwischen 50 000 und 70 000 Euro - werden nach Stockbauers Willen die Jugend- und Altenhilfe, das öffentliche Gesundheitswesen, das Wohlfahrtswesen, der Sport und die Heimatpflege gefördert.
„Es ist in der Stiftungssatzung genau festgelegt, wer mit wie viel Prozent des jährlichen Stiftungsertrages bedacht wird. Das ist für Sie auch ein ‘Korsett‘, das Sie von Anfechtungen befreit“, ergänzte Dr. Reimann. Er erzählte auch ein wenig aus dem Leben des Stifters, der am 28. März 1917 in Hagenow, Kreis Mecklenburg, geboren wurde, aber die meiste Zeit in Spiegelau lebte und hier seit 1949 als Zahnarzt tätig war. „Die Übergabe seines Erbes findet ziemlich genau 80 Jahre nach dem Tag statt, an dem Dr. Ludwig Stockbauer die Volkshauptschule in Spiegelau verlassen hatte, um in die Oberschule nach Passau zu gehen“, brachte der Testamentsvollstrecker eine Parallele.
Reimann streifte kurz die bewegte Militärlaufbahn des Stifters. Dieser war als Fliegeroffizier Flugzeugführer einer JU 88, die im August 1941 von englischen Jagdfliegern abgeschossen worden war. Stockbauer wollte aber nicht in englische Kriegsgefangenschaft geraten und versuchte in der kaputten Maschine mit seiner Besatzung bis ins neutrale Irland zu kommen, was auch gelang. Dort war er bis 1945 interniert.
Reimann übergab an Bürgermeister Luksch Stockbauers Fliegermütze, den Offiziersdolch und zahlreiche weitere Erinnerungsstücke mit der Bitte, das Andenken der Stifter Ludwig und Johanna Stockbauer hoch zu halten.
„Das kann ich versprechen. Ich bin sehr dankbar, dass die Familie Stockbauer auf diese Weise der Gemeinde gedacht hat“, so Luksch. Die Urkunde und die Erinnerungsstücke an Ludwig Stockbauer sollen in einer Vitrine präsentiert werden. Der Stiftungsvorstand wolle Sorge dafür tragen, dass das Stiftungsvermögen durch Inflation nicht weniger wird. Deshalb sollen Rücklagen gebildet werden, aus denen unter anderem auch anfallende Reparaturen bei den Immobilien des Verstorbenen bezahlt werden können.


Grafenauer Anzeiger vom 12. März 2008

„Wow“: Schon der erste Schuss ein Volltreffer
5. Spiegelauer Starkbierfest: Tolle Veranstaltung im voll besetzten Schnapsmuseum - „Eitroga“ furios
von Franz Stockinger
Spiegelau. Wer noch eine Eintrittskarte für das 5. Starkbierfest im Schnapsmuseum ergattern konnte, kam auf seine Kosten: Zweieinhalb Stunden Unterhaltung vom Feinsten ließen Berufsstress und Alltagssorgen vergessen, denn Eitroga Bruno Fischer zog alle Register, die in Vielfältigkeit und Vortragskunst manchem TV-Unterhaltungskünstler zur Ehre gereichen würde. Und dabei erfuhren die Zuhörer keine erfundenen Geschichten, sondern „Wahrheiten“. Und weil diese oft weh tun, konnten die Zuschauer den erlittenen „Schmerz“ bei den Betroffenen hautnah in deren Mienenspiel mitbekommen.
Der erste Knaller: „Wow, ... würden Sie mit jeder Frau ins Bett gehen?“ Das Zitat aus der etwas peinlichen Podiumsdiskussion vom 19. Februar, wie es der Bruno formulierte, brachte das Publikum schon auf 100. „Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass Sie sich so zahlreich angesammelt haben. Von mindestens zwei Personen weiß ich, dass sie definitiv nicht allein wegen mir gekommen sind, sondern wegen ihnen, nämlich zum Sammeln.“ Und das folgende, geflügelte Zitat brauchte der Bruno in seiner vorgestellten Abwandlung gar nicht zu Ende zu führen, nämlich: „Kommt Zeit, kommt Landrat. Geht Zeit, ...“
Dann nahm sich der „Eitroga“ einige Ausrutscher des amtierenden Bürgermeisters aufs Korn - er soll tatsächlich vor dem Café Würzbauer gestrauchelt sein - ehe er die Ehefrau des ehemaligen Fraktionssprechers Anton Seibold fragte, was sie denn dazu sage, dass ihr Toni das Amt des Fraktionssprechers an die CSU zurückgeben habe und sich nun sozusagen auf „Freiers Füßen“ bewege. Er, der Toni, hätte ja eigentlich für den Bürgermeister kandidieren sollen, aber ihm hat man wieder einmal nix g’sagt, und eigentlich hätte er sich ja auch selber anbieten können, wie jener andere und außerdem hätte er sich da viel leichter getan, denn er war ja schon einmal bei denen.
Und auch die 3. Bürgermeisterin kam nicht zu kurz: „Jetzt ist es aus mit Deiner Karriere. Elke, mit deinen Haaren schaust du aus wie die Gabriele Pauli.“ Der Name Hauptschule Riedlhütte ist seit kurzem wieder gerechtfertigt, weil sie ein neues Haupt bekommen hat. Es heißt: Feuerecker. Und hier treffe das Sprichwort zu: Nomen est omen. Feuer habe er, so klein wie er sei, und anecken tue er auch, wo er nur könne.
Der Reimeier werde auch immer staader. Und endlich habe er auch seine Einstandsfeier abgehalten. Mit der habe er so lange gewartet, weil ihn die Sache jetzt erheblich billiger gekommen sei, da nun fünf männliche Kollegen weniger an seiner Schule unterrichteten.
Natürlich mussten auch die Kandidaten für den Amtssessel im Landratsamt herhalten und eine Arbeitsanweisung Muthmanns erheiterte besonders die Gemüter: „Wir fahren exakt um drei Viertel zwei, egal wie spät es ist.“ Und dann machte man sich auf den Weg zur Firma Sedlbauer, aber das audio- und videogestützte System im Securitybereich erkannte den Namen Alexander Muthmann nicht. Und da man trotz aller Bemühungen hier nicht mehr herauskam, musste Plan B herangezogen werden, der bestimmte Verhaltensregeln bei Kidnapping, Geiselnahme, Entführung oder Eheschließung vorschreibt. Außerdem bat der Eitroga Landrat Muthmann um die Verse, die er für seine Lebensgefährtin gedichtet hat, weil er sich für Dichtung und Wahrheit einerseits und dessen Reimkunst andererseits interessiere.
„Er lacht schon wieder so freundlich, der andere Stecher, haben Sie so ein sonniges Gemüt, Herr Lankl, oder ist es das Wahlkampf-Grinsen, das man nur anmacht, wenn’s ned anders geht. Die paar Stimmen, die Sie jetzt mehr haben, könnten heut schon zu wenig werden, da müssten Sie schier heute dauerlächeln. Herr Lankl, Sie san heut’ alleine da, ganz ohne Frau. Ich frage Sie, weil voriges Jahr Folgendes passiert ist. Da hat Herr Lankl seinen 50-igsten gefeiert und wie sich das für einen Christsozialen gehört, hat er zu seinem Geburtstag die Sonntagsmesse nicht vergessen, wohl aber seine Frau, die er im Auto zur Kirche hätte mitnehmen sollen. Aber der Lankl solle sich trösten, denn mit einer solchen Geschichte ist er nicht auf einsamer Spur, weil das der Hamberger Sepp mit seiner Frau Rosemarie auch schon einmal ausprobiert hat. Und jetzt wünsch ich Ihnen, Herr Lankl ein faires Stechen mit dem Herrn Muthmann, und dann sehg’n mas scho.“
Stehende Ovationen begleiteten den Kabarettisten Bruno Fischer vom Rednerpult zu seinem Sitzplatz, weil er treffend, interessant, zeitnah, humorvoll und pointiert agiert hatte in seinem kurzweiligen Vortrag, und was oben noch drauf kam, nie verletzend und auf sehr hohem Niveau.
Im Rahmenprogramm stellten sich drei Ratschkathln vor: Elli Burghart, Margit Lindner und Martina Stöckl, die in unnachahmlicher Weise begleitet von der Dorfblos’n Klingenbrunn ihre G’stanzln vortrugen. „In der Halle san’s draußt g’wen, hab’n alle g’scheit g’red’t, was alles möcht’n ändern, aber glaub’n, brauchst eahs net. Auf da Bühne hans g’sess’n, a Schauspielerei, weil des brauchan’s net lerna, des kinnan’s all drei.“ Bürgermeister Luksch bekam von den drei einen bunten Federnschmuck als alter und neuer Häuptling aufgesetzt, was dem sichtlich Freude bereitete.
In der Pause erhielt Lothar Sommer für sein Engagement beim Frühjahrsputz um Spiegelau in Wald und Feld sein Porträt präsentiert, das der Gewerbeverein Spiegelau durch Künstler Josef Schneck anfertigen ließ.
Der Gewerbeverein Spiegelau hatte eingeladen und die Bewirtung für das Starkbierfest bestens organisiert, die Klingenbrunner Dorfblos’n machte ausgezeichnete Musik, so dass auch der Rahmen dem hervorragenden Programm adäquat war.


Grafenauer Anzeiger vom 6. März 2008

Gelungene Premiere für „Bei uns dahoam“
Volksmusikveranstaltung in Spiegelau soll zur festen Einrichtung in der Fastenzeit werden
Spiegelau. Eine gelungene Premiere erlebte die Volksmusikveranstaltung „Bei uns dahoam“, die der CSU-Ortsverband Spiegelau in der Mehrzweckhalle organisiert hatte. Moderiert wurde der Nachmittag vom Volksmusikbeauftragten des Landkreises Regen, Hans Pongratz.
Fünf Gruppen aus dem Bayerischen Wald gaben Kostproben ihres Könnens und wurden dafür mit reichlich Beifall und Zugabewünschen belohnt: die Kattersdorfer Lausbuam aus Kattersdorf, die Tanzlmusi der Wolfstoana-Buam aus Freyung, die Haidl-Buam aus Kumreut bzw. Röhrnbach, die Foikastoana-Sängerinnen aus Lindberg, die für den erkrankten Ranzinger-Dreigesang eingesprungen sind, und die Familienmusik Wolf aus Klingenbrunn-Bahnhof. CSU-Ortsvorsitzender Kurt Zettl wies darauf hin, dass eine Volksmusikveranstaltung in der Fastenzeit zur festen Einrichtung in Spiegelau werden soll. Die Hälfte des Erlöses werde für die Jugendarbeit in der Gemeinde gespendet. An alle Teilnehmer überreichte er ein wertvolles Glaspräsent, das der Spiegelauer Glaskünstler Claus Büchler eigens für diesen Anlass geschaffen hatte. (re)


Grafenauer Anzeiger vom 4. März 2008

Erfolg für die SPD, Niederlage für die CSU: Nach der Wahl können die Sozialdemokraten mit neuem Selbstbewusstsein ans Werk gehen, ein wiedergewählter Bürgermeister und ein Sitz mehr im Vergleich zu 2002. Allerdings: Weil die Freien Wähler ein Mandat gewannen, haben sie mit der CSU eine Mehrheit.
CSU
Kurt Zettl (1811 Stimmen)
Karlheinz Roth (1599 Stimmen)
Thomas Robl (883 Stimmen)
Günther Nama (847 Stimmen)
Alois Loibl (787 Stimmen)

SPD
Josef Apfelbacher (1831 Stimmen)
Elke Prosser-Greß (1596 Stimmen)
Georg Friedl (1210 Stimmen)
Erich Bachmann (1092 Stimmen)
Günter Schmid (930 Stimmen)
Kurt Hobelsberger (872 Stimmen)
Ernst Ertl (804 Stimmen)

Freie Wähler
Peter Hinterberger (1008 Stimmen)
Erhard Wawrzek (887 Stimmen)
Ludwig Schopf (846 Stimmen)
Josef Wanninger (810 Stimmen)

Grafenauer Anzeiger vom 3. März 2008
Spiegelau: Josef Luksch (SPD) muss nicht in die Verlängerung

Der Amtsinhaber erreicht im ersten Durchgang 59,91 Prozent
Von Franz Stockinger und Michael Witte
Spiegelau. „Ich freue mich natürlich riesig und es ist eine Bestätigung, dass man sich immer bemüht hat, ehrlich zu sein, was nicht immer einfach war“, sagte der alte und neue Spiegelauer Bürgermeister Josef Luksch (SPD) nach seinem Erfolg. Der Rathaus-Chef erreichte 59,91 Prozent und ließ damit seine Gegner Kurt Zettl (CSU/25,71 Prozent) und Peter Hinterberger (FW/14,39 Prozent) deutlich hinter sich. In der Stunde seines Erfolgs dachte er aber auch an die „Menschen Zettl und Hinterberger“. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,12 Prozent.
Mit 59,91 Prozent habe er bei drei Kandidaten nicht gerechnet, mit seinen Gegnern will er aber jetzt zu einem Miteinander finden, obschon er in einem CSU-Rundschreiben an alle Haushalte vom Freitag nach seiner Meinung persönlich angegriffen wurde. Luksch wollte dieses Schreiben aber nicht als ausschlaggebendes Moment für seinen Triumph verstanden wissen.
Die Stimmung bei den anderen beiden Bewerbern war am Wahlabend entsprechend getrübt. „Wir haben die Unzufriedenen nicht motivieren können. Ich hätte ein höheres Ergebnis erwartet - aber der Wähler hat so entschieden und das muss man akzeptieren“, sagte Kurt Zettl in einer ersten Reaktion. „Offenbar sind die Leute zufrieden mit der Politik von Luksch.“ Indes meinte der
2. Bürgermeister, dass die Unzufriedenheit in Spiegelau doch größer sei, „als es das Ergebnis ausdrückt“.
Gründe für den Misserfolg konnte der Klingenbrunner nicht finden. Nach seiner Ansicht war es auch kein Fehler, dass die Opposition mit zwei Kandidaten ins Rennen gegangen ist - „das war keine falsche Strategie“. Auf jeden Fall habe Amtsinhaber Luksch mit seinem öffentlichen Brief, dass CSU und Freie Wähler quasi gemeinsame Sache machen, sein Ziel erreicht. Und dieses Ergebnis sorgte auch bei Bewerber Nummer 3 für Katerstimmung: „Spiegelau hat dös kriagt, was es verdient hat. Ich bin mehr als enttäuscht“, sagte Peter Hinterberger.
Entsprechend deprimiert äußerte sich auch der Vorsitzende der Freien Wähler, Erhard Wawrzek: „Die Gemeinde Spiegelau hat verloren, Luksch hat gewonnen.“ Wawrzek suchte die Ursache für das Wahlergebnis aber auch in der eigenen (Wahl-)Taktik: „Wir haben es nicht richtig gemacht und viel zu spät angefangen, die Probleme anzusprechen - es ist noch zu viel unter der Bettdecke geblieben.“


Grafenauer Anzeiger vom 19. Februar 2008
Wahl in Spiegelau: Wer wird Bürgerrmeister?
zum Artikel

Grafenauer Anzeiger vom 31. Januar 2008

Antrag läuft jetzt auf Winterwegepflegegerät
Luksch: „Habe Probleme mit dem Text“
Spiegelau. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag kam Bewegung in Sachen Zuschussantrag für ein neues Loipengerät. Zunächst sollte der Tagesordnungspunkt nicht-öffentlich behandelt werden (PNP berichtete), auf Antrag von Gemeinderat Siegfried Klante wurde er zum Teil öffentlich diskutiert. Klante richtete die Frage an Bürgermeister Josef Luksch, warum dieser Antrag, für den ein Zuschuss von 65 Prozent garantiert sei, noch immer nicht von der Verwaltung gestellt worden sei. Und dass, obwohl der Gemeinderat in der Dezember-Sitzung beschlossen hatte, bis Jahresende 2007 den Förderantrag zu stellen.
Luksch erklärte die Verzögerung unter anderem damit, dass er Probleme mit dem Text habe. Für Loipengeräte gäbe es nämlich keinen Zuschuss, wohl aber für Geräte, die Winterwanderwege räumen und pflegen. „Ich möchte später nicht hören, einen Förderantrag unterschrieben zu haben, der nicht wahrheitsgemäß ist“, sagte der Bürgermeister.
„An dem Gerät ist nichts Verwerfliches“, beruhigte Kurt Zettl. Und Erhard Wawrzek ergänzte, dass Günther Keilwerth, Leiter der Wirtschaftsabteilung bei der Regierung von Niederbayern empfohlen habe, beim Antrag den Schwerpunkt auf „Winterwanderwegepflege-Gerät“ zu legen. „Wir brauchen das Gerät, das bisherige Loipengerät ist 22 Jahre alt“, forderte er. Schließlich wurde folgender Text formuliert: „Der Gemeinderat beschließt, ein Gerät zur Pflege und zur Neuanlegung von Winterwanderwegen zu beantragen, das gegebenenfalls auch zum Spuren und Pflegen von Loipen verwendet werden kann.“ Luksch sagte, dass der Antrag rausgehe, wenn drei Angebote von Herstellern entsprechender Geräte vorlägen. Zettl wollte wissen, ob die Fraktionsführer den Antragstext kontrollieren können. Sie können ins Rathaus kommen, sicherte der Bürgermeister zu. Mit zehn zu drei Stimmen (Luksch, Seibold, Schmid) wurde dem Antragsverfahren zugestimmt.
ul


Grafenauer Anzeiger vom 29. Januar 2008

Zuschuss für neues Loipengerät: Geht der Antrag heute raus?
Spiegelauer Gemeinderat hatte Mitte Dezember beschlossen, Förderantrag bis Jahresende zu stellen - Bürgermeister will zuerst über den Text beraten
von Michael Witte
Spiegelau. 65 Prozent Zuschuss garantiert, aber noch kein Antrag: Heute Abend wird es deshalb spannend im Spiegelauer Gemeinderat. Bürgermeister Josef Luksch will dann - im nicht-öffentlichen Teil - über den Text für einen Förderantrag zum Kauf eines mindestens 100 000 Euro teuren Loipengerätes beraten und beschließen lassen. Das Besondere daran: Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 10. Dezember vergangenen Jahres bereits beschlossen, diesen Förderantrag zu stellen - bis Jahresende 2007.
Kurt Zettl und Siegfried Klante (CSU) sind sauer. Dringend braucht die Gemeinde - nicht nur nach Ansicht der beiden Gemeinderäte - ein neues Loipengerät, um Winter-Wanderwege zu walzen, aber auch um klassische Loipen zu spuren und Skater-Strecken für die sportlichen Langläufer anbieten zu können. Das alte Gerät ist 30 Jahre alt und versagte im vergangen Winter den Dienst, mitten in der Hauptsaison. Zettl und Klante suchten deshalb im November das Gespräch mit Günther Keilwerth, dem Leiter des Bereichs Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr bei der Regierung von Niederbayern, quasi Niederbayerns oberstem Wirtschaftsförderer. Und bei diesem Gespräch machte Keilwerth den Spiegelauern mehr als Hoffnungen, dass sie bei einem Zuschussantrag für ein Loipengerät mit 65 Prozent Förderung rechnen könnten. Er sagte laut Klante sogar zu, dass Geld aus Landshut für ein Loipengerät fließt . Der Haken an der Sache: Da der Wirtschaftsförderer Mitte Februar dieses Jahres in den Ruhestand geht, empfahl Keilwerth, den Antrag baldmöglichst einzureichen. Eingedenk des Zeitdrucks beantragte Klante in der Gemeinderatssitzung am 10. Dezember dann „als dringliche Angelegenheit“, einen Beschluss zu fassen, dass die Gemeinde einen Zuschussantrag fürs Loipengerät stellt. Und diesen spätestens zum 31. Dezember 2007 abschickt.
Der entsprechende Beschluss fand 13 Befürworter und einen Gegner: Bürgermeister Josef Luksch (SPD). Er begründete in der damaligen Sitzung seine Position nicht, erklärte jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung, dass er „ein Problem“ mit dem Antrag habe.
Um der Angelegenheit Nachdruck zu verleihen, ging Klante drei Tage vor Weihnachten zur Gemeindeverwaltung, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkunden. Doch dort erfuhr er, dass der Antrag noch nicht gestellt worden sei - „wir haben auch anderes zu tun“, hörte Klante da von einem Gemeinde-Mitarbeiter.
Der CSU-Gemeinderat wandte sich deshalb an die Rechtsaufsicht im Landratsamt, wollte wissen, was er und Zettl tun könnten. Und: Ob ein Bürgermeister verpflichtet sei, einen Beschluss des Gemeinderats umzusetzen. Nach den Worten von Zettl sagte dazu Richard Aigner, dass Bürgermeister Luksch zwar eine „moralische Verpflichtung“ habe, den Antrag bis Jahresende zu stellen, die Rechtsaufsicht könne aber erst einschreiten, wenn der Gemeinde ein nachweisbarer Schaden entstanden sei - und das sei eben in diesem Fall schwierig.
„Uns geht es auch nicht darum, dass Bürgermeister Luksch einen auf den Deckel kriegt, sondern dass wir das Loipengerät bekommen“, macht Zettl jetzt klar, der in diesem Zusammenhang auf die jüngste Vermieterversammlung hinweist, bei der bessere Winter-Wanderwege gefordert wurden. „Und dafür brauchen wir dieses Gerät.“
Um aber auf Nummer sicher zu gehen, informierte sich das Duo Zettl/Klante nochmals bei Günther Keilwerth, ob die Förderung wirklich korrekt sei und nicht unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ein Zuschuss kassiert werde. Doch da habe der Wirtschaftsförderer nach Aussage von Klante ganz klar gestellt, dass am möglichen Spiegelauer Förderantrag für ein Loipengerät, mit dem Wanderwege gepflegt und Skaterstrecken gewalzt werden, nichts verwerflich wäre. Andere Gemeinden hätten für ebensolche Geräte auch einen Zuschuss erhalten, von „Subventionsbetrug“ könne also keine Rede sein, hat Keilwerth laut Klante betont.
Genau diesen Tatbestand fürchtet offenbar Bürgermeister Luksch, denn er sagt: „Man könnte es so auslegen.“ Weiter wollte er sich nicht dazu äußern, denn heute Abend im nicht-öffentlichen Teil soll über den Antragstext gesprochen werden. Der Antrag wurde laut Luksch zum einen nicht vor Jahresfrist abgeschickt, weil der Kämmerer krank gewesen sei und weil dazu mindestens drei Angebote von Loipengeräte-Anbietern benötigt würden. „Und das ist alles nicht so einfach.“


Pauli, Daisy und Edi als Wahlhelfer
Podiumsdiskussion beim TSV-Ball mit Bürgermeisterkandidaten Uksch, Ettl, Interberger
Von Franz Stockinger
Klingenbrunn. Mit seinem Ball-Motto „Geschichten in Weiss-Blau - Bürgermeisterwahl in Spiegelau“ hat der TSV Klingenbrunn den Nagel auf den Kopf getroffen. Durch Werbung neugierig geworden, kamen viele Gäste und auch die wirklichen Bürgermeisterkandidaten Josef Luksch, Kurt Zettl und Peter Hinterberger, die ihre Doubles „Uksch“ (gespielt von Walter Eder), „Ettl“ (Josef Kaufmann) und „Interberger“ (Gerhard Wildfeuer) bei der Podiumsdiskussion im Gasthaus zum Ludwigstein erleben wollten. Moderatorin Huschi Langnese (Petra Wilhelm) fragte die Kandidaten nach ihren Stärken und Schwächen. Uksch verriet, dass ihm das Rauchverbot nichts ausmache, weil er jetzt zum Lutscher greife. Ettl gelobte, beim Sonntagsgottesdienst künftig den Bischöflich Geistlichen Rat Öppel nicht mehr in der Pünktlichkeit des Erscheinens zu übertreffen und Interberger versprach, mit dem Amt des Bürgermeisters seine vielseitigen Tätigkeiten nicht mehr zu erweitern.
Gefragt nach ihren Wahlhelfern, gab sich Uksch mit Moshammers „Daisy“ zufrieden, Ettl wünschte sich den Stoiber Edi, weil er sich „äh“ in Brüssel „äh“ langweile. Interbergers Wunsch wurde sogar Wirklichkeit: Ratternd donnerte auf dem Motorbike die Super-Gabi aus Fürth (Elisabeth Kaufmann) herein, in schwarzes Lackleder gekleidet. Die Kandidaten waren außer sich und buhlten versteckt um die Gunst der rothaarigen Politmamsell. Die Kandidaten mussten sich noch im Karaoke-Singen messen, begleitet von den „Grashupfern“ und der Melodie „Schön war die Zeit“. „Ihr habt‘s mich gern, ned de zwoa Herrn“, beschwor Uksch seine Wähler. „Alles werd‘ i für euch doa“, versprach Ettl und Interberger war sich sicher: „Der neue Chef, der wir i !“
Die faire Diskussion und die großartige Leistung der Laienspieler des TSV Klingenbrunn wurden mit viel Applaus belohnt. Zur Einstimmung auf die Podiumsdiskussion haben die dorfbekannte Anna (Elisabeth Kaufmann), die Frieda (Petra Wilhelm) und die Hilde (Josef Wanninger), die plötzlich einer weiß-blauen Kiste entstieg, vor dem Metzgerladen Eiß-Schröghamer den neuesten Dorftratsch ausgetauscht.

„Erfrischungsgeld“ für Wahlhelfer?
Spiegelau. Im Info-Zentrum tagt heute ab 18 Uhr der Gemeinderat Spiegelau. Im öffentlichen Teil geht es um den Antrag des Trachtenvereins Schwarzachtaler, die in einem Raum der Grundschule Vereinssachen lagern wollen, und um das Abwasserkonzept der Gemeinde für Althütte, Reinhardsschlag, Kronreuth, Ochsenkopf und Sommerau. Außerdem wird beraten, ob die Wahlhelfer am 2. und 3. März ein „Erfrischungsgeld“ als kleines Dankeschön erhalten sollen.
pnp


Grafenauer Anzeiger vom 25. Januar 2008

Warmer Winter lässt Tourismuszahlen schmelzen
Minus von 1,9 Prozent bei Übernachtungen - Gästezeitung kommt gut an - Großes Motorradtreffen im Mai von Ursula Langesee
Spiegelau. Bei der Versammlung für die Spiegelauer Vermieter im Gasthaus Weber in Langdorf stellte Theresa Resch, die Leiterin der Touristinformation, den neuen Ortsprospekt, den Reiseführer und die Gästezeitung vor.
Zur Entwicklung im Tourismus sagte Resch, dass von Januar bis Oktober 2007 nach den Angaben des Statistischen Landesamtes 131 058 Übernachtungen und 24 256 Gäste-Ankünfte in den gewerblichen Betrieben (über neun Betten) gezählt wurden. Die Privatvermieter sind in dieser Statistik nicht erfasst. Das ergibt bei den Ankünften im Vergleich zu 2006 ein Plus von 1,9 Prozent, bei den Übernachtungen ein Minus von 1,9 Prozent. „Die Zahlen drückt der letzte, schneearme Winter. Zieht man nur die Monate April bis Oktober in Betracht, haben wir bei den Gäste-Ankünften ein Plus von 6,22 Prozent und bei den Übernachtungen ein Plus von 2,06 Prozent“, führte sie weiter aus.
Immer deutlicher trete die kürzere Verweildauer zu Tage. Waren es 2000 noch durchschnittlich 7,04 Tage, so blieben die Gäste 2006 nur mehr 5,25 Tage im Schnitt. „Wir müssen uns besser auf diese Kurzaufenthalte einstellen und bei der Vermietung, vor allem von Ferienwohnungen, nicht mehr starr darauf pochen, Gäste nur für mindestens eine Woche aufzunehmen“, appellierte Resch an die Vermieter.
Beim neuen Ortsprospekt, der in einer Auflage von 14 000 Stück gedruckt worden ist, wurde die Grundlinie beibehalten. „Das sonnige Titelblatt, der Titel ‘Lichtblicke‘ und die klare Aufteilung haben sich bewährt. Gerade bei Messen sticht unser Prospekt immer hervor“, erklärte die Leiterin der Touristinfo. Neu ist die dreisprachige Begrüßung auf Deutsch, Tschechisch und Englisch.
Es wurden mehr Fotos - zum Teil neue - eingebaut und der Text reduziert. Dafür finden sich viele Verweise auf den „Reiseführer“ im praktischen Format, der wie eine Art Almanach Wissenswertes & Nützliches von A bis Z enthält. „97 Inserenten haben wieder mitgemacht. Vielen Dank dafür “, sagte Resch. Trotzdem kosteten der Ortsprospekt und der Reiseführer die Gemeinde noch 17 211 Euro.

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Gästezeitung wurde neu aufgelegt

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Eine Frage war, wofür die 24 000 Euro Mehreinnahmen durch die Erhöhung des Kurbeitrages auf 80 Cent verwendet würden. „Die kommen zum Tourismus-Werbeetat dazu“, antwortete Bürgermeister Josef Luksch.
Wieder ins Leben gerufen wurde die Gästezeitung (Auflage: 18 000) - ein Gemeinschaftswerk von Vermietern und Touristinfo. Die „Wiederbelebung“ war möglich geworden, weil der Gemeinderat einer Erhöhung des Werbeetats für den Tourismus zugestimmt hatte. Sie enthält Berichte, Veranstaltungshinweise und Inserate. Auf 9024 Euro kam die Gästezeitung, mit 4819 Euro haben die Inserenten einen Großteil davon finanziert. „Wir bekommen sehr viele Rückmeldungen, auch weil zwei Gratisaufenthalte in der Gästezeitung verlost werden. Bisher hatten wir über 300 Zusendungen“, berichtete Resch.
Insgesamt hat die Touristinfo Spiegelau im vergangenen Jahr 66 335 Euro für Werbung, Bettenzehnerl, TVO-Beiträge etc. ausgegeben. In ihrem Rückblick erwähnte die Tourismus-Chefin auch die Klassifizierung von Betrieben, die Herausgabe eines Extra-Flyers für Igelbus und Waldbahn, die Neuauflage des Steinklamm-Flyers und 34 Gäste-Ehrungen.
Zur Zeit werde der Internet-Auftritt überarbeitet und ein Videofilm über den „Winter“ in Spiegelau gedreht, wobei der Schneemangel Probleme bereite. Die nächste Gästezeitung soll den Schwerpunkt „Familie“ haben mit der Vorstellung des Naturbades, das im Frühsommer eröffnet wird und des Waldspielgeländes. Auch in Eltern-Kind-Zeitschriften soll für das kinder- und familienfreundliche Spiegelau geworben werden. Im August ist im Rahmen der Marketingkampagne von „Tierisch wild“ ein großes Kinder- und Familienfest im Waldspielgelände. „Den Großteil unserer Gäste stellen immer immer noch die 41- bis 70-Jährigen, deshalb müssen wir versuchen, jüngere Urlauber und junge Familien für unseren Ort zu begeistern“, sagte Resch.
Sophie Döringer schlug vor, den Kindern von Feriengästen zu ihrem Geburtstag zu gratulieren und ihnen ein kleines Geschenk zukommen zu lassen. Über einen Fragebogen könnten die Daten und Gästewünsche leicht abgefragt werden. Denn bei der Wahl des Urlaubsortes, seien die Vorlieben der Kinder ausschlaggebend.

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Fehlender Skilift „tut weh“

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In diesem Zusammenhang brachte sie den fehlenden Skilift ins Gespräch, der sich schmerzlich auf die Buchungen von Familien auswirken würde. Auch Alois Grobauer von der Touristikgemeinschaft Spiegelau plädierte für eine Aufstiegshilfe. „Im Grafenauer Feriendorf haben die Holländer als neue Eigentümer als erstes einen Skilift gebaut. Das zeigt, wie wichtig so eine Einrichtung ist, wenn man Familien mit Kindern ansprechen will.“
Bürgermeister Josef Luksch entgegnete, dass man sich einen Lift wegen des Klimawandels überlegen müsse. Jetzt bliebe der Schnee schon das zweite Jahr in Folge aus. Er fände den umgekehrten Weg sinnvoller, nämlich, sich unabhängig vom Skibetrieb zu machen. „Ein Lift ist schnell gebaut, aber er muss auch betrieben werden“, brachte Luksch ein weiteres Argument, das Grobauer damit entkräftete, dass er zusagte, sich mit der Touristikgemeinschaft um Liftbetreiber kümmern zu wollen, wenn ein Lift gebaut werde.
Grobauer könnte sich vorstellen, auch eine andere Angebotslücke in Eigeninitiative zu schließen. Weil der Igelbus Klingenbrunn, Oberkreuzberg und Beiwald nicht anfährt, könnte ein „Bürgerbus“ Gäste aus diesen Gemeindeteilen befördern. Der Gemeinde käme der Ganzjahresbetrieb mit dem Igelbus auf 30 000 bis 35 000 Euro, merkte der Bürgermeister an.
Nicht auf Bus oder Bahn angewiesen sind mehrere hundert Gäste, die von 22. bis 25. Mai in Spiegelau erwartet werden. Es sind Motorradfahrer, die im Bayerischen Wald an geführten Touren und Besichtigungen teilnehmen und abends im alten Sägewerk bei Open-Air-Konzerten mit „Donnervögel“ und „Wipe out“ machen. Franz Treml hat das Treffen organisiert und bat die Vermieter bei der Versammlung: „Das sind sehr anständige Leute, keine Rocker. Sie machen nachhaltig Werbung für unseren Ort und dadurch wird auch ein jüngeres Publikum angesprochen. Bitte zeigt ihnen, dass sie bei uns willkommen sind und meldet noch freie Übernachtungskapazitäten.“
Treml machte zudem auf einen Missstand aufmerksam, der durch die Rodung von Wirtschaftswäldern mit schweren Maschinen entstehe. Dadurch seien oft über lange Zeit Wanderwege nicht mehr zu begehen, Markierungen fehlten. „Da dauert mir zu lange“, wandte er sich an Resch und Luksch, dass sie bei den Verursachern der Schäden auf schnellere Reparatur drängen. Außerdem sollten seiner Meinung nach Bauarbeiten aus Rücksicht auf die Feriengäste nicht vor 8 Uhr früh beginnen dürfen, weil Spiegelau ein „Erholungsort“ sei.



 

 

 

 

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