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Was über Spiegelau in der Zeitung steht
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Grafenauer Anzeiger vom 18. Dezember 2009

Friedhofmauer kostet 6000 Euro mehr / Betonabdecksteine waren nicht ausgeschrieben - Schwarzachstraße bleibt vorerst wie sie ist / Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Sanierung der Mauer beim alten Friedhof ist fast abgeschlossen. Zur Zeit werden noch die Steher und der Zaun montiert. Bei seiner Sitzung am Dienstagabend stimmte der Gemeinderat nachträglich einer Auftragsvergabe für die Abdeckung zu.
Der Grundstücks- und Bauausschuss war sich einig, den Abschluss der Friedhofsmauer in Beton nachzubessern. Von der Verwaltung wurde über das Ingenieurbüro EBB in Regensburg ein Angebot für die Ausführung mit Beton- abdecksteinen und in einer Natursteinabdeckung eingeholt. Bei den Betonabdecksteinen kostet der laufende Meter 89 Euro und ist damit um 50 Euro günstiger als bei der Natursteinausführung. „Bei den 55 laufenden Metern kommen noch ca. 6000 Euro für die Abdecksteine dazu“, erklärte 2. Bürgermeister Kurt Zettl, der in Vertretung für den erkrankten Bürgermeister Josef Luksch die Sitzung leitete. Günter Schmid ärgerte dieser Nachtrag: „Da wird geplant, genehmigt, ausgeschrieben, die Bauaufsicht ist da und dann braucht man einen Nachtrag. Das kann nicht sein.“
 Das Ingenieurbüro EBB hatte nach einem Gemeinderatsbeschluss die TV-Untersuchung und die Bestandsplanerstellung der Abwasserkanäle im Bericht der Hohe-Tann-Straße veranlasst. Nun liegt das Ergebnis vor. Der öffentliche Kanal und die Hausanschlüsse weisen einen Mix aus Steinzeug- und Kunststoffrohren auf. Abzweige sind verstopft, Rohranschlüsse nicht fachgerecht ausgeführt, Rohrbrüche liegen vor, Wurzeln sind eingewachsen und vieles andere mehr. Außerdem versickert Abwasser durch den sehr schadhaften Kanal im Boden und dafür haftet die Gemeinde. Es muss also dringend Abhilfe geschaffen werden. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Fa. EBB mit der Kostenermittlung für die Sanierung zu beauftragen.
 Nachträglich stimmte das Gremium dem Angebot der Firma Stich über die Errichtung eines „Galgens“ für 1880 Euro brutto für die Kläranlage Althütte zu. Der „Galgen“ ist notwendig, um die eingebauten Pumpen herausheben zu können.
 Die Ortsdurchfahrten Oberkreuzberg und Palmberg sollen abgestuft werden. Dem Vorhaben des Landratsamtes stimmte die Gemeinde nur zu, wenn im Zuge des Landkreisdeckenbauprogramms 2010 die Straßen saniert bzw. in Stand gesetzt werden. Jetzt teilte der Landkreis mit, dass die Sanierung nicht vor dem 1.Mai 2010 beginne, die Zustimmung der Gemeinde aber noch in diesem Jahr erforderlich sei. Das Gremium war einstimmig dafür.
 Wegen „finanzwirtschaftlicher Aspekte“ wird die Ausrüstung der fünf Tore im Bauhof mit E-Antrieb (Kosten: 4843 Euro) vorerst zurückgestellt.
 Christian Balboo Bojko will am 4. September 2010 in der Sortierhalle zum vierten Mal den „Rock in den Herbst“ veranstalten. Diesen Termin fand das Gremium nicht so gut, weil am Tag darauf ein Flohmarkt ist und schlug den 11.9. vor. „Da ist aber einen Tag später die Hiagstroas, ebenfalls mit einem Flohmarkt im Sägewerkgelände“, warf Elke Proßer-Greß ein. Es wurde beschlossen, dass die Veranstaltung grundsätzlich stattfinden könne, der genaue Termin müsse noch abgeklärt werden. Außerdem werde verstärkt auf die Einhaltung der Sperrzeit ab 1 Uhr geachtet.
 Der überarbeitete Entwurf des Nationalparkplans liegt im Rathaus zur Einsicht auf.
 Zettl informierte darüber, dass nun auch Vertreter der Gemeinde Spiegelau beim Runden Tisch zur Bewältigung der Glaskrise mit dabei seien. Es seien die drei Bürgermeister, die Fraktionssprecher und Pfarrer Rupert Wimmer.
 Auf Anfrage von Erhard Wawrzek zum Sachstand bei der Schwarzachstraße sagte der 2. Bürgermeister, dass nach einem Gespräch zwischen Luksch und Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner die verschiedenen Trassen nicht mehr weiter verfolgt würden und die Schwarzachstraße so bleibe wie sie sei. Die eine Million Euro Förderung sei schon zum großen Teil für andere Projekte verwendet worden, nur mehr ein Drittel der Fördermittel stünde noch zur Verfügung, so Zettl.
 Zu Beginn der Sitzung wünschte Zettl dem erkrankten Rathauschef im Namen des Gremiums gute Besserung. Glückwünsche konnte Karlheinz Roth entgegen nehmen: er feierte am Dienstag seinen 29. Geburtstag. Proßer-Greß überreichte an den Vorsitzenden eine Spende von Pfarrer i.R. Hubert Gerstl , die für eine gemeinnützige Einrichtung in der Gemeinde verwendet werden soll. Um bedürftigen Kindern zumindest ein kleines Weihnachtsgeschenk machen zu können, sammelten die Gemeinderäte Geld für die Lebensmittelausgabe „Bürger helfen

Grafenauer Anzeiger vom 3. Dezember 2009

Adventskonzert in der Pfarrkirche
Klingenbrunn. In der Pfarrkirche „Maria, Hilfe der Christen“ findet morgen, Sonntag, um 16 Uhr das 18. Adventskonzert statt. Es wirken mit: BGR Pfarrer Johann Pöppel, der Kirchenchor Klingenbrunn, die Loitzenrieder Stubnmusi, die Blechbläser Klingenbrunn, die Original Kernbeißer, der Zwieselauer Viergesang, die Familienmusik Wolf, die Klingenbrunner Klöpflmusi, Organist Josef Wilhelm, der Liederkranz Klingenbrunn und die Akkordeongruppe Alexander, Philipp und Josef. Der Eintritt in Höhe von 5 Euro wird für die Schuldentilgung der Pfarrei verwendet. - ww

Starkbierfest war größtes Zugpferd
Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins Spiegelau - Neues Konzept für Hiagstroas wird überlegt /
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Kurz und bündig war die Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins am Donnerstag Abend im Gasthaus Weber in Langdorf, zu der etwa die Hälfte der zur Zeit 57 Mitglieder gekommen war.
Vorsitzender Michael Schinabeck berichtete von den Veranstaltungen und Aktionen im vergangenen Jahr. Dabei sei das Starkbierfest im Schnapsmuseum das hervorstechendste Ereignis gewesen. 240 Besucher, darunter Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und Landrat Ludwig Lankl, erlebten das „Dableck‘n“ des Eitrogers Bruno Fischer.
Nicht so gut gelaufen war die „Hiagstroas“, der verkaufsoffene 2. Septembersonntag. „An diesem Tag gab es drei Veranstaltungen in der Gemeinde, eine Woche zuvor hatte der Baumwipfelpfad in Neuschönau eröffnet und die Baustelle vor der Kristallglasfabrik behinderte so manche Aktionen“, versuchte Hobelsberger die geringe Resonanz zu erklären. Bei einem Stammtisch Ende Januar will der Gewerbeverein neue Konzepte für die „Hiagstroas“ besprechen.
Ein voller Erfolg war dagegen die Tombola beim Weihnachtsmarkt in der Sortierhalle am 1. Adventswochenende.
Der Gewerbeverein gibt das Mitteilungsblatt „Glasmacher“ heraus. Fünf Mal war es im vergangenen Jahr erschienen, dabei war die Sonderausgabe zum Ruhestand von Pfarrer Hubert Gerstl die „Interessanteste“, wie Schinabeck betonte. Der Verein habe, wie viele Printmedien, mit dem Anzeigenrückgang zu kämpfen. Für den letzten „Glasmacher“ hätten kaum die Druckkosten gedeckt werden können. „Wenn nicht mehr Werbung geschaltet wird, müssen wir die Anzeigenpreise erhöhen“, kündigte der Vorsitzende an.
Von einigen Mitgliedern wurde die lückenhafte Zustellung des „Glasmachers“ kritisiert. „Wenn man schon inseriert hat, dann möchte man die Zeitung auch bekommen“, sagte eine. Hier soll durch private Fahrdienste die Zustellung künftig besser klappen.
Nicht erhöht wird der Mitgliedsbeitrag. Die Versammlung war einstimmig dafür, es bei 50 Euro plus Mehrwertsteuer im Jahr zu belassen. Die Kassiere Tanja Boxleitner-Weiß (in Vertretung für Helga Müller) und Georg Friedl berichteten von einer gesunden finanziellen Grundlage des Vereins. Die Kassenprüfer Kurt Moser und Josef Roth hatten keine Beanstandungen. „Die Kasse wurde sehr ordentlich, sauber und gewissenhaft geführt“, lobte Moser.
Zum Schluss dankte Schinabeck allen für die Hilfe und Unterstützung im vergangenen Jahr, das nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Max ein besonders schweres für ihn gewesen sei. Georg Friedl bat die Versammlung, sich für eine Gedenkminute für Max Schinabeck zu erheben.
Passend zur Adventszeit trug Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die Geschichte vom schwarzen Schaf und dem Jesukind vor und schuf so den Übergang zum geselligen Teil mit dem vom Gewerbeverein gesponserten Gansessen.


Grafenauer Anzeiger vom 3. Dezember 2009

Rathaus-Kreuzung
Vorrang bei Sanierung
Gemeinderat einstimmig dafür
Spiegelau. Der Kreuzungsbereich an der Hauptstraße beim Alten Rathaus hat beim Sanierungsbedarf Vorrang vor dem Kirchplatz. Das hat der Gemeinderat Spiegelau in nichtöffentlicher Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen.
2. Bürgermeister Kurt Zettl leitete in Vertretung für den erkrankten Bürgermeister Josef Luksch die Versammlung. Sie war kurzfristig angesetzt worden, weil der Gemeinderat bei seiner regulären Sitzung Ende November den Eilantrag Lukschs für die Kirchplatzsanierung ausgebremst hatte.
Doch die Zeit drängt, denn bis Ende des Jahres muss die Förderung zur Städtebausanierung - 80 Prozent sind in Aussicht gestellt - bei der Regierung von Niederbayern abgerufen werden. Weil Spiegelau eine FH-Außenstelle zugesagt worden ist, soll sich nach Meinung des Gemeinderates die Förderung in erster Linie auf die Sanierung der Kreuzung an der Hauptstraße konzentrieren, damit die erhoffte FH-Außenstelle auch verkehrstechnisch angeschlossen werden kann.
Ein für gestern mit der Regierung von Niederbayern vereinbartes Gespräch, welcher Bauabschnitt - die Rathaus-Kreuzung oder der Kirchplatz - zuerst gemacht werden soll, ist auf 8. Dezember verschoben worden. „Wir haben auf jeden Fall durch unsere einmütige Entscheidung den ersten Schritt getan und klar gemacht, dass die RathausKreuzung Priorität hat“, betonte Zettl auf Anfrage des „Grafenauer Anzeigers“. - ul


Grafenauer Anzeiger vom 2. Dezember 2009

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Zu einer Mängelanzeige des Hotelsbetriebs Lilo in Spiegelau, nach Straßenbauarbeiten habe es Schäden am Anwesen gegeben, wurde relativ unbürokratisch ein Mangel am Putz behoben, ohne jedoch die Rechtspflicht anzuerkennen, so die Information von Bürgermeister Josef Luksch.

 Die Ortsdurchfahrten von Oberkreuzberg und Palmberg, die immer noch als Kreisstraßen eingestuft waren, obwohl sie diese Verkehrsfunktion schon 15 Jahre nicht mehr haben, sollen zu Ortsstraßen herabgestuft und damit in die Zuständigkeit der Gemeinde übergeben werden. Zuvor wird noch eine Generalsanierung mit Verschleißschicht und Entwässerung gemacht, so dass die Kommune damit zunächst noch nicht belastet wird. Sie hat künftig jedoch Räum- und Streupflichten und der Bau eines Bürgersteiges wird irgendwann auch anstehen.

 Eigentlich wollte die Gemeinde nicht mehr in die ehemalige Sortierhalle des Sägewerks investieren, so der Hinweis von Günter Schmid. Da aber zahlreiche Veranstaltungen die weitere Nutzung zum Fakt gemacht haben und mit dem geplanten Winterfestival auch für Sicherheit gesorgt werden muss, wurden Schneefanghaken dennoch genehmigt.

 Ein Sektionaltor für das Salzlager am Bauhof soll dafür sorgen, dass dort die Witterungseinflüsse nicht mehr schädlich wirken können. Ein Angebot wurde mit knapp 4000 Euro brutto angenommen, das damit nur bei einem Drittel des ursprünglichen Ansatzes im Haushaltsplan liegt. Alternativ zusätzlich Motorantriebe für die Tore zu besorgen, so der Vorschlag des Bürgermeisters, wurde noch nicht zugestimmt. Dazu sollen erst noch Angebote eingeholt werden.

 Gegen die Stimmen von Wawrzek, Roth und Zettl wurde zugestimmt, dass künftig die Sitzungsprotokolle nur noch Ergebnisprotokolle sein sollen und das gesprochene Wort aufgezeichnet und archiviert wird. Diese CDs sind den Räten zugänglich und auf Wunsch werden in Sitzungen auch weitere Teilprotokolle angefertigt.

 Der angedachte Stockbauer-Preis für das Ehrenamt wird ergänzend zur Bürgermedaille in die Satzung aufgenommen. Seine Form muss noch geklärt werden.

 Der Tourismus in Spiegelau erhält ein elektronisches Meldescheinsystem. Kleinere Betriebe können die Meldung auch weiter in der Tourist-Info erledigen.

 Bekannt gegeben wurde, dass auch weiterhin die Räumpflicht auf Gehwegen bei den Grundstückseigentümern verbleibt.

 Eine zukunftsweisende Möglichkeit des „kommmunalen Finanzmanagements“ könnte die Gemeinde erhalten, wenn ein Forschungsprojekt der FH Deggendorf konkrete Formen annimmt. Statt der bisherigen Buchführung könnte eine Methode ähnlich wie in der freien Wirtschaft dann für mehr Transparenz zu Kosten- und Ertragsstellen sorgen. Die Befürchtung des Bürgermeisters: Man ist dann auch direkter in der Pflicht zu reagieren, wenn durch Zahlen auch Realitäten direkter auf den Tisch kommen. Das Projekt sei noch nicht spruchreif. Die Räte stimmten der Absicht jedoch zu, die Chance wahrnehmen zu wollen. - hpd


Grafenauer Anzeiger vom 14. November 2009

Spiegelauer müssen sich auf höhere Wasserpreise einstellen

Grünes Licht für den Haushalt: Landratsamt macht Kostendeckung zur Auflage
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Wasser ist ein kostbares Gut. Aber in Spiegelau könnte es in 2010 auch ein „gefühlt“ teures werden. Nachdem jahrelang der Preis für Wasser und Abwasser unter den tatsächlichen Bereitstellungskosten lag, wird eine empfindliche Erhöhung nicht mehr aus bleiben. Das Landratsamt stimmte dem Haushaltsplan 2009 zu, allerdings nur mit der Auflage, auf der Ertragsseite auch die nötigen Hausaufgaben zu machen.
Bei Grund- und Gewerbesteuer wollen die Spiegelauer Räte derzeit nicht am Rad drehen. Bei Kanal und Wasser wird man aber nicht umhin können, jährlich etwa 200 000 Euro Defizit auf die Nutzer umzulegen. Derzeit liegt der Preis pro Kubikmeter bei etwa 3,05 Euro. Die Vergleichspreise reichen in anderen Kommunen der Nachbarschaft von 2,60 Euro bis etwa 3,65 Euro. Würde jedoch das sprudelnde Minus im Haushalt komplett auf die Kubikmeterzahl umgerechnet, müssten Spiegelaus Bürger mit über einem Euro mehr rechnen.
Etwa 30 Prozent Kostensteigerung, das würfe gerade für die größeren Verbraucher erhebliche Probleme auf, so Erhard Wawrzek. Wenige Hotels würden den Löwenanteil tragen müssen, während viele Zweitwohnungsbesitzer nur sehr wenig beitragen müssten, wobei bestimmte Anteile am „Kostenkuchen“ nicht nur verbrauchsabhängig gesehen werden dürften. Ein Wasserwart müsse eben auch dann da sein, wenn eine Wohnung nur selten benutzt werde. Er schlug deshalb vor, einen Teil der Kostendeckungssumme auf eine Grundgebühr für alle Anschlüsse umzulegen.
Alois Loibl entgegnete dazu, dass die Gewerbebetriebe wenigstens die Möglichkeiten hätten, Mehrkosten auch an die Kunden weiter zu geben. Bürgermeister Luksch ergänzte, dass ja Hotels davon profitieren würden, dass Infrastruktur auch zu Spitzenbelegungszeiten funktionieren müsse und merkte an, dass eine Grundgebühr kleinere Verbraucher stärker belasten würde als eine Preiserhöhung pro Kubikmeter bei Wasser und Abwasser.
Peter Hinterberger kritisierte, dass seit Jahren eine Unterdeckung akzeptiert worden war. Hätte man früher erhöht, dann wären jetzt auch noch Investitionen möglich. „So bauen wir eine Wand auf, über die wir irgendwann nicht mehr drüber kommen.“ Einen Mix aus Preiserhöhung in zwei Stufen und eine sozial verträgliche Grundgebühr schlug Josef Wanninger vor, 50 Cent pro Jahr mehr befürwortete Günter Schmid und Kurt Zettl empfahl erst eine Grundgebühr und ein Jahr später eine Erhöhung.
Wie dem auch sei, 200 000 Euro Defizit gilt es zu decken. Die Vorgabe des Landratsamtes soll von der Verwaltung in verschiedenen Rechenmodellen mit Variablen für Grundgebühr und Preiserhöhung vorgestellt werden, um in weiteren Sitzungen eine tragbare und sozial und wirtschaftlich ausgewogene Lösung zu beschließen.
Über eine Rückerstattung von bis zu 12 Prozent Umsatzsteuer dürfen sich Bürger freuen, die seit 2000 Herstellungsbeiträge für die Wasserversorgung bezahlen mussten, nachdem ein Urteil gefällt worden war, wonach auch dieser Bereich nur mit 7 % besteuert werden darf. Alle „Betroffenen“ werden diesbezüglich angeschrieben.
Eine bereits ältere Geschichte ist die Straßenbeleuchtung im St. Magdalena Weg in Oberkreuzberg. Eine pragmatische Lösung mit Strahler und Bewegungsmelder am letzten Anwesen wurde nun wieder verworfen, da die Verschiebung der letzten Laterne auch eine gute Lösung darstellen würde, so die Auskunft des Bauhofs. Aber dann könnte man auch einfach eine neue Laterne zusätzlich aufstellen, so Karl-Heinz Roth. Der Bauausschuss soll sich die Situation noch einmal anschauen und darf dann in angemessenem Kostenrahmen eine Entscheidung treffen.
Eine Kleinkläranlage für Klingenbrunn Bahnhof würde etwa eine Million Euro kosten. Davon 700 000 Euro wären zu 70 Prozent förderfähig. Der Gemeinderat beschloss, einen entsprechenden Antrag einzureichen, da sich daraus noch keine Bauverpflichtung ergäbe. Dennoch wird diese Lösung weiter als die beste gesehen, da sie dauerhaft auch die günstigste für die Haushalte sein würde, wenn ab 2010 Förderungen für private Drei-Kammer-Klärsysteme wegfallen würden.
Die veröffentlichte Meinung des Bürgermeisters Josef Luksch, dass die Gefahr bestehe, dass in zwei Jahren auch in Frauenau die Glasöfen ausgehen könnten, veranlasste Erhard Wawrzek zu einem Antrag, er möge solche Äußerungen unterlassen. Er befürchte, dass die Kommune zu teuren Schadensersatzansprüchen herangezogen werden könnte, wenn diese als geschäftsschädigend angeklagt würden. Günter Schmid merkte an, dass er es nicht verstehen könne, wenn sich ein Bürgermeister nicht mehr zu Sorgen um Arbeitsplätze und Bürgerwohl äußern dürfe und Elke Prosser-Greß merkte verwundert an, dass sich Spiegelau mit solchen Tagesordnungspunkten und folgenden Schlagzeilen wieder einmal unrühmlich auszeichne.
Zur Schaffung eines Stockbauer-Ehrenpreises für verdiente Bürger im Ehrenamt will sich Josef Wanninger um einen geeigneten Preis umschauen. Wer die Preisträger bestimmt, Kommune oder Stiftungsrat, soll noch festgelegt werden.
Zu einem großen sportlichen Ereignis informierte Kurt Hobelsberger. Am 6. Februar 2010 wird das Sägewerksgelände wieder zum Biathlonstadion, bis zu 5000 Besucher werden erwartet. Die unlängst aufgestellten „Türme“ werden als Lichtmasten benötigt und wurden für einen sicheren Stand noch vor dem ersten Schnee befestigt.


Grafenauer Anzeiger vom 13. September 2009
AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Zur Ergänzungssatzung Althütte-Südost gab es seitens der Bürger und Fachstellen keine wesentlichen Einwände. Einstimmig wurde der Satzungsbeschluss gefasst.

 Nach Urteilen des Bundesfinanzhofes unterliegt das Verlegen eines Hauswasseranschlusses durch ein Wasserversorgungsunternehmen dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent. Dadurch sind auch Baukostenzuschüsse und Herstellungs- und Verbesserungsbeiträge nur mit 7 Prozent zu versteuern. Diese ermäßigte Besteuerung gilt seit 1. Juli diesen Jahres. Nun liegt es im Ermessen der Gemeinde, wie lange zurück die zuviel bezahlten Beiträge erstattet werden. „Dies gilt nur für private Häuslebauer, nicht für Gewerbetreibende“, schickte Bürgermeister Josef Luksch vorweg. Der Gemeinderat war sich einig, Bescheide bis zurück zum 1. Januar 2005 zu berücksichtigen.

 Die Straßenbeleuchtung im Ahornweg wird um zwei Lampen erweitert. Sie kosten nach einem Angebot der E.ON Bayern 1657 Euro brutto. Das Gewerk Heizungsanlage für das Rathaus wurde an die Firma Erich Friedl in Spiegelau vergeben. Gekauft wurde für den Bauhof ein Fendt-Schlepper für 69 500 Euro und ein Terex Mobilbagger für 84 000 Euro plus Mehrwertsteuer, der alte Bagger konnte für 12 000 Euro drangetauscht werden.

 Auf Antrag von Gemeinderat Ludwig Schopf werden im Fatimaweg in Klingenbrunn zwei Hundetoiletten aufgestellt. Sie kosten 815 Euro.

Der Gemeinderat billigte den Bebauungsplanentwurf für die Erweiterung des Gewerbegebietes Oberkreuzberg. Erhard Wawrzek schlug vor, eine Werbetafel mit der Telefonnummer der Gemeindeverwaltung aufzustellen und der Grundstücks- und Immobilienverwertungsfirma Invest in Bavaria die Daten weiterzugeben.

 Die Shellstation Hilpert in Spiegelau hatte beantragt, ihre Autowaschanlage auch an Sonn- und Feiertagen öffnen zu dürfen. Der Gemeinderat bewilligte den Betrieb der Waschanlage von 12 bis 19 Uhr.

 Der BRK-Kreisverband bat die Gemeinde in einem Schreiben um einen jährlich wiederkehrenden, kooperativen Mitgliedsbeitrag, der zwischen 3,50 und 7 Euro pro Einwohner liegen soll. Bei 4000 Einwohnern wären das im Jahr zwischen 14 000 und 28 000 Euro. „Wir haben zur Zeit keinen finanziellen Spielraum“, kommentierte Luksch diese Forderung. Karl-Heinz Roth schlug vor, zumindest ein positives Signal zu senden und eine einmalige Pauschale zwischen 150 und 200 Euro zu zahlen. Mit dem Hinweis, ohnehin die „Helfer vor Ort“ zu unterstützen , einigte sich der Gemeinderat - mit der Gegenstimme von Peter Hinterberger - auf eine einmalige Zahlung von 100 Euro.

 In einem Schreiben informierte Staatsminister Helmut Brunner darüber, dass die Förderlaufzeit für Programme der Dorferneuerung bzw. des Stadtumbaus West auf 31. Mai 2010 verlängert wird.

 Josef Wanninger regte an, der Gemeinderat solle überlegen, wie Spiegelau touristisch vom Baumwipfelpfad am Hans-Eisenmann-Haus profitieren könne, und sich weiter Gedanken machen über das Preis-Leistungs-Verhältnis, über das Abendangebot und das Ortsbild in Hinblick auf den Tourismus. In diesem Zusammenhang wollte Ludwig Schopf wissen, wie es um das Bemühen um einen „Luftkurort Spiegelau“ stehe. Man solle dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren.

 Georg Friedl gab den Wunsch weiter, dass der Bus auf der Strecke Spiegelau-Schönberg-Passau auch am Industriegebiet Oberkreuzberg halten solle. - ul


Grafenauer Anzeiger vom 2. Oktober 2009

Gfällstraßl: Gemeinderat beklagt Informationsdefizit
Gremium ging davon aus, dass die Finanzierung, nicht die West-Variante das Problem sei
Spiegelau. Das Gfällstraßl war Thema bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bürgermeister und Gemeinderäte äußerten ihre Sicht der Dinge zum derzeitigen Stand der Projekts. Nach einem Schreiben aus dem Umweltministerium ist die bisher präferierte Westtrasse aus Naturschutz-Aspekten nicht möglich (PNP berichtete).
In der Sitzung am Dienstag Abend ging es viel um offene und verdeckte Karten, mit denen gespielt werde, um Informationsvorsprünge und -defizite und um die zeitliche Festlegung, wer wann welches Schreiben vom Umweltministerium, Regierungspräsidenten Heinz Grunwald oder Auskünfte von stv. Nationalparkleiter Karl Bartmann oder NP-Naturschutzbeauftragten Hans Kiener erhalten habe. Bürgermeister Josef Luksch entschuldigte sich vorweg in aller Form für seine Behauptung bei der Sitzung Anfang September, das Schreiben des Umweltministeriums „über Umwege“ bekommen zu haben. „Das stimmt nicht. Es war ein Fehler meinerseits, wie sich jetzt herausgestellt hatte.“
Enttäuschung und Resignation herrscht im Gemeinderat darüber, warum der Nationalpark die Westvariante vorgeschlagen habe, wenn diese dann doch nicht verwirklicht werden könne. Vor dem Schreiben des Umweltministeriums sei man davon ausgegangen, dass „nur“ noch die Finanzierung das Problem sei. Denn zum Kostenvoranschlag von 1,4 Millionen Euro fehlten 400 000 Euro. Die Fördermittel aus dem Konjunkturpaket sehen eine Million Euro vor.
Gemeinderat Karl-Heinz Roth schrieb auf der Suche nach den restlichen 400 000 Euro einen Brief an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Dieser wandte sich an den Regierungspräsidenten und dieser antwortete, „dass es grundsätzlich möglich sei, einen räumlich bzw. fachlich vernünftig abtrennbaren Teil der neuen Straße nach FAG-Mitteln zu fördern“. Jetzt soll alles umsonst gewesen sei. Das ärgert Roth: „Ich fühle mich nicht ernst genommen. Es wurde nicht mit der Gemeinde gesprochen. Würde denn der Nationalpark überhaupt FAG-Mittel bekommen?“ Gemunkelt wurde im Gemeinderat auch darüber, ob eine mögliche Nutzung des Hackinger-Geländes durch den Nationalpark mit der Gfällstraße in Verbindung stehe. „Nach den Aussagen von Bartmann und Kiener am Montag in einem Gespräch hat die Gfällstraße gar nichts mit der Entscheidung für das Hackinger-Gelände zu tun“, betonte Luksch.
„Wir brauchen ein Konzept, wie das Gelände entlang der Rachel-straße wieder attraktiv werden kann. Ich wehre mich, dass gegen den Nationalpark gestriegelt wird“, merkte Peter Hinterberger an. Dazu sagte Luksch, dass er seit seiner Wahl zum Bürgermeister 1996 einen offenen und ehrlichen Umgang mit der Nationalparkleitung gepflegt habe. „Ich bin ein bekennender Nationalparkfreund und verurteile diese Vorgehensweise. Aber ich gebe auch zu, dass es das erste Mal seit 13 Jahren ist, dass es hier ein Defizit beim Informationsfluss gibt.“
Josef Wanninger wollte wissen, warum der Gemeinderat nicht die Chance zu einem Gespräch mit Regierungspräsidenten Heinz Grunwald wahrnehme. Dieses Treffen soll stattfinden, dafür entschied sich der Gemeinderat einstimmig. Und zwar binnen eines Monats. Zuvor soll aber in einem Gespräch der drei Spiegelauer Bürgermeister mit der Nationalparkverwaltung eine gemeinsame Meinung gefunden werden, die man dem Regierungspräsidenten dann präsentieren kann.  - ul/an

Junge Union will die Nullvariante - Vorwurf: West-Trasse wird teurer gemacht
Spiegelau. Die Junge Union lässt in Sachen Gfällstraßl nicht locker und startet erneut Angriffe. „Die Westvariante wird bewusst teuer gemacht“, sagte JU-Ortsvorsitzender Florian Klante.
Auf die jüngsten Presseberichte, in der Gemeinderat und Nationalparkmitarbeiter Josef Wanninger den Ortsvorsitzenden der Jungen Union wegen einer möglichen Verlegung des Gfällstraßls kritisierte, hat dieser mit Verwunderung und neuen Vorwürfen reagiert. „Die Kritik richtete sich nicht gegen Herrn Wanninger, sondern rein gegen die Vorgehensweise der Nationalparkverwaltung“, sagt der Ortsvorsitzende.
Wenig Verständnis zeigte Klante auch für die Kritik Wanningers, dass er an keiner Gemeinderatssitzung teilgenommen habe, auf der das Thema Gfällstraßl auf der Tagesordnung gestanden sei. Unter der Woche studiere er in Regensburg. Eine Teilnahme an den Sitzungen des Gemeinderates sei daher nicht möglich. Trotzdem könne er sich über die politischen Ereignisse in der Gemeinde umfassend und regelmäßig informieren. Bei der heutigen Politikverdrossenheit sollte man froh sein, dass es noch Jugendliche gebe, die sich in der Freizeit politisch betätigten.
In der Sache selbst widerspricht Klante der Argumentation Wanningers in einem zentralen Punkt: „Die Berichterstattung vom 25. September liest sich für mich so, als ob von Seiten des Regierungspräsidenten von Niederbayern, Heinz Grunwald, naturschutzrechtliche Bedenken gegen eine mögliche Westvariante geäußert worden sind. Das ist so nicht ganz richtig. Vielmehr hat der Nationalpark selbst gehandelt und bei der Regierung naturschutzrechtliche Bedenken angemeldet. Warum tut sich der Nationalpark so schwer mit der Wahrheit?“
In dem von Klante angesprochenen Schreiben der Regierung von Niederbayern vom 20. August heiße es: „Kurz nach dem Eingang Ihres Briefes haben wir von der Nationalparkverwaltung erfahren, dass eine Verlegung der Schwarzachstraße auf die von der Gemeinde favorisierte Westvariante nicht weiter verfolgt wird.“
Zweifel hat der JU-Ortsvorsitzende auch bei den angeblichen Kosten für die Westvariante. Während bisher von 1,4 Millionen Euro die Rede gewesen sei, werden nunmehr von Seiten Wanningers Zahlen von bis zu 2,5 Millionen Euro ins Spiel gebracht. Für Klante ist die Sache klar: „Aus meiner Sicht wird die Westvariante mit nicht belegten Zahlen bewusst so teuer gemacht, bis sie sich die Gemeinde nicht mehr leisten kann.“ Um in der Sache nun endlich voranzukommen, schlägt der JU-Ortsvorsitzende, der vorgibt, sich bereits seit einigen Jahren mit der Sanierung des Gfällstraßls zu beschäftigen, vor, die bisherige Trassenführung zu sanieren: „Ich habe mich bereits vor einigen Jahren zusammen mit der Orts-CSU dafür eingesetzt, Fördermittel für die Sanierung der bisherigen Schwarzachstraße zu bekommen.
Nach den jüngsten Ereignissen sollten sich der Bürgermeister und der Gemeinderat auch für die so genannte „Nullvariante“ einsetzen und das Gfällstraßl auf der bisherigen Trasse belassen. - pnp


Grafenauer Anzeiger vom 13. September 2009

„Hubert ist Hubert, Rupert ist Rupert“
Dekan Kajetan Steinbeißer installiert neuen Pfarrer und bittet Spiegelauer, ihn mit offenen Herzen und Händen aufzunehmen
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Nach seinem ersten Gottesdienst in Riedlhütte (siehe Bericht unten) ist Rupert Wimmer gestern nun offiziell im Auftrag von Bischof Wilhelm Schraml von Dekan Kajetan Steinbeißer in der Spiegelauer Kirche installiert worden. Steinbeißer appellierte an die Gläubigen, ihren neuen Pfarrer so anzunehmen wie er ist und nicht an seinem Vorgänger Hubert Gerstl zu messen: „Hubert ist Hubert, Rupert ist Rupert“.
Bei einem Kirchenzug ab der Sparkasse - angeführt vom Musikverein Kirchdorf - kam Pfarrer Wimmer ein Stück durch seine neue Heimat. Vor dem Kirchentor begrüßte ihn Kirchenpfleger und stv. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Heinrich Scholz. Den zweiten Flügel zum Gotteshaus öffnete der neue Pfarrherr. Scholz - in seiner Funktion als Architekt - half ihm ein bisschen bei diesen noch ungewohnten Handgriffen. Zu den Klängen der „Sachranger Festmesse“ von Kirchenchor und Orchester, dirigiert von Josef Kreutner, ging‘s in den mit Rosen, Lilien und Gladiolen in den Kirchenfarben geschmückten Innenraum.
In seiner Predigt prangerte Steinbeißer die Einstellung vieler Menschen an, ein Leben „light“ führen zu wollen. „So lange uns Gott nicht in die Quere kommt, wird an ihn geglaubt. Aber bei Verlusten und menschlichem Leid wird mit Gott gehadert. Das Kreuz wird an den Rand gestellt.“ So wünschten sich viele auch einen „Pfarrer light“, der niemandem weh tue und es jedem Recht mache. „Aber nicht, was die Menschen wollen, darf Deine Leitlinie sein, sondern was Gott will“, legte er Rupert Wimmer ans Herz. Der Dekan wünschte ihm, dass ihn der Dienst als Pfarrer ausfülle, bereichere und stark mache und dass er ein kleines Stück vom Reich Gottes in Spiegelau erleben dürfe.
Scholz trug den Inhalt der von Bischof Schraml unterschriebenen Ernennungsurkunde vor. Die Spiegelauer Gläubigen möchten ihrem neuen Pfarrer den Einstand so leicht wie möglich machen, versicherte er Wimmer augenzwinkernd, „denn wir hätten‘s ned besser dawisch‘n kenna.“ Deshalb gibt‘s jeden Samstag frische Brezen fürs Pfarrer-Frühstück. Da wollte Bürgermeister Josef Luksch für die politische Gemeinde nicht nachstehen und er versprach die Weißwürste dazu. Mit Blick auf den „Engel auf Reisen“, der seit Mitte August sein Quartier in Spiegelau hat, wünschte er Wimmer, dass er sich schnell in der Gemeinde einlebe und Geborgenheit in einer wirklichen Gemeinschaft erlebe. „Ich bin schon neugierig darauf, welche Akzente Sie setzen werden.“
Für die evangelische Kirche überreichte ihm Diakonin Gabriela Neumann-Beiler eine Stein- und eine gravierte Glasplatte als Symbol dafür, dass er hier bald eine Heimat und viele Freunde finden möge. Hilde Herzog vom Heimatverein und die kleine Anna hießen mit Blumensträußen und „Gutem aus Wald und Garten“ den neuen Pfarrer und dessen Eltern willkommen.
Wimmer bedankte sich für den sehr herzlichen Empfang und bei allen, die ihn vorbereitet hatten. Als seine Mitbewohnerin stellte er Katze „Gloria“ vor und bat entschuldigend um Nachsicht, wenn sich einige ihrer Haare auf seinem frisch gebügelten Hemd finden. „Sie kommt immer gerne zum Kuscheln, wenn ich gerade am Weggehen bin.“ Obwohl er gehofft hatte, seine erste Pfarrerstelle in seiner Heimat Altötting antreten zu können, ist Wimmer doch froh, dass ihn der Bischof nach Spiegelau und Riedlhütte geschickt habe. „Das ist ein guter Platz. Hier wurde eine gute Struktur aufgebaut, hier gibt es eine lebendige Kirche. Es ist mir eine Ehre, sie gut weiterzuführen.“ Um Pfarrsekretärin Christina Bildl zu entlasten, gab er als erste Neuerung bekannt, dass das Pfarrbüro künftig mittwochs geschlossen bleibe.


Grafenauer Anzeiger vom 9. September 2009
West-Variante ohne Chance auf Fördermillion
Von Spiegelau präferierte Trasse der Verlegung des Gfällstraßls ist unter Naturschutz-Aspekten nicht möglich / 
Von Andreas Nigl
Spiegelau. Die Gemeinde Spiegelau ist - gelinde gesagt - verärgert. Es geht um das sogenannte Gfällstraßl. Eine Straße hoch zum Rachel, die kaputt ist. Nach langem Hin und Her schienen sich Gemeinde, Nationalpark und Anwohner geeinigt zu haben. Eine sogenannte Westvariante war der Kompromiss. Probleme bereitete nur noch die Finanzierung. Rund 1,4 Millionen Euro lautete der Kosten-Voranschlag. 400 000 mehr als die dafür vorgesehenen Fördermittel aus dem Konjunkturpaket. Jetzt ist auch die Westvariante Geschichte. Aus Naturschutzgründen sei sie nicht möglich, wurde die Gemeinde über Umwege informiert.
Ihm stelle sich nun die Frage, warum von Seiten des Nationalparks eine Westvariante vorgeschlagen werde, wenn diese dann doch nicht zu verwirklichen sei, schimpft Bürgermeister Josef Luksch. Der 1.Bürgermeister ist mit seinem Ärger nicht allein. Kurt Zettl, 2. Bürgermeister, und Gemeinderat Karl-Heinz Roth geht es ebenso.
Letzterer war es dann auch, der sich auf die Suche nach den restlichen 400 000 Euro machte. Roth schrieb einen Brief an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Der wiederum hatte sich dann an Regierungspräsidenten Heinz Grunwald gewandt. „Zwischenzeitlich liegt die Antwort vor “, so Roth. Laut Grundwald sei es grundsätzlich möglich, „einen räumlich bzw. fachlich vernünftig abtrennbaren Teil der neuen Straße nach FAG-Mittel zu fördern“, sollten die vorgesehenen Mittel in Höhe von einer Million Euro nicht ausreichen. „Dazu müsse aber als erster Schritt eine sowohl den Wünschen der Gemeinde als auch den Anforderungen des Naturschutzes gerechte Trassenführung gefunden werden.“ Für Roth ist die Sache eindeutig. „Es schaut gut aus mit zusätzlichen Geldern“.
Mittlerweile existiert aber noch ein anderes Schreiben, so Luksch. Und zwar aus dem Umweltministerium. An den stellvertretenden Nationalparkleiter Karl Barthmann. Der Bürgermeister hat dies laut eigenen Aussagen über Umwege zugespielt bekommen. Darin heißt es unter anderem, dass das Umweltministerium großes Interesse habe, an dem Konjunkturpaket Renaturierung des Schwarzachtals festzuhalten. Mit der Nationalparkverwaltung und der Regierung von Niederbayern sei man sich aber weitgehend einig, „dass die Alternative für die jetzige Schwarzach.bzw Gfällstraße nicht nur naturschutzfachlich vertretbar“ sein müsse, sonder eine deutliche Verbesserung der jetzigen Situation bringen müsse. Dies könne nur bedeuten, dass die Alternativtrasse auf bestehenden Forststraßen verlaufe.
„Das ist das Aus für die Westtrasse“, so Luksch enttäuscht. Jetzt sei guter Rat teuer. Die Zeit dränge. Die Förderzusage ist nur bis Ende 2011 befristet. „Wir wollen uns nicht dem Vorwurf aussetzen, dass die Kommune eine Million Euro verschludert hat“.
Das sei das Aus für die Westtrasse, die bisher diskutiert worden sei, so Bartmann gegenüber dem Grafenauer Anzeiger. Also für jene beiden Varianten der Trassenführung, von denen eine direkt neben der Bahnlinie, die andere noch weiter westlich geplant worden sei. Nun müsse man sich wieder zusammen mit der Gemeinde an einen Tisch setzten und versuchen, in Sachen Westvariante eine neue Trasse zu finden, die den naturschutzrechtlichen Belangen entspreche.
Einen Plan B hat Spiegelau für den Fall der Fälle schon in der Schublade. Wenn es mit dem Bau des Gfällstraßls nichts werden sollte. Dann könnte man die Million auch sinnvoll verwenden. Nämlich als Anschubfinanzierung für einen Bionik-Lehrstuhl an der immer wieder diskutierten FH-Außenstelle in Spiegelau. „Bionik und Renaturierung - da lässt sich doch auch ein Zusammenhang herstellen“, so Luksch, Zettl und Roth unisono. 


„So ein Pfarrer war noch nie da“
Geistlicher Rat Johann Pöppel feiert am 19.September seinen 70.Geburtstag und wird zum Ehrenbürger ernannt  /
von Helmut Döringer
Oberkreuzberg. 70 Jahre alt wird am Samstag, 19. September, Geistlicher Rat Johann Pöppel. Tags darauf, am Sonntag, feiert die Pfarrgemeinde dieses Ereignis. Als ganz besonderes Geburtstagsgeschenk wird dem beliebten und verdienten Pfarrherrn im Rahmen der Feierlichkeiten die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Spiegelau verliehen.
Um 9.45 versammeln sich die Pfarrangehörigen am Dorfplatz zum Kirchenzug. Nach der Abholung des Geistlichen am Pfarrhof beginnt um 10 Uhr der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St.Magdalena, anschließend erfolgt der Festzug zur Asphaltstockhalle, wo die Ehrung des Jubilars durch Bürgermeister Josef Luksch stattfindet.
Johann Pöppel erblickte am 19.September 1939 in Triftern im Rottal das Licht der Welt. Nach dem Umzug der Eltern nach Eichendorf an der Vils, besuchte er dort die Volksschule und ging anschließend nach Burghausen auf das Gymnasium, um den Grundstein für sein Lebensziel, Priester zu werden, zu legen. Das Studium absolvierte Pöppel im Priesterseminar St.Stephan in Passau.
Das bedeutungsvolle, künftig sein Leben bestimmende, „ad sum“ - ich bin bereit - sprach Pöppel am 29.Juni 1966 bei der Priesterweihe im Stephansdom durch den damaligen Bischof Simon Konrad Landersdorfer. Dem Ruf des Bischofs folgend, wirkte der Jubilar als junger Kaplan ein Jahr in Bischofsmais, dann sechs Jahre bis 1973 in Untergriesbach und war anschließend in Hauzenberg tätig.
Im September 1980 bekam der Geistliche die Pfarrei Oberkreuzberg und die Nachbarpfarrei Klingenbrunn übertragen. In der am 21.Mai 1894 gegründeten Pfarrei Oberkreuzberg, der weitaus ältesten in der Gemeinde Spiegelau, war bisher kein Pfarrherr länger tätig als Johann Pöppel. 30 Jahre werden es im nächsten Jahr, dass er als „Hausherr“ in der altehrwürdigen Bergkirche auf dem Kreuzberg, dessen Ursprung bis in das Jahr 1546 zurückgeht, wirkt. Ihm am nächsten kommt Pfarrer Albert Schafhauser, der 15 Jahre, von 1945 bis 1960 Priester in Oberkreuzberg war.
Pfarrer Pöppel ist stets ein guter „Sachverwalter“ für die Pfarrgemeinde gewesen. Bei mehreren Kirchenrenovierungen hat er seine Tatkraft unter Beweis gestellt und nicht zuletzt durch seine Beharrlichkeit konnte die alte Schule in ein Pfarr- und Gemeindezentrum umgebaut und ein Kindergarten im Ort errichtet werde. Großen Einsatz zeigt der Jubilar auch seit vielen Jahren für die Rumänien-Hilfe.
30 Jahre fast arbeitet Johann Pöppel im Pfarrverband Oberkreuzberg-Klingenbrunn. Er hat mit den Menschen gelebt und ist - ohne sich anzubiedern - einer von ihnen geworden. Einer, der nie seine ehrliche und unkomplizierte Art verloren hat. Einer, der sich nicht nur für die kirchlichen, sondern auch ganz weltlichen Belange in den Dörfern seiner Pfarreien interessierte. Einer, der es wirklich verdient hat, Ehrenbürger seiner Gemeinde zu werden, weil „ so einer wie er noch nie da war“, wie es Pfarrgemeinderatsvorsitzender Markus Bayer auf den Punkt brachte.



Grafenauer Anzeiger vom 12. August 2009

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Die Sanierung der Mauer am alten Friedhof in Spiegelau wurde an eine Firma in Eggenfelden vergeben, die mit 62 030 Euro das günstigste Gebot abgegeben hatte.
 Piktogramme als Hinweis auf die Klingenbrunner Nachtloipe werden vom Bauamt an der B 85 angebracht, nachdem eigene Hinweisschilder nicht möglich waren. Die Kosten trägt die Gemeinde.
 Der Trachten- und der Gewerbeverein fragten an, ob für den verdienten Bürger Max Schinabeck Gedenktafeln angebracht werden könnten. An den Kurparkpavillon könnte eine kleine Tafel angeschraubt werden und im öffentlichen Raum nahe des Geländes an der Tourist-Information könnte Platz geschaffen werden, um über Totenbretter auch an andere verstorbene Persönlichkeiten zu erinnern. Genaueres wird noch mit den Beteiligten und Familien zu besprechen sein.
 Seinen Unmut brachte Bürgermeister Josef Luksch über einen Leserbrief zum Ausdruck, den der Klingenbrunner Feuerwehrkommandant Josef Kern geschrieben hatte. Er widersprach der Kritik, bei dem großen Unwetter, das zu überfluteten Kellern und einem Hangrutsch am Badegelände geführt hatte, seien die Vertreter der Gemeinde nicht vor Ort gewesen. Beide Stellvertreter seien bei den Einsätzen der Hilfskräfte dabei gewesen und er selbst habe nach seiner Rückkehr noch am Abend bei Betroffenen vorbeigeschaut. Im übrigen werde es aber auch nicht als sinnvoll erachtet, dass jeweils 16 Gemeinderäte um jeden vollgelaufenen Keller postiert würden.
 Seinen letzten Auftritt vor dem Gremium hatte der bisherige Kämmerer Ludwig Friedl, dem Luksch bescheinigte, immer mit Herzblut seine Arbeit erledigt und sich große Verdienste erworben zu haben. Eine feierliche Verabschiedung soll folgen. - hpd


Grafenauer Anzeiger vom 8. August 2009

NAMEN UND NOTIZEN 
Sonderführung: „Schöpfung und Natur“
Lusen. Trotz durchregneter Nacht machte sich eine Gruppe von Wanderern im Rahmen der Sonderführung „Schöpfung und Natur“ auf den Weg von Finsterau über den Lusen zum Lusenschutzhaus. Die Wanderung stand unter dem Thema „Tod - aus Verwesendem für das neue Leben“. Wolfgang Bäuml, Leiter der Bildungseinrichtungen des Nationalparkes (links), brillierte durch sein Wissen über die Fauna, Geologie und die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava. Einfühlsam trug Kreisheimatpfleger Karl-Heinz-Reimeier (2.v.l.) an besonderen Stellen des Weges eigene Gedichte vor. Den geistlichen Teil hatte Diakonin Gabriela Neumann-Beiler mit Gebeten, Psalmen und meditativen Geschichten übernommen. - pnp/Foto: privat


Grafenauer Anzeiger vom 22. Juli 2009

Hoher Besuch für die evangelische Diaspora
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in Schönberg und Spiegelau
Schönberg/Spiegelau. In irdischen Dingen ist es oft nicht ganz so einfach, sich von guten Mächten wunderbar geborgen zu wissen, insbesondere dann, wenn eine so Mitglieder arme Pfarrgemeinde wie die evangelische dennoch eine große Fläche mit mehreren Kirchengebäuden zu betreuen hat. Der Besuch des evangelischen Landesbischofs war deshalb zwar geprägt von der Freude darüber, dass so eine namhafte Persönlichkeit kam, um die Region kennen zu lernen. Intern gab es aber auch Gespräche über verschiedene Schwierigkeiten - auch finanzieller Art.
Dennoch sollte durch das Programm dokumentiert werden, dass der Glaube durch eine aktive Kirchengemeinde gelebt werde. Begleitet wurde der Landesbischof deshalb nicht nur von Dekanin Dr. Edda Weise, Pfarrerin Sonja Schuster und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, sondern auch von zahlreichen Kirchenmitgliedern. Ihre Verbundenheit in der Ökumene zeigten die katholischen Geistlichen Dekan Kajetan Steinbeißer und die Ortspfarrer Michael Bauer (Schönberg) sowie Hubert Gerstl (Spiegelau-Riedlhütte).
Zu einem ersten beeindruckenden Termin traf sich die Besuchergruppe in der Aula der Schönberger Schule, die ja nach dem evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer benannt ist. Dort ist gerade die Ausstellung „Zurück ins Leben“ aufgebaut, in der es auch um Bonhoeffers Aufenthalt in Schönberg geht, bevor er im KZ Flossenbürg ermordet wurde.
Bürgermeister Peter Siegert führte in die Hintergründe der Ausstellung ein und Schulleiter Bernd Bachhuber berichtete,dass die Schule nicht einfach auf einen bekannten Namen getauft worden sei. Vielmehr stelle Dietrich Bonhoeffer eine persönliche Einladung dar, sich auch mit seinen Inhalten und Überzeugungen auseinander zu setzen. Landesbischof Dr. Johannes Friedrich trug sich in das Goldene Buch des Marktes ein und nahm in seiner Widmung nochmals Bezug zu dem großen Gedicht Bonhoeffers von den „guten Mächten“.
In Spiegelau besichtigte der Landesbischof die Martin-Luther-Kirche, wo ihn Sopranistin Joy Moritz und Kurorganist Otto Heim musikalisch grüßten. Dann besuchte Friedrich das Atelier des Glaskünstlers und Kulturpreisträgers Klaus Büchler. Dort versuchte er sich an einem Glasquader und gestaltete einen Briefbeschwerer mit Kreuzgravur. Von Bürgermeister Josef Luksch erfuhr er von den aktuellen Nöten der Glasindustrie. Als Geschenk und Erinnerung an Spiegelau überreichte er dem Landesbischof einen gläsernen Brieföffner. - hpd/sso


Grafenauer Anzeiger vom 7. Juli 2009
Meditative Wanderung über den Rachel
Stationen waren der Gipfel, die Kapelle und der See - Angebot der evangelischen Kirche
Grafenau/Spiegelau. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Grafenau und der Nationalpark luden am vergangenen Samstag zu einer meditativen Wanderung über den Rachel, zur Rachelkapelle und den See bis zur Racheldiensthütte ein. Dem Wetter zum Trotz fanden sich dann doch 13 Wanderer ein.
Auf dem Weg zum Waldschmidthaus stellte Ranger Günter Sellmayer die Nationalparkidee vor, erklärte Pflanzen und die Zusammenhänge von Werden und Vergehen. Mit meditativen Geschichten, Gebeten und Gedichten stimmte auch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die Teilnehmer auf die Wanderung ein. Nach einer Pause beim Waldschmidthaus ging es auf den Rachel zum Rachelkreuz. Bei guter Sicht wurde die Schöpfungsgeschichte erzählt.
An der Rachelkapelle wurde ein Berggottesdienst gefeiert. An zwei Steinen, die sie vom Weg aufgehoben hatte, erläuterte die Diakonin anschaulich die Vielfalt der Natur und der Menschen. Dabei stellte sie die Frage: „Wer gibt z. B. diesen Steinen und auch den Menschen Wertigkeit?“ Mit dem Wort „Ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Haus“ aus dem 1. Petrusbrief vertiefte sie die Predigt. Die Lieder wurden von Amelie Sellmayer auf der Querflöte und Neumann-Beiler auf der Gitarre begleitet.
Auch am Rachelsee machte die Gruppe nochmals eine meditative Rast, bevor es zur Racheldiensthütte ging. - pnp


Grafenauer Anzeiger vom 7. Juli 2009
„Land unter“ im Naturbad

20-Minuten-Unwetter sucht am Samstag Spiegelau heim - Hang kommt ins Rutschen - Bahnschranke streikt  Von Andreas Nigl
Spiegelau. Nach 20 Minuten war alles vorbei. Dann zeigte sich die Sonne wieder. Was am Samstag um 16 Uhr in Spiegelau passiert ist, hat Kurt Hobelsberger lange nicht mehr erlebt. Und das will etwas heißen - Hobelsberger ist ein erfahrener Feuerwehrmann, der schon viele Unwetter mitgemacht hat.
Am schwersten hat es den Bereich um das Naturbad erwischt, blickt Hobelsberger zurück. Ein Hang unterhalb kam innerhalb weniger Minuten ins Rutschen. „Die Straße in die Steinklamm war sofort zu.“ Mit vereinten Kräften gelang es den Männer der Wehren Spiegelau, Klingenbrunn und Oberkreuzberg schließlich, das Geröll zu beseitigen.
Wenn eine Baustelle abgehakt war, wartete schon die nächste. Zahlreiche Keller, die überflutet waren und ausgepumpt werden mussten, Bäume, die über der Straße lagen und die weggeschnitten werden mussten.
Vor allem auf dem Gfällstraßl Richtung Rachel ging nichts mehr, die Igelbusse stellten die Fahrt ein. Oben am Gfällparkplatz sammelte Hobelsberger, der mit dem Feuerwehrauto unterwegs war, eine Urlauberfamilie ein: „Denen ist es ganz schön nass eini ganga.“
Ein weiterer Brennpunkt war auch die Straße zum Tannenhof. „Die hat sich zum Bach entwickelt“, so Hobelsberger. Er wollte mit dem Feuerwahrauto hinauffahren - es ging nicht mehr, die Räder drehten durch. Auch hier hatten die Helfer hernach wieder alle Hände voll zu tun, die Straße von Geröll frei zu räumen.
Auch die Elektrik spielte verrückt. Im Rathaus fiel die Telefonanlage aus, die Schranke am Übergang der Waldbahn schaltete auf stur und ließ sich kurzzeitig nicht mehr öffnen. So schnell wie der Spuk gekommen war, ging er am Samstag auch wieder vorüber. „Jetzt rengts scha wieder“, seufzte Hobelsberger indes gestern am Telefon.

Grafenauer Anzeiger vom 6. Juli 2009
Gfällstraßl kommt nicht am Bürger vorbei
Der geplante Neubau einer Straße zum Rachel zeigt auf, wie schwierig Kommunalpolitik ist
Von Helmuth Rücker
Spiegelau. Der Plan war so gut: Die Gemeindestraße zum Rachel ist völlig kaputt. Die Gemeinde hat kein Geld für die Sanierung und fragt daher den Nationalpark, ob man da nicht irgendwie eine gemeinsame Lösung finden könnte. Dies gelang. Eine Million Euro standen zur Verfügung. Aber irgendetwas ist schief gelaufen. Keiner kann sich so recht über den Coup freuen.
Schuld ist der Bürgermeister mit dem Gemeinderat, sagen die Bürger. Der plane etwas am Bürger vorbei, weihe sie in die Pläne nicht ein, wolle sie vor vollendete Tatsachen stellen. Daher ging man auf die Barrikaden. Irgendwie hatten die wenigen Einwohner des Ortsteils Neuhütte davon Wind bekommen, dass möglicherweise eine neue Straße an ihrem Dorf vorbei Richtung Gfällparkplatz gebaut werden könnte. Vorbei könnte es sein mit der idyllischen Ruhe am Ende der Sackgasse.
Das Problem: Niemand wusste etwas Genaues. Also wurde recherchiert und spekuliert, wurden Argumente und Meinungen gesammelt. Bürgermeister Josef Luksch wurde regelrecht vom Protest überrollt. „Langsam, langsam“, stellte er sich den Mutmaßungen entgegen. „Es ist noch gar nichts beschlossen.“ Man sei vielmehr am Denken, Abwägen und Planen. Man werde die Bürger schon informieren, wenn es soweit sei.
Damit gaben sich die Bürger nicht zufrieden. Über Leserbriefe erzeugten sie öffentlichen Druck. Luksch lud - obwohl noch nichts Konkretes wissend - zum Ortstermin ein in der Hoffnung, die Gemüter beruhigen zu können. Es wurde nur noch schlimmer. Das Misstrauen war schon so groß, dass jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wurde. Egal, welche Argumente vorgetragen wurde, es ließen sich Gegenargumente finden.
Schuld sind die Bürger, ist aus den Reihen des Gemeinderates zu hören. Weil er aus Betroffenheit den Teufel an die Wand male, auf Argumente nicht eingehe, klaren Aussagen nicht traue und Stimmung mache. Das will keiner offen zugeben, hat doch der Umgang mit dem Bürger in einer Demokratie hohe Priorität. Niemand will behaupten, der Bürger XY handle aus Eigeninteresse oder blicke schlichtweg einfach nicht durch. Das wäre politischer Selbstmord. Luksch ließ sich immerhin zu der Äußerung hinreißen, dass es „das Gemeinste“ sei, Angst zu verbreiten. Ross und Reiter wollte er nicht nennen. „Ich hab schon gesehen: Die, die ich gemeint habe, sind zusammengezuckt.“ Nur nicht zu weit gehen in der Bürgerkritik. Lieber hört man geduldig zu - und schweigt.
Das Paradebeispiel für den schwierigen Umgang zwischen Kommunalpolitiker und Bürger war die Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag. Bürgermeister Josef Luksch ließ leichtsinniger Weise zu, dass sich jeder äußern konnte - eine Art Bürgerversammlung. Die hatte es eben zu diesem Thema nie gegeben, also musste es so gehen. Die Schleusen öffneten sich. „Lasst doch alles so, wie es ist. Für uns taugt‘s!“ Obwohl längst klar war, dass niemand die Trasse an Neuhütte vorbei möchte, dass sie längst vom Tisch ist, wurde gewettert: Vorbei sei es mit der Stille, die die Urlauber suchten, wenn „in einer Tour ein Bus fährt“. Warum plane man sowas, „mir geht’s nicht in meinen Schädel rein!“ Man müsse Spiegelau schützen, die Heimat schützen, den Tourismus schützen. Beifall von allen Seiten - nur nicht von den Gemeinderäten.
Diese sehen sich, mitten im Wald stehend, genötigt, auf die Schnelle abzustimmen. Karlheinz Roth meint es gut, wenn er ad hoc beantragt, über die Ostvariante abzustimmen. Das könnte die Debatte beenden. Wieder Beifall, als die Gemeinderäte die Hände heben. Es war ja klar, niemand wollte nach dem Protest die Ostvariante. Bloß war das beim Bürger noch nicht angekommen. Unwohl war trotzdem manchen, wie der Beschluss zwischen Bürgerschelte und Mückenschlagen zustande gekommen war.
Es gab weitere Ortsbesichtigungen. Und auf dem Weg dorthin wurde manchem klar: Die Kommunikation klappte einfach nicht. Der Bürger verlangte vom Gemeinderat Beschlüsse, die er zum geforderten Zeitpunkt einfach nicht geben konnte, weil die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen war, weil Informationen fehlten.
Den zwei teilweise hitzigen Stunden in der Natur folgten zwei Stunden im Sitzungssaal, in dem die Bürger nicht mehr mitreden durften. Das Ziel war schließlich auch schon erreicht: Die Ostvariante war vom Tisch. Doch welche Lösung war die bessere? Es erfolgte eine klassische Meinungsbildung, indem die Argumente mehrfach vorgetragen und erläutert, Missverständnisse ausgeräumt und falsche Zahlen richtig gestellt wurden. Dazu kamen Informationen von der Nationalparkseite, die die schwelende Skepsis schwinden ließ.
Und damit konnte man zurück zum Ausgangspunkt kommen: Wie kriegt die Gemeinde eine ordentliche Straße zum Gfällparkplatz hin, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen? Dem Nationalpark ist es gelungen, eine Million Euro aus dem Konjunkturpaket loszueisen. Nicht für eine neue Straße, sondern für eine Renaturierung. Da dabei aber die alte Schwarzachstraße verschwinden muss, muss man halt eine neue bauen. Wo diese gebaut wird, entscheidet allein der Gemeinderat - sofern sie im Kostenrahmen ist.
Das ist das gegenwärtige Problem. Der Gemeinderat hat sich mehrheitlich - wie am Samstag berichtet - für die Westvariante entschieden und gegen die Trasse über Klingenbrunn. Als sich der Gemeinderat diese Trasse vor Ort ansah, hatte Bürgermeister Luksch die Idee, doch die Trasse entlang der Bahnlinie zu verlegen. „Da haben wir schon einen Eingriff in die Natur, den wir nur ein bisschen erweitern müssten“, argumentierte er. Bei der Westvariante nach altem Plan müssten Reiterwege verbreitert werden. Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner konnte nicht so auf die Schnelle zustimmen, weil nicht geprüft ist, wie Bahn oder der Naturschutz auf diese neue Linienführung reagieren.
Entscheidend ist gegenwärtig etwas anderes: Die Westvariante ist die teuerste. Sie kostet mindestens 1,4 Millionen Euro, zur Verfügung stehen aber eben nur die besagte Million. Die Gemeinde will zusammen mit dem Nationalpark auf Geldsuche gehen: Vielleicht kann sich die Regierung, die letztendlich entscheidet, mit der neuen Trasse anfreunden und Geld, das möglicherweise bei einem anderen Projekt nicht gebraucht wird, nach Spiegelau umleiten. Es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Zumindest die Richtung ist bekannt.



Grafenauer Anzeiger vom 27. Juni 2009

SAXNDI. . .
. . . Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, denken sich diejenigen, die gegen eine Verlegung des Gfällstraßls auf die sogenannte Osttrasse an der Ortschaft Neuhütte vorbei sind. In erster Linie Naturschutzgründe werden angeführt, sicher werden auch Befürchtungen über die mögliche Verkehrsbelästigungen eine Rolle spielen.
Und glaubte man, diese Option sei vom Tisch, machte jetzt die Tatsache, dass auch die besagte Trasse mit drei anderen im Spiegelauer Gemeinderat erneut vorgestellt wurde, die Anwohner wieder scheu.
Fakt ist, dass ihr Widerstand Wirkung gezeigt hat - und Nationalpark und Umweltministerium betonten, von sich aus hier nicht tätig werden zu wollen. Der Ball liegt also beim Spiegelauer Gemeinderat - der muss von sich aus entscheiden, wohin die Trasse führt. Dann wird sich auch zeigen, ob die Befürchtungen berechtigt waren.   Andreas Nigl


Gfällstraßl: Vier Varianten und ihre Kosten
Nationalparkmitarbeiterin Hußlein stellt im Gemeinderat Alternativen zur Schwarzachstraße vor
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Diskussion um eine eventuelle neue Trasse zum Rachel als Alternative zur höchst sanierungsbedürftigen Schwarzachstraße zog am Dienstag Abend wieder etliche Interessierte in die Gemeinderatssitzung. Entschieden ist nach wie vor nichts, aber man ist einen bedeutenden Schritt weitergekommen. Maria Hußlein von der Nationalparkverwaltung hatte die Kostenschätzungen für die vier Varianten vorgelegt, ebenso die Abschätzung der Umweltverträglichkeit.
Nullvariante (bestehende Schwarzachstraße): Kosten für die bituminöse Verstärkung auf drei Kilometer: 375 000 Euro. Falls ein kompletter Neubau erforderlich wird, käme das auf 1,3 Mio. Euro. Gegebenenfalls käme noch die Erneuerung der Wasserleitung dazu. Bei der Sanierung der weiteren Straße bis zum Gfäll durch bituminöse Verstärkung auf 2,5 Kilometer muss mit 320 000 Euro gerechnet werden.
Bewertung:

 Eine Verbesserung des prioritären Lebensraumes Fichten-Moorwald ist nicht realisierbar.

 Die notwendige Erneuerung der Straße birgt während der Bauarbeiten die Gefahr einer Verschlechterung des Lebensraumes.

 Eine dauerhafte Sanierung der Straße kommt einem Straßenneubau gleich, die Sanierung mit Hilfe einer bituminösen Verstärkung ist insbesondere im Bereich der Tal-aue (Weichboden) nicht zu empfehlen.
Ostvariante (Straße führt durch Neuhütte und mündet später in die Schwarzachstraße): Kosten für den Neubau mit 2,1 Kilometern Länge und 3,50 Metern Breite: 924 000 Euro, zwei Gewässerquerungen: 200 000 Euro - Summe: 1,124 Mio. Euro. Zuzüglich die Sanierung der Straße bis zum Gfäll auf 2,5 Kilometer: 320 000 Euro und eventuelle zuzügliche Arbeiten für einen Kilometer Leitungsverlegung in der bestehenden Straße.
Bewertung:

 Diese Variante bringt den maximalen Gewinn für den prioritären Lebensraum Fichten-Moorwald (Renaturierung durch Rückbau eines Teils der Schwarzachstraße). Dadurch wird der Lebensraum von Fischotter, Eisvogel, Haselhuhn und Schwarzstorch entscheidend verbessert. Stark profitieren würden auch Wasseramsel und Kreuzotter.

 Die halbstündige Fahrt- und Taktzeit des Igelbusses bleibt erhalten, die Verkürzung des Taktes der Waldbahn auf eine Stunde könnte durch den Wegfall eines Bahnüberganges auf freier Strecke erleichtert werden.

 Durch zwei Bachüberquerungen sind die Kosten etwas höher als bei der Nord-West-Variante.

 Der Busverkehr (36 Fahrten pro Tag) tangiert auf 500 Meter Länge ein Wohngebiet.

 Der Widerstand in der Bevölkerung führte zu einer ablehnenden Haltung des Umweltministeriums zu dieser Variante. In diesem Zusammenhang betonte Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner, dass der Nationalpark und das Umweltministerium von sich aus die Ostvariante nicht weiter verfolgen werden.
Westvariante (verläuft westlich der Schwarzachstraße): Kosten für den Neubau mit 2,8 Kilometern Länge und 3,50 Metern Breite: 1,232 Mio. Euro, zwei Gewässerquerungen: 200 000 Euro, bituminöse Verstärkung auf 200 Meter: 25 000 Euro - Summe: 1,407 Mio. Euro. Eventuell zuzüglich erschwerte Gründung auf Weichboden auf circa einem Kilometer Länge und zuzüglich Sanierung der Straße bis zum Gfäll auf 3,3 Kilometer: 420 000 Euro.
Bewertung:

 Prioritärer Lebensraum kann nur in eingeschränktem Maß zurückgewonnen werden und wird in einem Teilbereich sogar erneut beeinträchtigt.

 Die Neubaustrecke ist länger als das zu renaturierende Teilstück der Schwarzachstraße.

 Ein Bahnübergang muss für den Busverkehr ertüchtigt werden.

 Die große Gesamtlänge des neu zu bauenden Straßenkörpers und die Querung von Weichböden führt zu den höchsten Kosten.
Nord-West-Variante („Wanninger-Straßl“ - führt über Klingenbrunn, Althütte auf bestehenden Straßen und stößt kurz vor Klingenbrunn-Bahnhof über das Lindau-Straßl aufs Gfällstraßl): Kosten für den Neubau mit 1,7 Kilometern Länge und 3,5 Metern Breite: 748 000 Euro, zwei Kilometer Leitungsverlegung auf gesonderter Trasse: 300 000 Euro - Summe: 1,048 Mio. Euro. Eventuell zuzüglicher Wasseranschluss Neuhütte ca. 65 000 Euro, evtl. zuzüglicher Deckenbau Gemeindeverbindungsstraße nach Klingenbrunn-Bahnhof (1,2 km): 120 000 Euro, zuzüglich Sanierung der Straße bis zum Gfäll auf 3,3 Kilometer: 420 000 Euro.
Bewertung:

 Prioritärer Lebensraum kann nur in eingeschränktem Maß zurückgewonnen werden.

 Die Trasse quert auf 3,3 Kilometer bewohntes Gebiet (18 Fahrten pro Tag), dafür werden die Ortsteile Klingenbrunn und Althütte an den Igelbus angebunden.

 Die Taktzeit des Igelbusses muss auf Grund der großen Streckenlänge auf 60 Minuten verlängert werden. Eine sinkende Attraktivität des ÖPNV und des zentralen Parkplatzes in Spiegelau sind zu befürchten. Der 30-Minuten-Takt würde zusätzliche 105 000 Euro im Jahr kosten.

 Für die Strom- und Wasserleitung ist eine gesonderte Trasse mit zusätzlichen Auswirkungen auf die Schutzgüter notwendig.
Bürgermeister Josef Luksch schlug vor, alle Varianten zu besichtigen und bei einer eigenen Sitzung die Vor- und Nachteile zu diskutieren. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Auf die nächste Sitzung verschoben wurde der Antrag von Rosina und Max Stadler aus Klingenbrunn, die darin ihre Forderungen und Vorschläge zum Gfällstraßl und zur generellen Zusammenarbeit mit dem Nationalpark äußerten.

Viele Erfolge kennzeichnen den Weg des TSV Spiegelau
Seit 85 Jahren Heimstatt des Sports - Herbert Meißner eine Funktionärs-Legende - Rückblick anlässlich des besonderen Geburtstages
Von Helmut Döringer
Spiegelau. Viele große Erfolge kennzeichnen den Weg des Turn- und Sportvereins, der in diesen Tagen auf sein 85-jähriges Bestehen zurückblicken konnte.
Am 19. Juni 1924 wurde im katholischen Arbeiterheim (heute Kegelbahn) der „Turnverein“ Spiegelau aus der Taufe gehoben. Die Unterlagen aus dieser Zeit sind sehr spärlich. Doch dürften Josef Achatz sen. als Gründungsvorstand und Hans Dachs treibende Kräfte gewesen sein. Zu den Männern der ersten Stunde gehörten insgesamt 22 aktive und fünf passive Mitglieder. Als „Stadion“ diente zunächst eine Wiese in der Nähe der Neuhütte. Im Winter stand den sportbegeisterten Männern - Frauenturnen war damals noch verpönt - ein Saal im Arbeiterheim zur Verfügung. Neben dem Turnen gesellten sich bald Faustball und Leichtathletik als neue Sparten hinzu.
Fußball spielte zur Gründerzeit im Turnverein noch keine große Rolle. Es gab aber zu Beginn der zwanziger Jahre in Spiegelau mit dem „Ersten Fußballclub“ und den „Sportfreunden“ gleich zwei Fußballvereine, die im März 1922 fusionierten und sich später aus nicht näher bekannten Gründen auflösten. Zum ersten Mal taucht der heutige Vereinsname „TSV Spiegelau e.V. 1924“ am 12. März 1946 im Protokoll des Turnvereins auf. In der Generalversammlung, die im Gasthaus „Zur Steinklamm“ stattfand, schlossen sich an diesem Tag die Fußballer als „Sparte mit besonderen Rechten“ dem Turnverein an.
Ein Meilenstein in der Geschichte des Vereins war 1928, als unter der Federführung des Sägewerkbesitzers Konrad Wilsdorf begonnen wurde, auf der „List“ einen neuen Sportplatz zu bauen. Drei Jahre später schenkte Wilsdorf der Gemeinde das Sportgelände mit der Auflage, es „der sporttreibenden Jugend stets zur Verfügung zu stellen.“ Diese Baumaßnahme fiel in die Amtszeit von Gründungsvorstand Josef Achatz, der von 1924 bis 1931 den Verein leitete. Große Verdienste um den Sportverein erwarb sich Julius Gottal, von 1934 bis 1947 Vorsitzender. Er gab dem Verein entscheidende Impulse und trug einiges als Spartenleiter und aktiver Eisschütze zu den großen Erfolgen dieser Sparte bei. In die Amtszeit von Andreas Bauer (1947 bis 1950) fiel der Bau des „Turnerheims“ neben dem Sportplatz, das dem TSV lange Jahre als Vereinslokal diente und von den Wirtsleuten Traudl und „Jackerl“ Hartl bewirtschaftet wurde. 1969 musste das baufällig gewordene Gebäude abgerissen werden. Untrennbar mit der Sparte Leichtathletik und Turnen sind die Namen Egon und Max Karger verbunden, Glanzlichter im Eisschießen setzte Albin Stockinger. Sehr erfolgreich ist in neuerer Zeit die Sparte Taek-Won-Do und auch Tischtennis und Volleyball sind sehr gut angenommene Sparten innerhalb des Sportvereins.
„König Fußball“ nimmt aber doch eine Sonderstellung ein. 1946 und 1961 stiegen die Spiegelauer Fußballer ins niederbayerische Fußball-Oberhaus auf. In der Saison 1962/63 spielte der TSV in der Bezirksliga groß auf, wurde „Herbstmeister“ und pochte heftig an das Tor zur Landesliga. Doch am Ende fiel man auf den vierten Platz zurück und verpasste dadurch einen der drei Aufstiegsplätze. In der Saison 1965/66 musste der TSV in den saueren Apfel des Abstiegs aus der Bezirksliga beißen und konnte seit dieser Zeit nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Als besonderes Ereignis in der Geschichte des TSV ist die Sportplatzeinweihung im Juli 1982, die in die Amtszeit von Ferdinand Maier fiel, herauszuheben. Nach Jahrzehnten konnte man endlich auf einem Rasenplatz dem runden Leder nachjagen. Zwei Jahre später war auch das neue Vereinsheim bezugsfertig. Das Gründungs- und Ehrenmitglied des TSV, Hans Dachs, ermöglichte mit einer außergewöhnlich hohen Geldspende den Bau des Heimes.
Viele große Gönner und unermüdliche Funktionäre standen in den Reihen des TSV Spiegelau und sorgten dafür, dass das Vereinsschiff, dessen Ruder seit 1992 Rüdiger Greß fest in der Hand hält, nie zum Stillstand kam. Sie alle hervorzuheben, würde den Rahmen des Machbaren sprengen. Doch nicht unerwähnt bleiben darf der Name Herbert Meißner, der untrennbar mit dem Sportverein verbunden ist. 40 Jahre, zunächst als stellvertretender und ab 1960 als 1.Spartenleiter, war Meißner Funktionär, einer der dienstältesten innerhalb des Bayerischen Fußballverbandes. 1995 trat der Herbert aus gesundheitliche Gründen zurück, dient seither dem TSV als Platzwart, sozusagen weiterhin als „Mädchen für alles.“ Herbert Meißner, diese Spiegelauer Funktionärs-Legende, blieb immer für „seinem“ TSV am Ball, in guten wie in schlechten Zeiten.  - dö



Grafenauer Anzeiger vom 17. Juni 2009

Kurt Zettl bleibt an der CSU-Spitze
Spiegelauer Ortsverein bestätigt ihn einstimmig im Amt
Spiegelau. Bei der Ortshauptversammlung der CSU Spiegelau im Wagnerhof in Klingenbrunn stand die Neuwahl der Vorstandschaft auf dem Programm. Dabei wurde der bisherige Ortsvorsitzende, 2. Bürgermeister Kurt Zettl, von den anwesenden Mitgliedern einstimmig wiedergewählt. Seine Stellvertreter sind die Gemeinderäte Alois Loibl, Thomas Robl und Karlheinz Roth. Matthias Wendt aus Klingenbrunn wurde zum neuen Schriftführer gewählt, Schatzmeister bleibt für weitere zwei Jahre Georg Schneider aus Spiegelau. Die Vorstandschaft vervollständigen Alfred Fruth, Siegfried Klante, Heinrich Matschiner, Alfred Peterhansl, Gemeinderat Günther Nama, sowie JU-Ortsvorsitzender Florian Klante. Kassenprüfer bleiben weiterhin Georg Friedl und Heinrich Scholz.
Zu den Delegierten in die Kreisversammlung wurden Karlheinz Roth, Kurt Zettl, Siegfried Klante, Florian Klante und Ludwig Friedl gewählt. Ersatzdelegierte sind Georg Schneider, Heinrich Matschiner, Thomas Robl, Matthias Wendt und Alois Loibl.
MdB Barthl Kalb referierte über die Ursachen und Auswirkungen der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise. In der derzeitigen Situation gelte es vor allem, den Mut nicht zu verlieren. Über die Landkreispolitik und die Arbeit im Gemeinderat berichtete Kreisrat und Gemeinderat Karlheinz Roth. Roth lobte insbesondere die gute Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinderatskollegen. „Wir haben einen hervorragenden Gemeinderat, in dem alle 16 Mitglieder an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert sind“, so Roth.
Im Hinblick auf die derzeitige Diskussion um das Gfäll-Straßl stellte Roth klar, dass für die CSU die von Bürgermeister Luksch und dem Nationalpark ursprünglich angedachte Ostvariante nicht in Betracht komme: „Einen Busverkehr auf der Trasse Richtung Neuhütte entlang von Wohngebieten wird es mit uns nicht geben.“ Gleichwohl sei man natürlich daran interessiert, gemeinsam mit dem Nationalpark eine Lösung zu finden. Roth warb in diesem Zusammenhang um einen engen Dialog mit den betroffenen Bürgern. - kr


Grafenauer Anzeiger vom 16. Mai 2009

Gfäll-Straßl wird zum Wanninger-Straßl
Die einst angedachte Ost-Variante über Neuhütte ist vom Tisch - MdL Hallitzky (Grüne) fragte im Umweltministerium nach - Von Helmuth Rücker
Spiegelau. Ein Neubau des Gfäll-Straßls über Neuhütte in Richtung Rachel ist vom Tisch. Das hat MdL Eike Hallitzky (Grüne) direkt aus dem Umweltministerium erfahren. Bürgermeister Josef Luksch hatte sich Mitte der Woche noch verhaltener ausgedrückt: „Vieles spricht für den Vorschlag von Gemeinderat Josef Wanninger“, sagte er.
Wanninger hatte seinen Vorschlag in der Gemeinderatsitzung Ende April präsentiert und damit sogar Nationalpark-Chef Karl Friedrich Sinner überrascht. Die Nationalparkverwaltung hatte zwei andere Vorschläge ausgearbeitet: Ein Teil-Neubau mitten durch das Urwaldgebiet am Bocksberg bei Neuhütte vorbei oder westlich der Bahnlinie. Gegen die Ostvariante erhob sich seitens der Bürger großer Widerstand.
Das „Wanninger-Straßl“, wie es gleich im Gemeinderat genannt wurde, hat den Vorteil, dass der Igelbus noch die Ortschaften Oberkreuzberg und Klingenbrunn anfahren könnte. „Diese Orte zu erschließen, war sogar mal ein Wahlkampf-Thema“, erinnert sich Luksch.
MdL Hallitzky begrüßt die klare Aussage des Ministeriums. „So werden schon vorhandene Forststraßen ohne wesentliche Natureingriffe für den ÖPNV und die Nutzung des Gfäll-Parkplatzes verwendet.“
Sinner hatte in einem aktuellen Brief an eine betroffene Neuhütter Bürgerin ausdrücklich das Wanninger-Straßl als die beste Lösung bezeichnet.
Die Entscheidung soll Ende Mai im Gemeinderat fallen. Bis dahin will Bürgermeister Luksch klären, wie sich die notwendige Verlegung der Wasser- und Stromleitung finanzieren lässt.


Grafenauer Anzeiger vom 8. Mai 2009

Der „König Ludwig“ von Spiegelau ist tot  - Siegfried Schraml starb mit 57 Jahren
Spiegelau. Man muss nicht unbedingt Politiker gewesen sein, damit sich sein Tod wie ein Lauffeuer herum spricht, sondern wer sich ein Lebtag lang viel in der Öffentlichkeit engagierte und zünftigen Gesellschaften nicht aus dem Wege ging, der kann ebenfalls damit rechnen, dass die Bevölkerung daran in weitem Umkreis Anteil nimmt. Das Spiegelauer Original Siegfried Schraml ist nicht mehr. Nach langer schwerer Krankheit ist er am 28. April im Alter von nur 57 Jahren von uns gegangen.
Ja, was hat der Sigi nicht alles gemacht, um mit seinen Späßen die Mitbürger zu unterhalten, sie zum Lachen zu bringen? An vorderster Stelle war der gebürtige Spiegelauer bei den örtlichen Vereinen eine tragende Säule und trug wesentlich dazu bei, dass hier die Geselligkeit nicht zu kurz kam. Er war unter anderem im JU- und CSU-Ortsverband, Schiedsrichter, langjähriges Mitglied beim TSV Spiegelau, war dort neun Jahre Leiter der Behindertensportgruppe, fünf Jahre Schriftführer und ein Jahr 1. Vorsitzender. Dem Bayern-1-RadioClub, Stammtisch Spiegelau, stand er als Leiter vor.
Doch die Leute im Grafenauer Land haben ihn vor allem als selbst ernannten „Kini“ in Erinnerung, denn der Sigi gründete in den 90-er Jahren mit zehn „Königstreuen“ in Spiegelau in Erinnerung an den Märchenkönig Ludwig II. einen König-Ludwig-Stammtisch. Und eine solche Institution musste natürlich auch ein Oberhaupt haben - und das war nun mal der Sigi.
Nicht nur zur Faschingszeit zog der vollbärtige Spiegelauer seine blaue Uniformjacke an, hängte sich seinen Hermelinmantel um, setzte die schwarzhaarige Perücke auf, um sich in Begleitung seines kanadischen Schäferhunds „Shiva“ bei seinen Spaziergängen oder Kutschfahrten dem Volke zu zeigen.
Zu Hause hatte er sich ein Devotionalien-Kammerl mit Bildern von den Wittelsbachern, Vorhängen mit Rautenmuster und natürlich vielen „Luwagl“-Bierkrügen eingerichtet, denn hier hörte er sich gerne den König-Ludwig-Marsch an und trank dazu das geliebte König-Ludwig-Bier. An den Freitod des geliebten Bayern-Herrscher konnte und wollte der Sigi Zeit seines Lebens wie viele seiner Gesinnungsgenossen nie glauben. Denn, so sein Protest bei einem Zeitungsinterview im Jahre 2001: „A Schmarrn ist dös vom Selbstmord, warum lassen‘s denn seine sterblichen Überreste net untersuchen?! Den Ludwig, den ham‘s erschossen, weggeputzt also, weil er ihnen politisch im Weg stand und z‘vui Geld ausgeb‘n hat!“
Beruflich war Siegfried Schraml nach seiner Lehre als Einzelhandelskaufmann in vielen Funktionen tätig, um schließlich von 1987 bis 2000 als geschäftsführender Vorsitzender der Gemeinnützigen Baugenossenschaft von Grafenau-Spiegelau seinen Auftrag zur Schaffung eines günstigen Wohnraumangebots zu erfüllen.
Der Bayern-Kini ist schon lange tot, einer seiner treuesten Fans nun auch. Um ihn trauern seine Frau Hannelore, seine Tochter Sieglinde, sein Sohn Florian mit Familien, seine Geschwister und ein großer Kreis von Verwandten und Freunden. Der Trauergottesdienst ist am Montag, 11. Mai, um 16 Uhr in der Pfarrkirche Spiegelau. Anschließend wird seine Urne am alten Friedhof beigesetzt.
Egon M. Binder

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf teilte der Verwaltung mit Schreiben vom 15. April mit, dass für die Abwasserbeseitigung Spiegelau für die Ortsteile Reinhardschlag, Kronreuth, Ochsenkopf und Sommerau(Bauabschnitt 14) eine staatliche Zuweisung von 498 622 Euro in Aussicht gestellt wird. Sie soll noch in diesem Haushaltsjahr ausbezahlt werden. Ebenso gibt es eine Zuwendung für den Bauabschnitt 12, Althütte. Hier werden 598 025 Euro anvisiert. Das Geld wird zur Darlehenstilgung verwendet.

 Einer kleinen Änderung musste der Gemeinderat zum Paragraph 1 in der Entwässerungssatzung zustimmen. Zur Erhebung von Verbesserungsbeiträgen kann nicht nur der Einzugsbereich der Kläranlage Spiegelau aufgeführt werden, auch der Einzugsbereich der Kläranlage Augrub gehört dazu.

 Für den Bau der Kläranlage Althütte wurde das Gewerk „elektrotechnische Ausrüstung“ ausgeschrieben. Wirtschaftlichster Anbieter ist die Firma Zemsauer aus Neukirchen mit einem Bruttopreis von 51 372 Euro.

 Georg Friedl fragte nach, wann mit dem Kanalbau in Klingenbrunn-Bahnhof begonnen werde. 2010 sei es so weit, antwortete Bürgermeister Josef Luksch. Die Planung sei bereits an die Firma EBB vergeben worden.

 Für die nächste achtjährige Amtszeit sollen dem Landratsamt geeignete Personen für den fünfköpfigen Naturschutzbeirat genannt werden. Der Spiegelauer Gemeinderat schlug 3. Bürgermeister Peter Hinterberger aus seinen Reihen, Thomas Rein und Lothar Hopfner aus der Bürgerschaft vor.

 Zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Pfarrer Johann Pöppel sagte Luksch auf Anfrage, dass er zwei Lobreden ausarbeiten werde, denn der Geistliche habe sich in den Gemeindeteilen Klingenbrunn und Oberkreuzberg, in denen er wirkt, unterschiedliche Verdienste erworben. Die Ehrenbürgerwürde wird Pöppel bei den Feierlichkeiten rund um seinen 70. Geburtstag am 19. und 20. September verliehen. Pfarrer Hubert Gerstl (Pfarrgemeinde Spiegelau-Riedlhütte) bekommt die Ehrenbürgerwürde zu seinem Abschied am 15. August verliehen.

 Luksch dankte Initiator Lothar Sommer und allen Helfern, die beim „Rama Dama“ in der Gemeinde dabei waren: „Das Aufräumen nach der Schneeschmelze ist einfach bitter notwendig.“ Ebenso bedankte sich der Bürgermeister beim Auswahlgremium für die Projekte, die über das Konjunkturpaket II gefördert werden, und bei allen Mitwirkenden bei der Ausarbeitung der Anträge. „Unsere Taktik, zwei kleinere Maßnahmen mit jeweils 150 000 Euro Volumen vorzuschlagen, war wohl doch richtig.“ Die energetische Sanierung des Rathauses wird mit 87 Prozent gefördert, die Lärmschutzmaßnahme in der Ortsmitte war nicht berücksichtigt worden. - ul




Grafenauer Anzeiger vom 6. Mai 2009

Eine Million Euro für das Gfällstraßl
Zuschuss aus dem Konjunkturprogramm II
Spiegelau. Wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mitteilte, hat gestern das Kabinett über die staatlichen Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturprogramms II entschieden. Vom Programmpunkt „Biodiversitätsstrategie, Baumaßnahmen im Naturschutzbereich“ profitiert der Nationalpark doppelt.
Mit 300 000 Euro berücksichtigt wurde der Einstiegsturm zum Baumwipfelpfad beim Besucher-informationszentrum Hans-Eisenmann-Haus. Die Umsetzung erfolgt in 2009 und 2010.
Darüber hinaus wurde für die Verlegung der Zufahrtsstraße zum Gfällparkplatz eine Million Euro eingestellt. Die Maßnahme umfasst den Rückbau des Gfällstraßls, den Bau einer Ersatzstraße sowie die Renaturierung der Trasse.
„Ich freue mich über diese Entscheidungen und hoffe, dass sich die Gemeinde Spiegelau und der Nationalpark schnell über die Trassenführung einigen und beide Projekte zügig realisiert werden können“, so Brunner.
Laut Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch ist damit der erste Schritt in Richtung Projektverwirklichung getan. Welche Trasse gebaut wird, wie und wo diese verlaufen wird, das alles sei noch offen und müsse nun im Gemeinderat ausgiebig diskutiert werden. - an



Grafenauer Anzeiger vom 5. Mai 2009

Normales Einsatzjahr für FFW Spiegelau
Wehrleute rückten 34 Mal aus - Jahresbeitrag unverändert - Ferdinand Meininger 70 Jahre dabei
Spiegelau. Auf ein „normales“ Einsatzjahr blickte die Feuerwehr Spiegelau bei ihrer Mitgliederversammlung im Gasthof Genosko zurück.
1. Kommandant Kurt Kirchner berichtete von 34 Einsätzen - 18 technische Hilfeleistungen, 14 Brandeinsätze und zwei Sicherheitswachen. Dabei wurden von den Feuerwehrleuten 877 Stunden Dienst geleistet und ihre Fahrzeuge legten 5510 Kilometer zurück. Er konnte auch auf ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für die derzeit 31 Männer, fünf Frauen und zwölf Jugendlichen in der aktiven Mannschaft blicken.
Es wurden fünf Winterschulungen, vier Atemschutzübungen, fünf Funkübungen, sechs Gruppen- und Hauptübungen sowie drei Gemeinschaftsübungen mit den anderen beiden Gemeindewehren durchgeführt. Außerdem wurde eine Atemschutzübung im Brandcontainer der FFW Osterhofen absolviert. Vier Kameraden wurden in Regensburg zum Gruppenführer, zum Jugendwart bzw. zum Maschinisten ausgebildet. Vier Spiegelauer Feuerwehrleute besuchten einen Maschinisten- und Atemschutzlehrgang auf Landkreisebene mit Erfolg. Außerdem nahmen sieben Kameraden an einem Lehrgang zum Motorsägenführer teil.
Jugendwart Matthias Loibl berichtete von 32 Jugendabenden, die immer gut besucht gewesen seien. Insgesamt sind derzeit zwölf Buben und ein Mädchen bei der Jugendfeuerwehr. Knapp 460 Euro sind in der Jugendkasse. Loibl dankte für die Unterstützung der Jugendlichen, besonders erwähnte er den Förderverein der FFW Spiegelau.
In Vertretung für Kassier Stefan Schuster trug Christian Schwarz den Kassenbericht vor. Kassenprüfer Georg Friedl hatte nichts auszusetzen.
Über die Aktivitäten des Feuerwehrvereins gab 1. Vorsitzender Kurt Hobelsberger Auskunft. Sehr gut angekommen seien die 1. Sprint- und Partynight und das Sonnwendfeuer. Zu wenige Besucher seien zum „Herbststrauß“ im Oktober gekommen und das Firework Open Air werde es in dieser Form nicht mehr geben. „Das Interesse daran ist rückläufig. Es gibt schon zu viele Open Airs in der Umgebung. Hier sind neue Ideen gefragt“, sagte Hobelsberger. Weiter ausgebaut wird die Party- und Sprintnight im Sägewerkgelände - und zwar mit Unterstützung des Bayerischen Rundfunks. 2010 findet sie am 6. Februar statt.
Der Vorsitzende dankte in diesem Zusammenhang den Bürgermeistern und seinen Gemeinderatskollegen für den großen Rückhalt und die zugesagte Unterstützung. Zur Vorbereitung wird eine Delegation des Gemeinderates in Hilpoltstein eine ähnliche Veranstaltung des BR besuchen. Weitere Termine sind das Sonnwendfeuer am 27. Juni und die Teilnahme am 60. Pandurenfest in Waldmünchen.
Der Jahresbeitrag bleibt unverändert bei zwölf Euro.
Geehrt wurden für langjährige Mitgliedschaft: Ferdinand Meininger (70 Jahre), Alfred Resch (60 Jahre), Josef Seidl und Ernst Schopf (50 Jahre), Helmut Apfelbacher (40 Jahre). Für zehn Jahre aktiven Dienst wurden geehrt: Florian Boneder, Markus Peschl, Christian Schwarz und Markus Schwarz.
Befördert zu Feuerwehrfrauen wurden Carolin Kirchner und Daniela Köckeis, zu Feuerwehrmännern Angelo Amodio und Simon Ruthkowski, zum Oberfeuerwehrmann Erich Bachmann und zum Hauptfeuerwehrmann Matthias Loibl. Zum Gerätewart wurde Armin Garhammer ernannt.
3. Bürgermeister Peter Hinterberger dankte der Feuerwehr für ihre Arbeit und sicherte auch weiterhin die Unterstützung der Gemeinde zu. Kreisbrandinspektor Michael Fleck lobte besonders den umfangreichen Übungsbetrieb und die Lehrgangsbesuche. Er informierte über Aktivitäten der Kreisfeuerwehr wie die Feuerwehr-Aktionswoche, den Maschinistenlehrgang 2009, den Feuerwehrführerschein, die Integrierte Leitstelle und die Polizeireform. Er wies darauf hin, dass bei der Leistungsprüfung die Sollzeit auf 190 Stunden erhöht wurde. Außerdem bat er um rege Teilnahme an den Landesjugendfeuerwehrtagen von 11. bis 13. Juni in Freyung.
Kreisbrandmeister Fritz Friedl sagte, dass das Digitalfunk-Netz in den nächsten drei Jahren vollständig aufgebaut sein soll. Unklar sei noch, wer für den Unterhalt und für die Beschaffung der Endgeräte aufkommen soll. - pnp


Grafenauer Anzeiger vom 1. Mai 2009

Gfällstraßl mobilisiert die Bürger
42 Zuhörer bei der Vorstellung einer neuen Trasse im Gemeinderat - Entscheidung noch im Mai
Von Helmuth Rücker
Spiegelau. Gemeinderat und Nationalpark-Verwaltung suchen gemeinsam nach einer Lösung für eine neue Zufahrt zum Rachel, nachdem die Schwarzachstraße kaum noch befahrbar ist. Doch das geht nicht hinter verschlossenen Türen. Bürger machten klar: „Wir wollen dabei sein, wenn über die Varianten gesprochen wird.“ Eilig beschloss der Gemeinderat am Mittwoch Abend in nichtöffentlicher Sitzung, diese sofort öffentlich zu machen. 42 Interessierte suchten sich daraufhin einen Platz hinter den 16 Sitzen der Gemeinderäte.
So hoch die Emotionen in den Tagen davor geschwappt waren, so sachlich verlief die Sitzung. Einige Male wurde applaudiert, gegen Bürgermeister Josef Luksch wurden einige politische Breitseiten gefahren, die dieser kurz parierte - ansonsten war der Wille spürbar, in Ruhe und sachlich nach einer Lösung zu suchen. Diese wurde am Mittwoch noch nicht gefunden. Bei jeder Variante gibt es zu viele offene Fragen. Diese schnell zu klären, wird Aufgabe der Nationalparkverwaltung und der Gemeinde in den nächsten Tagen sein.
Die Schwarzachstraße zum Gfällparkplatz unterhalb des Rachels ist seit Jahren in einem miserablen Zustand, doch jetzt pressiert es plötzlich. Der Grund: Es gibt Geld aus dem Konjunkturpaket. Damit könnte der Nationalpark eine neue Straße bauen. Eigentlich ist es ja paradox: Eine neue Straße durch unberührtes Gebiet, und dafür gibt es auch noch einen Zuschuss. Nationalpark-Chef Karl Friedrich Sinner sagte, warum: „Die jetzige Straße führt durch wertvollstes Fichten-Hochmoorgebiet. Das könnten wir renaturieren.“ Eine neue Trasse würde dort gebaut, wo es der Natur nicht weh tue.
Eine neue Trasse durch den Urwald - da konnte Kurt Hobelsberger nur noch den Kopf schütteln. Er wohnt in Neuhütte. Er weiß die Bürger aus diesem Ortsteil hinter sich. Sie wollen als Betroffene keine neue Straße vor ihrer Haustür haben - auch wenn dort in der Regel nur der Igelbus fahren darf. Eine in den Tagen zuvor herumgereichte Skizze mit einer möglichen Trasse erwies sich als falsch.
Gemeinderat Josef Wanninger schlug in der Sitzung eine dritte Variante vor. Der Igelbus könnte über Oberkreuzberg und Klingenbrunn Richtung Klingenbrunn-Bahnhof fahren, kurz zuvor aber aufs Lindau-Straßl abbiegen. Die ausgebaute Forststraße müsste nur asphaltiert werden. Nach dem Bahnübergang stößt sie wieder aufs Gfällstraßl. Das wertvolle Moorgebiet wäre umgangen, der ökologische Eingriff gering.
„Wanninger-Straßl“ hatte die Variante gleich einen Namen. „Aus dem Bauchgefühl heraus die beste Lösung“, hieß es mehrfach. Auch Sinner konnte sich einer gewissen Sympathie nicht erwehren. Zwei Gemeindeteile würden durch den Igelbus erschlossen, der Eingriff in die Natur sei gering. Allerdings könne der 30-Minuten-Takt des Igelbusses nicht gehalten werden. RBO als Betreiber soll befragt werden. Es sind noch mehr Fragen offen. Strom- und Wasserleitungen müssten verlegt werden. Kann die Gemeinde einen Zuschuss für die Straße nach Klingenbrunn-Bahnhof erhalten? Wenn die Straße vom Nationalpark gebaut wird, gehört sie ihm auch. „Kann man uns da aussperren?“, wurde Sinner gefragt. Dieser machte deutlich: „Nein.“ Der Gfällparkplatz sei im Besitz des Nationalparks, da sperre man auch niemanden aus.
Nach 90 Minuten wurden die Zuhörer wieder ausgeschlossen. Es ging um die künftige Nutzung des Hackinger-Geländes.

 VIER MÖGLICHKEITEN
1    Die Schwarzachstraße bleibt, wo sie ist. Die unwahrscheinlichste Variante. Die Gemeinde müsste die Kosten selbst tragen. Ökologisch keine Verbesserung.
2 Variante Ost: Der Verkehr wird an Neuhütte vorbei geführt und unterhalb des Bocksbergs durch unberührtes Waldgebiet bis zur Schwarzachstraße gebaut. Die kürzeste Strecke, aber größter Widerstand.
3 Variante West: Es wird eine neue Trasse westlich der Bahnlinie gebaut, beim Lindau-Straßl Bahn-Querung. Über zwei Kilometer Ausbau.
4 Variante Nord-West, vorgeschlagen von Josef Wanninger: Der Igelbus fährt die Staatsstraße nach Klingenbrunn, dann Richtung Bahnhof und nutzt das Lindau-Straßl bis zur Schwarzachstraße. Geringster Eingriff.


SAXNDI. . .
. . . machen die Spiegelauer einen Aufstand um das Gfällstraßl. Warum? Gemeinderätin Elke Proßer-Greß sprach es aus: „Das Gfällstraßl ist eine Herzensangelegenheit.“ Es ist der direkte Zugang der Spiegelauer zum Rachel, eine Lebensader in die Natur hinein. Die kann man nicht so einfach kappen. Ein Stück Spiegelau ginge verloren.
Niemand möchte den Spiegelauern die Straße wegnehmen. Ein Zugang zum Rachel liegt auch im Interesse des Nationalparks. Dieser wollte eine ortsnahe Lösung, den Umweg über Klingenbrunn wagte man nicht vorzuschlagen. Da die Alternative von einem Gemeinderat kommt - der beim Nationalpark arbeitet -, wird dies offensichtlich akzeptiert.
Es hat sich mal wieder gezeigt: Miteinander zu reden, löst manche Anspannung und bringt neue Ideen hervor.    Helmuth Rücker


Grafenauer Anzeiger vom 25. April 2009

SAXNDI. . .
. . .das Gfällstraßl bei Spiegelau bleibt in aller Munde, besorgte Anwohner machen weiter gegen eine mögliche Verlegung der Trasse mobil. Bürgermeister Luksch hat reagiert und zum Ortstermin mit Presse und Nationalpark auch die Sprecher der Bürger eingeladen. Das war gut so, das hat der Sache etwas Spannung genommen.
Der Gemeinderat tagt am nächsten Mittwoch in dieser Sache. Zusammen mit dem Nationalpark wird darüber diskutiert, wie und unter welchen Umständen der Bau einer neuen Trasse überhaupt in Frage käme. Die Sitzung ist nichtöffentlich. Grundstücksangelegenheiten, die besprochen werden müssten, würden laut Luksch dies erfordern
Wieder Verhandeln unter dem Ausschluss der Betroffenen? Das ist nicht gut, denn so kehrt die abgebaute Spannung mit Sicherheit wieder zurück. - Andreas Nigl

Neue Trasse für das Gfällstraßl? Nix ist fix
Bürgermeister Josef Luksch sprich bei Ortstermin nur von einer Idee - Sondersitzung des Gemeinderats Von Andreas Nigl
Spiegelau. Es gibt Fakten. Und zwar, dass die Straße von Spiegelau zum Gfällparkplatz kaputt ist und dringend saniert werden muss. Dass die Gemeinde Spiegelau in nichtöffentlicher Sitzung darüber beraten hat, wie man das Problem angesichts leerer Kassen behandeln soll. Dass die Optionen entweder Ausbessern oder Neubau auf anderer Trasse heißen. Und dass der Nationalpark nicht abgeneigt ist, die jetzige Trasse zu renaturieren, um der Schwarzach wieder freien Lauf zu lassen.
Und es gibt Vermutungen: Dass die ganze Sache schon beschlossen ist, sagen die Anwohner aus Neuhütte, die von der Verlegung der Trasse betroffen wären. Dass die neue Straße dann von der Bevölkerung nicht mehr so frei befahren werden darf. Und dass durch den Neubau wertvollere Flächen zerstört werden würden, als durch die Renaturierung geschaffen würden.
„Ja, es stimmt, die Idee einer Verlegung der Trasse stammt von mir“, sagte Bürgermeister Luksch bei einem Ortstermin mit Anwohnern und Hans Kiener, zuständig für den Naturschutz beim Nationalpark. Sie sei schon vor Jahren geboren worden und dann in der Versenkung verschwunden. In der letzten Gemeinderatssitzung habe er sie wieder hervorgekramt, weil die Sprache auf das marode Gfällstraßl kam. Der Gemeinderat habe ihn dann beauftragt, mal beim Nationalpark vorzufühlen, wie der denn die Sache einer neuen Trasse sehe. „Es ist nichts entschieden, außer ein paar Strichen auf einer Karte gibt es keine Pläne“, versicherte Luksch den besorgten Anwohnern.
Kiener stellte klar, dass sich der Nationalpark erst auf Anfragen mit der Thematik einer neuen Trasse beschäftigt habe. „Ursprünglich waren es zwei Optionen. Die eine, die links neben der Bahnlinie entlang läuft und diese zweimal kreuzt, ist aber nicht realisierbar. Die Bahn will den Takt verkürzen, die Übergänge bremsen die Züge. Bleibt nur die, die unterhalb der Ortschaft Neuhütte auf einer Forststraße hinauf zum Rachel vorbeiführt.“
Kiener machte aber auch deutlich, dass es zum Neubau der Straße durch den Nationalpark auf dieser Trasse nur unter mehreren Voraussetzungen kommen wird. Der Gemeinderat Spiegelau müsse dies beschließen, die Bau-Zuschüsse aus den Mitteln des Konjunkturpakets II müssten fließen („das entscheidet sich erst Anfang Mai“), und man müsse sich mit der Kommune einigen, wie es in Sachen künftiger Nutzung ausschaut.
Die Anwohner wollten wissen, wie es denn sein könne, das für den Neubau einer Straße ein Stück intakte Natur geopfert werde? „Das muss sowieso erst ein Umweltverträglichkeitsgutachten klären“, sagte Kiener. Ob es denn nicht möglich sei, das Gfällstraßl zu sanieren und der Schwarzach trotzdem freien Lauf zu ermöglichen? „Das geht nicht“, so der Bürgermeister. Die Straße verlaufe nun einmal auf dem tiefsten Punkt, „dort will der Bach auch immer hin“. Vielleicht könnte man ja die Straße quasi erhöhen und dann durch größere Durchflüsse der Schwarzach freien Lauf gewähren, lautete ein weiterer Vorschlag. „ Das wäre eine Überlegung wert“, meinte Luksch.
Am nächsten Mittwoch wird sich der Gemeinderat Spiegelau in einer nichtöffentlichen Sondersitzung mit der Thematik befassen. Daran wird auch Nationalparkchef Sinner teilnehmen. Sollte es dann zu dem Beschluss kommen, die Trasse zu verlegen, „dann werden wir eine Anliegerversammlung einberufen“, versprach Luksch. Die Anwohner aus Neuhütte übergaben ihm eine Unterschriftenliste mit über 50 Namen. „Damit sie sehen, wie wichtig uns die Sache ist.“


Grafenauer Anzeiger vom 16. April 2009
Gfäll-Strassl: Neu bauen oder sanieren?
Gemeinderat Spiegelau berät in nichtöffentlicher Sitzung über die Vorgehensweise - „Wer soll das bezahlen?“ von Andreas Nigl
Spiegelau. Die Spekulationen schießen zurzeit ins Kraut. Der Nationalpark will die Straße zum Gfäll-Parkplatz am Fuße des Rachels kaufen, lautet eine. Die Straße soll ganz geschlossen werden, die andere. Richtig ist, dass die sogenannte Schwarzbachstraße in einem sehr schlechten Zustand ist. Der Spiegelauer Gemeinderat hat jetzt in nichtöffentlicher Sitzung über die weitere Vorgehensweise beraten.
Eine Entscheidung sei nicht gefallen, so Peter Hinterberger, der den im Urlaub weilenden Josef Luksch vertritt. Klar sei nur, dass etwas getan werden müsse. „Die Straße ist kaputt“. Es werde wohl darauf hinauslaufen, was letztlich billiger sei: Die Straße auf einer anderen Trasse neu zu bauen. Oder die vorhandene zu sanieren.
Im Falle eines Neubaus müsste mit dem Nationalpark gesprochen werden. Denn die neue Trasse würde über sein Gebiet verlaufen. „Offizielle Gespräche mit uns hat es noch nicht gegeben“, sagt Pressesprecher Rainer Pöhlmann. Der Neubau der Straße könnte durchaus seinen Reiz haben. Natürlich müsste aufgepasst werden, dass die Trasse umweltverträglich gelegt wird. „Der Schwarzbach, der durch die jetzige Straße eingeengt wird, könnte sich dann wieder frei entfalten.“ Wer dann quasi der Besitzer der neuen Straße auf der neuen Trasse sein wird, müsste dann auch geklärt werden. Sicher ist jedenfalls, dass sich die Kommune Spiegelau diesen Bau allein nicht leisten wird können.
Sollte der Nationalpark die Bauträgerschaft übernehmen und sollte die Straße dann in dessen Besitz übergehen, dann werden wohl in der Bevölkerung wieder die alten Befürchtungen laut, dass diese nicht mehr wie bisher von der Bevölkerung zu nutzen sein könnte. „Die Nutzung könnte man dann sicherlich in einem Vertrag regeln“, so Pöhlmann. Andererseits bedeute die Trägerschaft über eine Straße auch die Räum- und Unterhaltspflicht. Zudem habe die Gemeinde Spiegelau quasi ein Anrecht auf Nutzung der Straße. „Die haben dort oben am Fuße des Rachels ihre wichtigsten Quellen.“

SAXNDI. . .
. . .wie das schnell die Runde machte. Woher wir das wissen?, wollte Spiegelaus 3.Bürgermeister Hinterberger wissen, die Sache sei doch nichtöffentlich behandelt worden. Es ging um die Frage, was mit der Straße zum Gfäll hinauf passiert.
Woher wir das wissen, tut hier nichts zur Sache. Außer uns wussten es jedenfalls schon viele - die wildesten Gerüchte machten die Runde. Von einem Straßenkauf durch den Nationalpark war die Rede, von einer Aussperrung der Bevölkerung.
Manchmal tut eine Gemeinde gut daran, Dinge öffentlich zu behandeln. So haben Gerüchte erst gar keine Chance.    Andreas Nigl


Grafenauer Anzeiger vom 15. März 2009

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 Aus „gestalterischen Gründen“ lehnte der Gemeinderat einmütig den Antrag der Deutschen Plakatwerbung GmbH ab, die zwischen dem Mietshaus Ebner und der VR-Bank an der Hauptstraße in Spiegelau eine fast zwölf Quadratmeter große Werbetafel errichten wollte.
 Steven Kolars, der im Filzwiesenweg wohnt, möchte, dass an der Kreuzung Filzwiesenweg/Trosselweg ein Verkehrsspiegel angebracht werde, weil die Straßensituation gerade im Winter sehr unübersichtlich sei. Der Gemeinderat sah indes keinen Bedarf. „Hier gilt rechts vor links, es wird ohnehin nicht so schnell gefahren und an dieser Stelle ist auch keine Unfallschwerpunkt“, sagte Bürgermeister Josef Luksch. Ernst Ertl, von Beruf Polizeibeamter, konnte dies bestätigen. Karlheinz Roth schlug vor, die Stelle Trosselweg/Neuhütter Straße zu überprüfen. Die sei für Linksabbieger in Richtung Bahngleis gefährlicher.
 100 000 Euro mehr als ursprünglich geplant, hat der Anschluss der Ortsteile westlich von Klingenbrunn an das Kanalnetz gekostet. Gemeinderat Erhard Wawrzek verlangte von der Verwaltung Aufklärung darüber, wie es zu dieser Kostenüberschreitung kommen konnte. Während des Baus sei festgestellt worden, dass die Straßenflächen und der Unterbau teilweise in sehr schlechtem Zustand seien, sagte Luksch. Diese Abschnitte wurden neu aufgebaut bzw. asphaltiert. So seien die Kostenüberschreitungen angewachsen. „Warum wurde der Gemeinderat über Monate davon nicht unterrichtet?“, drängte Wawrzek weiter. „Ich fühl‘ mich überrollt und in die Statistenrolle gedrängt.“ In Zukunft soll die Informationspolitik innerhalb des Gemeinderates besser werden. Bei der Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses einen Tag vor der Gemeinderatssitzung wurde festgelegt, dass der Bauausschuss öfter die Baustellen besucht und von Seiten der Firmen und planenden Ingenieure öfter Zwischenrechnungen vorgelegt werden müssen.In diesem Zusammenhang machte Ludwig Schopf darauf aufmerksam, dass dort, wo der Kanal verlaufe, ein sauberer Unterbau eingezogen worden sei, aber seitlich davon teilweise der Asphalt weg breche. Luksch sagte zu, mit der Baufirma die Mängel im Rahmen der Gewährleistungsfrist zu klären.
 Der Gemeinderat bestätigte die neu gewählten Kommandanten der Feuerwehr Oberkreuzberg, Max Friedl und seinen Stellvertreter Hans Kirchmeier.
 Das Gremium sah keine Notwendigkeit für die Bestellung eines Seniorenbeauftragten in der Gemeinde. Es gebe bisher schon durch die Vereine und Verbände eine gut organisierte, ehrenamtliche Struktur .
 Josef Wanninger bat darum, sich bald mit dem Loipenkonzept zu beschäftigen. „Auch wenn der Schnee fast weg ist, die Sache braucht Vorlauf“, sagte er.
 Vom Schnee zum Schwimmen: Roth mahnte an, nun die Beschilderung des Naturbades voranzutreiben. Es gebe immer noch das Schild „Freibad beheizt“, aber keinen Hinweis auf die neueste Freizeiteinrichtung. - ul



Grafenauer Anzeiger vom 23. März 2009

Lankls Gene und Brunners Kühlschrank-Wallfahrt
Staatsminister und Landrat standen im Mittelpunkt beim Spiegelauer Starkbierfest mit „Eitroga“ Bruno Fischer - Trainingslager für Nockherberg / von Ursula Langesee
Spiegelau. Zwei schwarze Politiker in dem „aufgeweichten Rot-Ghetto Spiegelau“ waren am Samstagabend die Sensation beim Starkbierfest im Schnapsmuseum. Alle Bierbänke waren bis auf den letzten Platz besetzt, als „Eitroga“ Bruno Fischer Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Landrat Ludwig Lankl, Bürgermeister Josef Luksch und einigen bekannten Spiegelauern ihre Eigenheiten unter die Nase rieb und ihre Erlebnisse vor großem Publikum erzählte.
Durch die „Söderitis“ bzw. das „Ulla-Schmidt-Syndrom“ zwar nur mit halbem Gebiss ausgestattet, fand der Eitroga dennoch deutliche Worte. So entlarvte er Lankls Gene. Als Familienfan („wir sind alle eine große Familie und halten fest zusammen“) habe der Landrat das „Partei-, Landratsamt-, Starkbierfamilien-Gen“. Durch seine Leidenschaft fürs Händeschütteln das entsprechende Gen, ebenso fürs Googeln, fürs Duzen und fürs Fotografieren. Seine Sekretärin besticht er mit Süßigkeiten („Nagler-Bestechungs-Gen“), um sie mundtot zu machen, so Fischers Vermutung.
Seine Frau Silvia habe es durch die „Landraterei“ nicht leicht. Lankl vergisst sie schon mal zu Hause oder holt sie schnurstracks per Handy ins traute Heim zurück, weil er die Schlüssel vergessen hat. Auch achtet sie auf seine Gesundheitsvorsorge. „Aber zum Zahnarzt mussten‘S selber gehen. Denn s‘Bohren geht no ned übers Internet“, wusste der Eitroga.
Weil er lange genug warten konnte, deshalb ist Brunner Minister geworden. Das steht für den Festredner fest. 2006 habe der frühere MdL noch „politückisch“ geäußert: „I woaß goa ned, ob i woin soi“. Als dann Seehofer sein Kabinett zusammenstellte, habe sich nur Brunner auf die Frage gemeldet, wer Landwirtschaftsminister werden wolle. Denn er war als einziger noch wach...
Dass der Politiker seiner Vorbildfunktion als Ernährungsminister nicht immer gerecht werde, hielt ihm Fischer auch scherzhaft vor. „Info ja, Umsetzung nur gelegentlich“, sagte er mit Blick auf das „g‘standene Mannsbuid“, das sich gerne auf Kühlschrank-Wallfahrt begebe. Dort würden ihn beim Griff zu deftigen Speisen Zettel daran erinnern, dass eben auch die gesunde Ernährung des bayerischen Volkes zu seinem Ressort zähle. Weil sich Brunner ebenso um die „Forsten“ zu kümmern habe, ist Fischer gespannt, wer mehr Durchsetzungsvermögen hat - der Borkenkäfer oder frühere Kollegen des Politikers aus dem Landtag, mit denen er sich zum Schafkopfen traf. In einem täuschte sich der Eitroga jedoch. Er vermutete, Brunner habe die Milchkuhprämie so „selbstlos“ eingeführt, weil er selbst welche im Stall hätte. „Ich hab‘ nur eine Kalbinnenaufzucht, denn ich bin für Jungtiere“, konterte der Minister. Nach diesem „Trainingslager“ in Spiegelau, sei Brunner nun gewappnet für den Nockherberg, attestierte ihm der Eitroga nach seinem Dableck‘n.
Bürgermeister Luksch wurde daran erinnert, wie er statt im VIP-Bereich der Allianz-Arena das üppige Büffet zu genießen, sich in der billigen Busfahrer-Bude am Parkhaus in Fröttmaning unter die Chauffeure gemischt habe und von einem „Kollegen“ prompt ertappt worden sei. Auch seine wenig erfolgreichen Rodelversuche am Lusen bekam der unter „partieller Bulimie“ (nur essen, nicht brechen) leidende Rathauschef schön dick aufgestrichen.
Dass spätestens nach der Glasfabrik-Übernahme durch den österreichischen Konkurrenten Riedel „ned ois guad ist, wos aus Österreich kummt“, das mussten auch Klaus Büchler und Fredi Resch erleben, als sie statt Sherry Stroh-Rum tranken, verbunden mit dem völligen Verlust der Muttersprache. Karl Feuerecker wurde dagegen als Vielsprecher entlarvt. „Gegen seinen Redeschwall kommt einem der Transrapid vor, als würde er rückwärts fahren“, frotzelte Fischer. Bei „Bimbo“ Reinhard Maurer, der beim Duschen statt Shampoo Körperlotion verwendet hatte, wusste der Eitroga nicht, ob es nur ein Versehen war oder die erste Selbst-Mumifizierung aus Narzismus.
Auch Martina Stöckl, Margit Lindner und Elli Burghart trugen, unterstützt vom „Grashupfa“ Kurt Kufner mit der „Klingenbrunner Dorfblos‘n“ Gstanzln auf bekannte Spiegelauer vor. Zum Schluss gab‘s Geschenke. Gewerbevereinsvorsitzender Michael Schinabeck und Luksch als Organisatoren der Veranstaltung überreichten Blumen an die Politikerfrauen Diana Brunner und Silvia Lankl, Original-Eitroga-Krüge an ihre Männer und für Lankl gab‘s zusätzlich von Penninger-Geschäftsführer Christoph Bauer ein Schlüssel-Umhängeband. Bruno Fischer bekam neben viel Applaus für seine Rede eine Karikatur von Künstler Josef Schneck aus Riedlhütte.


Grafenauer Anzeiger vom 7. März 2009

Junior Ranger treffen sich
Klingenbrunn. Die Jahresversammlung des Vereins Junior Ranger e. V. Nationalpark Bayerischer Wald findet am 12. März, 19.30 Uhr, im Café Bergmann in Klingenbrunn-Althütte statt. 1. Vorsitzender Alexander Muthmann wird die Versammlung eröffnen, anschließend folgen die Berichte des Geschäftsführers sowie der Schatzmeisterin. Weitere Tagesordnungspunkte sind ein Antrag auf Satzungsänderung zur Ermächtigung über Erlass einer Aufwandsordnung, eine Einfügung mit der Möglichkeit zur Ladung zu Mitgliederversammlungen per E-Mail sowie Verlängerung der Amtszeit des Vorstandes von zwei auf vier Jahre; es folgt ein Dia-Vortrag der Ranger Mario Schmid und Sigi Schreib über Junior Ranger-Camps und Junior Ranger-Aktivitäten.  - pnp


Nächte des Saturns über Neuhütte
Heute beginnen wieder die Himmelbeobachtungen in der Bayerwald-Sternwarte - Kostenlose Führung
S
piegelau. Die „Nächte des Saturns“ sind die ersten Himmelserscheinungen, die von der Bayerwald-Sternwarte im Spiegelauer Ortsteil Neuhütte nach der Winterpause beobachtet werden können. Am heutigen Samstag ab 20 Uhr bietet die Astronomische Vereinigung e.V. interessierten Sternguckern an, über das Teleskop den Planeten Saturn live zu beobachten. Weitere Beobachtungstage im März sind am 10.3. und 21.3. Am 10. März steht der Mond nahe zum Saturn, am 21. März präsentiert sich der Planet wieder „solo“ dem Betrachter. Die Abende in der Sternwarte beginnen um 20 Uhr. Die Führungen sind kostenlos, Spenden kommen dem Verein zu Gute. Anmeldung unter info@bayerwald-sternwarte.de und Tel.  08553/6801. - ul



Grafenauer Anzeiger vom 6. März 2009

Schwaches Plus in Spiegelaus Tourismus-Statistik
Gästeankünfte steigen 2008 um 1,15 Prozent, Übernachtungen um 1,78 Prozent - Vorreiterrolle beim kostenlosen Igelbusfahren wird vermarktet
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Ein schwaches Plus hat die Gemeinde Spiegelau bei Gästeankünften und Übernachtungen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 erreicht: 1,15 Prozent mehr sind es bei den Gästeankünften, 1,78 % bei den Übernachtungen (auf Grundlage der vom Bayerischen Landesamt für Statistik korrigierten Zahlen). 28 507 Gäste kamen 2008 bei den gewerblichen und privaten Betrieben an, 157 619 Übernachtungen wurden gezählt. Die durchschnittliche Verweildauer betrug 5,53 Tage.
Über 68 000 Euro sind für den Tourismus ausgegeben worden. Am teuersten war die Veranstaltung „Winterzauber“, zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk, die 16 273 Euro kostete. Doch sie brachte auch 5000 Besucher auf die Beine. 13 658 Euro schlug für die Aktion Familienbeilage zu Buche. 57 000 Stück wurden gedruckt und der Zeitschrift „Eltern family“ beigelegt. Für Printsachen wurden 10 463 Euro ausgegeben. Dazu zählen u.a. ein Flyer (5000 Stück), der Spiegelau als ideales Ziel für Gruppenreisen bewirbt, und die „Winterpost“ (6500 Stück), die an alle Gäste in 2007 verschickt wurde. Diese Zahlen stellte Theresa Resch, Leiterin der Touristinformation, 29 der 130 Gastgebern vor, die am Mittwoch-abend zur Versammlung ins Café Würzbauer gekommen waren.
Hauptthema war das kostenlose Nutzen des Igelbusses von 15. Mai bis 31. Oktober über die Gästekarte (PNP berichtete). Darin spielt Spiegelau die Vorreiterrolle im Bayerischen Wald. „Dieses Alleinstellungsmerkmal müssen wir aktiv vermarkten und schon jetzt unsere Gäste darauf hinweisen“, schlugen Jochen Stieglmeier und Josef Wanninger vor.
Zur Vermarktung erstellt die Touristinformation einen Flyer mit Wandervorschlägen, Sehenswürdigkeiten und einer Übersicht, welche Igelbusse kostenlos genutzt werden können - nämlich der Rachel-, Lusen-, Finsteraubus und die Anschlussbusse 6086 und 6121 aus Oberkreuzberg und Klingenbrunn. Von 21. bis 24. Mai werden Journalisten eingeladen, die über das Igelbus-Angebot in ihren Publikationen berichten sollen und ein Newsletter geht per E-Mail an bekannte Gästeadressen.
Während der Igelbussaison erhöht sich der Kurbeitrag von 80 Cent auf 1,30 Cent für Erwachsene (Kinder sind frei). „Warum endet die Igelbussaison im Oktober?“, wollte eine Vermieterin wissen. „Aus Kostengründen“, antwortete Bürgermeister Josef Luksch. „Eine Saison kostet der RBO ca. 450 000 Euro.“ Wanninger hält die Igelbus-Saison mit einem Aufwand zwischen 100 000 und 150 000 Euro auch im Winter für möglich, wenn andere Gemeinden mitziehen.
Viel Lob gab es für die jetzt wieder perfekte Loipenpflege und die teilweise veränderte und verbesserte Loipenführung. „Aber bitte plant in die neue Karte auch blaue Loipen ein, nicht nur rote“, wünschten sich die Vermieter im Hinblick auf nicht so fitte Gäste. Alois Grobauer schlug vor, den Bekanntheitsgrad der Loipen zu steigern und spezielle Kunst-, Glas-, Wissens- oder Kinderloipen anzulegen. Katja Kubitscheck möchte eifrige Loipenbenutzer mit Stempeln, ähnlich der Wanderstempel, und Urkunden honorieren. Der Zustand der Winterwanderwege wurde kritisiert. Vor allem fehle eine Anbindung an Oberkreuzberg abseits der Straße, sagte Grobauer. Was beibehalten werden soll, sind Top-Veranstaltungen wie der „Winterzauber“, das Motorradtreffen oder die Sprintnight, die ein großes Medieninteresse finden.


Grafenauer Anzeiger vom 1. März 2009

Weltcup-Atmosphäre bei 1. Sprintnight
50 Starter und 400 Besucher bei Langlaufveranstaltung von SC und FFW im Sägewerk Spiegelau - Promis kneifen  
Von Ursula Langesee
Spiegelau. „Mei, des is jo wia beim Weltcup“, kommentierte ein begeisterter Besucher die 1. Sprint- und Partynight der Spiegelauer Feuerwehr und des Skiclubs im ehemaligen Sägewerk-Gelände. Mit 399 weiteren Gäste spornte er ab dem späten Samstagnachmittag die 50 Langläufer an.
Schon Siebenjährige wie Luisa Winter vom SC Spiegelau, die sich erst vor kurzem erstmals die langen Latten untergeschnallt hatten, liefen unverdrossen die 400-Meter-Runde um die Sortierhalle. So billig kamen die Herren nicht davon: sie mussten die 1200-Meter-Strecke plus Anstieg bewältigen.
Die größte Herausforderung wartete allerdings beim Prominentenlauf. Hans-Jürgen Scheifele (der spätere Sieger), Alexander Kraus, Erwin Scholz, Christian Balboo Bojko und Gerhard Krenn mussten sich als Biathleten beweisen und nach dem Sprint über den Schnee liegend und stehend mit dem Lasergewehr zu treffen versuchen. Ging der Schuss daneben, mussten sie Strafrunden drehen. Sie nahmen‘s mit Humor und kämpften sich tapfer durch. Belohnt wurden sie mit viel Applaus.
Eigentlich hätten ja die „A-Promis“ - Ehrengast WM- und Olympiasiegerin Martina Zellner, Schirmherr Landrat Ludwig Lankl, Bürgermeister Josef Luksch, Erwin Bumberger, Klaus Pleintinger und Stefan Prosser von der Sparkasse als Hauptsponsor - antreten müssen. Doch Martina Zellner winkte wegen Schwangerschaft ab und die Herren hatten vorsichtshalber die Ski „vergessen“, feine Mäntel und Salonschuhe angezogen.
„Nächstes Jahr seid Ihr dran“, kündigte Organisator Kurt Hobelsberger von der FFW Spiegelau an. Zusammen mit Josef Erhart und Johann Achatz vom SC Spiegelau und vielen Helfern der beiden Vereine hatte er die Sprintnight mustergültig vorbereitet. „Super Strecke, super Schnee, super Organisation“, bekamen die Veranstalter bei der Premiere allenthalben zu hören und die vielen Gäste, die trotz des ungemütlich einfallenden Nebels lange blieben, waren dafür der beste Beweis.
Auch Martina Zellner gefiel es gut in Spiegelau. Die Biathletin gab Autogramme, überreichte die Siegerurkunden und zeigte durch ihre fünf Treffer mit dem Lasergewehr, dass sie auch sieben Jahre nach ihrem Karriereende noch perfekt über Kimme und Korn zielen kann. Als Überraschung überreichten ihr Hobelsberger und Luksch einen bunten Blumenstrauß: erst am 26. Februar war die gebürtige Traunsteinerin 35 Jahre alt geworden.
Freuen können sich auch Kinder in Not. Für die „Sternstunden“-Aktion des Bayerischen Rundfunks überreichten Vertreter der Sparkasse und die Veranstalter 433 Euro aus den Erlösen der 1. Sprintnight. Wenig zu tun blieb für DJ Klaus Flossmann: die Athleten waren müde, die Partynacht schnell zu Ende.
Die Sprintnight-Sieger:
Schüler 8/9: 1. Lara Vogl (SC Spiegelau = SCS), 2. Barbara Havliková (SC Šumava), 3. Luisa Winter (SCS).1. Maximilian Wallner (WSV Grafenau), 2. Florian Pichler, 3. Fabian Pichler (beide SCS).
Schüler 10/11: 1. Elena Hilz, 2. Michaela Achatz, 3. Theresa Wanninger (alle SCS). 1. Matthias Lettl, 2. Benedikt Betz (beide SCS), Alexander Scheifele (SC Zwiesel.
Schüler 12/13: 1. Christina Maier (WSV Eppenschlag), 2. Nathalie Hilz, 3. Ann-Katrin Blöchinger (beide SCS). 1. Niklas Jobst, 2. Tobias Wanninger (beide SCS), 3. Johannes Troidl ( Deggendorf).
Schüler 14/15: 1. Melanie Reith, 2. Sabine Wallner, 3. Carmen Garhammer (alle WSV Eppenschlag). 1. Jonas Achatz (SCS), 2. Christopher Paukner (Riedlhütte), 3. Maximilian Pleintinger (St. Oswald).
Jugend 17: 1. Maximilian Resch (SV Finsterau), 2, Tobias Reith (WSV Eppenschlag).
Frauen: Ramona Kuchler (Lam).
Herren: 1. Florian Schröder (WSV Rabenstein), 2. Daniel Schiller (WSV Eppenschlag), 3. Tillmann Helk (WSV Scheibe-Allsbach), 4. Karl Garhammer (Oberkreuzberg).

SAXNDI...
...die Vielseitigkeit des Geländes um die alte Sortierhalle im Staatlichen Sägewerk wurde bei der Sprintnight einmal mehr deutlich. Langläufer und Besucher waren begeistert von dem Rundkurs in der „Event-Arena“, wie das Areal spontan getauft wurde. Für die Organisatoren ist die gelungene Premiere ein Ansporn. Damit sich noch mehr von den idealen Rahmenbedingungen für sportliche Veranstaltungen in der Industriebrache überzogen können, soll die Sprintnight nach einer spontanen Idee von Mit-Veranstalter Kurt Hobelsberger nächstes Jahr am Faschingssonntag stattfinden. Dann sind mit Maskenprämierungen, Gaudiläufen und einer langen Partynacht noch mehr Programmpunkte möglich als am ersten Fastensamstag. Und den heuer kneifenden A-Promis fällt in Faschingslaune das Mitlaufen sicher leichter.
Ursula Langesee



Grafenauer Anzeiger vom 27. Februar 2009

Klaus Büchler (62) löste sich von der industriellen Glasfertigung - Den Kulturpreis empfindet er als große Ehre n / von Helmuth Rücker
Spiegelau. Klaus Büchler sitzt in seinem Wohnzimmer, hinter ihm die Wand mit Bildern namhafter Künstler aus dem Bayerischen Wald. Viele von ihnen haben den Kulturpreis des Kulturkreises Freyung-Grafenau. „Für mich ist es eine große Ehre und Freude, dass ich mich in diese Reihe einordnen darf“, sagte er gestern. Büchler, einst Kunsthandwerker in der Glasindustrie, ist der 23. Träger des anerkannten Kulturpreises.
Büchler ist ein Kind der Glasmacherregion. Er lernte an der Glasfachschule Zwiesel, wo sein Talent geweckt und gefördert wurde. Jahrzehntelang war er eingebunden in die Spiegelauer Glasproduktion, im Design. Im Vordergrund stand das Gebrauchsglas. In der eigenen Werkstatt daheim fand er die Freiheit, sich kreativ entfalten zu können. Hier konnte er mit dem Glas spielen, es schleifen, anrauen und polieren, das Funktionale hinter sich lassen, neue Formen finden.
Immer stärker wurde der Drang nach der freien künstlerischen Gestaltung. Vor fünf Jahren löste sich der heute 62-Jährige endgültig von der Glasindustrie und arbeitet seitdem freischaffend.
Büchler ist ein klassischer Glasgraveur. Den Glasrohling vor sich, wendet und dreht er so lange, bis er dem Stück Bedeutung gibt, indem er es veredelt. Er liebt die strenge Formensprache. In seinen Objekten liegt die Ruhe, fern ab vom Gehetzten und Verspielten. Mit seinen Schliffen gibt er dem kalten Werkstoff Glas Wärme und Ausstrahlung.
Büchler kommt aus dem Handwerk. Der Übergang zur künstlerischen Arbeit war fließend. Seine Glasobjekte haben etwas Bodenständiges. Sie haben Gewicht, vor allem die Kugeln. Das massive, volle Glas fasziniert ihn. Er spaltet es, treibt optisch andersfarbige Keile ein, spielt mit dem Lichteinfall, ritzt und sägt es. „Glas ist so unheimlich vielseitig. Ich komme nicht mehr von ihm los“, philosophiert er. Diesen Part überlässt er in der Regel Karl-Heinz Reimeier, der unzählige Gedichte zu seinen Glasobjekten geschrieben hat. Er hält morgen bei der Preisverleihung auch die Laudatio.


Grafenauer Anzeiger vom 26. Februar 2009

Gemeinderat will Visionen entwickeln
In einer Sondersitzung werden Ideen gesucht, was die Gemeinde für die Zukunft fit machen könnte
Von Helmuth Rücker
Spiegelau. Für eine Gemeinde reicht es nicht, die Hausaufgaben zu erledigen. Das macht eine Kommune nicht zukunftsfähig. Dessen ist sich der Gemeinderat Spiegelau bewusst, weswegen er sich in einer Sondersitzung mit der Zukunft beschäftigen will.
Angeregt wurde dies in der jüngsten Sitzung von Erhard Wawrzek (FW). „Wir müssen uns mal ohne Zeit- und Sachzwänge generell über die Entwicklung der Gemeinde unterhalten“, forderte er. Visionen sollten in einer freien Aussprache entwickelt werden. „Jeder soll sagen dürfen, wie wir die Gemeinde nach vorne entwickeln könnten.“ Spiegelau verliere in einem Jahr 30 Einwohner, das sei ein Alarmzeichen. Wawrzek sprach von einem „Entwicklungskonzept für die ganze Gemeinde“. Vor allem für die Entwicklung des Geländes, auf dem früher das Staatliche Sägewerk stand, bedürfe es einer Lösung.
Bei Bürgermeister Josef Luksch (SPD) rannte er damit offene Türen ein. In der „Zukunftswerkstatt“ sei ein solches Entwicklungskonzept auch schon Thema gewesen. Für März seien ohnehin zwei Sondersitzungen vorgesehen. Anfang März sollten alle Vorstellungen auf den Tisch kommen und ohne Vorbehalte und politisches Kalkül diskutiert werden. Am 25. März fahre dann eine Delegation nach Landshut, um im Referat Städtebauförderung abzuklopfen, was sich umsetzen und vor allem fördern lasse. „Danach gibt es wieder eine Sondersitzung, um ein konkretes Konzept auszuarbeiten und möglicherweise zu beschließen“, kündigt Luksch an.
Zwischendurch wird eine weitere Sitzung notwendig, um das Alltagsgeschäft zu erledigen. Auf den Gemeinderat kommt also im März viel Arbeit zu.
Auch in der jüngsten Vergangenheit gab es offensichtlich schon reichlich Arbeit, da es bisher nicht gelang, die Wünsche bzw. Anträge aus den Bürgerversammlungen, die im Herbst stattfanden, zu behandeln. Luksch trug aus den Protokollen die Bürgeranfragen vor. In den meisten Fällen handelte es sich um Stellungnahmen und Anregungen. In Spiegelau war offiziell beantragt worden, Bauarbeiten zum Beispiel an Straßen nicht eher als um 8 Uhr beginnen zu lassen - „aus Rücksicht auf Urlaubsgäste, die länger schlafen“. Möglich ist dies über verkehrsrechtliche Anordnungen. Der Gemeinderat war damit einverstanden. Ausnahmen müssten aber zum Beispiel bei Wasserrohrbrüchen möglich sein.
Der Antrag, den Schneepflug in Klingenbrunn beim Räumen so einzustellen, dass der Schnee nur nach rechts (und nicht nach links) geschoben wird, wurde abgelehnt. Den Fahrern wurde unterstellt, sie würden Einfahrten absichtlich zuschütten, hieß es. Der Vorwurf wurde zurückgewiesen. Die beantragte Versetzung eines Buswartehäuschens und das Ziehen eines Straßengrabens in der Hirschschlager Straße soll sich der Bauausschuss vor Ort ansehen. Der Antrag, die Holzabfuhr über Althütte zu verbieten, wurde zurückgewiesen. „Das ist notwendiger Verkehr“, sagte Bürgermeister Luksch.


Grafenauer Anzeiger vom 21. Februar 2009
Kurkarte als Busticket
Bürgermeister Josef Luksch: „Wir sind Vorreiter“ - Geringe Ersparnis, aber große Wirkung
Von Helmuth Rücker
Spiegelau. Wer künftig in einem der Igelbusse eine Spiegelauer Kurkarte vorzeigt, darf kostenlos mitfahren. Gestern wurde ein entsprechender Vertrag zwischen dem Betreiber „Regionalbus Ostbayern“ (RBO) und der Gemeinde geschlossen. Bürgermeister Josef Luksch sagte nicht ohne Stolz: „Wir sind Vorreiter.“ Er ist davon überzeugt, dass die anderen Gemeinden reihum folgen werden.
Niemand möchte seine Urlauber verlieren, weil es in Spiegelau Vorteile gibt, die bei der Wahl des Urlaubsorts einen Ausschlag geben können. Gemeinden im Umkreis stehen unter Zugzwang. Denn das Angebot, mit der Kurkarte den Igelbus inklusive der Zubringerbusse aus Klingenbrunn und Oberkreuzberg kostenlos nutzen zu können, bringt keine große Ersparnis, aber die Wirkung ist groß.
Rund 20 000 Euro zahlt die Gemeinde jährlich an RBO für diesen Service. Das Geld kommt über den Kurbeitrag wieder rein. Am Dienstag beschloss der Gemeinderat, den Kurbeitrag in den Sommermonaten, wenn der Igelbus fährt, um 50 Cent auf 1,30 Euro pro Urlaubstag zu erhöhen. Eine Tageskarte für den Igelbus kostet 2 Euro. Der Gast spart sich somit 1,50 Euro.

Um den kleinen finanziellen Vorteil allein geht es Bürgermeister Josef Luksch und der Tourismuschefin Theresa Resch nicht. „Dahinter steckt unsere Philosophie, dass der Urlauber bei uns kein Auto braucht“, sagt Luksch. „Natur pur“ sei angesagt. Das soll dem Gast so bequem und einfach wie möglich gemacht werden. Die Kurkarte wird zum Busticket. „Davon habe ich immer geträumt“, sagt Theresa Resch, die seit drei Jahren das Tourismusbüro leitet. Doch der Traum geht weiter: „Wir müssen diese Idee für die gesamte Region weiterverfolgen.“ Zum Beispiel: Mit der Kurkarte auch die Waldbahn nutzen zu können. Gegenwärtig wird an der Umsetzung gearbeitet.
Für Spiegelau ist der Clou mit der Kurkarte noch ein Alleinstellungsmerkmal, auch wenn der Urlauber, der weder Gemeinde- noch Landkreisgrenzen kennt, diese örtliche Neuerung nicht als die große Innovation erkennen wird. Schließlich gibt es in Deutschland genügend Regionen, die diesbezüglich noch mehr vorzuweisen haben.
„RBO zeigt sich sehr aufgeschlossen“, versicherte Günter Neumayer, Niederlassungsleiter mit Sitz in Passau, bei der Vertragsunterzeichnung. „Unsere Vision ist es, dass es zwischen Furth i. Wald und Waldkirchen oder auch Passau nur ein Ticket gibt, egal ob man in Bus oder Bahn steigt.“
Den Igelbus gibt es seit 1996. Er ist vom 15. Mai bis zum 31. Oktober mit sieben Bussen auf drei Linien unterwegs. Sie fahren mit Erdgas. Anfangs stieß die Idee, die Straßen in den inneren Nationalpark für Autos zu sperren und nur noch die umweltfreundlichen Igelbusse fahren zu lassen, auf Skepsis und Widerstand. „Seit fünf bis sechs Jahren sind die Fahrgastzahlen stabil“, erklärt Günter Neumayer. In den Sommermonaten steigen gut 100 000 Fahrgäste ein.

Die Kosten sind beträchtlich. Der Landkreis Freyung.Grafenau, der Träger des Projektes ist, finanziert das Defizit aus ÖPNV-Mitteln. Rund 500 000 Euro kostet der Betrieb jährlich, knapp 200 000 Euro kommen mit dem Fahrgeld in die Kasse.
Über den erhöhten Kurbeitrag nimmt die Gemeinde Spiegelau ein wenig mehr ein, als sie an RBO zahlen muss. „Wir müssen schließlich noch Werbung machen“, sagt Bürgermeister Luksch. Im Gemeinderat stellte er einen gewagten Vergleich an: „Es reicht nicht, einer schönen Frau ein schönes Kleid zu kaufen. Ich muss sich damit auch ausführen.“
Im Gemeinderat wurde noch eine Fahrplanverbesserung angeregt. Urlauber in Klingenbrunn oder Oberkreuzberg müssten bisher schon um 8 Uhr mit dem Frühstück fertig sein, damit sie den Zubringerbus zum Igelbus erreichen. Neumayer versprach Abhilfe.
Als Dankeschön für den schnellen Entschluss, die Kurkarte als Busticket einzusetzen, hatte er ein Geschenk mitgebracht. „Wer die Kurkarte vorzeigt, kann den Igel-Winter-Bus kostenlos nutzen.“ Dieser fährt in der Faschingswoche die Strecke von Klingenbrunn bis Finsterau/Mitterfirmiansreut.



Grafenauer Anzeiger vom 20. Februar 2009

Bei der Loipenpflege soll Qualität vor Quantität gehen
Der Gemeinderat sorgt sich um die Akzeptanz bei den Urlaubern - Bürgermeister Luksch: „Bessere Koordinierung mit den Nachbarn nötig“
Von Helmuth Rücker
Spiegelau. Der Winter ist da. Für die Urlauber herrschen ideale Wintersportbedingungen. „Aber die Loipen sind in keinem idealen Zustand“, kam am Dienstag in der Sitzung des Gemeinderates Kritik auf. Ausgelöst wurde sie durch den Wunsch, am Mühlberg noch eine Rundspur zu ziehen.
Damit war eine lebhafte Diskussion losgetreten. Josef Wanninger, Sportreferent des Gemeinderates, sprach sich gegen weitere Loipen aus. Schon im Sommer hatte er sich für mehr Qualität statt Quantität ausgesprochen. „Wenn sollten keine neuen Trassen ins Spiel bringen, wenn es uns nicht gelingt, die vorhandenen optimal zu pflegen“, sagte Wanninger. Mehrere Gemeinderäte wussten davon zu berichten, dass am vergangenen Wochenende manche Loipe am Nachmittag noch nicht frisch gespurt gewesen sein. Grund dafür war, dass das Loipenspurgerät vom Kids-Cup in Anspruch genommen wurde. „Das Gerät ist nicht allein für den Skiclub da“, hieß es. Der Fahrer brauche klare Vorgaben, was Priorität habe. Die Gemeinde wolle sich die Urlauber nicht vergraulen. Das sei aber der Fall, wenn sie andere Loipen nutzen würden, weil die im Gemeindegebiet nicht gespurt seien.
Dem Wunsch, am Mühlberg noch eine Spur zu ziehen, wurde widersprochen. Im Herbst sei keine Vorsorge getroffen worden. Feuchte Gebiete müssten überbrückt werden, zudem fehle es an Orientierungsstangen. „Wir sollten die, die wir haben, erst einmal ordentlich pflegen, bevor wir neue Trassen ins Spiel bringen“, sprach sich die Mehrheit gegen ein größeres Loipennetz aus. Wichtiger sei es zudem, die Loipen mit den Nachbargemeinden zu verbinden. „Eine bessere Koordinierung ist nötig“, sagte Bürgermeister Josef Luksch. Die Steilstücke in Althütte seien leider immer noch nicht entschärft, wurde ergänzt. Den Schwierigkeitsgrad müsse man mit „dunkelschwarz“ bezeichnen.
Laut Tourist-Information entfallen 30 Prozent der 43 500 Übernachtungen auf den Winter. Das sind genau so viele wie im Sommer. Der Winterurlaub und damit das Langlaufen haben in Spiegelau einen hohen Stellenwert.


Grafenauer Anzeiger vom 12. Februar 2009

Mehr als 500 Trauernde geben Max Schinabeck das letzte Geleit
Alle Redner würdigten die großen Verdienste, die sich der Bäckermeister in der Gemeinde Spiegelau erworben hat
Spiegelau. Mehr als 500 Trauernde hatten sich zum Requiem für Max Schinabeck in der Pfarrkirche Spiegelau eingefunden und bei der Urnenbestattung auf dem Friedhof wuchs die Zahl der Trauergäste sogar noch an.
Bei allem Leid und der ganzen Tragik darf man es aber ruhig als einen Glücksfall betrachten, dass es in der Pfarrei einen BGR Pfarrer Hubert Gerstl gibt. Der war wie kein anderer imstande, diesen schmerzhaften Verlust für die Familie Schinabeck - und darüber hinaus für die ganze Gemeinde Spiegelau - mit Trost und Zuversicht zu mildern, indem er für alle Trauernden im Gotteshaus die Worte fand, die den Fragen nach dem Warum nicht aus dem Weg gingen und die zu erklären versuchten.
„Wir sind alle voll von unendlicher Trauer und gerne hätten wir ihn noch unter uns“, so Gerstl. Schinabecks Freitod hätte bei Angehörigen und Freunden Fragen hinterlassen. „Ob wir etwas falsch gemacht oder übersehen haben, oder ob er von einer inneren Verzweiflung gepackt wurde.“ Max Schinabeck sei ein Mensch gewesen, der niemanden in sich hineinschauen habe lassen. „Und so tragen wir dich zu Grabe, ohne mit dir an ein Ende gekommen zu sein“.
Schinabeck sei Mitherausgeber der Zeitung „Glasmacher“ gewesen, die Kreuzwegbilder in der Pfarrkirche Klingenbrunn hätten ihm so viel bedeutet, dass er alles dahintergesetzt habe, damit diese in Buchform erscheinen können. Er habe vieles bewegt. „Ja, er hat in vielerlei Hinsicht Spiegelau mitgeprägt und unserem Ort ein neues Gesicht gegeben“. Vor allem sei er ein großer Gönner gewesen. Er half, wo er helfen konnte. „Und wo man ihn brauchte, bei den Vereinen, beim Trachtenverein, im Kindergarten, beim Kirchenchor oder bei der Hochwasserkatastrophe in Meissen.“ Er sei ein Freund unserer Bücherei und ein Freund unserer evangelischen Kirchengemeinde gewesen
Max Friedl sprach für den JSV Quetsch (Jagd- und Sportschützenverein). „Ein Max Schinabeck kannte kein Nein. Er war immer da, wenn man ihn brauchte. Nie aufdringlich, nie auf besonderen Dank bedacht. Der JSV Quetsch hat eines seiner ganz wertvollen Mitglieder verloren. Er hat eine unendlich große Lücke hinterlassen“.
Auch für den Gewerbeverein Spiegelau sprach Max Friedl einen kurzen Nachruf. Mit Max Schinabeck verliere der Gewerbeverein eines seiner wichtigsten Mitglieder, auch ein Gründungsmitglied. Max Schinabeck diente in seiner bescheidenen, feinsinnigen Art seiner Gemeinde. Ihm lag das Wohl seiner Heimat sehr am Herzen. So war er z. B. der Initiator des Starkbierfestes, der Hiagstroas, des Pandurenfestes.
Neben der Leitung seines Betriebes fühlte er sich verpflichtet, sein Können und seine Erfahrung in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Er interessierte sich auch für die Geschichte seiner Heimat. Deshalb habe er die Paul Friedl-Abende organisiert. Der Liederkranz Klingenbrunn bedankte sich durch den Vorstand Diedrich Denker bei der Trauerfamilie. 43 Jahre war Max Schinabeck hier ein förderndes Mitglied. Diakonin Gabriela Neumann-Beiler bedankte sich für die Evangelische Kirche. „Unser Max war immer da, wenn wir ihn gebraucht haben.“ Ihr abschließendes Gebet „Selig sind, die da Leid tragen“ beendete eine würdevolle Trauerfeier, die der Kirchenchor Spiegelau unter Josef Kreutner umrahmte. - sto


Grafenauer Anzeiger vom 4. Februar 2009
GanzSpiegelau trauert um MaxSchinabeck
Die Gemeinde Spiegelau steht unter Schock - der langjährige Vorsitzende des Gewerbevereins Max Schinabeck (67) hat in der Nacht auf Montag den Freitod gewählt. Der Bäckermeister nahm sich im Kurpark mit einem Revolver das Leben. Sein
Sohn informierte die Polizei in Grafenau kurz nach 6 Uhr. Über das Motiv gibt es laut Auskunft der Kripo Passau keine Hinweise.
„Als ich die Nachricht gehört habe, konnte ich es kaum glauben“, sagte gestern ein sichtlich schockierter Bürgermeister Josef Luksch zum Grafenauer Anzeiger. Max Schinabeck sei noch letzte Woche bei ihm gewesen, man habe sich lange unterhalten. „Hier waren vor allem die wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Thema“.
Schinabecks Tod hinterlasse in der Glasmachergemeinde eine große
Lücke. Beispielsweise im 1986 gegründeten Gewerbeverein, dessen
langjähriger Vorsitzender er gewesen sei. Mittlerweile steht Schinabecks Sohn Michael an dessen Spitze. Max Schinabeck sei jedes Jahr bei der Organisation der beliebten „Hiagstroas“ ein unermüdlicher Helfer gewesen, erst bei der Veranstaltung im letzten Jahr sei er noch am Ofen gestanden und habe Brot gebacken.
Max Schinabeck entstammt aus einer großen Spiegelauer Bäckerdynastie.
Gründer war dessen Großvater Max, im Laufe der Zeit wurde der Betrieb immer weiter ausgebaut und vergrößert, unter anderem wurden Filialen in Zwiesel, Regen und Bischofsmais gegründet. Die Mitarbeiterzahl dürfte
laut Luksch so zwischen 30 und 40 gelegen haben.
Max Schinabeck war im Gemeindeleben voll integriert und engagiert. Er war ein großer Gönner und half immer dort, wo gerade Not am Mann war. So sponserte er vor kurzem noch die Romfahrt des Kirchenchors mit seinem Gebäck.
Schinabeck war auch Mitglied des Trachtenvereins D´Schwarzachtaler,
wo er lange Zeit im Vorstand tätig war. Daneben hatte er das Spiegelauer Starkbierfest ins Leben gerufen, seine große Liebe galt auch der Spiegelauer Geschichte, hier hat er mit Leidenschaft zahlreiche Aufnahmen aus früheren Zeiten gesammelt.
„Die Dokumente aus alten Zeiten dürfen nicht verloren gehen, lautete Schinabecks Devise“, sagt sein Freund Franz Stockinger. Auch er habe bei Bekanntwerden der Nachricht seines Todes lange Zeit nicht daran glauben mögen. „Die, die ihn näher kannten, waren von seiner Menschlichkeit und Offenheit begeistert“. Schinabeck war auch der Initiator des Paul-Friedl-Vereins, der sich den Erhalt des Geburtshauses des Bayerwalddichters auf die Fahnen geschrieben hat.
So sponserte er vor kurzem noch die Romfahrt des Kirchenchors mit seinem Gebäck. Zusammen mit Herbert Seidl gab er zudem vierteljährlich die Zeitschrift „Der Glasmacher“ heraus, in der die Vorkommnisse in der Gemeinde aufgeführt wurden. „Auch hier wird er uns an allen Ecken und Kanten fehlen“, sagt Bürgermeister
Josef Luksch. - an



Grafenauer Anzeiger vom 3. Februar 2009

100 000 Euro Mehrkosten sind eine „bittere Pille“
Gemeinderat segnete die Kostenüberschreitung beim Abwasseranschluss im Klingenbrunner Westen ab
Spiegelau. Beim Abwasseranschluss im Klingenbrunner Westen ist es zu einer erheblichen Kostenüberschreitung gekommen. Sie war jetzt Thema im Gemeinderat.
Bei den Arbeiten für den Kanalbau stellte sich heraus, dass Straßenbeläge und Unterbau an vielen Stellen in einem so schlechten Zustand waren, dass Arbeiten über das geplante Maß hinaus nötig waren, um für einige Jahre einen vernünftigen Zustand zu erhalten. Die Kosten waren enorm hoch: 100 000 Euro. „Nach einem Vergleich von Anbieterzahlen war das immer noch die günstigste Lösung“, sagte Bürgermeister Josef Luksch. Der Gemeinderat stimmte der Kostenüberschreitung zu.
Deutlich kleiner fiel ein Nachtragsangebot im Zusammenhang mit dem Naturbad aus. 720 Euro mussten hier für den Einbau von Asphaltbeton nachträglich genehmigt werden. Vergeben wurde zudem ein Auftrag über Arbeiten zu den Abwasseranlagen in Palmberg. Hier erhielt die Firma H&T in Ruh-mannsfelden als günstigster Bieter den Zuschlag für 58 676 Euro. Der teuerste Bieter hätte dafür über 111 000 Euro verlangt.
500 Euro Zuschuss erbaten sich Skiclub Spiegelau und Freiwillige Feuerwehr für die geplante Sprint- und Partynacht am Gelände des ehemaligen Sägewerks. Dort soll am 28. Februar ein Sportprogramm mit Langlauf und Biathlon geboten werden, das auch überregional beworben wird und touristische Außenwirkung haben könnte, so die Meinung im Gemeinderat. Es wurde als problematisch angesehen, dass mit dem Geld eine benötigte Toilettenanlage bezahlt werden soll, da die Gemeinde auch bei weiteren Veranstaltungen anderer Vereine in Zugzwang gebracht werden könnte.
Da dieses Event jedoch weit über das Lokale hinaus wirke, sei eine Unterstützung - für welchen Zweck das Geld auch verwendet würde - durchaus gerechtfertigt, war der einhellige Tenor. Ernst Ertl merkte an, dass die Gemeinde ohnehin sich beeilen sollte, am neuen Volksfestgelände eine geeignete Toilettenanlage zu errichten, um weitere Anmietungen dann unnötig zu machen.
Wie in anderen Kommunen ergab die Umfrage zur benötigten Breitbandversorgung mit schnellen DSL-Verbindungen auch in Spiegelau ein unbefriedigendes Bild. Zwar wünschen sich Unternehmer und auch Privatleute eine bessere Versorgung, aber die Anbindung über ein eigenes Funknetz würde für knapp 100 Interessenten schon mit bis zu 500 000 Euro zu Buche schlagen. Ein nicht genauer ausgeführtes Angebot eines Mobilfunkanbieters belief sich zwar auf nur 40 000 Euro, aber dazu war nicht zu erfahren, wie das Leistungsspektrum aussehen würde.
Zudem wird eine Verbindung per Funk statt über Kabel wegen der Verbindungs- und Datensicherheit als problematisch angesehen. Der Gemeinderat sieht es zwar als wichtig an, dass insbesondere für künftige Gewerbeansiedlungen eine schnelle Anbindung an die Datenautobahn als Standortfaktor beachtet werden muss, dennoch soll die Entwicklung erst einmal beobachtet werden, auch weil sich der Landkreis diesbezüglich selbst noch stark machen will.
Problematisch sah Bürgermeister Luksch die Empfehlung eines neues Funkstandorts für den Aufbau eines Digitalfunk-netzes, das das Bayerische Innenministerium vorantreiben will, um sicherheitsrelevante Einrichtungen damit zu verbinden. Die Sensibilität der Bevölkerung spreche gegen einfachere Lösungen in Ortsnähe, auch wenn ein Standort auf dem Land technisch gesehen eine stärkere Sendeleistung benötige, argumentierte Karl-Heinz Roth. Die Anfrage wurde zurückgestellt, es sollen noch mehr Informationen zum Bedarf eingeholt werden.
Die Gemeindeverwaltung schlug den Ankauf eines Programms vor, mit dessen Hilfe der informelle Ablauf von Sitzungseinladungen über Protokollierung bis Archivierung deutlich vereinfacht werden könnte. Das setzte voraus, dass die Gemeinderäte sich damit einverstanden erklären, künftig mehr Informationen per Mail entgegenzunehmen. Die Gemeinderäte wollen sich diesem Weg nicht verschließen, Karl-Heinz Roth fragte sich aber, ob das nicht auch mit einer Optimierung vorhandener Software erreichen werden könnte. Das neue Programm kostet bis zu 10 000 Euro. Er wird sich mit Kämmerer Bruno Donaubauer zusammensetzen, um nach einer Lösung zu suchen und dann dem Gemeinderat berichten.
Abgelehnt wurde von den Behörden der Wunsch, an der B 85 Hinweisschilder auf die Klingenbrunner Nachtloipe aufzustellen. Das sei dort weder zulässig noch sinnvoll, hieß es.
Erhard Wawrzek bemängelte, dass die „Dog-Stations“ im Kurpark komplett verschmutzt seien. Josef Luksch antwortete auf die Frage nach den Mitteln aus dem staatlichen Investitionsprogramm, dass neben dem Ziel, für den Hochbaubereich an Schulen Gelder bereitzustellen, sonst bisher noch wenig bekannt sei.
Angesprochen wurde das Problem, dass bei der Vermietung öffentlicher Dachflächen an Solarstromfirmen es zu teils erheblichen Schäden an der Bausubstanz kommen könnte, da Dachflächen durchnagelt worden seien. Die Verträge sehen jedoch vor, dass gegebenenfalls die Mieter dafür gerade stehen müssen und dafür Versicherungen abgeschlossen hätten. Und schließlich bemängelte es Ludwig Schopf, dass es im Zusammenhang mit dem Bolzplatz in Klingenbrunn überhaupt zu einer so großen öffentlichen Entrüstung und Aufruhr hatte kommen müssen. - hpd

Grafenauer Anzeiger vom 27. Januar 2009
Nicht gleich, sondern gleichwertig

Weltgebetswoche für die Einheit der Christen - In Grafenau gibt es viele Beispiele für gelebte Ökumene  Von Ursula Langesee
Grafenau. Von den Zahlen her scheint das Verhältnis der evangelischen zu den katholischen Christen in der Kirchen- bzw. Pfarrgemeinde Grafenau wie bei David und Goliath: 1300 zu 6000. Doch bloße Zahlen sagen nichts darüber aus, wie gut die Ökumene funktioniert. In Grafenau gibt es viele Verbindungen zwischen den Konfessionen, lediglich die gemeinsame Jugendarbeit ist noch ausbaufähig.
Bei Einweihungen und Installationen „arbeiten“ die katholischen und evangelischen Geistlichen zusammen, mit ihren Gläubigen treffen sie sich zu gemeinsamen Wanderungen zum Brudersbrunn, bei Bildungsreisen und -veranstaltungen, bei Glaubenskursen, Taizé-Gottesdiensten, zum Abendlob, sie besuchen sich gegenseitig zu den Pfarrfesten und in den Gemeinde- und Pfarrbriefen ist jeweils Platz für die Ankündigungen der anderen Kirche reserviert. Und Grafenau hat sogar eine „ökumenische“ Sekretärin: Helene Winkler ist römisch-katholisch getauft, arbeitet aber seit neun Jahren im Büro der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Grafenau.
So selbstverständlich ist diese „sinnvolle Bündelung der Kräfte“, wie es die Grafenauer Pfarrerin Sonja Schuster nennt, aber nicht überall. Um an die Teilung der Christenheit zu erinnern und sie zu überwinden, gibt es seit 1968 die „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“. Sie wird alljährlich zwischen dem Fest des Bekenntnisses des hl. Petrus am 18. Januar und dem Fest der Bekehrung des hl. Paulus am 25. Januar begangen.
Heuer suchten Christen aus Korea das Leitwort aus. Mit „Damit sie eins werden in deiner Hand“ (Ezechiel 37,17) ziehen sie von der Teilung der Christenheit Parallelen zu ihrer eigenen Situation in dem geteilten Land. Damit ist für sie die Hoffnung verbunden, dass wie bei den beiden Stäben aus der Ezechiel-Prophetie, eine Wiedervereinigung in ihrem Land möglich werden könnte. Bei einem gemeinsamen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche mit Dekan Kajetan Steinbeißer und Pfarrerin Sonja Schuster baten katholische und evangelische Christen ihren gemeinsamen Gott, dass er Einheit schaffe, wo Menschen sie zerstört haben.
Die Gebete und Lieder aus dem Gotteslob bzw. dem Evangelischen Gesangsbuch wurden flankiert von symbolischen Handlungen. Ein Gong wurde zur Begrüßung drei Mal geschlagen, dann hieß es auf Koreanisch „Katscha, huiman-e tschunim ke! Lasst uns näher zu Gott kommen.“ Zum Austausch des Friedensgrußes wurden zwei Stäbe zusammengebunden - ein Zeichen der Versöhnung durch die Initiative und das Handeln. Über diese Stäbe hinweg wünschten sich die Gläubigen Frieden. Pfarrerin Schuster erinnerte in ihrer Ansprache an die Teilungen in der christlichen Kirche: 1054 kam es zur großen Trennung von Ost- und Westkirche, dann kam die Reformation mit Jan Hus und Luther, Calvin und Zwingli, später trennten sich römisch-katholische und altkatholische Kirche sowie die Lutherische und die Reformierte Kirche. Sie erwähnte grauenvolle Glaubenskriege, aber auch die Fortschritte in der Ökumene seit Beginn des 20. Jahrhunderts, die sich trotz des Zweiten Weltkrieges erhalten hätten.
„Uns verbinden die Grundlagen des Glaubens in dem einen Herrn Jesus Christus“, so die evangelische Geistliche. „Ganz viele Stäbe verbinden sich zu einem Stab und werden damit wirkungsvoller. Einheit heißt für mich nicht Gleichheit, sondern Gleichwertigkeit. Wir sind so vielfältig wie die ersten Jünger von Susanna bis Petrus, von Paulus bis Lydia und beten darum, dass diese bunte Vielfalt sich als eine starke Gemeinschaft versteht, die den Anliegen des Evangeliums Gehör verschafft.“
Auch die Kollekte war ökumenisch. Sie unterstützt die Sozialarbeit mit Müllsammlerkindern in Fortaleza im Nordosten von Brasilien.
Ganz selbstverständlich hatten sich die katholischen und evangelischen Christen zum Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche getroffen. Genauso gut hätte es die Christuskirche sein können, denn: „Jeder Christ ist eingeladen, es gibt keine Verbote, dass Evangelische kein katholisches Gotteshaus und Katholiken keine evangelische Kirche betreten dürfen“, betonen Steinbeißer und Schuster. Es gibt auch konfessionsverbindende Trauungen und Taufen.
Die größten Unterschiede gibt es aber nach wie vor im Abendmahlverständnis. Während bei den Katholiken nur ein geweihter Priester durch das Sprechen der Einsetzungsworte Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu verwandelt (Transsubstantiation), darf bei den Evangelischen grundsätzlich jeder Christ die Einsetzungsworte sprechen, wenn es nach der Ordnung der Kirche geschieht.
Eine nächste Gelegenheit zur Ökumene gibt es bereits am 6. März beim Weltgebetstag der Frauen.


Grafenauer Anzeiger vom 26. Januar 2009

Über 1000 Arbeitsplätze dank Nationalpark
Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner betont im Gemeinderat den Nutzen der Einrichtung für die Region
Spiegelau. Der Nationalpark Bayerischer Wald schafft Arbeitsplätze. Das ist allen in der Region durchaus bewusst. Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner bezifferte die Zahl auf 1000. Anlass dazu war sein jährlich abgehaltener Bericht im Gemeinderat über jüngsten Entwicklungen und Prognosen.
Seine Informationstour durch die Gemeinden setzte Karl Friedrich Sinner fort. Auch in Spiegelau nahm er zur Borkenkäferentwicklung im Alt- sowie Erweiterungsgebiet und auch in umliegenden Wirtschaftswäldern Stellung, wie bereits bei anderen Gelegenheiten berichtet, referierte er zum Tag der Artenvielfalt in Kooperation mit dem Magazin GEO und wiederholte die Positionen zu den geplanten grenzüberschreitenden Wanderwegen, zu Chancen und Folgen.
Einen Schwerpunkt legte er auf touristische und ökonomische Aspekte des Nationalparks, die sich aus Gästebefragungen und Wirtschaftsstatistiken ergaben. Quintessenz: Der Nationalpark ist und bleibt eine wichtige Einrichtung, wenn es um die Anziehungskraft der Region geht. Die Diskussion um die natürliche Waldverjüngung habe gezeigt, dass es sich mittlerweile zum Trumpf entwickle, „bei der Geburt eines neuen Waldes dabei sein zu dürfen“ und dass die Dynamik, die eine steilere Kurve nehme, als noch vor Jahren erwartet, von den Besuchern eines neuen „Märchenwaldes“ nicht mit Schrecken, sondern mit Faszination gesehen werde.
„Die Welt da oben hat sich verändert“, sagte Sinner zu Vergleichsbildern aus den Hochlagen und aus „Schadensflächen“ der Vergangenheit. Während sich im Nationalparkgebiet langsam aber stetig ein Bild einstelle, das an romantische Gemälde der Zeit Adalbert Stifters erinnert, zeigten sich beispielsweise im Arbergebiet, wo dem Borkenkäferbefall klassisch begegnet worden ist, kahle Stellen, wo Urlauber wirklich künftig in praller Sonne wandern müssen, statt unter einem wiederkehrenden Mischwalddach.
Ein Ergebnis des repräsentativen Gästebefragungen lautete: Nationalparkbesucher bleiben länger im Quartier. Aber nicht nur hier stehe der Nationalpark auch für eine hohe ökonomische Wertschöpfung, betonte Sinner. Während jährlich etwa 12 Millionen Euro für den Park ausgegeben würden, flössen alleine an touristischen Einnahmen 13,5 Millionen Euro wieder in die Region herein. Rechnet man alle Stunden zusammen, die dadurch entstehen, dass für Gäste bezahlte Arbeit geleistet werde, die entweder hauptsächlich oder mittelbar wegen des Nationalparks kommen, so sorge der Park in der Region für bis zu 900 Ganztagsarbeitsplätze und weitere 200 Beschäftigte im eigenen Team.
Einem weiteren großen Anziehungspunkt ist man mittlerweile sehr nahe gekommen. Der Baumwipfelpfad am Hans-Eisenmann-Haus steht kurz vor Baubeginn und soll bereits im August mit der Faszination von Höhe und zusätzlichen Attraktionen begehbar sein. Entstehen soll auch ein Turm, der sich mit einem gewendelten Weg behindertengerecht um eine Baum- und Felsengruppe bis über die Kronen auf über 40 Metern Höhe schraubt.
Zugestimmt hat der Spiegelauer Gemeinderat, dass die Klingenbrunner Feuerwehr das Haus durch einen Anbau erweitern kann. Der Bauausschuss hatte zuvor bereits Pläne und Kostenschätzungen vorgelegt bekommen und zur Beratung an den Gemeinderat weiter gegeben. Etwa 218 400 Euro stehen derzeit für das Gebäude im Raum. Für Parkplätze und Zufahrt müssen weitere Kosten eingeplant werden. Dem Vorschlag, über Vergabe an einen Generalunternehmer Kosten sparen zu können, wurde zugestimmt. Der Planer wird die Ausschreibungsunterlagen erstellen.  - hpd


Grafenauer Anzeiger vom 24. Januar 2009

Spiegelau gibt grünes Licht für die Marketingumlage
Landkreis-Tourismuschef und Bayerwaldmanager auf Werbetour
Von Hermann Haydn
Spiegelau. „Was passiert mit unserem Geld, was wird gemacht und was bringt das,“ wollten die Spiegelauer Gemeinderäte gerne erfahren, bevor sie der Umlage für die nächsten Jahre für dieses Projekt weiter zustimmen konnten. Antworten gaben in der Sitzung Landkreistourismuschef Ernst Kandlbinder und Alexander Anetzberger. Er leitet für den Tourismusverband Ostbayern die Marketingoffensive Bayerischer Wald.
Ernst Kandlbinder sieht sich als Serviceleister für die Kommunen und will die Anstrengungen in der Region noch besser koordinieren. Die Prospektflut sollte jedoch etwas eingedämmt werden, um die besonderen Stärken mit mehr Klarheit zu transportieren und auch, um neue Positionierungen wie als Kinderland, barrierefreies Urlaubsgebiet für Behinderte oder auch als Bikerparadies voran zu treiben.
Hier seien in einem umkämpften Markt auch noch Alleinstellungsmerkmale zu finden. Alexander Anetzberger berichtete zur Bayerwald-Marketing-Offensive. Nach der begrifflichen Klärung, wofür der Bayerische Wald besonders stehe, der Etablierung eines Logos und der breiten Vermarktung des neues Images als „natürlich erfrischendes“ Urlaubsland könne man bei den Zugriffen auf der Homepage eine 50-prozentige Steigerung feststellen.
Im Marketing wird geschaut, wo die künftigen Gästepotenziale liegen, der Auftritt nach Außen dazu weiter optimiert, aber auch versucht, durch Qualitätssteigerung in Service und Angebot der Region ein anderes Image zu verpassen und sich über eine neue emotionale Bindung vom Massengeschäft abzuheben. Als Bestätigung der geleisteten Arbeit hatte die Aktion dafür im September 2008 den begehrten Deutschen PR-Preis erhalten.
Dennoch sahen die Gemeinderäte auch die „Vor-Ort-Problematik“, die trotz aller Marketing-Offensiven die Entwicklung erschweren würde. Peter Hinterberger erinnerte daran, dass Wintertourismus auch Schnee brauche, aber bisweilen unattraktive Loipenführungen und Mangel an weißer Pracht dem eben einen Riegel vorschöben.
Karlheinz Roth hakte nach, ob in Sachen Marketing beim Nationalpark auch die touristische Komponente weiter verstärkt würde. Hier soll sich laut Karl Friedrich Sinner weiter etwas bewegen und auch in Richtung Werbung tschechischer Gäste soll über Mehrsprachlichkeit bei Prospekten und Betreuung weiter gearbeitet werden.
Erhard Wawrzek merkte an, dass es mit dem Tourismus vor Ort nicht gerade rosig aussehe, was auch daran liege, dass sich viele Betriebe nur noch über den Preis definierten, Wertschöpfungen angesichts hoher Belastungen durch den Staat nicht mehr realisierbar wären und sich das gerade bei Service und Angebot oft zusätzlich imageschädigend auswirke. Auch Josef Wanninger gab zu bedenken, dass eine Urlaubsregion nur so gut wahrgenommen werde, wie der Eindruck, den man als Gast mit nach Hause nehme. Da könne eine Negativerfahrung auch über Massen an Prospektmaterial nicht ausgeglichen werden.
Dennoch zeigten sich die Gemeinderäte insgesamt von den Vorträgen begeistert. Die Zusage, dass aus Spiegelau auch in den nächsten Jahren die Marketingumlage in Höhe von netto 4809 Euro geleistet wird, war dann nur noch Formsache.

 
 

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