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Grafenauer
Anzeiger vom 18. Dezember 2009 Friedhofmauer
kostet 6000 Euro mehr / Betonabdecksteine waren nicht ausgeschrieben -
Schwarzachstraße bleibt vorerst wie sie ist / Von Ursula Langesee Spiegelau.
Die Sanierung der Mauer beim alten Friedhof ist fast abgeschlossen. Zur
Zeit werden noch die Steher und der Zaun montiert. Bei seiner Sitzung
am Dienstagabend stimmte der Gemeinderat nachträglich einer
Auftragsvergabe für die Abdeckung zu. Der Grundstücks- und
Bauausschuss war sich einig, den Abschluss der Friedhofsmauer in Beton
nachzubessern. Von der Verwaltung wurde über das Ingenieurbüro EBB in
Regensburg ein Angebot für die Ausführung mit Beton- abdecksteinen und
in einer Natursteinabdeckung eingeholt. Bei den Betonabdecksteinen
kostet der laufende Meter 89 Euro und ist damit um 50 Euro günstiger
als bei der Natursteinausführung. „Bei den 55 laufenden Metern kommen
noch ca. 6000 Euro für die Abdecksteine dazu“, erklärte 2.
Bürgermeister Kurt Zettl, der in Vertretung für den erkrankten
Bürgermeister Josef Luksch die Sitzung leitete. Günter Schmid ärgerte
dieser Nachtrag: „Da wird geplant, genehmigt, ausgeschrieben, die
Bauaufsicht ist da und dann braucht man einen Nachtrag. Das kann nicht
sein.“ Das Ingenieurbüro EBB hatte nach einem
Gemeinderatsbeschluss die TV-Untersuchung und die
Bestandsplanerstellung der Abwasserkanäle im Bericht der
Hohe-Tann-Straße veranlasst. Nun liegt das Ergebnis vor. Der
öffentliche Kanal und die Hausanschlüsse weisen einen Mix aus
Steinzeug- und Kunststoffrohren auf. Abzweige sind verstopft,
Rohranschlüsse nicht fachgerecht ausgeführt, Rohrbrüche liegen vor,
Wurzeln sind eingewachsen und vieles andere mehr. Außerdem versickert
Abwasser durch den sehr schadhaften Kanal im Boden und dafür haftet die
Gemeinde. Es muss also dringend Abhilfe geschaffen werden. Der
Gemeinderat beschloss einstimmig, die Fa. EBB mit der Kostenermittlung
für die Sanierung zu beauftragen. Nachträglich stimmte das
Gremium dem Angebot der Firma Stich über die Errichtung eines „Galgens“
für 1880 Euro brutto für die Kläranlage Althütte zu. Der „Galgen“ ist
notwendig, um die eingebauten Pumpen herausheben zu können. Die
Ortsdurchfahrten Oberkreuzberg und Palmberg sollen abgestuft werden.
Dem Vorhaben des Landratsamtes stimmte die Gemeinde nur zu, wenn im
Zuge des Landkreisdeckenbauprogramms 2010 die Straßen saniert bzw. in
Stand gesetzt werden. Jetzt teilte der Landkreis mit, dass die
Sanierung nicht vor dem 1.Mai 2010 beginne, die Zustimmung der Gemeinde
aber noch in diesem Jahr erforderlich sei. Das Gremium war einstimmig
dafür. Wegen „finanzwirtschaftlicher Aspekte“ wird die
Ausrüstung der fünf Tore im Bauhof mit E-Antrieb (Kosten: 4843 Euro)
vorerst zurückgestellt. Christian Balboo Bojko will am 4.
September 2010 in der Sortierhalle zum vierten Mal den „Rock in den
Herbst“ veranstalten. Diesen Termin fand das Gremium nicht so gut, weil
am Tag darauf ein Flohmarkt ist und schlug den 11.9. vor. „Da ist aber
einen Tag später die Hiagstroas, ebenfalls mit einem Flohmarkt im
Sägewerkgelände“, warf Elke Proßer-Greß ein. Es wurde beschlossen, dass
die Veranstaltung grundsätzlich stattfinden könne, der genaue Termin
müsse noch abgeklärt werden. Außerdem werde verstärkt auf die
Einhaltung der Sperrzeit ab 1 Uhr geachtet. Der überarbeitete Entwurf des Nationalparkplans liegt im Rathaus zur Einsicht auf. Zettl
informierte darüber, dass nun auch Vertreter der Gemeinde Spiegelau
beim Runden Tisch zur Bewältigung der Glaskrise mit dabei seien. Es
seien die drei Bürgermeister, die Fraktionssprecher und Pfarrer Rupert
Wimmer. Auf Anfrage von Erhard Wawrzek zum Sachstand bei der
Schwarzachstraße sagte der 2. Bürgermeister, dass nach einem Gespräch
zwischen Luksch und Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner die
verschiedenen Trassen nicht mehr weiter verfolgt würden und die
Schwarzachstraße so bleibe wie sie sei. Die eine Million Euro Förderung
sei schon zum großen Teil für andere Projekte verwendet worden, nur
mehr ein Drittel der Fördermittel stünde noch zur Verfügung, so Zettl. Zu
Beginn der Sitzung wünschte Zettl dem erkrankten Rathauschef im Namen
des Gremiums gute Besserung. Glückwünsche konnte Karlheinz Roth
entgegen nehmen: er feierte am Dienstag seinen 29. Geburtstag.
Proßer-Greß überreichte an den Vorsitzenden eine Spende von Pfarrer
i.R. Hubert Gerstl , die für eine gemeinnützige Einrichtung in der
Gemeinde verwendet werden soll. Um bedürftigen Kindern zumindest ein
kleines Weihnachtsgeschenk machen zu können, sammelten die Gemeinderäte
Geld für die Lebensmittelausgabe „Bürger helfen
Grafenauer
Anzeiger vom 3. Dezember 2009 Adventskonzert in der Pfarrkirche Klingenbrunn.
In der Pfarrkirche „Maria, Hilfe der Christen“ findet morgen, Sonntag,
um 16 Uhr das 18. Adventskonzert statt. Es wirken mit: BGR Pfarrer
Johann Pöppel, der Kirchenchor Klingenbrunn, die Loitzenrieder
Stubnmusi, die Blechbläser Klingenbrunn, die Original Kernbeißer, der
Zwieselauer Viergesang, die Familienmusik Wolf, die Klingenbrunner
Klöpflmusi, Organist Josef Wilhelm, der Liederkranz Klingenbrunn und
die Akkordeongruppe Alexander, Philipp und Josef. Der Eintritt in Höhe
von 5 Euro wird für die Schuldentilgung der Pfarrei verwendet. - ww
Starkbierfest war größtes Zugpferd Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins Spiegelau - Neues Konzept für Hiagstroas wird überlegt / Von Ursula Langesee Spiegelau.
Kurz und bündig war die Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins am
Donnerstag Abend im Gasthaus Weber in Langdorf, zu der etwa die Hälfte
der zur Zeit 57 Mitglieder gekommen war. Vorsitzender Michael
Schinabeck berichtete von den Veranstaltungen und Aktionen im
vergangenen Jahr. Dabei sei das Starkbierfest im Schnapsmuseum das
hervorstechendste Ereignis gewesen. 240 Besucher, darunter
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und Landrat Ludwig Lankl,
erlebten das „Dableck‘n“ des Eitrogers Bruno Fischer. Nicht so gut
gelaufen war die „Hiagstroas“, der verkaufsoffene 2. Septembersonntag.
„An diesem Tag gab es drei Veranstaltungen in der Gemeinde, eine Woche
zuvor hatte der Baumwipfelpfad in Neuschönau eröffnet und die Baustelle
vor der Kristallglasfabrik behinderte so manche Aktionen“, versuchte
Hobelsberger die geringe Resonanz zu erklären. Bei einem Stammtisch
Ende Januar will der Gewerbeverein neue Konzepte für die „Hiagstroas“
besprechen. Ein voller Erfolg war dagegen die Tombola beim Weihnachtsmarkt in der Sortierhalle am 1. Adventswochenende. Der
Gewerbeverein gibt das Mitteilungsblatt „Glasmacher“ heraus. Fünf Mal
war es im vergangenen Jahr erschienen, dabei war die Sonderausgabe zum
Ruhestand von Pfarrer Hubert Gerstl die „Interessanteste“, wie
Schinabeck betonte. Der Verein habe, wie viele Printmedien, mit dem
Anzeigenrückgang zu kämpfen. Für den letzten „Glasmacher“ hätten kaum
die Druckkosten gedeckt werden können. „Wenn nicht mehr Werbung
geschaltet wird, müssen wir die Anzeigenpreise erhöhen“, kündigte der
Vorsitzende an. Von einigen Mitgliedern wurde die lückenhafte
Zustellung des „Glasmachers“ kritisiert. „Wenn man schon inseriert hat,
dann möchte man die Zeitung auch bekommen“, sagte eine. Hier soll durch
private Fahrdienste die Zustellung künftig besser klappen. Nicht
erhöht wird der Mitgliedsbeitrag. Die Versammlung war einstimmig dafür,
es bei 50 Euro plus Mehrwertsteuer im Jahr zu belassen. Die Kassiere
Tanja Boxleitner-Weiß (in Vertretung für Helga Müller) und Georg Friedl
berichteten von einer gesunden finanziellen Grundlage des Vereins. Die
Kassenprüfer Kurt Moser und Josef Roth hatten keine Beanstandungen.
„Die Kasse wurde sehr ordentlich, sauber und gewissenhaft geführt“,
lobte Moser. Zum Schluss dankte Schinabeck allen für die Hilfe und
Unterstützung im vergangenen Jahr, das nach dem plötzlichen Tod seines
Vaters Max ein besonders schweres für ihn gewesen sei. Georg Friedl bat
die Versammlung, sich für eine Gedenkminute für Max Schinabeck zu
erheben. Passend zur Adventszeit trug Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler die Geschichte vom schwarzen Schaf und dem Jesukind vor
und schuf so den Übergang zum geselligen Teil mit dem vom Gewerbeverein
gesponserten Gansessen.
Grafenauer
Anzeiger vom 3. Dezember 2009 Rathaus-Kreuzung Vorrang bei Sanierung Gemeinderat einstimmig dafür Spiegelau.
Der Kreuzungsbereich an der Hauptstraße beim Alten Rathaus hat beim
Sanierungsbedarf Vorrang vor dem Kirchplatz. Das hat der Gemeinderat
Spiegelau in nichtöffentlicher Sitzung am Dienstagabend einstimmig
beschlossen. 2. Bürgermeister Kurt Zettl leitete in Vertretung für
den erkrankten Bürgermeister Josef Luksch die Versammlung. Sie war
kurzfristig angesetzt worden, weil der Gemeinderat bei seiner regulären
Sitzung Ende November den Eilantrag Lukschs für die Kirchplatzsanierung
ausgebremst hatte. Doch die Zeit drängt, denn bis Ende des Jahres
muss die Förderung zur Städtebausanierung - 80 Prozent sind in Aussicht
gestellt - bei der Regierung von Niederbayern abgerufen werden. Weil
Spiegelau eine FH-Außenstelle zugesagt worden ist, soll sich nach
Meinung des Gemeinderates die Förderung in erster Linie auf die
Sanierung der Kreuzung an der Hauptstraße konzentrieren, damit die
erhoffte FH-Außenstelle auch verkehrstechnisch angeschlossen werden
kann. Ein für gestern mit der Regierung von Niederbayern
vereinbartes Gespräch, welcher Bauabschnitt - die Rathaus-Kreuzung oder
der Kirchplatz - zuerst gemacht werden soll, ist auf 8. Dezember
verschoben worden. „Wir haben auf jeden Fall durch unsere einmütige
Entscheidung den ersten Schritt getan und klar gemacht, dass die
RathausKreuzung Priorität hat“, betonte Zettl auf Anfrage des
„Grafenauer Anzeigers“. - ul
Grafenauer
Anzeiger vom 2. Dezember 2009 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Zu
einer Mängelanzeige des Hotelsbetriebs Lilo in Spiegelau, nach
Straßenbauarbeiten habe es Schäden am Anwesen gegeben, wurde relativ
unbürokratisch ein Mangel am Putz behoben, ohne jedoch die
Rechtspflicht anzuerkennen, so die Information von Bürgermeister Josef
Luksch.
Die Ortsdurchfahrten von Oberkreuzberg und
Palmberg, die immer noch als Kreisstraßen eingestuft waren, obwohl sie
diese Verkehrsfunktion schon 15 Jahre nicht mehr haben, sollen zu
Ortsstraßen herabgestuft und damit in die Zuständigkeit der Gemeinde
übergeben werden. Zuvor wird noch eine Generalsanierung mit
Verschleißschicht und Entwässerung gemacht, so dass die Kommune damit
zunächst noch nicht belastet wird. Sie hat künftig jedoch Räum- und
Streupflichten und der Bau eines Bürgersteiges wird irgendwann auch
anstehen.
Eigentlich wollte die Gemeinde nicht mehr in
die ehemalige Sortierhalle des Sägewerks investieren, so der Hinweis
von Günter Schmid. Da aber zahlreiche Veranstaltungen die weitere
Nutzung zum Fakt gemacht haben und mit dem geplanten Winterfestival
auch für Sicherheit gesorgt werden muss, wurden Schneefanghaken dennoch
genehmigt.
Ein Sektionaltor für das Salzlager am Bauhof
soll dafür sorgen, dass dort die Witterungseinflüsse nicht mehr
schädlich wirken können. Ein Angebot wurde mit knapp 4000 Euro brutto
angenommen, das damit nur bei einem Drittel des ursprünglichen Ansatzes
im Haushaltsplan liegt. Alternativ zusätzlich Motorantriebe für die
Tore zu besorgen, so der Vorschlag des Bürgermeisters, wurde noch nicht
zugestimmt. Dazu sollen erst noch Angebote eingeholt werden.
Gegen
die Stimmen von Wawrzek, Roth und Zettl wurde zugestimmt, dass künftig
die Sitzungsprotokolle nur noch Ergebnisprotokolle sein sollen und das
gesprochene Wort aufgezeichnet und archiviert wird. Diese CDs sind den
Räten zugänglich und auf Wunsch werden in Sitzungen auch weitere
Teilprotokolle angefertigt.
Der angedachte
Stockbauer-Preis für das Ehrenamt wird ergänzend zur Bürgermedaille in
die Satzung aufgenommen. Seine Form muss noch geklärt werden.
Der
Tourismus in Spiegelau erhält ein elektronisches Meldescheinsystem.
Kleinere Betriebe können die Meldung auch weiter in der Tourist-Info
erledigen.
Bekannt gegeben wurde, dass auch weiterhin die Räumpflicht auf Gehwegen bei den Grundstückseigentümern verbleibt.
Eine
zukunftsweisende Möglichkeit des „kommmunalen Finanzmanagements“ könnte
die Gemeinde erhalten, wenn ein Forschungsprojekt der FH Deggendorf
konkrete Formen annimmt. Statt der bisherigen Buchführung könnte eine
Methode ähnlich wie in der freien Wirtschaft dann für mehr Transparenz
zu Kosten- und Ertragsstellen sorgen. Die Befürchtung des
Bürgermeisters: Man ist dann auch direkter in der Pflicht zu reagieren,
wenn durch Zahlen auch Realitäten direkter auf den Tisch kommen. Das
Projekt sei noch nicht spruchreif. Die Räte stimmten der Absicht jedoch
zu, die Chance wahrnehmen zu wollen. - hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 14. November 2009 Spiegelauer müssen sich auf höhere Wasserpreise einstellen Grünes Licht für den Haushalt: Landratsamt macht Kostendeckung zur Auflage Von Hermann Haydn Spiegelau.
Wasser ist ein kostbares Gut. Aber in Spiegelau könnte es in 2010 auch
ein „gefühlt“ teures werden. Nachdem jahrelang der Preis für Wasser und
Abwasser unter den tatsächlichen Bereitstellungskosten lag, wird eine
empfindliche Erhöhung nicht mehr aus bleiben. Das Landratsamt stimmte
dem Haushaltsplan 2009 zu, allerdings nur mit der Auflage, auf der
Ertragsseite auch die nötigen Hausaufgaben zu machen. Bei Grund- und
Gewerbesteuer wollen die Spiegelauer Räte derzeit nicht am Rad drehen.
Bei Kanal und Wasser wird man aber nicht umhin können, jährlich etwa
200 000 Euro Defizit auf die Nutzer umzulegen. Derzeit liegt der Preis
pro Kubikmeter bei etwa 3,05 Euro. Die Vergleichspreise reichen in
anderen Kommunen der Nachbarschaft von 2,60 Euro bis etwa 3,65 Euro.
Würde jedoch das sprudelnde Minus im Haushalt komplett auf die
Kubikmeterzahl umgerechnet, müssten Spiegelaus Bürger mit über einem
Euro mehr rechnen. Etwa 30 Prozent Kostensteigerung, das würfe
gerade für die größeren Verbraucher erhebliche Probleme auf, so Erhard
Wawrzek. Wenige Hotels würden den Löwenanteil tragen müssen, während
viele Zweitwohnungsbesitzer nur sehr wenig beitragen müssten, wobei
bestimmte Anteile am „Kostenkuchen“ nicht nur verbrauchsabhängig
gesehen werden dürften. Ein Wasserwart müsse eben auch dann da sein,
wenn eine Wohnung nur selten benutzt werde. Er schlug deshalb vor,
einen Teil der Kostendeckungssumme auf eine Grundgebühr für alle
Anschlüsse umzulegen. Alois Loibl entgegnete dazu, dass die
Gewerbebetriebe wenigstens die Möglichkeiten hätten, Mehrkosten auch an
die Kunden weiter zu geben. Bürgermeister Luksch ergänzte, dass ja
Hotels davon profitieren würden, dass Infrastruktur auch zu
Spitzenbelegungszeiten funktionieren müsse und merkte an, dass eine
Grundgebühr kleinere Verbraucher stärker belasten würde als eine
Preiserhöhung pro Kubikmeter bei Wasser und Abwasser. Peter
Hinterberger kritisierte, dass seit Jahren eine Unterdeckung akzeptiert
worden war. Hätte man früher erhöht, dann wären jetzt auch noch
Investitionen möglich. „So bauen wir eine Wand auf, über die wir
irgendwann nicht mehr drüber kommen.“ Einen Mix aus Preiserhöhung in
zwei Stufen und eine sozial verträgliche Grundgebühr schlug Josef
Wanninger vor, 50 Cent pro Jahr mehr befürwortete Günter Schmid und
Kurt Zettl empfahl erst eine Grundgebühr und ein Jahr später eine
Erhöhung. Wie dem auch sei, 200 000 Euro Defizit gilt es zu decken.
Die Vorgabe des Landratsamtes soll von der Verwaltung in verschiedenen
Rechenmodellen mit Variablen für Grundgebühr und Preiserhöhung
vorgestellt werden, um in weiteren Sitzungen eine tragbare und sozial
und wirtschaftlich ausgewogene Lösung zu beschließen. Über eine
Rückerstattung von bis zu 12 Prozent Umsatzsteuer dürfen sich Bürger
freuen, die seit 2000 Herstellungsbeiträge für die Wasserversorgung
bezahlen mussten, nachdem ein Urteil gefällt worden war, wonach auch
dieser Bereich nur mit 7 % besteuert werden darf. Alle „Betroffenen“
werden diesbezüglich angeschrieben. Eine bereits ältere Geschichte
ist die Straßenbeleuchtung im St. Magdalena Weg in Oberkreuzberg. Eine
pragmatische Lösung mit Strahler und Bewegungsmelder am letzten Anwesen
wurde nun wieder verworfen, da die Verschiebung der letzten Laterne
auch eine gute Lösung darstellen würde, so die Auskunft des Bauhofs.
Aber dann könnte man auch einfach eine neue Laterne zusätzlich
aufstellen, so Karl-Heinz Roth. Der Bauausschuss soll sich die
Situation noch einmal anschauen und darf dann in angemessenem
Kostenrahmen eine Entscheidung treffen. Eine Kleinkläranlage für
Klingenbrunn Bahnhof würde etwa eine Million Euro kosten. Davon 700 000
Euro wären zu 70 Prozent förderfähig. Der Gemeinderat beschloss, einen
entsprechenden Antrag einzureichen, da sich daraus noch keine
Bauverpflichtung ergäbe. Dennoch wird diese Lösung weiter als die beste
gesehen, da sie dauerhaft auch die günstigste für die Haushalte sein
würde, wenn ab 2010 Förderungen für private Drei-Kammer-Klärsysteme
wegfallen würden. Die veröffentlichte Meinung des Bürgermeisters
Josef Luksch, dass die Gefahr bestehe, dass in zwei Jahren auch in
Frauenau die Glasöfen ausgehen könnten, veranlasste Erhard Wawrzek zu
einem Antrag, er möge solche Äußerungen unterlassen. Er befürchte, dass
die Kommune zu teuren Schadensersatzansprüchen herangezogen werden
könnte, wenn diese als geschäftsschädigend angeklagt würden. Günter
Schmid merkte an, dass er es nicht verstehen könne, wenn sich ein
Bürgermeister nicht mehr zu Sorgen um Arbeitsplätze und Bürgerwohl
äußern dürfe und Elke Prosser-Greß merkte verwundert an, dass sich
Spiegelau mit solchen Tagesordnungspunkten und folgenden Schlagzeilen
wieder einmal unrühmlich auszeichne. Zur Schaffung eines
Stockbauer-Ehrenpreises für verdiente Bürger im Ehrenamt will sich
Josef Wanninger um einen geeigneten Preis umschauen. Wer die
Preisträger bestimmt, Kommune oder Stiftungsrat, soll noch festgelegt
werden. Zu einem großen sportlichen Ereignis informierte Kurt
Hobelsberger. Am 6. Februar 2010 wird das Sägewerksgelände wieder zum
Biathlonstadion, bis zu 5000 Besucher werden erwartet. Die unlängst
aufgestellten „Türme“ werden als Lichtmasten benötigt und wurden für
einen sicheren Stand noch vor dem ersten Schnee befestigt.
Grafenauer
Anzeiger vom 13. September 2009 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Zur
Ergänzungssatzung Althütte-Südost gab es seitens der Bürger und
Fachstellen keine wesentlichen Einwände. Einstimmig wurde der
Satzungsbeschluss gefasst.
Nach Urteilen des
Bundesfinanzhofes unterliegt das Verlegen eines Hauswasseranschlusses
durch ein Wasserversorgungsunternehmen dem ermäßigten Steuersatz von 7
Prozent. Dadurch sind auch Baukostenzuschüsse und Herstellungs- und
Verbesserungsbeiträge nur mit 7 Prozent zu versteuern. Diese ermäßigte
Besteuerung gilt seit 1. Juli diesen Jahres. Nun liegt es im Ermessen
der Gemeinde, wie lange zurück die zuviel bezahlten Beiträge erstattet
werden. „Dies gilt nur für private Häuslebauer, nicht für
Gewerbetreibende“, schickte Bürgermeister Josef Luksch vorweg. Der
Gemeinderat war sich einig, Bescheide bis zurück zum 1. Januar 2005 zu
berücksichtigen.
Die Straßenbeleuchtung im Ahornweg wird
um zwei Lampen erweitert. Sie kosten nach einem Angebot der E.ON Bayern
1657 Euro brutto. Das Gewerk Heizungsanlage für das Rathaus wurde an
die Firma Erich Friedl in Spiegelau vergeben. Gekauft wurde für den
Bauhof ein Fendt-Schlepper für 69 500 Euro und ein Terex Mobilbagger
für 84 000 Euro plus Mehrwertsteuer, der alte Bagger konnte für 12 000
Euro drangetauscht werden.
Auf Antrag von Gemeinderat
Ludwig Schopf werden im Fatimaweg in Klingenbrunn zwei Hundetoiletten
aufgestellt. Sie kosten 815 Euro.
Der Gemeinderat billigte den
Bebauungsplanentwurf für die Erweiterung des Gewerbegebietes
Oberkreuzberg. Erhard Wawrzek schlug vor, eine Werbetafel mit der
Telefonnummer der Gemeindeverwaltung aufzustellen und der Grundstücks-
und Immobilienverwertungsfirma Invest in Bavaria die Daten
weiterzugeben.
Die Shellstation Hilpert in Spiegelau
hatte beantragt, ihre Autowaschanlage auch an Sonn- und Feiertagen
öffnen zu dürfen. Der Gemeinderat bewilligte den Betrieb der
Waschanlage von 12 bis 19 Uhr.
Der BRK-Kreisverband bat
die Gemeinde in einem Schreiben um einen jährlich wiederkehrenden,
kooperativen Mitgliedsbeitrag, der zwischen 3,50 und 7 Euro pro
Einwohner liegen soll. Bei 4000 Einwohnern wären das im Jahr zwischen
14 000 und 28 000 Euro. „Wir haben zur Zeit keinen finanziellen
Spielraum“, kommentierte Luksch diese Forderung. Karl-Heinz Roth schlug
vor, zumindest ein positives Signal zu senden und eine einmalige
Pauschale zwischen 150 und 200 Euro zu zahlen. Mit dem Hinweis, ohnehin
die „Helfer vor Ort“ zu unterstützen , einigte sich der Gemeinderat -
mit der Gegenstimme von Peter Hinterberger - auf eine einmalige Zahlung
von 100 Euro.
In einem Schreiben informierte
Staatsminister Helmut Brunner darüber, dass die Förderlaufzeit für
Programme der Dorferneuerung bzw. des Stadtumbaus West auf 31. Mai 2010
verlängert wird.
Josef Wanninger regte an, der
Gemeinderat solle überlegen, wie Spiegelau touristisch vom
Baumwipfelpfad am Hans-Eisenmann-Haus profitieren könne, und sich
weiter Gedanken machen über das Preis-Leistungs-Verhältnis, über das
Abendangebot und das Ortsbild in Hinblick auf den Tourismus. In diesem
Zusammenhang wollte Ludwig Schopf wissen, wie es um das Bemühen um
einen „Luftkurort Spiegelau“ stehe. Man solle dieses Ziel nicht aus den
Augen verlieren.
Georg Friedl gab den Wunsch weiter, dass
der Bus auf der Strecke Spiegelau-Schönberg-Passau auch am
Industriegebiet Oberkreuzberg halten solle. - ul
Grafenauer
Anzeiger vom 2. Oktober 2009 Gfällstraßl: Gemeinderat beklagt Informationsdefizit Gremium ging davon aus, dass die Finanzierung, nicht die West-Variante das Problem sei Spiegelau.
Das Gfällstraßl war Thema bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Bürgermeister und Gemeinderäte äußerten ihre Sicht der Dinge zum
derzeitigen Stand der Projekts. Nach einem Schreiben aus dem
Umweltministerium ist die bisher präferierte Westtrasse aus
Naturschutz-Aspekten nicht möglich (PNP berichtete). In der
Sitzung am Dienstag Abend ging es viel um offene und verdeckte Karten,
mit denen gespielt werde, um Informationsvorsprünge und -defizite und
um die zeitliche Festlegung, wer wann welches Schreiben vom
Umweltministerium, Regierungspräsidenten Heinz Grunwald oder Auskünfte
von stv. Nationalparkleiter Karl Bartmann oder
NP-Naturschutzbeauftragten Hans Kiener erhalten habe. Bürgermeister
Josef Luksch entschuldigte sich vorweg in aller Form für seine
Behauptung bei der Sitzung Anfang September, das Schreiben des
Umweltministeriums „über Umwege“ bekommen zu haben. „Das stimmt nicht.
Es war ein Fehler meinerseits, wie sich jetzt herausgestellt hatte.“ Enttäuschung
und Resignation herrscht im Gemeinderat darüber, warum der Nationalpark
die Westvariante vorgeschlagen habe, wenn diese dann doch nicht
verwirklicht werden könne. Vor dem Schreiben des Umweltministeriums sei
man davon ausgegangen, dass „nur“ noch die Finanzierung das Problem
sei. Denn zum Kostenvoranschlag von 1,4 Millionen Euro fehlten 400 000
Euro. Die Fördermittel aus dem Konjunkturpaket sehen eine Million Euro
vor. Gemeinderat Karl-Heinz Roth schrieb auf der Suche nach den
restlichen 400 000 Euro einen Brief an Landwirtschaftsminister Helmut
Brunner. Dieser wandte sich an den Regierungspräsidenten und dieser
antwortete, „dass es grundsätzlich möglich sei, einen räumlich bzw.
fachlich vernünftig abtrennbaren Teil der neuen Straße nach FAG-Mitteln
zu fördern“. Jetzt soll alles umsonst gewesen sei. Das ärgert Roth:
„Ich fühle mich nicht ernst genommen. Es wurde nicht mit der Gemeinde
gesprochen. Würde denn der Nationalpark überhaupt FAG-Mittel bekommen?“
Gemunkelt wurde im Gemeinderat auch darüber, ob eine mögliche Nutzung
des Hackinger-Geländes durch den Nationalpark mit der Gfällstraße in
Verbindung stehe. „Nach den Aussagen von Bartmann und Kiener am Montag
in einem Gespräch hat die Gfällstraße gar nichts mit der Entscheidung
für das Hackinger-Gelände zu tun“, betonte Luksch. „Wir brauchen
ein Konzept, wie das Gelände entlang der Rachel-straße wieder attraktiv
werden kann. Ich wehre mich, dass gegen den Nationalpark gestriegelt
wird“, merkte Peter Hinterberger an. Dazu sagte Luksch, dass er seit
seiner Wahl zum Bürgermeister 1996 einen offenen und ehrlichen Umgang
mit der Nationalparkleitung gepflegt habe. „Ich bin ein bekennender
Nationalparkfreund und verurteile diese Vorgehensweise. Aber ich gebe
auch zu, dass es das erste Mal seit 13 Jahren ist, dass es hier ein
Defizit beim Informationsfluss gibt.“ Josef Wanninger wollte wissen,
warum der Gemeinderat nicht die Chance zu einem Gespräch mit
Regierungspräsidenten Heinz Grunwald wahrnehme. Dieses Treffen soll
stattfinden, dafür entschied sich der Gemeinderat einstimmig. Und zwar
binnen eines Monats. Zuvor soll aber in einem Gespräch der drei
Spiegelauer Bürgermeister mit der Nationalparkverwaltung eine
gemeinsame Meinung gefunden werden, die man dem Regierungspräsidenten
dann präsentieren kann. - ul/an
Junge Union will die Nullvariante - Vorwurf: West-Trasse wird teurer gemacht Spiegelau.
Die Junge Union lässt in Sachen Gfällstraßl nicht locker und startet
erneut Angriffe. „Die Westvariante wird bewusst teuer gemacht“, sagte
JU-Ortsvorsitzender Florian Klante. Auf die jüngsten
Presseberichte, in der Gemeinderat und Nationalparkmitarbeiter Josef
Wanninger den Ortsvorsitzenden der Jungen Union wegen einer möglichen
Verlegung des Gfällstraßls kritisierte, hat dieser mit Verwunderung und
neuen Vorwürfen reagiert. „Die Kritik richtete sich nicht gegen Herrn
Wanninger, sondern rein gegen die Vorgehensweise der
Nationalparkverwaltung“, sagt der Ortsvorsitzende. Wenig
Verständnis zeigte Klante auch für die Kritik Wanningers, dass er an
keiner Gemeinderatssitzung teilgenommen habe, auf der das Thema
Gfällstraßl auf der Tagesordnung gestanden sei. Unter der Woche
studiere er in Regensburg. Eine Teilnahme an den Sitzungen des
Gemeinderates sei daher nicht möglich. Trotzdem könne er sich über die
politischen Ereignisse in der Gemeinde umfassend und regelmäßig
informieren. Bei der heutigen Politikverdrossenheit sollte man froh
sein, dass es noch Jugendliche gebe, die sich in der Freizeit politisch
betätigten. In der Sache selbst widerspricht Klante der
Argumentation Wanningers in einem zentralen Punkt: „Die
Berichterstattung vom 25. September liest sich für mich so, als ob von
Seiten des Regierungspräsidenten von Niederbayern, Heinz Grunwald,
naturschutzrechtliche Bedenken gegen eine mögliche Westvariante
geäußert worden sind. Das ist so nicht ganz richtig. Vielmehr hat der
Nationalpark selbst gehandelt und bei der Regierung
naturschutzrechtliche Bedenken angemeldet. Warum tut sich der
Nationalpark so schwer mit der Wahrheit?“ In dem von Klante
angesprochenen Schreiben der Regierung von Niederbayern vom 20. August
heiße es: „Kurz nach dem Eingang Ihres Briefes haben wir von der
Nationalparkverwaltung erfahren, dass eine Verlegung der
Schwarzachstraße auf die von der Gemeinde favorisierte Westvariante
nicht weiter verfolgt wird.“ Zweifel hat der JU-Ortsvorsitzende
auch bei den angeblichen Kosten für die Westvariante. Während bisher
von 1,4 Millionen Euro die Rede gewesen sei, werden nunmehr von Seiten
Wanningers Zahlen von bis zu 2,5 Millionen Euro ins Spiel gebracht. Für
Klante ist die Sache klar: „Aus meiner Sicht wird die Westvariante mit
nicht belegten Zahlen bewusst so teuer gemacht, bis sie sich die
Gemeinde nicht mehr leisten kann.“ Um in der Sache nun endlich
voranzukommen, schlägt der JU-Ortsvorsitzende, der vorgibt, sich
bereits seit einigen Jahren mit der Sanierung des Gfällstraßls zu
beschäftigen, vor, die bisherige Trassenführung zu sanieren: „Ich habe
mich bereits vor einigen Jahren zusammen mit der Orts-CSU dafür
eingesetzt, Fördermittel für die Sanierung der bisherigen
Schwarzachstraße zu bekommen. Nach den jüngsten Ereignissen sollten
sich der Bürgermeister und der Gemeinderat auch für die so genannte
„Nullvariante“ einsetzen und das Gfällstraßl auf der bisherigen Trasse
belassen. - pnp
Grafenauer
Anzeiger vom 13. September 2009 „Hubert ist Hubert, Rupert ist Rupert“ Dekan Kajetan Steinbeißer installiert neuen Pfarrer und bittet Spiegelauer, ihn mit offenen Herzen und Händen aufzunehmen Von Ursula Langesee Spiegelau.
Nach seinem ersten Gottesdienst in Riedlhütte (siehe Bericht unten) ist
Rupert Wimmer gestern nun offiziell im Auftrag von Bischof Wilhelm
Schraml von Dekan Kajetan Steinbeißer in der Spiegelauer Kirche
installiert worden. Steinbeißer appellierte an die Gläubigen, ihren
neuen Pfarrer so anzunehmen wie er ist und nicht an seinem Vorgänger
Hubert Gerstl zu messen: „Hubert ist Hubert, Rupert ist Rupert“. Bei
einem Kirchenzug ab der Sparkasse - angeführt vom Musikverein Kirchdorf
- kam Pfarrer Wimmer ein Stück durch seine neue Heimat. Vor dem
Kirchentor begrüßte ihn Kirchenpfleger und stv.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Heinrich Scholz. Den zweiten Flügel zum
Gotteshaus öffnete der neue Pfarrherr. Scholz - in seiner Funktion als
Architekt - half ihm ein bisschen bei diesen noch ungewohnten
Handgriffen. Zu den Klängen der „Sachranger Festmesse“ von Kirchenchor
und Orchester, dirigiert von Josef Kreutner, ging‘s in den mit Rosen,
Lilien und Gladiolen in den Kirchenfarben geschmückten Innenraum. In
seiner Predigt prangerte Steinbeißer die Einstellung vieler Menschen
an, ein Leben „light“ führen zu wollen. „So lange uns Gott nicht in die
Quere kommt, wird an ihn geglaubt. Aber bei Verlusten und menschlichem
Leid wird mit Gott gehadert. Das Kreuz wird an den Rand gestellt.“ So
wünschten sich viele auch einen „Pfarrer light“, der niemandem weh tue
und es jedem Recht mache. „Aber nicht, was die Menschen wollen, darf
Deine Leitlinie sein, sondern was Gott will“, legte er Rupert Wimmer
ans Herz. Der Dekan wünschte ihm, dass ihn der Dienst als Pfarrer
ausfülle, bereichere und stark mache und dass er ein kleines Stück vom
Reich Gottes in Spiegelau erleben dürfe. Scholz trug den Inhalt
der von Bischof Schraml unterschriebenen Ernennungsurkunde vor. Die
Spiegelauer Gläubigen möchten ihrem neuen Pfarrer den Einstand so
leicht wie möglich machen, versicherte er Wimmer augenzwinkernd, „denn
wir hätten‘s ned besser dawisch‘n kenna.“ Deshalb gibt‘s jeden Samstag
frische Brezen fürs Pfarrer-Frühstück. Da wollte Bürgermeister Josef
Luksch für die politische Gemeinde nicht nachstehen und er versprach
die Weißwürste dazu. Mit Blick auf den „Engel auf Reisen“, der seit
Mitte August sein Quartier in Spiegelau hat, wünschte er Wimmer, dass
er sich schnell in der Gemeinde einlebe und Geborgenheit in einer
wirklichen Gemeinschaft erlebe. „Ich bin schon neugierig darauf, welche
Akzente Sie setzen werden.“ Für die evangelische Kirche überreichte
ihm Diakonin Gabriela Neumann-Beiler eine Stein- und eine gravierte
Glasplatte als Symbol dafür, dass er hier bald eine Heimat und viele
Freunde finden möge. Hilde Herzog vom Heimatverein und die kleine Anna
hießen mit Blumensträußen und „Gutem aus Wald und Garten“ den neuen
Pfarrer und dessen Eltern willkommen. Wimmer bedankte sich für den
sehr herzlichen Empfang und bei allen, die ihn vorbereitet hatten. Als
seine Mitbewohnerin stellte er Katze „Gloria“ vor und bat
entschuldigend um Nachsicht, wenn sich einige ihrer Haare auf seinem
frisch gebügelten Hemd finden. „Sie kommt immer gerne zum Kuscheln,
wenn ich gerade am Weggehen bin.“ Obwohl er gehofft hatte, seine erste
Pfarrerstelle in seiner Heimat Altötting antreten zu können, ist Wimmer
doch froh, dass ihn der Bischof nach Spiegelau und Riedlhütte geschickt
habe. „Das ist ein guter Platz. Hier wurde eine gute Struktur
aufgebaut, hier gibt es eine lebendige Kirche. Es ist mir eine Ehre,
sie gut weiterzuführen.“ Um Pfarrsekretärin Christina Bildl zu
entlasten, gab er als erste Neuerung bekannt, dass das Pfarrbüro
künftig mittwochs geschlossen bleibe.
Grafenauer
Anzeiger vom 9. September 2009 West-Variante ohne Chance auf Fördermillion Von Spiegelau präferierte Trasse der Verlegung des Gfällstraßls ist unter Naturschutz-Aspekten nicht möglich / Von Andreas Nigl Spiegelau.
Die Gemeinde Spiegelau ist - gelinde gesagt - verärgert. Es geht um das
sogenannte Gfällstraßl. Eine Straße hoch zum Rachel, die kaputt ist.
Nach langem Hin und Her schienen sich Gemeinde, Nationalpark und
Anwohner geeinigt zu haben. Eine sogenannte Westvariante war der
Kompromiss. Probleme bereitete nur noch die Finanzierung. Rund 1,4
Millionen Euro lautete der Kosten-Voranschlag. 400 000 mehr als die
dafür vorgesehenen Fördermittel aus dem Konjunkturpaket. Jetzt ist auch
die Westvariante Geschichte. Aus Naturschutzgründen sei sie nicht
möglich, wurde die Gemeinde über Umwege informiert. Ihm stelle
sich nun die Frage, warum von Seiten des Nationalparks eine
Westvariante vorgeschlagen werde, wenn diese dann doch nicht zu
verwirklichen sei, schimpft Bürgermeister Josef Luksch. Der
1.Bürgermeister ist mit seinem Ärger nicht allein. Kurt Zettl, 2.
Bürgermeister, und Gemeinderat Karl-Heinz Roth geht es ebenso. Letzterer
war es dann auch, der sich auf die Suche nach den restlichen 400 000
Euro machte. Roth schrieb einen Brief an Landwirtschaftsminister Helmut
Brunner. Der wiederum hatte sich dann an Regierungspräsidenten Heinz
Grunwald gewandt. „Zwischenzeitlich liegt die Antwort vor “, so Roth.
Laut Grundwald sei es grundsätzlich möglich, „einen räumlich bzw.
fachlich vernünftig abtrennbaren Teil der neuen Straße nach FAG-Mittel
zu fördern“, sollten die vorgesehenen Mittel in Höhe von einer Million
Euro nicht ausreichen. „Dazu müsse aber als erster Schritt eine sowohl
den Wünschen der Gemeinde als auch den Anforderungen des Naturschutzes
gerechte Trassenführung gefunden werden.“ Für Roth ist die Sache
eindeutig. „Es schaut gut aus mit zusätzlichen Geldern“. Mittlerweile
existiert aber noch ein anderes Schreiben, so Luksch. Und zwar aus dem
Umweltministerium. An den stellvertretenden Nationalparkleiter Karl
Barthmann. Der Bürgermeister hat dies laut eigenen Aussagen über Umwege
zugespielt bekommen. Darin heißt es unter anderem, dass das
Umweltministerium großes Interesse habe, an dem Konjunkturpaket
Renaturierung des Schwarzachtals festzuhalten. Mit der
Nationalparkverwaltung und der Regierung von Niederbayern sei man sich
aber weitgehend einig, „dass die Alternative für die jetzige
Schwarzach.bzw Gfällstraße nicht nur naturschutzfachlich vertretbar“
sein müsse, sonder eine deutliche Verbesserung der jetzigen Situation
bringen müsse. Dies könne nur bedeuten, dass die Alternativtrasse auf
bestehenden Forststraßen verlaufe. „Das ist das Aus für die
Westtrasse“, so Luksch enttäuscht. Jetzt sei guter Rat teuer. Die Zeit
dränge. Die Förderzusage ist nur bis Ende 2011 befristet. „Wir wollen
uns nicht dem Vorwurf aussetzen, dass die Kommune eine Million Euro
verschludert hat“. Das sei das Aus für die Westtrasse, die bisher
diskutiert worden sei, so Bartmann gegenüber dem Grafenauer Anzeiger.
Also für jene beiden Varianten der Trassenführung, von denen eine
direkt neben der Bahnlinie, die andere noch weiter westlich geplant
worden sei. Nun müsse man sich wieder zusammen mit der Gemeinde an
einen Tisch setzten und versuchen, in Sachen Westvariante eine neue
Trasse zu finden, die den naturschutzrechtlichen Belangen entspreche. Einen
Plan B hat Spiegelau für den Fall der Fälle schon in der Schublade.
Wenn es mit dem Bau des Gfällstraßls nichts werden sollte. Dann könnte
man die Million auch sinnvoll verwenden. Nämlich als
Anschubfinanzierung für einen Bionik-Lehrstuhl an der immer wieder
diskutierten FH-Außenstelle in Spiegelau. „Bionik und Renaturierung -
da lässt sich doch auch ein Zusammenhang herstellen“, so Luksch, Zettl
und Roth unisono.
„So ein Pfarrer war noch nie da“ Geistlicher Rat Johann Pöppel feiert am 19.September seinen 70.Geburtstag und wird zum Ehrenbürger ernannt / von Helmut Döringer Oberkreuzberg.
70 Jahre alt wird am Samstag, 19. September, Geistlicher Rat Johann
Pöppel. Tags darauf, am Sonntag, feiert die Pfarrgemeinde dieses
Ereignis. Als ganz besonderes Geburtstagsgeschenk wird dem beliebten
und verdienten Pfarrherrn im Rahmen der Feierlichkeiten die
Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Spiegelau verliehen. Um 9.45
versammeln sich die Pfarrangehörigen am Dorfplatz zum Kirchenzug. Nach
der Abholung des Geistlichen am Pfarrhof beginnt um 10 Uhr der
Festgottesdienst in der Pfarrkirche St.Magdalena, anschließend erfolgt
der Festzug zur Asphaltstockhalle, wo die Ehrung des Jubilars durch
Bürgermeister Josef Luksch stattfindet. Johann Pöppel erblickte am
19.September 1939 in Triftern im Rottal das Licht der Welt. Nach dem
Umzug der Eltern nach Eichendorf an der Vils, besuchte er dort die
Volksschule und ging anschließend nach Burghausen auf das Gymnasium, um
den Grundstein für sein Lebensziel, Priester zu werden, zu legen. Das
Studium absolvierte Pöppel im Priesterseminar St.Stephan in Passau. Das
bedeutungsvolle, künftig sein Leben bestimmende, „ad sum“ - ich bin
bereit - sprach Pöppel am 29.Juni 1966 bei der Priesterweihe im
Stephansdom durch den damaligen Bischof Simon Konrad Landersdorfer. Dem
Ruf des Bischofs folgend, wirkte der Jubilar als junger Kaplan ein Jahr
in Bischofsmais, dann sechs Jahre bis 1973 in Untergriesbach und war
anschließend in Hauzenberg tätig. Im September 1980 bekam der
Geistliche die Pfarrei Oberkreuzberg und die Nachbarpfarrei
Klingenbrunn übertragen. In der am 21.Mai 1894 gegründeten Pfarrei
Oberkreuzberg, der weitaus ältesten in der Gemeinde Spiegelau, war
bisher kein Pfarrherr länger tätig als Johann Pöppel. 30 Jahre werden
es im nächsten Jahr, dass er als „Hausherr“ in der altehrwürdigen
Bergkirche auf dem Kreuzberg, dessen Ursprung bis in das Jahr 1546
zurückgeht, wirkt. Ihm am nächsten kommt Pfarrer Albert Schafhauser,
der 15 Jahre, von 1945 bis 1960 Priester in Oberkreuzberg war. Pfarrer
Pöppel ist stets ein guter „Sachverwalter“ für die Pfarrgemeinde
gewesen. Bei mehreren Kirchenrenovierungen hat er seine Tatkraft unter
Beweis gestellt und nicht zuletzt durch seine Beharrlichkeit konnte die
alte Schule in ein Pfarr- und Gemeindezentrum umgebaut und ein
Kindergarten im Ort errichtet werde. Großen Einsatz zeigt der Jubilar
auch seit vielen Jahren für die Rumänien-Hilfe. 30 Jahre fast
arbeitet Johann Pöppel im Pfarrverband Oberkreuzberg-Klingenbrunn. Er
hat mit den Menschen gelebt und ist - ohne sich anzubiedern - einer von
ihnen geworden. Einer, der nie seine ehrliche und unkomplizierte Art
verloren hat. Einer, der sich nicht nur für die kirchlichen, sondern
auch ganz weltlichen Belange in den Dörfern seiner Pfarreien
interessierte. Einer, der es wirklich verdient hat, Ehrenbürger seiner
Gemeinde zu werden, weil „ so einer wie er noch nie da war“, wie es
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Markus Bayer auf den Punkt brachte.
Grafenauer
Anzeiger vom 12. August 2009 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Die
Sanierung der Mauer am alten Friedhof in Spiegelau wurde an eine Firma
in Eggenfelden vergeben, die mit 62 030 Euro das günstigste Gebot
abgegeben hatte. Piktogramme als Hinweis auf die
Klingenbrunner Nachtloipe werden vom Bauamt an der B 85 angebracht,
nachdem eigene Hinweisschilder nicht möglich waren. Die Kosten trägt
die Gemeinde. Der Trachten- und der Gewerbeverein fragten
an, ob für den verdienten Bürger Max Schinabeck Gedenktafeln angebracht
werden könnten. An den Kurparkpavillon könnte eine kleine Tafel
angeschraubt werden und im öffentlichen Raum nahe des Geländes an der
Tourist-Information könnte Platz geschaffen werden, um über
Totenbretter auch an andere verstorbene Persönlichkeiten zu erinnern.
Genaueres wird noch mit den Beteiligten und Familien zu besprechen sein. Seinen
Unmut brachte Bürgermeister Josef Luksch über einen Leserbrief zum
Ausdruck, den der Klingenbrunner Feuerwehrkommandant Josef Kern
geschrieben hatte. Er widersprach der Kritik, bei dem großen Unwetter,
das zu überfluteten Kellern und einem Hangrutsch am Badegelände geführt
hatte, seien die Vertreter der Gemeinde nicht vor Ort gewesen. Beide
Stellvertreter seien bei den Einsätzen der Hilfskräfte dabei gewesen
und er selbst habe nach seiner Rückkehr noch am Abend bei Betroffenen
vorbeigeschaut. Im übrigen werde es aber auch nicht als sinnvoll
erachtet, dass jeweils 16 Gemeinderäte um jeden vollgelaufenen Keller
postiert würden. Seinen letzten Auftritt vor dem Gremium hatte
der bisherige Kämmerer Ludwig Friedl, dem Luksch bescheinigte, immer
mit Herzblut seine Arbeit erledigt und sich große Verdienste erworben
zu haben. Eine feierliche Verabschiedung soll folgen. - hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 8. August 2009 NAMEN UND NOTIZEN Sonderführung: „Schöpfung und Natur“ Lusen.
Trotz durchregneter Nacht machte sich eine Gruppe von Wanderern im
Rahmen der Sonderführung „Schöpfung und Natur“ auf den Weg von
Finsterau über den Lusen zum Lusenschutzhaus. Die Wanderung stand unter
dem Thema „Tod - aus Verwesendem für das neue Leben“. Wolfgang Bäuml,
Leiter der Bildungseinrichtungen des Nationalparkes (links), brillierte
durch sein Wissen über die Fauna, Geologie und die Nationalparke
Bayerischer Wald und Šumava. Einfühlsam trug Kreisheimatpfleger
Karl-Heinz-Reimeier (2.v.l.) an besonderen Stellen des Weges eigene
Gedichte vor. Den geistlichen Teil hatte Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler mit Gebeten, Psalmen und meditativen Geschichten
übernommen. - pnp/Foto: privat
Grafenauer
Anzeiger vom 22. Juli 2009 Hoher Besuch für die evangelische Diaspora Landesbischof Dr. Johannes Friedrich in Schönberg und Spiegelau Schönberg/Spiegelau.
In irdischen Dingen ist es oft nicht ganz so einfach, sich von guten
Mächten wunderbar geborgen zu wissen, insbesondere dann, wenn eine so
Mitglieder arme Pfarrgemeinde wie die evangelische dennoch eine große
Fläche mit mehreren Kirchengebäuden zu betreuen hat. Der Besuch des
evangelischen Landesbischofs war deshalb zwar geprägt von der Freude
darüber, dass so eine namhafte Persönlichkeit kam, um die Region kennen
zu lernen. Intern gab es aber auch Gespräche über verschiedene
Schwierigkeiten - auch finanzieller Art. Dennoch sollte durch das
Programm dokumentiert werden, dass der Glaube durch eine aktive
Kirchengemeinde gelebt werde. Begleitet wurde der Landesbischof deshalb
nicht nur von Dekanin Dr. Edda Weise, Pfarrerin Sonja Schuster und
Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, sondern auch von zahlreichen
Kirchenmitgliedern. Ihre Verbundenheit in der Ökumene zeigten die
katholischen Geistlichen Dekan Kajetan Steinbeißer und die Ortspfarrer
Michael Bauer (Schönberg) sowie Hubert Gerstl (Spiegelau-Riedlhütte). Zu
einem ersten beeindruckenden Termin traf sich die Besuchergruppe in der
Aula der Schönberger Schule, die ja nach dem evangelischen Theologen
Dietrich Bonhoeffer benannt ist. Dort ist gerade die Ausstellung
„Zurück ins Leben“ aufgebaut, in der es auch um Bonhoeffers Aufenthalt
in Schönberg geht, bevor er im KZ Flossenbürg ermordet wurde. Bürgermeister
Peter Siegert führte in die Hintergründe der Ausstellung ein und
Schulleiter Bernd Bachhuber berichtete,dass die Schule nicht einfach
auf einen bekannten Namen getauft worden sei. Vielmehr stelle Dietrich
Bonhoeffer eine persönliche Einladung dar, sich auch mit seinen
Inhalten und Überzeugungen auseinander zu setzen. Landesbischof Dr.
Johannes Friedrich trug sich in das Goldene Buch des Marktes ein und
nahm in seiner Widmung nochmals Bezug zu dem großen Gedicht Bonhoeffers
von den „guten Mächten“. In Spiegelau besichtigte der
Landesbischof die Martin-Luther-Kirche, wo ihn Sopranistin Joy Moritz
und Kurorganist Otto Heim musikalisch grüßten. Dann besuchte Friedrich
das Atelier des Glaskünstlers und Kulturpreisträgers Klaus Büchler.
Dort versuchte er sich an einem Glasquader und gestaltete einen
Briefbeschwerer mit Kreuzgravur. Von Bürgermeister Josef Luksch erfuhr
er von den aktuellen Nöten der Glasindustrie. Als Geschenk und
Erinnerung an Spiegelau überreichte er dem Landesbischof einen
gläsernen Brieföffner. - hpd/sso
Grafenauer
Anzeiger vom 7. Juli 2009 Meditative Wanderung über den Rachel Stationen waren der Gipfel, die Kapelle und der See - Angebot der evangelischen Kirche Grafenau/Spiegelau.
Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Grafenau und der
Nationalpark luden am vergangenen Samstag zu einer meditativen
Wanderung über den Rachel, zur Rachelkapelle und den See bis zur
Racheldiensthütte ein. Dem Wetter zum Trotz fanden sich dann doch 13
Wanderer ein. Auf dem Weg zum Waldschmidthaus stellte Ranger Günter
Sellmayer die Nationalparkidee vor, erklärte Pflanzen und die
Zusammenhänge von Werden und Vergehen. Mit meditativen Geschichten,
Gebeten und Gedichten stimmte auch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die
Teilnehmer auf die Wanderung ein. Nach einer Pause beim Waldschmidthaus
ging es auf den Rachel zum Rachelkreuz. Bei guter Sicht wurde die
Schöpfungsgeschichte erzählt. An der Rachelkapelle wurde ein
Berggottesdienst gefeiert. An zwei Steinen, die sie vom Weg aufgehoben
hatte, erläuterte die Diakonin anschaulich die Vielfalt der Natur und
der Menschen. Dabei stellte sie die Frage: „Wer gibt z. B. diesen
Steinen und auch den Menschen Wertigkeit?“ Mit dem Wort „Ihr als
lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Haus“ aus dem 1.
Petrusbrief vertiefte sie die Predigt. Die Lieder wurden von Amelie
Sellmayer auf der Querflöte und Neumann-Beiler auf der Gitarre
begleitet. Auch am Rachelsee machte die Gruppe nochmals eine meditative Rast, bevor es zur Racheldiensthütte ging. - pnp
Grafenauer
Anzeiger vom 7. Juli 2009 „Land unter“ im Naturbad 20-Minuten-Unwetter sucht am Samstag Spiegelau heim - Hang kommt ins Rutschen - Bahnschranke streikt Von Andreas Nigl Spiegelau.
Nach 20 Minuten war alles vorbei. Dann zeigte sich die Sonne wieder.
Was am Samstag um 16 Uhr in Spiegelau passiert ist, hat Kurt
Hobelsberger lange nicht mehr erlebt. Und das will etwas heißen -
Hobelsberger ist ein erfahrener Feuerwehrmann, der schon viele Unwetter
mitgemacht hat. Am schwersten hat es den Bereich um das Naturbad
erwischt, blickt Hobelsberger zurück. Ein Hang unterhalb kam innerhalb
weniger Minuten ins Rutschen. „Die Straße in die Steinklamm war sofort
zu.“ Mit vereinten Kräften gelang es den Männer der Wehren Spiegelau,
Klingenbrunn und Oberkreuzberg schließlich, das Geröll zu beseitigen. Wenn
eine Baustelle abgehakt war, wartete schon die nächste. Zahlreiche
Keller, die überflutet waren und ausgepumpt werden mussten, Bäume, die
über der Straße lagen und die weggeschnitten werden mussten. Vor
allem auf dem Gfällstraßl Richtung Rachel ging nichts mehr, die
Igelbusse stellten die Fahrt ein. Oben am Gfällparkplatz sammelte
Hobelsberger, der mit dem Feuerwehrauto unterwegs war, eine
Urlauberfamilie ein: „Denen ist es ganz schön nass eini ganga.“ Ein
weiterer Brennpunkt war auch die Straße zum Tannenhof. „Die hat sich
zum Bach entwickelt“, so Hobelsberger. Er wollte mit dem Feuerwahrauto
hinauffahren - es ging nicht mehr, die Räder drehten durch. Auch hier
hatten die Helfer hernach wieder alle Hände voll zu tun, die Straße von
Geröll frei zu räumen. Auch die Elektrik spielte verrückt. Im
Rathaus fiel die Telefonanlage aus, die Schranke am Übergang der
Waldbahn schaltete auf stur und ließ sich kurzzeitig nicht mehr öffnen.
So schnell wie der Spuk gekommen war, ging er am Samstag auch wieder
vorüber. „Jetzt rengts scha wieder“, seufzte Hobelsberger indes gestern
am Telefon.
Grafenauer
Anzeiger vom 6. Juli 2009 Gfällstraßl kommt nicht am Bürger vorbei Der geplante Neubau einer Straße zum Rachel zeigt auf, wie schwierig Kommunalpolitik ist Von Helmuth Rücker Spiegelau.
Der Plan war so gut: Die Gemeindestraße zum Rachel ist völlig kaputt.
Die Gemeinde hat kein Geld für die Sanierung und fragt daher den
Nationalpark, ob man da nicht irgendwie eine gemeinsame Lösung finden
könnte. Dies gelang. Eine Million Euro standen zur Verfügung. Aber
irgendetwas ist schief gelaufen. Keiner kann sich so recht über den
Coup freuen. Schuld ist der Bürgermeister mit dem Gemeinderat, sagen
die Bürger. Der plane etwas am Bürger vorbei, weihe sie in die Pläne
nicht ein, wolle sie vor vollendete Tatsachen stellen. Daher ging man
auf die Barrikaden. Irgendwie hatten die wenigen Einwohner des
Ortsteils Neuhütte davon Wind bekommen, dass möglicherweise eine neue
Straße an ihrem Dorf vorbei Richtung Gfällparkplatz gebaut werden
könnte. Vorbei könnte es sein mit der idyllischen Ruhe am Ende der
Sackgasse. Das Problem: Niemand wusste etwas Genaues. Also wurde
recherchiert und spekuliert, wurden Argumente und Meinungen gesammelt.
Bürgermeister Josef Luksch wurde regelrecht vom Protest überrollt.
„Langsam, langsam“, stellte er sich den Mutmaßungen entgegen. „Es ist
noch gar nichts beschlossen.“ Man sei vielmehr am Denken, Abwägen und
Planen. Man werde die Bürger schon informieren, wenn es soweit sei. Damit
gaben sich die Bürger nicht zufrieden. Über Leserbriefe erzeugten sie
öffentlichen Druck. Luksch lud - obwohl noch nichts Konkretes wissend -
zum Ortstermin ein in der Hoffnung, die Gemüter beruhigen zu können. Es
wurde nur noch schlimmer. Das Misstrauen war schon so groß, dass jedes
Wort auf die Goldwaage gelegt wurde. Egal, welche Argumente vorgetragen
wurde, es ließen sich Gegenargumente finden. Schuld sind die
Bürger, ist aus den Reihen des Gemeinderates zu hören. Weil er aus
Betroffenheit den Teufel an die Wand male, auf Argumente nicht eingehe,
klaren Aussagen nicht traue und Stimmung mache. Das will keiner offen
zugeben, hat doch der Umgang mit dem Bürger in einer Demokratie hohe
Priorität. Niemand will behaupten, der Bürger XY handle aus
Eigeninteresse oder blicke schlichtweg einfach nicht durch. Das wäre
politischer Selbstmord. Luksch ließ sich immerhin zu der Äußerung
hinreißen, dass es „das Gemeinste“ sei, Angst zu verbreiten. Ross und
Reiter wollte er nicht nennen. „Ich hab schon gesehen: Die, die ich
gemeint habe, sind zusammengezuckt.“ Nur nicht zu weit gehen in der
Bürgerkritik. Lieber hört man geduldig zu - und schweigt. Das
Paradebeispiel für den schwierigen Umgang zwischen Kommunalpolitiker
und Bürger war die Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag.
Bürgermeister Josef Luksch ließ leichtsinniger Weise zu, dass sich
jeder äußern konnte - eine Art Bürgerversammlung. Die hatte es eben zu
diesem Thema nie gegeben, also musste es so gehen. Die Schleusen
öffneten sich. „Lasst doch alles so, wie es ist. Für uns taugt‘s!“
Obwohl längst klar war, dass niemand die Trasse an Neuhütte vorbei
möchte, dass sie längst vom Tisch ist, wurde gewettert: Vorbei sei es
mit der Stille, die die Urlauber suchten, wenn „in einer Tour ein Bus
fährt“. Warum plane man sowas, „mir geht’s nicht in meinen Schädel
rein!“ Man müsse Spiegelau schützen, die Heimat schützen, den Tourismus
schützen. Beifall von allen Seiten - nur nicht von den Gemeinderäten. Diese
sehen sich, mitten im Wald stehend, genötigt, auf die Schnelle
abzustimmen. Karlheinz Roth meint es gut, wenn er ad hoc beantragt,
über die Ostvariante abzustimmen. Das könnte die Debatte beenden.
Wieder Beifall, als die Gemeinderäte die Hände heben. Es war ja klar,
niemand wollte nach dem Protest die Ostvariante. Bloß war das beim
Bürger noch nicht angekommen. Unwohl war trotzdem manchen, wie der
Beschluss zwischen Bürgerschelte und Mückenschlagen zustande gekommen
war. Es gab weitere Ortsbesichtigungen. Und auf dem Weg dorthin
wurde manchem klar: Die Kommunikation klappte einfach nicht. Der Bürger
verlangte vom Gemeinderat Beschlüsse, die er zum geforderten Zeitpunkt
einfach nicht geben konnte, weil die Meinungsbildung noch nicht
abgeschlossen war, weil Informationen fehlten. Den zwei teilweise
hitzigen Stunden in der Natur folgten zwei Stunden im Sitzungssaal, in
dem die Bürger nicht mehr mitreden durften. Das Ziel war schließlich
auch schon erreicht: Die Ostvariante war vom Tisch. Doch welche Lösung
war die bessere? Es erfolgte eine klassische Meinungsbildung, indem die
Argumente mehrfach vorgetragen und erläutert, Missverständnisse
ausgeräumt und falsche Zahlen richtig gestellt wurden. Dazu kamen
Informationen von der Nationalparkseite, die die schwelende Skepsis
schwinden ließ. Und damit konnte man zurück zum Ausgangspunkt
kommen: Wie kriegt die Gemeinde eine ordentliche Straße zum
Gfällparkplatz hin, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen? Dem
Nationalpark ist es gelungen, eine Million Euro aus dem Konjunkturpaket
loszueisen. Nicht für eine neue Straße, sondern für eine Renaturierung.
Da dabei aber die alte Schwarzachstraße verschwinden muss, muss man
halt eine neue bauen. Wo diese gebaut wird, entscheidet allein der
Gemeinderat - sofern sie im Kostenrahmen ist. Das ist das
gegenwärtige Problem. Der Gemeinderat hat sich mehrheitlich - wie am
Samstag berichtet - für die Westvariante entschieden und gegen die
Trasse über Klingenbrunn. Als sich der Gemeinderat diese Trasse vor Ort
ansah, hatte Bürgermeister Luksch die Idee, doch die Trasse entlang der
Bahnlinie zu verlegen. „Da haben wir schon einen Eingriff in die Natur,
den wir nur ein bisschen erweitern müssten“, argumentierte er. Bei der
Westvariante nach altem Plan müssten Reiterwege verbreitert werden.
Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner konnte nicht so auf die Schnelle
zustimmen, weil nicht geprüft ist, wie Bahn oder der Naturschutz auf
diese neue Linienführung reagieren. Entscheidend ist gegenwärtig
etwas anderes: Die Westvariante ist die teuerste. Sie kostet mindestens
1,4 Millionen Euro, zur Verfügung stehen aber eben nur die besagte
Million. Die Gemeinde will zusammen mit dem Nationalpark auf Geldsuche
gehen: Vielleicht kann sich die Regierung, die letztendlich
entscheidet, mit der neuen Trasse anfreunden und Geld, das
möglicherweise bei einem anderen Projekt nicht gebraucht wird, nach
Spiegelau umleiten. Es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Zumindest die
Richtung ist bekannt.
Grafenauer
Anzeiger vom 27. Juni 2009 SAXNDI. . . .
. . Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, denken sich diejenigen,
die gegen eine Verlegung des Gfällstraßls auf die sogenannte Osttrasse
an der Ortschaft Neuhütte vorbei sind. In erster Linie
Naturschutzgründe werden angeführt, sicher werden auch Befürchtungen
über die mögliche Verkehrsbelästigungen eine Rolle spielen. Und
glaubte man, diese Option sei vom Tisch, machte jetzt die Tatsache,
dass auch die besagte Trasse mit drei anderen im Spiegelauer
Gemeinderat erneut vorgestellt wurde, die Anwohner wieder scheu. Fakt
ist, dass ihr Widerstand Wirkung gezeigt hat - und Nationalpark und
Umweltministerium betonten, von sich aus hier nicht tätig werden zu
wollen. Der Ball liegt also beim Spiegelauer Gemeinderat - der muss von
sich aus entscheiden, wohin die Trasse führt. Dann wird sich auch
zeigen, ob die Befürchtungen berechtigt waren. Andreas Nigl
Gfällstraßl: Vier Varianten und ihre Kosten Nationalparkmitarbeiterin Hußlein stellt im Gemeinderat Alternativen zur Schwarzachstraße vor Von Ursula Langesee Spiegelau.
Die Diskussion um eine eventuelle neue Trasse zum Rachel als
Alternative zur höchst sanierungsbedürftigen Schwarzachstraße zog am
Dienstag Abend wieder etliche Interessierte in die Gemeinderatssitzung.
Entschieden ist nach wie vor nichts, aber man ist einen bedeutenden
Schritt weitergekommen. Maria Hußlein von der Nationalparkverwaltung
hatte die Kostenschätzungen für die vier Varianten vorgelegt, ebenso
die Abschätzung der Umweltverträglichkeit. Nullvariante
(bestehende Schwarzachstraße): Kosten für die bituminöse Verstärkung
auf drei Kilometer: 375 000 Euro. Falls ein kompletter Neubau
erforderlich wird, käme das auf 1,3 Mio. Euro. Gegebenenfalls käme noch
die Erneuerung der Wasserleitung dazu. Bei der Sanierung der weiteren
Straße bis zum Gfäll durch bituminöse Verstärkung auf 2,5 Kilometer
muss mit 320 000 Euro gerechnet werden. Bewertung:
Eine Verbesserung des prioritären Lebensraumes Fichten-Moorwald ist nicht realisierbar.
Die notwendige Erneuerung der Straße birgt während der Bauarbeiten die Gefahr einer Verschlechterung des Lebensraumes.
Eine
dauerhafte Sanierung der Straße kommt einem Straßenneubau gleich, die
Sanierung mit Hilfe einer bituminösen Verstärkung ist insbesondere im
Bereich der Tal-aue (Weichboden) nicht zu empfehlen. Ostvariante
(Straße führt durch Neuhütte und mündet später in die
Schwarzachstraße): Kosten für den Neubau mit 2,1 Kilometern Länge und
3,50 Metern Breite: 924 000 Euro, zwei Gewässerquerungen: 200 000 Euro
- Summe: 1,124 Mio. Euro. Zuzüglich die Sanierung der Straße bis zum
Gfäll auf 2,5 Kilometer: 320 000 Euro und eventuelle zuzügliche
Arbeiten für einen Kilometer Leitungsverlegung in der bestehenden
Straße. Bewertung:
Diese Variante bringt den
maximalen Gewinn für den prioritären Lebensraum Fichten-Moorwald
(Renaturierung durch Rückbau eines Teils der Schwarzachstraße). Dadurch
wird der Lebensraum von Fischotter, Eisvogel, Haselhuhn und
Schwarzstorch entscheidend verbessert. Stark profitieren würden auch
Wasseramsel und Kreuzotter.
Die halbstündige Fahrt- und
Taktzeit des Igelbusses bleibt erhalten, die Verkürzung des Taktes der
Waldbahn auf eine Stunde könnte durch den Wegfall eines Bahnüberganges
auf freier Strecke erleichtert werden.
Durch zwei Bachüberquerungen sind die Kosten etwas höher als bei der Nord-West-Variante.
Der Busverkehr (36 Fahrten pro Tag) tangiert auf 500 Meter Länge ein Wohngebiet.
Der
Widerstand in der Bevölkerung führte zu einer ablehnenden Haltung des
Umweltministeriums zu dieser Variante. In diesem Zusammenhang betonte
Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner, dass der Nationalpark und das
Umweltministerium von sich aus die Ostvariante nicht weiter verfolgen
werden. Westvariante (verläuft westlich der Schwarzachstraße):
Kosten für den Neubau mit 2,8 Kilometern Länge und 3,50 Metern Breite:
1,232 Mio. Euro, zwei Gewässerquerungen: 200 000 Euro, bituminöse
Verstärkung auf 200 Meter: 25 000 Euro - Summe: 1,407 Mio. Euro.
Eventuell zuzüglich erschwerte Gründung auf Weichboden auf circa einem
Kilometer Länge und zuzüglich Sanierung der Straße bis zum Gfäll auf
3,3 Kilometer: 420 000 Euro. Bewertung:
Prioritärer
Lebensraum kann nur in eingeschränktem Maß zurückgewonnen werden und
wird in einem Teilbereich sogar erneut beeinträchtigt.
Die Neubaustrecke ist länger als das zu renaturierende Teilstück der Schwarzachstraße.
Ein Bahnübergang muss für den Busverkehr ertüchtigt werden.
Die große Gesamtlänge des neu zu bauenden Straßenkörpers und die Querung von Weichböden führt zu den höchsten Kosten. Nord-West-Variante
(„Wanninger-Straßl“ - führt über Klingenbrunn, Althütte auf bestehenden
Straßen und stößt kurz vor Klingenbrunn-Bahnhof über das Lindau-Straßl
aufs Gfällstraßl): Kosten für den Neubau mit 1,7 Kilometern Länge und
3,5 Metern Breite: 748 000 Euro, zwei Kilometer Leitungsverlegung auf
gesonderter Trasse: 300 000 Euro - Summe: 1,048 Mio. Euro. Eventuell
zuzüglicher Wasseranschluss Neuhütte ca. 65 000 Euro, evtl. zuzüglicher
Deckenbau Gemeindeverbindungsstraße nach Klingenbrunn-Bahnhof (1,2 km):
120 000 Euro, zuzüglich Sanierung der Straße bis zum Gfäll auf 3,3
Kilometer: 420 000 Euro. Bewertung:
Prioritärer Lebensraum kann nur in eingeschränktem Maß zurückgewonnen werden.
Die
Trasse quert auf 3,3 Kilometer bewohntes Gebiet (18 Fahrten pro Tag),
dafür werden die Ortsteile Klingenbrunn und Althütte an den Igelbus
angebunden.
Die Taktzeit des Igelbusses muss auf Grund der
großen Streckenlänge auf 60 Minuten verlängert werden. Eine sinkende
Attraktivität des ÖPNV und des zentralen Parkplatzes in Spiegelau sind
zu befürchten. Der 30-Minuten-Takt würde zusätzliche 105 000 Euro im
Jahr kosten.
Für die Strom- und Wasserleitung ist eine gesonderte Trasse mit zusätzlichen Auswirkungen auf die Schutzgüter notwendig. Bürgermeister
Josef Luksch schlug vor, alle Varianten zu besichtigen und bei einer
eigenen Sitzung die Vor- und Nachteile zu diskutieren. Dieser Vorschlag
wurde einstimmig angenommen. Auf die nächste Sitzung verschoben wurde
der Antrag von Rosina und Max Stadler aus Klingenbrunn, die darin ihre
Forderungen und Vorschläge zum Gfällstraßl und zur generellen
Zusammenarbeit mit dem Nationalpark äußerten.
Viele Erfolge kennzeichnen den Weg des TSV Spiegelau Seit
85 Jahren Heimstatt des Sports - Herbert Meißner eine
Funktionärs-Legende - Rückblick anlässlich des besonderen Geburtstages Von Helmut Döringer Spiegelau.
Viele große Erfolge kennzeichnen den Weg des Turn- und Sportvereins,
der in diesen Tagen auf sein 85-jähriges Bestehen zurückblicken konnte.
Am 19. Juni 1924 wurde im katholischen Arbeiterheim (heute
Kegelbahn) der „Turnverein“ Spiegelau aus der Taufe gehoben. Die
Unterlagen aus dieser Zeit sind sehr spärlich. Doch dürften Josef
Achatz sen. als Gründungsvorstand und Hans Dachs treibende Kräfte
gewesen sein. Zu den Männern der ersten Stunde gehörten insgesamt 22
aktive und fünf passive Mitglieder. Als „Stadion“ diente zunächst eine
Wiese in der Nähe der Neuhütte. Im Winter stand den sportbegeisterten
Männern - Frauenturnen war damals noch verpönt - ein Saal im
Arbeiterheim zur Verfügung. Neben dem Turnen gesellten sich bald
Faustball und Leichtathletik als neue Sparten hinzu. Fußball spielte
zur Gründerzeit im Turnverein noch keine große Rolle. Es gab aber zu
Beginn der zwanziger Jahre in Spiegelau mit dem „Ersten Fußballclub“
und den „Sportfreunden“ gleich zwei Fußballvereine, die im März 1922
fusionierten und sich später aus nicht näher bekannten Gründen
auflösten. Zum ersten Mal taucht der heutige Vereinsname „TSV Spiegelau
e.V. 1924“ am 12. März 1946 im Protokoll des Turnvereins auf. In der
Generalversammlung, die im Gasthaus „Zur Steinklamm“ stattfand,
schlossen sich an diesem Tag die Fußballer als „Sparte mit besonderen
Rechten“ dem Turnverein an. Ein Meilenstein in der Geschichte des
Vereins war 1928, als unter der Federführung des Sägewerkbesitzers
Konrad Wilsdorf begonnen wurde, auf der „List“ einen neuen Sportplatz
zu bauen. Drei Jahre später schenkte Wilsdorf der Gemeinde das
Sportgelände mit der Auflage, es „der sporttreibenden Jugend stets zur
Verfügung zu stellen.“ Diese Baumaßnahme fiel in die Amtszeit von
Gründungsvorstand Josef Achatz, der von 1924 bis 1931 den Verein
leitete. Große Verdienste um den Sportverein erwarb sich Julius Gottal,
von 1934 bis 1947 Vorsitzender. Er gab dem Verein entscheidende Impulse
und trug einiges als Spartenleiter und aktiver Eisschütze zu den großen
Erfolgen dieser Sparte bei. In die Amtszeit von Andreas Bauer (1947 bis
1950) fiel der Bau des „Turnerheims“ neben dem Sportplatz, das dem TSV
lange Jahre als Vereinslokal diente und von den Wirtsleuten Traudl und
„Jackerl“ Hartl bewirtschaftet wurde. 1969 musste das baufällig
gewordene Gebäude abgerissen werden. Untrennbar mit der Sparte
Leichtathletik und Turnen sind die Namen Egon und Max Karger verbunden,
Glanzlichter im Eisschießen setzte Albin Stockinger. Sehr erfolgreich
ist in neuerer Zeit die Sparte Taek-Won-Do und auch Tischtennis und
Volleyball sind sehr gut angenommene Sparten innerhalb des Sportvereins. „König
Fußball“ nimmt aber doch eine Sonderstellung ein. 1946 und 1961 stiegen
die Spiegelauer Fußballer ins niederbayerische Fußball-Oberhaus auf. In
der Saison 1962/63 spielte der TSV in der Bezirksliga groß auf, wurde
„Herbstmeister“ und pochte heftig an das Tor zur Landesliga. Doch am
Ende fiel man auf den vierten Platz zurück und verpasste dadurch einen
der drei Aufstiegsplätze. In der Saison 1965/66 musste der TSV in den
saueren Apfel des Abstiegs aus der Bezirksliga beißen und konnte seit
dieser Zeit nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Als besonderes
Ereignis in der Geschichte des TSV ist die Sportplatzeinweihung im Juli
1982, die in die Amtszeit von Ferdinand Maier fiel, herauszuheben. Nach
Jahrzehnten konnte man endlich auf einem Rasenplatz dem runden Leder
nachjagen. Zwei Jahre später war auch das neue Vereinsheim
bezugsfertig. Das Gründungs- und Ehrenmitglied des TSV, Hans Dachs,
ermöglichte mit einer außergewöhnlich hohen Geldspende den Bau des
Heimes. Viele große Gönner und unermüdliche Funktionäre standen in
den Reihen des TSV Spiegelau und sorgten dafür, dass das Vereinsschiff,
dessen Ruder seit 1992 Rüdiger Greß fest in der Hand hält, nie zum
Stillstand kam. Sie alle hervorzuheben, würde den Rahmen des Machbaren
sprengen. Doch nicht unerwähnt bleiben darf der Name Herbert Meißner,
der untrennbar mit dem Sportverein verbunden ist. 40 Jahre, zunächst
als stellvertretender und ab 1960 als 1.Spartenleiter, war Meißner
Funktionär, einer der dienstältesten innerhalb des Bayerischen
Fußballverbandes. 1995 trat der Herbert aus gesundheitliche Gründen
zurück, dient seither dem TSV als Platzwart, sozusagen weiterhin als
„Mädchen für alles.“ Herbert Meißner, diese Spiegelauer
Funktionärs-Legende, blieb immer für „seinem“ TSV am Ball, in guten wie
in schlechten Zeiten. - dö
Grafenauer
Anzeiger vom 17. Juni 2009 Kurt Zettl bleibt an der CSU-Spitze Spiegelauer Ortsverein bestätigt ihn einstimmig im Amt Spiegelau.
Bei der Ortshauptversammlung der CSU Spiegelau im Wagnerhof in
Klingenbrunn stand die Neuwahl der Vorstandschaft auf dem Programm.
Dabei wurde der bisherige Ortsvorsitzende, 2. Bürgermeister Kurt Zettl,
von den anwesenden Mitgliedern einstimmig wiedergewählt. Seine
Stellvertreter sind die Gemeinderäte Alois Loibl, Thomas Robl und
Karlheinz Roth. Matthias Wendt aus Klingenbrunn wurde zum neuen
Schriftführer gewählt, Schatzmeister bleibt für weitere zwei Jahre
Georg Schneider aus Spiegelau. Die Vorstandschaft vervollständigen
Alfred Fruth, Siegfried Klante, Heinrich Matschiner, Alfred Peterhansl,
Gemeinderat Günther Nama, sowie JU-Ortsvorsitzender Florian Klante.
Kassenprüfer bleiben weiterhin Georg Friedl und Heinrich Scholz. Zu
den Delegierten in die Kreisversammlung wurden Karlheinz Roth, Kurt
Zettl, Siegfried Klante, Florian Klante und Ludwig Friedl gewählt.
Ersatzdelegierte sind Georg Schneider, Heinrich Matschiner, Thomas
Robl, Matthias Wendt und Alois Loibl. MdB Barthl Kalb referierte
über die Ursachen und Auswirkungen der derzeitigen Finanz- und
Wirtschaftskrise. In der derzeitigen Situation gelte es vor allem, den
Mut nicht zu verlieren. Über die Landkreispolitik und die Arbeit im
Gemeinderat berichtete Kreisrat und Gemeinderat Karlheinz Roth. Roth
lobte insbesondere die gute Zusammenarbeit mit den anderen
Gemeinderatskollegen. „Wir haben einen hervorragenden Gemeinderat, in
dem alle 16 Mitglieder an einer konstruktiven Zusammenarbeit
interessiert sind“, so Roth. Im Hinblick auf die derzeitige
Diskussion um das Gfäll-Straßl stellte Roth klar, dass für die CSU die
von Bürgermeister Luksch und dem Nationalpark ursprünglich angedachte
Ostvariante nicht in Betracht komme: „Einen Busverkehr auf der Trasse
Richtung Neuhütte entlang von Wohngebieten wird es mit uns nicht
geben.“ Gleichwohl sei man natürlich daran interessiert, gemeinsam mit
dem Nationalpark eine Lösung zu finden. Roth warb in diesem
Zusammenhang um einen engen Dialog mit den betroffenen Bürgern. - kr
Grafenauer
Anzeiger vom 16. Mai 2009 Gfäll-Straßl wird zum Wanninger-Straßl Die
einst angedachte Ost-Variante über Neuhütte ist vom Tisch - MdL
Hallitzky (Grüne) fragte im Umweltministerium nach - Von Helmuth Rücker Spiegelau.
Ein Neubau des Gfäll-Straßls über Neuhütte in Richtung Rachel ist vom
Tisch. Das hat MdL Eike Hallitzky (Grüne) direkt aus dem
Umweltministerium erfahren. Bürgermeister Josef Luksch hatte sich Mitte
der Woche noch verhaltener ausgedrückt: „Vieles spricht für den
Vorschlag von Gemeinderat Josef Wanninger“, sagte er. Wanninger
hatte seinen Vorschlag in der Gemeinderatsitzung Ende April präsentiert
und damit sogar Nationalpark-Chef Karl Friedrich Sinner überrascht. Die
Nationalparkverwaltung hatte zwei andere Vorschläge ausgearbeitet: Ein
Teil-Neubau mitten durch das Urwaldgebiet am Bocksberg bei Neuhütte
vorbei oder westlich der Bahnlinie. Gegen die Ostvariante erhob sich
seitens der Bürger großer Widerstand. Das „Wanninger-Straßl“, wie
es gleich im Gemeinderat genannt wurde, hat den Vorteil, dass der
Igelbus noch die Ortschaften Oberkreuzberg und Klingenbrunn anfahren
könnte. „Diese Orte zu erschließen, war sogar mal ein Wahlkampf-Thema“,
erinnert sich Luksch. MdL Hallitzky begrüßt die klare Aussage des
Ministeriums. „So werden schon vorhandene Forststraßen ohne wesentliche
Natureingriffe für den ÖPNV und die Nutzung des Gfäll-Parkplatzes
verwendet.“ Sinner hatte in einem aktuellen Brief an eine betroffene
Neuhütter Bürgerin ausdrücklich das Wanninger-Straßl als die beste
Lösung bezeichnet. Die Entscheidung soll Ende Mai im Gemeinderat
fallen. Bis dahin will Bürgermeister Luksch klären, wie sich die
notwendige Verlegung der Wasser- und Stromleitung finanzieren lässt.
Grafenauer
Anzeiger vom 8. Mai 2009 Der „König Ludwig“ von Spiegelau ist tot - Siegfried Schraml starb mit 57 Jahren Spiegelau.
Man muss nicht unbedingt Politiker gewesen sein, damit sich sein Tod
wie ein Lauffeuer herum spricht, sondern wer sich ein Lebtag lang viel
in der Öffentlichkeit engagierte und zünftigen Gesellschaften nicht aus
dem Wege ging, der kann ebenfalls damit rechnen, dass die Bevölkerung
daran in weitem Umkreis Anteil nimmt. Das Spiegelauer Original
Siegfried Schraml ist nicht mehr. Nach langer schwerer Krankheit ist er
am 28. April im Alter von nur 57 Jahren von uns gegangen. Ja, was
hat der Sigi nicht alles gemacht, um mit seinen Späßen die Mitbürger zu
unterhalten, sie zum Lachen zu bringen? An vorderster Stelle war der
gebürtige Spiegelauer bei den örtlichen Vereinen eine tragende Säule
und trug wesentlich dazu bei, dass hier die Geselligkeit nicht zu kurz
kam. Er war unter anderem im JU- und CSU-Ortsverband, Schiedsrichter,
langjähriges Mitglied beim TSV Spiegelau, war dort neun Jahre Leiter
der Behindertensportgruppe, fünf Jahre Schriftführer und ein Jahr 1.
Vorsitzender. Dem Bayern-1-RadioClub, Stammtisch Spiegelau, stand er
als Leiter vor. Doch die Leute im Grafenauer Land haben ihn vor
allem als selbst ernannten „Kini“ in Erinnerung, denn der Sigi gründete
in den 90-er Jahren mit zehn „Königstreuen“ in Spiegelau in Erinnerung
an den Märchenkönig Ludwig II. einen König-Ludwig-Stammtisch. Und eine
solche Institution musste natürlich auch ein Oberhaupt haben - und das
war nun mal der Sigi. Nicht nur zur Faschingszeit zog der
vollbärtige Spiegelauer seine blaue Uniformjacke an, hängte sich seinen
Hermelinmantel um, setzte die schwarzhaarige Perücke auf, um sich in
Begleitung seines kanadischen Schäferhunds „Shiva“ bei seinen
Spaziergängen oder Kutschfahrten dem Volke zu zeigen. Zu Hause hatte
er sich ein Devotionalien-Kammerl mit Bildern von den Wittelsbachern,
Vorhängen mit Rautenmuster und natürlich vielen „Luwagl“-Bierkrügen
eingerichtet, denn hier hörte er sich gerne den König-Ludwig-Marsch an
und trank dazu das geliebte König-Ludwig-Bier. An den Freitod des
geliebten Bayern-Herrscher konnte und wollte der Sigi Zeit seines
Lebens wie viele seiner Gesinnungsgenossen nie glauben. Denn, so sein
Protest bei einem Zeitungsinterview im Jahre 2001: „A Schmarrn ist dös
vom Selbstmord, warum lassen‘s denn seine sterblichen Überreste net
untersuchen?! Den Ludwig, den ham‘s erschossen, weggeputzt also, weil
er ihnen politisch im Weg stand und z‘vui Geld ausgeb‘n hat!“ Beruflich
war Siegfried Schraml nach seiner Lehre als Einzelhandelskaufmann in
vielen Funktionen tätig, um schließlich von 1987 bis 2000 als
geschäftsführender Vorsitzender der Gemeinnützigen Baugenossenschaft
von Grafenau-Spiegelau seinen Auftrag zur Schaffung eines günstigen
Wohnraumangebots zu erfüllen. Der Bayern-Kini ist schon lange tot,
einer seiner treuesten Fans nun auch. Um ihn trauern seine Frau
Hannelore, seine Tochter Sieglinde, sein Sohn Florian mit Familien,
seine Geschwister und ein großer Kreis von Verwandten und Freunden. Der
Trauergottesdienst ist am Montag, 11. Mai, um 16 Uhr in der Pfarrkirche
Spiegelau. Anschließend wird seine Urne am alten Friedhof beigesetzt. Egon M. Binder
AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Das
Wasserwirtschaftsamt Deggendorf teilte der Verwaltung mit Schreiben vom
15. April mit, dass für die Abwasserbeseitigung Spiegelau für die
Ortsteile Reinhardschlag, Kronreuth, Ochsenkopf und
Sommerau(Bauabschnitt 14) eine staatliche Zuweisung von 498 622 Euro in
Aussicht gestellt wird. Sie soll noch in diesem Haushaltsjahr
ausbezahlt werden. Ebenso gibt es eine Zuwendung für den Bauabschnitt
12, Althütte. Hier werden 598 025 Euro anvisiert. Das Geld wird zur
Darlehenstilgung verwendet.
Einer kleinen Änderung musste
der Gemeinderat zum Paragraph 1 in der Entwässerungssatzung zustimmen.
Zur Erhebung von Verbesserungsbeiträgen kann nicht nur der
Einzugsbereich der Kläranlage Spiegelau aufgeführt werden, auch der
Einzugsbereich der Kläranlage Augrub gehört dazu.
Für den
Bau der Kläranlage Althütte wurde das Gewerk „elektrotechnische
Ausrüstung“ ausgeschrieben. Wirtschaftlichster Anbieter ist die Firma
Zemsauer aus Neukirchen mit einem Bruttopreis von 51 372 Euro.
Georg
Friedl fragte nach, wann mit dem Kanalbau in Klingenbrunn-Bahnhof
begonnen werde. 2010 sei es so weit, antwortete Bürgermeister Josef
Luksch. Die Planung sei bereits an die Firma EBB vergeben worden.
Für
die nächste achtjährige Amtszeit sollen dem Landratsamt geeignete
Personen für den fünfköpfigen Naturschutzbeirat genannt werden. Der
Spiegelauer Gemeinderat schlug 3. Bürgermeister Peter Hinterberger aus
seinen Reihen, Thomas Rein und Lothar Hopfner aus der Bürgerschaft vor.
Zur
Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Pfarrer Johann Pöppel sagte Luksch
auf Anfrage, dass er zwei Lobreden ausarbeiten werde, denn der
Geistliche habe sich in den Gemeindeteilen Klingenbrunn und
Oberkreuzberg, in denen er wirkt, unterschiedliche Verdienste erworben.
Die Ehrenbürgerwürde wird Pöppel bei den Feierlichkeiten rund um seinen
70. Geburtstag am 19. und 20. September verliehen. Pfarrer Hubert
Gerstl (Pfarrgemeinde Spiegelau-Riedlhütte) bekommt die
Ehrenbürgerwürde zu seinem Abschied am 15. August verliehen.
Luksch
dankte Initiator Lothar Sommer und allen Helfern, die beim „Rama Dama“
in der Gemeinde dabei waren: „Das Aufräumen nach der Schneeschmelze ist
einfach bitter notwendig.“ Ebenso bedankte sich der Bürgermeister beim
Auswahlgremium für die Projekte, die über das Konjunkturpaket II
gefördert werden, und bei allen Mitwirkenden bei der Ausarbeitung der
Anträge. „Unsere Taktik, zwei kleinere Maßnahmen mit jeweils 150 000
Euro Volumen vorzuschlagen, war wohl doch richtig.“ Die energetische
Sanierung des Rathauses wird mit 87 Prozent gefördert, die
Lärmschutzmaßnahme in der Ortsmitte war nicht berücksichtigt worden. -
ul
Grafenauer
Anzeiger vom 6. Mai 2009 Eine Million Euro für das Gfällstraßl Zuschuss aus dem Konjunkturprogramm II Spiegelau.
Wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mitteilte, hat gestern das
Kabinett über die staatlichen Maßnahmen im Rahmen des
Konjunkturprogramms II entschieden. Vom Programmpunkt
„Biodiversitätsstrategie, Baumaßnahmen im Naturschutzbereich“
profitiert der Nationalpark doppelt. Mit 300 000 Euro berücksichtigt
wurde der Einstiegsturm zum Baumwipfelpfad beim
Besucher-informationszentrum Hans-Eisenmann-Haus. Die Umsetzung erfolgt
in 2009 und 2010. Darüber hinaus wurde für die Verlegung der
Zufahrtsstraße zum Gfällparkplatz eine Million Euro eingestellt. Die
Maßnahme umfasst den Rückbau des Gfällstraßls, den Bau einer
Ersatzstraße sowie die Renaturierung der Trasse. „Ich freue mich
über diese Entscheidungen und hoffe, dass sich die Gemeinde Spiegelau
und der Nationalpark schnell über die Trassenführung einigen und beide
Projekte zügig realisiert werden können“, so Brunner. Laut
Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch ist damit der erste Schritt in
Richtung Projektverwirklichung getan. Welche Trasse gebaut wird, wie
und wo diese verlaufen wird, das alles sei noch offen und müsse nun im
Gemeinderat ausgiebig diskutiert werden. - an
Grafenauer
Anzeiger vom 5. Mai 2009 Normales Einsatzjahr für FFW Spiegelau Wehrleute rückten 34 Mal aus - Jahresbeitrag unverändert - Ferdinand Meininger 70 Jahre dabei Spiegelau.
Auf ein „normales“ Einsatzjahr blickte die Feuerwehr Spiegelau bei
ihrer Mitgliederversammlung im Gasthof Genosko zurück. 1.
Kommandant Kurt Kirchner berichtete von 34 Einsätzen - 18 technische
Hilfeleistungen, 14 Brandeinsätze und zwei Sicherheitswachen. Dabei
wurden von den Feuerwehrleuten 877 Stunden Dienst geleistet und ihre
Fahrzeuge legten 5510 Kilometer zurück. Er konnte auch auf ein
umfangreiches Fortbildungsprogramm für die derzeit 31 Männer, fünf
Frauen und zwölf Jugendlichen in der aktiven Mannschaft blicken. Es
wurden fünf Winterschulungen, vier Atemschutzübungen, fünf Funkübungen,
sechs Gruppen- und Hauptübungen sowie drei Gemeinschaftsübungen mit den
anderen beiden Gemeindewehren durchgeführt. Außerdem wurde eine
Atemschutzübung im Brandcontainer der FFW Osterhofen absolviert. Vier
Kameraden wurden in Regensburg zum Gruppenführer, zum Jugendwart bzw.
zum Maschinisten ausgebildet. Vier Spiegelauer Feuerwehrleute besuchten
einen Maschinisten- und Atemschutzlehrgang auf Landkreisebene mit
Erfolg. Außerdem nahmen sieben Kameraden an einem Lehrgang zum
Motorsägenführer teil. Jugendwart Matthias Loibl berichtete von 32
Jugendabenden, die immer gut besucht gewesen seien. Insgesamt sind
derzeit zwölf Buben und ein Mädchen bei der Jugendfeuerwehr. Knapp 460
Euro sind in der Jugendkasse. Loibl dankte für die Unterstützung der
Jugendlichen, besonders erwähnte er den Förderverein der FFW Spiegelau.
In Vertretung für Kassier Stefan Schuster trug Christian Schwarz
den Kassenbericht vor. Kassenprüfer Georg Friedl hatte nichts
auszusetzen. Über die Aktivitäten des Feuerwehrvereins gab 1.
Vorsitzender Kurt Hobelsberger Auskunft. Sehr gut angekommen seien die
1. Sprint- und Partynight und das Sonnwendfeuer. Zu wenige Besucher
seien zum „Herbststrauß“ im Oktober gekommen und das Firework Open Air
werde es in dieser Form nicht mehr geben. „Das Interesse daran ist
rückläufig. Es gibt schon zu viele Open Airs in der Umgebung. Hier sind
neue Ideen gefragt“, sagte Hobelsberger. Weiter ausgebaut wird die
Party- und Sprintnight im Sägewerkgelände - und zwar mit Unterstützung
des Bayerischen Rundfunks. 2010 findet sie am 6. Februar statt. Der
Vorsitzende dankte in diesem Zusammenhang den Bürgermeistern und seinen
Gemeinderatskollegen für den großen Rückhalt und die zugesagte
Unterstützung. Zur Vorbereitung wird eine Delegation des Gemeinderates
in Hilpoltstein eine ähnliche Veranstaltung des BR besuchen. Weitere
Termine sind das Sonnwendfeuer am 27. Juni und die Teilnahme am 60.
Pandurenfest in Waldmünchen. Der Jahresbeitrag bleibt unverändert bei zwölf Euro. Geehrt
wurden für langjährige Mitgliedschaft: Ferdinand Meininger (70 Jahre),
Alfred Resch (60 Jahre), Josef Seidl und Ernst Schopf (50 Jahre),
Helmut Apfelbacher (40 Jahre). Für zehn Jahre aktiven Dienst wurden
geehrt: Florian Boneder, Markus Peschl, Christian Schwarz und Markus
Schwarz. Befördert zu Feuerwehrfrauen wurden Carolin Kirchner und
Daniela Köckeis, zu Feuerwehrmännern Angelo Amodio und Simon
Ruthkowski, zum Oberfeuerwehrmann Erich Bachmann und zum
Hauptfeuerwehrmann Matthias Loibl. Zum Gerätewart wurde Armin Garhammer
ernannt. 3. Bürgermeister Peter Hinterberger dankte der Feuerwehr
für ihre Arbeit und sicherte auch weiterhin die Unterstützung der
Gemeinde zu. Kreisbrandinspektor Michael Fleck lobte besonders den
umfangreichen Übungsbetrieb und die Lehrgangsbesuche. Er informierte
über Aktivitäten der Kreisfeuerwehr wie die Feuerwehr-Aktionswoche, den
Maschinistenlehrgang 2009, den Feuerwehrführerschein, die Integrierte
Leitstelle und die Polizeireform. Er wies darauf hin, dass bei der
Leistungsprüfung die Sollzeit auf 190 Stunden erhöht wurde. Außerdem
bat er um rege Teilnahme an den Landesjugendfeuerwehrtagen von 11. bis
13. Juni in Freyung. Kreisbrandmeister Fritz Friedl sagte, dass das
Digitalfunk-Netz in den nächsten drei Jahren vollständig aufgebaut sein
soll. Unklar sei noch, wer für den Unterhalt und für die Beschaffung
der Endgeräte aufkommen soll. - pnp
Grafenauer
Anzeiger vom 1. Mai 2009 Gfällstraßl mobilisiert die Bürger 42 Zuhörer bei der Vorstellung einer neuen Trasse im Gemeinderat - Entscheidung noch im Mai Von Helmuth Rücker Spiegelau.
Gemeinderat und Nationalpark-Verwaltung suchen gemeinsam nach einer
Lösung für eine neue Zufahrt zum Rachel, nachdem die Schwarzachstraße
kaum noch befahrbar ist. Doch das geht nicht hinter verschlossenen
Türen. Bürger machten klar: „Wir wollen dabei sein, wenn über die
Varianten gesprochen wird.“ Eilig beschloss der Gemeinderat am Mittwoch
Abend in nichtöffentlicher Sitzung, diese sofort öffentlich zu machen.
42 Interessierte suchten sich daraufhin einen Platz hinter den 16
Sitzen der Gemeinderäte. So hoch die Emotionen in den Tagen davor
geschwappt waren, so sachlich verlief die Sitzung. Einige Male wurde
applaudiert, gegen Bürgermeister Josef Luksch wurden einige politische
Breitseiten gefahren, die dieser kurz parierte - ansonsten war der
Wille spürbar, in Ruhe und sachlich nach einer Lösung zu suchen. Diese
wurde am Mittwoch noch nicht gefunden. Bei jeder Variante gibt es zu
viele offene Fragen. Diese schnell zu klären, wird Aufgabe der
Nationalparkverwaltung und der Gemeinde in den nächsten Tagen sein. Die
Schwarzachstraße zum Gfällparkplatz unterhalb des Rachels ist seit
Jahren in einem miserablen Zustand, doch jetzt pressiert es plötzlich.
Der Grund: Es gibt Geld aus dem Konjunkturpaket. Damit könnte der
Nationalpark eine neue Straße bauen. Eigentlich ist es ja paradox: Eine
neue Straße durch unberührtes Gebiet, und dafür gibt es auch noch einen
Zuschuss. Nationalpark-Chef Karl Friedrich Sinner sagte, warum: „Die
jetzige Straße führt durch wertvollstes Fichten-Hochmoorgebiet. Das
könnten wir renaturieren.“ Eine neue Trasse würde dort gebaut, wo es
der Natur nicht weh tue. Eine neue Trasse durch den Urwald - da
konnte Kurt Hobelsberger nur noch den Kopf schütteln. Er wohnt in
Neuhütte. Er weiß die Bürger aus diesem Ortsteil hinter sich. Sie
wollen als Betroffene keine neue Straße vor ihrer Haustür haben - auch
wenn dort in der Regel nur der Igelbus fahren darf. Eine in den Tagen
zuvor herumgereichte Skizze mit einer möglichen Trasse erwies sich als
falsch. Gemeinderat Josef Wanninger schlug in der Sitzung eine
dritte Variante vor. Der Igelbus könnte über Oberkreuzberg und
Klingenbrunn Richtung Klingenbrunn-Bahnhof fahren, kurz zuvor aber aufs
Lindau-Straßl abbiegen. Die ausgebaute Forststraße müsste nur
asphaltiert werden. Nach dem Bahnübergang stößt sie wieder aufs
Gfällstraßl. Das wertvolle Moorgebiet wäre umgangen, der ökologische
Eingriff gering. „Wanninger-Straßl“ hatte die Variante gleich
einen Namen. „Aus dem Bauchgefühl heraus die beste Lösung“, hieß es
mehrfach. Auch Sinner konnte sich einer gewissen Sympathie nicht
erwehren. Zwei Gemeindeteile würden durch den Igelbus erschlossen, der
Eingriff in die Natur sei gering. Allerdings könne der 30-Minuten-Takt
des Igelbusses nicht gehalten werden. RBO als Betreiber soll befragt
werden. Es sind noch mehr Fragen offen. Strom- und Wasserleitungen
müssten verlegt werden. Kann die Gemeinde einen Zuschuss für die Straße
nach Klingenbrunn-Bahnhof erhalten? Wenn die Straße vom Nationalpark
gebaut wird, gehört sie ihm auch. „Kann man uns da aussperren?“, wurde
Sinner gefragt. Dieser machte deutlich: „Nein.“ Der Gfällparkplatz sei
im Besitz des Nationalparks, da sperre man auch niemanden aus. Nach 90 Minuten wurden die Zuhörer wieder ausgeschlossen. Es ging um die künftige Nutzung des Hackinger-Geländes.
VIER MÖGLICHKEITEN 1
Die Schwarzachstraße bleibt, wo sie ist. Die unwahrscheinlichste
Variante. Die Gemeinde müsste die Kosten selbst tragen. Ökologisch
keine Verbesserung. 2 Variante Ost: Der Verkehr wird an Neuhütte
vorbei geführt und unterhalb des Bocksbergs durch unberührtes
Waldgebiet bis zur Schwarzachstraße gebaut. Die kürzeste Strecke, aber
größter Widerstand. 3 Variante West: Es wird eine neue Trasse
westlich der Bahnlinie gebaut, beim Lindau-Straßl Bahn-Querung. Über
zwei Kilometer Ausbau. 4 Variante Nord-West, vorgeschlagen von Josef
Wanninger: Der Igelbus fährt die Staatsstraße nach Klingenbrunn, dann
Richtung Bahnhof und nutzt das Lindau-Straßl bis zur Schwarzachstraße.
Geringster Eingriff.
SAXNDI. . . .
. . machen die Spiegelauer einen Aufstand um das Gfällstraßl. Warum?
Gemeinderätin Elke Proßer-Greß sprach es aus: „Das Gfällstraßl ist eine
Herzensangelegenheit.“ Es ist der direkte Zugang der Spiegelauer zum
Rachel, eine Lebensader in die Natur hinein. Die kann man nicht so
einfach kappen. Ein Stück Spiegelau ginge verloren. Niemand möchte
den Spiegelauern die Straße wegnehmen. Ein Zugang zum Rachel liegt auch
im Interesse des Nationalparks. Dieser wollte eine ortsnahe Lösung, den
Umweg über Klingenbrunn wagte man nicht vorzuschlagen. Da die
Alternative von einem Gemeinderat kommt - der beim Nationalpark
arbeitet -, wird dies offensichtlich akzeptiert. Es hat sich mal
wieder gezeigt: Miteinander zu reden, löst manche Anspannung und bringt
neue Ideen hervor. Helmuth Rücker
Grafenauer
Anzeiger vom 25. April 2009 SAXNDI. . . .
. .das Gfällstraßl bei Spiegelau bleibt in aller Munde, besorgte
Anwohner machen weiter gegen eine mögliche Verlegung der Trasse mobil.
Bürgermeister Luksch hat reagiert und zum Ortstermin mit Presse und
Nationalpark auch die Sprecher der Bürger eingeladen. Das war gut so,
das hat der Sache etwas Spannung genommen. Der Gemeinderat tagt am
nächsten Mittwoch in dieser Sache. Zusammen mit dem Nationalpark wird
darüber diskutiert, wie und unter welchen Umständen der Bau einer neuen
Trasse überhaupt in Frage käme. Die Sitzung ist nichtöffentlich.
Grundstücksangelegenheiten, die besprochen werden müssten, würden laut
Luksch dies erfordern Wieder Verhandeln unter dem Ausschluss der
Betroffenen? Das ist nicht gut, denn so kehrt die abgebaute Spannung
mit Sicherheit wieder zurück. - Andreas Nigl
Neue Trasse für das Gfällstraßl? Nix ist fix Bürgermeister Josef Luksch sprich bei Ortstermin nur von einer Idee - Sondersitzung des Gemeinderats Von Andreas Nigl Spiegelau.
Es gibt Fakten. Und zwar, dass die Straße von Spiegelau zum
Gfällparkplatz kaputt ist und dringend saniert werden muss. Dass die
Gemeinde Spiegelau in nichtöffentlicher Sitzung darüber beraten hat,
wie man das Problem angesichts leerer Kassen behandeln soll. Dass die
Optionen entweder Ausbessern oder Neubau auf anderer Trasse heißen. Und
dass der Nationalpark nicht abgeneigt ist, die jetzige Trasse zu
renaturieren, um der Schwarzach wieder freien Lauf zu lassen. Und
es gibt Vermutungen: Dass die ganze Sache schon beschlossen ist, sagen
die Anwohner aus Neuhütte, die von der Verlegung der Trasse betroffen
wären. Dass die neue Straße dann von der Bevölkerung nicht mehr so frei
befahren werden darf. Und dass durch den Neubau wertvollere Flächen
zerstört werden würden, als durch die Renaturierung geschaffen würden. „Ja,
es stimmt, die Idee einer Verlegung der Trasse stammt von mir“, sagte
Bürgermeister Luksch bei einem Ortstermin mit Anwohnern und Hans
Kiener, zuständig für den Naturschutz beim Nationalpark. Sie sei schon
vor Jahren geboren worden und dann in der Versenkung verschwunden. In
der letzten Gemeinderatssitzung habe er sie wieder hervorgekramt, weil
die Sprache auf das marode Gfällstraßl kam. Der Gemeinderat habe ihn
dann beauftragt, mal beim Nationalpark vorzufühlen, wie der denn die
Sache einer neuen Trasse sehe. „Es ist nichts entschieden, außer ein
paar Strichen auf einer Karte gibt es keine Pläne“, versicherte Luksch
den besorgten Anwohnern. Kiener stellte klar, dass sich der
Nationalpark erst auf Anfragen mit der Thematik einer neuen Trasse
beschäftigt habe. „Ursprünglich waren es zwei Optionen. Die eine, die
links neben der Bahnlinie entlang läuft und diese zweimal kreuzt, ist
aber nicht realisierbar. Die Bahn will den Takt verkürzen, die
Übergänge bremsen die Züge. Bleibt nur die, die unterhalb der Ortschaft
Neuhütte auf einer Forststraße hinauf zum Rachel vorbeiführt.“ Kiener
machte aber auch deutlich, dass es zum Neubau der Straße durch den
Nationalpark auf dieser Trasse nur unter mehreren Voraussetzungen
kommen wird. Der Gemeinderat Spiegelau müsse dies beschließen, die
Bau-Zuschüsse aus den Mitteln des Konjunkturpakets II müssten fließen
(„das entscheidet sich erst Anfang Mai“), und man müsse sich mit der
Kommune einigen, wie es in Sachen künftiger Nutzung ausschaut. Die
Anwohner wollten wissen, wie es denn sein könne, das für den Neubau
einer Straße ein Stück intakte Natur geopfert werde? „Das muss sowieso
erst ein Umweltverträglichkeitsgutachten klären“, sagte Kiener. Ob es
denn nicht möglich sei, das Gfällstraßl zu sanieren und der Schwarzach
trotzdem freien Lauf zu ermöglichen? „Das geht nicht“, so der
Bürgermeister. Die Straße verlaufe nun einmal auf dem tiefsten Punkt,
„dort will der Bach auch immer hin“. Vielleicht könnte man ja die
Straße quasi erhöhen und dann durch größere Durchflüsse der Schwarzach
freien Lauf gewähren, lautete ein weiterer Vorschlag. „ Das wäre eine
Überlegung wert“, meinte Luksch. Am nächsten Mittwoch wird sich
der Gemeinderat Spiegelau in einer nichtöffentlichen Sondersitzung mit
der Thematik befassen. Daran wird auch Nationalparkchef Sinner
teilnehmen. Sollte es dann zu dem Beschluss kommen, die Trasse zu
verlegen, „dann werden wir eine Anliegerversammlung einberufen“,
versprach Luksch. Die Anwohner aus Neuhütte übergaben ihm eine
Unterschriftenliste mit über 50 Namen. „Damit sie sehen, wie wichtig
uns die Sache ist.“
Grafenauer
Anzeiger vom 16. April 2009 Gfäll-Strassl: Neu bauen oder sanieren? Gemeinderat Spiegelau berät in nichtöffentlicher Sitzung über die Vorgehensweise - „Wer soll das bezahlen?“ von Andreas Nigl Spiegelau.
Die Spekulationen schießen zurzeit ins Kraut. Der Nationalpark will die
Straße zum Gfäll-Parkplatz am Fuße des Rachels kaufen, lautet eine. Die
Straße soll ganz geschlossen werden, die andere. Richtig ist, dass die
sogenannte Schwarzbachstraße in einem sehr schlechten Zustand ist. Der
Spiegelauer Gemeinderat hat jetzt in nichtöffentlicher Sitzung über die
weitere Vorgehensweise beraten. Eine Entscheidung sei nicht
gefallen, so Peter Hinterberger, der den im Urlaub weilenden Josef
Luksch vertritt. Klar sei nur, dass etwas getan werden müsse. „Die
Straße ist kaputt“. Es werde wohl darauf hinauslaufen, was letztlich
billiger sei: Die Straße auf einer anderen Trasse neu zu bauen. Oder
die vorhandene zu sanieren. Im Falle eines Neubaus müsste mit dem
Nationalpark gesprochen werden. Denn die neue Trasse würde über sein
Gebiet verlaufen. „Offizielle Gespräche mit uns hat es noch nicht
gegeben“, sagt Pressesprecher Rainer Pöhlmann. Der Neubau der Straße
könnte durchaus seinen Reiz haben. Natürlich müsste aufgepasst werden,
dass die Trasse umweltverträglich gelegt wird. „Der Schwarzbach, der
durch die jetzige Straße eingeengt wird, könnte sich dann wieder frei
entfalten.“ Wer dann quasi der Besitzer der neuen Straße auf der neuen
Trasse sein wird, müsste dann auch geklärt werden. Sicher ist
jedenfalls, dass sich die Kommune Spiegelau diesen Bau allein nicht
leisten wird können. Sollte der Nationalpark die Bauträgerschaft
übernehmen und sollte die Straße dann in dessen Besitz übergehen, dann
werden wohl in der Bevölkerung wieder die alten Befürchtungen laut,
dass diese nicht mehr wie bisher von der Bevölkerung zu nutzen sein
könnte. „Die Nutzung könnte man dann sicherlich in einem Vertrag
regeln“, so Pöhlmann. Andererseits bedeute die Trägerschaft über eine
Straße auch die Räum- und Unterhaltspflicht. Zudem habe die Gemeinde
Spiegelau quasi ein Anrecht auf Nutzung der Straße. „Die haben dort
oben am Fuße des Rachels ihre wichtigsten Quellen.“
SAXNDI. . . .
. .wie das schnell die Runde machte. Woher wir das wissen?, wollte
Spiegelaus 3.Bürgermeister Hinterberger wissen, die Sache sei doch
nichtöffentlich behandelt worden. Es ging um die Frage, was mit der
Straße zum Gfäll hinauf passiert. Woher wir das wissen, tut hier
nichts zur Sache. Außer uns wussten es jedenfalls schon viele - die
wildesten Gerüchte machten die Runde. Von einem Straßenkauf durch den
Nationalpark war die Rede, von einer Aussperrung der Bevölkerung. Manchmal
tut eine Gemeinde gut daran, Dinge öffentlich zu behandeln. So haben
Gerüchte erst gar keine Chance. Andreas Nigl
Grafenauer
Anzeiger vom 15. März 2009 AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU Aus
„gestalterischen Gründen“ lehnte der Gemeinderat einmütig den Antrag
der Deutschen Plakatwerbung GmbH ab, die zwischen dem Mietshaus Ebner
und der VR-Bank an der Hauptstraße in Spiegelau eine fast zwölf
Quadratmeter große Werbetafel errichten wollte. Steven Kolars,
der im Filzwiesenweg wohnt, möchte, dass an der Kreuzung
Filzwiesenweg/Trosselweg ein Verkehrsspiegel angebracht werde, weil die
Straßensituation gerade im Winter sehr unübersichtlich sei. Der
Gemeinderat sah indes keinen Bedarf. „Hier gilt rechts vor links, es
wird ohnehin nicht so schnell gefahren und an dieser Stelle ist auch
keine Unfallschwerpunkt“, sagte Bürgermeister Josef Luksch. Ernst Ertl,
von Beruf Polizeibeamter, konnte dies bestätigen. Karlheinz Roth schlug
vor, die Stelle Trosselweg/Neuhütter Straße zu überprüfen. Die sei für
Linksabbieger in Richtung Bahngleis gefährlicher. 100 000 Euro
mehr als ursprünglich geplant, hat der Anschluss der Ortsteile westlich
von Klingenbrunn an das Kanalnetz gekostet. Gemeinderat Erhard Wawrzek
verlangte von der Verwaltung Aufklärung darüber, wie es zu dieser
Kostenüberschreitung kommen konnte. Während des Baus sei festgestellt
worden, dass die Straßenflächen und der Unterbau teilweise in sehr
schlechtem Zustand seien, sagte Luksch. Diese Abschnitte wurden neu
aufgebaut bzw. asphaltiert. So seien die Kostenüberschreitungen
angewachsen. „Warum wurde der Gemeinderat über Monate davon nicht
unterrichtet?“, drängte Wawrzek weiter. „Ich fühl‘ mich überrollt und
in die Statistenrolle gedrängt.“ In Zukunft soll die
Informationspolitik innerhalb des Gemeinderates besser werden. Bei der
Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses einen Tag vor der
Gemeinderatssitzung wurde festgelegt, dass der Bauausschuss öfter die
Baustellen besucht und von Seiten der Firmen und planenden Ingenieure
öfter Zwischenrechnungen vorgelegt werden müssen.In diesem Zusammenhang
machte Ludwig Schopf darauf aufmerksam, dass dort, wo der Kanal
verlaufe, ein sauberer Unterbau eingezogen worden sei, aber seitlich
davon teilweise der Asphalt weg breche. Luksch sagte zu, mit der
Baufirma die Mängel im Rahmen der Gewährleistungsfrist zu klären. Der
Gemeinderat bestätigte die neu gewählten Kommandanten der Feuerwehr
Oberkreuzberg, Max Friedl und seinen Stellvertreter Hans Kirchmeier. Das
Gremium sah keine Notwendigkeit für die Bestellung eines
Seniorenbeauftragten in der Gemeinde. Es gebe bisher schon durch die
Vereine und Verbände eine gut organisierte, ehrenamtliche Struktur . Josef
Wanninger bat darum, sich bald mit dem Loipenkonzept zu beschäftigen.
„Auch wenn der Schnee fast weg ist, die Sache braucht Vorlauf“, sagte
er. Vom Schnee zum Schwimmen: Roth mahnte an, nun die
Beschilderung des Naturbades voranzutreiben. Es gebe immer noch das
Schild „Freibad beheizt“, aber keinen Hinweis auf die neueste
Freizeiteinrichtung. - ul
Grafenauer
Anzeiger vom 23. März 2009 Lankls Gene und Brunners Kühlschrank-Wallfahrt Staatsminister
und Landrat standen im Mittelpunkt beim Spiegelauer Starkbierfest mit
„Eitroga“ Bruno Fischer - Trainingslager für Nockherberg / von Ursula
Langesee Spiegelau. Zwei schwarze Politiker in dem „aufgeweichten
Rot-Ghetto Spiegelau“ waren am Samstagabend die Sensation beim
Starkbierfest im Schnapsmuseum. Alle Bierbänke waren bis auf den
letzten Platz besetzt, als „Eitroga“ Bruno Fischer
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Landrat Ludwig Lankl,
Bürgermeister Josef Luksch und einigen bekannten Spiegelauern ihre
Eigenheiten unter die Nase rieb und ihre Erlebnisse vor großem Publikum
erzählte. Durch die „Söderitis“ bzw. das „Ulla-Schmidt-Syndrom“
zwar nur mit halbem Gebiss ausgestattet, fand der Eitroga dennoch
deutliche Worte. So entlarvte er Lankls Gene. Als Familienfan („wir
sind alle eine große Familie und halten fest zusammen“) habe der
Landrat das „Partei-, Landratsamt-, Starkbierfamilien-Gen“. Durch seine
Leidenschaft fürs Händeschütteln das entsprechende Gen, ebenso fürs
Googeln, fürs Duzen und fürs Fotografieren. Seine Sekretärin besticht
er mit Süßigkeiten („Nagler-Bestechungs-Gen“), um sie mundtot zu
machen, so Fischers Vermutung. Seine Frau Silvia habe es durch die
„Landraterei“ nicht leicht. Lankl vergisst sie schon mal zu Hause oder
holt sie schnurstracks per Handy ins traute Heim zurück, weil er die
Schlüssel vergessen hat. Auch achtet sie auf seine Gesundheitsvorsorge.
„Aber zum Zahnarzt mussten‘S selber gehen. Denn s‘Bohren geht no ned
übers Internet“, wusste der Eitroga. Weil er lange genug warten
konnte, deshalb ist Brunner Minister geworden. Das steht für den
Festredner fest. 2006 habe der frühere MdL noch „politückisch“
geäußert: „I woaß goa ned, ob i woin soi“. Als dann Seehofer sein
Kabinett zusammenstellte, habe sich nur Brunner auf die Frage gemeldet,
wer Landwirtschaftsminister werden wolle. Denn er war als einziger noch
wach... Dass der Politiker seiner Vorbildfunktion als
Ernährungsminister nicht immer gerecht werde, hielt ihm Fischer auch
scherzhaft vor. „Info ja, Umsetzung nur gelegentlich“, sagte er mit
Blick auf das „g‘standene Mannsbuid“, das sich gerne auf
Kühlschrank-Wallfahrt begebe. Dort würden ihn beim Griff zu deftigen
Speisen Zettel daran erinnern, dass eben auch die gesunde Ernährung des
bayerischen Volkes zu seinem Ressort zähle. Weil sich Brunner ebenso um
die „Forsten“ zu kümmern habe, ist Fischer gespannt, wer mehr
Durchsetzungsvermögen hat - der Borkenkäfer oder frühere Kollegen des
Politikers aus dem Landtag, mit denen er sich zum Schafkopfen traf. In
einem täuschte sich der Eitroga jedoch. Er vermutete, Brunner habe die
Milchkuhprämie so „selbstlos“ eingeführt, weil er selbst welche im
Stall hätte. „Ich hab‘ nur eine Kalbinnenaufzucht, denn ich bin für
Jungtiere“, konterte der Minister. Nach diesem „Trainingslager“ in
Spiegelau, sei Brunner nun gewappnet für den Nockherberg, attestierte
ihm der Eitroga nach seinem Dableck‘n. Bürgermeister Luksch wurde
daran erinnert, wie er statt im VIP-Bereich der Allianz-Arena das
üppige Büffet zu genießen, sich in der billigen Busfahrer-Bude am
Parkhaus in Fröttmaning unter die Chauffeure gemischt habe und von
einem „Kollegen“ prompt ertappt worden sei. Auch seine wenig
erfolgreichen Rodelversuche am Lusen bekam der unter „partieller
Bulimie“ (nur essen, nicht brechen) leidende Rathauschef schön dick
aufgestrichen. Dass spätestens nach der Glasfabrik-Übernahme durch
den österreichischen Konkurrenten Riedel „ned ois guad ist, wos aus
Österreich kummt“, das mussten auch Klaus Büchler und Fredi Resch
erleben, als sie statt Sherry Stroh-Rum tranken, verbunden mit dem
völligen Verlust der Muttersprache. Karl Feuerecker wurde dagegen als
Vielsprecher entlarvt. „Gegen seinen Redeschwall kommt einem der
Transrapid vor, als würde er rückwärts fahren“, frotzelte Fischer. Bei
„Bimbo“ Reinhard Maurer, der beim Duschen statt Shampoo Körperlotion
verwendet hatte, wusste der Eitroga nicht, ob es nur ein Versehen war
oder die erste Selbst-Mumifizierung aus Narzismus. Auch Martina
Stöckl, Margit Lindner und Elli Burghart trugen, unterstützt vom
„Grashupfa“ Kurt Kufner mit der „Klingenbrunner Dorfblos‘n“ Gstanzln
auf bekannte Spiegelauer vor. Zum Schluss gab‘s Geschenke.
Gewerbevereinsvorsitzender Michael Schinabeck und Luksch als
Organisatoren der Veranstaltung überreichten Blumen an die
Politikerfrauen Diana Brunner und Silvia Lankl, Original-Eitroga-Krüge
an ihre Männer und für Lankl gab‘s zusätzlich von
Penninger-Geschäftsführer Christoph Bauer ein Schlüssel-Umhängeband.
Bruno Fischer bekam neben viel Applaus für seine Rede eine Karikatur
von Künstler Josef Schneck aus Riedlhütte.
Grafenauer
Anzeiger vom 7. März 2009 Junior Ranger treffen sich Klingenbrunn.
Die Jahresversammlung des Vereins Junior Ranger e. V. Nationalpark
Bayerischer Wald findet am 12. März, 19.30 Uhr, im Café Bergmann in
Klingenbrunn-Althütte statt. 1. Vorsitzender Alexander Muthmann wird
die Versammlung eröffnen, anschließend folgen die Berichte des
Geschäftsführers sowie der Schatzmeisterin. Weitere Tagesordnungspunkte
sind ein Antrag auf Satzungsänderung zur Ermächtigung über Erlass einer
Aufwandsordnung, eine Einfügung mit der Möglichkeit zur Ladung zu
Mitgliederversammlungen per E-Mail sowie Verlängerung der Amtszeit des
Vorstandes von zwei auf vier Jahre; es folgt ein Dia-Vortrag der Ranger
Mario Schmid und Sigi Schreib über Junior Ranger-Camps und Junior
Ranger-Aktivitäten. - pnp
Nächte des Saturns über Neuhütte Heute beginnen wieder die Himmelbeobachtungen in der Bayerwald-Sternwarte - Kostenlose Führung Spiegelau.
Die „Nächte des Saturns“ sind die ersten Himmelserscheinungen, die von
der Bayerwald-Sternwarte im Spiegelauer Ortsteil Neuhütte nach der
Winterpause beobachtet werden können. Am heutigen Samstag ab 20 Uhr
bietet die Astronomische Vereinigung e.V. interessierten Sternguckern
an, über das Teleskop den Planeten Saturn live zu beobachten. Weitere
Beobachtungstage im März sind am 10.3. und 21.3. Am 10. März steht der
Mond nahe zum Saturn, am 21. März präsentiert sich der Planet wieder
„solo“ dem Betrachter. Die Abende in der Sternwarte beginnen um 20 Uhr.
Die Führungen sind kostenlos, Spenden kommen dem Verein zu Gute.
Anmeldung unter info@bayerwald-sternwarte.de und Tel. 08553/6801.
- ul
Grafenauer
Anzeiger vom 6. März 2009 Schwaches Plus in Spiegelaus Tourismus-Statistik Gästeankünfte
steigen 2008 um 1,15 Prozent, Übernachtungen um 1,78 Prozent -
Vorreiterrolle beim kostenlosen Igelbusfahren wird vermarktet Von Ursula Langesee Spiegelau.
Ein schwaches Plus hat die Gemeinde Spiegelau bei Gästeankünften und
Übernachtungen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 erreicht: 1,15
Prozent mehr sind es bei den Gästeankünften, 1,78 % bei den
Übernachtungen (auf Grundlage der vom Bayerischen Landesamt für
Statistik korrigierten Zahlen). 28 507 Gäste kamen 2008 bei den
gewerblichen und privaten Betrieben an, 157 619 Übernachtungen wurden
gezählt. Die durchschnittliche Verweildauer betrug 5,53 Tage. Über
68 000 Euro sind für den Tourismus ausgegeben worden. Am teuersten war
die Veranstaltung „Winterzauber“, zusammen mit dem Bayerischen
Rundfunk, die 16 273 Euro kostete. Doch sie brachte auch 5000 Besucher
auf die Beine. 13 658 Euro schlug für die Aktion Familienbeilage zu
Buche. 57 000 Stück wurden gedruckt und der Zeitschrift „Eltern family“
beigelegt. Für Printsachen wurden 10 463 Euro ausgegeben. Dazu zählen
u.a. ein Flyer (5000 Stück), der Spiegelau als ideales Ziel für
Gruppenreisen bewirbt, und die „Winterpost“ (6500 Stück), die an alle
Gäste in 2007 verschickt wurde. Diese Zahlen stellte Theresa Resch,
Leiterin der Touristinformation, 29 der 130 Gastgebern vor, die am
Mittwoch-abend zur Versammlung ins Café Würzbauer gekommen waren. Hauptthema
war das kostenlose Nutzen des Igelbusses von 15. Mai bis 31. Oktober
über die Gästekarte (PNP berichtete). Darin spielt Spiegelau die
Vorreiterrolle im Bayerischen Wald. „Dieses Alleinstellungsmerkmal
müssen wir aktiv vermarkten und schon jetzt unsere Gäste darauf
hinweisen“, schlugen Jochen Stieglmeier und Josef Wanninger vor. Zur
Vermarktung erstellt die Touristinformation einen Flyer mit
Wandervorschlägen, Sehenswürdigkeiten und einer Übersicht, welche
Igelbusse kostenlos genutzt werden können - nämlich der Rachel-,
Lusen-, Finsteraubus und die Anschlussbusse 6086 und 6121 aus
Oberkreuzberg und Klingenbrunn. Von 21. bis 24. Mai werden Journalisten
eingeladen, die über das Igelbus-Angebot in ihren Publikationen
berichten sollen und ein Newsletter geht per E-Mail an bekannte
Gästeadressen. Während der Igelbussaison erhöht sich der
Kurbeitrag von 80 Cent auf 1,30 Cent für Erwachsene (Kinder sind frei).
„Warum endet die Igelbussaison im Oktober?“, wollte eine Vermieterin
wissen. „Aus Kostengründen“, antwortete Bürgermeister Josef Luksch.
„Eine Saison kostet der RBO ca. 450 000 Euro.“ Wanninger hält die
Igelbus-Saison mit einem Aufwand zwischen 100 000 und 150 000 Euro auch
im Winter für möglich, wenn andere Gemeinden mitziehen. Viel Lob gab
es für die jetzt wieder perfekte Loipenpflege und die teilweise
veränderte und verbesserte Loipenführung. „Aber bitte plant in die neue
Karte auch blaue Loipen ein, nicht nur rote“, wünschten sich die
Vermieter im Hinblick auf nicht so fitte Gäste. Alois Grobauer schlug
vor, den Bekanntheitsgrad der Loipen zu steigern und spezielle Kunst-,
Glas-, Wissens- oder Kinderloipen anzulegen. Katja Kubitscheck möchte
eifrige Loipenbenutzer mit Stempeln, ähnlich der Wanderstempel, und
Urkunden honorieren. Der Zustand der Winterwanderwege wurde kritisiert.
Vor allem fehle eine Anbindung an Oberkreuzberg abseits der Straße,
sagte Grobauer. Was beibehalten werden soll, sind Top-Veranstaltungen
wie der „Winterzauber“, das Motorradtreffen oder die Sprintnight, die
ein großes Medieninteresse finden.
Grafenauer
Anzeiger vom 1. März 2009 Weltcup-Atmosphäre bei 1. Sprintnight 50 Starter und 400 Besucher bei Langlaufveranstaltung von SC und FFW im Sägewerk Spiegelau - Promis kneifen Von Ursula Langesee Spiegelau.
„Mei, des is jo wia beim Weltcup“, kommentierte ein begeisterter
Besucher die 1. Sprint- und Partynight der Spiegelauer Feuerwehr und
des Skiclubs im ehemaligen Sägewerk-Gelände. Mit 399 weiteren Gäste
spornte er ab dem späten Samstagnachmittag die 50 Langläufer an. Schon
Siebenjährige wie Luisa Winter vom SC Spiegelau, die sich erst vor
kurzem erstmals die langen Latten untergeschnallt hatten, liefen
unverdrossen die 400-Meter-Runde um die Sortierhalle. So billig kamen
die Herren nicht davon: sie mussten die 1200-Meter-Strecke plus Anstieg
bewältigen. Die größte Herausforderung wartete allerdings beim
Prominentenlauf. Hans-Jürgen Scheifele (der spätere Sieger), Alexander
Kraus, Erwin Scholz, Christian Balboo Bojko und Gerhard Krenn mussten
sich als Biathleten beweisen und nach dem Sprint über den Schnee
liegend und stehend mit dem Lasergewehr zu treffen versuchen. Ging der
Schuss daneben, mussten sie Strafrunden drehen. Sie nahmen‘s mit Humor
und kämpften sich tapfer durch. Belohnt wurden sie mit viel Applaus. Eigentlich
hätten ja die „A-Promis“ - Ehrengast WM- und Olympiasiegerin Martina
Zellner, Schirmherr Landrat Ludwig Lankl, Bürgermeister Josef Luksch,
Erwin Bumberger, Klaus Pleintinger und Stefan Prosser von der Sparkasse
als Hauptsponsor - antreten müssen. Doch Martina Zellner winkte wegen
Schwangerschaft ab und die Herren hatten vorsichtshalber die Ski
„vergessen“, feine Mäntel und Salonschuhe angezogen. „Nächstes Jahr
seid Ihr dran“, kündigte Organisator Kurt Hobelsberger von der FFW
Spiegelau an. Zusammen mit Josef Erhart und Johann Achatz vom SC
Spiegelau und vielen Helfern der beiden Vereine hatte er die
Sprintnight mustergültig vorbereitet. „Super Strecke, super Schnee,
super Organisation“, bekamen die Veranstalter bei der Premiere
allenthalben zu hören und die vielen Gäste, die trotz des ungemütlich
einfallenden Nebels lange blieben, waren dafür der beste Beweis. Auch
Martina Zellner gefiel es gut in Spiegelau. Die Biathletin gab
Autogramme, überreichte die Siegerurkunden und zeigte durch ihre fünf
Treffer mit dem Lasergewehr, dass sie auch sieben Jahre nach ihrem
Karriereende noch perfekt über Kimme und Korn zielen kann. Als
Überraschung überreichten ihr Hobelsberger und Luksch einen bunten
Blumenstrauß: erst am 26. Februar war die gebürtige Traunsteinerin 35
Jahre alt geworden. Freuen können sich auch Kinder in Not. Für die
„Sternstunden“-Aktion des Bayerischen Rundfunks überreichten Vertreter
der Sparkasse und die Veranstalter 433 Euro aus den Erlösen der 1.
Sprintnight. Wenig zu tun blieb für DJ Klaus Flossmann: die Athleten
waren müde, die Partynacht schnell zu Ende. Die Sprintnight-Sieger: Schüler
8/9: 1. Lara Vogl (SC Spiegelau = SCS), 2. Barbara Havliková (SC
Šumava), 3. Luisa Winter (SCS).1. Maximilian Wallner (WSV Grafenau), 2.
Florian Pichler, 3. Fabian Pichler (beide SCS). Schüler 10/11: 1.
Elena Hilz, 2. Michaela Achatz, 3. Theresa Wanninger (alle SCS). 1.
Matthias Lettl, 2. Benedikt Betz (beide SCS), Alexander Scheifele (SC
Zwiesel. Schüler 12/13: 1. Christina Maier (WSV Eppenschlag), 2.
Nathalie Hilz, 3. Ann-Katrin Blöchinger (beide SCS). 1. Niklas Jobst,
2. Tobias Wanninger (beide SCS), 3. Johannes Troidl ( Deggendorf). Schüler
14/15: 1. Melanie Reith, 2. Sabine Wallner, 3. Carmen Garhammer (alle
WSV Eppenschlag). 1. Jonas Achatz (SCS), 2. Christopher Paukner
(Riedlhütte), 3. Maximilian Pleintinger (St. Oswald). Jugend 17: 1. Maximilian Resch (SV Finsterau), 2, Tobias Reith (WSV Eppenschlag). Frauen: Ramona Kuchler (Lam). Herren:
1. Florian Schröder (WSV Rabenstein), 2. Daniel Schiller (WSV
Eppenschlag), 3. Tillmann Helk (WSV Scheibe-Allsbach), 4. Karl
Garhammer (Oberkreuzberg).
SAXNDI... ...die
Vielseitigkeit des Geländes um die alte Sortierhalle im Staatlichen
Sägewerk wurde bei der Sprintnight einmal mehr deutlich. Langläufer und
Besucher waren begeistert von dem Rundkurs in der „Event-Arena“, wie
das Areal spontan getauft wurde. Für die Organisatoren ist die
gelungene Premiere ein Ansporn. Damit sich noch mehr von den idealen
Rahmenbedingungen für sportliche Veranstaltungen in der Industriebrache
überzogen können, soll die Sprintnight nach einer spontanen Idee von
Mit-Veranstalter Kurt Hobelsberger nächstes Jahr am Faschingssonntag
stattfinden. Dann sind mit Maskenprämierungen, Gaudiläufen und einer
langen Partynacht noch mehr Programmpunkte möglich als am ersten
Fastensamstag. Und den heuer kneifenden A-Promis fällt in
Faschingslaune das Mitlaufen sicher leichter. Ursula Langesee
Grafenauer
Anzeiger vom 27. Februar 2009 Klaus
Büchler (62) löste sich von der industriellen Glasfertigung - Den
Kulturpreis empfindet er als große Ehre n / von Helmuth Rücker Spiegelau.
Klaus Büchler sitzt in seinem Wohnzimmer, hinter ihm die Wand mit
Bildern namhafter Künstler aus dem Bayerischen Wald. Viele von ihnen
haben den Kulturpreis des Kulturkreises Freyung-Grafenau. „Für mich ist
es eine große Ehre und Freude, dass ich mich in diese Reihe einordnen
darf“, sagte er gestern. Büchler, einst Kunsthandwerker in der
Glasindustrie, ist der 23. Träger des anerkannten Kulturpreises. Büchler
ist ein Kind der Glasmacherregion. Er lernte an der Glasfachschule
Zwiesel, wo sein Talent geweckt und gefördert wurde. Jahrzehntelang war
er eingebunden in die Spiegelauer Glasproduktion, im Design. Im
Vordergrund stand das Gebrauchsglas. In der eigenen Werkstatt daheim
fand er die Freiheit, sich kreativ entfalten zu können. Hier konnte er
mit dem Glas spielen, es schleifen, anrauen und polieren, das
Funktionale hinter sich lassen, neue Formen finden. Immer stärker
wurde der Drang nach der freien künstlerischen Gestaltung. Vor fünf
Jahren löste sich der heute 62-Jährige endgültig von der Glasindustrie
und arbeitet seitdem freischaffend. Büchler ist ein klassischer
Glasgraveur. Den Glasrohling vor sich, wendet und dreht er so lange,
bis er dem Stück Bedeutung gibt, indem er es veredelt. Er liebt die
strenge Formensprache. In seinen Objekten liegt die Ruhe, fern ab vom
Gehetzten und Verspielten. Mit seinen Schliffen gibt er dem kalten
Werkstoff Glas Wärme und Ausstrahlung. Büchler kommt aus dem
Handwerk. Der Übergang zur künstlerischen Arbeit war fließend. Seine
Glasobjekte haben etwas Bodenständiges. Sie haben Gewicht, vor allem
die Kugeln. Das massive, volle Glas fasziniert ihn. Er spaltet es,
treibt optisch andersfarbige Keile ein, spielt mit dem Lichteinfall,
ritzt und sägt es. „Glas ist so unheimlich vielseitig. Ich komme nicht
mehr von ihm los“, philosophiert er. Diesen Part überlässt er in der
Regel Karl-Heinz Reimeier, der unzählige Gedichte zu seinen
Glasobjekten geschrieben hat. Er hält morgen bei der Preisverleihung
auch die Laudatio.
Grafenauer
Anzeiger vom 26. Februar 2009 Gemeinderat will Visionen entwickeln In einer Sondersitzung werden Ideen gesucht, was die Gemeinde für die Zukunft fit machen könnte Von Helmuth Rücker Spiegelau.
Für eine Gemeinde reicht es nicht, die Hausaufgaben zu erledigen. Das
macht eine Kommune nicht zukunftsfähig. Dessen ist sich der Gemeinderat
Spiegelau bewusst, weswegen er sich in einer Sondersitzung mit der
Zukunft beschäftigen will. Angeregt wurde dies in der jüngsten
Sitzung von Erhard Wawrzek (FW). „Wir müssen uns mal ohne Zeit- und
Sachzwänge generell über die Entwicklung der Gemeinde unterhalten“,
forderte er. Visionen sollten in einer freien Aussprache entwickelt
werden. „Jeder soll sagen dürfen, wie wir die Gemeinde nach vorne
entwickeln könnten.“ Spiegelau verliere in einem Jahr 30 Einwohner, das
sei ein Alarmzeichen. Wawrzek sprach von einem „Entwicklungskonzept für
die ganze Gemeinde“. Vor allem für die Entwicklung des Geländes, auf
dem früher das Staatliche Sägewerk stand, bedürfe es einer Lösung. Bei
Bürgermeister Josef Luksch (SPD) rannte er damit offene Türen ein. In
der „Zukunftswerkstatt“ sei ein solches Entwicklungskonzept auch schon
Thema gewesen. Für März seien ohnehin zwei Sondersitzungen vorgesehen.
Anfang März sollten alle Vorstellungen auf den Tisch kommen und ohne
Vorbehalte und politisches Kalkül diskutiert werden. Am 25. März fahre
dann eine Delegation nach Landshut, um im Referat Städtebauförderung
abzuklopfen, was sich umsetzen und vor allem fördern lasse. „Danach
gibt es wieder eine Sondersitzung, um ein konkretes Konzept
auszuarbeiten und möglicherweise zu beschließen“, kündigt Luksch an. Zwischendurch
wird eine weitere Sitzung notwendig, um das Alltagsgeschäft zu
erledigen. Auf den Gemeinderat kommt also im März viel Arbeit zu. Auch
in der jüngsten Vergangenheit gab es offensichtlich schon reichlich
Arbeit, da es bisher nicht gelang, die Wünsche bzw. Anträge aus den
Bürgerversammlungen, die im Herbst stattfanden, zu behandeln. Luksch
trug aus den Protokollen die Bürgeranfragen vor. In den meisten Fällen
handelte es sich um Stellungnahmen und Anregungen. In Spiegelau war
offiziell beantragt worden, Bauarbeiten zum Beispiel an Straßen nicht
eher als um 8 Uhr beginnen zu lassen - „aus Rücksicht auf Urlaubsgäste,
die länger schlafen“. Möglich ist dies über verkehrsrechtliche
Anordnungen. Der Gemeinderat war damit einverstanden. Ausnahmen müssten
aber zum Beispiel bei Wasserrohrbrüchen möglich sein. Der Antrag,
den Schneepflug in Klingenbrunn beim Räumen so einzustellen, dass der
Schnee nur nach rechts (und nicht nach links) geschoben wird, wurde
abgelehnt. Den Fahrern wurde unterstellt, sie würden Einfahrten
absichtlich zuschütten, hieß es. Der Vorwurf wurde zurückgewiesen. Die
beantragte Versetzung eines Buswartehäuschens und das Ziehen eines
Straßengrabens in der Hirschschlager Straße soll sich der Bauausschuss
vor Ort ansehen. Der Antrag, die Holzabfuhr über Althütte zu verbieten,
wurde zurückgewiesen. „Das ist notwendiger Verkehr“, sagte
Bürgermeister Luksch.
Grafenauer
Anzeiger vom 21. Februar 2009 Kurkarte als Busticket Bürgermeister Josef Luksch: „Wir sind Vorreiter“ - Geringe Ersparnis, aber große Wirkung Von Helmuth Rücker Spiegelau.
Wer künftig in einem der Igelbusse eine Spiegelauer Kurkarte vorzeigt,
darf kostenlos mitfahren. Gestern wurde ein entsprechender Vertrag
zwischen dem Betreiber „Regionalbus Ostbayern“ (RBO) und der Gemeinde
geschlossen. Bürgermeister Josef Luksch sagte nicht ohne Stolz: „Wir
sind Vorreiter.“ Er ist davon überzeugt, dass die anderen Gemeinden
reihum folgen werden. Niemand möchte seine Urlauber verlieren, weil
es in Spiegelau Vorteile gibt, die bei der Wahl des Urlaubsorts einen
Ausschlag geben können. Gemeinden im Umkreis stehen unter Zugzwang.
Denn das Angebot, mit der Kurkarte den Igelbus inklusive der
Zubringerbusse aus Klingenbrunn und Oberkreuzberg kostenlos nutzen zu
können, bringt keine große Ersparnis, aber die Wirkung ist groß. Rund
20 000 Euro zahlt die Gemeinde jährlich an RBO für diesen Service. Das
Geld kommt über den Kurbeitrag wieder rein. Am Dienstag beschloss der
Gemeinderat, den Kurbeitrag in den Sommermonaten, wenn der Igelbus
fährt, um 50 Cent auf 1,30 Euro pro Urlaubstag zu erhöhen. Eine
Tageskarte für den Igelbus kostet 2 Euro. Der Gast spart sich somit
1,50 Euro.
Um den kleinen finanziellen Vorteil allein geht es
Bürgermeister Josef Luksch und der Tourismuschefin Theresa Resch nicht.
„Dahinter steckt unsere Philosophie, dass der Urlauber bei uns kein
Auto braucht“, sagt Luksch. „Natur pur“ sei angesagt. Das soll dem Gast
so bequem und einfach wie möglich gemacht werden. Die Kurkarte wird zum
Busticket. „Davon habe ich immer geträumt“, sagt Theresa Resch, die
seit drei Jahren das Tourismusbüro leitet. Doch der Traum geht weiter:
„Wir müssen diese Idee für die gesamte Region weiterverfolgen.“ Zum
Beispiel: Mit der Kurkarte auch die Waldbahn nutzen zu können.
Gegenwärtig wird an der Umsetzung gearbeitet. Für Spiegelau ist der
Clou mit der Kurkarte noch ein Alleinstellungsmerkmal, auch wenn der
Urlauber, der weder Gemeinde- noch Landkreisgrenzen kennt, diese
örtliche Neuerung nicht als die große Innovation erkennen wird.
Schließlich gibt es in Deutschland genügend Regionen, die diesbezüglich
noch mehr vorzuweisen haben. „RBO zeigt sich sehr aufgeschlossen“,
versicherte Günter Neumayer, Niederlassungsleiter mit Sitz in Passau,
bei der Vertragsunterzeichnung. „Unsere Vision ist es, dass es zwischen
Furth i. Wald und Waldkirchen oder auch Passau nur ein Ticket gibt,
egal ob man in Bus oder Bahn steigt.“ Den Igelbus gibt es seit
1996. Er ist vom 15. Mai bis zum 31. Oktober mit sieben Bussen auf drei
Linien unterwegs. Sie fahren mit Erdgas. Anfangs stieß die Idee, die
Straßen in den inneren Nationalpark für Autos zu sperren und nur noch
die umweltfreundlichen Igelbusse fahren zu lassen, auf Skepsis und
Widerstand. „Seit fünf bis sechs Jahren sind die Fahrgastzahlen
stabil“, erklärt Günter Neumayer. In den Sommermonaten steigen gut 100
000 Fahrgäste ein.
Die Kosten sind beträchtlich. Der Landkreis
Freyung.Grafenau, der Träger des Projektes ist, finanziert das Defizit
aus ÖPNV-Mitteln. Rund 500 000 Euro kostet der Betrieb jährlich, knapp
200 000 Euro kommen mit dem Fahrgeld in die Kasse. Über den erhöhten
Kurbeitrag nimmt die Gemeinde Spiegelau ein wenig mehr ein, als sie an
RBO zahlen muss. „Wir müssen schließlich noch Werbung machen“, sagt
Bürgermeister Luksch. Im Gemeinderat stellte er einen gewagten
Vergleich an: „Es reicht nicht, einer schönen Frau ein schönes Kleid zu
kaufen. Ich muss sich damit auch ausführen.“ Im Gemeinderat wurde
noch eine Fahrplanverbesserung angeregt. Urlauber in Klingenbrunn oder
Oberkreuzberg müssten bisher schon um 8 Uhr mit dem Frühstück fertig
sein, damit sie den Zubringerbus zum Igelbus erreichen. Neumayer
versprach Abhilfe. Als Dankeschön für den schnellen Entschluss, die
Kurkarte als Busticket einzusetzen, hatte er ein Geschenk mitgebracht.
„Wer die Kurkarte vorzeigt, kann den Igel-Winter-Bus kostenlos nutzen.“
Dieser fährt in der Faschingswoche die Strecke von Klingenbrunn bis
Finsterau/Mitterfirmiansreut.
Grafenauer
Anzeiger vom 20. Februar 2009 Bei der Loipenpflege soll Qualität vor Quantität gehen Der
Gemeinderat sorgt sich um die Akzeptanz bei den Urlaubern -
Bürgermeister Luksch: „Bessere Koordinierung mit den Nachbarn nötig“ Von Helmuth Rücker Spiegelau.
Der Winter ist da. Für die Urlauber herrschen ideale
Wintersportbedingungen. „Aber die Loipen sind in keinem idealen
Zustand“, kam am Dienstag in der Sitzung des Gemeinderates Kritik auf.
Ausgelöst wurde sie durch den Wunsch, am Mühlberg noch eine Rundspur zu
ziehen. Damit war eine lebhafte Diskussion losgetreten. Josef
Wanninger, Sportreferent des Gemeinderates, sprach sich gegen weitere
Loipen aus. Schon im Sommer hatte er sich für mehr Qualität statt
Quantität ausgesprochen. „Wenn sollten keine neuen Trassen ins Spiel
bringen, wenn es uns nicht gelingt, die vorhandenen optimal zu
pflegen“, sagte Wanninger. Mehrere Gemeinderäte wussten davon zu
berichten, dass am vergangenen Wochenende manche Loipe am Nachmittag
noch nicht frisch gespurt gewesen sein. Grund dafür war, dass das
Loipenspurgerät vom Kids-Cup in Anspruch genommen wurde. „Das Gerät ist
nicht allein für den Skiclub da“, hieß es. Der Fahrer brauche klare
Vorgaben, was Priorität habe. Die Gemeinde wolle sich die Urlauber
nicht vergraulen. Das sei aber der Fall, wenn sie andere Loipen nutzen
würden, weil die im Gemeindegebiet nicht gespurt seien. Dem Wunsch,
am Mühlberg noch eine Spur zu ziehen, wurde widersprochen. Im Herbst
sei keine Vorsorge getroffen worden. Feuchte Gebiete müssten überbrückt
werden, zudem fehle es an Orientierungsstangen. „Wir sollten die, die
wir haben, erst einmal ordentlich pflegen, bevor wir neue Trassen ins
Spiel bringen“, sprach sich die Mehrheit gegen ein größeres Loipennetz
aus. Wichtiger sei es zudem, die Loipen mit den Nachbargemeinden zu
verbinden. „Eine bessere Koordinierung ist nötig“, sagte Bürgermeister
Josef Luksch. Die Steilstücke in Althütte seien leider immer noch nicht
entschärft, wurde ergänzt. Den Schwierigkeitsgrad müsse man mit
„dunkelschwarz“ bezeichnen. Laut Tourist-Information entfallen 30
Prozent der 43 500 Übernachtungen auf den Winter. Das sind genau so
viele wie im Sommer. Der Winterurlaub und damit das Langlaufen haben in
Spiegelau einen hohen Stellenwert.
Grafenauer
Anzeiger vom 12. Februar 2009 Mehr als 500 Trauernde geben Max Schinabeck das letzte Geleit Alle Redner würdigten die großen Verdienste, die sich der Bäckermeister in der Gemeinde Spiegelau erworben hat Spiegelau.
Mehr als 500 Trauernde hatten sich zum Requiem für Max Schinabeck in
der Pfarrkirche Spiegelau eingefunden und bei der Urnenbestattung auf
dem Friedhof wuchs die Zahl der Trauergäste sogar noch an. Bei
allem Leid und der ganzen Tragik darf man es aber ruhig als einen
Glücksfall betrachten, dass es in der Pfarrei einen BGR Pfarrer Hubert
Gerstl gibt. Der war wie kein anderer imstande, diesen schmerzhaften
Verlust für die Familie Schinabeck - und darüber hinaus für die ganze
Gemeinde Spiegelau - mit Trost und Zuversicht zu mildern, indem er für
alle Trauernden im Gotteshaus die Worte fand, die den Fragen nach dem
Warum nicht aus dem Weg gingen und die zu erklären versuchten. „Wir
sind alle voll von unendlicher Trauer und gerne hätten wir ihn noch
unter uns“, so Gerstl. Schinabecks Freitod hätte bei Angehörigen und
Freunden Fragen hinterlassen. „Ob wir etwas falsch gemacht oder
übersehen haben, oder ob er von einer inneren Verzweiflung gepackt
wurde.“ Max Schinabeck sei ein Mensch gewesen, der niemanden in sich
hineinschauen habe lassen. „Und so tragen wir dich zu Grabe, ohne mit
dir an ein Ende gekommen zu sein“. Schinabeck sei Mitherausgeber der
Zeitung „Glasmacher“ gewesen, die Kreuzwegbilder in der Pfarrkirche
Klingenbrunn hätten ihm so viel bedeutet, dass er alles dahintergesetzt
habe, damit diese in Buchform erscheinen können. Er habe vieles bewegt.
„Ja, er hat in vielerlei Hinsicht Spiegelau mitgeprägt und unserem Ort
ein neues Gesicht gegeben“. Vor allem sei er ein großer Gönner gewesen.
Er half, wo er helfen konnte. „Und wo man ihn brauchte, bei den
Vereinen, beim Trachtenverein, im Kindergarten, beim Kirchenchor oder
bei der Hochwasserkatastrophe in Meissen.“ Er sei ein Freund unserer
Bücherei und ein Freund unserer evangelischen Kirchengemeinde gewesen Max
Friedl sprach für den JSV Quetsch (Jagd- und Sportschützenverein). „Ein
Max Schinabeck kannte kein Nein. Er war immer da, wenn man ihn
brauchte. Nie aufdringlich, nie auf besonderen Dank bedacht. Der JSV
Quetsch hat eines seiner ganz wertvollen Mitglieder verloren. Er hat
eine unendlich große Lücke hinterlassen“. Auch für den Gewerbeverein
Spiegelau sprach Max Friedl einen kurzen Nachruf. Mit Max Schinabeck
verliere der Gewerbeverein eines seiner wichtigsten Mitglieder, auch
ein Gründungsmitglied. Max Schinabeck diente in seiner bescheidenen,
feinsinnigen Art seiner Gemeinde. Ihm lag das Wohl seiner Heimat sehr
am Herzen. So war er z. B. der Initiator des Starkbierfestes, der
Hiagstroas, des Pandurenfestes. Neben der Leitung seines Betriebes
fühlte er sich verpflichtet, sein Können und seine Erfahrung in den
Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Er interessierte sich auch für die
Geschichte seiner Heimat. Deshalb habe er die Paul Friedl-Abende
organisiert. Der Liederkranz Klingenbrunn bedankte sich durch den
Vorstand Diedrich Denker bei der Trauerfamilie. 43 Jahre war Max
Schinabeck hier ein förderndes Mitglied. Diakonin Gabriela
Neumann-Beiler bedankte sich für die Evangelische Kirche. „Unser Max
war immer da, wenn wir ihn gebraucht haben.“ Ihr abschließendes Gebet
„Selig sind, die da Leid tragen“ beendete eine würdevolle Trauerfeier,
die der Kirchenchor Spiegelau unter Josef Kreutner umrahmte. - sto
Grafenauer
Anzeiger vom 4. Februar 2009 GanzSpiegelau trauert um MaxSchinabeck Die
Gemeinde Spiegelau steht unter Schock - der langjährige Vorsitzende des
Gewerbevereins Max Schinabeck (67) hat in der Nacht auf Montag den
Freitod gewählt. Der Bäckermeister nahm sich im Kurpark mit einem
Revolver das Leben. Sein Sohn informierte die Polizei in Grafenau kurz nach 6 Uhr. Über das Motiv gibt es laut Auskunft der Kripo Passau keine Hinweise. „Als
ich die Nachricht gehört habe, konnte ich es kaum glauben“, sagte
gestern ein sichtlich schockierter Bürgermeister Josef Luksch zum
Grafenauer Anzeiger. Max Schinabeck sei noch letzte Woche bei ihm
gewesen, man habe sich lange unterhalten. „Hier waren vor allem die
wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Thema“. Schinabecks Tod hinterlasse in der Glasmachergemeinde eine große Lücke. Beispielsweise im 1986 gegründeten Gewerbeverein, dessen langjähriger
Vorsitzender er gewesen sei. Mittlerweile steht Schinabecks Sohn
Michael an dessen Spitze. Max Schinabeck sei jedes Jahr bei der
Organisation der beliebten „Hiagstroas“ ein unermüdlicher Helfer
gewesen, erst bei der Veranstaltung im letzten Jahr sei er noch am Ofen
gestanden und habe Brot gebacken. Max Schinabeck entstammt aus einer großen Spiegelauer Bäckerdynastie. Gründer
war dessen Großvater Max, im Laufe der Zeit wurde der Betrieb immer
weiter ausgebaut und vergrößert, unter anderem wurden Filialen in
Zwiesel, Regen und Bischofsmais gegründet. Die Mitarbeiterzahl dürfte laut Luksch so zwischen 30 und 40 gelegen haben. Max
Schinabeck war im Gemeindeleben voll integriert und engagiert. Er war
ein großer Gönner und half immer dort, wo gerade Not am Mann war. So
sponserte er vor kurzem noch die Romfahrt des Kirchenchors mit seinem
Gebäck. Schinabeck war auch Mitglied des Trachtenvereins D´Schwarzachtaler, wo
er lange Zeit im Vorstand tätig war. Daneben hatte er das Spiegelauer
Starkbierfest ins Leben gerufen, seine große Liebe galt auch der
Spiegelauer Geschichte, hier hat er mit Leidenschaft zahlreiche
Aufnahmen aus früheren Zeiten gesammelt. „Die Dokumente aus alten
Zeiten dürfen nicht verloren gehen, lautete Schinabecks Devise“, sagt
sein Freund Franz Stockinger. Auch er habe bei Bekanntwerden der
Nachricht seines Todes lange Zeit nicht daran glauben mögen. „Die, die
ihn näher kannten, waren von seiner Menschlichkeit und Offenheit
begeistert“. Schinabeck war auch der Initiator des Paul-Friedl-Vereins,
der sich den Erhalt des Geburtshauses des Bayerwalddichters auf die
Fahnen geschrieben hat. So sponserte er vor kurzem noch die Romfahrt
des Kirchenchors mit seinem Gebäck. Zusammen mit Herbert Seidl gab er
zudem vierteljährlich die Zeitschrift „Der Glasmacher“ heraus, in der
die Vorkommnisse in der Gemeinde aufgeführt wurden. „Auch hier wird er
uns an allen Ecken und Kanten fehlen“, sagt Bürgermeister Josef Luksch. - an
Grafenauer
Anzeiger vom 3. Februar 2009 100 000 Euro Mehrkosten sind eine „bittere Pille“ Gemeinderat segnete die Kostenüberschreitung beim Abwasseranschluss im Klingenbrunner Westen ab Spiegelau.
Beim Abwasseranschluss im Klingenbrunner Westen ist es zu einer
erheblichen Kostenüberschreitung gekommen. Sie war jetzt Thema im
Gemeinderat. Bei den Arbeiten für den Kanalbau stellte sich heraus,
dass Straßenbeläge und Unterbau an vielen Stellen in einem so
schlechten Zustand waren, dass Arbeiten über das geplante Maß hinaus
nötig waren, um für einige Jahre einen vernünftigen Zustand zu
erhalten. Die Kosten waren enorm hoch: 100 000 Euro. „Nach einem
Vergleich von Anbieterzahlen war das immer noch die günstigste Lösung“,
sagte Bürgermeister Josef Luksch. Der Gemeinderat stimmte der
Kostenüberschreitung zu. Deutlich kleiner fiel ein Nachtragsangebot
im Zusammenhang mit dem Naturbad aus. 720 Euro mussten hier für den
Einbau von Asphaltbeton nachträglich genehmigt werden. Vergeben wurde
zudem ein Auftrag über Arbeiten zu den Abwasseranlagen in Palmberg.
Hier erhielt die Firma H&T in Ruh-mannsfelden als günstigster
Bieter den Zuschlag für 58 676 Euro. Der teuerste Bieter hätte dafür
über 111 000 Euro verlangt. 500 Euro Zuschuss erbaten sich Skiclub
Spiegelau und Freiwillige Feuerwehr für die geplante Sprint- und
Partynacht am Gelände des ehemaligen Sägewerks. Dort soll am 28.
Februar ein Sportprogramm mit Langlauf und Biathlon geboten werden, das
auch überregional beworben wird und touristische Außenwirkung haben
könnte, so die Meinung im Gemeinderat. Es wurde als problematisch
angesehen, dass mit dem Geld eine benötigte Toilettenanlage bezahlt
werden soll, da die Gemeinde auch bei weiteren Veranstaltungen anderer
Vereine in Zugzwang gebracht werden könnte. Da dieses Event jedoch
weit über das Lokale hinaus wirke, sei eine Unterstützung - für welchen
Zweck das Geld auch verwendet würde - durchaus gerechtfertigt, war der
einhellige Tenor. Ernst Ertl merkte an, dass die Gemeinde ohnehin sich
beeilen sollte, am neuen Volksfestgelände eine geeignete
Toilettenanlage zu errichten, um weitere Anmietungen dann unnötig zu
machen. Wie in anderen Kommunen ergab die Umfrage zur benötigten
Breitbandversorgung mit schnellen DSL-Verbindungen auch in Spiegelau
ein unbefriedigendes Bild. Zwar wünschen sich Unternehmer und auch
Privatleute eine bessere Versorgung, aber die Anbindung über ein
eigenes Funknetz würde für knapp 100 Interessenten schon mit bis zu 500
000 Euro zu Buche schlagen. Ein nicht genauer ausgeführtes Angebot
eines Mobilfunkanbieters belief sich zwar auf nur 40 000 Euro, aber
dazu war nicht zu erfahren, wie das Leistungsspektrum aussehen würde. Zudem
wird eine Verbindung per Funk statt über Kabel wegen der Verbindungs-
und Datensicherheit als problematisch angesehen. Der Gemeinderat sieht
es zwar als wichtig an, dass insbesondere für künftige
Gewerbeansiedlungen eine schnelle Anbindung an die Datenautobahn als
Standortfaktor beachtet werden muss, dennoch soll die Entwicklung erst
einmal beobachtet werden, auch weil sich der Landkreis diesbezüglich
selbst noch stark machen will. Problematisch sah Bürgermeister
Luksch die Empfehlung eines neues Funkstandorts für den Aufbau eines
Digitalfunk-netzes, das das Bayerische Innenministerium vorantreiben
will, um sicherheitsrelevante Einrichtungen damit zu verbinden. Die
Sensibilität der Bevölkerung spreche gegen einfachere Lösungen in
Ortsnähe, auch wenn ein Standort auf dem Land technisch gesehen eine
stärkere Sendeleistung benötige, argumentierte Karl-Heinz Roth. Die
Anfrage wurde zurückgestellt, es sollen noch mehr Informationen zum
Bedarf eingeholt werden. Die Gemeindeverwaltung schlug den Ankauf
eines Programms vor, mit dessen Hilfe der informelle Ablauf von
Sitzungseinladungen über Protokollierung bis Archivierung deutlich
vereinfacht werden könnte. Das setzte voraus, dass die Gemeinderäte
sich damit einverstanden erklären, künftig mehr Informationen per Mail
entgegenzunehmen. Die Gemeinderäte wollen sich diesem Weg nicht
verschließen, Karl-Heinz Roth fragte sich aber, ob das nicht auch mit
einer Optimierung vorhandener Software erreichen werden könnte. Das
neue Programm kostet bis zu 10 000 Euro. Er wird sich mit Kämmerer
Bruno Donaubauer zusammensetzen, um nach einer Lösung zu suchen und
dann dem Gemeinderat berichten. Abgelehnt wurde von den Behörden
der Wunsch, an der B 85 Hinweisschilder auf die Klingenbrunner
Nachtloipe aufzustellen. Das sei dort weder zulässig noch sinnvoll,
hieß es. Erhard Wawrzek bemängelte, dass die „Dog-Stations“ im
Kurpark komplett verschmutzt seien. Josef Luksch antwortete auf die
Frage nach den Mitteln aus dem staatlichen Investitionsprogramm, dass
neben dem Ziel, für den Hochbaubereich an Schulen Gelder
bereitzustellen, sonst bisher noch wenig bekannt sei. Angesprochen
wurde das Problem, dass bei der Vermietung öffentlicher Dachflächen an
Solarstromfirmen es zu teils erheblichen Schäden an der Bausubstanz
kommen könnte, da Dachflächen durchnagelt worden seien. Die Verträge
sehen jedoch vor, dass gegebenenfalls die Mieter dafür gerade stehen
müssen und dafür Versicherungen abgeschlossen hätten. Und schließlich
bemängelte es Ludwig Schopf, dass es im Zusammenhang mit dem Bolzplatz
in Klingenbrunn überhaupt zu einer so großen öffentlichen Entrüstung
und Aufruhr hatte kommen müssen. - hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 27. Januar 2009 Nicht gleich, sondern gleichwertig Weltgebetswoche für die Einheit der Christen - In Grafenau gibt es viele Beispiele für gelebte Ökumene Von Ursula Langesee Grafenau.
Von den Zahlen her scheint das Verhältnis der evangelischen zu den
katholischen Christen in der Kirchen- bzw. Pfarrgemeinde Grafenau wie
bei David und Goliath: 1300 zu 6000. Doch bloße Zahlen sagen nichts
darüber aus, wie gut die Ökumene funktioniert. In Grafenau gibt es
viele Verbindungen zwischen den Konfessionen, lediglich die gemeinsame
Jugendarbeit ist noch ausbaufähig. Bei Einweihungen und
Installationen „arbeiten“ die katholischen und evangelischen
Geistlichen zusammen, mit ihren Gläubigen treffen sie sich zu
gemeinsamen Wanderungen zum Brudersbrunn, bei Bildungsreisen und
-veranstaltungen, bei Glaubenskursen, Taizé-Gottesdiensten, zum
Abendlob, sie besuchen sich gegenseitig zu den Pfarrfesten und in den
Gemeinde- und Pfarrbriefen ist jeweils Platz für die Ankündigungen der
anderen Kirche reserviert. Und Grafenau hat sogar eine „ökumenische“
Sekretärin: Helene Winkler ist römisch-katholisch getauft, arbeitet
aber seit neun Jahren im Büro der Evangelisch-Lutherischen
Kirchengemeinde Grafenau. So selbstverständlich ist diese
„sinnvolle Bündelung der Kräfte“, wie es die Grafenauer Pfarrerin Sonja
Schuster nennt, aber nicht überall. Um an die Teilung der Christenheit
zu erinnern und sie zu überwinden, gibt es seit 1968 die
„Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“. Sie wird alljährlich
zwischen dem Fest des Bekenntnisses des hl. Petrus am 18. Januar und
dem Fest der Bekehrung des hl. Paulus am 25. Januar begangen. Heuer
suchten Christen aus Korea das Leitwort aus. Mit „Damit sie eins werden
in deiner Hand“ (Ezechiel 37,17) ziehen sie von der Teilung der
Christenheit Parallelen zu ihrer eigenen Situation in dem geteilten
Land. Damit ist für sie die Hoffnung verbunden, dass wie bei den beiden
Stäben aus der Ezechiel-Prophetie, eine Wiedervereinigung in ihrem Land
möglich werden könnte. Bei einem gemeinsamen Gottesdienst in der
Stadtpfarrkirche mit Dekan Kajetan Steinbeißer und Pfarrerin Sonja
Schuster baten katholische und evangelische Christen ihren gemeinsamen
Gott, dass er Einheit schaffe, wo Menschen sie zerstört haben. Die
Gebete und Lieder aus dem Gotteslob bzw. dem Evangelischen Gesangsbuch
wurden flankiert von symbolischen Handlungen. Ein Gong wurde zur
Begrüßung drei Mal geschlagen, dann hieß es auf Koreanisch „Katscha,
huiman-e tschunim ke! Lasst uns näher zu Gott kommen.“ Zum Austausch
des Friedensgrußes wurden zwei Stäbe zusammengebunden - ein Zeichen der
Versöhnung durch die Initiative und das Handeln. Über diese Stäbe
hinweg wünschten sich die Gläubigen Frieden. Pfarrerin Schuster
erinnerte in ihrer Ansprache an die Teilungen in der christlichen
Kirche: 1054 kam es zur großen Trennung von Ost- und Westkirche, dann
kam die Reformation mit Jan Hus und Luther, Calvin und Zwingli, später
trennten sich römisch-katholische und altkatholische Kirche sowie die
Lutherische und die Reformierte Kirche. Sie erwähnte grauenvolle
Glaubenskriege, aber auch die Fortschritte in der Ökumene seit Beginn
des 20. Jahrhunderts, die sich trotz des Zweiten Weltkrieges erhalten
hätten. „Uns verbinden die Grundlagen des Glaubens in dem einen
Herrn Jesus Christus“, so die evangelische Geistliche. „Ganz viele
Stäbe verbinden sich zu einem Stab und werden damit wirkungsvoller.
Einheit heißt für mich nicht Gleichheit, sondern Gleichwertigkeit. Wir
sind so vielfältig wie die ersten Jünger von Susanna bis Petrus, von
Paulus bis Lydia und beten darum, dass diese bunte Vielfalt sich als
eine starke Gemeinschaft versteht, die den Anliegen des Evangeliums
Gehör verschafft.“ Auch die Kollekte war ökumenisch. Sie unterstützt
die Sozialarbeit mit Müllsammlerkindern in Fortaleza im Nordosten von
Brasilien. Ganz selbstverständlich hatten sich die katholischen
und evangelischen Christen zum Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche
getroffen. Genauso gut hätte es die Christuskirche sein können, denn:
„Jeder Christ ist eingeladen, es gibt keine Verbote, dass Evangelische
kein katholisches Gotteshaus und Katholiken keine evangelische Kirche
betreten dürfen“, betonen Steinbeißer und Schuster. Es gibt auch
konfessionsverbindende Trauungen und Taufen. Die größten
Unterschiede gibt es aber nach wie vor im Abendmahlverständnis. Während
bei den Katholiken nur ein geweihter Priester durch das Sprechen der
Einsetzungsworte Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu verwandelt
(Transsubstantiation), darf bei den Evangelischen grundsätzlich jeder
Christ die Einsetzungsworte sprechen, wenn es nach der Ordnung der
Kirche geschieht. Eine nächste Gelegenheit zur Ökumene gibt es bereits am 6. März beim Weltgebetstag der Frauen.
Grafenauer
Anzeiger vom 26. Januar 2009 Über 1000 Arbeitsplätze dank Nationalpark Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner betont im Gemeinderat den Nutzen der Einrichtung für die Region Spiegelau.
Der Nationalpark Bayerischer Wald schafft Arbeitsplätze. Das ist allen
in der Region durchaus bewusst. Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner
bezifferte die Zahl auf 1000. Anlass dazu war sein jährlich
abgehaltener Bericht im Gemeinderat über jüngsten Entwicklungen und
Prognosen. Seine Informationstour durch die Gemeinden setzte Karl
Friedrich Sinner fort. Auch in Spiegelau nahm er zur
Borkenkäferentwicklung im Alt- sowie Erweiterungsgebiet und auch in
umliegenden Wirtschaftswäldern Stellung, wie bereits bei anderen
Gelegenheiten berichtet, referierte er zum Tag der Artenvielfalt in
Kooperation mit dem Magazin GEO und wiederholte die Positionen zu den
geplanten grenzüberschreitenden Wanderwegen, zu Chancen und Folgen. Einen
Schwerpunkt legte er auf touristische und ökonomische Aspekte des
Nationalparks, die sich aus Gästebefragungen und Wirtschaftsstatistiken
ergaben. Quintessenz: Der Nationalpark ist und bleibt eine wichtige
Einrichtung, wenn es um die Anziehungskraft der Region geht. Die
Diskussion um die natürliche Waldverjüngung habe gezeigt, dass es sich
mittlerweile zum Trumpf entwickle, „bei der Geburt eines neuen Waldes
dabei sein zu dürfen“ und dass die Dynamik, die eine steilere Kurve
nehme, als noch vor Jahren erwartet, von den Besuchern eines neuen
„Märchenwaldes“ nicht mit Schrecken, sondern mit Faszination gesehen
werde. „Die Welt da oben hat sich verändert“, sagte Sinner zu
Vergleichsbildern aus den Hochlagen und aus „Schadensflächen“ der
Vergangenheit. Während sich im Nationalparkgebiet langsam aber stetig
ein Bild einstelle, das an romantische Gemälde der Zeit Adalbert
Stifters erinnert, zeigten sich beispielsweise im Arbergebiet, wo dem
Borkenkäferbefall klassisch begegnet worden ist, kahle Stellen, wo
Urlauber wirklich künftig in praller Sonne wandern müssen, statt unter
einem wiederkehrenden Mischwalddach. Ein Ergebnis des
repräsentativen Gästebefragungen lautete: Nationalparkbesucher bleiben
länger im Quartier. Aber nicht nur hier stehe der Nationalpark auch für
eine hohe ökonomische Wertschöpfung, betonte Sinner. Während jährlich
etwa 12 Millionen Euro für den Park ausgegeben würden, flössen alleine
an touristischen Einnahmen 13,5 Millionen Euro wieder in die Region
herein. Rechnet man alle Stunden zusammen, die dadurch entstehen, dass
für Gäste bezahlte Arbeit geleistet werde, die entweder hauptsächlich
oder mittelbar wegen des Nationalparks kommen, so sorge der Park in der
Region für bis zu 900 Ganztagsarbeitsplätze und weitere 200
Beschäftigte im eigenen Team. Einem weiteren großen Anziehungspunkt
ist man mittlerweile sehr nahe gekommen. Der Baumwipfelpfad am
Hans-Eisenmann-Haus steht kurz vor Baubeginn und soll bereits im August
mit der Faszination von Höhe und zusätzlichen Attraktionen begehbar
sein. Entstehen soll auch ein Turm, der sich mit einem gewendelten Weg
behindertengerecht um eine Baum- und Felsengruppe bis über die Kronen
auf über 40 Metern Höhe schraubt. Zugestimmt hat der Spiegelauer
Gemeinderat, dass die Klingenbrunner Feuerwehr das Haus durch einen
Anbau erweitern kann. Der Bauausschuss hatte zuvor bereits Pläne und
Kostenschätzungen vorgelegt bekommen und zur Beratung an den
Gemeinderat weiter gegeben. Etwa 218 400 Euro stehen derzeit für das
Gebäude im Raum. Für Parkplätze und Zufahrt müssen weitere Kosten
eingeplant werden. Dem Vorschlag, über Vergabe an einen
Generalunternehmer Kosten sparen zu können, wurde zugestimmt. Der
Planer wird die Ausschreibungsunterlagen erstellen. - hpd
Grafenauer
Anzeiger vom 24. Januar 2009 Spiegelau gibt grünes Licht für die Marketingumlage Landkreis-Tourismuschef und Bayerwaldmanager auf Werbetour Von Hermann Haydn Spiegelau.
„Was passiert mit unserem Geld, was wird gemacht und was bringt das,“
wollten die Spiegelauer Gemeinderäte gerne erfahren, bevor sie der
Umlage für die nächsten Jahre für dieses Projekt weiter zustimmen
konnten. Antworten gaben in der Sitzung Landkreistourismuschef Ernst
Kandlbinder und Alexander Anetzberger. Er leitet für den
Tourismusverband Ostbayern die Marketingoffensive Bayerischer Wald. Ernst
Kandlbinder sieht sich als Serviceleister für die Kommunen und will die
Anstrengungen in der Region noch besser koordinieren. Die Prospektflut
sollte jedoch etwas eingedämmt werden, um die besonderen Stärken mit
mehr Klarheit zu transportieren und auch, um neue Positionierungen wie
als Kinderland, barrierefreies Urlaubsgebiet für Behinderte oder auch
als Bikerparadies voran zu treiben. Hier seien in einem umkämpften
Markt auch noch Alleinstellungsmerkmale zu finden. Alexander
Anetzberger berichtete zur Bayerwald-Marketing-Offensive. Nach der
begrifflichen Klärung, wofür der Bayerische Wald besonders stehe, der
Etablierung eines Logos und der breiten Vermarktung des neues Images
als „natürlich erfrischendes“ Urlaubsland könne man bei den Zugriffen
auf der Homepage eine 50-prozentige Steigerung feststellen. Im
Marketing wird geschaut, wo die künftigen Gästepotenziale liegen, der
Auftritt nach Außen dazu weiter optimiert, aber auch versucht, durch
Qualitätssteigerung in Service und Angebot der Region ein anderes Image
zu verpassen und sich über eine neue emotionale Bindung vom
Massengeschäft abzuheben. Als Bestätigung der geleisteten Arbeit hatte
die Aktion dafür im September 2008 den begehrten Deutschen PR-Preis
erhalten. Dennoch sahen die Gemeinderäte auch die
„Vor-Ort-Problematik“, die trotz aller Marketing-Offensiven die
Entwicklung erschweren würde. Peter Hinterberger erinnerte daran, dass
Wintertourismus auch Schnee brauche, aber bisweilen unattraktive
Loipenführungen und Mangel an weißer Pracht dem eben einen Riegel
vorschöben. Karlheinz Roth hakte nach, ob in Sachen Marketing beim
Nationalpark auch die touristische Komponente weiter verstärkt würde.
Hier soll sich laut Karl Friedrich Sinner weiter etwas bewegen und auch
in Richtung Werbung tschechischer Gäste soll über Mehrsprachlichkeit
bei Prospekten und Betreuung weiter gearbeitet werden. Erhard
Wawrzek merkte an, dass es mit dem Tourismus vor Ort nicht gerade rosig
aussehe, was auch daran liege, dass sich viele Betriebe nur noch über
den Preis definierten, Wertschöpfungen angesichts hoher Belastungen
durch den Staat nicht mehr realisierbar wären und sich das gerade bei
Service und Angebot oft zusätzlich imageschädigend auswirke. Auch Josef
Wanninger gab zu bedenken, dass eine Urlaubsregion nur so gut
wahrgenommen werde, wie der Eindruck, den man als Gast mit nach Hause
nehme. Da könne eine Negativerfahrung auch über Massen an
Prospektmaterial nicht ausgeglichen werden. Dennoch zeigten sich die
Gemeinderäte insgesamt von den Vorträgen begeistert. Die Zusage, dass
aus Spiegelau auch in den nächsten Jahren die Marketingumlage in Höhe
von netto 4809 Euro geleistet wird, war dann nur noch Formsache.
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