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Katholische Pfarrkirche Spiegelau - ein Rückblick -
Im
Dezember 1916 ist es endlich soweit. Die katholische Kirche ist fertig,
wird gesegnet und mit einem feierlichen Hochamt seiner Bestimmung
übergeben. (Die Einweihung durch Bischof von Ow erfolgt erst 1924.)
15
Jahre hat es gedauert, bis es soweit war. Bislang mußten die
katholischen Spiegelauer nach Oberkreuzberg in die Messe gehen. Sie
gehörten zur dortigen Pfarrei und hatten keine eigene Kirche. Als 1901
die Protestanten ihre Kirche errichteten, gab das den letzten
Anstoß zur Gründung eines Kirchenbauvereins. Dieser wird am 8.2.1902
beim königlich bayerischen Amtsgericht Grafenau unter der Nr. 4 ins
Vereinsregister eingetragen.
Der
damalige Pfarrer Ranzinger von Oberkreuzberg wehrt sich mit Händen und
Füßen gegen die Schaffung einer Seelsorgestelle Spiegelau und die
Errichtung einer eigenen Kirche. Er klagt: “... ich habe lange genug
Widerstand geleistet - aber es geht jetzt überall so: Alles Alte und
Bestehende wird niedergerissen ... bis schließlich alles zugrunde
geht.” Aber der Kirchenbau ist jetzt nicht mehr aufzuhalten. Im Jahr 1908 wird Johann
Ev. Schweikl, bisher Kooperator in Fürstenstein zum ersten Seelsorgsgeistlichen für Spiegelau ernannt.
Im
“Stanglsaal” wird eine Notkirche eingerichtet. Schließlich wird 1911
ein Grundstück für den neuen Friedhof angekauft und bereits im November
diesen Jahres findet die erste Beerdigung dort statt. Mittlerweile
werden in Spiegelau 836 Katholiken und 58 Protestanten gezählt. Endlich werden auch die Baupläne genehmigt. Doch die Wahl des Bau-platzes für die Kirche führt zu erheblichen
Streitigkeiten innerhalb des Kirchenbauvereins.
Am
1.11.1913 beschließt die Kirchenverwaltung nach langem Hin und Her den
heutigen Standort als Bauplatz. 14 Tage später wird mit den Erdarbeiten
für das Pfarrhaus begonnen. Am 14. Juni 1914 kann endlich der
Grundstein für die Kirche gelegt werden. Zwei Monate später müssen 111
Spiegelauer Männer in den Krieg ziehen, aus dem viele nicht mehr oder
nur verwundet zurückkehren sollen.
Die Bauarbeiten schreiten trotz des Krieges zunächst rasch voran.
Bereits am 5. November 1914 wird die Bedachung fertiggestellt. Da die
hiesigen Bauunternehmer in den Krieg müssen, werden die Arbeiten einer
Regensburger Firma übertragen. Frauen und Jugendliche müssen Hand- und
Spanndienste leisten. Einen Rückschlag bringt der Juli 1915, als das
Notdach des Turmes von einem Gewittersturm aufgedeckt und auf das
Kirchendach geschleudert wird. Trotz aller Widrigkeiten wird dann am 9.
September das neue Pfarrhaus eingeweiht. Am 28. Sep- tember kann das
Turmkreuz auf den Turm aufgesteckt werden. Im Kriegsjahr 1916 wird der
Bau schließlich fertiggestellt und die Inneneinrichtung beschafft.
Zwei Glocken werden dann am 11. Dezember an ihren Platz im neuen
Kirchturm aufgezogen. Am 13. Dezember 1916 wird die letzte Heilige
Messe in der Spiegelauer Notkirche gefeiert. Von dort aus setzt sich
dann ein feierlicher Zug mit Musikbegleitung und fähnchenschwingenden
Kindern zur neuen Kirche in Bewegung. Die Geistlichen aus der Umgebung,
allen voran Hochw. Herr Dekan Schwarzmaier aus Grafenau, die
Spiegelauer Honoratioren, darunter auch etliche evangelische,
sind dabei und nehmen anschließend ein den schweren Kriegszeiten
entsprech- endes einfaches Mahl im Gasthof zur Post ein. Das
Allerheiligste wird am 14. Dezember übertragen. Im
folgenden Jahr “... haben sich ... seine Majestät der König Ludwig III.
von Bayern ... allergnädigst bewogen gefunden, unterm 14. Januar die
Errichtung einer katholischen Pfarrei Spiegelau ... zu genehmigen”.
Spiegelau ist jetzt eine eigene Pfarrgemeinde. Der erste Spiegelauer
Pfarrer ist Johann Ev. Schweikl, nach dem auch die an der Kirche
vorbeiführende Straße benannt ist. Die Konsekration der Pfarrkirche findet am 31. Mai 1924 statt. Zur Website des Pfarrverbandes Spiegelau: www.pfarrei-spiegelau.de
Spiegelaus Geistliche:
Wo
eine Kirche ist, gibt es normalerweise auch Pfarrer. “Richtige”
Spiegelauer Pfarrer hat es allerdings nur die katholischen
Pfarrgemeinde aufzuweisen. Die katholischen Geistlichen haben seit der
Errichtung einer eigenen katholischen Pfarrei im Januar 1917
ihren Sitz direkt in Spiegelau. Von Anfang an hatten sie auch eine
wichtige gesellschaftliche Funktion im Ort. Sie engagierten sich auch
stark im sozialen und kulturellen Bereich
Seit Bestehen der Pfarrei waren bzw. sind in Spiegelau als Pfarrer tätig:
Joh. Ev. Schweikl 1908 - 1920 Joh. Ev. Breuherr 1920 - 1924 Heinrich Fürst 1924 - 1937 Franz X. Haidn 1937 - 1940 Max Leutgeb 1940 - 1946 Stephan Anderl 1946 - 1948 Augustin Krpalek 1948 - 1956
Franz X. Wagner 1956 - 1979 Hubert Gerstl 1979 - 2009 Rupert Wimmer seit 2009
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Heinrich Fürst
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Augustin Krpalek
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Dekan Wagner
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